Loesungen Zu Den Uebungen

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KAPITEL 1 VORBEMERKUNGENBUNGEN1. Entscheiden Sie, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Begrnden Sie ihre Entscheidung: a. Fast Food Ketten wie McDonalds, Burger King und Wendys operieren in den gesamten Vereinigten Staaten. Deshalb ist der Markt fr Fast Food ein nationaler Markt. Diese Aussage ist falsch. Im Allgemeinen kaufen die Menschen Fast Food im Umkreis ihres gegenwrtigen Standorts und fahren nicht lange Strecken durch das Land, nur um eine billigere Fast-Food-Mahlzeit zu kaufen. Angesichts der Tatsache, dass es nur eine geringe Mglichkeit fr eine Arbitrage zwischen Fast-Food-Restaurants gibt, die sich in einiger Entfernung von einander befinden, bestehen wahrscheinlich ber das ganze Land verteilt eine Vielzahl von Mrkten fr Fast Food. b. Im Allgemeinen kaufen die Menschen ihre Kleidung in der Stadt, in der sie leben. Deshalb gibt es beispielsweise einen Markt fr Bekleidung in Atlanta, der sich von dem Markt fr Bekleidung in Los Angeles unterscheidet. Diese Aussage ist falsch. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass die Verbraucher durch das ganze Land fahren, um Bekleidung zu kaufen, knnen die Lieferanten doch leicht Bekleidung von einem Teil des Landes in einen anderen transportieren. Wenn also Bekleidung in Atlanta teurer als in Los Angeles ist, wrden die Textilunternehmen Lieferungen nach Atlanta umleiten, was zu einer Reduzierung des Preises dort fhren wrde. Gelegentlich kann es einen Markt fr ein bestimmtes Bekleidungsstck in einem weit entfernten Markt geben, der zu einer sehr guten Arbitragemglichkeit fhrt, wie beispielsweise der Markt fr Blue Jeans in der frheren Sowjetunion. c. Einige Konsumenten haben eine sehr starke Prferenz fr Pepsi, whrend andere sehr stark Coca Cola prferieren. Deshalb gibt es fr Cola keinen gemeinsamen Markt. Diese Aussage ist falsch. Obwohl einige Konsumenten eine sehr starke Prferenz fr eine bestimmte Colamarke haben, sind die Marken sich doch so hnlich, dass sie einen gemeinsamen Markt bilden. Es gibt auch Konsumenten, die keine starke Prferenz fr eine bestimmte Art Cola haben, und es gibt Konsumenten, die zwar eine Prferenz haben, die aber auch durch den Preis beeinflusst werden. Angesichts dieser Mglichkeiten wird sich der Preis fr Colagetrnke nicht deutlich unterscheiden - insbesondere nicht bei Coca Cola und Pepsi.

-1 Pindyck/Rubinfeld: Mikrokonomie 2009

2. Die folgende Tabelle zeigt den durchschnittlichen Einzelhandelspreis fr Butter sowie den Verbraucherpreisindex (CPI) von 1990 bis 2000, so dargestellt, dass 1980 CPI = 100. 1980 1985 1990 1995 2000

CPI Einzelhandelspreis fr Butter

100 $1,88

130,58 $2,12

158,62 $1,99

184,95 $1,61

208,98 $2,52

a. Berechnen Sie den realen Preis fr Butter in Dollar des Jahres 1980. Hat

sich der reale Preis von 1980 bis 2000 erhht/ verringert/ ist er gleich geblieben?Realer Preis fr Butter im Jahr X =

x=

CPI1980 nominaler Preis im Jahr x . CPI Jahr x1985 $1,62 1990 $1,25 1995 $0,87 2000 $1,21

1980 $1,88

Der reale Preis fr Butter ist seit 1980 gefallen. b. Wie hat sich der reale Preis (in Dollar des Jahres 1980) von 1980 bis 2000 prozentual verndert? Prozentuale

1, 21 1, 88 = 0, 36 = 36% . 1, 88

nderung

des

realen

Preises

von

1980

bis

2000

=

c. Stellen Sie den CPI auf 1990 = 100 um, und bestimmen Sie den realen Preis fr Butter in Dollar des Jahres 1990. Um den CPI auf 1990 = 100 umzustellen, wird der CPI fr jedes Jahr durch den CPI des Jahres 1990 geteilt. Verwenden Sie die Formel aus Teil (a) und die neuen Zahlen fr den CPI, um den realen Butterpreis zu bestimmen. Neuer CPI 1980 1985 1990 1995 2000 63,1 82,3 100 116,6 131,8 Realer Butterpreis 1980 1985 1990 1995 2000 $2,98 $2,58 $1,99 $1,38 $1,91

d. Wie hat sich der reale Preis (in Dollar des Jahres 1990) von 1980 bis 2000 prozentual verndert? Vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrer Antwort zu Aufgabe (b). Was ist dabei zu beobachten? Erklren Sie Ihre Beobachtung. Die prozentuale nderung des realen Preises von 1980 bis 2000 =

1, 91 2, 98 = 0, 36 = 36% . Die Antwort auf diese Frage ist fast mit der 2, 98

fr Teil (b) gegebenen identisch (abgesehen von der Rundungsungenauigkeit). Welches Jahr als Basisjahr gewhlt wird, spielt keine Rolle.

-2 Pindyck/Rubinfeld: Mikrokonomie 2009

3. Zu dem Zeitpunkt, an dem dieses Buch in den Druck ging, betrug der Mindestlohn $5,85. Den gegenwrtigen Wert des CPI finden Sie unter http://www.bls.gov/cpi/home.htm. . Klicken Sie auf Consumer Price Index-All Urban Consumers (Current Series). Whlen Sie U.S. All items aus. So finden Sie Angaben ber den CPI von 1913 bis heute. a. Berechnen Sie den gegenwrtigen realen Mindestlohn in Dollar des Jahres 1990 mit diesen Werten. realer Mindestlohn 2009 =

CPI1990 130, 7 5, 85 = 5, 85 = $4, 69 . CPI1998 163

b. Wie hat sich der reale Mindestlohn von 1985 bis heute prozentual, in Dollar des Jahres 1990 ausgedrckt, verndert? Nehmen wir an, im Jahr 1985 betrug der Mindestlohn $3,35. Folglich betrug der reale Mindestlohn fr 1985 =

CPI 1990 130,7 3,35 = * 3,35 = $4,07 . CPI 1985 107,6

Somit lautet die prozentuale nderung des realen Mindestlohnes:

4, 69 4, 07 = 0,15 bzw. ungefhr 15%. 4, 07

-3 Pindyck/Rubinfeld: Mikrokonomie 2009

KAPITEL 2 GRUNDLAGEN VON ANGEBOT UND NACHFRAGE

-4 Pindyck/Rubinfeld: Mikrokonomie 2009

BUNGEN1. Es sei angenommen, die Nachfragekurve fr ein Produkt wird durch die folgende Gleichung angegeben: Q = 300 2P + 4I, wobei I das durchschnittliche Einkommen gemessen in Tausend Euro ist. Die Angebotskurve lautet Q = 3P 50. a) Bestimmen Sie den marktrumenden Preis und die marktrumende Menge fr das Produkt, wenn I = 25. Wenn I = 25 lautet die Nachfragekurve Q = 300 2P + 4*25 bzw. Q=400-2P. Durch Gleichsetzen der Nachfrage mit dem Angebot knnen wir nach P und dann nach Q auflsen: 400-2P=3P-50 P=90 Q=220. b) Bestimmen Sie den marktrumenden Preis und die marktrumende Menge fr das Produkt, wenn I = 50. Wenn I = 50 lautet die Nachfragekurve Q = 300-2P+4*50 bzw. Q=500-2P. Durch Gleichsetzen der Nachfrage mit dem Angebot knnen wir nach P und dann nach Q auflsen: 500-2P=3P-50 P=110 Q=280. c) Zeichnen Sie ein Diagramm, um Ihre Antworten zu verdeutlichen. Der Gleichgewichtspreis und die Gleichgewichtsmenge werden im Schnittpunkt der Nachfrage- und Angebotskurven bestimmt. Steigt das Einkommensniveau in Teil b), verschiebt sich die Nachfragekurve nach oben und nach rechts. Der Schnittpunkt der neuen Nachfragekurve und der Angebotskurve bildet den Punkt des neuen Gleichgewichts. 2. Betrachten Sie einen Wettbewerbsmarkt, fr den die zu verschiedenen Preisen nachgefragten und angebotenen Mengen (pro Jahr) wie folgt angegeben werden: Preis (Dollar) Nachfrage (Millionen) Angebot (Millionen)

-5 Pindyck/Rubinfeld: Mikrokonomie 2009

60 80 100 120 a.

22 20 18 16

14 16 18 20

Berechnen Sie die Preiselastizitt der Nachfrage bei einem Preis von $80 und bei einem Preis von $100. Wir wissen, dass die Preiselastizitt der Nachfrage mit Hilfe der Gleichung 2.1 aus dem Text berechnet werden kann: Q D QD P Q D ED = = . P Q D P P

Bei jeder Preissteigerung um $20, sinkt die nachgefragte Menge um 2. Folglich gilt:

QD = 2 = 0.1. P 20Bei P = 80 ist die nachgefragte Menge gleich 20 und

80 ED = (0.1) = 0.40. 20Desgleichen ist die nachgefragte Menge bei P = 100 gleich 18 und

100 ED = 18 (0.1) = 0.56.b. Berechnen Sie die Preiselastizitt des Angebots bei einem Preis von $80 und bei einem Preis von $100.

Die Preiselastizitt des Angebots wird angegeben durch:QS QS P Q S . ES = = P Q S P P Bei jeder Preissteigerung um $20 steigt die angebotene Menge um 2. Folglich gilt:

QS = 2 = 0.1. P 20Bei P = 80 ist die angebotene Menge gleich 16 und

80 ES = (0.1) = 0.5. 16Desgleichen ist die angebotene Menge bei P = 100 gleich 18

100 ES = 18 (0.1) = 0.56.-6 Pindyck/Rubinfeld: Mikrokonomie 2009

c.

Wie hoch sind Gleichgewichtspreis und -menge?

Der Gleichgewichtspreis und die Gleichgewichtsmenge liegen an der Stelle, an der zum gleichen Preis die angebotene Menge gleich der nachgefragten Menge ist. Wie aus der Tabelle hervorgeht, betrgt der Gleichgewichtspreis $100, und die Gleichgewichtsmenge liegt bei 18 Millionen.d. Es sei angenommen, der Staat legt einen Hchstpreis von $80 fest. Wird eine Knappheit entstehen, und, wenn ja, welches Ausma wird sie haben?

Bei einem Hchstpreis von $80 mchten die Konsumenten 20 Millionen kaufen, whrend die Produzenten aber nur 16 Millionen anbieten. Dies fhrt zu einer Knappheit in Hhe von 4 Millionen.2. Beziehen Sie sich auf das Beispiel 2.5 ber den Markt fr Weizen. 1998 war die Gesamtnachfrage nach US-amerikanischem Weizen gleich Q = 3244 283P und das Binnenangebot war gleich Qs = 1944 + 207P. Am Ende des Jahres 1998 ffneten sowohl Brasilien als auch Indonesien ihre Weizenmrkte fr U.S. amerikanische Bauern. Es sei angenommen, diese neuen Mrkte fgen der U.S. amerikanischen Nachfrage nach Weizen 200 Millionen Scheffel hinzu. Wie hoch wird der marktwirtschaftliche Preis fr Weizen sein, und welche Menge wird durch US amerikanische Bauern in diesem Fall produziert und verkauft? Die folgenden Gleichungen beschreiben den Markt fr Weizen im Jahr 1998:

QS = 1944 + 207P und QD = 3244 - 283P. Wenn Brasilien und Indonesien der U.S. amerikanischen Nachfrage nach Weizen 200 Millionen Scheffel hinzufgen, wre die neue Nachfragekurvegleich QD + 200 oder QD= (3244 - 283P) + 200 = 3444 - 283P. Durch Gleichsetzen des Angebots und der neuen Nachfrage kann der neue Gleichgewichtspreis bestimmt werden: 1944 + 207P = 3444 - 283P oder 490P = 1500 oder P* = $3,06122 pro Scheffel. Um die Gleichgewichtsmenge zu bestimmen, wird der Preis entweder in die Angebots- oder i