Nachhaltigkeits- bericht 2012 - Bistum Hildesheim .1 Die Energiekosten steigen, unsere bisherige

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Klimaschutz-i n i t i a t i v e

Nachhaltigkeits-bericht 2012Bistum Hildesheim

Domhof 1821, 31134 Hildesheim, Tel. 05121 307 0, Fax. 05121 307 488,

www.bistum-hildesheim.de

ProjektpartnerGefrdert durch

Impressum

2013 Bistum Hildesheim

Herausgeber: Dr. Werner Schreer, GeneralvikarRedaktionsteam: Norbert Kesseler, Martin Spatz, Michael VoigtGestaltung: Martin Hunger, Bernward Medien GmbH, Hildesheim

Fotos: Manfred Zimmermann, EuRoMEDIaHouSE GmbH, Hannover: S. 24, 27; Fotostudio Irene Hahn, Hildesheim: S. 1, 28 li. oben, li. unten; Bistum Hildesheim: S. 6, 7, 8, 14, 17, 18, 19, 20, 28 unten Mitte; fotolia.com: DeVice u1 + S. 16, Immo Schiller u2 + u3, a.Joron S. 6, ntnt/zobeedy/Barry Barnes/Joachim Wendler/anton Prado/James Thew S. 9, Goss Vitalij/Christian Schwier/olesia Mishe-neva S. 11, Vitaly Krivosheev S. 12, Daniel Ernst S. 13, Marcus Klep-per S. 14, Leonid Tit/chris74 S. 15, bluedesign S. 18, by-studio S. 22, Monkey Business S. 26; Privat: S. 28 oben Mitte, re. oben, re. unten

GruwortGeneralvikar Dr. Werner Schreer

VorwortNorbert Kesseler, Dizesanbaumeister

GeleitwortJrgen Selke-Witzel, Dizesanbeauftragter fr umweltschutz und Nachhaltigkeit

Klimawandel in BolivienDr. Katharina Bosl von Papp, Leiterin Dizesanstelle Weltkirche

umweltleitlinien der Dizese Hildesheim

EnergieberichtNorbert Kesseler, DizesanbaumeisterMartin Spatz, ProjektleiterMichael Voigt, ENaKoN Wolfenbttel GmbH

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Inhalt

ProjektpartnerGefrdert durch

Diese Broschre wird umweltfreundlich auf FSC-zertifiziertem Papier und Co

2-kompensiert gedruckt.

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Die Energiekosten steigen, unsere bisherige Energienutzung verusacht groe Klima- und Umweltschden, eine Energiewende steht uns bevor. Grund zur Besorgnis. Aber auch Grund zur Frage, was kirchliche Ein-richtungen und Gemeinden in dieser Lage tun knnen.Vor zwei Jahren hat das Bistum Hil-desheim die Klimaschutzinitiative gestartet. Der Energieverbrauch von Gebuden in etlichen Kirchenge-meinden wurde erfasst, Mglich-keiten zur Verbrauchsreduzierung wurden geprft, Verbesserungen in die Wege geleitet.In diesem Nachhaltigkeitsbericht finden Sie die bisherigen Ergebnisse dieser Initiative. Sie zeigen: Die Kli-maschutzinitiative wirkt. Energie-kosten knnen oft mit einfachen Manahmen gesenkt werden, das Klima wird geschont, das Bewusst-sein wchst, dass jeder einzelne Mitverantwortung fr die Bewah-rung unserer Umwelt wahrnehmen kann.Als Generalvikar bin ich sehr dank-bar fr die Klimaschutzinitiative in unserem Bistum!

Danken mchte ich vor allem den Pfarrgemeinden, die sich bereits be-teiligen und ber ihre Gebude ein Energiegutachten haben anfertigen lassen. Mein besonderer Dank gilt dabei den ehrenamtlichen Umwelt-beauftragten, die sich viele Stunden engagiert haben und engagieren.Dank gilt dem ehemaligen Umwelt-beauftragten der Dizese, Ansgar Holzknecht, der die Klimaschutzini-tiative mageblich mit angestoen hat.Danken mchte ich auch der Projekt-gruppe Klimaschutz: Elisabeth Kirscht und Dr. Christian Heimann vom Di-zesanrat, Dipl.-Ing. Michael Voigt von der Enakon Wolfenbttel GmbH, der uns als Projektpartner untersttzt, Jrgen Selke-Witzel als Umweltbe-auftragten.Ein ganz besonderer Dank gilt Di-zesanbaumeister Norbert Kesseler, dem Leiter der Abteilung Immobili-en im Bischflichen Generalvikariat, und Dipl.-Ing. Martin Spatz. Beide haben die Klimaschutzinitiative um-sichtig und zugleich zielgerichtet vorangetrieben und zum Erfolg ge-fhrt.

Gruwort

Dr. Werner Schreer,Generalvikar

2 Nachhaltigkeitsbericht 2012

Die Welt scheint kleiner geworden zu sein. Die Folgen unseres ppigen Lebensstils sind nicht nur in unserer unmittelbaren Umgebung, sondern weltweit deutlich sprbar. Am meisten mssen aber diejenigen unter den negativen Auswirkungen einer ressourcenverzeh-renden Lebensweise leiden, die nicht einmal von de-ren vermeintlichen Vorzgen profitieren knnen. Was knnen wir als Katholiken fr Verteilungsgerechtig-keit und gegen den Klimawandel tun? Was kann der Einzelne berhaupt leisten?

Wie viel Energie verbrauchen wir berhaupt in un-seren Kirchengemeinden und Einrichtungen? Welches Gebude in meiner Gemeinde verbraucht die meiste Energie? Wie stelle ich das fest? Brauchen wir ber-haupt noch alle Gebude? Wie viel CO

2 wird durch un-

sere vielfltigen Aktivitten freigesetzt? Was kann ich tun, wenn mehrere Gebude ber einen Zhler laufen? Wo ist eigentlich der Gaszhler fr die Kirche? Wie stel-le ich meinen Vertrag auf kostrom um? Wo fange ich sinnvoller Weise mit dem Energiesparen an?

Viele Fragen, mit denen der Einzelne schnell ber-fordert ist.

Die Klimaschutzinitiative will hier untersttzen. Energieverbruche und Verbrauchsverhalten sollen transparenter und nachvollziehbarer, Einsparungspo-tentiale erkannt und genutzt werden. Professionelle Energieberater untersttzen dabei. Mit dem Energie-fonds wird das Bistum knftig bei bestimmten Aufga-benstellungen, wie z. B. der Optimierung der Kirchen-heizung, finanziell untersttzen. Der Energiebericht

wird der Kirchengemeinde in Zukunft jhrlich eine Bilanz ihrer Strom-, Gas oder lverbruche liefern. So knnen die Verantwortlichen in der Gemeinde ber-prfen, wie hoch der aktuelle Energieverbrauch im Vergleich zu den Vorjahren ist und wo die Gemeinde im Vergleich zum Bistumsdurchschnitt steht. Durch-gefhrte Einsparungsmanahmen knnen anschau-lich und zeitnah auf ihre Wirksamkeit berprft wer-den.

In einer ersten Runde werden 500 von ca. 1.500 Ge-buden in der Dizese untersucht. In einem nchsten Schritt sollen weitere 1.000 Gebude in die Klima-schutzinitiative einbezogen werden. Das setzt aber viele Kmmerer vor Ort voraus. Allein erreichen wir leider wenig. In der solidarischen Gemeinschaft liegt unsere Strke. Der gebndelte Energiebedarf von 450 Kirchenstandorten des Bistums ist beispielsweise eine viel strkere Verhandlungsposition als der vergleichs-weise kleine Verbrauch einer einzelnen Kirchenge-meinde. 20% weniger C0

2-Aussto in allen Kirchenge-

meinden der Dizese wren schon ein nennenswerter solidarischer Beitrag zum globalen Klimaschutz. Ge-meinschaftliches Engagement fr den Klimaschutz hilft nicht nur, Klimaschutzziele in unserer Dizese zu erreichen, sondern untersttzt auch diejenigen, die heute noch die Folgen unseres Lebensstils zu erdulden haben.

Norbert Kesseler, Dizesanbaumeister

Vorwort

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Der Klimawandel fordert unseren Schpfungsglau-ben auf eine bisher nicht da gewesene Weise heraus. So bekennt sich die Kirche von Hildesheim neu zu ihrer Verantwortung fr die Schpfung, die sie zu lange ver-nachlssigt hat. Sie wird alles in ihrer Macht stehende tun, um knftig in Respekt vor Gottes Schpfung de-ren endliche Ressourcen gengsam und nachhaltig zu nutzen.

Mit der Klimaschutzinitiative hat die Dizese Hil-desheim am 1. Januar 2011 einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der eigenen Umweltleitlinien gesetzt. Professionell wurden Energiegutachten von 500 Ge-buden wie Kirchen, Pfarr- und Gemeindehusern so-wie Kindertagessttten erstellt. Gleichzeitig strkten die Gesprche in Pfarrgemeinderten und Kirchenvor-stnden das (Verantwortungs-)Bewusstsein fr die von Gott geschenkte Schpfung. Nach dem konzili-aren Prozess Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schpfung und den Eine-Welt-Gruppen setzt nun die Klimaschutzinitiative neue und sehr konkrete Impulse in unseren Pfarrgemeinden.

Seit ber 25 Jahren verbindet das Bistum Hildes-heim eine Partnerschaft mit der kath. Kirche in Boli-vien. Dort ist der Klimawandel bereits sprbar, exis-tentiell sprbar: Gletscherabschmelzungen mit damit verbundener Wasserknappheit und Versteppung. Die Menschen in Bolivien leiden an den Folgen einer Ent-wicklung, die wir in den Industrielndern verursacht haben. Damit ist der Umgang mit dem Klimawandel zu einer Frage der globalen Gerechtigkeit geworden.

Die Menschen in Bolivien sind nicht weit weg, son-dern durch die Partnerschaft sind sie unsere Schwes-tern und Brder. Gemeinsam wollen wir Gottes gute Schpfung schtzen. Die Bischfe in Bolivien und un-ser Bischof Norbert haben deshalb im letzten Jahr eine Allianz fr die Schpfung begrndet. Die Klimaschutz-initiative ist ein wichtiger Teil dieses Bndnisses.

Der Zwischenbericht der Klimaschutzinitiative ist eingebettet in den 1. Nachhaltigkeitsbericht der Di-zese Hildesheim, flankiert von einer Momentauf-nahme der Situation in Bolivien und den Umweltleit-linien des Bistums. Unsere Energieeinsparaktivitten stehen in einem greren Zusammenhang. Und sie werden erst dann einen nachhaltigen Erfolg erzielen, wenn weitere Schritte in unseren Pfarrgemeinden, in Bildungshusern und Kindertagessttten und im Bischflichen Generalvikariat folgen. Die Einfhrung des Umweltmanagements Grner Hahn in Zusam-menarbeit mit der evangelischen Landeskirche Han-novers ist so ein Schritt. Gleichzeitig muss Umwelt- und Klimaschutz von jeder und jedem einzelnen mitgetragen werden: Dieses Ziel ist nur zu erreichen durch neue Vorstellungen von einem guten Leben und einem grundlegenden Wandel unseres Lebensstils. Dazu braucht es Einsicht und Mut zur Umkehr, die Be-reitschaft zum Teilen und zum Verzicht.

Jrgen Selke-Witzel, Dizesanbeauftragter fr Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Geleitwort

4 Nachhaltigkeitsbericht 2012

Weltweit gehrt Bolivien zu den verletzlichsten Regio-nen durch die Folgen des Klimawandels. Das liegt zum einen an der Verwundbarkeit der andinen kosyste-me, zum anderen an der Armut des Landes, die eine Anpassung an vernderte Bedingungen in der Land-wirtschaft erschweren.

Die Anden mit einer Hhe bis zu 6.500 m bestim-men die drei geographischen Zonen Boliviens: die Hochebene (Altiplano), in der rund 80 % aller Bolivia-