Blickpunkt Ausgabe 1 – Oktober 2014

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Zeitung der Pfarre Inzersdorf St. Nikloaus

Text of Blickpunkt Ausgabe 1 – Oktober 2014

  • Einblick & berblick & Ausblick Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus

    Inzersdorf St. Nikolaus,Achtung, Baustelle!Inzersdorf Kirchenplatz, an einem Montag-morgen. Hunderte Kinderfe trampeln berdie Kreuzung, auf dem Weg zu Volksschuleund Gymnasium. Ein Mannim Anzug schaut schon dasdritte Mal in Folge auf seineArmbanduhr, rgert sich,dass der 66A wieder mal aufsich warten lsst. Und imPark, rund um das Krieger-denkmal, liegt schon wiederSchmutz vom Wochenende.Alles in allem nichts Neues also. Doch irgend-etwas ist heute anders. Das merken nun auchdie ersten Schulkinder, die interessiert inRichtung Kirche sehen: Dort steht ja ein Bag-ger! Was macht der denn da? Und wieso sinddie Tren des Gotteshauses weg? Wrden dieKinder einen Blick ins Innere werfen, so wr-den sie noch mehr staunen: Auch die Bankrei-hen wurden entfernt, die Skulpturen und der

    Altar sind futsch und der Fuboden aufgebro-chen. Doch hier war nicht etwa eine Verbre-cherbande am Werk nein, hier wird reno-

    viert!Die Pfarrkirche in Inzersdorfist mittlerweile an die 200Jahre alt, und die Zeit setzt soeinem Gemuer natrlich zu.Das grte Problem ist dasGrundwasser, das aus demBoden in die Wnde hoch-

    steigt und fr Nsse sorgt. Dann beginnt derVerputz zu brckeln, die Temperaturen in derKirche sinken und das angesammelte Wassersetzt dem Stein zu. Um dieses Problem zulsen, rcken die Bauarbeiter mit einem La-serschneider an: Alle Wnde werden waag-recht durchgeschnitten, sodass der Weg frdas auf steigende Wasser blockiert ist. An-schlieend mssen die Wnde zwei Jahre lang

    >> Fortsetzung auf Seite 2

    Die Bankreihen wurden entfernt, die Skulpturen undder Altar sind futsch und derFuboden aufgebrochen.

    So prsentiert sich zur Zeit der Innenraum der Pfarrkirche Inzersdorf, St. Nikolaus

    Architekt DI Rolf 3Neustdter im Interview!

    Drei Gemeinden 4ein Fest

    Berichte zur 4Geschichte von Inzersdorf

    Papst Franziskus 5bringt frischen Wind in die Kirche

    Gedanken 5

    Bilder aus dem 6Pfarrleben

    SCHLUSSpunkt 7

    Termine & Tipps 8

    Inhalt

  • Seite 2 Oktober 2013

    Werte LeserIn!

    Baustelle betreten ver -boten! Diese Worte erwarten Sie derzeit beimTor unserer Pfarrkirche St. Nikolaus und hindernSie am Eintreten. Die Generalsanierung schrei-tet voran: Alle Mauernwurden durchgeschnittenund gegen Feuchtigkeitvon unten isoliert. Nunkann saniert werden, allerdings mssen die unteren Wandpartiennoch zwei Jahre trocknen,bevor verputzt wird. DasBaustellenair bleibt alsonoch eine Weile. Dennochhoffe ich, dass wir AnfangDezember provisorischunseren Kirchenraum wieder bentzen knnen.Die gesamte Renovierungist nur durch Zusammen -arbeit mit unserem Patron der GemeindeWien und unserer Erzdizese mglich, dieauch einen Groteil diesesVorhabens mittels IhrerSteuergelder und IhresKirchenbeitrags nanzie-ren. Dafr steht Ihnenals InzersdorferIn auch in Zukunft eine wrdigePfarrkirche zur Ver -fgung, die vom Baustilher ziemlich einzig artig in Wien und Umgebungist.Baustelle betreten erlaubthingegen heit es beimProjekt unserer Erz -dizese Pfarre neu, das fr uns eine wesent-lich engere Zusammen -arbeit mit unseren beidenNachbarpfarren Inzers -dorf-Neustift und Emmausam Wienerberg bringenwird. Die Zukunft ist erffnet!

    Ihr PfarrerNikolaus Zvonarich

    >> Fortsetzung von Seite 1

    bis auf eine Hhe von circa120 cm unverputzt trocknen.Whrend dieser Zeit werdenaber dann bereits wieder Got-tesdienste im Gebude statt-finden sobald Anfang De-zember die Bauphase I vorbeiist.In der Bauphase I werden so-zusagen die Grundsteine frdie Renovierung gelegt.Neben der Trockenlegung derWnde ist das unter anderemdas Verlegen einer neuenFubodenheizung, die mitGas betrieben werden wird.Diese Energiequelle war zwarnicht die Wunschwahl desPfarrgemeinderats und Pfar-rer Nikolaus Zwonarichs,aber im Endeffekt mussteman sich den anderen Geld-gebern Erzdizese undStadt Wien beugen. Und derTatsache, dass die fr eineTiefenbohrung bentigtenMaschinen nicht in die Kirchepassen.ber die neue Heizungkommt dann ein neuerBoden, der farblich etwas an-ders als der bisherige ausse-hen soll. Hier hat nmlich dievierte an der Renovierung be-teiligte Stelle, das Denkmal-amt, seine Wnsche durchge-setzt: Gem dem ursprngli-

    Ebenfalls in Bauphase I in An-griff genommen werden einneues Elektrikkonzept, barrie-refreie Zugnge in die Kircheund ein neuer Glockenstuhl durch den aktuellen versetzendie Glocken den Turm in zustarke Schwingung, was inRissen an der Kirchendeckeresultiert.Bis die erste Bauphase ab -geschlossen ist, muss derMessbetrieb ausweichen: Wo-chentags- und Vorabendmes-sen finden im Pfarrheim,Sonn- und Feiertagsmessenin der Nachbarspfarre Em-maus statt.Doch wer denkt, dass AnfangDezember alles vorbei ist, derirrt: Denn whrend der Trock-nungsphase (bis 2015) erfolgtdie Neugestaltung der Mari-enkapelle.

    chen Aussehen werden einigeknstlerische Details vern-dert. Auch die neue Ergn-zung zur Orgel muss dem his-torischen Teil vom Aussehenher entsprechen der in den80er-Jahren errichtete Gangzwischen Sakristei und Kir-chengewlbe wird hingegenentfernt.Um die Koordination zwi-schen den beteiligten Stellen also Pfarre, Erzdizese,Stadt Wien und Denkmalamt mglichst reibungslos zugestalten, finden wchentli-che Besprechungen statt. Au-erdem wurde ein Architektengagiert, der die Bauarbei-ten berwacht und mit allenin Verbindung steht. DI RolfNeustdter ist aus dem Pfarr-gebiet, er kennt das Gebudealso bereits ein Glcksfall.

    Die Risseresultierenvon denstarkenSchwingun-gen derGlocke.Deshalbkommt ein neuerGocken-stuhl.

  • Oktober 2013 Seite 3

    Was ist fr Sie architektonisch beson-ders an dem Kirchenbau in Inzers-dorf?Neustdter: Eine architektonischeBesonderheit ist vor allem die Form derKirche. Durch ihren kreisrunden Zen-tralbau mit angeschlossenem Campa-nile in klassizistisch-oberitalienischemStil hebt sie sich deutlich von den in un-serem Raum bekannten Kirchen ab.Der Sulenportikus im Eingangsbe-reich und die Gliederung der Fassadesind ebenso Besonderheiten des Kir-chenbaues.

    Was reizt Sie persnlich, bei diesemProjekt mitzuarbeiten?Neustdter: Es ist sehr spannend aneinem Gebude mitzuarbeiten, welcheseine 200 jhrige Geschichte aufweist.Die Etablierung von neuem, wie moder-ner Bautechnik, bei gleichzeitiger Er-haltung und Bewahrung des alten,unter Denkmalschutz stehenden stelltfr mich eine sehr reizvolle und erfl-lende Aufgabe dar.

    Gab es bautechnisch schon Entwick-lungen, mit denen Sie nicht gerech-net haben ( la Hinterholz 8)? Neustdter: Natrlich sind auch beidiesem Umbau Dinge zu Tage getreten,die wir anders erwartet hatten, aberaufgrund der guten Bausubstanz, diewir vorfanden und vor allem durch dieprofessionelle Zusammen arbeit mit

    einem kompe tenten und entschei-dungsstarken Team von Bauherrn-Ver-tretern, lieen sich Probleme raschlsen. So konnte Hinterholz 8 imWienerwald bleiben.

    Wrden Sie die Betreuung des Pro-jektes aus heutiger Sicht wiederbernehmen?Neustdter: Die Arbeit am Projektwar und ist fr mich von Beginn an bisheute uerst positiv verlaufen. Bei denwchentlichen Baubesprechungen wirdim Team stark ergebnisorientiert gear-beitet. Besonders freut mich, dassneben den notwendigen Sanierungs-manahmen auch auf eine knstle-risch-architektonisch wertvolle Ge -staltung geachtet wird. Ich kann dieFrage sofort mit jederzeit wieder be-antworten.

    Architekt DI Rolf Neustdter im Interview Liebe Leserin, lieber Leser!

    Wo etwas endet, da ent-steht etwas Neues. DieseWeisheit wird von vielenReligionen, Denkschulenund nicht zuletzt den Wissenschaften (etwa in der Energielehre) vertreten. Und auch imFalle dieser Zeitschrift,die Sie gerade in Hndenhalten, trifft sie zu.BLICKpunkt existiert,weil ein jahrelanges Projekt zu Ende gegangenist: Der kontakt23, einekumenische Zeitschriftverschiedener Pfarren,wurde 2012 eingestellt.Aus nanziellen und lo -gistischen Grnden warenmit der Zeit immer mehrPfarren aus dem Projektausgestiegen, bis die Zeitschrift fr die ver -bliebenen Pfarren nichtmehr tragbar war. Doch der kontakt23 hinterlie eine Lcke pltzlich war eine Mg-lichkeit mit den Menschenim Pfarrgebiet in Kontaktzu treten verschwunden.Um diese Lcke zu schlieen, sind wir angetreten.BLICKpunkt will Ihneneinen Ein- & berblickdarber geben, was inInzersdorf und im Pfarr -leben geschieht. Artikelber aktuelle Ereignissenden Sie auf den erstenSeiten der Zeitschrift.Weiter hinten widmen wir uns Vergangenem, Themen der Weltkircheund vielem mehr dochwir wollen nicht zu vielverraten. Blttern Sie einfach weiter und lassen Sie sich berraschen!

    IhrRedaktionsteam

    Natrlichsind auchbei diesemUmbauDinge zuTage ge -treten, die wir anderserwartethatten

    DI RolfNeustdter

    Im Jahr 2017feiert die Pfarre

    Inzersdorf St. Nikolausihr 800jhriges Bestehen

  • Seite 4 Oktober 2013

    Diese gemeinsame Feier war sozusagender inoffizielle Auftakt fr eine neue Artder Zusammenarbeit der drei Pfarren.Die Planung dafr beginnt jetzt, imHerbst dieses Jahres. Da in der Erz -dizese Wien groe nderungen undUmstrukturierungen vorgesehen sindund teilweise schon umgesetzt werden,sind auch wir von diesen Plnen betrof-fen. Gestartet wurden diese ber le gun -gen im Jahr 2010 bei der Visitation desErzbischofs Kardinal Schnborn, im 10. Bezirk. Am 13. Mrz 2013 (dem Tagder Papstwahl!) fiel dann der offizielleStartschuss mit dem Auftrag der Neuor-ganisation im 10. Bezirk, eben so fr diedrei oben erwhnten Pfarren. Ab Herbst 2013 mssen wir uns ber -legen, wie die Zusammenarbeit in ver-schiedenen Bereichen der Seelsorge ge-staltet werden. Diese neue Art des Mit-einanders bedeutet aber nicht, dass Pfar-ren aufgelst werden, wie durch Ge-

    rchte immer wieder verbreitet wird! Pfarre neu bedeutet vielmehr folgen-des: Gemeinden sollen entlastet werden,damit in der Kirche vor Ort das gelebtwerden kann, was unser Auftrag ist: DieFrohe Botschaft zu verknden! Das istnicht nur die