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Frohe Weihnachten 2013 Advent / Weihna ... Frohe Weihnachten 2013 Das Redaktionsteam und der Öffentlichkeitsausschuss wünschen allen Pfarrangehörigen ein gesegnetes Weihnachtsfest

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  • Advent / Weihnachten 2013Frohe Weihnachten

  • Das Redaktionsteam und der Öffentlichkeitsausschuss wünschen allen Pfarrangehörigen

    ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute zum neuen Jahr!

    Advent Es treibt der Wind im Winterwalde

    die Flockenherde wie ein Hirt und manche Tanne ahnt wie balde sie fromm und lichterheilig wird.

    Und lauscht hinaus: den weißen Wegen streckt sie die Zweige hin - bereit

    und wehrt dem Wind und wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit.

    (Rainer Maria Rilke)

  • Liebe Mitchristen, nun feiern wir also bald Weihnachten. Vermutlich kommen uns an vielen Or - ten und im Radio schon jetzt die Weihnachtslieder entgegen. Seit vielen Wo- chen bereiten wir unser Weihnachtsfest vor und ge- stalten die Zeit irgendwie besonders. – Dieses Vorwort habe ich Mitte Oktober 2013 geschrieben. Das ist schon ein paar Wochen her, wenn Sie es lesen.

    Zu dieser Zeit waren die Nachrichten unter anderem voll davon, dass vor Lampe- dusa immer wieder Flücht- linge umkommen. Auf der Flucht vor Gewalt und Per- spektivlosigkeit. Mit der Hoffnung auf ein besseres Leben, auf Heimat.

    Auch die Sternsingeraktion 2014 nimmt besonders Fa- milien und Kinder in den Blick, die in Flüchtlingsla- gern leben. Die Lebensge- fahr eingehen, weil sie an getrieben werden von der Hoffnung auf Heimat und Zukunft.

    Ich denke an Maria und Josef, die auf dem Weg zur

    Volkszählung eine Unter- kunft suchen. Eine hoch- schwangere Frau auf einem Esel. Ein Mann an ihrer Sei - te. Und an jeder Tür: „Nein, hier ist kein Platz.“ In der Herberge war kein Platz für sie (Lk 2,7). – Weihnachten ist ein Fest, das am Rande stattfindet. Jesus wurde in einer Krippe geboren. Fernab von jeder gesell- schaftlichen Aufmerksam- keit. Fernab von allen. Auch die Weihnachtserzählung ist eine Erzählung von Hei- matsuche und Ar mut. – Ge- rade uns Christinnen und Christen sollte die ser Ge- danke am Herzen liegen. Gerade wir sollten uns um die kümmern, die unsere Hilfe benötigen.

    Ich finde es nicht schlecht, dass wir unsere Advents- und Weihnachtszeit gestal- ten. All die Waffeln, Bratäp- fel und schönen Lieder. All die Abende, an denen wir uns treffen. Warum denn auch nicht? – Aber die Weih nachtsbotschaft fängt an anderer Stelle an und will uns wachrütteln: Öff- net die Türen, den Men- schen, die Hilfe brauchen. – Verliert die nicht aus dem

    Blick, die keine Heimat haben. – Denkt an die, die grade auf der Flucht sind. – Und wo es geht: Setzt Euch für sie ein. Öffnet ihnen die Türen und die Herzen. Wenn wir so handeln, wird die Botschaft Gottes ganz konkret und bleibt keine Theorie. In unserem Han- deln wird Gottes Liebe in der Welt sichtbar und er- kennbar. Und genau das feiern wir doch an Weihnachten: Dass Gottes Liebe in Jesus für uns Menschen sichtbar wird. In diesem Sinne wünsche ich, auch im Namen des Seelsorgeteams, uns allen eine gute Adventszeit und ein gutes und erfülltes Weihnachtsfest 2013.

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    Vorwort von Jens Hagemann

  • Weit über hundert Jahre zurück, in einer Zeit, in der man noch nicht mit Euro und Cent, sondern mit Gul- den und Kreuzern bezahlte, führt uns die 1848 gebo- rene Tony Schumacher. Sie erzählt davon, wie man in ihrer Jugend Weihnachten feierte.

    Endlich war er da, der er- sehnte erste Advent. Wie herrlich war es, wenn an diesem ersten der vier Sonntage vor Weihnachten Mutter am Abend mit schö- nen weißen Papierbögen hereinkam, diese mit einem langen Papiermesser in Streifen schnitt und sagte: „Kinder, jetzt werden die Wunschzettel geschrieben!” Jedes von uns bekam einen Bleistift, und nun ging es los, das Besinnen, das eif- rige Schreiben, bis das Pa- pier kaum reichen wollte und wir ganz rote Köpfe hatten. Was hatten wir für Wünsche! Wünsche der un- sagbarsten Art, von “Für einen Sechser Bärendreck (Süßholzsaft)” bis zu einem Hund oder Geißbock oder gar zu einem Brüderchen oder Schwesterchen. Und während man seine Phan-

    tasie walten ließ, war’s schon fast so, als besäße man bereits alle diese Dinge; so leuchtend und greifbar standen sie vor einem. Wenn Mutter die Zettel einsammelte und durchlas und lachend da und dort durch die verwe- gensten Sachen einen Strich machte und sagte: „Wie könnt ihr dem Christ- kind zumuten, so was Schweres, Großes oder gar Zappelndes zu tragen”, so waren wir’s auch zufrieden. War’s ja doch schön gewe- sen, sich überhaupt derarti- ges auszudenken. Bei Mutter wussten wir unsere Wunschzettel in besten Händen, denn dass sie und das Christkind in enger Ver- bindung standen, war unser fester Glaube. Wie hätte sie denn auch sonst so oft und ernst sagen können: „Wenn du so bist, so betrübst du das liebe Christkind.” Oder aber lustig: „Ich weiß etwas vom Christkind - na Kinder, ihr könnt euch freuen; aber ich darf nichts verraten!”

    Und wie wurde dieses Freuen gesteigert! Nach jedem Ausgang, den sie machte, lag ein Stückchen

    Goldpapier auf dem Boden, das wohl das Christkind verloren hatte, oder wir be- kamen ein kleines Bonbon aus “der Tüte des Christ- kinds” - oder aber, das war das Wunderbarste, was ge- schehen konnte, es scholl aus der Tiefe ihrer schwar- zen Ledertaschen heraus plötzlich ein kleiner Trom- petenstoß oder ein Harmo- nikaton, der sofort wieder verstummte und einfach nicht mehr zu erwecken war.�Das schönste in diesen Wochen bleib aber das ge- heimnisvolle Arbeiten dür- fen für andere. O, diese Abende voll Überlegens und Besprechens, voll Geheim- nistuerei, was die Eltern anbelangte und wieder un ter einander!

    Mutter hatte etwas Präch- tiges ersonnen! Damit wir ja unsere kleinen Geheim- nisse gut hüten konnten, wurden im Wohnzimmer vermittelst einer spanischen Wand und verschiedener Ofenschirme kleine Kojen gemacht. Hier durften wir, gesichert vor neugierigen Blicken, basteln und arbei- ten. Freilich nicht immer ging’s friedlich zu, wenn

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    „Wie meine Mutter Weihnachten feierte“

    Tony Schumacher

  • begehrliche Hände herü- bergriffen nach dem Leim, dem Radiergummi oder der Schere. Aber die Haupt - sache: man konnte die Über raschungen für die El- tern hier in Muße ausarbei- ten. Man brauchte aber auch Ruhe und Ungestört- heit; denn es war feste Regel, dass kein Geschenk mehr kosten dürfte als drei Kreuzer und dass es etwas Selbstgefertigtes sein musste.

    Da galt�s, seinen ganzen Verstand und sein Können zusammenzunehmen; aber es entstanden auch die wunderbarsten Kunstwerke: kleine geklebte Schächtel- chen mit der Inschrift „aus Liebe” darauf; ein aus einem Bilderbogen ausge- schnittener Reiter, der einen Bleistift als Lanze und eine Stopfnadel als Säbel hatte; rührende Steckna- delkisschen, mit aus Wolle gehäkelten Spitzchen da - rum; gestrickte Läppchen, mit welchen Vater sein Ra- siermesser abputzen sollte, und aus Perlen eingefasste Ringe.

    Beneidenswert prachtvoll schien auch die Arbeit einer meiner Schwes tern. Sie hatte sich eine Locke abge- schnitten und diese unter ein von Papier ausgeschnit- tenes Netz geklebt. Zog

    man diese in die Höhe, so wurde die blon de Locke sichtbar, was wir nie genug bewundern konnten, und außen herum hatte sie noch kleine Blümchen von buntem Papier aufgeklebt. Ob wohl je in irgendeiner Werkstätte der Welt mit so viel Hingebung und Glück im Herzen gearbeitet wurde wie hier?

    Und dicht dabei, nur über eine Wand hinüber, saßen die Eltern. Vater las die Zeitung, Mutter hinwie- derum tat auch etwas, was wir unsererseits nicht sehen durften - sie machte neue Kleidchen für unsere Pup- pen. Das ahnten wir, und gespannt lausch- ten wir auf das Rascheln der Schere und auf das Knistern der Seide.

    Zum Entzücken aber war es, wenn plötzlich über dem Rand der spanischen Wand blitzartig ein Puppen- köpfchen er- schien, von dem wir zu un- serem Jammer aber kaum die Umrisse erkennen konnten. Oder, wenn auf ein- mal drüben solch ein Puppenkind sich vergaß und einen quiekenden Ton

    von sich gab oder gar „Papa - Mama” sagte. Ge- heimnisse, Geheimnisse ...

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  • Als ich fünf Jahre alt war, hatte ich einen großen Kummer. Ich weiß kaum, ob ich seitdem einen größeren gehabt habe. Das war, als meine Großmutter starb. Bis dahin hatte sie jeden Tag auf dem Ecksofa geses- sen und Märchen erzählt. Ich weiß es nicht anders, als dass Großmutter da saß und erzählte, vom Morgen bis zum Abend, und wir Kinder saßen still neben ihr und hörten zu. Das war ein herrliches Leben. Es gab keine Kinder, denen es so gut ging wie uns.�Ich erin- nere mich an nicht sehr viel

    von meiner Großmutter. Ich erinnere mich, dass sie schönes, kreideweißes Haar hatte und dass sie sehr ge- bückt ging und dass sie immer da saß und an einem Strumpfe strickte.

    Dann erinnere ich mich auch, dass sie, wenn sie ein Märchen erzählt hatte, ihre Hand auf meinen Kopf zu legen pflegte, und dann sagte sie: „Und das alles ist so wahr, wie dass ich dich sehe und du mich siehst.” Ich erinnere mich auch, dass sie schöne Lieder sin- gen konnte; aber das tat sie nicht alle Tage. Eines dieser Lieder handelte von einem Ritter und einer Meerjung- frau und es hatte den Kehr- reim: „Es weht so kalt, es weht so kalt, wohl über die weite See.” Dann entsinne ich mich eines kleinen Ge- bets, dass sie mich lehrte und eines Psalmverses.�Von allen den Geschichten, die sie mir erzählte, habe ich nur eine schwache, unklare Erinnerung. Nur an eine einzige von ihnen erinnere ich mich so gut, dass ich sie erzählen könnte. Es ist eine kleine Geschichte von Jesu Geburt.�Seht, das ist bei-

    nahe alles, was ich noch von meiner Großmutter weiß, außer dem, woran ich mich am besten erinnere, n

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