Grundlagen des Konfliktmanagement - Karl-Renner .Grundlagen des Konfliktmanagement AAnnttoonniiaa

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    Dieses Skript entstand in Begleitung zur Akademie der Jugend 2013/14.

  • Cicero, Schwarzenbacher 2014 2

    DDDiiieee GGGeeesssccchhhiiiccchhhttteee mmmiiittt dddeeemmm HHHaaammmmmmeeerrr

    Ein Mann will ein Bild aufhngen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der

    Nachbar hat einen. Also beschliet der Mann, hinberzugehen und ihn

    auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den

    Hammer nicht leihen will? Gestern schon grte er mich nur flchtig. Vielleicht

    war er in Eile. Aber vielleicht hat er die Eile nur vorgetuscht, und er hat etwas

    gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein.

    Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gbe es ihm sofort. Und

    warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen

    abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er

    sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Blo weil er einen Hammer hat. Jetzt

    reichts wirklich.

    Und so strmt er hinaus, lutet, der Nachbar ffnet, doch noch bevor er Guten

    Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: Behalten Sie sich Ihren Hammer,

    Sie Rpel!"

    (aus: Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglcklichsein)

  • Cicero, Schwarzenbacher 2014 3

    IIInnnhhhaaallltttsssvvveeerrrzzzeeeiiiccchhhnnniiisss

    Die Geschichte mit dem Hammer ................................................................. 2

    Inhaltsverzeichnis ...................................................................................... 3

    Definitionen - Was ist ein Konflikt? ............................................................... 4

    Arten von Konflikten ................................................................................... 5

    Funktion von Konflikten............................................................................... 7

    Konfliktlsungsmodell nach G. Schwarz......................................................... 8

    Konfliktlsungsmglichkeiten ....................................................................... 9

    Konflikteskalation ..................................................................................... 11

    Konfliktdiagnose....................................................................................... 14

    Systemische Darstellung von Konflikten ...................................................... 16

    Konstruktive Konfliktlsung ....................................................................... 18

    Mediation Konfliktregelung in fnf Schritten .............................................. 20

    Harvard-Konzept...................................................................................... 22

    Grenzen des Handlungsspielraums: 50 %-Prinzip ........................................ 24

    Zum Weiterlesen...................................................................................... 26

  • Cicero, Schwarzenbacher 2014 4

    DDDeeefffiiinnniiitttiiiooonnneeennn --- WWWaaasss iiisssttt eeeiiinnn KKKooonnnfffllliiikkkttt???

    Konflikt: Zusammensto, Zwiespalt, Widerstreit. Duden Band 1,

    Rechtschreibung, Mannheim u.a. 1980.

    Wir definieren Konflikt als eine Eigenschaft eines Systems, in dem es

    miteinander unvereinbare Zielvorstellungen gibt, so dass das Erreichen des einen

    Zieles das Erreichen des anderen ausschlieen wrde. Johan Galtung: Theorien

    zum Frieden. In: Dieter Senghaas (Hrsg..): Kritische Friedensforschung.

    Frankfurt 1972, S. 235.

    Der soziale Konflikt ist ein sozialer Tatbestand, bei dem mindestens zwei

    Parteien (Einzelpersonen, Gruppen, Staaten) beteiligt sind, die unterschiedliche,

    vom Ausgangspunkt her unvereinbare Ziele verfolgen oder das gleiche Ziel

    anstreben, das aber nur eine Partei erreichen kann, und/oder unterschiedliche,

    vom Ausgangspunkt her unvereinbare Mittel zur Erreichung eines bestimmten

    Zieles anwenden wollen. Peter Imbusch / Ralf Zoll (Hrsg.): Friedens- und

    Konfliktforschung. Opladen. 1996, S. 180 f

    Ein Konflikt ist ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher einander zumindest

    teilweise ausschlieender Interessen, Ziele, Bedrfnisse oder Meinungen.

    Konflikte laufen im Regelfall unabhngig davon, auf welcher Ebene sie

    entstanden sind unter Mitbeteiligung der emotionalen Ebene ab. Antonia

    Cicero

  • Cicero, Schwarzenbacher 2014 5

    AAArrrttteeennn vvvooonnn KKKooonnnfffllliiikkkttteeennn

    Nach Konfliktparteien

    Intrapersonelle Konflikte

    Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, gegenstzliche Interessen,

    Bedrfnisse, Ziele innerhalb einer Person

    Interpersonelle Konflikte

    Konflikte zwischen zwei oder mehr Personen, z. B. in Paarbeziehungen, unter

    ArbeitskollegInnen

    Gruppenkonflikte

    Innerhalb einer Gruppe (Intragruppenkonflikt) aufgrund von Rivalitten o. .

    entstehende Konflikte oder Konflikte um Normen und Regeln bzw. zwischen

    verschiedenen Gruppen entstehende Differenzen (Intergruppenkonflikt)

    Organisationskonflikte

    Autorittskonflikte, Vernderungskonflikte etc.

    Gesellschaftliche Konflikte

    Um politische oder wirtschaftliche Interessen oder etwa zwischen Mnnern und

    Frauen, Jungen und Alten, Tradition versus Vernderung etc.

    Nach Konfliktgegenstand

    Interessenkonflikt - Bedrfniskonflikt - Wertkonflikt - Identittskonflikt -

    ideologischer, weltanschaulicher, Glaubenskonflikt

  • Cicero, Schwarzenbacher 2014 6

    Nach der Konfliktwahrnehmung

    Heier (manifester) Konflikt

    Die Konfliktparteien kommunizieren direkt miteinander, bekmpfen oder

    befehden sich offen, heftig und direkt. Kommunikation findet statt, die

    Begegnung wird gesucht - evtl. als paradoxe Versuche, sich dem Gegenber

    wieder anzunhern. Die Konfliktparteien erleben sich selbst und das Gegenber

    als aktiv und emotional.

    Kalter (latenter) Konflikt

    Die Konfliktparteien haben resigniert, sie verkehren kaum direkt miteinander, die

    Kommunikation verluft indirekt, die Beziehung ist wie "eingefroren". Die

    Konfliktparteien befehden sich aber nach wie vor, jedoch verdeckt. Die

    Konfliktparteien erleben sich selbst und das Gegenber als ausgeliefert,

    verbittert und zynisch.

    Nach der Strke der Konfliktparteien

    Symmetrischer Konflikt vs. asymmetrischer Konflikt

    Nach der Verortung des Konflikts

    Beziehungskonflikte / Partnerschaftskonflikte

    Familire Konflikte

    Konflikte bei sozialer Nhe (z. B. in Vereinen)

    Nachbarschaftskonflikte

    Konflikte am Arbeitsplatz

    Konflikte in der Schule

    Situative Konflikte (Konfliktparteien kennen einander oft nicht:

    Verkehrsmittel, Gasthaus, Sport- und Freizeiteinrichtungen)

  • Cicero, Schwarzenbacher 2014 7

    FFFuuunnnkkktttiiiooonnn vvvooonnn KKKooonnnfffllliiikkkttteeennn

    Konflikte schaffen Probleme, bringen rger, kosten Energie und Zeit und sind

    unangenehm... Oder? Konflikte sind keine Pannen, die es mglichst zu

    vermeiden gilt, sondern notwendige Ereignisse sozialen Lebens.

    1. Konflikte ermglichen Entwicklung und Wachstum und tragen zur

    Entstehung von Neuem bei.

    Ob bei der individuellen Entwicklung eines Menschen oder auch bei der

    Entwicklung von Paaren, Gruppen oder Organisationen: nur die auch

    konflikthafte Auseinandersetzung mit Bekanntem ermglicht es, Neues zu

    entwickeln, nur die Abgrenzung ermglicht es, Eigenstndigkeit zu erreichen.

    2. Konflikte machen Gemeinsamkeiten mglich und sichtbar.

    Um gemeinsame Ziele, Interessen, Werte zu erkennen oder zu entwickeln,

    mssen diese zunchst benannt oder erkmpft werden man muss sich

    zusammenraufen.

    3. Konflikte machen Unterschiede und Vielfalt erkennbar und nutzbar.

    Ohne Unterschiede, ohne Vielfalt wre das Leben eintnig. Lernen lebt vom

    Unterschied. Konflikte knnen vorhandene Vielfalt, etwa von Ideen und

    Meinungen, sichtbar machen und ermglichen so nicht zuletzt mehr Kreativitt.

    4. Konflikte schaffen Identitt

    Das Austragen von Konflikten ist ein wesentlicher Aspekt in der Entwicklung von

    Identitt. Ein gutes Beispiel dafr sind konflikttrchtige Phasen in der

    Entwicklung von Kindern und Jugendlichen Trotzphase, Pubertt , die

    gleichzeitig und eben auch ber das wichtige Austragen von Konflikten mit Eltern

    und anderen Autoritten die Entwicklung einer eigenstndigen Identitt

    ermglichen und frdern.

  • Cicero, Schwarzenbacher 2014 8

    KKKooonnnfffllliiikkktttlllsssuuunnngggsssmmmooodddeeellllll nnnaaaccchhh GGG... SSSccchhhwwwaaarrrzzz

    FLUCHT

    KAMPF

    DELEGATION

    KOMPROMISS

    KONSENS

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