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Mensch, Beruf, Vorsorge

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Die Broschüre «Mensch, Beruf, Vorsorge» führt auf leicht verständliche Art an ein komplexes Thema heran: die berufliche Vorsorge. Sie vermittelt nicht nur trockene Fakten, sondern stellt eine Druckerei und ihre Mitarbeitenden vor. An diesem Beispiel wird klar, dass die berufliche Vorsorge nicht erst bei der Pensionierung aktuell wird, sondern schon viel früher in unser Leben eingreift: beim Stellenwechsel, beim Hauskauf, bei der Scheidung oder bei Invalidität.

Text of Mensch, Beruf, Vorsorge

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    Schweizerischer Versicherungsverband (SVV)Conrad-Ferdinand-Meyer-Strasse 14Postfach 4288CH-8022 ZrichTel. +41 44 208 28 28Fax +41 44 208 28 [email protected]

    Mensch, Beruf, Vorsorge

    Eine Einfhrung in die berufliche Vorsorge

    Vorsorge? Muss mich das interessieren?

    Der AHV-Lohn entspricht dem Bruttolohn gemss Lohnausweis.

    In der beruflichen Vorsorge wird nicht der gesamte Lohn versichert, weil ein Teil davon bereits durch die AHV abgedeckt ist. Der versicherte Lohn entspricht

    dem AHV-Lohn minus Koordinationsabzug (24 570 Franken) und wird als BVG-

    Lohn bezeichnet. In der beruflichen Vorsorge werden obligatorisch maximal

    59 670 Franken versichert (Grenzbetrge Seite 64).

    So viel hat der Versicherte bis Ende 2012 in der Pensionskasse angespart.

    Die Altersgutschrift ist abhngig vom Alter des Versicherten. Je nach Jahr und Ertragslage werden unter Entwicklung des Altersguthabens ausserdem ber-

    schsse ausgewiesen.

    So hoch wird das Alterskapital bzw. die Rente zum Zeitpunkt der ordentlichen Pensionierung im Alter von 65 Jahren sein. Es ist eine Hochrechnung, die davon

    ausgeht, dass der versicherte Jahreslohn, der Zinssatz und der Umwandlungs-

    satz gleich bleiben. Fr die Berechnung der Altersrente wird das voraussicht-

    liche Alterskapital mit dem Umwandlungssatz ( Seite 50) multipliziert.

    Falls der Versicherte vor Erreichen des Pensionierungsalters stirbt und die Pensionskasse keine Ehegatten- oder Lebenspartnerrente ausrichten muss,

    erhlt der Begnstigte das Altersguthaben in Form eines Todesfallkapitals

    (nicht Teil der Erbmasse). Bei Invaliditt oder Tod in Folge eines Unfalls werden

    die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung angerechnet.

    Wenn man die Stelle wechselt, wird die Freizgigkeitsleistung an die neue Vorsorgeeinrichtung berwiesen. Die Freizgigkeitsleistung wird ausbezahlt,

    wenn man sich selbststndig macht oder die Schweiz definitiv verlsst (bei

    Ausreise in die EU nur Auszahlung des berobligatorischen Teils).

    46344_SVV_BeruflicheVorsorge_UG_D+1-2.indd 1 27.11.12 10:06

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    Mensch, Beruf, Vorsorge

    Eine Einfhrung in die berufliche Vorsorge

    Vorsorge? Muss mich das interessieren?

    Der AHV-Lohn entspricht dem Bruttolohn gemss Lohnausweis.

    In der beruflichen Vorsorge wird nicht der gesamte Lohn versichert, weil ein Teil davon bereits durch die AHV abgedeckt ist. Der versicherte Lohn entspricht

    dem AHV-Lohn minus Koordinationsabzug (24 570 Franken) und wird als BVG-

    Lohn bezeichnet. In der beruflichen Vorsorge werden obligatorisch maximal

    59 670 Franken versichert (Grenzbetrge Seite 64).

    So viel hat der Versicherte bis Ende 2012 in der Pensionskasse angespart.

    Die Altersgutschrift ist abhngig vom Alter des Versicherten. Je nach Jahr und Ertragslage werden unter Entwicklung des Altersguthabens ausserdem ber-

    schsse ausgewiesen.

    So hoch wird das Alterskapital bzw. die Rente zum Zeitpunkt der ordentlichen Pensionierung im Alter von 65 Jahren sein. Es ist eine Hochrechnung, die davon

    ausgeht, dass der versicherte Jahreslohn, der Zinssatz und der Umwandlungs-

    satz gleich bleiben. Fr die Berechnung der Altersrente wird das voraussicht-

    liche Alterskapital mit dem Umwandlungssatz ( Seite 50) multipliziert.

    Falls der Versicherte vor Erreichen des Pensionierungsalters stirbt und die Pensionskasse keine Ehegatten- oder Lebenspartnerrente ausrichten muss,

    erhlt der Begnstigte das Altersguthaben in Form eines Todesfallkapitals

    (nicht Teil der Erbmasse). Bei Invaliditt oder Tod in Folge eines Unfalls werden

    die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung angerechnet.

    Wenn man die Stelle wechselt, wird die Freizgigkeitsleistung an die neue Vorsorgeeinrichtung berwiesen. Die Freizgigkeitsleistung wird ausbezahlt,

    wenn man sich selbststndig macht oder die Schweiz definitiv verlsst (bei

    Ausreise in die EU nur Auszahlung des berobligatorischen Teils).

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  • Das 3-Sulen-System

    Die AHV/IVDie Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) gibt es seit 1948. Sie funktioniert nach dem Umlageverfahren. Das bedeutet, dass die Versi-cherungsbeitrge, welche die Arbeitgeber und Arbeitnehmer heute lei-sten, sofort wieder als Renten ausbezahlt werden. Die AHV ist eine staatliche Versicherung und organisatorisch eng verbunden mit der ebenfalls staatlichen Invalidenversicherung (IV). Die Maximalrente be-trgt monatlich 2340 Franken fr eine Einzelperson.

    Die berufliche Vorsorge1985 ist das Gesetz ber die berufliche Vorsorge (BVG) in Kraft getreten. Seither sind alle Arbeitnehmer obligatorisch fr Alter, Tod und Invalidi-tt versichert, sofern sie mehr als 21 060 Franken pro Jahr verdienen. Die Altersrente wird mit Sparbeitrgen finanziert, und fr die Absiche-rung gegen Tod und Invaliditt werden Risikobeitrge erhoben. Selbst-stndigerwerbende knnen sich freiwillig versichern, Nichterwerbs-ttigen steht die berufliche Vorsorge nicht offen. Die berufliche Vor-sorge funktioniert nach dem Kapitaldeckungsverfahren, dabei wird im Laufe eines Arbeitslebens ein individuelles Altersguthaben angespart. Die monatlich vom Lohn des Arbeitnehmers abge-zogenen Sparbeitrge und diejenigen des Arbeitgebers addieren sich zusammen mit den Zinsen zum Altersguthaben. Dieses kann bei der Pensionierung als Kapital oder in Form einer Rente bezogen werden.

    Die private VorsorgeDie 3. Sule dient der Selbstvorsorge. Sie ist freiwillig und liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Es gibt die gebundene Vorsorge (Sule 3a) und die freie Vorsorge (Sule 3b). Das Sparen in der gebun-denen Vorsorge wird durch Steuervergnstigungen gefrdert. Weil das gesparte Kapital gebunden ist, kann es nicht vor der Pensionie-rung bezogen werden, abgesehen von einigen Ausnahmen.

    Klar, weils dabei um Geld, Leben und Tod geht.

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    Leistungen bei Invaliditt

    Jhrliche Invalidenrente bei Krankheit 32 000

    Jhrliche Invaliden-Kinderrente bei Krankheit 6 400

    Leistungen im Todesfall

    Jhrliche Ehegattenrente 19 200Todesfallkapital, wenn keine Ehegattenrente fllig wird 80 000Jhrliche Waisenrente 6 400

    Finanzierung

    Beitrag fr Altersvorsorge 6 652

    Beitrag fr Risikoversicherung, Kosten und Sicherheitsfonds 2 048

    Total 8 700

    Jhrlicher Arbeitnehmerbeitrag 4 350

    Monatlicher Arbeitnehmerbeitrag 363

    Jhrlicher Arbeitgeberbeitrag 4 350

    Freizgigkeitsleistung per 31.12.2013 48 646

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  • Das 3-Sulen-System

    Die AHV/IVDie Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) gibt es seit 1948. Sie funktioniert nach dem Umlageverfahren. Das bedeutet, dass die Versi-cherungsbeitrge, welche die Arbeitgeber und Arbeitnehmer heute lei-sten, sofort wieder als Renten ausbezahlt werden. Die AHV ist eine staatliche Versicherung und organisatorisch eng verbunden mit der ebenfalls staatlichen Invalidenversicherung (IV). Die Maximalrente be-trgt monatlich 2340 Franken fr eine Einzelperson.

    Die berufliche Vorsorge1985 ist das Gesetz ber die berufliche Vorsorge (BVG) in Kraft getreten. Seither sind alle Arbeitnehmer obligatorisch fr Alter, Tod und Invalidi-tt versichert, sofern sie mehr