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  • KOMMUNIKATION UND SPRACHE

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    KOMMUNIKATION UND SPRACHE

    1. Krpereigene Kommunikationsformen...........................................................................................1.1 Basale Krperfunktionen als Ausdrucksmittel 1.2 Mimik und Blickbewegungen 1.3 Gestik und Zeigebewegungen 1.4 Elementare Beziehung - Basaler Dialog 2. Kommunikationsstrategien..............................................................................................................2.1 Ja-Nein-Konzept 2.2 Kommunikationsverlauf 2.3 Kommunikation gestaltet Beziehung 3. Sprachverstndnis............................................................................................................................3.1 Sprachliche Zuwendung 3.2 Symbolfunktion der Sprache 4. Lautspracherwerb.............................................................................................................................4.1 bung der Sprechorgane 4.2 Entwicklung der Lautsprache 4.3 Differenzierter Umgang mit Sprache 5. Untersttzte Kommunikation...........................................................................................................5.1 Arbeitstechniken fr die Untersttzte Kommunikation 5.2 Kommunikationsmedien 5.3 Gebrden 5.4 Gesttzte Kommunikation

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    Kommunikation ist ein menschliches Grundbedrf-nis und eine wichtige Bedin-gung fr das subjektive Erle-ben von Lebensqualitt.

    KOMMUNIKATION UND SPRACHE Die als basaler Dialog bezeichnete frhe Kommunika-tionsform gibt bei-den Partnern die Gelegenheit, Signa-le wahrzunehmen und auf sie zu rea-gieren.

    Bedeutung des Lernbereichs Kommunikation ist ein menschliches Grundbedrfnis und eine wichtige Bedingung fr das subjektive Erleben von Lebensqualitt. In kommunikativen Prozessen gestalten Menschen ihre Gemeinschaft und bringen ihre Persnlichkeit zum Ausdruck. Schle-rinnen und Schler bauen kommunikative Kompetenzen im Dialog auf und wenden diese in Situationen des Alltags an. Dadurch erfahren sie sich als kommunikationsf-hig und lernen auch, mit sprachlichen Beeintrchtigungen und deren Auswirkungen umzugehen. Zentrale Aufgabe im Lernbereich Kommunikation und Sprache ist es, eine Grundlage fr wechselseitige Verstndigung zu schaffen. Im intensiven Krperkontakt bei allen tglichen Verrichtungen, im Blickkontakt, im sprachlichen Begleiten aller Handlungen, in der Verstrkung aller mimischen und gestischen Mitteilungen durch die Bezugsper-sonen sowie beim Spielen kommt es zur ersten Interaktion. Diese als basaler Dialog bezeichnete frhe Kommunikationsform gibt beiden Partnern die Gelegenheit, Signa-le wahrzunehmen und auf sie zu reagieren. Dazu werden vorsprachliche Kommunika-tionsweisen benutzt: Durch Berhren, Streicheln, Wiegen sowie Hren und Fhlen der Stimme eines Gegenbers wird das Fundament fr eine positive Beziehung ge-legt. Folgende Stufen der Entwicklung kommunikativer Fhigkeiten lassen sich nennen:

    Entwicklungsstufe Kommunikatives Verhalten Kommunikationsmittel 1. Stufe Ungezieltes Verhalten

    Das Kind drckt seine Befindlichkeit aus. Diesem Verhalten wird von der Bezugs-person eine bestimmte Bedeutung zuge-schrieben, es wird beantwortet.

    2. Stufe Gezieltes Verhalten

    Das Kind bezieht sich in seinem Verhalten auf das Objekt oder die Person, die Ziel des Verhaltens ist. Es greift nach dem Ball oder schaut zur Mutter.

    3. Stufe Partnerbezogene uerung

    Das Kind wechselt den Blick zwischen Person und Objekt oder es schiebt die Hand der Person zum Objekt.

    Zur Kommunikation dienen kr-pereigene Mittel: Atem, Mimik, Gestik, Stimme, Krperhaltung und -spannung. Die Bezugsper-son setzt neben den leiblichen Mitteln auch Bewegung im Raum, wechselseitige Spiele, Berhrung und Sprache ein. Die Lautsprache wird in ersten Versuchen ge-braucht.

    4. Stufe Konventionelle uerung

    Das Kind verwendet erste allgemein ver-stndliche Gesten wie Kopfschtteln und Protestlaute fr nein.

    5. Stufe Symbolische uerung

    Das Kind setzt Sprache ein. Diese muss nicht Lautsprache sein.

    Sprache - in der Regel die Laut-sprache - tritt mehr und mehr in den Vordergrund. Die leiblichen Mittel treten zurck, bleiben aber stets vorhanden und bestimmen weiterhin einen Groteil der Kommunikation.

    Aus diesen Vorberlegungen ergibt sich folgender Aufbau des Lernbereichs: Die ersten drei Gliederungs-punkte gelten sowohl fr Schlerinnen und Schler, die lernen, sich ber Lautsprache mitzuteilen, als auch fr Schlerinnen und Schler, die auf lautsprachergnzende oder lautsprachersetzende Kommunikations-modi angewiesen sind. In den Punkten 4. und 5. werden Inhalte aufgegriffen, die sich speziell entweder auf den Einsatz der Lautsprache oder auf die Untersttzte Kommunikation beziehen. Nachfolgende Grafik ver-deutlicht den Aufbau:

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    Das Erlernen kom-munikativer Strate-gien und die Ver-wendung von Laut-sprache oder un-tersttzenden Hil-fen werden immer in das Alltagsge-schehen eingebun-den. Neben der gespro-chenen Sprache knnen Gebrden, Bildsymbolsysteme und elektronische Hilfen die kommu-nikativen Mglich-keiten erweitern oder ersetzen.

    Hinweise zum Unterricht Kommunikationsfrderung und Spracherziehung sind immer Teil des Unterrichtsan-gebots. In Schule und Unterricht sind Rahmenbedingungen zu schaffen, die erfolgrei-che Kommunikation fr alle Beteiligten ermglichen und sprachliches Handeln be-gnstigen. Lehrerinnen und Lehrer setzen Sprache bewusst ein. Sie sind sprachli-ches Vorbild, indem sie prgnant und an das Sprachniveau der Schlerinnen und Schler angepasst sprechen sowie krpereigene Gestaltungsmittel einbeziehen. Besondere Unterrichtseinheiten und die Frderung in Kleingruppen oder im Rahmen von Einzelmanahmen ergnzen das gesamte Bemhen, Schlerinnen und Schler durch Kommunikation zu Lebenssicherheit, Lebenszutrauen und Orientierung in sozi-alen Gefgen zu fhren. Das Erlernen kommunikativer Strategien und die Verwen-dung von Lautsprache oder untersttzenden Hilfen werden immer in das Alltagsge-schehen eingebunden. Enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtige Vorausset-zung fr dauerhafte Lernerfolge. Erfahrungen haben gezeigt, dass alle Kommunikationshilfen so frh wie mglich an-geboten werden mssen. Diese Manahmen wirken sich auch auf die Entwicklung des Sprechens gnstig aus. Sobald Schlerinnen und Schler die Erfahrung machen, dass sie verstanden werden, versuchen sie verstrkt, ihre Anliegen mit all ihren Mg-lichkeiten zu vermitteln. So werden sie zunehmend unabhngiger von fremder Unter-sttzung. Vielen Schlerinnen und Schlern ist es nicht mglich, in fr sie ausreichender Weise lautsprachlich zu kommunizieren. Aus diesem Grund wurde eine Reihe sprachunter-sttzender und sprachersetzender Verfahren entwickelt. Neben der gesprochenen Sprache knnen Gebrden, Bildsymbolsysteme und elektronische Hilfen die kommu-nikativen Mglichkeiten erweitern oder ersetzen. Durch das Erlernen der Lautsprache oder eines Zeichensystems werden Symbolverstndnis entwickelt und Denken gefr-dert. Das Verstehen von Sprache kann durch den sprachbegleitenden Einsatz von Gebrden untersttzt werden. Fr Schlerinnen und Schler mit schweren Bewegungsbeeintrchtigungen mssen in Zusammenarbeit mit therapeutischen Fachkrften Hilfen und Hilfsmittel, wie etwa Lagerungskeile oder angepasste Sitzpositionen, verfgbar gemacht werden. Diese Untersttzung versetzt Schlerinnen und Schler oft erst in die Lage, sich eindeutig auszudrcken. Die Inhalte des Lernbereichs Kommunikation und Sprache stehen in enger Verbin-dung zu Zugangsweisen aus den Lernbereichen Persnlichkeit und soziale Bezie-hungen sowie Deutsch.

    1. Krpereigene Kommunikationsformen

    1.1 Basale Krperfunktionen als Ausdrucksmittel Um jene Schlerinnen und Schler zu verstehen, denen es nicht mglich ist, mit Hilfe der Lautsprache zu kommunizieren, ist das Entschlsseln individueller, krpereigener Ausdrucksformen eine grundlegende Vo-raussetzung. Lehrerinnen und Lehrer lassen sich verstehend auf diese Kinder und Jugendlichen ein und nutzen deren Mitteilungen als Ausgangspunkt fr den basalen Dialog. Durch sprachliche Begleitung und Interpretation erleben Schlerinnen und Schler Besttigung fr ihre individuellen Ausdrucksmglichkeiten. Je hufiger sie positive Rckmeldung erfahren, desto mehr trauen sie sich zu, auf sich aufmerksam zu ma-chen und Kontakt aufzunehmen.

    1.Krpereigene Kommunikationsformen

    2.Kommunikationsstrategien

    3.Sprachverstndnis

    4.Lautspracherwerb 5.Untersttzte Kommunikation

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    Atemrhythmus - Den eigenen Atemrhythmus bemerken: Atemgerusche ber Mikrophon verstrken

    - Erfahren, dass man durch vernderten Atemrhythmus auf sich aufmerksam macht

    - Mit jemandem gemeinsam hrbar atmen - Hrbares Ein- und Ausatmen mit Worten begleiten: ein-aus - Den Atemrhythmus durch sanftes Vibirieren des Brustkorbs

    verstrken - Den Atem des anderen bewusst wahrnehmen und durch krper-

    liche Nhe oder Auflegen der Hnde auf Brustraum und Nase spren

    - Die Atmung erleichtern: durch Strecken, Dehnen, angenehme Lagerung

    Herzschlag - Den Herzschlag hrbar machen: im Herzrhythmus auf die Brust klopfen, mit Stethoskop hren

    - Erfahren, dass die eigene erhhte Pulsfrequenz von anderen als Alarmzeichen gedeutet wird: Angst, Aufregung, rger

    - Den Herzschlag sprachlich begleiten: Dein Herz schlgt ganz schnell, du bist aufgeregt.

    - Den Herzschlag des anderen hren: das Ohr auf die Brust der Lehrerin oder des Lehrers legen

    Krperspannung - Den Wechsel der Krperspannung erleben: Anspannung und Entspannung

    - Spiegelung und Interpretation des krperlichen Ausdrucks erfah-ren: Du liegst jetzt ganz entspannt.

    - Krperspannung einsetzen, um die eigene Befindlichkeit auszu-drcken: Ans