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  • Projekt Landschaftsarchitektur III, SS 2009 TUM | Fakultt fr Architektur | Institut Entwerfen Stadt und LandschaftLehrstuhl fr Landschaftsarchitektur und ffentlichen Raum, Prof. R. Keller

    Wasteland

    LAO

  • WastelandProjekt Landschaftsarchitektur III, SS 2009 TUM | Fakultt fr Architektur | Institut Entwerfen Stadt und LandschaftLehrstuhl fr Landschaftsarchitektur und ffentlichen Raum, Prof. R. Keller

  • Inhalt

    Vorwort 6 Prof. Regine Keller

    Analyse

    01 Gesellschaft und Mll

    01.1 Mllstudie Friederike Meyer-Roscher 10 01.2 Mlldiskurs Manfred Heitkmper 12 01.3 Geschichte des Mlls Stefanie Zeller 14

    02 Wege des Mlls

    02.1 Mllkreislauf oder Einbahnstrae? Friederike Meyer-Roscher 18

    02.2 Mlltourismus Friederike Meyer-Roscher 20

    03 Deponietechnik Friederike Meyer-Roscher 24

    04 Referenzbeispiele Ulrike Rahnen 28

    05 Mnchner Norden Friederike Meyer-Roscher, Stefanie Zeller 36

    Projekte

    01 Wasteland Andrea Behnke, Patrizia Scheid 44

    02 Wasteland Manfred Heitkmper 48

    03 Wasteland Friederike Meyer-Roscher 52

    04 Wasteland Ulrike Rahnen 56

    05 Wasteland Stefanie Zeller 60

    Anmerkungen 64Literaturverzeichnis 69Abbildungsverzeichnis 70

    Impressum 72

  • 6

    Vorwort

    Einleitung

    Thema Infrastrukturen, verstanden als Raumkategorie, produzieren an ihren Grenzen bzw. im Schatten ihrer eigenen Raumkonfiguration akzidentelle Rume. Es ist eine Art Second-Hand-Stadt, die neben Autobahnen, Bahnlinien, Hochstraen, Pipelines, Industrieflchen und Halden entsteht urbaner Raum, der nicht eindeutig definiert und schon gar nicht geplant ist. Dort, wo Autostellflchen, Mllpltze, Abstellrume entste-hen, verschwendet sich Stadt in ungezhltem Ma. Dieser Abfall erhlt selten einen eigenen Namen oder eine Adresse: Unter Brcken. An der Autobahn. An der Klranla-ge. Auf der Halde. Ortsbeschreibungen, die berall zutreffen und unspezifischer nicht sein knnten.Die Betrachtung dieser Rume im Rahmen einer Projektarbeit kann nicht nur zum Ziel haben, eine Kosmetik fr diese Unorte zu finden, sondern muss vielmehr die Potenti-ale dieser Freirume als ffentliche Rume entwickeln die in Folge ihrer Eigenartigkeit auch eigene sthetische Ausdrucksformen mit sich bringen. Generieren Infrastrukturen spezifische Landschaften und Rume mit eigenem Raumcharakter, die es erlauben Infrastrukturen als Raumkategorie zu fassen? Welche Rnder bilden Infrastrukturen aus und wie verhalten sich diese zu ihrer Umgebung? Wie werden Infrastrukturrnder rumlich ausgeformt?

    Aufgabe Die im Thema angesprochenen Aspekte und Fragestellungen begleiten die Projekt- und Bachelorarbeit als theoretischer Leitfaden. Es sollen in der Arbeit Wege gefunden werden, die besprochenen Raumphnomene genauer zu fassen und darauf aufbauend entwerferisch landschaftsarchitektonisch am Beispiel des Frttmaninger Mllberges zu definieren.Die Situation der drei Haldenbauwerke im Mnchener Norden ist wie viele ihrer Art - mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Prozess der Mllagerung und somit

  • 7

    die Ausformung des Haldenvolumens noch nicht abgeschlossen ist. Daher ist es, wie oben beschrieben, nicht nur eine kosmetische Korrektur, hier besteht die Mglichkeit im bertragenen Sinne des Wortes Landschaft zu entwerfen.

    Ergebnis Die vorliegende Broschre fasst die ersten Ergebnisse zu dieser Betrachtung zusammen. Die Arbeiten befassen sich alle mit dem gleichen Ort, die Herangehens-weisen der VerfasserInnen waren jedoch hchst unterschiedlich. Vom Selbstversuch, das eigene Verhalten der Mllproduktion betreffend, bis zum knstlerisch skulpturalen Ansatz, vom feuilletonistischen Artikel bis zum energetischen Krafthgel sind hier viele originelle Lsungsanstze gegeben. Die hier vorgestellten Gedanken und Entwrfe bilden den Anfang fr einen neuen, reflexiven Umgang mit unseren bestehenden urba-nen Infrastrukturen. Fr die Landschaftsarchitektur bedeutet dies ein neues, bisher nur wenig begangenes Handlungsfeld.

    Regine Keller, Januar 2010

  • Analyse

  • 10

    Mllstudie | Gesellschaft und MllFriederike Meyer-Roscher

    01.1

  • 11

    Jeder produziert Mll, jeden Tag. Wenn man nun Mll im Hinblick auf Mengen und Dimensionen analysieren will, muss man bei sich selbst anfangen. Meist nimmt man gar nicht wahr, wie viel Mll man ber einen gewissen Zeitraum produziert. Ich habe daher zu Beginn meiner Arbeit ein kleines Experiment gestartet. Ich habe meinen Mll ber einen Monat lang jeden Tag fotografiert. Was dabei herausgekommen ist, kann man hier sehen: jede Menge Mll. Ich war erstaunt darber, wie viel eine einzige Person in so kurzer Zeit produziert. Und da man seine Abfalleimer fast jeden zweiten Tag in die groen Mlltonnen leert, und der Mll jeden Monat von der Mllabfuhr abgeholt wird, ist einem nicht bewusst, wie viel man selbst zu diesem Mll-Produktionsprozess beisteuert. Jedes Produkt, das man im Supermarkt kauft, ist verpackt; wen wundert es, dass die Wert- und Verbundstoffe, die man im so genannten Gelben Sack sammelt, den grten Anteil am Abfall ausmachen. Zwei Scke in einem Monat von einem Ein-Personen-Haushalt. Was bedeutet dieses Ergebnis hochgerechnet auf die ca. 40 000 Einwohner Freisings? Aber Wertstoffe lassen sich ja recyceln, so dass der Mll wieder verwertet werden kann. Alles kein Problem also, oder doch? Kann ein Stck Plastik beliebig oft recycelt werden? Steht Mll in einem Kreislauf oder ist es eine Einbahnstrae? Und was passiert mit dem Mll, der nicht mehr wiederverwertet werden kann? Ich trenne meinen Mll nach Wertstoff, Biomll, Papier, Restmll, Altglas bzw. Pfandflaschen und Sondermll, wie beispielsweise Batterien. Das macht sechs verschiedene Abfallbehlter. Da bin ich doch schon ziemlich umweltfreundlich, im Verhltnis zu Menschen in anderen Lndern, die ihren Mll in einen einzigen Abfalleimer werfen, oder?

  • 12

    Mlldiskurs | Gesellschaft und MllManfred Heitkmper

    01.2

    Das Thema Mll rckte Anfang der 70er Jahre zum ersten Mal in den Fokus der breiten ffent-lichkeit und der Massenmedien. Im Zuge einer gesetzlichen Neuordnung des Umweltschutzes entfachte eine Diskussion ber privaten Hausmll, der nunmehr ob der neuen Gesetzeslage ein ffentliches Problem darstellte. Das Wirtschaftswunder der 60er Jahre hatte zu einer starken Vernderung der allgemeinen Le-bensgewohnheiten hin zu einer komsumorientierten Gesellschaft gefhrt. Gleichzeitig gab es aber keine Vernderung in den Strukturen der Mllentsorgung. Als Reaktion darauf entstand ein vllig neues Politikfeld im Bereich des Umweltschutzes. 1972 wurde das Abfallbeseitigungsgesetz (AbfG) verabschiedet, welches aber keine nennens-werte Entlastung im Hinblick auf die produzierten Mllmengen brachte. Erst 1975 reagierte die Bundesregierung mit ihrem Abfallwirtschaftsprogramm (AbfWP), unter anderem unter dem Druck der groen lkrise, und versuchte durch regulative Eingriffe im Feld der Abfallvermeidung und Recycling anzusetzen. Dies wurde im Jahre 1986 auch endlich in einen Gesetzestext transferiert, das AbfG wurde berarbeitet und der Vermeidungsgedanke gewann im ffentlichen Diskurs die Oberhand gegen Anstze, dem Mllproblem mit immer weiterfhrender Entsorgungstechnik zu begegnen. Anfang der 90er Jahre drngte jedoch die Thematisierung der drohenden Klimakatastrophe derart stark in den Vordergrund, dass die Mllproblematik in ihrem Stellenwert weit in den Hintergrund gedrngt wurde. Mittlerweile war auch die Mllverbrennungstechnik so weit fortgeschritten, dass es keine Engpsse bei den Entsorgungskapazitten gab und die Deponierung von Mll auf einen Tiefstand gesunken war. In Deutschland mag das Thema vielleicht nicht mehr ein dominierendes Thema in der ffentli-chen Debatte sein. Das Bundesministerium fr Umweltschutz und der Einzug der Partei Bndnis 90 - Die Grnen in den Bundestag sorgten in den folgenden Jahren bis heute fr eine stndige Weiterentwicklung auf dem Gebiet der gesetzlichen Regulation zur Mllvermeidung, so dass Deutschland in seinem Umgang mit der Mllproblematik durchaus eine Vorreiterrolle im weltwei-ten Vergleich einnimmt.

  • 13

    Abb. 3: Versunkenes Dorf von Timm Ulrichs

  • Geschichte des Mlls | Gesellschaft und MllStefanie Zeller

    01.3

    Das Aufkommen von Mll durch Industrialisierung Seit es Menschen gibt, gibt es auch berreste von Gebrauchsgegenstnden oder Essen, die nicht mehr bentigt werden. Doch abgesehen von den Resten des menschlichen Konsums, gibt der Begriff Mll auch ein Verhltnis des Menschen zu seinen Besitztmern wider. Das Wort leitete sich zunchst vom Mull ab, was nhrstoffreichen Torf beschreibt, also noch nichts Nega-tives bedeutet. Mll wird dann Ende des 19. Jahrhunderts als Begriff fr Unrat verwendet, was dann zu etwas Negativem im Sinne von etwas Unbrauchbarem, briggebliebenem und Nutzlosem wird. Auch der Begriff des Abfalls erfhrt im 19. Jh. einen Wandel vom angefallenen Rest des beim Hand-werk verarbeiteten Materials, hin zu einem lstigen berbleibsel, fr das keine Weiterverwendung gefunden werden kann und dessen Entsorgung problembehaftet ist. Dieser Begriffs- und Wertewandel hngt mit der Industrialisierung zusammen. Zwar gab es schon in vorindustrieller Zeit Abfall, dieser war aber von den aus Naturstoffen hergestellten Gtern und somit verwertbar oder abbaubar.1 Grere Mengen Hausmll oder durch Produktion entstandener Mll waren demnach nicht vorhanden. Essensreste wurden beispielsweise weiter verfttert oder wurden lange Zeit auf die Straen geworfen. Jeder Haushalt war fr die Reinhaltung der Straen verantwortlich, aber

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