Akustische Verarbeitung von affektiv besetzten und neutralen Stimuli bei Patienten mit psychosomatischer Störung, Angstpatienten und Gesunden – eine Pilotstudie

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    05-Apr-2015

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<ul><li> Folie 1 </li> <li> Akustische Verarbeitung von affektiv besetzten und neutralen Stimuli bei Patienten mit psychosomatischer Strung, Angstpatienten und Gesunden eine Pilotstudie mit fMRI A.Frschler 1), P. Georgiewa 2), C. Zrouya 2), C. Zimmer 1), B. Klapp 2) 1) Abteilung Neuroradiologie, Zentrum fr diagnostische Radiologie des Universittsklinikums Leipzig 2) Medizinische Kliniken mit Schwerpunkt Psychosomatik des Universittsklinikums Charit der HU-Berlin Ergebnisse (Abb.6 - 9): Abb. 9: Weitere beobachtete Aktivierungen. Auswertung (Abb. 3 - 5 ): MR-Bildgebung und Stimulationsprotokoll (Abb. 1 und 2): Einleitung: Eines der derzeit in Therapie und Forschungsanstzen gltigen neurophysiologischen Modelle betrachtet psychosomatische Strungen unabhngig vom Generator als eine Folge von Fehlschaltungen im neuronalen Netzwerk. Diese Annahmen hinsichtlich zentralnervser vernderter Verarbeitung wurden in den letzten Jahren verstrkt mit bildgebenden Verfahren untersucht. In PET-Studien [1, 2] fanden sich dabei vernderte Aktivitten u.a. im prfrontalen Kortex, temporal und parietal. Dies sind Zentren, die mit aufmerksamem und bewusstem Verhalten assoziiert sind. Damit knnten Faktoren wie Stress, Depressionen, Schlaflosigkeit, Angst oder Verkrampfungen verstrkenden Einfluss auf die psychosomatische Strung ausben. Fragestellung: In dieser Pilotstudie soll geklrt werden, ob sich die psychosomatische Verarbeitung von Afferenzen bei Patienten von der Normalpopulation unterscheidet, oder ob bei verschiedenen Strungen mglicherweise ein einheitliches Korrelat vernderter Wahrnehmungs- und Verarbeitungssensitivitt existiert. Hypothetisiert wird ein Zusammenhang von vernderter Perzeption und kognitiver Verarbeitung mit externaler Belastung/Stressoren und/oder eine im Vergleich zu gesunden Probanden vernderte emotionale Modulation der Informationsverarbeitungsprozesse Patienten und MR-Bildgebung: Es wurden 8 psychosomatische Patienten und 5 gesunde Kontrollen mittels fMRT untersucht (Abb. 1). Als Paradigma wurden vier unterschiedliche akustische Stimuli vorgegeben (Abb. 2): 1.Tne (400Hz), die keinerlei kognitive, emotionale oder motivationale Bedeutungszuweisung erlauben 2.Glockentne, Hierbei kann bei den Probanden von einer hauptschlichen Aktivierung primrer und sekundrer Areale des auditiven Kortex ausgegangen werden, wobei die zustzliche Aktivierung emotionaler Informationen verarbeitender Netzwerke erwartet wird. 3.neutrale Wrter, die beim Normalprobanden zwar eine Bedeutungsreprsentation, aber keine emotionale Reprsentation haben, so dass hier Wortverarbeitungsprozesse mehr oder weniger ohne Beteiligung affektiver Verarbeitungsprozesse angeregt werden. 4.affektiv besetzte Wrter sollten neben einer Aktivierung des auditiven Kortex und der sprachverarbeitenden Regionen die Beteiligung emotionaler Verarbeitung induzieren. Baselinebedingung waren Pausen, in denen nur das Scannergerusch zu hren war. In der gleichen Sitzung wurde ein T1-gewichter 3D-Datensatz aufgenommen (MPRage). Auswertung: Die statistische Analyse der fMRT-Daten erfolgte mit dem Programmpaket Brain- Voyager: Einpassen der funktionellen Schichten in die morphologischen 3D-Daten (Abb. 3). Erstellung eines 4D-Datensatz aus den Einzelbildern einer funktionellen Messung und anschlieende Bewegungskorrektur. Talairachisierung der morphologischen und funktionellen Daten (Abb. 4). Mittelung der funktionellen Datenstze aller Probanden und aller Patienten (Abb. 5). Auswertung des fMRI mittels Students t-Test anhand der gemittelten Daten und berlagerung der Ergebnis-Maps mit dem talairachisierten 3D-Datensatz. Ergebnisse: ber alle vier Stimulusqualitten zeigt sich eine Aktivierung primrer und sekundrer Areale des auditiven Kortex (Abb. 6), zustzlich werden bei Wortverarbeitung frontale Areale links (Broca-Region) aktiv. Piep-Tne aktivieren den prfrontalen Kortex. Hier zeigen die Patienten eine deutlich strkere Aktivierung (Abb. 7). Im periaqduktalen Grau zeigte sich bisher nur bei den Patienten Aktivierung (Abb. 8). Weitere Aktivierungen fanden sich im occipitalen Kortex und in der frontomedianen Area 6 (Abb. 9). Diskussion: Die vorlufigen Befunde scheinen fr eine vernderte Afferenzverarbeitung bei psychosomatischen Patienten zu sprechen. Insbesondere die von den Studienteilnehmern als aufdringlich beschriebenen Tne von 440 Hz aktivieren den prfrontalen Kortex, der mit emotionale Verarbeitung verbunden ist, bei Patienten deutlich strker als bei Probanden. Die Bedeutung der nur bei Patienten nachzuweisende Aktivierung im periaquduktalen Grau muss in weiteren Untersuchungen geklrt werden. Literatur: [1] Sankaya A, Karasin E, Cermik TF, Abay E, Berkarda S. Evaluation of Dysthymic Disorder with Technetium-99m Hexamethypropylene Amine Oxime Brain Single Photon Emission Tomography. European Journal of Nuclear Medicine 1999; Vol 26; 3:260-264. [2] Thomas P, Vaiva G, Samaille E, Maron M, Alaix C, Steinling M Goudemann M. Cerebral Blood Flow in Major Depression and Dysthymia. J Affect Disord. 1993; Vol 29; 12:235-242 Abb. 5: Mittelung der einzelnen funktionellen Datenstze aller Probanden und aller Patienten. Abb. 4 (li.): Die morphologischen und funktionellen Datenstze sind talairachisiert und mit dem Talairach-Koordi- natensystem berlagert. Abb. 1: Sequenzparameter der funktionellen Messung und der 3D-Sequenz. = Tne 440 Hz = Glockenluten = Neutrale Wrter = Affektiv bedeutsame Wrter = Pause 1 6 16 21 31 36 46 51 61 66 76 81 91 96 106 111 120 Abb. 2: Stimulationsprotokoll. Die Beschriftung zeigt die Messwiederholungen an. Abb. 3: Die Schichten des fMRI Datensatzes werden in den anatomischen 3D- Datensatz eingepasst. Probanden Abb. 6: Bei Patienten und Probanden zeigt sich gleichermaen Aktivierung im primren und assoziativen auditorischen Kortex (Brodmann Areale 22, 41, 42) Patienten Probanden Abb. 7: Bei Testung der Bedingung Glockenluten gegen Piepstne findet sich fr den Stimulus Glockenluten Aktivierung im prfrontalen Kortex beidseits Diese ist bei Patienten deutlich strker ausgeprgt. Patienten Abb. 8: Bei Stimulation mit Piepstnen und Glockenluten zeigt sich bei Patienten zustzlich eine Aktivierung im peri- aquduktalen Grau. </li> </ul>

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