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BILDUNGSREPORT - Harz

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Text of BILDUNGSREPORT - Harz

Im Fokus: Frühkindliche Bildung ................................................................................. 6
Im Fokus: Der Übergang von der Kita in die Grundschule ....................................... 14
Im Fokus: Die schulische Bildung ............................................................................. 19
Im Fokus: Schulabschlüsse ...................................................................................... 31
Im Fokus: Bildungsberatung ..................................................................................... 34
Im Kurzüberblick: Ausbildung ................................................................................... 39
Ausblick-Die nächsten Schritte ................................................................................. 47
mit diesem Bildungs-
einer Bildungskonferenz vielen Akteuren
Bildung eine gemeinsame Plattform
zu diskutieren und gemeinsame Ziele für
die weitere Zusammenarbeit festzu-
die durchweg positiven Rückmeldungen
ein Veranstaltungsformat sehr groß ist.
Die Ergebnisse der einzelnen Workshops
sind in die Arbeit des Bildungsbüros
eingeflossen und wurden bei der
Umsetzung der einzelnen
bildungsbezogenen Projekte berück-
Vorschule, Zuständigkeiten am Übergang,
Transparenz bei Entscheidungen und
Elternarbeit aufgenommen. Im Ergebnis
Handreichung für Eltern veröffentlicht
des Übergangs die einzelnen Schritte,
Termine und wichtige Ereignisse vermittelt
und in der Ansprechpartner benannt
werden.
dabei, verbindliche Mindeststandards für
die Übergangsgestaltung zu definieren.
Das Modellprojekt "Übergänge gestalten"
Netzwerkstelle Schulerfolg wurde
erfolgreich fortgesetzt. Besondere
Austausch zwischen den
Grundschulen. Ein entscheidender
weitere Bestand bzw. die Verstetigung der
Schulsozialarbeit.
die weiterführenden Schulen unterstützt
Schulsozialarbeiterinnen und
Schüler sehr erfolgreich an.
und Bildungsberatungsangebote stärker
Im April 2018 konnte durch das Projekt
Bündnis Schule>Beruf die Homepage
#janalos online geschaltet werden. Sie
bietet unentschlossenen Jugendlichen und
zur Berufswegeplanung zu informieren
Bündnisses Kontakt aufzunehmen.
„Praktikalotsen“ (Projektstart 1. November
2018) ein Lückenschluss im Übergangs-
system erreicht.
Aktivitäten ebenfalls konzentriert werden.
„Soziale Infrastruktur“ um den Bereich der
Bildung erweitert, die Gründung eines
„Regionalen Arbeitskreises Bildung“ vom
Kreistag beschlossen und die
forciert.
Startschuss für die Erarbeitung eines
Bildungsleitbildes für den Landkreis Harz
zu geben. Ich lade Sie ein, sich an diesem
mehrstufigen Prozess zu beteiligen, von
dem auch Sie profitieren werden und sich
mit Ihren Ideen, Erfahrungen und Ihrer
Fachexpertise einzubringen - ganz im
Zukunft gemeinsam gestalten zu können,
ist das gemeinsame Handeln aller an
Bildung beteiligter Partner unerlässlich.
betont, dass „wir eine gemeinsame
Verantwortung für Bildung haben und nur
im Dialog erfolgreich sein können.“
Bildung ist mehr als nur Schule – Bildung
ist ein lebenslanger Prozess von der
frühkindlichen Bildung, über die Schul-
und Berufsausbildung bis hin zur
Erwachsenen- und Seniorenbildung
formalen Bereich.
unter anderem darüber austauschen,
Landkreis Harz im formalen
Austausch und viele Impulse für die
eigene und für die weitere gemeinsame
Arbeit!
Eine durchgängige Bildungslandschaft
Berufsorientierung
Schulsozialarbeiter
Flexibilität hinsichtlich sich verändernder
Schulen
Onlinebefragung 2018 „Leitbild“.
Solide Finanzierung der Bildungsangebote statt Vielzahl von Projektangeboten
Zentrale Ansprechpartner und koordinierte Anlaufstellen
Bessere Einbeziehung des ländlichen Raumes in die Bildungsangebote
4
Kreisentwicklungskonzept des
und Richtung der Kreisentwicklungs-
schaft und der Land- und Forst-
wirtschaft
Identität mit dem Landkreis
5) Gewährleistung des Klimaschutzes
6) Beachtung der Chancengleichheit
gemeinsamen Bildungs- leitziele.
übergreifenden
Bildungsangebots
Das Thema Bildung findet sich in keinem eigenen Leitbild wieder, es
wird lediglich punktuell aufgegriffen.
Folglich fehlt es bis dato an konkret bildungsbezogenen Leitlinien.
Daraus lässt sich die Frage ableiten, ob es im Landkreis ein
einheitliches Verständnis für Bildung gibt, ob wir uns auch als
Bildungsregion verstehen und welche Maßstäbe wir daran knüpfen.
Mit der politischen Entscheidung, für den Landkreis Harz ein
Datenbasiertes Kommunales Bildungsmanagement (DKBM) aufzubauen
und damit einhergehend der Beteiligung an dem Programm „Bildung
integriert“, wurde die Entwicklung von bildungsbezogenen Leitlinien
als zentrale strategische Aufgabe definiert.
5
ihre ganz eigene Mission. Diese sollten in
einem Verbund zusammengeführt und von
dort strukturiert umgesetzt werden.
fast eine zwingende Notwendigkeit.
Autonomie in strategischen oder operativen
Fragen aufgeben.
Schwerpunkte einer Kreisvolkshochschule
ihre Mittel verwendet.
strategischen und operativen Maßnahmen
notwendige normative Klammer bieten.2
Ausrichtung sowie ihre operativen
auszurichten.
verbindlichen Handlungsrahmen.
Leitziele können…
6
Im Fokus: Frühkindliche Bildung Der Anspruch auf Kinderbetreuung wird für das Land Sachsen-Anhalt festgeschrieben im Kinderförderungsgesetz (KiFöG) vom 01.08.2013. Danach hat jedes Kind bis zum Beginn der Schulpflicht Anspruch auf ein Förderungs- und Betreuungsangebot bis zu zehn Stunden je Betreuungstag oder bis zu 50 Wochenstunden in einer Tageseinrichtung. Der Anspruch besteht gegenüber dem örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe (hier dem Landkreis Harz) und gilt als erfüllt, wenn ein Platz in einer für Kinder zumutbar erreichbaren Tageseinrichtung oder in einer Tagespflegestelle angeboten wird.3 Dieser Rechtsanspruch wurde im Leitbild des Landkreises unter „Nachhaltige Entwicklung der Raum- und Siedlungs- struktur“ für die Grundzentren verankert. Aus raumplanerischer Sicht kommt den grundzentralen Orten im Landkreis Harz die Aufgabe zu, für sich und das nähere Umland die grundsätzlichen öffentlichen wie privaten Versorgungseinheiten und andere Einrichtungen der Grundversorgung vor- zuhalten. Hierzu zählt auch die Sicherung der Kinderbetreuungseinrichtungen.4
3 § 3 KiFöG LSA
4 KEK S. 22
Das Land Sachsen-Anhalt rangierte 2017 bundesweit auf Platz 2 bezüglich der Ganztagsbetreuung in Kitas. Verglichen wurde dabei der Anteil der ganztags betreuten Kinder zwischen 3 und 6 Jahren in Kindertagesstätten an allen Kindern derselben Altersgruppe. 5 Eine Betreuung von Kindern unter 1 Jahr ist im Landkreis Harz eher selten. Die Betreuungsquote liegt bei lediglich 7,5 Prozent. Den Hort besuchen ca. Dreiviertel der Erst- und Zweitklässler, danach nimmt die Hortbetreuung zunehmend ab.
6
Der Landkreis Harz
01.03.2018)
3 bis unter 4 4 bis unter 5 5 bis unter 6 6 bis unter 7
Belegungsquote 90,4% 93,1% 92,0% 92,6%
89,0%
90,0%
91,0%
92,0%
93,0%
94,0%
Belegungsquote der 3- bis unter 7- Jährigen im LK Harz 2017
7
Die Schuleingangsuntersuchung Die Schuleingangsuntersuchung ist gem. § 37 (2) Schulgesetz Land Sachsen-Anhalt (SchulG LSA) verbindlich und soll lt. Anlage 1 Runderlass des Ministeriums für Bildung vom 01.07.2016 (GSAufnRdErl.) bis spätestens 15.07. des Jahres vor der Einschulung stattfinden. Dazu erhalten die Grundschulen entsprechend ihres Schuleinzugsbezirkes die erforderlichen Einwohnermeldedaten und melden die zu untersuchenden Kinder an das Gesundheitsamt des Landkreises. Über die erfolgte Untersuchung und das Ergebnis soll die aufnehmende Grundschule mithilfe eines Formblattes (Anlage 2 GSAufnRdErl.) bis zum 01.08. des Jahres vor der Einschulung informiert werden. Ziel ist es, bei Auffälligkeiten einen Therapie- bzw. Förderplan für das Kind zu erstellen. Eine besondere Herausforderung besteht u.a. darin: - dass der Bildungsauftrag bei der KITA
liegt, diese jedoch über Therapie- bzw. Förderbedarfe des Kindes nicht automatisch informiert werden kann,
Am Rande: Unter https://verbraucherschutz.sachsen- anhalt.de erfolgt eine regelmäßige Gesundheitsberichterstattung des Landes auch auf regionaler Ebene. Der Landkreis Harz soll hier zukünftig auch mit entsprechenden Meldungen abrufbar sein.
weil dafür keine gesetzliche Grundlage vorliegt. Zwecks Abstimmung ihres Bildungsplanes und zur optimalen Ergänzung der individuellen Förderung wären Informationen hierzu jedoch hilfreich. Allerdings werden die Eltern über sämtliche Feststellungen informiert. Die Kita kann bei fehlender Informations- lage nur auf eigene Beobachtungen und freiwillige Informationen der Eltern zurückgreifen.
Es besteht ein geringer Anteil an
Kindern, die nicht zur Schuleingangs- untersuchung
vorgestellt wurden. Das Gesundheitsamt
schätzt auf 1-2 Prozent.
Kinder mit Einschränkungen in der Grobmotorik7 Grobmotorik umfasst hierbei die Bewegungsfunktionen des Körpers, welche der Gesamtbewegung dienen (z.B. Laufen, Springen, Hüpfen…) Im Landesdurchschnitt lagen bei 3,1 Prozent der untersuchten Kinder grobmotorische Defizite vor.8
Davon haben 38 Prozent eine Empfehlung
zur Ergotherapie erhalten.
Kinder mit Einschränkungen in der Feinmotorik Feinmotorik bezeichnet die Koordination kleiner, präziser Bewegungsabläufe mit Händen, Fingern, Mund und Gesichts- muskeln (Mimik). Bei der Schuleingangsuntersuchung (SEU) wird besonders auf die Feinmotorik der Hand beim Zeichnen im Zusammenspiel mit der visuellen Wahrnehmung geachtet. Davon haben 31 Prozent eine Empfehlung
zur Ergotherapie erhalten.
Sachsen-Anhalt
Defizite in der Feinmotorik weisen auf mögliche Entwicklungsverzögerungen und mögliche spätere Probleme beim Lernen und bei der Aufgabenerledigung in der Schule hin.9
9 Quelle: Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-
Anhalt: Dokumentation der Schuleingangsunter- suchungen der Kinder- und Jugendärztlichen Dienste der Gesundheitsämter
Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Anzahl der untersuchten Kinder 1527 1671 1631 1521 1504 1545
Anteil der Kinder mit grobmotorischen Defiziten 8 % 8 % 11 % 14 % 13 % 14 %
14 Prozent der
Landes- durchschnitt
= 3,1 Prozent
Anzahl der untersuchten Kinder 1527 1671 1631 1521 1504 1545
Anteil der Kinder mit feinmotorischen Defiziten 10 % 11 % 11 % 21 % 20 % 19 %
19 Prozent der
Landes- durchschnitt
= 11,5 Prozent
9
Der Anteil der untersuchten Kinder, die sowohl in der Grob- und/oder in der Feinmotorik beeinträchtigt sind, belief sich im Untersuchungsjahr 2017 auf 23,3 Prozent. 35 Prozent der untersuchten Kinder mit Störungen in der Grob- und/oder Feinmotorik leben mit einem alleinerziehenden Elternteil zusammen.
Kinder mit Übergewicht10 Damit ist der Anteil der übergewichtigen Kinder im Landkreis Harz verglichen mit dem Landesdurchschnitt doppelt so hoch. Übergewicht hat nicht nur negative Auswirkungen auf fast alle Organsysteme, sondern auch eine soziale und seelische Komponente. Wenn Kinder durch ihr Körpergewicht an der Teilnahme von sportlichen oder anderen altersgemäßen Aktivitäten behindert sind, können daraus psychosoziale Probleme erwachsen. Ursachen für Übergewicht liegen sowohl in der Ernährung, als auch im Bewegungsmangel. In erster Linie benötigen die Eltern hierbei eine vielfältige Unterstützung. Es gilt, die Eltern über Beratung, Aufklärung, Begleitung und Einbeziehung in aktive Programme zu befähigen, für ihr Kind gesundheitsfördernde Bedingungen zu schaffen.
10
Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Landes
Sachsen-Anhalt und eigene Erhebungen
Die 2. Komponente stellt in diesem Zu- sammenhang die Kita selbst dar. Sie sollte bewegungsfreundlich eingerichtet sein und vielfältige Angebote für körperliche Aktivitäten vorhalten.
40 Prozent der Kinder mit
Defiziten in der Grob- und/oder
Feinmotorik sind übergewichtig.
Anteil der Kinder mit Übergewicht und/oder Adipositas 10 % 12 % 9 %
Landes- durchschnitt
= 4,4 Prozent
Altersgruppe 0- 6 Jahre sind in Sportvereinen
organisiert.
10
Kinder mit Sprachauffälligkeiten Ein einheitliches Verfahren zur Feststellung des Sprachstandes bei Kindern existiert für das Land Sachsen-Anhalt nicht. Dennoch hängen Sprache und Bildung eng miteinander zusammen- die Beherrschung der deutschen Sprache ist eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und für vollumfängliche Teilhabe am gesell- schaftlichen Leben. Sonach sollte Sprachförderung bereits frühzeitig ansetzen und meint nicht die im pädagogischen Alltag integrierte Sprach- förderung (Sprache als Bildungsbereich in: Bildung elementar: Bildung von Anfang an!).11 Am Bundesprogramm „Sprach-Kitas“, das in seiner 2. Förderwelle vom 01.01.2017 bis 31.12.2020 läuft, beteiligen sich 20 Kitas des Landkreises. Voraussetzung hierfür ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Kindern mit besonderem sprachlichem Förderbedarf.
Die Sprachförderung wird lt. Angaben der Einrichtungen sowohl durch eigenes pädagogisches Personal (40 Prozent) als durch externe Anbieter (60 Prozent) umgesetzt.12
11
Literaturhinweis: Sprachstandsfeststellung und
Sprachförderung im Kindergarten sowie beim Übergang in die Schule. Expertise im Auftrag des Deutschen Jugendinstituts 12
Quelle: eigene Erhebungen, hier: Befragung der
Kitas in 2017
13
Anhalt: Dokumentation der Schuleingangs- untersuchungen der Kinder- und Jugendärztlichen Dienste der Gesundheitsämter
31,5 Prozent der untersuchten
11
Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten Zeigen sich bei einem Kind durchgehende Muster von Unaufmerksamkeit, Überaktivität und Impulsivität, hat es schwere oder häufige Wutausbrüche, stiehlt es, lügt es häufig oder hat es sonstige Störungen im Sozialverhalten, ist der Schulerfolg nicht nur des betroffenen Kindes gefährdet; diese Verhaltens- auffälligkeiten wirken auch in die soziale Gruppe der Klasse nach. Provokationen, Mobbing, Vandalismus und schulverweigerndes Verhalten können die Folgen sein.
Kinder mit besonderem Förderbedarf Von den in 2017 in der Schuleingangsunter- suchung untersuchten Kindern waren/sind 4,3 Prozent in einer ambulanten Therapie, 2,3 Prozent befanden sich in einer inte- grativen Frühförderung.
Die Zahngesundheit im Landkreis Harz Die Zahngesundheit der Kinder und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt hat sich in den letzten 10 Jahren kontinuierlich verbessert. Dieser Trend ist auch im Landkreis Harz zu erkennen. Der dmf- t- bzw. DMF-T- Wert gilt als Maßzahl für das Kariesvorkommen (Kariesprävalenz) und wird bei kariesepidemiologischen Erhebungen verwendet.
Ein sonderpädagogisches Feststellungs- verfahren wurde bei 6,4 Prozent der untersuchten Kinder empfohlen.
Er entspricht der Summe der kariösen (d = decayed), aufgrund von Karies extrahierten (m= missing) und gefüllten (f=filled) Zähne pro Kind. Dabei bezeichnen die Kleinbuchstaben die Milchzähne (t = teeth) und die Großbuch- staben die bleibenden Zähne (T). Der dmf-t-Mittelwert der 6-bis 7- Jährigen Grundschüler im Landkreis Harz hat sich von 2,9 im Jahr 2007/2008 auf 2,4 im Schuljahr 2016/2017 verbessert.
11 Prozent der untersuchten
Ein dmf - t -Wert von 2,4 bedeutet, dass durchschnittlich bei jedem Schüler 2,4 Milchzähne Karies aufweisen, mit einer Füllung versehen sind oder bereits entfernt werden mussten. Die Verbesserung entspricht dem Landestrend. Sie ist unter anderem auf die intensive zahnärztliche Betreuung der Kinder und Jugendlichen nach § 21 SGB V zurückzuführen, die eine engmaschige zahnärztliche Untersuchung, Elternbenach- richtigungen und Gruppenprophylaxe- Maßnahmen durch den öffentlichen Gesundheitsdienst im Rahmen der jährlichen Untersuchungen in Kinder- tagesstätten und Schulen beinhaltet. Trotz der positiven Gesamtentwicklung stagniert der Kariesrückgang der 6- bis 7- Jährigen im Landkreis Harz seit dem Schuljahr 2014/2015. Die Behandlungsbedürftigkeit liegt konstant zwischen 38 Prozent und 39 Prozent. Auch im Landesvergleich ist eine Stagnation erkennbar. Die Behandlungsbedürftigkeit bleibt hier seit dem Schuljahr 2013/2014 bei rund 37 Prozent.
14
Damit ist das Gesundheitsziel der BRD bis zum Jahr 2020, 80 Prozent Kariesfreiheit bei den 6- bis 7-Jährigen zu erreichen, noch weit entfernt. Die Ursache für die Stagnation der Zahngesundheit ist wahrscheinlich, dass sich die Karies auf einen relativ kleinen Teil der 6/7-Jährigen mit sehr starkem Kariesbefall konzentriert („Polarisation der Karies“). Diese Kinder kommen meist aus sozial schwachen Familien, die für individual- und gruppenprophylaktische Maßnahmen oft schwer zugänglich sind. Das bedeutet für den Zahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes, dass die präventiven Maßnahmen für diese Schüler verstärkt werden müssen. Hier kann die korrigierende Wirkung der Intensiv- prophylaxe entscheidende Impulse setzen. Kariesrisikokinder werden durch spezielle Programme (Fluoridierungsmaßnahmen) intensiv prophylaktisch betreut. Das wird schon in einigen „Schwer- punktschulen“ praktiziert. So findet die Intensivbetreuung zurzeit in vier Förderschulen, acht Grundschulen und zwei Sekundarschulen statt.
14
1,5
1,75
2
2,25
2,5
2,75
3
3,25
2007 / 2008 2008 / 2009 2009 / 2010 2010 / 2011 2011 / 2012 2012 / 2013 2013 / 2014 2014 / 2015 2015 / 2016 2016 / 2017
dmf-t-Mittelwert der 6-bis 7- jährigen Grundschüler LK Harz Grundschüler
LSA
13
z
14
Im Fokus: Der Übergang von der Kita in die Grundschule Theoretisch verankert sind die An- forderungen an die Gestaltung des Übergangs für die Fachkräfte in den Kitas im Bildungsprogramm „Bildung: elementar- Bildung von Anfang an“ unter der Leitlinie 6. Die gesetzlichen Anforderungen an die Schulen zur Übergangsgestaltung werden im Abschnitt 5 des Grundschulaufnahme- Runderlasses (GSAufnRdErl.) fest- geschrieben. Einer in 2017 durchgeführten Befragung an KITAs und Grundschulen im Landkreis Harz zufolge hat der überwiegende Teil der an der Befragung teilgenommenen KITAs die Gestaltung dieses Übergangs explizit in ihr Konzept aufgenommen. Dabei stehen die Beteiligten vor folgenden Herausforderungen:
Die Bildungsaufträge und Zuordnung der Einrichtungen resultieren aus verschiedenen gesetzlichen Zu- ständigkeiten und sind unterschied- lichen Ministerien zugeordnet.
Die Kinder einer KITA wechseln in viele verschiedene Grundschulen.
Kooperationsvereinbarungen liegen für größere Verbünde weniger vor.
Kooperationsvereinbarungen sind nicht in jedem Fall verschriftlicht.
Der Übergang von der KITA in den Hort verlangt insbesondere bei Trägerwechsel ebenfalls besonderes Augenmerk.
Die Erwartungen der Beteiligten an die vorschulische Übergangsphase sind sehr verschieden.
Die Zahl der Kinder mit Einschränkungen ist nicht unerheblich.
Ressourcen sind beschränkt. Im Arbeitskreis „Übergang KITA-Grund- schule“ wurden im Ergebnis der 1. Bildungs- konferenz 2017 die Themen - Begrifflichkeit der „Vorschule“ - Zuständigkeiten am Übergang - Transparenz und Elternarbeit diskutiert. Eine Handreichung soll dabei helfen, Eltern in der Phase des Übergangs die wichtigsten und verbindlichen Schritte, Ereignisse, Termine sowie Ansprechpartner zu über- geben. Die Veröffentlichung ist für das 4. Quartal 2018 vorgesehen. Zur Vorbereitung der Erarbeitung von Mindeststandards für die Übergangs- gestaltung erfolgten im Arbeitskreis Überlegungen bezüglich der Frage:
15
Vorschlag für Leitziele aus den Reihen des Arbeitskreises „Übergang Kita-Grundschule“
Ein Übergang von der Kita in die Grundschule ist insbesondere gelungen, wenn…
…dem Kind die Schule zum Schulbeginn vertraut ist
…das Kind verlässliche Partner hat
Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es unter anderem folgender Überlegungen:
ein qualifiziertes Lehrer-/Erzieher- team mit verbindlicher Kooperation
gemeinsame Abstimmung auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Kindes
Interkulturelle Projekte zwischen Kita und Grundschule
ein stabiles Umfeld
Kita, Eltern und Grundschule begleiten das Kind als gleich- berechtigte Partner
Verabredung von Standards - zur Umsetzung des Bildungs-
programmes - zur Erstvorstellung in der Grund-
schule - zur Ausgestaltung des letzten
KITA-jahres - zur Dokumentation des Ent-
wicklungsstandes
Finanzierungsmöglichkeiten für die Einschulungsmaterialien
Landkreis jedes Kind…
Erfahrung
erlebt.
eine KITA
Feststellung der Lernausgangslage Die Phase des Übergangs beginnt mit der Aufforderung an die Erziehungsbe- rechtigten, ihr Kind zum Besuch der Grundschule anzumelden. Die Grundschulen sind ab diesem Zeitpunkt angehalten, den Entwicklungsstand der künftigen Schüler festzustellen, da die individuellen Lernvoraussetzungen und Lernbedürfnisse der Schüler bei der Vorbereitung des Anfangsunterrichts zu berücksichtigen sind. Die Feststellung des jeweiligen Entwicklungsstandes hat bis zum 15.10. des Jahres vor der Einschulung zu erfolgen. Die Schule soll sich so differenziert wie möglich innerhalb eines längeren Zeitraums über mehrere Stufen und in verschiedenen Formen über die vorschulische Bildung, die kognitive und körperliche Entwicklung, die Persönlichkeit und die psychosoziale Ausgangssituation jedes einzelnen Kindes informieren, um davon ausgehend die Arbeit im Anfangsunterricht planen zu können. Die Feststellung des Entwicklungstands der Kinder ist im unmittelbaren Zusammenhang mit der Planung der Schuleingangsphase zu sehen. Am Ende des Feststellungsverfahrens sollte die Schule über Informationen verfügen, die sie in die Lage versetzen, den Unterricht in der Schuleingangsphase den individuellen Lernvoraussetzungen und Lernbedürfnissen des einzelnen Kindes entsprechend zu planen, zu organisieren und durch- zuführen.15
15
der zukünftigen Schüler während des Schulaufnahmeverfahrens als eine Grundlage für die Arbeit in der flexiblen Schuleingangsphase, Bek. des MK vom 20.02.2007
Hierbei gilt es, jedes zukünftige Schul- kind individuell zu begutachten. Es gibt Unterschiede in der Art und Weise sowie der Form der Feststellung des jeweiligen Entwicklungsstandes Dieser Prozess ist auf Landkreisebene
nicht abgestimmt und wird sehr
unterschiedlich gestaltet
Wie auskömmlich
17
So kann es gehen Das Modellprojekt „Übergänge gestalten“ vom Kindergarten zur Grundschule wurde in seiner Gesamtheit erstmalig in Zusammenarbeit mit der Grundschule „Aue- Fallstein“ und der Kindertagesstätte „Hollerbusch“ in Hessen umgesetzt. Im Schuljahr 2016/2017 sprachen die Schulsozialarbeiterin der Grundschule, angestellt bei der Gemeinnützigen Paritätischen Sozialwerke – PSW GmbH, und die Netzwerkstelle Schulerfolg mit 18 Vorschulkindern an vier Vormittagen über ihre Ansichten, Fragen und Gefühle hinsichtlich der Schule und des baldigen Schulanfangs. Ein Elternabend zum Thema „Wie können Eltern ihre Kinder beim Schulübergang unterstützen?“ wurde von 22 Eltern der Vorschulkinder wahrgenommen. In Ergänzung zu den im Kindergarten stattgefundenen Vormittagen wurden im darauffolgenden Schuljahr mit den zwei ersten Lerngruppen, die jeweils aus 23 neuen Schulanfängern bestanden, zwei aufbauende Projektvormittage durchgeführt. Die Grundschüler tauschten sich in den Stundeneinheiten darüber aus, wie sie Freundschaften aufbauen, wie ihnen ihr erstes Schuljahr gefallen hat und wie sie sich selbst für das Lernen in der Schule bestärken können. Parallel dazu wurde das Modellprojekt mit den nächsten Vorschulkindern der KITA und einem Elternabend an der Grundschule fortgesetzt.
2017 wurde eine weitere Kooperation mit der Grundschule „Dr. Wilhelm Schmidt“ Wegeleben mit Außenstelle Harsleben aufgebaut. Mit Engagement der Schulsozialarbeiterin der Grundschule, angestellt beim AWO Kreisverband Harz e.V., konnten Projektvormittage für die Vorschulkinder an den Kindertagesstätten „Bodespatzen“ in Wegeleben und „Knirpsenkiste“ in Harsleben realisiert werden. Im Besonderen wurde an der Grundschule ein neueres Angebot der Netzwerkstelle, die „Schülerpatenausbildung in der Grundschule“, in beiden zweiten Lern- gruppen umgesetzt. Mit der Schülerpatenausbildung bereiteten sich die Grundschüler spezifisch auf die Ankunft der Schulanfänger vor. Auch an dieser Grundschule wird das Projekt im Schuljahr 2018/2019 in den ersten Lerngruppen fortgeführt und an den Kindergärten neu gestartet.
„Das war
Personelle Ausstattung
Der Bedarf an pädagogischem Fach- personal in der Kindertagesbetreuung steigt jährlich. Gründe dafür sind zum einen ein verbesserter Personalschlüssel und zum anderen veränderte Rahmenbedingungen.
16 Sind das auch unsere Fragen?
16
Hierbei kritisch zu beobachten ist jedoch die Altersstruktur des Betreuungspersonals. Etwa 25 Prozent des pädagogischen Personals ist älter als 55 Jahre. Ein altersbedingtes Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben ist absehbar. Ein Fachkräftemangel könnte sich auch hier künftig abzeichnen.
0 50
u n
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2 0
2 0
Betreuung auch die
Anhalt
Im Fokus: Die schulische Bildung Die Einschulung
Gemäß § 37 Abs. 1 SchulG LSA werden grundsätzlich alle Kinder, die bis zum 30. Juni das 6. Lebensjahr vollenden, mit Beginn des folgenden Schuljahres schulpflichtig ( regulär eingeschulte Kinder). Kinder, die bis zum 30. Juni das fünfte Lebensjahr vollenden, können auf Antrag der Erziehungsberechtigten mit Beginn des Schuljahres in die Schule aufgenommen werden, wenn sie die für den Schulbesuch erforderlichen körperlichen und geistigen Voraussetzungen besitzen und in ihrem sozialen Verhalten ausreichend entwickelt sind (früh eingeschulte Kinder).
Im Einzelfall kann für schulpflichtige Kinder, die körperlich, geistig, seelisch oder in ihrem sozialen Verhalten nicht genügend entwickelt sind, die Aufnahme in die Schule durch die Schulbehörde im Einvernehmen mit den Erziehungsberechtigten um ein Jahr verschoben werden. (spät eingeschulte Kinder).
Der Anteil der vorzeitigen Einschulungen ist in der abgebildeten Zeitreihe deutlich zurückgegangen.…

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