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Erste Verordnung zum Waffengesetz (1, WaffV) idF v. 10.3.1987 (BGBl. I S. 777), geändert durch Art. 2 VO v. 18.4.1991 (BGBl. I S. 918), VO v. 8.6.1993 (BGBl. I S. 907), Art. 1 VO v. 20.10.1994 (BGBl. I S. 3073) und Art. 32 G v. 25.101994 (BGBl. I S. 3082) Inhaltsübersicht Abschnitt I - Anwendungsbereich des Gesetzes Abschnitt II - Gleichstellung ausländischer Jagderlaubnisse mit dem deutschen Jagdschein Abschnitt II - Anforderungen an Reizstoffgeschosse, Reizstoffsprühgeräte und die dafür verwendeten Reizstoffe Abschnitt IV - Nachweis der Fachkunde für den Waffenhandel Abschnitt V - Waffen- und Munitionsbücher Abschnitt VI - Kennzeichnung, Verpackung und Aufbewahrung Abschnitt VII - Anzeigepflichten Abschnitt VIII - Nachweis der Sachkunde Abschnitt IX - Benutzung von Schießstätten Abschnitt X - Ausbildung im Verteidigungsschießen Abschnitt XI - Übergangs-, Bußgeld- und Schlussvorschriften Abschnitt I. Anwendungsbereich des Gesetzes § 1 (1) Das Waffengesetz (Gesetz) ist nicht anzuwenden auf 1. Schusswaffen nach § 1 Abs. 1 des Gesetzes, die zum Spiel bestimmt sind, wenn aus ihnen nur Geschosse nach § 2 Abs. 3 Nr. 1 des Gesetzes verschossen werden können, denen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 0,5 Joule (J) erteilt wird, 2. Schusswaffen nach § 1 Abs. 1 des Gesetzes, bei denen feste Körper mittelbar durch Muskelkraft angetrieben werden, 3. die in § 1 Abs. 2 des Gesetzes bezeichneten Geräte, die zum Spiel bestimmt sind, wenn mit ihnen nur a) Zündblättchen, -bänder oder -ringe (Amorces) abgeschossen werden können, b) Knallkorken abgeschossen werden können,

Erste Verordnung zum Waffengesetz (1, WaffV) Inhaltsübersicht Waffenrecht... · Die Verbote des § 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchstaben a bis c des Gesetzes sind nicht auf Schusswaffen,

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Erste Verordnung zum Waffengesetz

(1, WaffV)

idF v. 10.3.1987 (BGBl. I S. 777), gendert durch Art. 2 VO v. 18.4.1991 (BGBl. I S. 918), VO v.8.6.1993 (BGBl. I S. 907), Art. 1 VO v. 20.10.1994 (BGBl. I S. 3073) und Art. 32 G v. 25.101994

(BGBl. I S. 3082)

Inhaltsbersicht

Abschnitt I - Anwendungsbereich des Gesetzes

Abschnitt II - Gleichstellung auslndischer Jagderlaubnisse mit dem

deutschen Jagdschein

Abschnitt II - Anforderungen an Reizstoffgeschosse, Reizstoffsprhgerte

und die dafr verwendeten Reizstoffe

Abschnitt IV - Nachweis der Fachkunde fr den Waffenhandel

Abschnitt V - Waffen- und Munitionsbcher

Abschnitt VI - Kennzeichnung, Verpackung und Aufbewahrung

Abschnitt VII - Anzeigepflichten

Abschnitt VIII - Nachweis der Sachkunde

Abschnitt IX - Benutzung von Schiesttten

Abschnitt X - Ausbildung im Verteidigungsschieen

Abschnitt XI - bergangs-, Bugeld- und Schlussvorschriften

Abschnitt I. Anwendungsbereich des Gesetzes

1

(1) Das Waffengesetz (Gesetz) ist nicht anzuwenden auf

1. Schusswaffen nach 1 Abs. 1 des Gesetzes, die zum Spiel bestimmt sind, wenn

aus ihnen nur Geschosse nach 2 Abs. 3 Nr. 1 des Gesetzes verschossen

werden knnen, denen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 0,5 Joule (J)

erteilt wird,

2. Schusswaffen nach 1 Abs. 1 des Gesetzes, bei denen feste Krper mittelbar

durch Muskelkraft angetrieben werden,

3. die in 1 Abs. 2 des Gesetzes bezeichneten Gerte, die zum Spiel bestimmt

sind, wenn mit ihnen nur

a) Zndblttchen, -bnder oder -ringe (Amorces) abgeschossen

werden knnen,

b) Knallkorken abgeschossen werden knnen,

4. Gerte nach 1 Abs. 2 des Gesetzes, die zum einmaligen Abschieen von

pyrotechnischen Gegenstnden im Sinne des Sprengstoffgesetzes bestimmt

sind,

5. Munition nach 2 Abs. 1 des Gesetzes, bei der die Ladung nicht schwerer als 15

mg ist, sowie Knallkorken,

6. Gegenstnde nach 2 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes, wenn sie nicht dazu bestimmt

sind, aus Schusswaffen oder aus Gerten nach 1 Abs. 2 des Gesetzes

verschossen zu werden.

(2) Auf Schusswaffen mit Lunten- oder Funkenzndung ist das Gesetz mit Ausnahme

der 16 bis 20, 39, 44 und 45 nicht anzuwenden.

(3) Absatz 1 gilt nicht fr

1. Schusswaffen nach Absatz 1 Nr. 1, die mit allgemein gebruchlichen Werkzeugen

so gendert werden knnen, dass die Bewegungsenergie der Geschosse

gesteigert wird,

2. Gerte nach Absatz 1 Nr. 3, wenn sie mit allgemein gebruchlichen Werkzeugen

in eine Schusswaffe oder ein anderes, einer Schusswaffe gleichstehendes Gert

umgearbeitet werden knnen,

3. Schusswaffen und Gerte nach Absatz 1, die ihrer ueren Form nach den

Anschein einer vollautomatischen Selbstladewaffe hervorrufen, die Kriegswaffe

im Sinne des Gesetzes ber die Kontrolle von Kriegswaffen ist.

2

(1) Die Vorschriften des Gesetzes ber die Waffenherstellungs- und

Waffenhandelserlaubnis sowie ber das Waffenhandelsbuch ( 7 bis 12) sind nicht

anzuwenden auf

1. den Handel

a) mit Schusswaffen mit Zndnadelzndung,

b) mit einlufigen Einzelladerwaffen mit Zndhtchenzndung

(Perkussionswaffen), deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt

worden ist,

2. den Handel mit Schussapparaten und deren Munition,

3. den Austausch von Teilen eines Schussapparates (Instandsetzung), die vom

Hersteller bezogen und nach dessen Anleitung eingebaut werden, ohne dass

hierbei die Bauart verndert wird.

Die Verbote des 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchstaben a bis c des Gesetzes sind nicht auf

Schusswaffen, die vor dem 1. Januar 1871 hergestellt worden sind, anzuwenden. Auf

die Herstellung von Schussapparaten sind die Vorschriften ber das

Waffenherstellungsbuch ( 12 des Gesetzes), auf Arbeiten nach Satz 1 Nr. 3 die

Vorschriften ber die Erlaubnispflicht nach 41 des Gesetzes nicht anzuwenden.

(2) Das Gesetz ist mit Ausnahme der 33 und 40 auf Unterwasser-Sportgerte, bei

denen zum Antrieb der Geschosse keine Munition verwendet wird (Harpunengerte),

nicht anzuwenden.

(3) Die Vorschriften des Gesetzes ber die Prfung und Zulassung von

Handfeuerwaffen (Abschnitt III) sind nicht anzuwenden, wenn die dort bezeichneten

Handfeuerwaffen zum Verschieen von Munition bestimmt sind, bei der die Ladung

nicht schwerer als 15 mg ist.

(4) Die Vorschriften des Gesetzes ber die Waffenbesitzkarte und die Anmeldepflicht (

28 und 59) sind nicht anzuwenden auf

1. Schusswaffen der in Absatz 1 Nr. 1 bezeichneten Art,

2. Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen, die der zugelassenen Bauart

entsprechen und das Zulassungszeichen nach Anlage 1 Abbildung 2 tragen oder

bei denen die Ladung der zu verschieenden Munition nicht schwerer als 15 mg

ist,

3. Luftdruck-, Federdruck- und CO2-Waffen, a) deren Geschossen eine

Bewegungsenergie von nicht mehr als 7,5 J erteilt wird und die das Kennzeichen

nach Anlage 1 Abbildung 1 tragen, b) die vor dem 1. Januar 1970 in den Handel

gebracht worden sind oder c) die in der Zeit vom 1. Januar 1970 bis 2. Oktober

1990 im Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik und vom 3. Oktober

1990 bis 2. April 1991 im Beitrittsgebiet hergestellt worden sind.

(5) Die Vorschriften des Gesetzes ber die Prfung des Bedrfnisses ( 30 Abs. 1 Satz

1 Nr. 3 des Gesetzes) sind bei der Entscheidung ber

1. die Erteilung der Waffenbesitzkarte fr Handfeuerwaffen, deren Geschossen eine

Bewegungsenergie von nicht mehr als 7,5 J erteilt wird und die das Kennzeichen

nach Anlage 1 Abbildung 1 tragen,

2. die Erteilung des Munitionserwerbscheins fr Munition, die fr Waffen nach

Nummer 1 bestimmt ist,

1. nicht anzuwenden.

(6) 14 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes ist nicht anzuwenden auf Munition, die zur Ausfuhr

oder zum sonstigen Verbringen in Staaten bestimmt ist, mit denen die gegenseitige

Anerkennung der Prfzeichen vereinbart ist. 34 Abs. 1 Satz 3 des Gesetzes gilt nicht fr

den Vertrieb und das berlassen von Munition an erwerbsberechtigte

Munitionssammler.

(7) Die Vorschriften ber das Munitionshandelsbuch und den Munitionserwerb ( 12

Abs. 3 und 29 Abs. 1 des Gesetzes) sind auf pyrotechnische Munition, die das

Zulassungszeichen nach Anlage II Abbildung 5 zur Dritten Verordnung zum

Waffengesetz mit der Klassenbezeichnung PM I trgt, nicht anzuwenden. 12 Abs. 3

des Gesetzes ist ferner auf Patronen- und Kartuschenmunition fr Schusswaffen, zu

deren Erwerb es ihrer Art nach keiner Erlaubnis bedarf, sowie auf Munition der

Matafeln fr Handfeuerwaffen und Munition in der Fassung der Bekanntmachung vom

20. Februar 1991, Tabellen 1a bis 2 und 4 (BAnz. Nr. 52a 15. Mrz 1991) nicht

anzuwenden.

3

(1) Die Vorschriften des Gesetzes ber die Waffenbcher, die Prfung und Zulassung

von Handfeuerwaffen, die Einfuhr und die Waffenbesitzkarte ( 12, Abschnitte III und IV

und 28) sind auf vernderte Schusswaffen mit einer Lnge von mehr als 60 cm, die fr

Zier- oder Sammlerzwecke, zu Theaterauffhrungen, Film- oder Fernsehaufnahmen

bestimmt sind, nicht anzuwenden, wenn sie die nachstehenden Anforderungen erfllen:

1. Das Patronenlager muss dauerhaft so verndert sein, dass keine Patronen- oder

pyrotechnische Munition geladen werden kann.

2. Der Lauf muss in dem dem Patronenlager zugekehrten Drittel mindestens sechs

kalibergroe, nach vorn gerichtete unverdeckte Bohrungen oder andere

gleichwertige Laufvernderungen aufweisen und vor diesen in Richtung der

Laufmndung mit einem kalibergroen gehrteten Stahlstift dauerhaft

verschlossen sein.

3. Der Lauf muss mit dem Gehuse fest verbunden sein, sofern es sich um Waffen

handelt, bei denen der Lauf ohne Anwendung von Werkzeugen ausgetauscht

werden kann.

4. Die Schusswaffen drfen ihrer ueren Form nach nicht den Anschein einer

vollautomatischen Selbstladewaffe, die Kriegswaffe ist, hervorrufen.

Die nderungen mssen so vorgenommen sein, dass sie nicht mit allgemein

gebruchlichen Werkzeugen rckgngig gemacht und die Gegenstnde nicht so

gendert werden knnen, dass aus ihnen Geschosse, Patronen- oder pyrotechnische

Munition verschossen werden kann.

(2) Die in Absatz 1 genannten Vorschriften des Gesetzes sind auf Schusswaffen nicht

anzuwenden, die vor dem 1. April 1976 entsprechend den Anforderungen des 3 der

Ersten Verordnung zum Waffengesetz vom 19. Dezember 1972 (BGBl. I S. 2522)

verndert worden sind.

4

(1) Die Vorschriften des Gesetzes ber die Waffenbesitzkarte ( 28) sind nicht

anzuwenden auf

1. Wechsel- und Austauschlufe gleichen oder geringeren Kalibers

einschlielich der fr diese Lufe erforderlichen auswechselbaren

Verschlsse,

2. Wechseltrommeln, aus denen nur Munition verschossen werden kann, bei der

gegenber der fr die Waffe bestimmten Munition Geschossdurchmesser und

hchstzulssiger Gebrauchsgasdruck gleich oder geringer sind (Matafeln),

3. Einstze, die dazu bestimmt sind, Munition mit kleinerer Abmessung zu

verschieen, und die keine Einstecklufe sind,

fr Schusswaffen, die bereits in der Waffenbesitzkarte des Inhabers einer Erlaubnis

nach 28 des Gesetzes eingetragen sind.

(2) Der Erwerb der Wechsel- oder Austauschlufe nach Absatz 1 Nr. 1 und der

Wechseltrommeln nach Absatz 1 Nr. 2 ist der zustndigen Behrde innerhalb eines

Monats unter Vorlage der Waffenbesitzkarte zur Eintragung des Erwerbs anzuzeigen.

5

(1) Die Vorschriften des Gesetzes fr Schusswaffen, deren Geschossen eine

Bewegungsenergie von mehr als 7,5 J erteilt wird, sind mit Ausnahme des Abschnittes

III auch auf tragbare Gerte anzuwenden, die, ohne Schusswaffe zu sein, zum Angriff

oder zur Verteidigung bestimmt sind und bei denen

1. gasfrmige, flssige oder feste Stoffe das Gert gezielt und brennend mit einer

Flamme von mehr als 20 cm Lnge verlassen,

2. in einer Entfernung von mehr als 2 m bei Menschen a) eine angriffsunfhig

machende Wirkung durch ein gezieltes Versprhen oder Ausstoen von Reiz-

oder anderen Wirkstoffen oder b) eine gesundheitsschdliche Wirkung durch

eine andere als kinetische Energie, insbesondere durch ein gezieltes

Ausstrahlen einer elektromagnetischen Strahlung, hervorgerufen werden kann.

(2) Die Vorschriften des Gesetzes fr Schusswaffen sind auf tragbare Gerte

anzuwenden, bei denen bestimmungsgem Geschosse verschossen werden

knnen, mit Ausnahme von Armbrsten und von Gerten, deren Geschosse mittelbar

durch Muskelkraft angetrieben werden.

(3) Die Vorschriften des Gesetzes ber die Bauartzulassung ( 21, 24 und 47) sind

anzuwenden auf

1. nicht tragbare Selbstschussgerte,

2. andere nicht tragbare Gerte, in denen zum Antrieb in Hlsen untergebrachte

Treibladungen verwendet werden und die fr technische Zwecke bestimmt sind.

Bei diesen Gerten unterliegen der Bauartzulassung nur die Auslsevorrichtung

und die Teile des Gertes, die dem Druck der Pulvergase unmittelbar ausgesetzt

sind.

6

(1) Die Vorschriften des Gesetzes ber den Munitionserwerbschein ( 29 Abs. 1 und 2

des Gesetzes) sind auf Hohlkrper, die zur Aufnahme chemischer Wirkstoffe

hergerichtet sind und als Geschosse verwendet werden sollen - ausgenommen

Geschosse fr Schusswaffen im Sinne des 22 des Gesetzes -, anzuwenden.

(2) Die Vorschriften des Gesetzes ber die Kennzeichnung und Aufbewahrung von

Munition gelten auch fr Geschosse mit oder aus Reizstoffen, soweit diese

Gegenstnde den Anforderungen der 10 und 11 entsprechen.

7

(1) Die fr Schusswaffen geltenden Vorschriften des Gesetzes sind auf unbrauchbar

gemachte Schusswaffen und auf aus Schusswaffen hergestellte Gegenstnde

anzuwenden, wenn

1. das Patronenlager nicht dauerhaft so verndert ist, dass weder Munition noch

Treibladungen geladen werden knnen,

2. der Verschluss nicht dauerhaft funktionsunfhig gemacht worden ist,

3. in Griffstcken oder anderen wesentlichen Waffenteilen fr Handfeuerwaffen mit

einer Lnge von nicht mehr als 60 cm der Auslsemechanismus nicht dauerhaft

funktionsunfhig gemacht worden ist,

4. bei Schusswaffen

a) mit einer Lnge bis zu 60 cm der Lauf nicht auf seiner ganzen Lnge, im

Patronenlager beginnend, bis zur Laufmndung einen durchgehenden

Lngsschlitz von mindestens 4 mm Breite oder im Abstand von jeweils 3 cm,

mindestens jedoch drei kalibergroe Bohrungen oder andere gleichwertige

Laufvernderungen aufweist,

b) mit einer Lnge von mehr als 60 cm der Lauf in dem dem Patronenlager

zugekehrten Drittel nicht mindestens sechs kalibergroe Bohrungen oder andere

gleichwertige Laufvernderungen aufweist und vor diesen in Richtung der

Laufmndung mit einem kalibergroen gehrteten Stahlstift dauerhaft

verschlossen ist.

Schusswaffen im Sinne des 58 Abs. 2 des Gesetzes sind gem den Anforderungen

der Nummern 1 bis 3 unbrauchbar zu machen.

(2) Die fr Schusswaffen geltenden Vorschriften des Gesetzes sind auf Nachbildungen

von Schusswaffen anzuwenden, wenn diese Gegenstnde mit allgemein

gebruchlichen Werkzeugen so umgebaut oder verndert werden knnen, dass aus

ihnen Munition, Ladungen oder Geschosse verschossen werden knnen.

(3) Nachbildungen sind nicht als Schusswaffen hergestellte Gegenstnde, die die

uere Form einer Schusswaffe haben und aus denen nicht geschossen werden kann.

(4) Die Vorschriften des Gesetzes sind auf Schusswaffen nicht anzuwenden, die vor

dem 1. Januar 1979 entsprechend den Anforderungen des Absatzes 1 in der bis zu

diesem Zeitpunkt geltenden Fassung unbrauchbar gemacht worden sind.

7a

Die Vorschriften des Gesetzes ber die Rcknahme und den Widerruf sowie ber die

Folgen der Rcknahme, des Widerrufs und des Erlschens von Erlaubnissen,

Zulassungen und Ausnahmebewilligungen ( 47 und 48 des Gesetzes) sind auf

Einwilligungen und Erlaubnisse nach dieser Verordnung sowie auf den Europischen

Feuerwaffenpass entsprechend anzuwenden.

8

(1) Verboten ist es, folgende Gegenstnde herzustellen, zu bearbeiten, instand zu

setzen, zu erwerben, zu vertreiben, anderen zu berlassen, einzufhren, sonst in den

Geltungsbereich des Gesetzes zu verbringen oder die tatschliche Gewalt ber sie

auszuben:

1. Nadelgeschosse, die fr Schusswaffen - ausgenommen Schussapparate -

bestimmt sind und bei denen der Durchmesser des zylindrischen Teils nicht

mehr als 3 mm betrgt und die Geschosslnge das Zehnfache des

Durchmessers des zylindrischen Teils bersteigt; bei ummantelten Geschossen

gilt als Durchmesser derjenige des Kerns,

2. Revolver- und Pistolenmunition (Tabelle 3 der Matafeln) mit a)

Hohlspitzgeschossen,

b) Teilmantelgeschossen mit Sollbruchstellen sowie Geschosse fr solche

Munition,

3. Gegenstnde, die nach ihrer Beschaffenheit und Handhabung dazu bestimmt

sind, durch Wrgen die Gesundheit zu beschdigen,

4. Przisionsschleudern, dafr bestimmte Armsttzen und vergleichbare

Vorrichtungen sowie sonstige tragbare Schleudern und wesentliche Teile fr

diese Gerte, sofern bei den Schleudern das halbe Produkt aus Auszugskraft und

-lnge einen Wert von 23 J bersteigt,

5. fr Schusswaffen mit gezogenen Lufen bestimmte Patronenmunition, deren

Geschosse

a) im Durchmesser kleiner sind als die Felddurchmesser der dazugehrigen

Schusswaffe und

b) die mit einer Treib- und Fhrungshlse umgeben sind, die sich nach

Verlassen des Laufes vom Geschoss trennt.

(2) 37 Abs. 2 bis 5 des Gesetzes ist auf die in Absatz 1 bezeichneten Gegenstnde

entsprechend anzuwenden.

(3) Als Hohlspitzgeschosse im Sinne des Absatzes 1 Nr. 2 gelten nicht

1. Vollgeschosse, die einen flachen Kopf haben und in der Kopfflche nicht mehr

als 2 mm eingewlbt sind,

2. Vollgeschosse, die einen flachen Kopf haben und mit einer Haube abgedeckt

und in der Kopfflche nicht mehr als 2 mm eingewlbt sind,

3. Geschosse, die mit einer Haube abgedeckt sind, eine durchgehende achsiale

Bohrung von hchstens 2 mm Durchmesser haben und in der Kopfflche nicht

mehr als 2 mm eingewlbt sind.

(4) Przisionsschleudern im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 4 sind tragbare

Schleudern, die zur Erreichung einer hchst mglichen Bewegungsenergie eine

Armsttze oder eine vergleichbare Vorrichtung besitzen oder fr eine solche Vorrichtung

eingerichtet sind.

Abschnitt II. Erwerb und Verbringen von Schusswaffen und Munition innerhalb der

Europischen Gemeinschaften

9

(1) Eine Erlaubnis zum Erwerb von Schusswaffen oder Munition nach den 28 und 29

des Gesetzes darf Personen mit einem Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat der

Europischen Gemeinschaften (Mitgliedstaat) nur erteilt werden, wenn der Antragsteller

die vorherige Einwilligung oder eine Erklrung des anderen Mitgliedstaates vorlegt,

dass eine vorherige Einwilligung nicht erforderlich ist.

(2) Der Erwerb erlaubnispflichtiger Schusswaffen oder Munition im Sinne des Gesetzes

in einem anderen Mitgliedstaat durch Personen mit gewhnlichem Aufenthalt im

Geltungsbereich des Gesetzes bedarf der vorherigen Einwilligung durch die zustndige

Behrde, sofern der andere Mitgliedstaat die vorherige Einwilligung diesen Personen

gegenber verlangt. Fr die Erteilung dieser Einwilligung hat der Antragsteller folgende

Angaben zu machen:

1. ber seine Person:

Vor- und Familienname, Geburtsdatum und -ort, Anschriften sowie Nummer,

Ausstellungsdatum und ausstellende Behrde des Passes oder der

Identittskarte;

2. ber die Schusswaffe:

Anzahl, Art, Kaliber und Kategorie nach der Richtlinie 91/477/EWG des Rates vom

18. Juni 1991 ber die Kontrolle des Erwerbs und des Besitzes von Waffen (ABl.

EG Nr. L 256 S. 51);

3. ber die Munition:

Anzahl, Art, Kaliber und CIP-Prfzeichen.

(3) Die Einwilligung nach Absatz 2 ist zu versagen, wenn

1. der Antragsteller das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder

2. Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass der Antragsteller die erforderliche

Zuverlssigkeit oder krperliche Eignung nicht besitzt; 5 des Gesetzes ist

entsprechend anzuwenden.

Satz 1 Nr. 1 gilt nicht bei Jgern oder Sportschtzen, soweit ffentliche Interessen nicht

entgegenstehen.

9a

(1) Wer erlaubnispflichtige Schusswaffen oder Munition in einen anderen Mitgliedstaat

verbringen oder verbringen lassen will, bedarf der Erlaubnis durch die zustndige

Behrde. Die Erlaubnis wird erteilt, wenn die Berechtigung zur Ausbung der

tatschlichen Gewalt ber die Schusswaffe oder die Munition nachgewiesen ist, die

nach 9b Abs. 2 Satz 1 erforderlichen Angaben ber die Verbringung gemacht worden

sind, die sichere Verbringung gewhrleistet ist und, sofern erforderlich, eine vorherige

Einwilligung des anderen Mitgliedstaates vorliegt.

(2) Wer erlaubnispflichtige Schusswaffen oder Munition aus einem anderen

Mitgliedstaat in den Geltungsbereich des Gesetzes verbringen oder verbringen lassen

will, bedarf der vorherigen Einwilligung durch die zustndige Behrde. Diese wird erteilt,

wenn die Berechtigung zum Erwerb der Schusswaffen oder Munition nach Magabe des

Gesetzes nachgewiesen ist.

(3) Waffenherstellern oder -hndlern ( 7 des Gesetzes) wird auf Antrag durch die

zustndige Behrde allgemein die Erlaubnis zum Verbringen oder Verbringen lassen

von erlaubnispflichtigen Schusswaffen oder erlaubnispflichtiger Munition jeder Art oder

fr bestimmte Arten dieser Schusswaffen oder Munition zu Waffenhndlern in anderen

Mitgliedstaaten fr die Dauer von bis zu drei Jahren erteilt.

9b

(1) Eine Erlaubnis oder Einwilligung nach 9a wird durch eine Bescheinigung der

zustndigen Behrde erteilt.

(2) Fr die Erteilung der Erlaubnis nach 9a Abs. 1 hat der Antragsteller folgende

Angaben zu machen:

1. ber die Person des berlassers und des Erwerbers oder desjenigen, der

Schusswaffen oder Munition ohne Besitzwechsel in einen anderen Mitgliedstaat

verbringt:

Vor- und Familienname, Geburtsdatum und -ort, Wohnort und Anschrift, bei

Firmen auch Telefon- oder Telefaxnummer, sowie Nummer, Ausstellungsdatum

und ausstellende Behrde des Passes oder der Identittskarte und die Angabe,

ob es sich um einen Waffenhndler oder eine Privatperson handelt;

2. ber die Schusswaffen:

Anzahl und Art der Waffen, Kategorie nach der Richtlinie 91/477/EWG, Firma oder

eingetragenes Warenzeichen des Herstellers, Modellbezeichnung, Kaliber,

Herstellungsnummer und gegebenenfalls CIP-Beschusszeichen

3. ber die Munition:

Anzahl und Art der Munition, Kategorie nach der Richtlinie 93/15/EWG des Rates

vom 5. April 1993 zur Harmonisierung der Bestimmungen ber das

Inverkehrbringen und die Kontrolle von Explosivstoffen fr zivile Zwecke (ABl. EG

Nr. L 121 S. 20), Firma oder eingetragenes Warenzeichen des Herstellers,

Kaliber und gegebenenfalls CIP-Munitionsprfzeichen;

4. ber die Lieferanschrift:

genaue Angabe des Ortes, an den die Waffen oder Munition versandt oder

befrdert werden;

5. ber die Versendung:

Befrderungsmittel, Tag der Versendung und voraussichtlicher Ankunftstag.

Fr die Erteilung der Einwilligung nach 9a Abs. 2 hat der Antragsteller die Angaben

nach Satz 1 Nr. 1 bis 4 zu machen. Die Bescheinigung ist bei der Befrderung

mitzufhren und Polizeibeamten oder sonst zur Personen- oder Warenkontrolle

Befugten auf Verlangen zur Prfung auszuhndigen.

(3) Fr die Erteilung der Erlaubnis nach 9a Abs. 3 hat der Antragsteller Angaben ber

Name und Anschrift der Firma, Telefon- oder Telefaxnummer, Vor- und Familienname,

Geburtsort und -datum des Inhabers der Erlaubnis nach 7 des Gesetzes,

Empfngermitgliedstaaten und Art der Schusswaffen und Munition zu machen.

(4) Bei der Befrderung von erlaubnispflichtigen Schusswaffen oder erlaubnispflichtiger

Munition innerhalb der Europischen Gemeinschaften zu einem Waffenhndler in

einem anderen Mitgliedstaat durch einen oder im Auftrag des Inhabers einer Erlaubnis

nach 9a Abs. 3 kann anstelle der Bescheinigung nach Absatz 1 eine Erklrung nach

Anlage 4 mitgefhrt werden.

9c

(1) Personen, die ihren Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat haben, knnen

erlaubnispflichtige Schusswaffen und die dafr bestimmte Munition in den

Geltungsbereich des Gesetzes bei Besuchen mitbringen, wenn ihre Berechtigung zum

Besitz dieser Schusswaffen durch einen Europischen Feuerwaffenpass ihres

Wohnsitzstaates nachgewiesen ist und die zustndige Behrde vorher eingewilligt hat.

Die Einwilligung kann fr die Dauer von bis zu einem Jahr fr einen oder mehrere

Besuche erteilt werden. Sie ist in den Europischen Feuerwaffenpass einzutragen und

kann mehrfach um jeweils ein Jahr verlngert werden. 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 des

Gesetzes gilt entsprechend. Fr das Fhren dieser Waffen findet 35 des Gesetzes

Anwendung.

(2) Einer Einwilligung nach Absatz 1 bedrfen nicht

1. Jger zum Zwecke der Jagd fr bis zu drei Schusswaffen im Sinne des 28 Abs.

4 Nr. 7 des Gesetzes und dafr bestimmte Munition und

2. Sportschtzen zum Zwecke des Schiesports fr bis zu drei erlaubnispflichtige

Schusswaffen und dafr bestimmte Munition,

sofern sie einen fr diese Schusswaffen von ihrem Wohnsitzstaat ausgestellten

Europischen Feuerwaffenpass besitzen, den Grund des Mitbringens nachweisen

knnen und Gegenseitigkeit mit dem anderen Mitgliedstaat gewahrt ist. Das

Bundesministerium des Innern stellt fest, bei welchen Mitgliedstaaten Gegenseitigkeit

gewahrt ist und macht diese Mitgliedstaaten im Bundesgesetzblatt bekannt.

(3) Wer erlaubnispflichtige Schusswaffen und die dafr bestimmte Munition mitbringt,

muss ein Identittsdokument, den Europischen Feuerwaffenpass und einen Beleg fr

den Grund des Mitbringens mit sich fhren und Polizeibeamten oder sonst zur

Personen- oder Warenkontrolle Befugten auf Verlangen zur Prfung aushndigen.

9d

(1) Die Mitnahme von erlaubnispflichtigen Schusswaffen und dafr bestimmter Munition

in einen anderen Mitgliedstaat bei Besuchen ist nur zulssig, wenn der Betreffende im

Besitz eines Europischen Feuerwaffenpasses ist und, sofern erforderlich, eine

vorherige Einwilligung des anderen Mitgliedstaates vorliegt.

(2) Der Europische Feuerwaffenpass wird von der zustndigen Behrde auf Antrag

erteilt, sofern der Antragsteller fr die erlaubnispflichtigen Schusswaffen, die in den

Europischen Feuerwaffenpass eingetragen werden sollen, eine waffenrechtliche

Erlaubnis besitzt. Seine Geltungsdauer betrgt fnf Jahre; soweit bei Jgern und

Sportschtzen in ihm nur Einzelladerwaffen mit einer Lnge von mehr als 60 cm mit

glattem Lauf oder mit glatten Lufen eingetragen sind, betrgt sie zehn Jahre. Die

Geltungsdauer kann zweimal um jeweils fnf Jahre verlngert werden. 28 Abs. 1 Satz

5, 34 Abs. 3 Satz 2 sowie 43 Abs. 2 des Gesetzes gelten entsprechend.

(3) Der Antragsteller hat die Angaben nach 9b Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 bis 3 zu machen. Er

hat ein Lichtbild aus neuerer Zeit in der Gre von mindestens 45 mm x 35 mm im

Hochformat ohne Rand abzugeben. Das Lichtbild muss das Gesicht im Ausma von

mindestens 20 mm darstellen und den Antragsteller zweifelsfrei erkennen lassen. Der

Hintergrund muss heller sein als die Gesichtspartie.

Abschnitt III. Anforderungen an Reizstoffgeschosse, Reizstoffsprhgerte und die

dafr verwendeten Reizstoffe

10

(1) Kartuschenmunition mit Reizstoffen und Gerte, aus denen zu Angriffs- oder

Verteidigungszwecken Reizstoffe versprht oder ausgestoen werden, mssen

hinsichtlich ihrer Beschaffenheit den Anforderungen der Anlage 2 Nr. 2 und die darin

verwendeten Reizstoffe hinsichtlich ihrer Reizwirkung und zulssigen Menge den

Anforderungen der Anlage 2 Nr. 3 und 4 entsprechen sowie nach 11 gekennzeichnet

sein.

(2) Die Vorschriften ber den Verkehr mit Giften, Arzneimitteln und Betubungsmitteln

sowie des Lebensmittelrechts bleiben unberhrt.

(3) Fr die Prfung der Anforderungen nach Anlage 2 ist das Institut fr Aerobiologie der

Fraunhofer-Gesellschaft, 5948 Schmallenberg-Grafschaft, zustndig. Das Institut kann

mit der Durchfhrung von Teilen der Prfung andere Fachinstitute beauftragen.

(4) Die Prfung ist nach Methoden und Verfahren durchzufhren, die dem jeweiligen

Stand der Wissenschaft und Technik entsprechen.

(5) 37 Abs. 2 bis 4 des Gesetzes ist auf die in Absatz 1 bezeichneten Gegenstnde mit

der Magabe anzuwenden, dass auch Ausnahmen von der in 11 vorgeschriebenen

Kennzeichnung zugelassen werden drfen.

11

(1) Auf der kleinsten Verpackungseinheit von Reizstoffgeschossen sind auer der

Kennzeichnung nach 13 Abs. 3 des Gesetzes folgende Angaben anzubringen:

1. Die Aufschrift "Reizstoff",

2. die gebruchliche wissenschaftliche Bezeichnung des Reizstoffes,

3. die Masse des in einem Geschoss enthaltenen Reizstoffes,

4. der Zeitpunkt (Jahr und Monat), bis zu dem die Geschosse verschossen werden

drfen,

5. die Aufschrift "In Entfernungen unter 1 m Gefahr gesundheitlicher

Schdigungen!".

(2) Gerte, aus denen Reizstoffe versprht oder ausgestoen werden, sind mit dem

Namen oder einer eingetragenen Marke des Herstellers, einer Produktbezeichnung und

entsprechend Absatz 1 Nr. 1, 2, 4 und 5 sowie mit der Angabe des Inhalts und der

Konzentration der Reizstofflsung zu kennzeichnen. Gerte mit auswechselbaren

Reizstoffbehltern sind entsprechend Absatz 1 Nr. 1 und 5, die auswechselbaren

Reizstoffbehlter selbst nach Satz 1 zu kennzeichnen. Kartuschenmunition mit

Reizstoffen ist auf dem Hlsenboden mit der Kurzbezeichnung des in der Kartusche

enthaltenen Reizstoffes zu kennzeichnen. Soweit sich die Kennzeichnung auf dem

Hlsenboden wegen der geringen Gre der Munition oder aus sonstigen technischen

Grnden nicht anbringen lsst, ist folgende Farbkennzeichnung am Hlsenmund

anzubringen:

Blau - Reizstoffmunition mit CN,

Gelb - Reizstoffmunition mit CS,

Rot - sonstige Reizstoffmunition.

(3) Jeder kleinsten Verpackungseinheit von Reizstoffgeschossen und jedem Sprhgert

nach Absatz 2 ist eine Gebrauchsanweisung beizufgen, in der die Methoden

sachgerechter Anwendung und die Gefahren einer missbruchlichen Benutzung zu

beschreiben sind.

Abschnitt IV. Nachweis der Fachkunde fr den Waffenhandel

12

(1) Die in der Prfung nach 9 Abs. 1 des Gesetzes nachzuweisende Fachkunde

umfasst ausreichende Kenntnisse

1. der Vorschriften ber den Handel mit Schusswaffen und Munition, den Erwerb

und das Fhren von Schusswaffen sowie der Grundzge der sonstigen

waffenrechtlichen Vorschriften,

2. ber Art, Konstruktion und Handhabung der gebruchlichen Schusswaffen, wenn

die Erlaubnis fr den Handel mit Schusswaffen beantragt ist,

3. ber die Behandlung der gebruchlichen Munition und ihre Verwendung in der

dazugehrigen Schusswaffe, wenn die Erlaubnis fr den Handel mit Munition

beantragt ist.

(2) Der Bewerber hat in der Prfung nach Absatz 1 Kenntnisse nachzuweisen ber

1. Schusswaffen und Munition aller Art, wenn eine umfassende

Waffenhandelserlaubnis beantragt ist,

2. die in der Anlage 3 aufgefhrten Waffen- oder Munitionsarten, fr die die

Erlaubnis zum Handel beantragt ist.

13

(1) Die zustndige Behrde bildet fr die Abnahme der Prfung staatliche

Prfungsausschsse. Die Geschftsfhrung kann der Industrie- und Handelskammer

bertragen werden. Es knnen gemeinsame Prfungsausschsse fr die Bezirke

mehrerer Behrden gebildet werden.

(2) Der Prfungsausschuss besteht aus dem Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Die

Mitglieder des Prfungsausschusses mssen in dem Prfungsgebiet sachkundig sein.

Der Vorsitzende darf nicht im Waffenhandel ttig sein. Als Beisitzer sollen ein

selbstndiger Waffenhndler und ein Angestellter im Waffenhandel oder, wenn ein

solcher nicht zur Verfgung steht, ein Angestellter in der Waffenherstellung bestellt

werden.

(3) Die Prfung ist mndlich abzulegen. ber das Ergebnis und den wesentlichen Inhalt

der Prfung ist eine Niederschrift anzufertigen, die vom Vorsitzenden des

Prfungsausschusses zu unterzeichnen ist.

(4) ber das Prfungsergebnis ist dem Bewerber ein Zeugnis zu erteilen, das vom

Vorsitzenden des Prfungsausschusses zu unterzeichnen ist.

(5) Eine Prfung kann bei Nichtbestehen auch mehrmals wiederholt werden. Der

Prfungsausschuss kann bestimmen, dass die Prfung erst nach Ablauf einer

bestimmten Frist wiederholt werden darf.

Abschnitt V. Waffen- und Munitionsbcher

14

(1) Das Waffenherstellungs-, das Waffenhandels- und das Munitionshandelsbuch sind

in gebundener Form oder in Karteiform oder mit Hilfe der automatischen

Datenverarbeitung (ADV) im Betrieb oder in dem Betriebsteil, in dem die Schusswaffen

oder die Munition hergestellt oder vertrieben werden, zu fhren.

(2) Wird das Buch in gebundener Form gefhrt, so sind die Seiten laufend zu

nummerieren; die Zahl der Seiten ist auf dem Titelblatt anzugeben. Wird das Buch in

Karteiform gefhrt, so sind die Karteibltter der zustndigen Behrde zur Abstempelung

der Bltter und zur Besttigung ihrer Gesamtzahl vorzulegen.

(3) Alle Eintragungen in das Buch sind unverzglich in dauerhafter Form und in

deutscher Sprache vorzunehmen; 239 Abs. 3 des Handelsgesetzbuches gilt

sinngem. Sofern eine Eintragung nicht gemacht werden kann, ist dies unter Angabe

der Grnde zu vermerken.

(4) Die Bcher sind zum 31. Dezember jeden zweiten Jahres sowie beim Wechsel des

Betriebsinhabers oder bei der Einstellung des Betriebs mit Datum und Unterschrift so

abzuschlieen, dass nachtrglich Eintragungen nicht mehr vorgenommen werden

knnen. Der beim Abschluss der Bcher verbliebene Bestand ist vorzutragen, bevor

neue Eintragungen vorgenommen werden. Ein Buch, das nicht mehr verwendet wird, ist

unter Angabe des Datums abzuschlieen.

(5) Die Bcher mit den Belegen sind auf Verlangen der zustndigen Behrde auch in

deren Dienstrumen oder den Beauftragten der Behrde vorzulegen.

(6) Der zur Buchfhrung Verpflichtete hat das Buch mit den Belegen im Betrieb oder in

dem Betriebsteil, in dem die Schusswaffen oder die Munition hergestellt oder vertrieben

werden, bis zum Ablauf von zehn Jahren, von dem Tage der letzten Eintragung an

gerechnet, aufzubewahren. Will er das Buch nach Ablauf der in Satz 1 genannten Frist

nicht weiter aufbewahren, so hat er es der zustndigen Behrde zur Aufbewahrung

anzubieten. Gibt der zur Buchfhrung Verpflichtete das Gewerbe auf, so hat er das Buch

seinem Nachfolger zu bergeben oder der zustndigen Behrde zur Aufbewahrung

auszuhndigen.

15

(1) Wird das Waffenherstellungsbuch in gebundener Form gefhrt, so ist es nach

folgendem Muster zu fhren:

Linke Seite: Rechte Seite:

1. Laufende Nummer der Eintragung 4. Datum des Abgangs oder der Kenntnis

des Verlustes

2. Datum der Fertigstellung 5. Name und Anschrift des Empfngers

oder Art des Verlustes

3. Herstellungsnummer 6. Sofern die Schusswaffe nicht einem

Erwerber nach 7 Abs. 1 des Gesetzes

berlassen wird, die Bezeichnung der

Erwerbsberechtigung unter Angabe der

ausstellenden

Behrde und des Ausstellungsdatums

7. Sofern die Schusswaffe einem Erwerber

nach 28 berlassen oder an ihn versandt

wird, Bezeichnung und Datum der

Besttigung der Anzeige durch das

Bundeskriminalamt.

Fr jeden Waffentyp ist ein besonderes Blatt anzulegen, auf dem der Waffentyp und der

Name, die Firma oder die Marke, die auf den Waffen angebracht sind, zu vermerken

sind.

(2) Wird das Waffenhandelsbuch in gebundener Form gefhrt, so ist es nach folgendem

Muster zu fhren:

Linke Seite: Rechte Seite:

1. Laufende Nummer der Eintragung 7. Datum des Abgangs oder der Kenntnis

des Verlustes

2. Datum des Eingangs 8. Name und Anschrift des Empfngers

oder Art des Verlustes

3. Waffentyp 9. Sofern die Schusswaffe nicht einem

Erwerber nach 7 Abs. 1 des Gesetzes

berlassen wird, die Bezeichnung der

Erwerbsberechtigung unter Angabe der

ausstellenden Behrde und des

Ausstellungsdatums

4. Name, Firma oder Marke, die auf der

Waffe angebracht sind

10. Sofern die Schusswaffe einem

Erwerber nach 28 berlassen oder an

ihn versandt

wird, Bezeichnung und Datum der

Besttigung der Anzeige durch das

Bundeskriminalamt.

5. Herstellungsnummer

6. Name und Anschrift des berlassers

(3) Die Eintragungen nach den Abstzen 1 und 2 sind fr jede Waffe gesondert

vorzunehmen. Eine Waffe gilt im Sinne des Absatzes 1 Nr. 2 als fertiggestellt,

1. sobald sie nach 16 des Gesetzes geprft worden ist,

2. wenn die Waffe nicht der amtlichen Beschussprfung unterliegt, sobald sie zum

Verkauf vorrtig gehalten wird.

(4) Bei Schusswaffen, die vor dem 1. Januar 1871 hergestellt worden sind, kann von der

Eintragung des Namens und der Anschrift des berlassers nach Absatz 2 Nr. 6

abgesehen werden.

16

(1) Wird das Waffenherstellungsbuch oder das Waffenhandelsbuch in Karteiform

gefhrt, so knnen die Eintragungen fr mehrere Waffen desselben Typs

(Waffenposten) nach Absatz 2 oder 3 zusammengefasst werden. Auf einer Karteikarte

darf nur ein Waffenposten nach Absatz 2 Nr. 1 oder Absatz 3 Nr. 1 eingetragen werden.

Neueingnge drfen auf demselben Karteiblatt erst eingetragen werden, wenn der

eingetragene Waffenposten vollstndig abgebucht ist. Abgnge sind mit den Angaben

nach Absatz 2 Nr. 2 oder Absatz 3 Nr. 2 gesondert einzutragen. Fr jeden Waffentyp ist

ein besonderes Blatt anzulegen, auf dem der Waffentyp und der Name, die Firma oder

die Marke, die auf der Waffe angebracht sind, zu vermerken sind.

(2) Das Waffenherstellungsbuch ist nach folgendem Muster zu fhren:

1. Bei der Eintragung der Fertigstellung:

a) Datum der Fertigstellung,

b) Stckzahl,

c) Herstellungsnummern;

2. bei der Eintragung von Abgngen:

a) laufende Nummer der Eintragung,

b) Datum des Abgangs oder der Kenntnis des Verlustes,

c) Stckzahl,

d) Herstellungsnummern,

e) Name und Anschrift des Empfngers oder Art des Verlustes,

f) sofern die Schusswaffe nicht einem Erwerber nach 7 Abs. 1 des Gesetzes

berlassen wird, die Bezeichnung der Erwerbsberechtigung unter Angabe der

ausstellenden Behrde und des Ausstellungsdatums,

g) sofern die Schusswaffe einem Erwerber nach 28 berlassen oder an ihn

versandt wird, Bezeichnung und Datum der Besttigung der Anzeige durch das

Bundeskriminalamt.

(3) Das Waffenhandelsbuch ist nach folgendem Muster zu fhren:

1. Bei der Eintragung des Eingangs:

a) Datum des Eingangs,

b) Stckzahl,

c) Herstellungsnummern,

d) Name und Anschrift des berlassers;

2. bei der Eintragung von Abgngen:

a) laufende Nummer der Eintragung,

b) Datum des Abgangs oder der Kenntnis des Verlustes,

c) Stckzahl,

d) Herstellungsnummern,

e) Name und Anschrift des Empfngers oder Art des Verlustes,

f) sofern die Schusswaffe nicht einem Erwerber nach 7 Abs. 1 des Gesetzes

berlassen wird, die Bezeichnung der Erwerbsberechtigung unter Angabe der

ausstellenden Behrde und des Ausstellungsdatums,

g) sofern die Schusswaffe einem Erwerber nach 28 berlassen oder an ihn

versandt wird, Bezeichnung und Datum der Besttigung der Anzeige durch das

Bundeskriminalamt.

(4) Bei Schusswaffen, die vor dem 1. Januar 1871 hergestellt worden sind, kann von der

Eintragung des Namens und der Anschrift des berlassers nach Absatz 3 Nr. 1

Buchstabe d abgesehen werden.

17

(1) Das Munitionshandelsbuch muss folgende Angaben enthalten:

1. Datum des Eingangs oder Abgangs,

2. handelsbliche Bezeichnung,

3. Herstellerzeichen oder Marke,

4. Eingang - Ausgang (Stckzahl),

5. Name und Anschrift des berlassers/Erwerbers,

6. Bezeichnung der Erwerbsberechtigung unter Angabe der ausstellenden Behrde

und des Ausstellungsdatums.

(2) Fr Revolvermunition, fr Pistolenmunition (Tabelle 3 der Matafeln) und fr sonstige

Munition ist je ein besonderes Blatt anzulegen, auf dem die Munitionsart zu vermerken

ist.

18(1) Wird das Waffenherstellungs-, das Waffenhandels- oder das

Munitionshandelsbuch mit Hilfe der ADV gefhrt, so mssen die gespeicherten

Datenstze (aufzeichnungspflichtigen Vorgnge) die nach 16 - bei Fhrung des

Munitionshandelsbuches die nach 17 - geforderten Angaben enthalten. Die

Datenstze sind unverzglich zu speichern; sie sind fortlaufend zu nummerieren.

(2) Die gespeicherten Datenstze sind nach Ablauf eines jeden Monats in Klarschrift

auszudrucken. Der Ausdruck ist nach Magabe der 16 und 17 in Karteiform

vorzunehmen. Der Name des berlassers, des Erwerbers und die

Erwerbsberechtigung knnen auch in verschlsselter Form ausgedruckt werden. In

diesem Fall ist dem Ausdruck ein Verzeichnis beizugeben, das eine unmittelbare

Entschlsselung der bezeichneten Daten ermglicht. Die Bestnde sind auf den

nchsten Monat vorzutragen.

(3) 14 Abs. 3, 5 und 6 sind auf die Eintragungen in den Karteiblttern sowie auf die

Vorlage und Aufbewahrung der Karteibltter und der Belege sinngem anzuwenden.

Der Ausdruck der nach dem letzten Monatsabschluss gespeicherten Datenstze ist auf

Verlangen der zustndigen Behrde auch in deren Dienstrumen oder den Beauftragten

der Behrde auch whrend des laufenden Monats jederzeit vorzulegen.

(4) Die zustndige Behrde kann Ausnahmen von Absatz 2 Satz 1 und 5 zulassen, wenn

der Gesamtbestand an Waffen oder Munition zu Beginn eines jeden Jahres und die Zu-

und Abgnge monatlich in Klarschrift ausgedruckt werden und sichergestellt ist, dass

die whrend des Jahres gespeicherten Daten auf Verlangen der zustndigen Behrde

jederzeit in Klarschrift ausgedruckt werden knnen.

Abschnitt VI. Kennzeichnung, Verpackung und Aufbewahrung

19

(1) Das Kennzeichen fr Schusswaffen, deren Geschossen eine Bewegungsenergie

von nicht mehr als 7,5 J erteilt wird ( 13 Abs. 2 des Gesetzes), muss dem Muster der

Anlage 1 Abbildung 1 entsprechen. Das Kennzeichen ist dauerhaft neben oder unter der

Bezeichnung der Munition oder der fr die Schusswaffe bestimmten Geschosse

anzubringen. Bei Schusswaffen, die der Bauartzulassung nach 22 des Gesetzes

unterliegen, tritt an die Stelle des Kennzeichens nach Satz 1 das in der Anlage 1

Abbildung 2 fr diese Schusswaffen vorgesehene Zulassungszeichen.

(2) Schusswaffen nach Absatz 1, die nicht das Kennzeichen nach dem Muster der

Anlage 1 Abbildung 1 tragen, knnen von einem Beschussamt auf Antrag mit diesem

Kennzeichen versehen werden. Dabei mssen die Beschussmter das Ortszeichen der

Anlage II Abbildung 2 der Dritten Verordnung zum Waffengesetz zustzlich auf der

Schusswaffe anbringen.

20

(1) Wird die Kennzeichnung nach 13 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes auf mehreren

wesentlichen Teilen angebracht, so mssen die Angaben auf denselben Hersteller

oder Hndler hinweisen.

(2) Bei Schusswaffen mit glatten Lufen sind auf jedem glatten Lauf der

Laufdurchmesser, 23 cm +/- 1 cm vom Stoboden gemessen, und die Lagerlnge

anzubringen. Schusswaffen, bei denen der Lauf oder die Trommel ohne Anwendung

von Hilfsmitteln ausgetauscht werden kann, sind auf dem Verschluss nach 13 Abs. 1

Nr. 1 und 3 des Gesetzes zu kennzeichnen. Auf dem Lauf und der Trommel sind

Angaben ber den Hersteller und die Bezeichnung der Munition ( 13 Abs. 1 Nr. 1 und 2

des Gesetzes) anzubringen. Bei Schussapparaten darf die Kennzeichnung nicht auf

wesentlichen Teilen angebracht werden, die blicherweise ausgetauscht werden, es

sei denn, dass die Kennzeichnung auch auf einem anderen wesentlichen Teil

angebracht ist.

(3) Wer eine Schusswaffe gewerbsmig verndert oder wesentliche Teile einer

Schusswaffe nach 3 Abs. 2 Nr. 1 des Gesetzes gewerbsmig austauscht und dabei

die Angaben ber den Hersteller ( 13 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes) entfernt, hat seinen

Namen, seine Firma oder seine Marke auf der Schusswaffe anzubringen. Auf der

Schusswaffe und den ausgetauschten Teilen darf keine Kennzeichnung angebracht

sein, die auf verschiedene Hersteller oder Hndler hinweist.

(4) Wer gewerbsmig

1. Schusswaffen so verkrzt, dass die Lnge nicht mehr als 60 cm betrgt,

2. Schusswaffen in ihrer Schussfolge verndert,

3. Schusswaffen mit einer Bewegungsenergie der Geschosse von nicht mehr als

7,5 J in Schusswaffen mit einer hheren Bewegungsenergie der Geschosse

umarbeitet,

4. Schusswaffen mit einer Bewegungsenergie der Geschosse von mehr als 7,5 J in

Schusswaffen mit einer geringeren Bewegungsenergie der Geschosse

umarbeitet,

5. Schusswaffen mit einer Bewegungsenergie der Geschosse von weniger als 0,5 J

in Schusswaffen mit einer hheren Bewegungsenergie der Geschosse

umarbeitet oder6. Schusswaffen in Waffen nach 3 oder in Gegenstnde nach 7 abndert,

hat seinen Namen, seine Firma oder seine Marke auch dann auf der

Schusswaffe dauerhaft anzubringen, wenn er die Angaben ber den Hersteller (

13 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes) nicht entfernt. Haben die Vernderungen nach

Nummer 1 bis 3 oder 5 zur Folge, dass die Bewegungsenergie der Geschosse

7,5 J berschreitet, so ist auf der Schusswaffe auch die Herstellungsnummer (

13 Abs. 1 Nr. 3 des Gesetzes) anzubringen und das Kennzeichen nach 19 zu

entfernen. Neben der auf Grund der nderung angebrachten Kennzeichnung ist

dauerhaft der Buchstabe "U" anzubringen.

21

(1) Die auf der Schusswaffe anzubringende Bezeichnung der Munition muss einer der in

den Matafeln festgelegten Bezeichnungen entsprechen, sofern die Munition in dieser

Anlage aufgefhrt ist. Sind fr die Munition in den Matafeln mehrere Bezeichnungen

zugelassen, so drfen auf der Schusswaffe diese Bezeichnungen nebeneinander

angebracht werden. Ist fr eine Munition nach 18 Abs. 1 der genannten Verordnung

eine abweichende Bezeichnung zugelassen, so darf auch diese Bezeichnung auf der

Schusswaffe angegeben werden. Lsst sich die handelsbliche Bezeichnung auf der

Schusswaffe wegen ihrer geringen Gre nicht anbringen, gengt die Angabe des

Kalibers und, soweit in den Matafeln vorgeschrieben, die Angabe der Hlsenlnge,

sofern die gekrzte Bezeichnung eindeutig ist.

(2) Auf Handfeuerwaffen, deren Munition nicht in den Matafeln aufgefhrt ist, hat der

Hersteller oder Hndler eine Bezeichnung der Munition anzubringen, die nicht mit einer

Bezeichnung nach Absatz 1 zu verwechseln ist.

22 Aufgehoben

23

(1) Auf pyrotechnischer Munition der Klasse PM II ist auer der Kennzeichnung nach

13 Abs. 3 des Gesetzes die Jahreszahl der Herstellung und die Verbrauchsdauer

anzubringen. Lsst sich bei pyrotechnischer Munition der Klasse PM I und PM II die

Kennzeichnung auf der Hlse oder dem Geschoss wegen deren geringer Gre oder

aus sonstigen technischen Grnden nicht anbringen, gengt die Kennzeichnung der

kleinsten Verpackungseinheit. Auf dieser ist ferner das Bruttogewicht der

Verpackungseinheit anzugeben.

(2) Munition, bei der der Zndsatz im Rand des Hlsenbodens untergebracht ist

(Randfeuermunition), ist auf dem Hlsenboden nur mit dem Herstellerzeichen zu

kennzeichnen. Bei Kartuschenmunition fr Schussapparate mit einem eingebuchteten

oder gewlbten Boden, bei der der Zndsatz weder in einem besonderen Zndhtchen

im Hlsenboden (Zentralfeuermunition) noch im Rand des Hlsenbodens

untergebracht ist, und bei der der Znd- und Treibsatz nicht schwerer als 0,5 g ist,

braucht die Hlse nicht nach 13 Abs. 3 des Gesetzes gekennzeichnet zu sein.

Schreckschussmunition mit gebrdeltem Hlsenmund ist auf der Abdeckung mit grner

Farbe zu kennzeichnen.

(3) Bei Randfeuermunition und bei Kartuschenmunition fr Schussapparate gengt es,

das Fertigungszeichen anstatt auf der kleinsten Verpackungseinheit auf einer

besonderen Einlage in der kleinsten Verpackungseinheit anzubringen. Bei

Treibladungen nach 2 Abs. 2 des Gesetzes fr Schussapparate braucht die

Kennzeichnung nach 13 Abs. 3 des Gesetzes nur auf der magazinierten Verpackung

angebracht werden.

(4) Bei Kartuschenmunition fr Schussapparate ist auf der kleinsten

Verpackungseinheit ein deutlicher Hinweis auf die Art des Gertes und den Strkegrad

der Ladung anzubringen. Der Strkegrad der Ladung ist durch folgende Farben zu

kennzeichnen:

Ladungsstufe 1 wei schwchste Ladung

Ladungsstufe 2 grn schwache Ladung

Ladungsstufe 3 gelb mittlere Ladung

Ladungsstufe 4 blau starke Ladung

Ladungsstufe 5 rot sehr starke Ladung

Ladungsstufe 6 schwarz strkste Ladung.

Die Farbkennzeichnung ist auch auf dem Hlsenboden der Kartusche oder auf der

Kartuschen- oder Zndsatzabdeckung anzubringen.

(5) Auf festen Krpern, die zum Verschieen aus Schussapparaten bestimmt sind

(Bolzen), ist das Herstellerzeichen anzubringen; werden Fhrungs- oder

Halterungsstcke verwendet, die auch nach dem Schuss noch mit dem Geschoss

verbunden bleiben, gengt die Angabe des Herstellerzeichens auf einem dieser Teile.

Die kleinste Verpackungseinheit der Bolzen ist nach 13 Abs. 3 des Gesetzes sowie

auerdem mit der Typenbezeichnung zu kennzeichnen.

24

(1) Wer Munition gewerbsmig herstellt oder einfhrt, hat die Gegenstnde in der

Verpackung so anzuordnen und zu verteilen, dass weder durch Reibung noch durch

Erschtterung, Sto oder Flammenzndung eine Explosion des gesamten Inhalts der

Verpackung herbeigefhrt werden kann.

(2) Kartuschenmunition fr Schussapparate, bei denen die festen Krper den

Schussapparat verlassen, muss so verpackt sein, dass die Munition in der kleinsten

Verpackungseinheit vor Feuchtigkeit geschtzt wird. Dies gilt nicht fr Munition, deren

Hlse so verschlossen ist, dass auch in unverpacktem Zustand keine Feuchtigkeit

eindringen kann. Die in 23 Abs. 5 bezeichneten Geschosse mssen in Behltern

verpackt sein.

(3) Treibladungen nach 2 Abs. 2 des Gesetzes fr Schussapparate sind in

magazinierter Form zu verpacken.

25

(1) Wer gewerbsmig Munition oder Geschosse mit Reizstoffen vertreibt oder anderen

berlsst, darf sie nur in der verschlossenen Originalverpackung des Herstellers

aufbewahren. Geffnete kleinste Verpackungseinheiten sind unverzglich wieder zu

verschlieen.

(2) Im Verkaufsraum drfen pyrotechnische Munition, die eine Treibladung und

pyrotechnische Stze von nicht mehr als 20 g enthalten, und Geschosse, die einen

pyrotechnischen Satz von nicht mehr als 10 g enthalten, nur bis zu einem Bruttogewicht

von insgesamt 20 kg aufbewahrt werden; in einem Nebenraum ist die Aufbewahrung

dieser Gegenstnde bis zu einem Bruttogewicht von insgesamt 60 kg zulssig. Von

Feuerstellen und Heizkrpern mit einer Oberflchentemperatur ber 120 Grad C sind

mindestens 3 m Abstand einzuhalten; im Nebenraum drfen Feuerstellen oder

Heizkrper mit einer Oberflchentemperatur ber 120 Grad C whrend der

Aufbewahrung nicht in Betrieb sein. Pyrotechnische Munition, deren Treibladungen und

pyrotechnische Stze die in Satz 1 genannten Mengen bersteigen, sowie

Treibladungen nach 2 Abs. 2 des Gesetzes drfen in der kleinsten

Verpackungseinheit im Verkaufsraum nur in einem Muster aufbewahrt werden. Die

zustndige Behrde kann im Einzelfall von den Vorschriften der Stze 1 bis 3, soweit

deren Einhaltung zum Schutz von Leben und Gesundheit nicht erforderlich ist,

abweichende Anordnungen treffen.

(3) Auerhalb des Verkaufs- und Nebenraumes drfen mit Genehmigung der

zustndigen Behrde pyrotechnische Munition und Treibladungen nach 2 Abs. 2 des

Gesetzes

1. in einem Raum bis zu einem Bruttogewicht von hchstens 200 kg,

2. in einem Gebude in fnf Rumen bis zu einem Bruttogewicht von hchstens

1.000 kg

aufbewahrt werden. Die Genehmigung kann mit Auflagen zum Schutz von Leben,

Gesundheit und Sachgtern Beschftigter und Dritter verbunden werden.

(4) Im Herstellungsbetrieb ist die Aufbewahrung von pyrotechnischer Munition und

Treibladungen nach 2 Abs. 2 des Gesetzes auch in einem hheren als dem in Absatz

3 bezeichneten Gewicht zulssig.

(5) Auf die Aufbewahrung von pyrotechnischer Munition und Treibladungen nach 2 Abs.

2 des Gesetzes zusammen mit pyrotechnischen Gegenstnden der Klasse I

(Feuerwerksspielwaren) oder der Klasse II (Kleinfeuerwerk) sind die Abstze 2 bis 4

entsprechend anzuwenden.

Abschnitt VII. Anzeigepflichten

26

(1) Wer

1. Schusswaffen, die weder einer Prfung nach 16 des Gesetzes noch einer

Bauartzulassung nach 21 oder 22 des Gesetzes unterliegen,

2. Schusswaffen nach 3 Abs. 1, Gerte nach 5 Abs. 1 und 10 Abs. 1,

unbrauchbar gemachte Schusswaffen oder aus Schusswaffen hergestellte

Gegenstnde oder

3. Nachbildungen von Schusswaffen

eines bestimmten Modells gewerbsmig erstmalig herstellen, einfhren oder sonst in

den Geltungsbereich des Gesetzes verbringen will, hat dies dem Bundeskriminalamt

zwei Monate vorher schriftlich anzuzeigen. Satz 1 gilt nicht fr Nachbildungen von

Schusswaffen aus Kunststoff, wenn diese ihrer ueren Form nach nicht den Anschein

einer vollautomatischen Schusswaffe, die Kriegswaffe ist, hervorrufen.

(2) Der Anzeige sind beizufgen und, soweit es sich nicht um Einzelstcke handelt, dem

Bundeskriminalamt zu berlassen

1. ein Muster und

2. eine Abbildung, eine Beschreibung der Handhabung und der Konstruktion sowie

der verwendeten Stoffe oder der zur nderung nach den 3 und 7 benutzten

Werkstoffe unter Angabe der Arbeitstechnik in deutscher Sprache.

27

Wer gewerbsmig Schusswaffen, Munition oder Geschosse fr Schussapparate

herstellt, Munition wiederldt oder im Geltungsbereich dieses Gesetzes mit diesen

Gegenstnden Handel treibt und eine Marke fr diese Gegenstnde benutzen will, hat

dies dem Bundeskriminalamt unter Vorlage der Marke vorher schriftlich anzuzeigen.

Einfhrer, die die Marke eines Herstellers aus einem anderen Staat benutzen wollen,

haben diese Marke anzuzeigen.

28

(1) Wer erlaubnispflichtige Handfeuerwaffen, wesentliche Teile einer

erlaubnispflichtigen Handfeuerwaffe nach 3 Abs. 2 Nr. 1 des Gesetzes,

ausgenommen lange Einzellader mit nur glattem(n) Lauf (Lufen) und deren

wesentliche Teile, den Schusswaffen nach 5 Abs. 1 gleichgestellte tragbare Gerte

und Schalldmpfer einem anderen, der seinen gewhnlichen Aufenthalt in einem

Mitgliedstaat des bereinkommens vom 28. Juni 1978 ber die Kontrolle des Erwerbs

und Besitzes von Schusswaffen durch Einzelpersonen (BGBl. II 1980 S. 953) hat,

berlsst, dorthin versendet oder ohne Wechsel des Besitzers endgltig dorthin

verbringt, hat dies unverzglich dem Bundeskriminalamt schriftlich anzuzeigen. Dies gilt

nicht

1. fr das berlassen und Versenden der in Satz 1 bezeichneten Gegenstnde an

staatliche Stellen in einem dieser Staaten und in den Fllen, in denen

Unternehmen Schusswaffen zur Durchfhrung von Kooperationsvereinbarungen

zwischen Staaten oder staatlichen Stellen berlassen werden, sofern durch

Vorlage einer Bescheinigung von Behrden des Empfangsstaates

nachgewiesen wird, dass diesen Behrden der Erwerb bekannt ist oder

2. soweit Anzeigepflichten nach den 28b und 28c bestehen.

(2) Die Anzeige nach Absatz 1 ist in zweifacher Ausfertigung zu erstatten und muss

folgende Angaben enthalten:

1. ber die Person des Erwerbers oder denjenigen, der eine Schusswaffe ohne

Besitzwechsel endgltig in einen anderen Mitgliedstaat verbringt;

Vor- und Familiennamen, Geburtsdatum und -ort, Wohnort und Anschrift, Beruf

sowie Nummer, Ausstellungsdatum und ausstellende Behrde des Passes oder

der Identittskarte, ferner Nummer, Ausstellungsdatum und ausstellende

Behrde der Waffenerwerbsberechtigung,

2. ber die Schusswaffe:

Art der Waffe, Name, Firma oder eingetragene Marke des Herstellers,

Modellbezeichnung, Kaliber und Herstellungsnummer,

3. ber den Versender:

Name und Anschrift des auf dem Versandstck angegebenen Versenders.

Beim Erwerb durch gewerbliche Unternehmen sind die Angaben nach Satz 1 Nr. 1 ber

den Inhaber des Unternehmens, bei juristischen Personen ber eine zur Vertretung des

Unternehmens befugte Person mitzuteilen und deren Pass oder Identittskarte

vorzulegen. Bei laufenden Geschftsbeziehungen entfllt die wiederholte Vorlage des

Passes oder der Identittskarte, es sei denn, dass der Inhaber des Unternehmens

gewechselt hat oder bei juristischen Personen zur Vertretung des Unternehmens eine

andere Person bestellt worden ist. Wird die Schusswaffe oder die Munition einer Person

berlassen, die sie auerhalb des Geltungsbereiches des Gesetzes und auerhalb

des Landes Berlin, insbesondere im Versandwege erwerben will, so ist die Angabe der

Erwerbsberechtigung nach Nummer 1 nicht erforderlich, ferner gengt an Stelle des

Passes oder der Identittskarte eine amtliche Beglaubigung dieser Urkunden.

(3) Das Bundeskriminalamt besttigt dem Anzeigenden den Eingang auf dem Doppel

der Anzeige.

(4) Das Bundeskriminalamt soll den Erwerb von Schusswaffen und Munition durch die

in Absatz 1 genannten Personen der zustndigen zentralen Behrde des Heimat- oder

Herkunftsstaates des Erwerbers mitteilen, sofern die Gegenseitigkeit gewhrleistet ist.

Die Mitteilung soll die Angaben nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 1 und 2 enthalten.

28a

(1) Wird eine Schusswaffe, zu deren Erwerb es ihrer Art nach einer Erlaubnis bedarf

oder ein verbotener Gegenstand nach 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Gesetzes nach den

Anforderungen des 7 Abs. 1 unbrauchbar gemacht oder zerstrt, so hat der Inhaber

der tatschlichen Gewalt dies der zustndigen Behrde binnen eines Monats schriftlich

anzuzeigen und ihr auf Verlangen den Gegenstand vorzuweisen. Dabei hat er seine

Personalien sowie Art, Kaliber, Herstellerzeichen oder Marke und, sofern vorhanden, die

Herstellungsnummer der Schusswaffe anzugeben. Die Stze 1 und 2 gelten nicht fr

Inhaber einer Erlaubnis nach 7 des Gesetzes, soweit sie die Schusswaffe als zerstrt

im Waffenherstellungs- oder Waffenhandelsbuch in der Spalte "Art des Verlustes"

vermerken.

(2) Wer, ohne Inhaber einer Erlaubnis nach 7 des Gesetzes zu sein, eine

Schusswaffe, zu deren Erwerb es ihrer Art nach einer Erlaubnis bedarf, einem anderen

berlsst, hat dies unter Angabe der Personalien des Erwerbers binnen eines Monats

der zustndigen Behrde anzuzeigen und ihr, sofern die Waffe in seine

Waffenbesitzkarte oder eine Bescheinigung nach 6 Abs. 2 des Gesetzes eingetragen

worden ist, diese zur Eintragung des bergangs vorzulegen. Satz 1 ist nicht

anzuwenden,

1. soweit bereits eine Anzeigepflicht nach 34 Abs. 3 Satz 2 des Gesetzes besteht,

2. in den Fllen des 28 Abs. 4 Nr. 3 bis 6 und 8 des Gesetzes.

28b

(1) Die Ausbung der tatschlichen Gewalt ber erlaubnispflichtige Schusswaffen, die

vor dem 1. Januar 1995 erworben wurden, durch Personen mit Wohnsitz in einem

anderen Mitgliedstaat ist diesem Mitgliedstaat durch die zustndige Behrde ber das

Bundeskriminalamt mit folgenden Angaben mitzuteilen:

1. ber die Person des Erlaubnisinhabers:

Vor- und Familienname, Geburtsdatum und -ort, Anschriften in Mitgliedstaaten

sowie Nummer, Ausstellungsdatum und ausstellende Behrde des Passes oder

der Identittskarte;

2. ber die Schusswaffen:

die Angaben nach 9b Abs. 2 Satz 1 Nr. 2.

(2) Wer Personen mit Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat erlaubnispflichtige

Schusswaffen oder Munition berlsst, hat dies dem Bundeskriminalamt unverzglich

schriftlich mit Vordruck nach Anlage 5 anzuzeigen. Hierzu sind folgende Angaben zu

machen:

1. ber die Person des berlassers:

Vor- und Familienname oder Firma, Wohnort oder Firmenanschrift, bei Firmen

auch Telefon- oder Telefaxnummer, Datum der berlassung

2. ber die Person des Erwerbers:

Vor- und Familienname, Geburtsdatum und -ort, Anschriften in Mitgliedstaaten

sowie Nummer, Ausstellungsdatum und ausstellende Behrde des Passes oder

der Identittskarte;

3. ber die Schusswaffen oder die Munition:

die Angaben nach 9b Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 und 3.

Das Bundeskriminalamt teilt die Angaben dem anderen Mitgliedstaat mit.

(3) Mitteilungen anderer Mitgliedstaaten ber die Ausbung der tatschlichen Gewalt

ber Schusswaffen in diesen Mitgliedstaaten durch Personen mit gewhnlichem

Aufenthalt im Geltungsbereich des Gesetzes leitet das Bundeskriminalamt der

zustndigen Behrde zu. Das gleiche gilt fr Mitteilungen anderer Mitgliedstaaten ber

das berlassen von Schusswaffen oder Munition an Personen nach Satz 1.

28c

(1) Wer als Inhaber einer Erlaubnis nach 9a Abs. 3 erlaubnispflichtige Schusswaffen

oder Munition zu einem Waffenhndler in einem anderen Mitgliedstaat verbringt oder

verbringen lsst, hat dies dem Bundeskriminalamt nach dem Muster der Anlage 4 in

zweifacher Ausfertigung vorher schriftlich anzuzeigen.

(2) Das Bundeskriminalamt besttigt dem Anzeigenden den Eingang auf einem Doppel

der Anzeige und teilt das beabsichtigte Verbringen oder Verbringen lassen der

Schusswaffen oder Munition dem anderen Mitgliedstaat mit.

(3) In den Fllen des 9a Abs. 1 bermittelt die zustndige Behrde dem

Bundeskriminalamt die nach 9b Abs. 2 Satz 1 gemachten Angaben durch ein Doppel

der Bescheinigung. Das Bundeskriminalamt leitet die Angaben an den anderen

Mitgliedstaat weiter.

(4) Mitteilungen anderer Mitgliedstaaten ber das Verbringen oder Verbringen lassen

von erlaubnispflichtigen Schusswaffen oder erlaubnispflichtiger Munition in den

Geltungsbereich des Gesetzes leitet das Bundeskriminalamt der zustndigen Behrde

zu.

Abschnitt VIII. Nachweis der Sachkunde

29

(1) Die in der Prfung nach 31 Abs. 1 des Gesetzes nachzuweisende Sachkunde

umfasst ausreichende Kenntnisse ber

1. die Handhabung der Schusswaffe und den Umgang mit Munition,

2. die Reichweite und Wirkungsweise der Geschosse,

3. die wichtigsten Vorschriften ber den Umgang mit Waffen und Munition sowie

ber Notwehr und Notstand.

(2) Die nach Absatz 1 nachzuweisenden Kenntnisse brauchen nur fr die

Schusswaffen- und Munitionsart nachgewiesen zu werden, fr die die Erlaubnis

beantragt wird.

(3) Wird eine Erlaubnis nach 41 des Gesetzes beantragt, so umfasst die

nachzuweisende Sachkunde auch waffentechnische und innerballistische Kenntnisse

sowie Werkstoffkenntnisse.

30

(1) Die zustndige Behrde bildet fr die Abnahme der Prfung

Prfungsausschsse.

(2) Der Prfungsausschuss besteht aus dem Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Die

Mitglieder mssen sachkundig sein. Es darf nicht mehr als ein Mitglied des

Ausschusses in der Waffenherstellung oder im Waffenhandel ttig sein.

(3) Die Prfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

(4) Fr die Erteilung eines Zeugnisses, die Anfertigung einer Niederschrift und die

Wiederholung der Prfung gilt 13 Abs. 3 Satz 2 und Abs. 4 und 5 entsprechend. Die

Niederschrift ist der zustndigen Behrde zuzuleiten.

31

Eine vor Erteilung der Waffenbesitzkarte mit Erfolg abgelegte Sachkundeprfung gilt als

Nachweis der Sachkunde bei der Erteilung eines Munitionserwerbscheins, eines

Waffenscheins oder einer Schieerlaubnis, soweit es sich um eine vergleichbare

Schusswaffenart handelt.

32

(1) Die Sachkunde gilt insbesondere als nachgewiesen, wenn der Antragsteller

1. a) die Jgerprfung bestanden hat oder durch eine Bescheinigung eines

Ausbildungsleiters fr das Schiewesen nachweist, dass er die erforderlichen

Kenntnisse durch Teilnahme an einem Lehrgang fr die Ablegung der

Jgerprfung erworben hat,

b) die Gesellenprfung fr das Bchsenmacherhandwerk bestanden hat,

2. a) seine Fachkunde nach 9 Abs. 1 des Gesetzes nachgewiesen hat,

b) mindestens drei Jahre im Handel mit Schusswaffen und Munition ttig

gewesen ist oder

c) die nach 29 nachzuweisenden Kenntnisse auf Grund einer anderweitigen,

insbesondere behrdlichen oder staatlich anerkannten Ausbildung oder als

Sportschtze erworben hat, sofern die Ttigkeit oder Ausbildung ihrer Art nach

geeignet war, die erforderliche Sachkunde zu vermitteln.

(2) Bei Antragstellern mit einer nachgewiesenen Ausbildung an Handfeuerwaffen kann

von einem Nachweis der waffentechnischen Kenntnisse abgesehen werden.

Abschnitt IX. Benutzung von Schiesttten

33(1) Auf Schiesttten ( 44 Abs. 4 des Gesetzes) darf nur mit Schusswaffen und

Munition geschossen werden, die durch die Erlaubnis fr die Schiesttte zugelassen

sind.

(2) Schusswaffen drfen auf Schiesttten nur in ungeladenem Zustand und rumlich

getrennt von Munition und Geschossen aufbewahrt werden.

(3) Die Abstze 1 und 2 sowie die 34 bis 37 sind nicht anzuwenden auf

Schiesttten, zu deren Betrieb nach 44 Abs. 2 des Gesetzes eine Erlaubnis nicht

erforderlich ist.

34

(1) Der Inhaber der Erlaubnis fr die Schiesttte (Erlaubnisinhaber) hat eine oder

mehrere volljhrige verantwortliche Aufsichtspersonen fr das Schieen zu bestellen,

soweit er nicht selbst die Aufsicht wahrnimmt oder eine schiesportliche oder jagdliche

Vereinigung durch eigene verantwortliche Aufsichtspersonen die Aufsicht bernimmt.

(2) Der Erlaubnisinhaber hat der zustndigen Behrde die Personalien der

verantwortlichen Aufsichtsperson zwei Wochen vor der bernahme der Aufsicht

schriftlich anzuzeigen; beauftragt eine schiesportliche oder jagdliche Vereinigung die

verantwortliche Aufsichtsperson, so obliegt diese Anzeige der Aufsichtsperson selbst.

Der Anzeige sind Nachweise beizufgen, aus denen hervorgeht, dass die

Aufsichtsperson die erforderliche Sachkunde besitzt. Der Erlaubnisinhaber hat das

Ausscheiden der angezeigten Aufsichtsperson und die Bestellung einer neuen

Aufsichtsperson der zustndigen Behrde unverzglich anzuzeigen.

(3) Rechtfertigen Tatsachen die Annahme, dass die verantwortliche Aufsichtsperson die

erforderliche Zuverlssigkeit oder Sachkunde nicht besitzt, so kann die zustndige

Behrde verlangen, dass die Aufsichtsperson die Aufsicht nicht oder nicht mehr

wahrnimmt. Der Erlaubnisinhaber hat auf Verlangen der zustndigen Behrde den

Schiebetrieb einzustellen, solange keine verantwortliche Aufsichtsperson die Aufsicht

bernommen hat oder dem Verlangen der Behrde nach Satz 1 nicht entsprochen

worden ist.

35

(1) Die verantwortlichen Aufsichtspersonen haben das Schieen in der Schiesttte

stndig zu beaufsichtigen, insbesondere dafr zu sorgen, dass die in der Schiesttte

Anwesenden durch ihr Verhalten keine vermeidbaren Gefahren verursachen und dass

33 und 36 Abs. 1 und 2 befolgt werden. Sie haben, wenn dies zur Verhtung von

Gefahren erforderlich ist, das Schieen oder den Aufenthalt in der Schiesttte zu

untersagen.

(2) Die Benutzer der Schiesttten haben die Anordnungen der verantwortlichen

Aufsichtspersonen nach Absatz 1 zu befolgen.

36

(1) Kindern unter zwlf Jahren darf das Schieen mit Schusswaffen in Schiesttten

nicht gestattet werden.

(2) Die verantwortlichen Aufsichtspersonen drfen Kindern, die das zwlfte Lebensjahr

vollendet haben und noch nicht 14 Jahre alt sind, das Schieen mit Luftdruck-,

Federdruck- und CO2-Waffen, Jugendlichen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben

und noch nicht 16 Jahre alt sind, auch das Schieen mit sonstigen Schusswaffen

gestatten, wenn der Sorgeberechtigte schriftlich sein Einverstndnis erklrt hat oder

beim Schieen anwesend ist.

(3) Die zustndige Behrde kann dem Kind oder dem Jugendlichen aus besonderen

Grnden Ausnahmen von dem Alterserfordernis der Abstze 1 und 2 bewilligen.

(4) Die verantwortlichen Aufsichtspersonen haben, solange die betreffenden Kinder

oder Jugendlichen am Schieen teilnehmen, die nach Absatz 2 erforderlichen

schriftlichen Einverstndniserklrungen der Sorgeberechtigten aufzubewahren und der

zustndigen Behrde oder deren Beauftragten auf Verlangen zur Prfung

auszuhndigen.

37

(1) Schiesttten sind in regelmigen Abstnden von der zustndigen Behrde in

sicherheitstechnischer Hinsicht zu berprfen. Falls Zweifel an dem ordnungsgemen

Zustand oder den erforderlichen schietechnischen Einrichtungen bestehen, kann die

zustndige Behrde die Schiesttte in sicherheitstechnischer Hinsicht berprfen oder

von dem Erlaubnisinhaber die Vorlage eines Gutachtens eines amtlich anerkannten

Sachverstndigen verlangen.

(2) Werden bei der berprfung Mngel festgestellt, die eine Gefhrdung der Benutzer

der Schiesttte oder der Nachbarschaft befrchten lassen, kann die zustndige

Behrde die weitere Benutzung der Schiesttte bis zur Beseitigung der Mngel

untersagen.

Abschnitt X. Ausbildung im Verteidigungsschieen

38

(1) Wer Lehrgnge zur Ausbildung in der kampfmigen Verteidigung mit Schusswaffen

oder Schiebungen dieser Art veranstalten will, hat die beabsichtigte Ttigkeit und den

Ort, an dem die Veranstaltung stattfinden soll, zwei Wochen vorher der zustndigen

Behrde schriftlich anzuzeigen. Die Beendigung der Lehrgnge oder Schiebungen ist

der zustndigen Behrde innerhalb von zwei Wochen ebenfalls anzuzeigen.

(2) In der Anzeige ber die Aufnahme der Lehrgnge oder Schiebungen hat der

Veranstalter die Personalien der volljhrigen verantwortlichen Aufsichtsperson und der

Ausbilder anzugeben. 34 Abs. 2 Satz 2 ist entsprechend anzuwenden. Die sptere

Einstellung oder das Ausscheiden der genannten Personen hat der Veranstalter der

zustndigen Behrde unverzglich anzuzeigen.

(3) Auf die Verpflichtung des Veranstalters zur Bestellung einer verantwortlichen

Aufsichtsperson und von Ausbildern ist 34 Abs. 1 entsprechend anzuwenden.

39

(1) Zur Teilnahme an den Lehrgngen oder Schiebungen im Sinne des 38 drfen

nur Personen zugelassen werden,

1. die auf Grund eines Waffenscheines oder einer Bescheinigung nach 6 Abs. 2

des Gesetzes zum Fhren einer Schusswaffe berechtigt sind,

2. denen ein in 6 Abs. 1 des Gesetzes bezeichneter Dienstherr die dienstlichen

Grnde zum Fhren einer Schusswaffe bescheinigt hat oder denen von der

zustndigen Behrde eine Bescheinigung nach Absatz 2 erteilt worden ist.

(2) Die zustndige Behrde kann Inhabern einer fr Kurzwaffen ausgestellten

Waffenbesitzkarte und Inhabern eines Jagdscheins, die im Sinne des 32 Abs. 1 Nr. 3

des Gesetzes persnlich gefhrdet sind, die Teilnahme an Lehrgngen oder

Schiebungen der in 38 genannten Art gestatten.

40

(1) Der Veranstalter hat ein Verzeichnis der verantwortlichen Aufsichtspersonen, der

Ausbilder und der Teilnehmer zu fhren.

(2) Aus dem Verzeichnis mssen folgende Angaben ber die in Absatz 1 genannten

Personen hervorgehen:

1. Vor- und Familiennamen, Geburtsdatum und -ort, Wohnort und Anschrift,

2. Nummer, Ausstellungsdatum und ausstellende Behrde des Waffenscheins, der

Bescheinigung nach 6 Abs. 1 oder 2 des Gesetzes oder der

Ausnahmeerlaubnis nach 39 Abs. 2,

3. in welchem Zeitraum (Monat und Jahr) sie als Aufsichtsperson oder als Ausbilder

ttig waren oder an einer Veranstaltung teilgenommen haben.

(3) Das Verzeichnis ist auf Verlangen der zustndigen Behrde auch in deren

Dienstrumen oder den Beauftragten der Behrde vorzulegen.

(4) Der Veranstalter hat das Verzeichnis bis zum Ablauf von fnf Jahren, vom Tage der

letzten Eintragung an gerechnet, sicher aufzubewahren. Gibt der Veranstalter die

Durchfhrung des Verteidigungsschieens auf, so hat er das Verzeichnis seinem

Nachfolger zu bergeben oder der zustndigen Behrde zur Aufbewahrung

auszuhndigen.

41

(1) Die zustndige Behrde kann Veranstaltungen im Sinne des 38 untersagen, wenn

Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass der Veranstalter die erforderliche

Zuverlssigkeit oder die verantwortliche Aufsichtsperson oder ein Ausbilder die

erforderliche Zuverlssigkeit oder Sachkunde nicht oder nicht mehr besitzt.

(2) Der Veranstalter hat auf Verlangen der zustndigen Behrde die Durchfhrung

einzelner Lehrgnge oder Schiebungen einstweilen einzustellen. Die Behrde kann

die einstweilige Einstellung verlangen, solange der Veranstalter

1. eine verantwortliche Aufsichtsperson oder die erforderliche Anzahl von Ausbildern

nicht bestellt hat oder

2. dem Verlangen der Behrde, eine verantwortliche Aufsichtsperson oder einen

Ausbilder wegen fehlender Zuverlssigkeit oder Sachkunde von seiner Ttigkeit

abzuberufen, nicht nachkommt.

Abschnitt XI. bergangs-, Bugeld- und Schlussvorschriften

42

(1) Tragbare Schleudern nach 8 Abs. 1 Nr. 4, die sich bei Inkrafttreten dieser

Verordnung im Geltungsbereich des Gesetzes im Handel befinden, drfen noch bis zum

31. Mrz 1987 erworben, vertrieben und anderen berlassen werden.

(2) bt jemand am 1. Januar 1987 die tatschliche Gewalt ber tragbare Schleudern im

Sinne des Absatzes 1 aus, so wird das Verbot nach 8 Abs. 1 Nr. 4 erst mit Ablauf des

31. Mrz 1987 wirksam. Hat er vor Ablauf dieser Frist einen Antrag auf Erteilung einer

Ausnahmegenehmigung nach 37 Abs. 3 des Gesetzes beim Bundeskriminalamt

gestellt, so wird das Verbot erst wirksam, wenn der Antrag unanfechtbar abgelehnt ist.

Die Stze 1 und 2 gelten entsprechend fr Gegenstnde nach 8 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 und

5, die bereits vor dem 1. Januar 1969 im Geltungsbereich des Gesetzes vertrieben

worden sind.

(3) Die Abstze 1 und 2 gelten nicht fr Przisionsschleudern.

42a

Nach 53 Abs. 3 Nr. 3, Abs. 4 des Gesetzes wird bestraft, wer vorstzlich oder

fahrlssig

1. entgegen 8 Abs. 1 Nr. 1 Nadelgeschosse fr Schusswaffen,

2. entgegen 8 Abs. 1 Nr. 2 die dort bezeichnete Munition oder Geschosse,

3. entgegen 8 Abs. 1 Nr. 3 einen dort bezeichneten Gegenstand,

4. entgegen 8 Abs. 1 Nr. 4 eine Schleuder oder

5. entgegen 8 Abs. 1 Nr. 5 eine dort bezeichnete Patronenmunition

herstellt, bearbeitet, instandsetzt, erwirbt, vertreibt, anderen berlsst, einfhrt, sonst in

den Geltungsbereich des Gesetzes verbringt oder die tatschliche Gewalt ber sie

ausbt.

43

(1) Ordnungswidrig im Sinne des 55 Abs. 1 Nr. 28 Buchstabe b des Gesetzes handelt,

wer vorstzlich oder fahrlssig

1. einer Vorschrift des 14, 15 Abs. 1, 2 oder 3, 16 Abs. 1, 2 oder 3, 17 oder

18 Abs. 1, 2 oder 3 ber Inhalt, Fhrung, Aufbewahrung und Vorlage des

Waffenherstellungs-, des Waffenhandels- oder Munitionshandelsbuches

zuwiderhandelt,

2. einer Vorschrift des 19 Abs. 1, 20, 21 Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 2 oder 23

ber die Kennzeichnung von Schusswaffen, Munition oder Geschossen

zuwiderhandelt,

3. entgegen 24 Munition oder Treibladungen nach 2 Abs. 2 des Gesetzes nicht

vorschriftsmig verpackt,

4. der Vorschrift des 25 Abs. 1 oder 2 Satz 1, 2 oder 3 ber die Verpackung und

Lagerung von Munition oder Treibladungen nach 2 Abs. 2 des Gesetzes

zuwiderhandelt,

5. entgegen 4 Abs. 2, 26 Abs. 1 Satz 1, 27, 28 Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 2 Satz 1

oder 2, 28a Abs. 1 Satz 1 oder 2 oder Abs. 2 Satz 1, 34 Abs. 2 Satz 1 oder 3

oder 38 Abs. 1 oder 2 Satz 1 oder 3 eine Anzeige nicht, nicht richtig, nicht

vollstndig oder nicht rechtzeitig erstattet oder entgegen 26 Abs. 2, 27, 28

Abs. 2 Satz 2 oder 34 Abs. 2 Satz 2, auch in Verbindung mit 38 Abs. 2 Satz 2,

die vorgeschriebenen Unterlagen nicht beifgt,

6. entgegen 33 Abs. 1 mit einer Schusswaffe oder Munition schiet, die nach der

Erlaubnis fr die Schiesttte nicht zugelassen ist, oder entgegen 33 Abs. 2

Schusswaffen in geladenem Zustand oder nicht rumlich getrennt von Munition

und Geschossen aufbewahrt,

7. entgegen 34 Abs. 1 verantwortliche Aufsichtspersonen oder entgegen 38 Abs.

3 verantwortliche Aufsichtspersonen oder Ausbilder nicht bestellt,

8. entgegen 34 Abs. 3 Satz 2 den Schiebetrieb oder entgegen 41 Abs. 2 Satz 1

die Durchfhrung einzelner Lehrgnge oder Schiebungen auf Verlangen der

zustndigen Behrde nicht einstellt,

9. als verantwortliche Aufsichtsperson fr das Schieen einer Pflicht nach 35 Abs.

1 zuwiderhandelt,

10. entgegen 35 Abs. 2 eine Anordnung einer verantwortlichen Aufsichtsperson

nicht befolgt,

11. als verantwortliche Aufsichtsperson entgegen 39 Abs. 1 einen Nichtberechtigten

zur Teilnahme an einem Lehrgang oder einer Schiebung zulsst,

12. einer Vorschrift des 40 ber Fhrung, Inhalt, Vorlage oder Aufbewahrung des

Verzeichnisses zuwiderhandelt.

(2) Wer eine in 55 Abs. 1 Nr. 9 oder 12 des Gesetzes bezeichnete Handlung in bezug

auf ein in 5 Abs. 3 bezeichnetes Gert begeht, handelt nach 55 Abs. 2 des Gesetzes

ordnungswidrig.

(3) Wer eine in 55 Abs. 1 Nr. 5 in Verbindung mit 13 Abs. 3 des Gesetzes oder eine

in 55 Abs. 1 Nr. 23 des Gesetzes bezeichnete Handlung in bezug auf in 6 Abs. 2

bezeichnete Geschosse mit Reizstoffen begeht, handelt nach 55 Abs. 2 des Gesetzes

ordnungswidrig.

44 (Inkrafttreten, Auerkrafttreten)

Anlage 1

Kennzeichen, Zulassungszeichen

1. Kennzeichen fr Schusswaffen, deren Geschossen eine Bewegungsenergie von

nicht mehr als 7,5 J erteilt wird ( 13 Abs. 2 des Gesetzes)

( F im Fnfeck )

2. Zulassungszeichen fr Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen nach 22

des Gesetzes

( PTB im Kreis )

Anlage 2

Anforderungen an Reizstoffgeschosse, Reizstoffsprhgerte und die dafr verwendeten

Reizstoffe

1 Im Sinne dieser Anlage sind

1.1 Reizstoffe, Stoffe, die bei ihrer bestimmungsgemen Anwendung auf den

Menschen eine belstigende Wirkung durch Haut- und Schleimhautreizung,

insbesondere durch einen Augenreiz ausben und resorptiv nicht giftig wirken.

1.2 1.2 Der LCt50-Wert, die Konzentration eines Reizstoffes, die nach einer

Einwirkungszeit von einer Minute bei 50% aller Versuchstiere eine tdliche

Wirkung verursachen wrde.

1.3 1.3 Der ICt50-Wert, die Konzentration eines Reizstoffes, die nach einer

Einwirkungszeit von einer Minute bei 50% aller ungeschtzten Betroffenen

bewirkt, dass sie nicht mehr in der Lage sind, den Angriff fortzusetzen.

2 Geschosse mit oder aus Reizstoffen und Gerte zum Versprhen oder

Ausstoen von Reizstoffen mssen so beschaffen sein, dass

2.1 die Reizstoffe und etwaige Lsungsmittel beim Austritt aus dem Gert nur

gasfrmig, als Aerosol oder in gelster Form auftreten,

2.2 der Entladevorgang die Zeit von einer Sekunde nicht bersteigt, es sei denn, die

Gerte enthalten nicht mehr Reizstoff als nach Halbsatz 2 oder 3 je Entladung

zulssig ist; bei Anwendung in gasfrmigem Zustand und als Aerosol darf

hchstens eine Reizstoffmenge freigegeben werden, die nicht mehr als seinem

vierfachen ICt50-Wert in mg entspricht; bei der Anwendung in gelster Form darf

hchstens eine Reizstoffmenge freigegeben werden, die dem einfachen ICt50-

Wert in mg entspricht,

2.3 bei einer Anwendung im Freien der Reizstoff in einer Entfernung von mindestens

1,5 m noch wirksam ist,

2.4 die Trgermaterialien der Reizstoffe, die Behlter und die Verschlussmaterialien

beim Verschieen oder Versprhen keine mechanischen Verletzungen

verursachen.

3 Der verwendete Reizstoff muss folgenden Anforderungen entsprechen: Der ICt50-

Wert des Reizstoffes darf

3.1 100 mg X min/m3 und

3.2 1/100 des LCT50-Wertes nicht berschreiten.

4 Der in gelster Form angewandte Reizstoff muss folgenden Anforderungen

entsprechen:

4.1 Die Konzentration des Reizstoffes darf 0,1 MOL pro Kilogramm Lsungsmittel

nicht berschreiten,

4.2 die Reizwirkung der Reizstofflsung in der Anwendungskonzentration auf die

Haut von Versuchstieren darf bei einer Wirkungszeit von fnf Minuten bei

Raumtemperatur nicht blasenziehend oder gewebezerstrend wirken,

4.3 das Lsungsmittel oder das Lsungsmittelgemisch darf nicht giftig sein,

4.4 die Reizstofflsung darf bei - 10 Grad C nicht zur Bildung von Kristallen fhren,

4.5 der gelste Reizstoff muss in gasfrmigem Zustand den Anforderungen der

Nummer 3 entsprechen.

5 Arsenverbindungen sind als Reizstoffe ausgeschlossen.

6 Bei den nachstehend genannten Reizstoffen in reiner Form gelten die

Anforderungen nach Nummer 3 als erfllt:

1. Chloracetophenon (CN)

2. Ortho-Chlorbenzalmalondinitril (CS).

Anlage 3

1 Schusswaffen und ihnen gleichstehende Gerte

1.1 Bchsen und Flinten einschlielich Flobertwaffen und Zimmerstutzen

1.2 Pistolen und Revolver zum Verschieen von Patronenmunition; Schalldmpfer

1.3 Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen gem 22 des Gesetzes

1.4 Signalwaffen mit einem Patronen- oder Kartuschenlager von mehr als 12 mm

Durchmesser

1.5 Luftdruck-, Federdruck- und CO2-Waffen

1.6 Schusswaffen, die vor dem 1. Januar 1871 hergestellt worden sind

1.7 Schusswaffen und ihnen gleichstehende Gerte, die nicht unter 1.1 bis 1.6 fallen.

2 Munition

2.1 Munition zum Verschieen aus Bchsen und Flinten (1.1)

2.2 Munition zum Verschieen aus Pistolen und Revolvern (1.2)

2.3 Munition zum Verschieen aus Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen (1.3)

2.4 Munition zum Verschieen aus Signalwaffen mit einem Patronen- oder

Kartuschenlager von mehr als 12 mm Durchmesser (1.4)

2.5 Munition zum Verschieen aus Schusswaffen, die vor dem 1. Januar 1871

hergestellt worden sind, und aus sonstigen ihnen gleichstehenden Gerten (1.6

und 1.7).

Anlage 4

(Inhalt: EU-Formulare)

Anlage 5

(Inhalt: EU-Formular)

(Fundstelle der Anlagen: BGBl. I S. 791 ff.))