Learning, teaching and communication in the foreign language classroom

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    02-Jan-2017

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    is somewhat uneven. Possibly the problem is that the author is not totally clear as to his readership. It is unfortunate that the phrase in this paper was not edited out from Chapter 7 (p. 183), though this might again provide a clue as to why the book is not the best antidote to Chaudron that one might have wished for.

    Three rather different volumes, therefore, each valid and interesting in its own terms, and each likely, I imagine, to acquire its own enthusiastic readership. Obviously the best thing to do, however, is to read all three. Allwrights last chapter offers the best means of maintaining a sense of balance while doing so.

    Zentrales Fremdspracheninstitut Universitat Hamburg Von-Melle-Park 5 D-2000 Hamburg 13 Bundersrepublik Deutschland

    Willis Edmondson

    Sysrem, Vol. 17, No. 2, pp. 276-283, 1989 Pergamon Press plc. Printed in Great Britain

    KRAMSCH, CLAIRE, Discourse Analysis and Second Language Teaching. Washington: Center for Applied Linguistics, 1981. (Language in Education: Theory and Practice) [ = Kramsch 11.

    KRAMSCH, CLAIRE, Interaction et Discours dans la Classe de Langue. Paris. 1984, 191 pp. (Langue et apprentissage des langues) [ =Kramsch 21. RILEY, PHILIP (ed.), Discourse and Learning. Papers in Applied Linguistics and Language Learning from the Centre de Recherches et dApplication Pedagogique en Langues (C.R.A.P.E.L.). London: Longman: Longman, 1985, 389 pp. KASPER, GABRIELE (ed.), Learning, Teaching and Communication in the Foreign Language Classroom. Aarhus: Aarhus University Press, 1986, 223 pp., Kr. 125.00.

    Die vier ausgewahlten Publikationen stammen aus einem Gebiet, das in den letzten Jahren international zunehmend an Bedeutung gewonnen hat und bisher wenig-besonders im Fach Deutsch als Fremdsprache-von Fremdsprachendidaktikern rezipiert worden ist . Es handelt sich urn das Gebiet Classroom Research und innerhalb dieses Gebiets urn Discourse Analysis als Methode zur Untersuchung von gesteuerten Zweitsprachen- erwerbsprozessen (vgl. zum Stand der Diskussion ausfiihrlich Henrici, 1989).

    Wahrend die beiden Monographien von Kramsch eher unterrichtspraktisch ausgerichtet sind, sind die beiden von Riley und Kasper herausgegebenen Sammelbande mehr forschungsorientiert. Die vier ausgewahlten Publikationen reprtisentieren Entwicklungen in den 80er Jahren, die vor allem durch Hatch (1978) und Larsen-Freeman (1980) in den ausgehenden 70er Jahren unter der Thematik Zweitsprachenerwerb und Diskursanalyse in Gang gesetzt und such von anderen als den hier besprochenen Autoren mit kleineren und grofieren Arbeiten fortgesetzt worden sind. In den beiden Biichern von Kramsch, die sich in ihrer Grundstruktur Phneln, ist die haufig in didaktisch orientierten Btichern zu findende Zweiteilung in einen theoretischen und praktischen Teil zu beobachten. Mir scheint,

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    dal3 Kramsch 2 (auf Franzosisch) eine Weiterentwicklung bzw. grtindlichere Ausarbeitung vom Kramsch 1 (auf Englisch) darstellt. Der Verfasserin gelingt es gut, die Funktion des theoretischen fur den praktischen Teil zu verdeutlichen. Ihr Ziel besteht wesentlich darin, den Praktikern des Fremdsprachenunterrichts Wege zu zeigen-und dies sehr konkret anhand von zahlreichen (z.T. dreisprachigen) Ubungsbeispielen-how verbal behavior can be changed or acquired for greater conversational competence on the part of the students (Kramsch 1, S. 2) bzw. ce que peut apporter une perspective interactionniste a lenseignement des langues en milieu scolaire (Kramsch 2, S. 8). Ihr Referat iiber theoretische Entwicklungen in der kommunikativen Linguistik (Sprechakttheorie, Pragma- linguistik, Soziolinguistik, Konversations- und Diskursanalyse, Ethnographie, Ethno- methodologie) ist fur den Praktiker informativ-trotz mancher Lucken, z.B. was die Entwicklung dieser Disziplinen im deutschsprachigen Raum anbetrifft. Fur den Theoretiker der Linguistik, aber such fiir den eingeweihten Zweitsprachenerwerbsforscher/Sprachlehr- forscher/Fremdsprachendidaktiker ergeben sich keine neuen Einsichten, es sei denn, ihm sind diskursanalytische Untersuchungsmethoden nicht/wenig vertraut. Und davon mu13 wohl vielfach ausgegangen werden. Da Kramsch in dem von ihr dargestellten Bereich keine Grundlagenforschung betreibt, beschrankt sie sich auf die Wiedergabe der einschlagigen Ergebnisse und Diskussionen und versucht diese Ergebnisse in praktische Handlungs- anweisungen fiir den Unterricht umzusetzen: typologie de pratiques pedagogiques (Kramsch 2, S. 99). Ihr Uberblick iiber neuere interaktive fremdsprachendidaktische Ansatze in der BRD, England, Frankreich, USA ist sehr fragmentarisch. Mich start es nicht, wenn sie vor allem in Kramsch 2 auf praktische Beispiele anderer Autoren zuriickgreift (z.B. aus Deutsch aktiv, Challenge to Think, Early Emphasis on Speaking, Archipel). Ihre Kommentierungen, wie man mit den angeftihrten Beispielen umzugehen hat, welchen Stellenwert und welche Funktion sie im Rahmen eines auf interaktive Fahigkeiten aus- gerichteten Fremdsprachenunterrichts haben, sind sehr hilfreich und geben den Praktikern wichtige theoretische und praktische Hilfen fur die mogliche Umorientierung des eigenen Unterrichtskonzepts. Nur wenig thematisiert wird von Kramsch innerhalb ihrer Referate tiber Ergebnisse von Classroom Research die Relation Erwerb-Diskursanalyse, d.h. die Frage, welche Funktionen diskursanalytische Untersuchungsmethoden fur die Erforschung des Erwerbs von Fremdsprachen haben. Sie beschrartkt sich auf die Darstellung von Konversationspraktiken in nattirlichen Kontexten (z.B. turn taking, Aushandeln von Bedeutungen, Reparaturen/Korrekturen) und Moglichkeiten der Ubertragbarkeit dieser Praktiken auf die traditionell ganz anders strukturierten unterrichtlichen Kontexte (u.a. Lehrerprivilegien und Dominanzen). Sie geht empirisch nicht der Frage nach, ob diese Praktiken positive oder negative Wirkungen auf den Erwerb haben. Fur sie ist deren positive Wirkung selbstverstamllich. Deutlich wird bei ihr allerdings sichtbar, da13 sie den von Hatch eingeftihrten Standpunkt vertritt, dal3 der Erwerb grammatischer Strukturen nur innerhalb diskursiver Einheiten angemessen zu erklaren ist: it might even be that the syntactic structures of speech grow out of the discourse structure itself (Kramsch 1, S. 9); lenfant &anger apprend [. . .] les formes de la langue a travers les necessites du discours (Kramsch 2, s. 31).

    Wesentlich forschungsorientierter ist der von Riley herausgegebene Sammelband, der eigene grundlagenorientierte theoretische und empirische, auf praktische Verwendbarkeit hin orientierte Forschungsarbeiten der C.R.A.P.E.L.-Gruppe in Nancy im Bereich Classroom Research enth$ilt und in denen gleichzeitig Vorschllge fur die Umsetzung in praktikable

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    Unterrichtskonzepte gemacht werden (pedagogical applications of discourse analysis). Diese sind auf die Bereiche autonomes Lemen und den Umgang mit authentischem Material konzentriert. Einige Beitrage sind bereits vorher erschienen (u.a. in der institutseigenen Zeitschrift AManges Pddagogiques). Die im Titel des Sammelbandes genannten Begriffe Discourse und Learning bilden such die zwei Hauptteile des Buches. Bis Kap. 2.7 (S. 169) werden die Grundprinzpien des C.R.A.P.E.L.-Ansatzes verdeutlicht. Ich beschrarrke meine Kommentierung auf diese Teile des Bandes. Im Teil Discourse werden Positionen der kommunikativen, angewandten Linguistik am Beispiel mundlichen und schriftlichen Sprachgebrauchs dargestellt und vertreten: Nicht allein Struktur und Grammatik stehen im Vordergrund der Analyse, sondern Funktion und Kommunikation, nicht mehr nur die internen Beziehungen von sprachlichen Einheiten, sondern such deren funktionale Abhangigkeit von auberen Umstanden, dem Gegenstand der Diskursanalyse: the description of the process whereby we create and relate, organize and realize meaning (S. 2). AufschluBreich sind die Auseinandersetzungen mit den Termini interaction, discourse (oral and written) und interactive-non-interactive (Holec), ihrer Beziehung zum Begriff role/status (Gremmo, Holec, Riley) und der Relation von communication, interaction und discourse (spontaneous, oral, authentic) (Riley) innerhalb eines Beschreibungsmodells, dessen zentrale Begriffe realization, illocution, information und interaction sind. Auf die Unterschiede zum Beschreibungsmodell der Birmingham- Gruppe (Sinclair, Coulthard, Brazil, Johns) wird deutlich hingewiesen. Die Autoren sind bemtiht, eine fur sie gultige Definition in den von der kommunikativen, angewandten Linguistik produzierten Terminologiewirrwarr zu bringen, ein Bemtihen, das leider in der angewandten Linguistik, Sprachlehrforschung und Fremdsprachendidaktik haufig nicht besonders ausgepragt ist. Ich habe eine Reihe von Vorbehalten. Diese betreffen besonders die Nichtberticksichtigung diskurs- und textlinguistischer Arbeiten, die sich auf konversationsanalytisch-ethnomethodologisch/ethnographische Ansatze sttitzen, die die von der C.R.A.P.E.L.-Gruppe als neudefinierten Beschreibungskategorien bereits integrativ verwenden und glhnlich wie die C.R.A.P.E.L.-Gruppe bei der Analyse von Diskursen die Sichtweisen der am Diskurs Beteiligten fur wichtiger halten als die des Analysators (S. 38). In den Analysen, die z.B. wie viele Classroom Research-Arbeiten lehrerdominante Interaktionsstrukturen (Rederechtverteilung, Unterbrechungsmonopol usw.) verdeutlichen, wird allerdings dieser Standpunkt nicht immer deutlich. Im Teil learning (bis Kap. 2.7) werden Themen referiert und diskutiert, die uns aus der Zweitsprachenerwerbsforschung, deren wichtigste Vertreter und Hypothesen genannt werden (von Corder bis zu Krashen), vertraut sind: z.B. EinfluB der Muttersprache, die Rolle von Sprach- und Weltwissen, Alter. Das zentrale Anliegen der Disziplin wird formuliert: We need, then, to know why we do what we do; we need to know, whether it works; and we need to know how to do it better (S. 125). Es werden Beztige zum sog. functional approach, zur sog. kommunikativen Fremdsprachendidaktik hergestellt (z.B. zu den Arbeiten des Council of Europe). Mit Recht wird auf deren Einseitigkeit mit Ausrichtung auf die speech act theory auf Kosten von Aspekten wie propositionaler Gehalt, affektive und interaktive Faktoren, Aushandlungsprozeduren hingewiesen. Mit Recht wird die Bedeutung des Diskurses fur den LernprozeD hervorgehoben. In diesem Kapitel wird-wenn such kurz- der im Kap. Discourse bemlngelte fehlende Bezug zu Arbeiten aus der ethnologisch- ethnographischen Forschung und den daran orientierten classroom research-Arbeiten hergestellt. Beklagt wird die Lticke, die zwischen theoretischen Arbeiten und praktischen Umsetzungen fur den Unterricht, z.B. in Form von Materialien besteht (vgl. jedoch dazu

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    die Arbeiten von Kramsch). Es werden zwei empirische Studien vorgestellt, in denen die Verbindung zwischen Lernen und Personlichkeit untersucht wird: die erste (Collin/Holec) zum Erwerb der Negation im Englischen bei Anfangern innerhalb eines klassischen quantitativen Designs. Zu den Ergebnissen zahlen z.B., da13 der Lernfortschritt bei einzelnen Lernern sehr unterschiedlich (such beim mtindlichen und schriftlichen Erwerb) verlluft, dal3 keine Korrelation zwischen spezifischen Fehlern und Ubungsformen besteht, da13 Erscheinungen wie Progression, Regression und Fossilierung nachgewiesen werden, die in unterschiedlichen Phasen bei einzelnen Schtilern unterschiedlich auftreten, dal3 es Parallelen bei Erwerbssequenzen im ungesteuerten und gesteuerten Erwerb gibt. Ich vermisse Hinweise auf andere Negationserwerbsuntersuchungen (z.B. die von Wode). In dem letzten hier zu besprechenden Artikel stellt Holec das seit 1972 entwickelte Konzept des autonomen (selbstgesteuerten) Lernens vor. Dieses Konzept ist ein plausibel erklartes Glaubensbekenntnis der C.R.A.P.E.L.-Gruppe, nicht die aus empirischen Untersuchungen bezogene konzeptuelle Konsequenz. Wie schon weiter oben bei der Darstellung von communication, discourse u.a. festgestellt, zeichnet sich such dieser Beitrag dadurch aus, dal3 die bei der Entwicklung des Konzepts wichtigen Begriffe definiert werden, so dal3 dieser Beitrag einen guten Einstieg fur alle diejenigen bietet, die sich mit autonomen Lernen und dem dabei zu verindernden Rollenverstandnis von Lehrer und Lerner beschiftigen wollen.

    Der von Kasper herausgegebene Sammelband fal3t unterschiedliche Forschungen zum gesteuerten Fremdsprachenerwerb (classroom research) zusammen, die nach folgenden Gesichtspunkten gegliedert sind.

    1. Discourse Perspective on the Foreign Language Classroom. 2. Focus on the Learner. 3. Focus on the Teacher. 4. Goals, Methods and Strategies in the Foreign Language Classroom.

    Der Sammelband-darauf weist die Herausgeberin mit entsprechenden Nennungen hin- ist einer von vielen, die sich dem Thema Interaktion/Kommunikation im Klassenzimmer widmen (S. 9). Viele der Artikel sind bereits an anderer Stelle in gleicher oder ahnlicher Form publiziert worden Die Einleitung ist informativ-trotz der Ktirze. Kasper gibt einen knappen und prbisen Uberblick tiber Forschungsrichtungen und Untersuchungsaspekte, die im ungesteuerten und gesteuerten Zweitsprachenerwerb der letzten Jahre eine wichtige Rolle gespielt haben. Die einzelnen Beitrage werden kurz vorgestellt. In den meisten Beitragen spielt die diskursanalytische (interaktive) Untersuchungsperspektive und eine interpretativ fallorientierte Methodologie-so unterschiedlich sie such definiert wird-eine bedeutende Rolle (Ausnahmen: Chaudron und HSLkansson mit quantitativen Untersuchungen zum Input). Eine Reihe von bekannten Reprbentanten dieser Richtung sind in dem Band versammelt: Lorscher (conversationalstructure), Kasper (repair), House (learnerperformance), Raabe (questions), Edmondson (error correction), Faerch (teacher rules), Faerch/Kasper (strategic competence), Wildner-Bassett (gambits), Bolte/Herrlitz (learning processes and strategies).

    Im folgenden kommentiere ich entsprechend meinen augenblicklichen Interessen die einzelnen Beitrage mit unterschiedlicher Gewichtung.

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    Fiir mich liegt der Wert des Aufsatzes von Lorscher in der restimierenden Darstellung der Anwendung konversationsanalytischer Aspekte (openings-closings, turntaking systems) auf die Untersuchung von Strukturen fremdsprachenunterrichtlicher Prozesse (Videokorpus Englischunterricht), die mit solchen nichtunterrichtlicher Kommunikationsprozesse kontrastiert werden. Basis dieses Aufsatzes ist das Buch Lorschers aus dem Jahr 1983. Der Artikel von Kasper iiber repair, bei dem es sich urn einen Wiederabdruck handelt, behandelt ein zentrales Thema des classroom research, das mittlerweile von vielen Autoren such empirsch untersucht wird. Ein Grund dafiir ist sicherlich such das vitale Interesse von Praktikern fur dieses Thema. Der Kenntnisstand der Praxix ist durch diese Arbeiten wesentlich verbessert worden. Prazisere Vermutungen konnen dariiber angestellt werden, welche Korrekturverfahren eher lernfordernd...

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