Letzte Lebenszeichen - .eigenen Einsatz bis hin zum Tod etwas Gutes f¼r ihr Land zu tun. Auch diese

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  • Aus ber 1 000 Einsendungen haben wir eine Auswahl von Feld post -brie fen getroffen, um sie in den Letzten Lebensz eichen in ihrer Ei -gen heit und zugleich in ihr er Vielfalt zu versammeln. Diese Wahl istuns nicht immer leicht gefallen. D enn zu jedem dieser B riefe gehrteine Lebensgeschichte und schlielich der schmer zliche Verlust einesgeliebten Menschen. Wir wnschen uns, dass heutige G enerationendieses Drama nicht wiederholen werden.

    Olav Teichert und Brigitte Rathmann

    Im vorletzten Kriegsjahr haben sich die Lehrerin und der Haupt feld -webel kennen gelernt in einem Kino in Hohensalza. Ein halbes Jahrspter, im Januar 1945, ist die Hochzeit von Adele und Karl-Wil helmNeitzke. Schon zehn Tage danach muss der Haupt feld we bel wieder andie Front, wo er in den Wirren des Krieges von einem versprengtenTruppenverband zum nchsten geschickt wir d. Ver zwei felt schreibtder frisch Vermhlte dennoch ber zw ei Monate hinweg Briefe anseine Frau, ohne jemals eine Antwor t von ihr zu erhalten. Denn siebefindet sich inzwischen auf der Flucht und gert in Ge fangenschaft.Als sie endlich die letzten, sehnschtigen Worte ihres Ehe mannes inden Hnden halten kann, ist dieser lngst v ermisst gemeldet. AdeleNeitzke hat ihren Ehemann nach der Hoch zeit nie wieder gesehen.

    Wie die Feldpostbriefe dieses Soldaten erzhlt jeder Brief, jede Karteund jeder Gru in den Letzten Lebenszeichen ber die Schicksalevon Shnen, Mnnern und Vtern fern der Heimat und von den tie-fen Verbindungen der Menschen zueinander.

    Volksbund Deutsche

    Kriegsgrberfrsorge e. V.

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    Briefe aus dem Krieg

    LetzteLebenszeichen

  • LetzteLebenszeichen

    Briefe aus dem Krieg

    Band17-Inhalt_NEU:Band17-Inhalt 11.10.10 11:29 Seite 1

  • Inhalt

    Band17-Inhalt_NEU:Band17-Inhalt 11.10.10 11:29 Seite 2

  • Briefe aus dem Krieg 3

    Vorwort

    Reinhard Fhrer 9

    Letzte Lebenszeichen

    ALeo Anderka Wenn doch schon ein Ende wre 14

    Paul dApolonia Wer wei, wie alles noch kommt 15

    BArtur Bumle Da war aber die Hlle los 22

    Josef Beck Du wirst neugierig sein, wie es bei uns zugeht 28

    Franz Blaha Ohne Nachricht von Euch 31

    Hans-Joachim Breitenbach ... keine Ritterkreuze, nur Splitter ins Kreuze 34

    Rolf Bruns Ich sitze hier in einem Erdloch meines Geistes 41

    Erich Bruschke Ich bin gesund und munter 45

    Otto Buchholz Die einzige Beruhigung, die man hat 48

    CJrgen Fritz Johann Campsen So, mein Lieb, ich muss schlieen 52

    Band17-Inhalt_NEU:Band17-Inhalt 11.10.10 11:29 Seite 3

  • DHeinz Drmaier Zum Muttertag ... 56

    EJosef Einig Wovor ich Euch bewahren mchte 60

    Joseph Ernstberger Dann wird alles sein, als ob nichts gewesen wre 63

    GWilli Gley Was ich Euch noch sagen mchte 66

    Georg Grfe ... vielleicht halten wir ihn doch auf 70

    Hermann Grimrath Ich werde ganz fest an Dich denken 72

    Stefan Gruber Jeden Tag bekomme ich eine grere Wut 74

    Andreas Gner Lasse mich doch nicht so lange war ten 76

    HAugust Willy Hagel Nimm Dir nur einen guten Vater fr unsere Kinder 80

    Werner Hast Ich selbst will Dir Lebe-Wohl sagen 89

    Max Helgert Ich mache mir die grten Sorgen um Euch 91

    Martin Hildebrandt Es ist allerhand los hier 95

    4 Letzte Lebenszeichen

    Band17-Inhalt_NEU:Band17-Inhalt 11.10.10 11:29 Seite 4

  • JGnther Jokisch Wenn ich Dich nicht htte, liebe Ma 98

    Adolf Jonderko ... dann hau ihm so den Hintern voll ... 101

    KJakob Kimmel Schicke Dir hier einige Zigarren 106

    Wendelin Kliche Wir vermissen ihn auch heute noch. 108

    Herbert Kloos Ja, es soll wohl nicht anders sein 110

    Helmut Krner Du Sorge beugst das Herz mir nicht 112

    Klaus Kuhlow Hoffentlich bleibt Euch das erspart 114

    Heinrich Kullick ... so bin ich noch der einzige berlebende ... 116

    MPhilipp Maul Ich wurde gleich operiert 122

    Georg Mglitz Lebt wohl, Euer Georg 125

    Hans Mller ... trotzdem habe ich das Gefhl, dass ich durchkomme 131

    NWerner Arthur Nass ... an ein unerbittliches Schicksal glauben 136

    Karl-Wilhelm Neitzke Hoffentlich bekommst Du diesen Brief 139

    Erich Neumann Du weit, der Mensch muss Glck haben 145

    Max Neumann Ich will nicht, dass sie um mich weinen 147

    August Meinhard Nissen Mir sa das Herz im Halse 151

    Briefe aus dem Krieg 5

    Band17-Inhalt_NEU:Band17-Inhalt 11.10.10 11:29 Seite 5

  • OHerbert und Friedrich Oetjen ... denn wir wissen ja noch nicht , was wird 156

    PErnst Posselt Wenn man nur heil hier herauskommt 160

    RJoachim Rhland ... immer noch ohne Post von Dir 164

    SHans-Eberhard Schattkowsky ... ohne Nazis besser 172

    Konstantin von Schaubert Drauen tobt der Krieg 175

    Robert Schlsser Ich bin ganz nrrisch vor Glck 178

    Hans und Heribert Schmidt Die Wunde ist sonst nicht gefhrlich 182

    Franz Schnberg ... denke, dass wir es schaffen werden 190

    Gerhard Schulze Ein Einschlag nach dem anderen 191

    Otto Setzpfand ... eigentlich habe ich noch gar nicht gelebt 193

    Bernhard Sperer Macht Euch nur keine zu groen Sorgen 196

    Jakob Stcker ... dann ist man von aller Qual erlst 198

    TKarl-Heinz Trogisch Du sollst Dir keine dummen Gedanken machen 202

    6 Letzte Lebenszeichen

    Band17-Inhalt_NEU:Band17-Inhalt 11.10.10 11:29 Seite 6

  • UJosef Ullrich Essen reichlich und gut 210

    WFriedrich Wache ... denn ich habe groen Appetit nach Kuchen 216

    Waldemar Wichmann Nur Zigaretten und Sumpfwasser hatten wir 220

    Armin Franz Wittich Der heutige Heldengedenktag mahnt 222

    Helmut und Herbert Worm Nicht unser, sondern Dein Wille geschehe 230

    Anhang

    Alphabetisches Verzeichnis der Frderer 235

    Bisher in unserer Volksbund-Buchreihe erschienen 236

    Impressum 240

    Briefe aus dem Krieg 7

    Anmerkung der Redaktion:Die Zeitzeugenberichte in diesem Buch haben wir

    der aktuellen Rechtschreibung angeglichen. Die teilweise ungengende Bildqualitt bitten wir zu entschuldigen.

    Band17-Inhalt_NEU:Band17-Inhalt 11.10.10 11:29 Seite 7

  • 8 Letzte Lebenszeichen

    Vorwort

    Band17-Inhalt_NEU:Band17-Inhalt 11.10.10 11:29 Seite 8

  • Briefe aus dem Krieg 9

    REINHARD FHRERPrsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgrberfrsorge e. V.

    So verschieden und doch alle gleich kostbar:Feldpostbriefe aus dem Zweiten Weltkrieg

    Herzliebste Elisa und Kinder! [...] I ch will gernenoch das Zehnfache aushalten, wenn nur uns beidenwieder einmal die S onne scheint. Und wenn es an -ders kommen sollte, bewahre ein gutes Andenken anmich. Gib unseren Kindern an meiner S telle ei nenKuss und Du bekommst im G eiste einen von mir.Mit vielen Gren, Dein Josef

    Dies sind die Zeilen eines Soldaten, der wei, dass erwomglich bald sterben wir d. Seine letzten Gedan -ken, gefasst mit dem kleinsten Stummel eines Blei stif -tes auf dnnem Feldpostpapier, gelten seinen Lieben.Heute ist dieser B rief ein Z eitdokument, das denNach geborenen aus erster H and von Kummer undElend des Krieges berichtet.

    So wie Josef Beck aus Rannungen sandten viele S oldaten des Zweiten Weltkriegesihre letzten Worte in Form eines Feldpostbriefes in die ferne Heimat. Und so wie Jo -sef Beck, der am 13. Juli 1941 in Weirussland fiel, kehrten viele dieser Briefe schrei -ber nie zurck. Manche haben bis heute kein wrdiges Grab.

    Viele dieser Geschichten, von denen uns die F eldpostbriefe als letzte Lebenszeichenberichten, haben wir dank der Hilfe unserer Frderer nun zu einem Zeitzeugenbuchzu sammenstellen knnen. Diese Sammlung von letzten Briefen an die Lieben daheimerffnet nicht nur einen Blick auf den Soldatenalltag an der Front, sondern auch aufdas Leben der Mtter, Ehefrauen und Kinder.

    Viele Millionen Feldpostsendungen gingen im Zweiten Weltkrieg zwischen Heimatund Front hin und her . Und doch ist jeder einz elne Brief unendlich wertvoll undberaus wichtig. Sie sind so verschieden wie ihre Verfasser. Besonders kostbar sind sie

    Reinhard Fhrer, Prsident desVolksbundes DeutscheKriegsgrberfrsorge e. V.

    Band17-Inhalt_NEU:Band17-Inhalt 11.10.10 11:29 Seite 9

  • 10 Letzte Lebenszeichen

    durch ihre Unmittelbarkeit. Selbstverstndlich werden viele Briefe voller Absicht sogeschrieben, wie man sich ihr e Wirkung zuhause erhofft. Vor allem das Grauen desallgegenwrtigen Ttens bleibt vielfach ausgespart. Denn will man die Familie da heimnoch zustzlich belasten? Oft gibt es motivierende Worte. Die Gedanken der Solda -ten gelten den Angehrigen, die sich doch bitte keine Sorgen machen sollen: Es gingedoch schon wieder, die Verletzung sei eigentlich ganz harmlos, und immer seien siebis jetzt ganz gut durchgekommen, warum auch nicht weiterhin!

    Viele Verfasser erzhlen in aller N aivitt ber den Kampf mit Lusen, die B e wl ti -gung ungeheurer Marschstrecken, versuchen das Leben in B unkern und Zelten zube schreiben, geben Auskunft ber den eigenen krperlichen Z ustand, die Er schp -fung, die Verwundungen. Daneben scheinen in den Briefen nicht selten die kleinenAlltagssorgen auf.

    Da geht es um mangelhafte oder fehlende Verpflegung, fr einige auch um Tabakund vor allem aber um den Heimaturlaub. Das mag banal klingen. Fr die Menschenim Krieg war es das nicht. D enn allein der B rief ist schon wichtig, ist er doch einkostbares Lebenszeichen fr die Angehrigen zuhause. Sorgen und Kum mer verblas-sen zumindest zeitweise, wenn der Ehemann, der Verlobte, der Sohn oder der Brudersich wieder einmal gemeldet hat.

    Doch aus manchen B riefen spricht das G efhl von Ausweglosigkeit und To des ah -nung. Einige Briefe werden wie Vermchtnisse oder Testamente verfasst. ZwischenDreck und Schlamm, in Todesnot im