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Petrovic Tekstlinguistik

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UNIVERSITT ZAGREBPHILOSOPHISCHE FAKULTTABTEILUNG FR GERMANISTIK

Markusdom in Venedig aus der Perspektive zweier ReiseportaleSeminararbeit

Verfasst von:Betreut von:Nada Petrovi Prof. Dr. sc. Zrinjka Glovacki-Bernardi

Zagreb, September 2015Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung3

2 Textlinguistik4

2. 1 Werbetexte52. 2 Die Korrelation zwischen Thema und Inhalt72. 3 Textualittskriterien7 2. 3. 1 Kohrenz8 2. 3. 2 Kohsion9 2. 3. 3 Intentionalitt10

3 Untersuchung113. 1 Komparative Korpusanalyse113. 2 Resultate123. 3 Fazit14

4 Schlussfolgerung16

5 Quellen17 5. 1 Literatur17 5. 2 Internet18

Anhang19

1 EinleitungDas Interesse am Phnomen des Textes betrachtet man als einen permanenten historischen Prozess, da sich noch die Rhetoriker und Philologen in der Zeit der Antike mit der Literatur- und Sprachproblematik beschftigten. Erst im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Textlinguistik als eine Teildisziplin der Linguistik, die den Gegenstand Text und seine sprachliche Verfassenheit untersucht. Die Auseinandersetzung mit den schriftlichen und mndlichen Erscheinungen von Sprache ist ein sehr komplexer Prozess, da man dabei viele Aspekte in Betracht nehmen muss: eine Sprachliche (schriftliche oder mndliche) Realisierung muss nicht immer als Text betrachtet werden; die Sprache wird von Menschen realisiert und darum muss ein Text kulturellspezifisch in den Kontext genommen werden; in jeder Sprache werden verschiedene sprachliche Mittel und Anstze (kommunikative, pragmatische, kognitive) verwendet... Somit stellt sich heraus, dass bei der Auseinandersetzung mit Texten auch andere (sprach)wissenschaftliche Disziplinen eine groe Rolle spielen und dieses Phnomen als ein interdisziplinres zu betrachten ist die Philosophie, Rhetorik, Psychologie, Psycholinguistik, Soziologie, Soziolinguistik, Stilistik, Semiotik, Semantik, Syntax usw.Am Anfang dieser Seminararbeit wird kurz der Begriff der Textlinguistik und der Textsorten definiert und erklrt. Danach werden die Merkmale der Werbetexte beschrieben, da in der Untersuchung mit zwei Texten ber den Markusdom in Venedig beschftigt wird. Um den Begriff des Textes besser verstehen zu knnen, wird auch die Relation zwischen dem Thema und dem Inhalt beschrieben und danach einige Textualittskriterien, die bei der Untersuchung in Betracht genommen werden, definiert und prziser erklrt.Am Ende dieser Arbeit erfolgt die schon erwhnte empirische Untersuchung, die anhand zweier Texte (kroatische und deutsche schriftliche Realisation) zweier Reiseportale die Hauptmerkmale eines Textes prsentiert und den kulturellspezifischen Aspekt eines Textes nher darstellt. Das Ziel dieser Arbeit ist zu zeigen, was Werbetexte sind, wodurch sie charakterisiert werden und welche sprachliche Mittel fr die schriftliche Realisation der Sprache in Form eines (Werbe)Textes im kroatischen und welche im deutschen Kulturkreis vorkommen.

2 Textlinguistik Die Textlinguistik ist eine linguistische Disziplin, die sich in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt hat und die sich mit dem Gegenstand Text und seiner sprachlichen Realisation und Verfassenheit beschftigt. (vgl. Adamzik 2004: 1) Als Vorlufer der Textlinguistik hlt man die Rhetorik, weil man schon in der Zeit der Antike, beispielsweise, die Wirkungsfunktionen der Rede untersuchte: 1. Einsicht und Belehrung (docere), 2. Leidenschaftserregung (movere) und 3. Unterhalten und Vergngen (delectare). (vgl. Ueding/Steinbrink 2011: 277f) Bei Texten ist wichtig den Aspekt des Funktionierens unter bestimmten Bedingungen der Kommunikation zu betrachten (Heinemann, Viehweger 1991: 15) und darum teilt man die Texte grob in literarische und Gebrauchstexte. Nach Maiwald (2010) sind die Gebrauchstexte durch Zweckhaftigkeit, Realittsbezug, Monovalenz (Eindeutigkeitskonvention), spezifische Textfunktionen (Information, Appell, Obligation, Kontakt und Deklaration), didaktisch sinnvolle Dreigliederung in Lehrtexte, Persuasionstexte und Instruktionstexte und die literarischen Texte durch Sinnhaftigkeit, Selbstreferenz, Fiktionalitt, Polyvalenz (Bedeutungsoffenheit), spezifische Textfunktionen (Unterhaltung, sthetische Wirkung, sthetischer Ausdruck), didaktisch sinnvolle Dreigliederung in epische, lyrische und dramatische Texte charakterisiert. Dabei werden Sachbcher mit fiktionalen Elementen, Werbungen, Briefe und Biographien als Grenzflle betrachtet. (vgl. Frey 2014) Die Textsortenklassifizierung folgt den textinternen (textstrukturellen) und den textexternen (textfunktionellen) Kriterien. (Furthmann 2006: 147) Eine Textsortenklassifizierung sollte (...) zunchst einmal Auskunft geben ber die Funktionen, denen Texte als Manifestationen von Textsorten dienen. (Rolf 1993: 60) Demnach gibt es nach Rolf assertive (informationale), direktive (steuernde), kommissive (auf knftige Handlungen gerichtet), expressive (auf die Herstellung und Erhaltung sozialer Verbindungen gerichtet) und deklarative (auf institutionelle Wirksamkeit gerichtet) Gebrauchstextsorten. (vgl. Rolf 1993: 68) Anhand der Typologie knnen verschiedene Textfunktionen bestimmt werden. (vgl. Schrodt 2007: 272) Die textuellen Grundfunktionen sind 1. Informationsfunktion, 2. Appellfunktion, 3. Obligationsfunktion, 4. Kontaktfunktion und 5. Deklarationsfunktion. (vgl. Rolf 1993: 166) Beispiele fr diese Funktionstypen sind: 1. Nachrichten, Berichte, Fachtexte, 2. Werbetexte, Propagandatexte, Anwendungsanleitungen, gesetzliche Texte, Kanzelworte, 3. Vertrge, Kautel, Beeidigungen, Angebote, 4. Glckwunsch, Beileid, 5. (Be)Nennungen, Testamente, Bevollmchtigungen. (Schrodt 2007: 272) 2. 1. WerbetexteDie Werbetexte zhlen, wie schon erwhnt, zu den Sonder-, beziehungsweise Grenzfllen. (vgl. Frey 2014) Sie sind journalistische Gebrauchstexte, die direktiv, expressiv und deklarativ vorkommen knnen und meistens eine Informations-, Appell- oder Obligationsfunktion haben knnen. Die Grundfunktion ist die Appellfunktion (vgl. Schrodt 2007: 272), aber da es in der Untersuchung um eine Art Berichte in Werbetextform, die eine Informations- und Appellfunktion haben, geht, wird in dieser Seminararbeit keine strikte Klassifikation durchgefhrt und diese Form von Werbetext wird als grenzefllig beschrieben, was in der Untersuchung nher dargestellt wird. Was die Merkmale eines Werbetextes angeht, werden einige in der Literatur angefhrt. Eines der wichtigsten sind die aufflligen sprachlichen Gestaltungsmittel, die als Stilmittel der Werbung bezeichnet werden, wie beispielsweise Slogans, persuasive Elemente, verschiedene Epitheta (vgl. Lffler 2007: 64), spezifische Stichwrter, relativ kurze Abstze usw. (vgl. Adamzik 2004: 128). Oft werden in solchen Texten auch bestimmte Wortfolgen benutzt. Eine nicht-neutrale Wortfolge im Satz initiiert eine andere Reaktionsart beim Rezipienten und die Kommunikationsdynamik eines solchen Satzes ist betonter als im Satz in dem eine neutrale Wortfolge vorkommt. (vgl. Glovacki-Bernardi 2004: 56)Da die Werbung ein wichtiger Teil des sozialen Systems ist, muss man das Phnomen der Kommunikation, also des Textes im Kontext der, wie sie Luhmann nennt, Sinndimensionen betrachten: Sachdimension, Zeitdimension und Sozialdimension. (vgl. Lffler 2007: 25) Die Bercksichtigung der Rezipientenperspektive inkludiert die Behandlung der situativen Dimension, die die Funktion und Intention des Textes in Betracht nimmt. (vgl. Adamzik 2004: 55)Die Sachdimension bezieht sich auf die Prferenz bestimmter Themen/Intentionen gegenber anderen Themen/Intentionen. Somit geht es um die Unterscheidung innen (=System)/auen (=Umwelt), d.h. was fllt in einen Sinnbereich, was wird aus diesem ausgeschlossen. Die Sachdimension bezieht sich also auf das WAS? einer Sinnzuweisung und lsst sich einer Theorie der Systemdifferenzierung d.h. Systeme lassen sich nach Sachverhalten differenzieren zuordnen. In der Zeitdimension geht es um das WANN? einer Sinnzuschreibung, d.h. um die Einordnung des Sinns auf einer Zeitebene, denn alles, was gesagt, getan oder beobachtet wird, wird vom Zeitpunkt der Beobachtung aus, auch immer in ein vorher/frher/Vergangenheit gegenber einem nachher/spter/Zukunft eingeteilt. Dabei gelten Variation, Selektion und Stabilisierung als Mechanismen dieser Dimension. Als drittes beantwortet die Sozialdimension die Frage nach dem WER? der Sinnzuschreibung. Darunter versteht Luhmann die Unterscheidung zwischen der eigenen Perspektive, dem Ego, also der Person, die eine Kommunikation versteht und der Perspektive der anderen, dem Alter, also denen, denen eine Mitteilung zugerechnet wird. Die Sozialdimension gehrt in den Bereich einer Kommunikationstheorie. Jede Sinnzuweisung und somit jede Kommunikation enthlt alle drei dieser Sinndimensionen, die in der Kommunikation eng miteinander verflochten sind. (Lffler 2007: 25f)Wie schon erwhnt, gibt es mehrere Anstze bei der Textbeschreibung. Die Textbeschreibungsdimensionen verschiedener Mehrebenenmodelle demonstriert die Tabelle aus Lfflers Arbeit:

(Lffler 2007: 27)

2. 2 Die Korrelation zwischen Thema und InhaltDa es bei einer Textanalyse zahlreiche situativen Kontexte und Funktionen gibt, besteht nach Adamzik (2004) die Vororientierung ber den Inhalt darin, dass 1. aus dem Gesamtbereich mglicher Themen nur ein enger Ausschnitt behandelbar ist, bzw. ein groer Teil ausgeschloen ist; 2. in der Mehrheit der FlleAussagen ber abstrakte Merkmale des Thementyps mglich sind; 3. minimale Kentnisse ber den Thementyp und den behandelten Weltausschnitt ausreichen, um voraussehen zu knnen, welche Teilthemen abgearbeitet werden knnen. Anders gesagt: Bereits ein inhaltlich spezifisches Stichwort reicht aus, um kognitive Schemata zu aktivieren, die miteinander zusammenhngende Konzepte und Verbindungen zwischen ihnen aufrufen. (Adamzik 2004: 128)Bei der Korrelation zwischen dem Thema und dem Inhalt des Textes wird Dijks Konzept der Makrostrukturen verwendet, wobei es sich um Operationen der semantischen Informationsreduktion, im Einzelnen: Auslassen, Selektieren, Generalisieren und Konstruieren/Integrieren handelt. (Adamzik 2004: 129) Das Thema kann ein- oder mehrdeutig sein. Das Thema muss aus dem Text abgeleitet sein. Im Falle der Werbetexte ist es am heufigsten der Fall, dass das Thema explizit genannt wird als Thema/Schlsselwort oder auch als Themasatz. In anderen Fllen, besonders bei lngeren, komplexeren Texten kann es sein, dass aus dem Thema nicht sofort verstndig ist, welche Textinhalte vorkommen knnen. (vgl. Adamzik 2004: 130)

2. 3. TextualittskriterienDer Begriff Textualitt impliziert, dass ein Text nicht nur ein sprachliches Phnomene ist, sondern eine soziokommunikativ realisierte Textualitt. (Glovacki-Bernardi 2004: 22) Die Textualitt betrachtet man als eine sprachlich gegebene Mglichkeit eines konkreten Textaufbaues, als eine Art Basis, die gleich bei den fiktionalen, als auch in den nicht-fiktionalen Texten funktioniert. (Glovacki-Bernardi 2004: 77) Bei der Analyse eines Textes mssen die Beziehungen, die zwischen den Worten und Stzen im Text entstehen, in Betracht genommen werden. Nach Beaugrande/Dressler gibt es sieben Textualittskriterien: 1. Kohsion (Verbindung der Worte in der Textoberflche), 2. Kohrenz (vorwiegend semantischer Textzusammenhang), 3. Intentionalitt (Ausdruck der Textabsicht), 4. Akzeptabilitt (Einstellung des Rezipienten der die vorliegende Sprachuerung als Text anerkennt), 5. Informativitt (Kennzeichen der Neuigkeit und Unerwartetheit eines Textes), 6. Situationalitt (Situationsgemessenheit des Textes) und 7. Intertextualitt (Ausdruck der Abhngigkeit von anderen Texten). (Adamzik 2004: 49) Da fr die vorstehende Untersuchung nur einige Textualittskriterien augewhlt sind, werden diese in den nchsten Kapiteln nher erklrt.

2. 3. 1 KohrenzAdamzik definiert die Kohrenz als den inhaltlichthematischen Zusammenhang eines Textes. (vgl. Adamzik 2001: 284) Es gibt die referentielle und die relationale Kohernz. Von referentieller Kohernz ist dann die Rede, wenn im Text mittels referentieller Ausdrcke Bezug auf dieselben Objekte genommen wird. Zwischen dem Bezugsausdruck und dem Referenzwort muss Referenzidentitt bzw. Koreferenz bestehen, d. h. beide mssen sich auf dasselbe Objekt (Referent) beziehen. (...) Besteht zwischen dem Bezugswort und dem Referenzwort keine totale Referenzidentitt, sondern eine bestimmte Relation (z. B. Teil-Ganzes-Relation), so spricht man von partieller Koreferenz. (...) Im Gegensatz zur referentiellen, stellt die relationale Kohrenz Beziehungen zwischen Ereignissen her. (Klaustina 2005) Nach Prings/Schmitz gibt es zwei Arten von Referenz, die exophorische und endophorische. Bei exophorischer Referenz (auch Deixis genannt) wird auf Referenten auerhalb des Textes Bezug genommen und bei endophorischer Referenz wird durch Referenzwrter innerhalb des Textes Bezug genommen. Die endophorische Referenz kann anaphorisch (vorangegangener Kontext) und kataphorisch (nachvolgender Kontext) vorkommen. (vgl. Prings, Schmitz 1999: 194f) Die referentielle Kohrenz wird vor allem durch endophorische Elemente hergestellt. (Klaustina 2005) Falls die Koreferenz mglich ist, dann ist im syntaktischen Sinne die Rede von Anaphorik oder von Kataphorik. Da die Textstrukturierung durch die Kommunikationssituation bedingt ist, geht Dressler bei der Bestimmung der syntaktischen Merkmalen des Textes von der funtionalen Satzperspektive (Thema Rhema Gliederung und die thematische Progression) aus. (Glovacki Bernardi 2004: 24) Anaphorik und Kataphorik sind Begriffe, die man bei der Analyse der satzbergreifenden oder transphrastischen Ebene des Textes benutzt. Bei der Analyse der transphrastischen Ebene interessiert man sich auch beispielsweise fr den Artikel, Wortfolge, Pronominalisierung, Satzakzent, Intonation, Emphase und Kontrast, referentielle Merkmale der Substantive (Auto- und Synsemantika) usw. (vgl. Glovacki-Bernardi 2004: 21) Die Anaphorik kann man als syntagmatische Substitution bezeichnen, bei der das Substituendum dem Substituens vorangeht, und fr die Kataphorik gilt das Umgekehrte. (vgl. Glovacki-Bernardi 2004: 61)

2. 3. 2 KohsionUnter dem Begriff Kohsion versteht man die semantisch-syntaktische Verknpfung von Stzen in einem Text, also den grammatisch-formalen Zusammenhang. (vgl. Adamzik 2004: 54) Adamzik unterscheidet zwei Arten von Kohsionsbildung: durch wiederholtes Vorkommen bestimmter Elemente (Rekurrenz) und durch Konnektoren. (vgl. Adamzik 2001: 284) Den Unterschied zwischen Kohsion und Kohrenz kann man an Linkes Abbildung erkennen:(Linke 1994: 226)Beaugrande und Dressler unterscheiden zwichen den Begriffen Kohsion und Kohrenz: Unter Kohsion verstehen sie die grammatische Abhngigkeit der Komponenten des Oberflchentextes: Kohsion (...) betrifft die Art, wie die Komponenten des Oberflchentextes, d.h. die Worte wie wir sie tatschlich hren und sehen, miteinander verbunden sind. Die Oberflchenkomponenten hngen durch grammatische Formen und Konventionen von einander ab, so dass also Kohsion auf grammatischen Abhngigkeiten beruht. (Beaugrande, Dressler 1981: 3f.) Kohrenz betrifft den konzeptuellen Zusammenhang zwischen den Komponenten des Textes: Kohrenz betrifft die Funktionen, durch die die Komponenten der Textwelt, d.h. die Konstellation von Konzepten (Begriffen) und Relationen (Beziehungen), welche dem Oberflchentext zugrundeliegen, fr einander gegenseitig zugnglich und relevant sind. (Beaugrande, Dressler 1981: 3)

2. 3. 3. IntentionalittDie Kommunikationsabsicht, die Intention des Produzenten, bestimmt die Funktion des Textes. (vgl. Lffler 2007: 33) Man muss die Bedeutung des Begriffs Intention, die er im Alltag hat Absicht, von der Bedeutung dieses Begriffs im Kontext der Intentionalittstheorie unterscheiden. Die Intentionssituation besteht aus zwei Teilen (Inhalt und Typus), die einen Bezug zur realen Welt schaffen. (vgl. Glovacki-Bernardi 2004: 6f) Die Texte werden vor dem Hintergrund des Weltwissens im weitesten Sinne und einer Situationseinschtzung produziert und rezipiert. (Adamzik 2004: 57) Der Rezipient kann aufgrund des Weltwissens bzw. aufgrund kognitiver Schemata (Adamzik 2004: 141) Beziehungen zwischen nicht referenzidentischen Ausdrcken schaffen. (vgl. Adamzik 2004: 140) Bei Werbetexten ist, beispielsweise, der Fall, dass der Produzent bei ffentlich zugnglichen Textenin vielen Fllen gar nicht (persnlich) identifizierbar ist. (Adamzik 2004: 85) Die Intention solcher Texte ist oft Vermittlung von bestimmten Informationen, Interessen, Wissen, Bewegung zum Handeln, Erreichung eines angegebenes Ziels (vgl. Adamzik 2004: 85; Beaugrande, Dressler 1981: 9) usw. und die Mittel der Kommunikation oder Interaktion dienen fr die Produktion eines fr die breitere Population geeigneten Textes, beziehungsweise alle kommen als potenzielle Rezipienten in Frage. (Adamzik 2004: 85) Nach Beaugrande und Dressler intendiert der Produzent eines Textes sein Produkt als kohsiven und kohrenten Text, und das definieren sie als Intention des Textproduzenten. (Beaugrande, Dressler 1981: 118)

3 Empirische Untersuchung

Diese empirische Untersuchung hat als Ziel zu zeigen, welche Merkmale in einem Werbetext im kroatischen und welche im deutschen Reiseportal vorkommen die Similaritten und Differenzen beim Aufbau eines Textes in zwei verschiedenen Sprachen. Die Korpusanalyse ist so durchgefhrt worden, indem die in den vorigen Kapitteln bearbeiteten Textualittskriterien komparativ anhand zwei Texten untersucht sind. Allerdings wurde auch ein Versuch gemacht, diese Texte nher zu bestimmen, beziehungsweise zu klassifizieren.

Das Ziel der Untersuchung ist zu sehen, ob diese Werbetexte gemeinsame Merkmale haben, anhand denen man sie als solche klassifizieren kann. Weiterhin wurde untersucht, ob die sprachlichen Strukturen, die im Text vorkommen, relevant sind, um die Textualittskriterien zu bestimmen und mithilfe von diesen die Texte zu spezifischen Textsorten einzuordnen.

3. 1 Komparative Korpusanalyse

Die Texte, die methodologisch komparativ untersucht sind, sind im Jahr 2015 in zwei Reiseportals verffentlicht worden. Beide befassen sich mit dem Thema Markusdom in Venedig: Bazilika svetog Marka und Markusdom. Beide haben einen kleineren Textumfang ein paar krzere Abstze mit Hauptinformationen. Es wurde ein Vergleich zwischen den Merkmalen beider Texte gemacht und dann, anhand den Textualittskriterien bestimmt, ob diese Texte einfach zu den Werbetexten sortiert sein knnen, oder diese Textsorte als Grenzflle zu bestimmen sind.

3. 2 Resultate der Analyse

Es lsst sich feststellen, dass beide Texte, der kroatische Text Bazilika svetog Marka und der deutsche Markusdom die Textualittskriterien der Kohsion, Kohrenz und Informativitt erfllen. Das Thema ist in beiden Texten gleich: Der Dom des Heiligen Markus in Venedig. Der Inhalt folgt dem Thema: die Thema Rhema Gliederung ist durch die Progression mit einem durchlaufenden Thema bestimmt. Das Thema bleibt konstant, aber in einzelnen Stzen wird ein neues Rhema hinzugefgt. Zum Beispiel:Bazilika svetog Marka: Bazilika svetog Marka dominantna je graevina na istoimenom trgu. Svakako spada meu najljepe i najzanimljivije svjetske crkve, a panju privlai svojim posebnim izgledom. Bazilika je graena jo poetkom 9. stoljea, a otada je mnogo puta ruena, graena, nadograivana i mijenjana. (...) Tlocrt bazilike ima oblik grkog kria...Markusdom: Das bedeutendste Gotteshaus der Lagunenstadt ist der Markusdom, die Basilica di San Marco, im Herzen von Venedig. Er wurde Mitte des 11. Jahrhunderts mit den Zuwendungen des Dogen Domenico Contarini errichtet. Die Architektur orientiert sich am Vorbild vieler byzantinischer Bauten...(...) Der Innenraum von di San Marco ist besonders fr seine kunstvollen Mosaiken berhmt.Es besteht eine referenzielle Kohrenz im Text und die deiktischen und phorischen Elemente schaffen eine Referenz zwischen dem Bezugswort und dem Referenzwort. Zum Beispiel:Bazilika svetog Marka:Osim bljetavila, bazilika s Loggije dei Cavalli nudi i prekrasan pogled na Trg sv. Marka i lagunu kojom dominira crva San Giorgio Maggiore na otoiu San Giorgio. Na spomenutoj loi se nalazi i slavna kvadriga, tj. koija s etiri konja, za koju se vjeruje da je jedini preostali primjerak rimske antike kvadrige. Iako je vrijeme njihovog nastanka upitno, zna se da su konji zavrili u Konstantinopolu, odakle su u Veneciju dopremljeni nakon jednog od kriarskih ratova i pada Konstantinopola 1204. godine. Njihovu burnu povijest upotpunio je Napoleon, koji ih je krajem 18. stoljea odnio u Pariz, odakle su konano vraeni u Veneciju 1815. godine. Da bei der Deixis auf Referenten auerhalb des Textes Bezug genommen wird, kann das Lexem Napoleon als Beispiel genommen werden. Von dem Weltwissen abhngend, weiss der Leser, dass Napoleon ein mchtiger franzsischer Feldmarschall und Eroberer war. Und da sich das lexem odnio auf Napoleon bezieht, kann man diese Referenz bei odnio als anadeiktisch und anaphorisch betrachten, weil dieses lexem auf Napoleon (den der Leser als Eroberer (nicht) kennt), also auf den vorangegangenen Kontext verweist.Die Phorik ist anhand fettgedrukten Lexemen dargestellt. Bei slavna kvadriga, konji und u Konstantinopolu, odakle gibt es eine anaphorische Funktion, weil konji auf einen vorangegangenen Lexem verweisen auf slavna kvadriga, aber auch eine kataphorische Funktion, weil u Konstantinopolu auf einen nachvolgenden Kontext verweist, auf odakle. Mit diesen Relationen und Referenzen zwischen Lexemen, die in Ganzheit die grammatischen und syntaktischen Kriterien im Kontext der Ganzheit des Textes erfllen (Kohsion), wurde das Textualittskriterium der Kohrenz, aber auch der Kohsion erfllt. Das Kriterium der Intentionalitt wurde dadurch auch erfllt, weil der Text als ein kohrentes und kohsives Produkt intendiert wurde. Die Intention (Absicht) ist mit der Funktion verbunden: der Produzent (das Reiseportal) hatte die Absicht die Leser (potentielle Kunden) zu informieren, intrigieren, belehren, zur einer Handlung (Reise per das Reiseportal zu buchen) bewegen und damit das Ziel (der Profit des Reiseportals durch die Reise eines Kunden) erreichen.Das gleiche gilt auch fr den Text auf deutscher Sprache. Ein Spezifikum solcher Texte sind auch einige Merkmale, wie beispielsweise auffllige sprachlichen Gestaltungsmittel: Slogans, persuasive Elemente, verschiedene Epitheta, fettgedruckte Wrter, spezifische Stichwrter, relativ kurze Abstze, was in dem theoretischen Teil dieser Seminararbeit erwhnt wurde:im kroatischen Text sind die Stichwrter fett gedruckt, und im deutschen Text wurde fr das wichtigste eine grere Schriftgre benutzt. In beiden Texten kommen persuasive Elemente wie svakako, bestimmt, meu najzanimljivije, eine der schnsten, Epitheta wie grandios, beeindruckend, dominantna, impresivna...benutzt.Markusdom

Bazilika svetog Marka

Erwhnt wurde auch, dass in solchen Texten oft eine bestimmte Wortfolge benutzt wird, die die Kommunikationsdynamik betont. Zum Beispiel:Koliko je taj naziv opravdan najbolje ete vidjeti kad uete u baziliku i ugledate impresivnu unutranjost. Bizantski mozaici prekrivaju gotovo cijeli strop, ali i dobar dio tla. No, ako pomislite da raskonije ne moe, bazilika e vas razuvjeriti.Das bedeutendste Gotteshaus der Lagunenstadt ist der Markusdom, die Basilica di San Marco, im Herzen von Venedig. Er wurde Mitte des 11. Jahrhunderts mit den Zuwendungen des Dogen Domenico Contarini errichtet.

Die wichtigkeit des soziokulturellen Aspekts kann man generell durch diese Textanalyse dabei erkennen, indem man in Betracht nimmt, dass wegen der Angehrigkeit zum gleichen, mitteleuropischen Kulturkreis, die Leser des kroatischen und des deutschen Textes sehr hnliche Informationen bekommen, bezehungsweise sie die Informationen auf eine gleiche Art prozessuieren knnen, weil sie ein hnliches Weltwissen/Vorwissen beim Lesen eines solchen Textes haben (sollten). Natrlich hngt vieles auch von dem Individuum ab, weil jeder Leser beim Lesen ein eigenes Schemata bildet.

Ein Aspekt, der in Analysen, die sich der textlinguistischen Perspektive bedienen, bisher zu kurz gekommen ist, ist der Umgang mit Text-Bild-Kombinationen, denn "Medien [treten] in Interaktion miteinander auf. Mndliche und schriftliche uerungsformen wirken in vielfltiger Weise nicht mehr isoliert, sondern jeweils untersttzt durch Musik, Bilder o.a." (Gansel/Jrgens 2007, 15). Texte knnen also nicht nur auf Sprache reduziert werden. Mit Hilfe von Bildern knnen textuelle Aussagen gesttzt, widerlegt oder aber auch hinterfragt werden. (Lffler 2007: 11) Bei diesen zwei Texten werden Bilder des Markusdoms verwendet und damit wird die Konsistenz betont, weil der Bild- und Textinhalt berrein stimmen und sich ergnzen.

3. 3 Fazit

Die Untersuchung hat gezeigt, dass beide Texte Gebrauchstexte sind: sie sind durch Zweckhaftigkeit, einen Realittsbezug, Monovalenz, spezifische Textfunktion(en) (Information, Appell, Obligation) charakterisiert und sind belehrend, persuasiv und instruktiv.

Die Untersuchung hat auch bewiesen, dass man die Textualitt eines Textes nicht nur anhand der sprachlichen Strukturen bestimmen kann, sondern im Kontext seiner kommunikatorischen Orientierung. (Glovacki-Bernardi 2004: 50) Dass diese Gebrauchstexte, als Werbetexte klassifiziert, zu Grenzfllen gehren, beweist die Tatsache, dass diese Texte nicht nur eine Funktion haben, sondern mehrere Informationsfunktion (eine Art Bericht), Appellfunktion (Werbung) und Obligationsfunktion (Angebot).

4 Schlussfolgerung

Diese Seminararbeit hatte die Aufgabe Merkmale, die einen Werbetext charakterisieren, genauer zu definieren, insbesondere die Textualittskriterien, die zum Aufbau eines Textes dienen. Im theoretischen Teil wurde Bezug zur Textlinguistik als wissenschaftlicher Disziplin genommen, die Textsorten beschrieben und der Begriff des Werbetextes beschrieben. Weiterhin wurden einige Textualittskriterien (Kohsion, Kohrenz und Intentionalitt) und Funktionen des Textes (Informationsfunktion, Appellfunktion, Obligationsfunktion, Kontaktfunktion und Deklarationsfunktion), die fr die Untersuchung relevant sind, angegeben und erklrt.Es wurde erklrt, was Textualitt ist und welche Textsorten es gibt. Die Problematik eines Werbetextes, beziehungsweise dessen grenzflligkeit wurde prziser dargestellt und in der Untersuchung bewiesen.In der Untersuchung wurden anhand des Textes auf Kroatisch und des Textes auf Deutsch, die in zwei Reiseportals erschienen sind, die Merkmale eines Textes und die Textualittskriterien nher dargestellt. Es wurde ostensiv gezeigt, wodurch eigentlich ein solcher Werbetext charakterisiert ist und welche sprachlichen und Darstellungsmittel beim Aufbau eines solchen Textes in zwei Sprachen vorkommen. Durch diese Textanalyse wurde auch das gezeigt, dass wegen der Angehrigkeit zum gleichen, mitteleuropischen Kulturkreis, die Leser des kroatischen und des deutschen Textes sehr hnliche Informationen bekommen, bezehungsweise sie die Informationen auf gleiche Art prozessuieren knnen, weil sie ein hnliches Weltwissen/Vorwissen beim Lesen eines solchen Textes haben (sollten). Es wurde auch die Wichtigkeit des Bildmaterials bei der Gliederung solcher Texte dargestellt, da die Bilder in einer gewissen Interaktion mit dem Text stehen.

5 Quellen

5.1 Literaturquellen

Adamzik, Kirsten (2001): Sprache. Wege zum Verstehen, Utb GmbH Verlag, Tbingen

Adamzik, Kirsten (2004): Textlinguistik. Eine einfhrende Darstellung, Max Niemeyer Verlag, Tbingen

Beaugrande, Robert-Alain; Dressler, Wolfgang Ulrich (1981): Einfhrung in die Textlinguistik, Niemeyer Verlag, Tbingen

Furthmann, Katja (2006): Die Sterne lgen nicht: Eine linguistische Analyse der Textsorte Pressehoroskop, Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Gttingen

Glovacki-Bernardi, Zrinjka (2004): O tekstu, kolska knjiga, Zagreb

Heinemann, Wolfgang; Viehweger, Dieter (1991): Textlinguistik: Eine Einfhrung, Walter de Gruyter Verlag, Berlin

Linke, Angelika; Nussbaumer, Markus; Portmann, Paul R. (1994): Studienbuch Linguistik, Niemeyer Verlag, Tbingen

Lffler, Doreen (2007): Eine Analyse von Textsorten in verschiedenen Formaten von Ratgeberzeitschriften, 25.10.2007, Ernst-Moritz-Arndt-Universitt Greifswald, Institut fr Deutsche Philologie, Greifswald

Prings, Ralf; Schmitz, Ulrich (1999): Sprache und Sprachwissenschaft. Eine kognitiv orientierte Einfhrung, Narr Verlag, Tbingen

Rolf, Eckard (1993): Die Funktionen der Gebrauchstextsorten, Walter de Gruyter Verlag, Berlin

Schrodt, Richard (2007): Tekstna lingvistika, in: Glovacki-Bernardi, Zrinjka (Hrsg.): Uvod u lingvistiku, kolska knjiga, Zagreb

Ueding, Gert; Steinbrink, Bernd (2011): Grundri der Rhetorik. Geschichte Technik Methode, Verlag J. B. Metzler, Stuttgart, Weimar

5.2 Internetquellen

Frey, Ute: Germanistische Sprach- und Literaturdidaktik: Zur Didaktik des Umgangs mit pragmatischen Texten, Lehrstuhl fr Germanistische Sprach- und Literaturdidaktik, Universitt Erfurt, 2014 (https://www.uni-erfurt.de/fileadmin/user-docs/Germanist_Sprach_Literaturdidaktik/Download/Uebersichten_zur_Literatur-_und_Mediendidaktik__MEd_/x4_Zur_Didaktik_des_Umgangs_mit_pragmatischen_Texten_-_Zusammenfuehrung.pdf 6.8.2015, 16:12) Klaustina, Kristine: Referentielle und relationale Kohrenz im deutschen und lettischen Bericht, in: Studies about Languages, Nr. 7, 2005 (http://www.kalbos.lt/zurnalai/07_numeris/07.pdf 9.8.2015, 9:56)

AnhangBazilika svetog Marka, Reiseportal: www.putovnica.net link: http://www.putovnica.net/odredista/italija/venecija/sto-posjetiti-znamenitosti-u-veneciji/bazilika-svetog-marka (11.8.2015)

Markusdom, Reiseportal: www.expedia.de link: https://www.expedia.de/Markusdom-Venedig.d503202.POI (11.8.2015)

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