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Univ.-Prof. W. Bigenzahn P P PPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPP P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P PPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPP P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P SERIE SAMSTAG, 5. APRIL 2008 3 SERIE 2 Sozialme- diziner Univ.- Prof. Dr. Michael Kunze Foto: privat Hepatitis stoppen! Nicht einmal die Hälfte der ÖsterreicherInnen ist gegen Hepatitis A bzw. B geimpft. Dies bedeutet, dass zu weni- ge über das Risiko ausrei- chend informiert sind. Dabei ist die Bedrohung real. Hepa- titis A zählt zu den zweithäu- figsten schweren Reiseer- krankungen und wird über Schmierinfektion übertra- gen, etwa durch verunreinig- te Lebensmittel oder Wasser. Hohe Ansteckungsgefahr be- steht z. B. bei Fernreisen (Af- rika, Mittel- und Südamerika, Ostasien) sowie in Osteuropa und den Mittelmeerländern. Aber auch in Österreich ist eine Ansteckung möglich. Hepatitis B ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Laut WHO leben in Österreich et- wa 42.000 Virusträger. Jähr- lich infizieren sich tausend bis 1500 Menschen neu. Die An- steckung dieser Erkran- kungsform erfolgt durch ge- meinsames Benützen von Ge- genständen (Zahnbürste, Handtücher usw.), Küssen und Geschlechtsverkehr. Zu- verlässigen Schutz bietet nur die Impfung. So werden auch mögliche Spätfolgen wie Le- berzirrhose und Leberkrebs verhindert. Gegen Hepatitis A sind zwei Impfungen im Abstand von 6 bis 12 Monaten nötig. Die Kombinationsimpfung gegen A/B erfolgt in drei Teil- impfungen. Wer einmal grundimmunisiert ist, hat lange Zeit Ruhe. Denn der Impfschutz gegen Hepatitis A hält mindestens 10 Jahre, je- ner gegen Hepatitis B durch- schnittlich 10 Jahre. Zwischen 1. April und 31. Mai wird im Rahmen einer Aktion öster- reichweit der Impfstoff ver- günstigt in Apotheken abge- geben. plantate haben erstmals die Chirurgie von Innenohr- schwerhörigkeiten ermöglicht. Selbst nach einer beidseitigen Rasante Entwicklung in der Chirurgie tumorbedingten Entfernung des Hörnervs ist dank soge- nannter Hirnstammimplantate eine Rehabilitation der Hörfä- higkeit möglich!“ Lesen Sie nächste Woche über das weitverbreitete – und unterschätzte – Symptom Hei- serkeit. Dies muss nicht, wie oft angenommen, bloß eine Ursache von Erkältungen sein, sondern es kann sich um ein Alarmsignal für Stimmstörun- gen handeln. Informationen auch auf der Homepage der Österr. Gesell- schaft für Hals-Nasen und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie: www.hno.at Karin Podolak sund zu erhalten und Stö- rungen so schnell wie mög- lich abklären zu lassen. In unserer neuen Serie wollen wir Sie nun in den kom- menden Wochen umfassend darüber informieren. Was alles zu diesem Be- reich dazu gehört, liest sich wie ein umfangreiches me- dizinisches Lehrbuch: Äu- ßeres, mittleres und inneres die Speicheldrüsen, die Schilddrüse, der Gesichts- nerv (Nervus facialis) sowie die übrigen Hirnnerven im Bereich des Kopfes und Halses. Außerdem die Sin- nesfunktionen Gehör, Gleichgewicht, Geruch und Geschmack. Zuständig ist der HNO- Facharzt. Seine Ausbildung umfasst vier Jahre im Was macht der Hals-Nasen-Ohren- Arzt? Unsere neue Serie informiert. Wie bitte? Mit Hörproble- men sofort zum Facharzt! Es gibt gute Therapien. Dass wir über Außen-, Mittel- und Innenohr hören, über Nase und Mund atmen, sprechen, schmecken kön- nen, ist wohl jedem bewusst. Doch der HNO-Trakt hat au- ßerdem noch eine andere wichtige Funktion: Als erste Eintrittspforte von Krank- heitserregern in den Körper muss er Keime, Schadstoffe, usw. abwehren, bzw. so schnell wie möglich wieder loswerden. Dies ist unter an- derem nur möglich, wenn das Immunsystem der Schleim- häute intakt ist. Es hat also eine maßgebliche Bedeutung, Hals, Nase und Ohren ge- Fotos: Waldhäusl, Fotolia, privat Ohr. Nase und Nasenne- benhöhlen, Mundhöhle, Ra- chen einschließlich Gau- men- und Rachenmandeln sowie der Kehlkopf samt Stimmbändern. Luftröhre, Speiseröhre, das Lymph- abflussgebiet des Halses, Hauptfach, zwei Jahre in den Pflichtfächern Chirur- gie, Kinderheilkunde, in- terne Medizin sowie ein Jahr in einem oder mehre- ren benachbarten Fächern. Schon aus der Vielfältig- keit des Einsatzgebietes er- gibt sich, dass die Patienten in allen Altersgruppen vertreten sind: Vom Säugling im Wo- chenbett (Hörscreeningunter- suchung) bis hin zum alten Menschen mit Funktionsstö- rungen. „Im Lauf der Entwicklung kommt dem HNO-Arzt eine wichtige Aufgabe in der Beur- teilung des kindlichen Gehörs, der Sprachentwicklung und Erkrankungen im lymphati- schen System (z.B. Mandeln, „Polypen“) und der Ohren zu“, so Univ.-Prof. DDr. Wolfgang Bigenzahn, Leiter der Klini- schen Abteilung Phoniatrie- Logopädie an der Universitäts- klinik für Hals-Nasen-Ohren- krankheiten im Wiener AKH. Das Zusatzfach Phoniatrie beschäftigt sich mit Diagnos- „Phoniatrie“ als Spezialgebiet tik und Behandlung von Stimm-, Sprech,- Sprach- und Schluckstörungen sowie kind- lichen Hörstörungen. Von den 560 Hals-Nasen-Ohren-Ärzten in Österreich sind etwa 35 als Phoniater an klinischen Abtei- lungen, HNO-Abteilungen in Krankenhäusern und in Ordi- nationen tätig. Zu den Aufga- ben der HNO-Ärzte gehören aber nicht nur Prävention und Diagnostik, es müssen oft auch operative Maßnahmen durchgeführt werden. In den vergangenen Jahren gab es diesbezüglich rasante Entwicklungen. Prof. Bigen- zahn: „Durch die Laserchirur- gie etwa kann man auch bei Krebs zunehmend organerhal- tend operieren. Moderne Im- Der HNO- Trakt ist ein äußerst kom- plexes Sys- tem. Die ein- zelnen Berei- che stehen miteinander in Verbin- dung. Atmen , hören , sprechen ... ANZEIGE

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Univ.-Prof. W. Bigenzahn

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S E R I E SAMSTAG, 5. APRIL 2008 3S E R I E2

Sozialme-

diziner

Univ.-

Prof. Dr.

Michael

Kunze

Foto:privat

Hepatitisstoppen!Nicht einmal die Hälfte der

ÖsterreicherInnen ist gegenHepatitis A bzw. B geimpft.Dies bedeutet, dass zu weni-ge über das Risiko ausrei-chend informiert sind. Dabeiist die Bedrohung real. Hepa-titis A zählt zu den zweithäu-figsten schweren Reiseer-krankungen und wird überSchmierinfektion übertra-gen, etwa durch verunreinig-te Lebensmittel oderWasser.HoheAnsteckungsgefahrbe-steht z. B. bei Fernreisen (Af-rika,Mittel- und Südamerika,Ostasien) sowie in Osteuropaund den Mittelmeerländern.Aber auch in Österreich isteineAnsteckungmöglich.Hepatitis B ist ebenfalls

nicht zu unterschätzen. LautWHO leben in Österreich et-wa 42.000 Virusträger. Jähr-lich infizierensich tausendbis1500 Menschen neu. Die An-steckung dieser Erkran-kungsform erfolgt durch ge-meinsamesBenützenvonGe-genständen (Zahnbürste,Handtücher usw.), Küssenund Geschlechtsverkehr. Zu-verlässigen Schutz bietet nurdie Impfung. Sowerden auchmögliche Spätfolgen wie Le-berzirrhose und Leberkrebsverhindert.Gegen Hepatitis A sind

zwei Impfungen im Abstandvon 6 bis 12 Monaten nötig.Die KombinationsimpfunggegenA/B erfolgt in drei Teil-impfungen. Wer einmalgrundimmunisiert ist, hatlange Zeit Ruhe. Denn derImpfschutzgegenHepatitisAhält mindestens 10 Jahre, je-ner gegen Hepatitis B durch-schnittlich10 Jahre. Zwischen1. April und 31. Mai wird imRahmen einer Aktion öster-reichweit der Impfstoff ver-günstigt in Apotheken abge-geben.

plantate haben erstmals dieChirurgie von Innenohr-schwerhörigkeiten ermöglicht.Selbst nach einer beidseitigen

Rasante Entwicklungin der Chirurgie

tumorbedingten Entfernungdes Hörnervs ist dank soge-nannter Hirnstammimplantateeine Rehabilitation der Hörfä-higkeit möglich!“

Lesen Sie nächste Wocheüber das weitverbreitete – undunterschätzte – Symptom Hei-serkeit. Dies muss nicht, wieoft angenommen, bloß eineUrsache von Erkältungen sein,sondern es kann sich um einAlarmsignal für Stimmstörun-gen handeln.

Informationen auch auf derHomepage der Österr. Gesell-schaft für Hals-Nasen undOhrenheilkunde, Kopf- undHalschirurgie: www.hno.at

Karin Podolak

sund zu erhalten und Stö-rungen so schnell wie mög-lich abklären zu lassen. Inunserer neuen Serie wollenwir Sie nun in den kom-menden Wochen umfassenddarüber informieren.

Was alles zu diesem Be-reich dazu gehört, liest sichwie ein umfangreiches me-dizinisches Lehrbuch: Äu-ßeres, mittleres und inneres

die Speicheldrüsen, dieSchilddrüse, der Gesichts-nerv (Nervus facialis) sowiedie übrigen Hirnnerven imBereich des Kopfes undHalses. Außerdem die Sin-nesfunktionen Gehör,Gleichgewicht, Geruch undGeschmack.

Zuständig ist der HNO-Facharzt. Seine Ausbildungumfasst vier Jahre im

Wasmacht der

Hals-Nasen-Ohren-

Arzt? Unsere neue

Serie informiert.

Wie bitte?MitHörproble-men sofortzum Facharzt!Es gibt guteTherapien.

Dass wir über Außen-,Mittel- und Innenohr hören,über Nase und Mund atmen,sprechen, schmecken kön-nen, ist wohl jedem bewusst.Doch der HNO-Trakt hat au-ßerdem noch eine anderewichtige Funktion: Als ersteEintrittspforte von Krank-heitserregern in den Körpermuss er Keime, Schadstoffe,usw. abwehren, bzw. soschnell wie möglich wiederloswerden. Dies ist unter an-derem nur möglich, wenn dasImmunsystem der Schleim-häute intakt ist. Es hat alsoeine maßgebliche Bedeutung,Hals, Nase und Ohren ge-

Fotos:Waldhäusl,Fotolia,privat

Ohr. Nase und Nasenne-benhöhlen, Mundhöhle, Ra-chen einschließlich Gau-men- und Rachenmandelnsowie der Kehlkopf samtStimmbändern. Luftröhre,Speiseröhre, das Lymph-abflussgebiet des Halses,

Hauptfach, zwei Jahre inden Pflichtfächern Chirur-gie, Kinderheilkunde, in-terne Medizin sowie einJahr in einem oder mehre-ren benachbarten Fächern.

Schon aus der Vielfältig-keit des Einsatzgebietes er-

gibt sich, dass die Patienten inallen Altersgruppen vertretensind: Vom Säugling im Wo-chenbett (Hörscreeningunter-suchung) bis hin zum altenMenschen mit Funktionsstö-rungen.

„Im Lauf der Entwicklungkommt dem HNO-Arzt einewichtige Aufgabe in der Beur-teilung des kindlichen Gehörs,der Sprachentwicklung undErkrankungen im lymphati-schen System (z.B. Mandeln,„Polypen“) und der Ohren zu“,so Univ.-Prof. DDr. WolfgangBigenzahn, Leiter der Klini-

schen Abteilung Phoniatrie-Logopädie an der Universitäts-klinik für Hals-Nasen-Ohren-krankheiten im Wiener AKH.

Das Zusatzfach Phoniatriebeschäftigt sich mit Diagnos-

„Phoniatrie“ alsSpezialgebiet

tik und Behandlung vonStimm-, Sprech,- Sprach- undSchluckstörungen sowie kind-lichen Hörstörungen. Von den560 Hals-Nasen-Ohren-Ärztenin Österreich sind etwa 35 alsPhoniater an klinischen Abtei-lungen, HNO-Abteilungen inKrankenhäusern und in Ordi-nationen tätig. Zu den Aufga-ben der HNO-Ärzte gehörenaber nicht nur Prävention undDiagnostik, es müssen oftauch operative Maßnahmendurchgeführt werden.

In den vergangenen Jahrengab es diesbezüglich rasanteEntwicklungen. Prof. Bigen-zahn: „Durch die Laserchirur-gie etwa kann man auch beiKrebs zunehmend organerhal-tend operieren. Moderne Im-

Der HNO-Trakt ist einäußerst kom-plexes Sys-tem. Die ein-zelnen Berei-che stehenmiteinanderin Verbin-dung.

Atmen,hören,sprechen . . .

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S E R I E20 SAMSTAG, 12. APRIL 2008 21

AlarmsignalHeiserkeitenten Heiserkeit als Be-gleiterscheinung von Er-kältungen. Aber auchStimmstörungen, Poly-pen, Lähmung oder Tu-moren können die Aus-löser sein. Heiserkeit,die länger als drei Wo-chen dauert, gehört da-her immer vom HNO-Arzt abgeklärt.

Ab dem 50. Lebens-jahr sollten regelmäßige

Kehlkopfkrebs durchden Einsatz des chirur-gischen Lasers heilbar“,so Univ.-Prof. DDr.Wolfgang Bigenzahn,Leiter der KlinischenAbteilung Phoniatrie-Logopädie der Universi-tätsklinik für Hals-Na-sen-Ohrenkrankheitenam Wiener AKH. DieseEingriffe werden mitt-lerweile unter größtmög-

Stimmstörungen,

Polypen, ja sogar

Tumoren können

dahinter stecken

Am lästigsten ist esim Theater. Räuspernund Hüsteln währendder Vorstellung störtnicht nur die anderenBesucher, es bringt denBetroffen oft auch sel-ber in arge Bedrängnis.Kloßgefühl, Trocken-heit und Brennen imHals stören das Wohl-befinden und hindernam Sprechen.

Meist ausgelöst durchViren kennen viele Pati-

Fotos:Tomschi,Waldhäusl,Bigenzahn

Besteht Heiserkeit länger als dreiWochen, Facharzt aufsuchen!

Vorsorgeuntersuchungendurchgeführt werden,besonders bei Rauchern.„Im Frühstadium ist

licher Schonung durch-geführt, sodass die Stim-me weitgehend erhaltenbleibt. „Selbst, wenn ei-

ne Radikaloperation notwen-dig ist, stehen mit der Implan-tation von Stimmprothesenstimmverbessernde Maßnah-men zur Verfügung.“

Fortschritte in der Phono-chirurgie (stimmverbesserndeChirurgie) brachten neue Er-kenntnisse zur Struktur undSchwingungsfähigkeit derStimmlippen („Stimmbän-der“) sowie die Entwicklung

Freizeit zustande, können aberauch emotionale oder organi-sche Ursachen haben. Prof.Bigenzahn: „Die häufigste Ur-sache von kindlicher Heiser-keit sind Stimmlippenknöt-chen, nach ihrer Entstehung„Schreiknötchen“ genannt.Zur Operation wird eher nichtgeraten, es geht darum, dasSchrei- und Sprechverhaltender Kinder positiv zu beein-

Häufiges Schreien kann die Stimme überlasten

flussen. Gezielte logo-pädische Stimmthera-pie ist oft hilfreich.“

Auch Alterungspro-zesse können Stimm-störungen bedingen.Hormonumstellung et-wa führt zu Veränder-ungen im Kehlkopf.Auch die gesamte kör-perliche und seelischeVerfassung spielt eineRolle. Nicht immer

Beidseitige Stimmlippenknötchen

neuer Instrumente und Tech-niken im Rahmen der Mikro-chirurgie (unter zu Hilfenah-me von Operationsmikrosko-pen). Sogar die Funktionsver-besserung bei gelähmterStimmlippe ist damit möglichgeworden.

Stimmstörungen (Dysphoni-en) sind weit verbreitet undkommen meist durch Überbe-anspruchung in Beruf und

muss hier behandelt werden.Grunderkrankungen wie Wir-belsäulenschäden und Muskel-verspannungen im Schulter-und Nackenbereich sollte manabklären lassen, sie könnenebenfalls Stimmstörungenauslösen.

Lesen Sie nächste Woche,mit welchen Maßnahmen mandie Stimme gesund erhält.

Karin Podolak

Zusammenbruch – dem obenangesprochenen Burnout-Syndrom . . .Leben Sie also Stress, neh-

men Sie sich dann aber dieZeit, um vollständig zu rege-nerieren. Das kann man zumBeispiel im Kurhotel Pira-warth (NÖ) erlernen, wo spe-zielle Programme dafür ent-wickelt wurden. Wie die Pira-fit-Kraftkur und die Pirafit-Auszeitkur.

StressohneStress . . .Blut. Ein Sprinter etwabraucht das für seineLeistung. Dann abermuss er sich erholen.Und dafür sorgt derParasympathikus, derEntspannung zulässt,Ruhe und Schlafschenkt.

Diese Erholungs-phase muss für einevollständige Stressre-aktion garantiert sein.Man sammelt neueKräfte und fühlt sichgut. Ist die Stressreak-tion jedoch unvoll-ständig, bleibt man inAnspannung, belastetweiter Herz und Kreis-

Dem Burnout

vorbeugen – wie man

richtig reagiert

Stress ist nicht nur negativ.Allerdings müssen wir richtigdamit umgehen lernen – an-dernfalls droht das gefürchte-te Burnout-Syndrom mit tota-ler Erschöpfung und Depres-sionen. Dr. Regina Hochmair,auf psychosomatische Medi-zin spezialisierte Allgemein-medizinerin beschreibt, wiemanvorbeugt.Um gesund zu bleiben,

müssen wir Stress vollständigbewältigen. Medizinisch ge-sehen reagiert unser Körperauf Stress zunächst sehr ge-sund. Der ganze Organismuswird aktiviert. Dabei spielt dasunbewussteNervensystemdieentscheidende Rolle – Sympa-thikus und Parasympathikus

Stress ist grundsätzlich positiv –wichtig ist aber die Regeneration

Foto:KurhotelPirawarth

(auch Vagus genannt). Diesebeiden Gegenspieler habenklar definierte Wirkungen.Beispiel: Der Sympathikustreibt uns an, lässt das Herzschneller schlagen und ver-sorgt die Muskeln besser mit

lauf, im Grunde sogar denganzen Organismus. Diedrohenden Folgen sind be-kannt: Herzinfarkt, Stoff-wechselleiden, Schmerzen,Suchtverhalten, Schlafstö-rungen bis hin zum völligen ANZEIGE

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Präsidentin W. Moldaschl

G E S U N D8 S E R I E SAMSTAG, 26. APRIL 2008 9

logischen Auslösern zählen au-ßerdem Morbus Parkinson,Schädel-Hirntraumata oderNeuropathien. Andere Ursa-chen sind Erkrankungen deram Schluckakt beteiligten Or-gane wie etwa Tumoren, bzw.die Folgezustände nach derenBehandlung.

Prof. Denk-Linnert: „Nurnach sorgfältigem Ausschlussorganischer Krankheiten dür-fen psychogene Ursachen fürSchluckstörungen in Betracht

Störungen bei der

Nahrungsaufnahme

können vielfältige

Ursachen haben

Essen und trinken sind fürdie meisten von uns nicht nurwichtig zur Nahrungsaufnah-me, sondern haben auch einensozialen Charakter: Wir treffeneinander imRestaurant,kochen zuzweit, feiernFamilienfestebei Kuchenund Kaffee. Man kann sichalso vorstellen, wie herabge-setzt die Lebensqualität einesPatienten mit Schluckstörun-gen (Dysphagien) ist. Ganz zuschweigen vom gesundheit-

gezogen werden. Beispielswei-se bezeichnet eine Phagophobiedie Angst vor dem ,Verschlu-cken‘ (Einatmen von Nahrungoder Speichel, (Aspiration ge-nannt).“ So ein herzhafter Biss ist für Schluckgestörte nichtmöglich

analysieren. Dafür ist eineRöntgen- Videokinematogra-phie, ein Film des Schluckak-tes, unverzichtbar. auch MRT,Szintigraphie oder Endosko-piekönnenAufschlussgeben.

Die Therapie richtet sichnach der Ursache. Oft ist ein„maßgeschneidertes “ Funk-tionstraining nach ärztlicherAnordnung durch Logopädenerforderlich. Manchmal kannman aber schon durch Hal-tungsänderung beim Schlu-cken, durch diätische Maß-nahmen oder der Verwendungvon Ess- und Trinkhilfen Er-leichterung verschaffen. Inschweren Fällen gibt es chi-rurgische Behandlungsmög-lichkeiten.

Nächste Woche: bösartigeHNO-Erkrankungen

KarinPodolak

lichen Ausmaß der Störung.„Das Symptom Dysphagie

bezeichnet eine Störung derAufnahme und des geregeltenTransportes der Nahrung vomMund in den Magen“, erklärtUniv.–Prof. Dr. Doris-MariaDenk-Linnert von der HNO-Klinik, Abteilung Phoniatrie-LogopädieamAKHinWien.

Der Vorgang läuft so ab: Inder Kauphase wird die Nah-rung im Mund aufgenommen,zerkleinert, mit Speichel ver-mischt und der schluckfertigeBissen auf der Zunge platziert.Dieser gelangt nach Auslösungdes Schluckreflexes in den Ra-chen (Pharynx) und in die Spei-seröhre (Ösophagus).

Die häufigste Ursache fürStörungen dieses Ablaufes istder Schlaganfall. Zu den neuro-

Neben tatsächlichen Be-schwerden beim Essen, könnenauch unklare Hinweise auf eineSchluckstörung hindeuten: Ge-wichtsabnahme, häufiges un-klares Fieber, verstärkte Ver-schleimung, vermehrter Husten(in der Folge auch Bronchitis),

Veränderungen der Stimme,vermehrtes Aufstoßen undSodbrennen.

Für die Abklärung ist derHNO-Arzt/Phoniater zustän-dig. Er wird eine Basisunter-suchung einschließlich Spie-gelung (Endoskopie) von Ra-

chen und Kehlkopfdurchführen undden gesamtenSchluckweg gegebe-nenfalls mit Hilfeanderer Fachärzte –Radiologe, Internist,Gastroenterologe –

Zahlreiche Muskeln und NervenBeim Schlucken müssen 50 Muskelfunktio-

nen, fünf Hirnnervenpaare und vier Zervikal-nerven (im Nacken) durch das Zentralnerven-system koordiniert werden. Für die Steuerungdieses komplizierten Vorgangs sind Schluck-zentren im Hirnstamm zuständig. Wir schlu-cken täglich ungefähr 580 bis 2000Mal!

Eventuelle Anzeichen:Unklares Fieber,

Husten, Verschleimung Fotos:Tomschi

UnerträglichesKribbelnBeinbeschwerden in der

Nacht bereiten vielen Men-schen schlaflose Nächte. EineBetroffene: „Kaum habe ichendlich Ruhe, beginnenKrämpfe und Brennen in denWaden und Fußsohlen!“ DieFrau ist eine von alleine inÖsterreich rund 900.000 Un-glücklichen, die am so ge-nannten Restless-Legs-Syn-drom(RLS) leiden.

Diese Erscheinung kannsich in Ruhephasen durchleichtes Unbehagen in denBeinen äußern, aber in zahl-

störungen Erschöpfungszu-stände mit Depressionen sein.Die Ursachen für die Erkran-kung sind noch nicht bekannt.Wissenschafter nehmen eineStörung im Zusammenhang mitdem Botenstoff Dopamin imGehirnan.

Sind Sie betroffen? MachenSie folgendenTest:e Leiden Sie an den oben ge-nanntenSymptomen?e Empfinden Sie in den BeinenRuhelosigkeit?e Verstärken sich die Be-schwerden beim Hinlegen oderauchHinsetzen?e Werden die Symptome im-merabendsstärker?e Haben Sie Ein- oder Durch-schlafstörungen bzw. schon Ta-gesmüdigkeit?e Registrieren Sie im Schlafoder sonst in Ruhe zeitweiligeBeinbewegungen?

Schlaflose Nächte

durch unruhige Beine

reichen Fällen auch schier un-erträglich werden. Oft tretenzusätzlich unkontrollierbareZuckungen auf. NeurologePrim. Dr. Dieter Volc aus Wien:„Wer in der Nacht wegen sol-cher Probleme mehrmals auf-stehen muss, sollte unbedingtärztliche Hilfe suchen! Mankannbehandeln.“

Spätere Folgen können näm-lich durch die massiven Schlaf-

Foto:MedMediaVerlag

Krone Gesund startet eine Aufklärungskampagne zu die-sem Thema. Wir wollen mithelfen, dass die Krankheit frü-her erkannt und dadurch besser behandelt werden kann.Der in den heimischen Apotheken kostenlos erhältlicheFolder „Unruhige Beine – was tun“ bietet weitere Informa-tionen und eine Liste mit Selbsthilfegruppen.

e Haben Sie Verwandte mitdiesemProblem?

Wer mehr als drei Fragenmit Ja beantwortet, sollte ei-nenArztzuRateziehen.

WennSchluckenzumProblemwird

1 Oft sind Betroffene ei-nem langen Leidens-

weg ausgesetzt, bevor dasRestless-Legs-Syndrom (RLS)diagnostiziert wird. Wirwerden in einer mehrteili-gen Serie ausführlich überdiese Krankheit berichten.Heute erzählt Waltraud

Moldaschl, Präsidentin derRLS-Selbsthilfegruppen inÖsterreich über ihre Erfah-rungen:„Ich leide seit 1978 an

RLS. Doch erst Ende der

Wenn ich täglich regel-mäßig meine Medikamenteeinnehme, bestimmte Deh-nungsübungen durchführesowie gewisse Speisen undGetränke meide, bin ich be-schwerdefrei und kann wie-der gut durchschlafen.“Nächste Woche lesen Sie

ausführlich über die Ursa-chen von RLS.

(entgeltl. Einschaltung)

Fotos:Begsteiger,privat

Unruhige Beine kosten vieleMenschen die Nachtruhe

für Neurologie die richtigeDiagnose: Restless-Legs-Syndrom. Durch ein Dopa-min-Medikament konntenin der Folge meine Bein-bewegungen von 494 auf35 reduziert werden. Dasist ein klarer Beweis dafür,dass das richtige Medika-ment tatsächlich von denbelastenden Symptomendieser Krankheit befreienkann. Auch das „Gereizt-Sein“ am Tag ist ver-schwunden.

Unruhige Beine: Eine Leidensgeschichte

90er-Jahre erfolgte die rich-tige Diagnose. Dann wurdeich endlich behandelt.Alles begann während

der Schwangerschaft. Ichlitt plötzlich vor allem inder Nacht an unbeschreib-lich belastenden Schmerzenin den Beinen. Doch sobald

ich in Bewegung war, hör-ten die Symptome auf. Ichkonnte nächtelang nichtschlafen. Tagsüber war ichdeshalb dauernd müde,gereizt und kaum arbeits-fähig.Erst Ende September

1999 stellte ein Facharzt

Suchen SieHilfe!

Page 4: PPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPP P 2 SERIE …bigenzahn.at/data/documents/hno_erkrankungen.pdf · nerv (Nervus facialis) sowie die übrigen Hirnnerven im Bereich des Kopfes und

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S E R I E SAMSTAG, 3. MAI 2008 2928³ Abends Verstärkung derAnzeichen³ BewegungbessertSind Sie auch betroffen?

Testen Sie sich selbst: WennSie mehr als drei Fragen mit„Ja“ beantworten, solltenSie rasch mit Ihrem Arzt da-rübersprechen:1. Haben Sie Missempfin-dungen in Armen und Bei-nen?2. Müssen Sie wegen Ruhe-losigkeit in den Beinenzwanghaft herumgehen,sich dauernd im Bett drehenundwenden, müssen Sie dieBeine reiben oder massie-ren?3. Verstärken sich die Be-schwerden beim HinlegenoderHinsetzen?4. Verstärken sich die

Fotos:MedMediaVerlag,Begsteiger

Sind auch Siebetroffen?

2 Rund 900.000 Men-schen leben allein in

Österreich mit dem Restless-Legs-Syndrom(RLS). ImZugedieser Krankheit klagen dieBetroffenen über quälen-des, unerträgliches Krib-beln, Ziehen, Jucken undReißen indenBeinen.Fachleute nehmen an,

dass diese Erscheinung aufeiner Störung des Stoff-wechsels eines BotenstoffesimGehirnberuht.Wie äußert sich das Rest-

less-Legs-Syndrom? Es gibtdafür vier wichtige Anzei-chen:³ Schmerzen bzw. sensibleStörungen wie Kribbeln, oftauchBewegungsdrangetc.³ Symptome vorwiegendnachtsundinRuhe

Symptome immer abends?5. Haben Sie Ein- oderDurchschlafstörungen undTagesmüdigkeit? Fühlen Siesichständigerschöpft?6. Stellen Sie periodischeBeinbewegungen im Wach-zustandundinRuhefest?7. Ist die Symptomatik un-terschiedlich in der Ausbrei-tung, aber im Laufe der Zeitfortschreitend?8. Haben mindestens zweidirekte Verwandte ähnlicheProbleme?Nächste Woche mehr

überdieDiagnosewege.(entgeltl. Einschaltung)

Der Folder „Unruhige Beine – was tun“bietet umfassende Informationen zum Rest-less-Legs-Syndrom sowie eine Liste mitSelbsthilfegruppen. Der Folder ist beim Arztund in Apotheken gratis erhältlich.

Krebsgefahr ernstnehmensexuelle Kontakte auf dieMundschleimhaut, bestimmteVirusstämme davon verursachenKrebs. Die Patienten sprechenaber auf Radiochemotherapiesehr gut an. Dies ist in diesemFall also das Mittel der Wahl inder Behandlung. Derzeit arbei-tet ein Laborgruppe im WienerAKH an neuen Erkenntnissen.“

Je nach Stadium und Lage ei-nes Tumors können Operationennotwendig werden, die von klei-nen Eingriffen über Mund undNase oder auch mittels Schnittbis hin zur kompletten Entfer-nung des Kehlkopfes reichen.Über Operationsmöglichkeitenlesen Sie nächste Woche.

Karin Podolak

Tumoren im Kopf- und Halsbereich

entstehen zuerst auf der SchleimhautKrebsrisikoAlkohol undNikotin: Im-mermehrFrauen er-krankenIm Laufe dieser Serie ha-

ben wir bereits berichtet,dass man auch an sich fürharmlos gehaltene Beschwer-den wie Kratzen und Fremd-körpergefühl im Hals,Schluckbeschwerden, Räus-perzwang, raue Stimme etc.

Dämpfen (z. B. Asbest, Ben-zol) als Gefahr für die Krebs-entstehung. Ständige Kehl-kopfentzündungen erhöhenebenfalls die Anfälligkeit.

Der Hauptteil der Betrof-fenen sind Männer um das 60.Lebensjahr. Doch die Fälle

Krebszellen breiten sich aus

reich betroffen sind ohne Risi-kofaktoren zu haben. Nun erga-ben Studien, dass diese Tumo-ren durch das HPV-Virus (Hu-mane Papilloma Viren) ausge-löst werden können. Die Krank-heitserreger gelangen durch

vom HNO-Facharzt bzw.Phoniater ab-klären lassensollte, wennsie länger an-halten. Es könnte sich umAlarmzeichen für Tumorenhandeln.

Die häufigste bösartige Er-krankung im Kopf- undHalsbereich ist Kehlkopf-krebs, der aber im Frühstadi-um heilbar ist. Doch an allenSchleimhautstellen im HNO-Bereich können sich soge-nannte Plattenepithelkarzi-nome bilden. Bei den meistendieser Patienten sind Rau-chen und/oder starker Alko-holkonsum daran schuld. Inder Kombination potenziertsich das Risiko erheblich.Weiters gilt das langjährigeInhalieren von giftigen

nehmen bei Frauen zu. DieTendenz wird sich weiterfortsetzen, weil immer mehrMädchen in immer jüngerenJahren Nikotin und Alkoholkonsumieren.

Über ganz neue Erkennt-nisse wurde nun bei denSalzburger HNO-Gesprächendiskutiert. Univ.-Prof. Dr.Dietmar Thurnher, Universi-tätsklinik für Hals-, Nasen-,Ohrenkrankheiten, AKH-Wien berichtet: „Lange Zeithat man sich gewundert,weshalb es immer wiederjüngere Patienten – 30 bis 40Jahre alt – gibt, die von Tu-moren im Gaumen/Halsbe-

Fotos: Tomschi, Bender, Waldhäusl

Der häufigsteHNO-Tumor

betrifft den Kehl-kopf (Larynx)

Gesundheit aus demKräutergartlSchnittlauch& Co.wach-sen auch aufder Fenster-bank . . .

Wie köstlich Gesundheitaus der „Apotheke Gottes“schmecken kann, erlebt manübrigens im Hotel Molz-bachhof in Kirchberg amWechsel. Dort holt sich derKüchenchef die Zutaten fürseine erlesene Kräuterküchenämlich aus dem hauseige-nen „Paradiesgartl“ . . .

Dr. Elke Rieck,Hausärztin im Hotel

Molzbachhof,Kirchberg amWechsel

Statt Salz würzen

mit Heilpflanzen!

Foto: MoserIndustriell gefertigte Nah-rungsmittel mögen zwarpraktisch sein und lassen sichmeistens schnell zubereiten.Daher gibt es in vielen Kü-chen Instantmenüs und Mik-rowellengerichte. Der Ge-sundheit zuträglich sindHamburger, Fertigpizzas &Co. freilich nicht . . .Neben viel Fett und Zu-

cker enthalten solche Spei-sen auch große Mengen anFarbstoffen, Geschmacks-verstärkern und Salz. Letzt-eres ist besonders problema-tisch: Zwar lebensnotwen-dig, aber zuviel kann krankmachen. 2 bis 5 Gramm Salzpro Tag würden genügen,um den Körper mit Natriumund Chlorid zu versorgen. InÖsterreich beträgt die Ta-gesmenge leider das Dreifa-che!Die beste Alternative zu

latdressing,Rohkost mitKräuterdipsservieren.Selbst süßeDesserts undDrinks gewin-nen durch an-genehmesKräuteraroma.Die duften-

Salz und Geschmacksvers-tärkern sind frische Kräu-ter: Diese werden derzeitnicht nur auf jedem Marktangeboten sondern einigegedeihen auch hervorra-gend auf der Fensterbank –wie Petersilie, Schnittlauch,Basilikum oder Kerbel.Greifen Sie also zu – und

zwar täglich: Schnittlauchauf die Suppe,, eine bunteKräutermischung ins Sa-

den Gaben der Naturschmecken nicht nur gut,sie erfüllen auch wichtigeAufgaben im Organismus.Sie aktivieren unter ande-rem die Absonderung vonSpeichel sowie Magen- undDarmsäften, sie regen denAppetit an und fördern dieVerdauung. Weiters sindsie hervorragende Vitamin-lieferanten und enthaltenviele Mineralstoffe.

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S E R I E22 UN S E R K I N D 23

Meningokokken:NurImpfenschützt27Menschen starben in Ös-

terreich seit 2002 an einer In-fektion mit Meningokokken,mehr als 400 erkrankten. Diehäufigsten Fälle traten beiSäuglingen und Kleinkindernauf. Sozialmediziner Prof. Dr.Michael Kunze über diese ge-fährlicheKrankheit:„Meningokokken sind Bak-

terien, die ausschließlich vomMenschen übertragen wer-den. Und zwar über Tröpfg-cheninfektion. Daher steigtdas Erkrankungsrisiko beson-ders in Erkältungszeiten starkan. Jeder 10. Europäer ist Trä-ger der Keime, ohne jedochselbst zu erkranken. Die Infi-zierten können den Erregerjedoch leicht auf andere Mit-menschenübertragen!NebenkleinenKindern sind

Jugendliche zwischen 15 und19die zweiteHochrisikogrup-pe.Dashatmit demLebensstilzu tun: Partys, Clubbings, ge-meinsame Benützung vonTrinkgläsern, Küssen, Ferien-reisen inGruppenusw. tragenzur Verbreitung der Menin-gokokkenerheblichbei.“Was tun? Impfexperte und

Kinderarzt Prof. Dr. IngomarMutz aus Leoben (Stmk.): „Beiuns gibt es vor allem die Sero-typenBundC.GegenBgibt esnoch keinen Impfstoff, gegenC aber wohl. So führt zumBeispiel der Konjugat-Impf-stoff NeisVac-C zu lange an-haltendem und nahezu100prozentigemSchutz.“Derzeit läuft in Österreichs

Apotheken bis 30. Septembereine Aktion.Mag. Dr. Christia-ne Körner, Vizepräsidentinder Apothekerkammer: „DerImpfstoff wird bis dahin starkverbilligtangeboten.“

Foto:Archiv

Meningokokken vergrößert

dauert durchschnittlicheineinhalb Stunden.Die Haut wird geöffnet,die Nase entsprechendgeformt. Je nach Gege-benheit muss die Naseeventuell gezielt gebro-chen und neu zusam-mengefügt werden. Beieinem Aufbau (etwa beieingesunkenen Sattel-nasen) verwendet derChirurg Knorpel ausOhr bzw. Rippen. Esgibt auch spezielleKunststoffe. Silikon hatsich nicht bewährt, esführt häufig zu Eiterun-gen und Abstoßung. Da-nach wird die Haut wie-der angelegt und ver-näht. Gips, Schienenoder Tapes helfen, dieVeränderung zu fixie-ren. „Tamponade istnicht immer notwendig.Allerdings kann es imWangen- und Unterlid-bereich zu Schwellun-

Die Nase ist ein dreidimen-sionales Gebilde. Ihr äußererTeil besteht aus festen Kno-chen und einem knorpeligenTeil, der die Nase flexibel undbeweglich macht. Über die-sem Stützgerüst befinden sichHaut und Gesichtsmuskula-

Eine defor-mierte Nasen-scheidewandstört die At-mung, die Le-bensqualität

tur, darunter Schleimhaut,welche die gesamte innere Na-se auskleidet. Sie hat die Auf-gabe, Staub, Fremdkörperund Krankheitserreger abzu-wehren. Die Nasenscheide-wand teilt die innere Nasevertikal in zwei Hälften. Siebesteht ebenfalls aus Kno-chen- und Knorpelmaterial,hat Stützfunktion und be-stimmt die äußere Nasenformmit. An den inneren Nasen-wänden führen Verbindungenzu den Nasennebenhöhlen,die maßgeblich für die Ge-sunderhaltung des Atemtrak-tesverantwortlichsind.

Diese Aufzählung machtklar, warum die Korrektur derNase (Rhinoplastik) ein kom-plizierter Eingriff ist. „DieNase stellt eine funktionell äs-thetische Einheit dar. Siemuss nicht nur optisch in einGesicht passen, sondern auchoptimale Atmung ermögli-chen. Daher sollte ein Eingriffvon einem Operateur mit vielErfahrung durchgeführt wer-

den. Das sindspeziell ausge-bildete HNO-Fachärzte,PlastischeChirurgen undje nach Fallauch Kiefer-chirurgen“, er-läutert Univ.-

Fotos:PeterTomschi

Prof. Dr. Birgit Knerer-Schally, HNO-Universitäts-KlinikWienerAKH.

Gründe für Korrekturengibt es viele: Behinderte Na-senatmung, Verformungen,Deformation durch Unfalloder nach Krebsoperationen.Aber auch psychische Belas-tung, wenn dieser markanteTeil des Gesichtes verunstal-tend wirkt. Häufig sind diesSchiefnasen, Höcker- undSattelnasen. Doch auch eineschiefe oder verformte Nasen-scheidewand erfordert oft ei-nen Eingriff. Wenn zum Bei-spiel der Abfluss der Nasen-sekrete nicht gewährleistet

ist, kommt es zu chronischenBeschwerden. Dazu gehörenauch Schnarchen und gestörtesWohlbefinden.

Es ist eine umfassende unddurch bildgebende Verfahrengestützte individuelle Planungfür eine Rhinoplastik nötig.Dem Patienten muss klar sein,dass bestimmte durch Modeoder Schönheitsideale beein-flusste Vorstellungen für ihnpersönlich nicht immer sinnvollsind. Eine sehr spitze, schmaleNase etwa, passt weder in einbreites Gesicht, noch wird ihreFunktiongewährleistet sein.

Ein Eingriff erfolgt norma-lerweise unter Vollnarkose und

gen und Blutergüssen kom-men“, so Prof. Knerer. Meistsind ein bis zwei Krankenhaus-tage notwendig, die Behand-lung kann aber auch ambulantdurchgeführt werden. Wichtig:Das endgültige Ergebnis ist erstnach einem halben bis einemJahr sichtbar, bis dahin verän-dert sich die Nase noch ein we-nig.

Im Normalfall sind Nasen-operationen nicht vor dem 18.Lebensjahr zu empfehlen. Zufrühe Eingriffe beeinflussendasWachstum.

Lesen Sie nächste Woche

überSinusitis.

KarinPodolak

Die Nase istdurch Gängemit der Stirnund den Ne-benhöhlenverbunden

Etwa jedes sechstePaar hat Probleme,ein Kind zu zeugen,

bei jedem zehnten dauert eslänger als ein Jahr, bis eineEmpfängnis stattfindet.Selbst bei sehr fruchtbarenPaaren liegt die Wahrschein-lichkeit, während eines Zyk-lus schwanger zu werden, beinur 25 Prozent.

Wenn Frauen nach einigenMonaten noch immer nicht„guter Hoffnung“ sind, be-ginnt meist ein Leidens- undLeistungsdruck. Eine ent-spannte und erfüllte Sexuali-tät ist dann oft nicht mehrmöglich, weil sich alles nurmehr ums „Kinderzeugen“dreht. Deshalb ist neben Ste-rilitätsuntersuchungen beimArzt auch meist eine psycho-

Es gibt ver-schiedeneMethoden,doch nochschwangerzuwerden

Foto:Fotolia

Was tun, wenn

sich der ersehnte

Nachwuchs

nicht einstellt?

logische Beratung hilfreich,um den enormen Druck zunehmen.

Heute stehen kinderlosenPaaren eine Reihe von Mög-lichkeiten zur Verfügung, umdoch noch ihr Wunschkind zubekommen.

Zuerst sollte der Lebensstilkontrolliert werden: Abbauvon Stress, zum Beispieldurch einen Urlaub, kannsich sehr positiv auf eineEmpfängnis auswirken. AufAlkohol und Zigaretten sollteverzichtet werden. Ein ge-sunder Lebenswandel mitausreichend Bewegung undSchlaf kann ebenfalls hilf-reich sein.

Fachleute raten außerdem

Paaren mit Kinderwunsch,mindestens vier Monate vorder geplanten Zeugung aufgesunde Ernährung umzu-stellen. Das gibt dem Kör-per die Chance, eventuelleMangelzustände, bei der

nommen werden. Das Risi-ko für Fehlbildungen kannso etwa auf ein Drittel bisein Viertel gesenkt werden.Folsäuremangel erhöhtüberdies das Fehlgeburtsri-siko. Enthalten ist Folsäurez. B. in Spinat, Kohl undHülsenfrüchten.

Helfen alle diese natürli-chen Versuche nicht, gibt esnatürlich auch noch dieMöglichkeit einer künstli-chen Befruchtung. WelcheMethode (GIFT: Befruch-tung im Körper oder ICSI:Außerhalb des Körpers) fürwen in Frage kommt, mussmit dem Facharzt geklärtwerden.

Karin Rohrer

Auch Lebensstilüberprüfen!

Frau wie beim Mann recht-zeitig auszugleichen.

Das wichtigste Vitaminfür ein gesundes Baby istFolsäure. Dieses sollteschon acht Wochen vor bisacht Wochen nach eingetre-tener Schwangerschaft inausreichender Menge einge-

Die Funktion zählt!

WegezumWunschkind

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S E R I E10

Jeder, der bereits einmaleinen Schnupfen hatte, weiß,wie sehr verstopfte Nase,„verlegte“ Ohren, Kopf-schmerzen und Schlafstörun-gen die Lebensqualität be-einträchtigen. Nase und Ra-chen werden durch Ausfüh-rungsgänge der Nasenneben-höhlen belüftet. Bestehen indiesem Bereich Verengungen,können Schleim und Flüssig-keiten nicht abtransportiertwerden, Sekretstau begüns-tigt Entzündungen, eine Si-nusitis entsteht.

Der Grund für die Verle-gung der Ausführungsgänge

Entzündungen derNasennebenhöhlen kön-nen chronischwerden

oben beschrieben, zu alltägli-chen Einschränkungen.

Die Beschwerden reichenvon behinderter Nasenat-mung und vermehrter Sekre-tion über Kopfschmerz, Lid-schwellungen und Husten,vor allem in der Nacht undam Morgen, bis hin zu immerwiederkehrenden Infektender oberen und unteren Luft-wege. „Je nachdem, wo dieSchmerzen lokalisiert sind,lässt sich häufig schon eine

Fotos:Tomschi,Bigenzahn

scher Diagnose- und Behand-lungsmethoden, die in den ver-gangenen 10 bis 15 Jahren ent-wickelt wurden, heute von ih-rem Leiden befreit werden“,macht Univ.-Prof. WolfgangBigenzahn Betroffenen Mut.Mittels Endoskopie (Spiege-lung mit flexiblen Geräten, diein den Nasenraum vorgescho-ben werden) und Computerto-mographie kann der Facharztexakte Diagnosen stellen.Eventuell ist auch eine zahn-ärztliche Untersuchung nötig.Nicht selten gehen Nasenpoly-pen auch mit Asthma einher.

Bei der sogenannten funkti-onell-endoskopischen Chirur-gie werden unter größtmögli-cher Schonung Polypen ent-fernt, Deformierungen besei-tigt und Engstellen im Bereichder seitlichen Nasenwand er-weitert. Die Technik ist wenigbelastend, verläuft ohne großeSchnitte, der Spitalsaufenthaltdauert meist nur zwei bis dreiTage.

Lesen Sie nächste Woche

über Hörschäden.

Karin Podolak

sind bei Erkältungen und Al-lergien vor allem Schleim-hautschwellungen. Dochauch Nasenscheidewandver-krümmungen und Polypen(gutartige Schleimhautwu-cherungen) können zu Veren-gungen führen. Bei Betroffe-nen wird Sinusitis leichtchronisch und führt nichtnur zu gesundheitlichenProblemen sondern auch, wie

Engstellen und Polypen kannman durch

schonende Eingriffe beseitigen

Zuordnung treffen. So proji-zieren die Kieferhöhlen indie Wangenregion, die Stirn-höhle in den Stirnbereich,die Siebbeinzellen in die in-neren Augenwinkel und die

Nasenwurzel. Erkrankungender Keilbeinhöhle manifestie-ren sich meist in einem dump-fen Schmerz im Bereich desHinterhauptes und der Na-ckenregion“, erklärtUniv.Prof. DDr. Wolfgang Bi-genzahn, Universitätsklinikfür Hals-Nasen-Ohrenkrank-heiten, AKH Wien.

Im Normalfall setzt man zu-erst abschwellende Maßnah-men und schleimverdünnendeMaßnahmen ein, eventuell sindAntibiotika notwendig. Sinu-sitis, die über Jahre hinwegimmer wiederkehrt, erfordertoft eine Operation. „Chroni-sche Patienten, die bereits voneiner Antibiotika-Kur zur an-deren wanderten, könnendurch den Einsatz endoskopi-Die endoskopische Chirurgie ist besonders schonend

Hilfebei„Dauerschnupfen“

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S E R I E26 G E S U N D SAMSTAG, 24. MAI 2008 27

www.krone.at/gesundheit

handlungen kommt es in fastallen Fällen nach ein bis zweiJahren zum Verschwindender Schmerzen.

Prof. Dr. Bruno Mamoli,Facharzt für Neurologie aus Wien

Fettabsaugung nachGallenblasen-OP?

Hilde O.: „Ich habe vor 30 Jah-ren eine Gallenblasen-Operationgehabt und wiege heute fast 100Kilo. Der Bauch unterhalb derNarbe ist stark vorgewölbt undstört in jeder Hinsicht. Kann mirda eine Fettabsaugung helfen?“

ne Gewichtsabnahme not-wendig! Erst dann kann miteiner so genannten Bauch-deckenplastik (eine spezielleOperationstechnik) die er-schlaffte Muskulatur gerafftund überschüssige Hautbeseitigt werden. Der Schnitterfolgt dabei weitgehend un-scheinbar an der Obergrenzeder Schambehaarung.

Der Eingriff wird in Voll-narkose vorgenommen. DiePatienten bleiben einige Tageim Krankenhaus.

Prof. Dr. Jürgen Holle,Facharzt für Plastische Chirurgie aus Wien

Wenn solche Zellen zerfal-len, steigt der LDH-Wert imBlut an. Das weist auf einKrankheitsgeschehen hin.Leicht erhöhte Werte findensich bei sehr vielen Krankhei-ten. Stärker erhöhte Werte sindtypisch für Erkrankungen, beidenen rote Blutkörperchen(Erythrozyten) zerfallen.

Im beiliegenden Befund wur-de auch erwähnt, dass im Blut-röhrchen die roten Blutkörper-chen zerfallen sind. Das kanndurch starken Sog bei der Blut-abnahme, bei zu langer Lage-rung oder andere physikalischeEinwirkungen passieren.

Auf eine gröbere Erkran-kung lässt das nicht schließen.Es besteht aufgrund dieses Be-fundes kein Grund zur Beunru-higung.

OA Dr. Herbert Woschnagg,Facharzt für innere Medizin aus Wien

Nierenerkrankung:Angst vor Dialyse

Ingrid B.: „Ich leide an einer sogenannten epimembranösen Glo-merulonephritis. Gibt es bei die-sem Nierenleiden eine Aussicht aufHeilung oder ist der Weg zur Dialy-se schon vorgezeichnet?“

Bei Glomerulonephritishandelt es sich um eine

Erkrankung des Nierengewe-bes. Die Ursache ist unklar.Allerdings dürfte das Immun-system eine besondere Rollespielen, weil in den harnbild-enden Nierenkanälchen (denGlomeruli) bestimmte körper-eigene Eiweißstoffe abgelagertwerden, so genannte IgG. Dassind Abwehrkörper.

Öfter tritt dieses Leiden ge-meinsam mit Infektionen wieHepatitis B oder Malaria sowieTumoren von Brust, Darm undBronchien auf. Da könnte einZusammenhang bestehen.

Wichtigstes Symptom ist derEiweißverlust über den Harn.Auch hoher Blutdruck stelltsich meist ein. Behandelt wirdmit Kortison und Chemothera-pie. 25 Prozent der Fälle heilenallerdings von selbst aus.

MR Dr. Karl Maier,Internist und Kurarzt aus Bad Gleichenberg

(Steiermark)

Zuckerkranker hatNervenschmerzen

Walter G.: „Ich leide seit zweiJahren an starken Nervenschmer-zen auf beiden Fußballen. Die Di-agnose heißt „periphere Neuropa-thie“. Ich bin zuckerkrank undmöchte wissen, ob es eine bessereBehandlung als Neurontin-Kapselngibt, die mir nur eine leichte Linde-rung gebracht haben.“

ImRahmen von Diabetesmellitus kann eine Po-

lyneuropathie, also einegrundlegende Nervenschädi-gung vorkommen. Die Symp-tome bestehen in Bamstigkeit,Kribbeln oder Schmerzen inHänden und Füßen.

Wichtigste Behandlungs-maßnahme ist die bestmögli-che Einstellung der Zucker-krankheit! Eine rasche an-fängliche Besserung der Be-schwerden kann häufig (nichtimmer) durch Infusionen mitAlpha-Liponsäure (Thiocta-zid) über 14 Tage hindurch er-reicht werden. Gleichzeitigkann man mit Oxcarbazepin(Trileptal) oral behandeln.

Hilft das nichts, kann aufdas erwähnte Präparat umge-stellt werden. Dass die Besse-rung nicht zufriedenstellenderfolgt ist, kann auf zu niedri-ge Dosis zurückzuführen sein,oder das Medikament wirkt indiesem Fall leider nicht so gut.

Dann rate ich zu einem The-rapieversuch mit Pregabalin(Lyrica). Bei weiterhin quälen-den Schmerzen kann Tramadolzusätzlich gegeben werden.Der Neurologe wird Dosis undArt der Verabreichung festle-gen. Neben den Medikamentenkann örtlich eine Capsaicin-Salbe aufgetragen werden.

Ein kleiner Trost noch:Selbst bei Versagen aller Be-

Viele Patientenmöchten Aufklärung über Blutbefunde

Foto:Waldhäusl

Bei Operationen dieserArt kommt es oft zur

Störung der Nervenversor-gung der Bauchmuskeln. ImLaufe der Zeit tritt eine Er-schlaffung der Bauchdecken-muskulatur ein. Eine Vor-wölbung im betroffenen Be-reich ist die Folge. Gewichts-zunahme fördert natürlichdie Vorwölbung . . .

Mittels Fettabsaugungkann nur das Fett, das sichzwischen Bauchdeckenmus-keln und Haut befindet, ent-fernt werden. Das im Bauch-inneren befindliche Fettkann dadurch aber nicht ver-ringert werden.

Um eine Korrektur der an-gesprochenen Veränderungendes Bauches vornehmen zukönnen, ist in erster Linie ei-

Wenn das LDHviel zu hoch ist . . .

Barbara C.: „Ich hatte vor eini-gen TageneineBlutuntersuchung.Alles OK bis auf den LDH-Wert. Erbeträgt 383 U/I. Daneben stehtauf dem Befund: Serum stark hä-molytisch. Ist das gefährlich? Ichbin beunruhigt und bitte um Rat.“

Die LDH (Laktatdehydro-genase) ist ein Enzym. Es

handelt sich um eine Eiweiß-substanz, die im Stoffwechselbestimmte chemische Reak-tionen vermittelt. Die LDHkommt fast in allen Zellen un-seres Körpers vor. Besondershoch ist die Konzentration inder Leber, den Muskeln, denNieren und in den roten Blut-körperchen.

Wir leben in einer Welt derGeräusche und Töne. Vielenist es, zumindest in den Städ-ten, schon zu laut geworden.Stress durch Lärm. Dochnicht oder kaum hören zukönnen, führt wiederum zuAusschluss und Isolation.Durch den Fortschritt in dermodernen Medizintechnik

Hörvermögen. Diese müssengenau abgeklärt werden.

Die Cochlea ist jener Teildes Innenohrs, der als„Schnecke“ bekannt ist. Hierund in den Knochen hinterdem Ohr wird während einereineinhalb bis zweistündigenOperation das Implantat ein-gesetzt. Es besteht aus einem Die Cochlea-Implantation ist die sicherste HNO-Operation

Fotos:Baumgartner

gibt es in bestimmten Fällendie Möglichkeit, auch beikompletter Taubheit dasHörvermögen wieder her-zustellen. OhrimplantologeUniv.-Prof. Dr. Wolf-DieterBaumgartner von der HNO-Universitätsklinik im WienerAKH: „Vom sogenanntenCochlea-Implantat profitie-ren vor allem gehörlos gebo-rene Säuglinge und Kleinkin-der bis zum vierten Lebens-jahr und Personen jeder Al-tersstufe, die nach demSpracherwerb gehörlos wur-den. Voraussetzung für dieImplantation ist das Vorhan-densein von funktionieren-dem Hörnerv, Hörbahn undeiner zentralen Sprachverar-beitung im Gehirn.“

Es gibt viele verschiedeneGründe für ein fehlendes

Ein Implantat ermöglicht trotz Taubheit zu

hören.Wann die Operation sinnvoll ist.

Empfänger und einer Stimu-lationselektrode. Eine Batte-rie im Körperinneren wirdnicht benötigt. Am äußerenTeil des Ohres wird ein ab-nehmbarer Sprachprozessorangebracht, ähnlich einemüblichen Hörgerät. Er enthältein Hochleistungsmikrophon,Batterien und einen Sender.Eine Sendespule (Transmit-ter) gibt drahtlos Impulsedurch die intakte Haut an dasImplantat weiter, wo sie inelektrische Impulse umge-wandelt werden und über dieElektrode an die Schneckeund die Spiralganglienzellen

im Ohr weitergeleitet werden.Dabei fließt kein Strom durchdie Kopfhaut!

Auch, wenn das alles sehrkompliziert klingt, handelt essich bei dem Eingriff um diesicherste Operation im gesam-ten HNO-Bereich.

Doch nicht alles was mach-bar ist, macht in jedem FallSinn. „Vor zu hohen Erwar-tungen der Patienten muss ge-warnt werden, damit es nichtzu Enttäuschungen kommt.Abhängig von Dauer und Ur-sache der Gehörlosigkeit rei-chen die Höreindrücke vomWahrnehmen von Geräuschen

Die Ohrschnecke ist eine spi-ralförmig gewundene Röhre

und Lauten über teilweisesVerstehen von Wörtern bis zuannähernd normalem Verste-hen. Bei erwachsenen Patien-ten, die gehörlos geboren wur-den oder vor dem Spracher-werb ertaubten besteht trotzImplantat keine Möglichkeitdes Spracherwerbs mehr“, gibtProf. Baumgartner zu beden-ken. Innerhalb der ersten Le-bensmonate und -jahre erfolgtnämlich durch akustische Sig-nale die Vernetzung mit demzuständigen Areal in der Hirn-rinde. Bleiben die Reize wegenGehörlosigkeit aus, kommt esauch zu keinem Sprachver-ständnis.

Daher ist ein Hörscreeningin dieser ersten Lebensphaseso enorm wichtig. Werden De-fizite nicht erkannt, kann daszu lebenslangen Störungenführen.

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Karin Podolak

Das Implantatwird hinterdemOhr eingesetzt. DieNähte sind nach demVer-heilen kaum zu sehen.

Elektronik imOhr