St. Johannes Evangelist Sch£¼tzenbruderschaft 1824 Holzen e.V. daneben, der Pfeil flog und flog und

  • View
    2

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of St. Johannes Evangelist Sch£¼tzenbruderschaft 1824 Holzen e.V. daneben, der Pfeil flog...

  • St. Johannes Evangelist Schützenbruderschaft 1824

    Holzen e.V.

    Der Biber steht für das Zuhause des Königspaares und die Biene ….

    Königsplakette 2013 / 2014

    Schützenfest 2014

    Festprogramm Seite 31

  • ___________________________ GRUSSWORT _________________________

    „Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht.“

    aus: Der Widerspenstigen Zähmung, William Shakespeare (1564 – 1616) Unser Schützenfest steht bevor. Mit Lust und Freude laden wir im 190-jährigen Bestehen unserer Schützenbruderschaft alle Schützenschwestern und Schützenbrüder, alle Gäste, alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, alle Freunde, herzlich ein ge- meinsam zu feiern. Mit vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern konnten wir den Ablauf unseres Hochfestes diskutieren und optimieren, so dass wir alle noch gemütlicher und harmonischer gemeinsame Stunden begehen können. Der Vorstand hat dies auch optisch an und in der Halle umgesetzt. Seien Sie und seid ihr gespannt. Am Schützenfestsonntag werden wir nach dem Festzug in der Halle erstmalig Kaffee und Kuchen zum Verzehr anbieten; montags nach dem Königsschießen wollen wir bei Sonnenschein noch etwas Zeit auf der Vogelwiese verbringen und am frühen Nachmittag allen Gästen die Möglichkeit einer kurzen Pause geben. Wir freuen uns weiterhin auf viele positive Anregungen aller Gäste und darauf, nach gutem Brauch bei Freibier und Festmusik drei unbeschwerte Tage zu verbringen, gute Gespräche zu führen und das Tanzbein zu schwingen. Mit Schützengruß

    1. Brudermeister

    2

  • _________________________ GRUSSWORT ___________________________

    Liebe Gäste! Liebe Holzener! Liebe Schützinnen und Schützen! Nur noch wenige Tage und wir feiern wieder unser traditionelles Schützenfest. Wir blicken zurück auf ein Jahr voller interessanter Ereignisse, toller Veranstaltungen, neuer Bekanntschaften und wertvoller Freundschaften! Das Bundesschützenfest in Olpe Rüblinghausen und der Schützen-festmontag, mit dem Festzug der Jungschützen zur Biber werden uns immer in besonderer Erinnerung bleiben. Zu jeder Zeit erfuhren wir tatkräftige Unterstützung und Beistand von allen Seiten. Herzlich danken möchten wir unserem Hofstaat, dem Schützenvorstand, unseren Freunden und Familien, die mit ihrer Mithilfe und ihrer Unterstützung dieses Jahr zu etwas ganz Besonderem für uns gemacht haben. Danken möchten wir auch dem Tambourkorps Holzen für die musikalische Begleitung unseres Königsjahres. Wir freuen uns sehr auf das bevorstehende Schützenfest und hoffen, dass wir gemeinsam mit allen Schützen, Holzenern und Gästen ein paar schöne tolle Tage feiern können. Euer Königspaar Stefan und Sabine

    3

  • __________________________ KÖNIGSPAAR _________________________

    Königspaar 2013 / 2014

    Stefan und Sabine Helmes

    4

  • ___________________________ GRUSSWORT _________________________

    Wie ich Kinderschützenkönig wurde Also, zur Information. Ich spiele im Spielmannszug Tambourkorps Holzen mit. Naja, damit fing es auch an. Auf Schützenfestsonntag und auch vorher sagte ich, dass ich auf keinen Fall schießen wollte, da ich auf Schützenfest ja mitspielen und das erste Mal auch mitmarschieren durfte. Als dann Schützenfestmontag kam, musste ich um 5 Uhr aufstehen, zum Wecken im Dorf. Nachdem das Tambourkorps fertig war, holten wir den König ab. Dann, an der Halle angekommen, spielten wir und marschierten zur Vogelwiese. Nun ging es mit dem Vogelschießen los. Da ich nicht schießen wollte, war das nichts für mich, bis mein bester Freund Leo sagte, er schießt, aber zielt daneben. Diese Taktik wollte ich auch anwenden, aber das war ein riesengroßer Fehler. Das ging zwar die ersten Runden gut. Doch dann! Ich zielte wieder daneben, der Pfeil flog und flog und traf den Ballon. Naja, alles schön und gut, aber es war der letzte. Mit einem Gemisch aus Verwunderung, Verzweiflung und Freude, oh je, warum ausgerechnet ich? Leo sah mich an, ich sah ihn an. Die Jungschützen ließen mich hochleben. Ich bekam die Königskette und sollte mir eine Königin aussuchen. Ich wählte meine Nachbarin Lena Wiesehoff aus. Diese war auch bereit das Amt zu übernehmen. Nachdem ich das getan hatte, waren überall Hände zum Gratulieren, viele, sehr viele Hände. Dann kam Papa und umarmte mich, noch mit der Bierflasche in der Hand. Genau in diesem Jahr, da ich gesagt hatte, ich schieße nicht, kamen Jana, Christin und meine Mama erst etwas später auf die Vogelwiese. Wir marschierten später zurück zur Halle und dort ging es mit Kindertanz und Programm weiter. Na klar, so ist das heute, wir müssen einen Hofstaat aussuchen, eine Hofstaatfete machen, einen Text für das Schützenfestheft schreiben, Sachen anprobieren und noch ein bisschen mehr. Nervig, aber im Nachhinein voll cool. Kinderschützenkönigspaar zu sein ist halt toll. Lasse und Lena

    5

  • _____________________IKINDER-KÖNIGSPAAR ___________________

    Kinde rkönigspaar 2013 / 2014 Lasse Ebel und Lena Wiesehoff

    ... und nur mal so zur Erinnerung:

    Goldkinderkönigspaar (1964) Dietmar Schulte und Elvira Schulte

    Silberkinderkönigspaar (1989)

    Thomas Lepping und Simone Reger

    6

  • ____________________ ARCHIVKOMMISSION ____________________

    Wenn die alte Königskette erzählt…

    Zwischen Euphorie und Totenläuten – Das letzte Schützenfest vor dem 1. Weltkrieg –

    Stellen sie sich vor – der Konflikt in der Ukraine würde sich weiter ausweiten. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem west- lichen Teil des Landes (mit der EU im Rücken) auf der einen Seite und die östlichen Provinzen mit Russland auf der anderen Seite würden sich zu einem „Flächenbrand“ entwickeln und plötz- lich herrscht Krieg! Soldaten und Reservisten, auch aus unserem Dorf, werden eingezogen und müssen zu den Waffen. 5,5% der Holzener Be- völkerung wird getötet, darunter zahlreiche Mit- glieder der Schützenbruderschaft und des Vor- standes. Mehrere Schützenkönige der letzten Jahre fallen während der Kriegs-handlungen. ………

    Ein Szenario, welches heute kaum noch vorstellbar ist. Und doch ist Ähnliches vor 100 Jahren passiert. Am 1. August 1914 bricht der 1.Weltkrieg aus. Auslöser ist die Ermordung des österreichischen Thronfolgers und seiner Frau im serbischen Sarajevo. Die Donaumo- narchie erklärt Serbien kurz darauf den Krieg. Deutschland auf der einen und Russland, Frankreich und England auf der anderen Seite werden als jeweilige „Verbündete“ mit hineingezogen. Jede der bei- den Parteien glaubt, für die richtige Sache zu kämpfen. Entsprechend sind auch der Patriotismus und die Euphorie, mit der die jungen Män- ner in den Krieg ziehen.

    Auch im kleinen Holzen ist dieser „Patriotismus“ zu spüren. Das Thema „möglicher Krieg“ beherrscht die Schlagzeilen. Und auch in Holzen wird im Gesangverein, im Kriegerverein und bei den Schützen unter den jungen Männern diskutiert „ ….wann es denn wohl losge- he“. Einige überlegen, sich freiwillig zu melden. Allein der Gedanke, nicht zu den Soldaten einzurücken, gilt als „staatsfeindlich“ und ist im aufgeheizten Klima des Juni und Juli 1914 undenkbar. So ist denn auch die politische Situation in Europa das beherrschende Thema des Schützenfestes

    7

  • August 1914 - Mit Patriotismus und Euphorie ging es in den Krieg

    _______________________ ARCHIVKOMMISSION _____________________

    des Schützenfestes 1914, welches die Holzener am 19. und 20. Juli des Jahres auf dem Schützenhof feiern.

    Viele ältere Schützen hatten früher beim Deutschen Heer „gedient“. Für die meisten war der 2-jährige Militärdienst der einzige Schritt „in die große weite Welt“, den sie aus der Enge des Dorfes hinaus getan hatten. Trotz der Anforderungen und Strapazen wird noch lange da- von geschwärmt und manchmal noch als großes Abenteuer an- gesehen. Nach Kriegsausbruch erfolgt jedoch die Ernüchterung sehr schnell. Die flotten Sprüche (z.B. „Wir sehen uns in Paris!“) werden schnell weniger und als der Vormarsch im Westen schon in Belgien auf heftigen Widerstand trifft und in Frankreich dann ganz zum Still- stand kommt, schlägt die Stimmung um. Bereits kurz nach Kriegs- ausbruch treffen die ersten Meldungen über verwundete und vermiss- te junge Männer in Holzen ein. Als dann auch die ersten Todesnach- richten überbracht werden, ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt.

    Mitte Juli 1914, beim Schützenfest, hatte das alles noch anders ge- klungen. Wie eh und je nach alten Traditionen hatte man auf dem mmm m

    8

  • Johann Hoppe (1877-1950)

    _______________________ ARCHIVKOMMISSION _____________________ Schützenhof gefeiert. Bei Freibier und in fröhlicher Stimmung hatte das Fest der Feste im Dorf einen guten Verlauf genommen. Begleitet durch die Musikkapelle Pröpper aus Neheim und bei „Oeventroper Bier“ wird noch einmal zünftig gefeiert.

    Zahlreiche Schützenbrüder hatten ihren Festbeitrag entrichtet. Und unter der Vogelstange hatte es mächtig Gedränge gegeben, als es darum ging, den neuen Schützenkönig zu ermitteln. Sieger in diesem „noch harmlosen Gefecht“ war der 36-jährige Schützenbruder Johann Hoppe geblieben. Von seinem elterlichen Hof an der