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  • Stand: 11.03.2014

    Lange Mediation made easy

    Konfliktmanagementdurch

    Mediation/Wirtschaftsmediation&

    Kommunikationstechniken

    fr FOM Sommersemester 2014

  • - 2 -Lange Konfliktmanagement

  • Inhaltsverzeichnis Seite:

    Vorwort 5

    Konfliktmanagement durch Mediation Einfhrung - 7

    I. Philosophie der Mediation 11

    II. Geschichte der Mediation 13

    III. Grundlagen der Kommunikation und Mediation 16

    Kommunikationstechniken/Werkzeugkoffer 16

    1. Aktives Zuhren/Spiegeln 192. Fragen 233. Paraphrasieren 284. Ich-Botschaften/Du-Botschaften 295. Synchronisieren, Einzel-/Gruppenrapporte 316. Der Anker, Anchoring 367. Chunking up/down 398. Refraiming 419. Pacing and Leading 4210. Deeskalationsmethoden 4411. Trennung von Sach- und Beziehungsebene 4512. Allgemeine Regeln fr kreative Prozesse, .. 4713. Die Haltung des Mediators, seine Neutralitt .. 52

    u. Co-Mediation

    - 3 -Lange Konfliktmanagement

  • IV. Konfliktarten und Analyse 60

    1. Persnlichkeitstypologie nach Freud und Harris 602. Konfliktarten 663. Konfliktanalyse (Schulz von Thun, Skizze) 684. Konflikteskalation (Glasl) 715. Bedrfnisse, Emotionen, Konflikt (Skizze) 73

    V. Das Harvard-Konzept 74

    VI. Die Juristische Methode vs. Mediation 80

    VII. Das Mediationsverfahren - im berblick - 85

    VIII. Das Mediationsverfahren, die 5 Phasen 86

    1. Phase: Das Arbeitsbndnis und Mediationsvertrag 862. Phase: Themensammlung und Klrung 92 des Sachverhaltes 3. Phase: Interessenfindung/-Klrung (Konfliktanalyse) 964. Phase: Optionssammlung 1005. Phase: Abschluss/Vereinbarung 105

    IX. ADR-Verfahren, berblick 106

    X. Wirtschaftsmediation 109

    XI. Innerbetriebliche Mediation 117

    Warum ist Mediation fr Unternehmen vorteilhaft? 117

    1. Phase Auftragsklrung 1192. Phase Themensammlung 1213. Phase Interessen/Konfliktfelder 1224. Phase Optionssammlung/Konfliktlsung 1235. Phase Abschluss einer Vereinbarung 124

    XII. Rechtliche Grundlagen fr Mediatoren (Mediationsgesetz) 125

    XIII. Kostenvergleich: Gerichtsverfahren Mediation 128

    Anhang 1: Der Mediationsvertrag 129

    Anhang 2: Der Verfasser 130

    XIV. Literaturverzeichnis 131

    - 4 -Lange Konfliktmanagement

  • Dieses Skript ist urheberrechtlich geschtzt, jede Verwertung ohne Zustimmung des Verfassers verstt gegen Urheberrecht. Dies gilt insbesondere fr Vervielfltigung, Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

    Vorwort:

    Dieses Skript soll fr die angehenden MediatorenInnen* eine Arbeitsgrundlage und

    Begleiter in der Ausbildung sein. Darber hinaus ist das notwendige Basiswissen hier

    zusammengefasst, sodass der zuknftige Mediator diese Unterlagen immer wieder

    nutzen kann.

    Die Vorlesung auf Grundlage dieses Skripts wird durch regelmige Workshops

    ergnzt, die den Transfer und die Nachhaltigkeit der theoretischen Ausfhrung in den

    praktischen Alltag gewhrleisten sollen.

    In den unterschiedlichen Modulen der Veranstaltungen wird besonderer Wert darauf

    gelegt, ausgewhlte Aspekt aus dem Unternehmensalltag aber auch aus dem

    privaten Problemkreis Familie und Gesellschaft des Konfliktmanagers/In zu

    behandelt, wie

    Anwendung von Kommunikationstechniken (Werkzeugkoffer des Mediators)

    strukturierte Gesprchsfhrung zur Konfliktvermeidung

    Kenntnisse zur Durchfhrung eines Mediationsverfahrens

    - 5 -Lange Konfliktmanagement

  • persnlicher Umgang mit Konflikten und eigenes Konfliktverhalten

    erfolgreiche Gruppen- und Teamleitung

    Das Skript ist so gestaltet, dass zunchst ein berblick geschaffen wird ber die

    bewhrten Kommunikationstechniken, ber die Arten und Analyse der Konflikte im

    privaten und beruflichen Umfeld. Sodann wir in das eigentliche Mediationsverfahren

    eingefhrt und zwar ber Familienmediation, Konflikte zwischen Unternehmen (B2B)

    bis hin zur Bearbeitung betriebs- und konzerninterner Konflikte. Darber hinaus wird

    die herkmmliche Konfliktkultur (juristische Methode) mit der zukunftsorientierten

    kooperativen Konfliktlsungsmethode (z. B. Mediation) gegenbergestellt.

    Auch Beispiele aus eigenen Erfahrungen der Seminarteilnehmer in ihrem

    Unternehmen und persnliche Konfliktsituationen sollen von den Teilnehmern

    diskutiert und eventuell im Workshop bearbeitet werden.

    * Wenn der Verfasser im nachfolgenden Text Mediator schreibt, sind selbstverstndlich auch seine geschtzten Kolleginnen angesprochen.

    Die Anwendung alternativer Konfliktmanagementmethoden bzw. die Mediation ist

    eine Mglichkeit, besser, schneller, kostengnstiger und zufriedenstellender Konflikte

    bewltigen zu knnen und erffnet darber hinaus dem einzelnen Teilnehmer die

    Chance, das eigene Konfliktverhalten besser zu verstehen und mit Konflikten

    professioneller umgehen zu knnen.

    - 6 -Lange Konfliktmanagement

  • Konfliktmanagement durch Mediation -Einfhrung-

    Konflikte und das Verhandeln darber gehren zum Leben. Verhandelt wird tglich,

    ob Sie wollen oder nicht.

    Sie verhandeln mit Ihrem Partner ber den Urlaub, mit dem Vermieter ber die Hhe

    der Miete oder mit Ihren Geschftspartnern ber Preise und Lieferfristen.

    Betriebsrte verhandeln mit dem Unternehmensvorstand ber Tariflhne und

    Arbeitszeiten, Unternehmer mit Kunden ber unterschiedlichste Probleme, Anwlte

    ber einen Streit zwischen Unternehmen ber Sach- und Rechtsmngel,

    Gewhrleistung und Lieferfristen, der Vertreter der Stadtverwaltung mit der

    Brgerinitiative ber den Bau von Kindergrten, Fluglrm und Landezeiten usw.

    Verhandlungen begegnen uns in bildhafter Form im Theater, z. B. in Shakespeares

    Kaufmann von Venedig. Dort verhandelt der Anwalt des Kaufmanns darber vor

    Gericht, ob ein Pfund Fleisch ohne das Vergieen eines Tropfen Blutes aus dem

    Krper seines Mandanten geschnitten werden kann; in Goethes Faust verhandelt

    Faust mit Gretchen ber ein verhngnisvolles Rendezvous und mit dem Teufel ber

    seine Seele.

    - 7 -Lange Konfliktmanagement

  • Verhandlungen in Konfliktsituationen sind eine ausgesprochene Wachstumsbranche

    und die Mediation als ein innovatives Verhandlungsinstrument spielt dabei eine

    entscheidende Rolle.

    Jeder verhandelt, und trotzdem stellt sich nicht immer der gewnschte Erfolg ein.

    Entweder ist die Gegenseite ein besserer Verhandler oder die bekannten Standard-

    strategien sind unzureichend. Die bekanntesten und einfachsten

    Verhandlungskonzepte, die jeder beherrscht, bestehen darin, eine bestimmte

    Position zu vertreten mit dem Ziel, dass man mglichst viel vom zu verteilenden

    Kuchen erhlt. Es handelt sich dabei um das so genannte Nullsummenspiel. In

    diesem bekannten Verhandlungskonzept wird vereinfacht davon ausgegangen, dass

    der eine abgeben muss, was der andere mehr bekommt und umgekehrt (der

    Kuchen, der zu verteilen ist, bleibt jedoch gleich gro).

    Im Gegensatz dazu steht das sachbezogene oder kooperative, interessensorientierte

    Verhandeln, welches vereinfacht zusammen gefasst wird in dem Prinzip der Win-

    Win-Situation.

    Diese Art der Konfliktbearbeitung wird besonders deutlich im Fall des Orangen-

    Beispiels, in dem es einen berraschenden Kooperationsgewinn (- der Kuchen wird

    grer -) gibt.

    Orangen-Beispiel:Zwei Geschwister streiten um eine Orange. Jeder mchte die Orange fr sich

    allein haben.

    Die beiden verhandeln und streiten, und weil sie sich nicht einigen knnen,

    gehen sie zur Mutter, die entscheiden soll, wer die Orange bekommt.

    Normalerweise wrde die Mutter die Orange teilen und jedem der beiden

    eine Hlfte geben.

    Wenn die Mutter die Grundstze der Mediation zugrunde legen wrde, fragte

    sie die Kinder, was sie mit der Orange anfangen mchten (sie fragt nach

    dem Interesse)

    Die Tochter bentigt die Schale der Orange fr einen Kuchen, whrend der

    Sohn den Saft der Orange will. Wenn die Mutter nach den Interessen fragt,

    die hinter der Position (ich will die Orange) stehen, kommt es zu einer Win-

    Win-Situation, eben den bereits genannten Kooperationsgewinn. Beide,

    Sohn und Tochter erhalten jeweils 100 Prozent anstelle des blichen

    Kompromisses.- 8 -

    Lange Konfliktmanagement

  • Den Wnschen beider Geschwister kann optimal Genge getan werden,

    wenn nach ihren Interessen gefragt wird.

    Dies ist ein schnes Bild und Beispiel; der Verfasser wei aus zahlreichen Wirt-

    schaftsmediationen, dass dieses interessenorientierte kooperative

    Verhandlungsmethode fast immer in eine Win-Win-Situation fr die Konfliktparteien

    mndet.

    Wenn die Interessen den Parteien wechselseitig klar geworden sind, wird das

    Ergebnis in der nchsten Verhandlungsphase noch nicht einer endgltigen Lsung

    zugefhrt, in diesem Verfahrensstadium werden vielmehr von den Parteien unter

    Anleitung des Mediators Optionen entwickelt.

    Damit ist eine Vielzahl von mglichen Verhandlungsergebnissen gemeint, die von

    den Parteien im Rahmen der Optionssuche mit kreativen Methoden gefunden

    werden.

    Erst wenn mglichst viele Optionen gesammelt wurden - z. B. im Wege des Brain-

    stormings - wird durch das interessengerechte Verhandeln, wel