Quarks Wasser

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Text of Quarks Wasser

  • Quarks & Co

    Lebensquell Wasser

    Drei Viertel der Erdoberflche sind von Wasser bedeckt, doch nur weniger als ein Prozentdavon kann als Trinkwasser genutzt werden. Ohne Wasser wre kein Leben auf unseremPlaneten mglich, und wir Menschen knnten ohne diesen kostbaren Stoff maximal vierTage berleben.

    Quarks & Co widmet sich unserem wichtigsten Lebensmittel und fragt nach: Was istWasser berhaupt und warum ist es fr uns so unentbehrlich? Was ist der Unterschiedzwischen Leitungs-, Tafel-, Quell-, Mineral- und Heilwasser? Wie gut ist das deutscheLeitungswasser? Woher kommt das Mineralwasser?

    In vielen trockenen Gebieten der Erde herrscht Wassermangel. Am Beispiel Chile zeigtQuarks & Co, mit welchen teils ausgefallenen Methoden dort das kostbare Nass "gesam-melt" wird.

    Leitungswasser ist besser als sein Ruf und das am besten kontrollierte Lebensmittel. Wirfragen nach: Wo in Deutschland gibt es das sauberste Trinkwasser? Woher kommt dasLeitungswasser berhaupt? Welche Auswirkungen haben Kupfer- und Bleirohre auf unserTrinkwasser?

    Der Krper eines Erwachsenen besteht zu etwa 60 Prozent aus Wasser. Ein Erwachsenersollte tglich mindestens zwei Liter trinken. Denn Wasser hat viele lebenswichtigeFunktionen. Quarks & Co erklrt, wie das Wasser im Krper "arbeitet".

    Wir alle trinken es. Aber wie und wo entsteht eigentlich Mineralwasser? JedesMineralwasser sieht gleich aus: klar und durchsichtig. Aber welches schmeckt besondersgut und warum? Und ist das teuerste Wasser auch das beste? Wir machen denGeschmackstest.

    Autoren:Axel BachFrank EndresChristoph GoldbeckAlexandra HostertTilman Wolf

    Redaktion: Claudia Heiss

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    http://www.quarks.deQuarks & Co | Lebensquell Wasser | Sendung vom 16.03.2004

  • Wasser - ohne geht nichts

    Wasser ist Leben! Schon der griechische Gelehrte Thales von Milet hielt Wasser fr dasElement, aus dem alle anderen Krper entstanden sind. Fr ihn war es "Prinzip allerDinge, aus dem alles ist und zu dem alles zurckkehrt". Heute wissen wir, dass Wasserkein Element ist, sondern eine Verbindung aus zwei Wasserstoffatomen und einemSauerstoffatom. Sie bilden das Wassermolekl: H2O.

    Die wichtigste Substanz der Welt

    Was macht diese Verbindung so besonders? Etwa 70 % unserer Erde ist mit Wasserbedeckt. Zusammengerechnet sind das 1,4 Billiarden Liter Wasser. Davon sind etwa 97 %Salzwasser und nur 3 % Swasser. Wasser ist Bestandteil aller Lebewesen: WirMenschen bestehen etwa zu 2/3 aus Wasser. Fast alle unsere Stoffwechselvorgngestehen mit Wasser in Zusammenhang. Einige Tiere setzen sich sogar fast vollstndigaus Wasser zusammen: Bei Quallen betrgt der Anteil an Wasser etwa 99 %. GrnePflanzen und einige Bakterien bentigen Wasser fr die Sauerstoff liefernde Photo-synthese.

    Wasser hat viele Gesichter

    Wasser kann z. B. in den gefhrlichen Riesenwellen (Tsunamis) die unglaublicheGeschwindigkeit von 1000 km/h erreichen. Mit dieser zerstrerischen Kraft kann esganze Landschaften verndern. Wasser formt Steine, Schluchten und Tler. Als einzigeverbreitete Substanz kommt es in seiner natrlichen Umwelt in allen drei Aggregat-zustnden vor:

    Flssig: in Form von Regen, Grundwasser oder OberflchenwasserGasfrmig: als unsichtbarer Wasserdampf in der LuftFest: als Schnee und Eis

    Wasser als Eis oder Schnee hat eine Besonderheit: Oft haben feste Stoffe eine gre-rer Dichte als Flssigkeiten. Wasser dagegen hat seine grte Dichte bei einerTemperatur von 4 C, also in flssigem Zustand. Dann hat es im Verhltnis zu seinerMasse das geringste Volumen. Khlt es unter 4 C ab, dehnt es sich wieder aus, dieDichte nimmt ab. Diese Eigenschaft bezeichnet man als Dichteanomalie des Wassers.Beim Gefrieren legt Wasser sogar schlagartig bis zu 10 % seines Volumens zu. AufGrund dieser Eigenschaft schwimmt Eis auf flssigem Wasser. Unter Normalbedin-gungen behlt Wasser seinen flssigen Zustand bei Temperaturen, die zwischen 0 Cund 100 C liegen, bei. Es ist dabei ein exzellenter Wrmespeicher und das ist wichtigfr unser Klima. Auf der Insel Mainau beispielsweise wachsen Zitrusfrchte, weil derBodensee als Wrmespeicher wirkt.

    Nur wenige Prozent sind

    nutzbares Swasser

    Flssiges Wasser,

    Wasser in Gasform,

    "festes" Wasser

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    http://www.quarks.deQuarks & Co | Lebensquell Wasser | Sendung vom 16.03.2004

  • Bei Wasser stimmt die Chemie

    Die Eigentmlichkeiten des Wassers beruhen auf seiner Moleklstruktur. Das Moleklist gewinkelt gebaut. Zwei Wasserstoffatome bilden mit dem Sauerstoffatom einenWinkel von 104,5. Zudem sind die Atome unterschiedlich elektrisch geladen.Sauerstoff hat eine negative Teiladung und die zwei Wasserstoffatome eine positive.Das Molekl ist also ein so genannter "elektrischer Dipol". Der ist unter anderemverantwortlich fr die Oberflchenspannung des Wassers und sorgt dafr, dass sichzum Beispiel der Wasserlufer auf der Wasseroberflche bewegen kann.

    Im Inneren der Flssigkeit bestehen Wechselwirkungen zwischen den einzelnenWassermoleklen und ihren Nachbarn. An der Wasseroberflche stoen die Molekleaber auf Luft. Hier fehlt ihnen ein Teil der Wechselwirkungen mit den anderenWassermoleklen. Die Folge: Auf jedes Wassermolekl an der Oberflche wirkt einenach innen gerichtete Kraft. Um ein Molekl aus dem Inneren der Flssigkeit an dieOberflche zu bringen, ist Energie notwendig denn gegen diese Kraft muss Arbeitgeleistet werden. Deshalb bildet Wasser eine mglichst kleine Oberflche, die sich wieeine straffe Haut verhlt.

    Wasser ist geruch- und geschmacklos, farblos und lichtdurchlssig. Letzteres istbesonders fr die Lebewesen im Meer von Bedeutung. Eine andere Eigenschaft desWassers ist noch wichtiger und das fr alle Lebewesen: Wasser ist ein hervorragendesLsungsmittel. Es lst Feststoffe, Gase und Flssigkeiten: z. B. Sauerstoff,Kohlendioxid und Mineralien. Einfach perfekt, dieses Molekl!

    Christoph Goldbeck

    Wassermolekl

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  • Wasserverbrauch im Haushalt

    Unser tglich Wasser ...

    Wie viel Wasser (ver)braucht der Mensch? Auf diese Frage gibt es im wasserreichenDeutschland eine eindeutige Antwort: 127 Liter reinstes Trinkwasser verbraucht jederDeutsche durchschnittlich Tag fr Tag. Das meiste davon verwenden wir fr die tgli-che Hygiene: 46 Liter pro Tag allein fr das Duschen und Baden. Mit derToilettensplung gehen 34 Liter tglich in die Kanalisation. Dann folgen imTagesverbrauch 12,7 Liter fr das Wsche waschen, 8,9 Liter fr den Garten und dasAuto und 7,6 Liter zum Geschirrsplen. Zum Kochen und Trinken bentigen wir geradeeinmal 5 Liter am Tag. Die restlichen knapp 13 Liter werden unter sonstigem Verbrauchverbucht. Das alles sind Durchschnittswerte.

    Wie unterschiedlich der individuelle Wasserverbrauch aber tatschlich sein kann,zeigt eine Studie der Universitt Bonn. Dort ermittelten Wissenschaftler, wie vielWasser verschiedene Kandidaten fr das Splen einer festgelegten Menge an Geschirrbrauchten. Die riesige Geschirrmenge bestand aus insgesamt 160 Teilen: Teller,Tassen, Tpfe und Besteck. Alle waren mit der gleichen Menge an Essensresten vers-chmutzt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die unterschiedliche Spltechnik derProbanden entscheidend fr den Wasserverbrauch ist. Die Unterschiede waren gewal-tig: Die Kandidaten verbrauchten zwischen 14 und 447 Liter Wasser fr den gleichenGeschirrberg. Besonders sparsam mit Wasser gingen bei den Versuchen die Briten unddie Deutschen um. Viel Wasser hingegen bentigten die Trken und die Spanier. Dafrwar das Geschirr bei den Spaniern aber auch am saubersten. Hier der komplettenDaten der Untersuchung

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    LAND VERBRAUCHTES VERBRAUCHTE ZEIT/ SAUBERKEITWASSER/LITER ENERGIE/KWH MIN. [SKALA 0 BIS 5]

    Deutschland 46 1,3 76 3,2

    Polen/ 94 2,1 92 3,3

    Tschechische Republik

    Italien 115 2,5 76 3,4

    Spanien/ Portugal 170 4,7 79 3,4

    Trkei 126 2,0 106 3,5

    Frankreich 103 2,5 84 3,4

    Grobritannien/Irland 63 1,6 65 2,9

    Durchschnitt 103 2,5 79 3,3

    Geschirrspler

    (neuwertig/ 15-22 1,0-2,0 Einrumen/ 3,3-4,3

    Energie-Effizienzklasse A) Ausrumen: 15

    Programmzeit: 100-150

    Universitt Bonn Institut fr Landestechnik | Prof. Rainer Stamminger

  • Wie wird Wasser zu Trinkwasser?

    Deutschland ist ein sehr reiches Land, wenn es um Wasser geht. Von den 180 MilliardenKubikmetern Wasser, die die Natur uns jedes Jahr zur Verfgung stellt, nutzen wir nochnicht einmal ein Drittel. Doch trotz der groen Wasservorrte gibt es in Deutschland einenMangel an hochwertigem Trinkwasser.

    Woher kommt unser Trinkwasser?

    Unsere Gewsser sind oft mit Schadstoffen aus der Landwirtschaft belastet vor allemmit Nitrat und Nitrit, aber auch mit Pestiziden, Keimen und Bakterien. Lediglich knapp26 Prozent des Trinkwassers stammt aus dem so genannten Oberflchenwasser, alsoaus Seen, Talsperren, Flssen und dem Uferfiltrat. Wasserwerke entfernen mhsamalle Schadstoffe, bis das gereinigte Wasser den Richtlinien der Trinkwasserverordnungentspricht und laut Gesetz "keimarm, farblos und geruchlos" ist.

    Das Grundwasser ist fr Trinkwasser besser geeignet. Aber auch dieses Wasser kannunerwnschte Stoffe wie natrlich vorkommendes Eisen und Mangan in sich tragen.Immer fter gelangen auch Pestizide und Nitrat aus der Landwirtschaft ins Grundwasser.Noch mehr Sorge bereiten den Wasserwerken Rckstnde von anderen Stoffen, die dasunterirdische Wasser verunreinigen: Hormone und Antibiotika aus Arzneimitteln oder neuentwickelte chemische Verbindungen aus der Kunststoffindustrie.

    Die Aufgabe der Wasserwerke

    Je nach Herkunft und Belastung des Wassers bereiten Wasserwerke das so genannte Roh-wasser mit verschiedenen techn