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Vorsorgeverfügungen - Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

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Text of Vorsorgeverfügungen - Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

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  • Vorsorgeverfgungen - Patientenverfgung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfgung
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  • 2 Informationsveranstaltung I.Situation II.Mglichkeiten der Vorsorge 1.Die Patientenverfgung 2.Die Vorsorgevollmacht 3.Die Betreuungsverfgung III.Formales IV.Zu guter Letzt: Informationsmaterial
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  • I. Situation
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  • 4 Der wissenschaftliche und technische Fortschritt macht es mglich, dass wir heute schwerstkranken Menschen helfen knnen, fr die es noch vor fnfzig Jahren keine Rettung gegeben htte. Whrend diese Perspektive fr viele Menschen Hoffnung und Chance bietet, haben andere Angst vor einer Leidens- und Sterbensverlngerung durch Apparatemedizin. Jeder Mensch hat das Recht fr sich zu entscheiden, ob und welche medizinischen Manahmen fr ihn ergriffen werden.
  • Folie 5
  • 5 I. Situation rztinnen und rzte brauchen fr jede Behandlung die Zustimmung des Betroffenen. Das gilt fr die Einleitung wie fr die Fortfhrung einer Therapie. Solange der kranke Mensch noch entscheidungsfhig ist, kann er selbst dem Arzt diese Zustimmung geben oder verweigern. Wie stellt man aber den Willen eines Menschen fest, wenn er nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu uern? Wer in einer solchen Situation nicht mchte, dass ein anderer ber das Ob und das Wie der rztlichen Behandlung entscheidet, kann in einer Patientenverfgung festlegen, ob er bei einem konkret beschriebenen Krankheitszustand bestimmte medizinische Manahmen wnscht oder ob sie unterlassen werden sollen.
  • Folie 6
  • 6 I. Situation Diese Informationsveranstaltung gibt Hilfestellung fr diejenigen, die eine solche individuelle Patientenverfgung treffen wollen. So vielfltig wie die Wertvorstellungen und Glaubensberzeugungen der Menschen in unserem Land sind, so vielfltig sind auch die individuellen Entscheidungen der Einzelnen, die sich daraus ergeben und die in eine Patientenverfgung einflieen knnen. Deshalb erhalten Sie heute kein fertiges Formular. Stattdessen erhalten Sie Hintergrundwissen und am Ende Informationsmaterial, so dass Sie in der Lage sind, Ihre individuellen Entscheidungen formulieren zu knnen.
  • Folie 7
  • 7 I. Situation Das Thema Vorsorgeverfgungen betrifft jeden Menschen ltere und ihre Angehrigen, von Krankheit bedrohte, aber auch junge, gesunde Menschen sollten sich informieren und vorsorgen. Jederzeit kann eine Lage entstehen, in der man fr lngere Zeit oder auf Dauer seine Angelegenheiten nicht mehr selbst erledigen und Entscheidungen nicht oder nur noch eingeschrnkt treffen kann.
  • Folie 8
  • 8 I. Situation Das Thema geht regelmig durch Presse, Rundfunk und Fernsehen. Gerade bert der Bundestag ber verschiedene Gesetzesinitiativen. Die Menschen wissen, das Thema ist wichtig und sie sollten sich kmmern. Aber: Das Thema ist sehr komplex und fundierte Informationen liegen nicht auf der Strae. Und: Es ist kein leichtes Thema, sich mit der eigenen Krankheit, vielleicht sogar dem Tod zu beschftigen und in sich zu gehen und seine Vorstellungen zu den dann zu treffenden Entscheidungen zu ergrnden.
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  • II. Mglichkeiten der Vorsorge
  • Folie 10
  • 10 II. Mglichkeiten der Vorsorge Das deutsche Recht wird vom Grundsatz der Selbstbestimmung jedes Menschen beherrscht. Ist man aus Krankheitsgrnden nicht mehr in der Lage, dieses Recht auszuben, entscheiden zwangslufig andere, z.B. der gerichtlich bestellte Betreuer oder der behandelnde Arzt. Angehrige und vor allem Ehegatten meinen hufig, sie drften aufgrund ihres Verwandtschaftsverhltnisses fr den Arzt verbindliche Entscheidungen ber die medizinische Behandlung und deren Abbruch treffen. Das ist nicht der Fall: Arzt, Betreuer und Vormundschaftsgericht entscheiden nach dem (mutmalichen) Willen des Patienten und befragen die Angehrigen allenfalls darber, ob der Kranke Anordnungen fr den Vorsorgefall getroffen hat.
  • Folie 11
  • 11 II. Mglichkeiten der Vorsorge Die Wrde des Menschen und das Selbstbestimmungsrecht gebieten es, dass die fr die Entscheidung zustndigen Personen sich so weit wie mglich daran orientieren, was der Betroffene angeordnet hat oder anordnen wrde, wenn er knnte. Dies wird umso schwieriger, je weniger Anhaltspunke fr dessen Willen vorliegen. Sinn und Zweck der Vorsorgeverfgungen ist daher, solche Anhaltspunkte zu liefern und so dem Selbstbestimmungsrecht und Willen des Menschen zu Lebzeiten auch dann Geltung zu verschaffen, wenn es aktuell nicht mehr ausgebt werden kann.
  • Folie 12
  • 12 II. Mglichkeiten der Vorsorge Ausgehend von der heutigen Rechtslage kann man drei Typen von Vorsorgeverfgungen unterscheiden, die zur Wahrung der Selbstbestimmung im Fall eigener Entscheidungsunfhigkeit dienen: die Patientenverfgung die Vorsorgevollmacht die Betreuungsverfgung
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  • 13 II. Mglichkeiten der Vorsorge Vorsorge- verfgungen Patienten- verfgung Vorsorgevollmacht Betreuungs- verfgung
  • Folie 14
  • 14 II. Mglichkeiten der Vorsorge Patientenverfgung Mit der Patientenverfgung weist der Patient seinen Bevollmchtigten, Betreuer und Arzt an, bestimmte medizinische Behandlungen vorzunehmen oder zu unterlassen. WER die letzten Entscheidungen am Lebensende trifft, wird allerdings nicht durch die Patientenverfgung, sondern durch einen in einer Vorsorgevollmacht eingesetzten Bevollmchtigten oder den gerichtlich befugten Betreuer bestimmt.
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  • 15 II. Mglichkeiten der Vorsorge Vorsorgevollmacht Mit der Vorsorgevollmacht wird eine andere Person bevollmchtigt, im Falle einer Notsituation, alle oder bestimmte Aufgaben fr den Vollmachtgeber zu erledigen. Der Bevollmchtigte wird zum Vertreter im Willen, d.h. er entscheidet an Stelle des nicht mehr entscheidungsfhigen Vollmachtgebers. Deshalb setzt eine Vorsorgevollmacht unbedingtes und uneingeschrnktes persnliches Vertrauen zum Bevollmchtigten voraus und sollte nicht leichtfertig erteilt werden.
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  • 16 II. Mglichkeiten der Vorsorge Patientenverfgung WELCHE MASSNAHMEN drfen vorgenommen werden, wenn ich meinen Willen nicht uern kann? Vorsorgevollmacht WER entscheidet, wenn ich meinen Willen nicht uern kann?
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  • 17 II. Mglichkeiten der Vorsorge Betreuungsverfgung Fr den Fall, dass das Vormundschaftsgericht eine Betreuung anordnen muss (dazu spter mehr), kann der Betroffene seinen Wunsch uern, welche Person mit der Betreuung betraut werden soll. Falls Sie sich nicht mehr uern knnen, hat das Gericht Wnsche, die Sie zuvor festgelegt haben, zu bercksichtigen. Bei der Vorsorgevollmacht und der Patientenverfgung ist man auf das Vertrauen gegenber dem Bevollmchtigten bzw. den rzten angewiesen, denn der Betroffene selbst ist im Zweifel nicht mehr in der Lage, die eigenen Vorgaben zu kontrollieren.
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  • 1. Die Patientenverfgung
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  • 19 1. Patientenverfgung Was ist eine Patientenverfgung (1)? In ihr knnen Sie fr den Fall Ihrer Entscheidungsunfhigkeit im Voraus festlegen, ob und wie Sie in bestimmten Situationen rztlich behandelt werden mchten. Sie knnen auch Bitten uern oder bloe Richtlinien fr die behandelnden rztinnen und rzte und das Behandlungsteam aufnehmen.
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  • 20 1. Patientenverfgung Was ist eine Patientenverfgung (2)? Es kann sinnvoll sein, auch persnliche Wertvorstellungen, Einstellungen zum eigenen Leben und Sterben und religise Anschauungen als Ergnzung und Auslegungshilfe Ihrer Patientenverfgung zu schildern. Sie kann sich zustzlich an einen bevollmchtigten oder gesetzlichen Vertreter richten und Anweisungen oder Bitten zur Auslegung und Durchsetzung der Patientenverfgung enthalten.
  • Folie 21
  • 21 1. Patientenverfgung Was sollten Sie bedenken (1)? Es empfiehlt sich, zunchst darber nachzudenken, was Ihnen im Zusammenhang mit Krankheit, Leiden und Tod wichtig ist, wovor Sie Angst haben und was Sie sich erhoffen. Manche Menschen haben Angst, dass vielleicht nicht mehr alles medizinisch Mgliche fr sie getan werden knnte, wenn sie alt oder schwer krank sind. Andere befrchten, dass man sie in solchen Situationen unter Aufbieten aller technischen Mglichkeiten nicht sterben lsst. Es ist nicht einfach, sich mit existenziellen Fragen auseinander zu setzen, die Krankheit, Leiden und auch das Sterben betreffen. Dennoch ist dies notwendig, weil man sich ber die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen klar werden muss.
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  • 22 1. Patientenverfgung Was sollten Sie bedenken (2)? Festlegungen in einer Patientenverfgung bedeuten, dass man selbst die Verantwortung fr die Folgen bernimmt, wenn eine rztin oder ein Arzt diesen Wnschen entspricht. Dabei sollten Sie bedenken, dass in bestimmten Grenzsituationen des Lebens Voraussagen ber das Ergebnis medizinischer Manahmen und mgliche Folgeschden im Einzelfall kaum mglich sind. Wenn Sie Festlegungen fr oder gegen bestimmte Behandlungen treffen wollen, sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie durch einen Behandlungsverzicht unter Umstnden auf ein Weiterleben verzichten.
  • Folie 23
  • 23 1. Patientenverfgung Was sollten Sie bedenken (3)? Umgekehrt sollten Sie sich darber klar sein, dass Sie fr eine Chance, weiterleben zu knnen, mglicherweise Abhngigkeit und Fremdbestimmung in Kauf nehmen. Am Ende Ihrer persnlichen Willensbildung kann die Entscheidung stehen, eine Patientenverfgung zu erstellen oder der Entschluss, keine Vorsorge treffen zu wollen. Sie sollten sich deshalb fr diese berlegungen Zeit nehmen und sich nicht unter Druck setzen.
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