Freie Fahrt

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  • Universitt Wien, Fakultt fr Sozialwissenschaften

    Institut fr Soziologie Wintersemester 2011-12

    Ringvorlesung STEOP 1

    Sozialwissenschaften und gesellschaftlicher Wandel: aktuelle DebattenStaat Migration Globalisierung

    SOZIOLOGISCHE ZUGNGE ZUM THEMA MIGRATION

    Josef HochgernerZentrum fr Soziale Innovation

  • Freie FahrtBILDHAFTE ASSOZIATIONENSackgasseFluchtZutritt verboten

  • ... schwierig, aber mglich?AUFSTIEG Erwartungen, Versprechungen ...

  • Determinanten der Migration: Die wichtigsten Parameter

    Raum Zeit Mobilitt

    THEMATISCHE ANNHERUNGVon wo wohin ? Berufsbedingtes Pendeln Binnenwanderung Landflucht Verlagerung des Wohnsitzes: Lebensmittelpunkt

    berschreiten von Landesgrenzen

    Fokus: Internationale Migration ber mindestens eine Staatsgrenze hinweg.

    Dauer Prozess ? UN-Empfehlung 1998: Lnger als ein Jahr Statistik Austria (ebenso in D): Tatschlicher Wohnsitzwechsel gengt Dauer irrelevant Migration als Prozess:(1) Motivbildung(2) Wohnortwechsel(3) Eingliederung (Anpassung, Assimilation, Inklusion, Exklusion, Segretation, Segmentation, Parallelgesellschaft ...)

    Wer, warum, welche Form der Mobilitt ?

    AsylwerberInnen

    ArbeitsmigrantInnen Gastarbeiter Arbeitsuchende Eliten

    Form der Mobilitt:

    Migration besteht aus einer Kombination von regionaler und sozialer Mobilitt.

  • Migration verbindet Elemente von regionaler und sozialerMobilitt zu einer Sonderform sozialer Mobilitt und zwar in der Weltgesellschaft

    Soziologisches Spezifikum

    Sozio-kulturelle und konomische Merkmale von Herkunftslndern genauer: deren Images und entsprechende Klischees in den Aufnahmelndern verstrken die soziale Differenzierung.

    Zuwanderung aus wirtschaftlich hoch (hnlich) entwickelten Lndern fhrt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu sozialem Aufstieg.

    MigrantInnen aus wirtschaftlich weniger entwickelten Lndern mssen das Risiko sozialen Abstiegs tragen. Soziale Aufwrtsmobilitt im Zielland ist erschwert und wird zur Ausnahme von der Regel.Minimalgewinn: Relativ mehr Einkommen und Status gegenber Herkunftsgesellschaft.MIGRATION ALS SONDERFORM SOZIALER MOBILITT

  • DAZU: ERGEBNISSE EINER ZSI-STUDIE*) WIE GUT REIST BILDUNG ?Fragestellungen des internationalen Vergleichs (AT, DE, SRB, TR)

    In welchen beruflichen Qualifikationsniveaus sind folgende Personen mit einem bestimmten Bildungslevel zu finden?Personen mit sterreichischer Bildung in sterreich Personen mit deutscher Bildung in DeutschlandPersonen mit serbischer Bildung in SerbienPersonen mit serbischer, trkischer oder deutscher bzw. sterreichischer Bildung in sterreich bzw. Deutschland

    Daten: Europische Arbeitskrfteerhebung, Bevlkerung zwischen 15 und 64 Jahren sterreich: Bundesanstalt Statistik Austria Deutschland: Bundesamt fr Statistik Serbien: Statistisches Amt der Republik Trkei: Trkisches Statistisches Institut*) August Gchter, Stefanie Smoliner, 2010

  • ERGEBNISSE

    Gering qualifizierte Personen mit auslndischem Bildungsabschluss sind in sterreich und in Deutschland viel wahrscheinlicher beschftigt als im Herkunftsland

    Mittel qualifizierte Personen mit Bildung aus Serbien und der Trkei sind am sterreichischen und deutschen Arbeitsmarkt vorwiegend in gering qualifizierten Ttigkeiten zu finden

    Hoch qualifizierte Personen mit Bildung aus Serbien und der Trkei schaffen es nur selten am sterreichischen und deutschen Arbeitsmarkt in hochqualifizierte Ttigkeiten. Allerdings: Die Situation fr Personen mit hoher Bildung aus Serbien und der Trkei ist in sterreich deutlich besser als in Deutschland.

  • ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN Bildung, die in sterreich wertvoll ist, ist es auch in Deutschland

    Bildung, die in Deutschland wertvoll ist, ist es auch in sterreich

    Bildung, die in Serbien und der Trkei wertvoll ist, hat in sterreich wenig, und in Deutschland noch weniger Wert

    nderungsbedarf:

    Anerkennung auslndischer Bildungsabschlsse

    Erleichterter Zugang zum Arbeitsmarkt (auch fr AsylwerberInnen) und Mentoring

    Bekmpfung von Diskriminierung

  • Wer schafft wie den bergang?VERWERFUNGEN ERKENNEN UND BALANCE HALTEN

  • DEFINITIONENMigration (Wanderung)Rumliche Verlegung des Lebensmittelpunkts ber eine bedeutsame Entfernung/Grenze(n).WohnbevlkerungAlle in einem (Staats-)Gebiet ansssigen Menschen nationaler und internationaler HerkunftAsylwerberInMigration aufgrund persnlicher VerfolgungArbeitsmigrationZuwanderung aufgrund von Anwerbung (Gastarbeiter, Rotationsprinzip) oder auf der Suche nach Arbeit bzw. zur Verbesserung von Arbeitsituation und Einkommen

    Migrationsvolumen / MobilittszifferDie Summen von Zu- und Abwanderung ergeben fr bestimmte Zeitrume in bestimmten Gebieten +/- Salden (Migrationsbilanz); Migrationsvolumen im Verhltnis zur Wohnbevlkerung: Mobil.zifferPush- und Pull-FaktorenGegebenheiten im Herkunftsland, Druck zur Emigration; Situation im Zielland (Sog zur Immigration)KettenmigrationFamiliennachzug und Folgemigration aus dem Herkunftsmilieu bereits ansssiger ImmigrantInnenMigrationssystem bzw. netzwerkeIndividuelle Entscheidungen (Reaktion auf push- und pull-Faktoren) in Verbindung mit sozio-konomischen, kulturellen und politischen Beziehungen zwischen Sende- und EmpfngergesellschaftenEinwanderungsland

  • STATISTISCHER BERBLICK FR STERREICH Gesamtbevlkerung, Stand 1. 10. 2010, nach StaatsbrgerschaftQuelle: Statistik Austria http://www.statistik.at/web_de/dynamic/statistiken/bevoelkerung/045363

  • ANTEIL VON MIGRANTiNNEN IN STERREICH IM ZEITVERLAUF2010: fast 900.000 oder 10,7 %Konzentration in Oststerreich, besonders in Wien: 39% davon (ca. 350.000) leben in Wien Anteil von Einwohnern ohne sterr. Staatsbrgerschaft ist in Wien mit 20,7 % knapp doppelt so hoch wie im sterreichischen Durchschnitt. Historischer Vergleich mit Wien 1900:ca. 1,7 Mio. Einwohner (fast genau gleich wie jetzt), davon stammten ca. 570.000 (34%) aus Bhmen, Mhren, Schlesien, Ungarn und Bosnien ... und das waren nicht alle Fremden.

  • STATISTISCHER BERBLICK (1): EU + EWR LNDER ... mit mehr als 5% der Wohnbevlkerung mit anderer Staatsangehrigkeit

  • STATISTISCHER BERBLICK (2): EU + EWR LNDER ... mit weniger als 5% der Wohnbevlkerung mit anderer Staatsangehrigkeit

  • VERNDERTE ZUSAMMENSETZUNG NATIONALER BEVLKERUNGENTabelle aus: Thrnhardt, Dietrich, 2008: Einbrgerung. Rahmenbedingungen, Motive und Perspektiven des Erwerbs der deutschen Staatsbrgerschaft; Gutachten fr die Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn; S. 11

  • MigrantInnen im Hrsaal ?TEST

    Anwesende mit sterreichischer Staatsbrgerschaft Zum Studium nach . gekommen mit Staatsbrgerschaft von EU Staaten Zum Studium nach . gekommen mit Staatsbrgerschaft von nicht-EU Staaten Vor dem Studium in . wohnhaft (geboren oder als Kind zugezogen), aber ohne sterreichische Staatsbrgerschaft

  • GASTARBEITERiNNEN

    Erste Phase der Anwerbung: 1962 1973 Anwerbung aufgrund von Arbeitskrftemangel im Kontext von kontinuierlichem Wirtschaftswachstum, nachholender Industrialisierung, Rckgang des Arbeitskrftepotenzials der lndlichen Bevlkerung, stagnierender Frauenerwerbsttigkeit, Abwanderung sterreichischer Arbeitskrfte (CH, BRD).

    Zweite Phase mit verstrktem Familiennachzug und Kettenmigration:1974 1993 Arbeiter wurden gerufen, Menschen sind gekommen Familiennachzug kompensiert Rckwanderung Politisch wurde arbeitsmarktorientiertes Einwanderungskonzept verteidigt Drastische nderung durch den historischen Umsturz in Europa ab 1989 Anpassung der Rahmenbedingungen durch Aufenthaltsgesetz 1993

    Wiederkehr von Gastarbeitskonzepten ? Saisonniers Rot-Wei-Rot Card - 2011 Wichtigste Begrndungen: Demographische Vernderung (Alternde Gesellschaft), Globalisierung (Differenzen zwischen Lndern mit hohen Einkommen gegenber solchen mit mittleren [x14] und niedrigen Einkommen [x66])

    Reinprecht, Christoph, 2006

  • ILLUSTRATIONEN: BEGINN DER ANWERBUNGBeispiel Trkei: ab 1962 mglich, ab 1964 aktive Anwerbung ber eigene Anwerbestelle, reprsentativ situiert in IstanbulDie Zahl der Fremdarbeiter in sterreich ist kaum halb so gro wie das bewilligte Kontingent.Arbeiter-Zeitung, 10. September 1964

  • DEUTSCHLAND FEIERT 1964 BEREITS DEN 1-MILLIONSTEN GASTARBEITERGerade angekommen, wird der Portugiese Armando S Rodrigues ber Lautsprecher ausgerufen - und erlebt die berraschung seines Lebens.

    Wildfremde Mnner mit Schlips und Anzug drcken ihm die Hand, Fotografen rangeln um die beste Position, ihn ins Bild zu setzen. Fernsehkameras richten sich auf Rodrigues.

    Eine Blaskapelle spielt "Wem Gott will rechte Gunst erweisen" und "Alte Kameraden"http://www.wdr.de/themen/kultur/stichtag/2004/09/10.jhtml

  • ANSICHTEN EINES ALT GEWORDENEN GASTARBEITERSKamer Arslan, Kurde aus Anatolien, geb. 1933, Kleinbauer, 4 Kinder, kommt 1966 nach St. Plten und arbeitet bis 1993 in der Glanzstoff, zum Begriff Gastarbeiter:

    "Gastarbeiter ist nicht schlimm ... Die ersten Gastarbeiter sind 1964 in Wien mit einer Musikkapelle und mit Blumen begrt worden. Das hat mir jedenfalls mein Bruder erzhlt, der damals dabei war. ... Mir ist ein solcher Empfang nicht passiert. Aber ich fhle mich hier in meiner Heimat. Meine Pension ist 750 Euro, mit der Familienausgleichszulage 1.000 Euro. Mit diesem Geld knnte ich in der Trkei nicht berleben, weil dort allein die Behandlung meiner Zuckerkrankheit und des Bluthochdruckes meiner Frau mehr kosten wrde. sterreich ist zum Glck ein sozialer Staat.

    http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&cob=263554(10. 6. 2010)

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