Bela Hamvas, Schriftsteller ganz soweit m£¶chte ich nicht gehen, gestehe allerdings ein, dass ich mich

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    “Zwei bleiben schließlich übrig, Gott und der Wein” Bela Hamvas, Schriftsteller … ganz soweit möchte ich nicht gehen, gestehe allerdings ein, dass ich mich diesem Gedanken, der voller Sinnlichkeit und Lebensfreude steckt, sehr nahe fühle. Beim Essen sind natürlich beste Zutaten die Grundlage für ein gutes Gelingen. Als wichtigste Helfer für die Zubereitung haben für mich dann eben sehr schnell solide Schneidbretter und gute Messer eine immer wichtigere Rolle gespielt. Dem Wein schließlich sollte als Raum zur Entfaltung ein gutes Glas bereitgestellt sein. Ein so mit Liebe und Freude selbst zubereitetes Essen kann dann mit dem passenden Wein als Begleiter zu einem er- staunlich beeindruckenden Erlebnis führen. Als Weinschwelg und Geniesser gehören die Weine des Burgund zu den Besten, die ich hierbei kennen lernen durfte. Diese in kleinen Familienbetrieben erschaffenen Weine, aus den Rebsorten Pinot Noir und Pinot Gamay bei den Roten, sowie Chardonnay und Aligoté bei den Weißen, machen sie zu in der Welt sehr begehrten Wei- nen. Was an Eleganz, Finesse, Wucht und minutenlangem Nachhall bis in die Zehenspitzen hinein aus einem schönen Glas Burgunder strömt, sucht seinesgleichen. Nicht umsonst ließ sich Napoleon einen „Chambertin“ bis vor die Tore Moskaus nachliefern. Letztendlich aber gehören diese Weine, bis auf wenige Ausnahmen, nicht in die Kategorie der Spekulationsanlagen. Sie sind Objekte der Lust und des Genusses! Aus dieser Begeisterung heraus entwickelte sich im Laufe der Zeit meine Freundschaft zu Jochen Jordan, von dem ich bis heute lerne. Wie kaum ein Anderer ausserhalb Frankreichs kennt er diese Region, die genaue Lage der Felder, bis hin zu einzelnen Rebreihen, Er kennt die Domainen und Menschen, die diese Weine erschaffen, z.T. schon in der dritten Generation...und er ist der Grund dafür, dass mein Keller inzwischen so gut gefüllt ist. In diesem zweiten Teil des Heftes gebe ich nun einen kleinen Einblick über die Weine des Burgund, vom Weinkeller hier im Haus und meiner Passion zu diesem aussergewöhnlichen weinwerk. Das Spektrum reicht hierbei von einfachen Landweinen über alle Appelationen des Burgund bis hin zu Grand Crus und Raritäten verschiedenster Jahrgänge. Zu- sätzlich bieten wir Ihnen noch von uns selbst weiter ausgebaute Weine dieser Region. Auf Wunsch erhalten Sie eine Liste aller Weine, die hier im Keller liegen und die Sie erwerben können.

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    Geschichte Der Ursprung der Kunst der Rebkul- tur geht bis ins hohe Altertum zurück, aber es waren vor allem Griechen und Römer, die sie zur wahren Meister- schaft entwickelten. Im 6. Jh. entwi- ckelte sie sich weiter, als im Burgund zahlreiche Klöster entstanden, deren Errungenschaften im Weinbau be- merkenswert waren. Das Renommee dieser Weine vergrößerte sich später durch die Gelage am Hofe der Herzö- ge von Burgund und erreichte schließ- lich auch Ludwig XIV. Jetzt waren die Weine wirklich „eingeführt“. Anfang des 18. Jh. wurden in Beaune die er- sten Handelshäuser gegründet, rasch gefolgt von Nuits und Dijon. Ende des 18. Jh. führte die Französische Revo- lution zur allgemeinen Auflösung des Großgrundbesitzes, ein Phänomen, das sich in Folge durch die familiäre Erbteilung noch verstärkte. Heute bildet diese Parzellierung eines der Charakteristika des Weinbergbe- stands im Burgund. Seit dem 19. Jh. hat der Handel mit Burgunderweinen einen beachtlichen Aufschwung erlebt und der Export wurde rasch zu einem seiner wichtigsten Absatzmöglich- keiten. Alle Zivilisationen jedoch sind vergänglich - so auch die des Wein- baus, die nach 1878 fast komplett der Invasion der Reblaus zum Opfer gefallen wäre. Das rapide Fortschrei- ten der Plage wurde für den franzö- sischen Weinbau zu einem Desaster.

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    Die Schutzgemeinschaft des Wein- baus und bedeutende Ampelographen stellten sich der Gefahr und schafften es schließlich, das gefährliche Insekt, das aus Amerika stammt, zuminde- stens zu neutralisieren, indem die französischen Reben auf amerika- nische gepropft wurden, denen der Biss der Reblaus keinen Schaden zu- fügte. Die Weine, die aus den Pfropfreben hervorgegangen waren, büßten ihre Qualität in keinster Weise ein.

    Abbildung: Blick auf das „Clous de Vougeot“ Grand Cru Lage und Sitz der ältesten Weinbruderschaft im Burgund

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    Rebsorten

    Der Pinot ist seit der Entstehung des Weinbaus im Burgund für das große Renommee der Rotweine verantwortlich. Er trägt kompakte, schwarz-violette Trauben, deren kleine, enggepackte Beeren jede Menge farblosen, zuckrigen Saft enthalten. Dieser Saft, auf besondere Art vinifiziert, bringt auch den Grund- wein des Champagner hervor. Im Bur- gund dagegen erhält der Wein seine schöne rote Farbe von Farbstoffen, die in der Traubenschale enthalten sind.

    Der Gamay wird bereits in mehreren Texten des 14. Jh. erwähnt. Er ist eine recht fruchtbare Rebsorte mit mehr oder weniger kompakten Trauben. Beson- ders die Art des Gamay noir á jus blanc (blauer Gamay mit hellem Saft) sei hier zu nennen, die an den Hän- gen des Beaujolais-Gebiets feine, an- genehme und bukettreiche Rotweine produzieren, während sie auf kalk- und tonhaltigen Böden der Côte-D´Or nur sehr gewöhnliche Weine hervor- bringen. Die Weine des Mâconnais und des Beaujolais verdanken dem Gamay ihr Prestige.

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    Der Chardonnay ist ebenfalls schon seit Jahrhunderten eine der klassischen Burgundersorten. Aus ihr entstehen die großen Weiß- weine der Côte D´Or, der Côte Cha- lonnaise, des Mâconnaise und auch von Chablise im Department Yonne. Er trägt goldene Trauben, die so klein wie die des Pinot, aber länglicher und nicht so kompakt sind. Sie enthalten viel süßen Saft.

    Der Aligoté ist eine halbedle Sorte, die schon seit sehr langer Zeit im Burgund heimisch ist. Die Trauben sind größer und zahl- reicher als die des Chardonnay. Sie sind überall dort verbreitet, wo die Böden sich nicht für Pinot oder Char- donnay eignen. Die Weine aus dieser Traube dürfen mit einer einzigen Aus- nahme (Buzeron) keine Gemeinde- Appelation tragen, sondern heißen von Gesetz wegen Bourgogne Alligo- té. Daneben kann die Sorte auch in die Zusammensetzung des Crémant de Bourgogne eingehen.

    Quelle: Die Weine des Burgund, 1998

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    Vorderer Weinkeller

    In diesem Weinkeller lagern vorran- ging die jüngeren und einfacheren Appellationen ab dem Jahrgang 2006. Unter anderem finden sich hier die Weine der Domaine Chatelet aus dem Beaujolais sowie die von uns selbst weiter im Holzfass ausgebauten Beaujolais. Im Schnitt liegen hier zwi- schen 200-300 Flaschen.

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    Hinterer Weinkeller

    In diesem Keller liegen die höheren Appellationen verschiedener Domai- nen und die Raritäten, die bis zum Jahrgang 1967 zurück reichen. Weine von Domainen, die schon längst Ge- schichte sind und doch in den von die- sen Menschen ausgebauten Weinen weiterleben. Ausdrucksvolle Charaktere, die viel über ihre Macher erzählen können und es in ihren Flaschen zum Teil noch immer eine ganze Weile aushalten. In diesem Keller lagern durschnittlich ca. 600 bis 700 Flaschen.

    Anbei ein kleiner Eindruck von einer privat organisierten Verkostung im Weinkeller mit Freunden.

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    Hospices Nuits Saint Georges

    Die Versteigerung dieser Weine er- folgt jedes Jahr am Sonntag vor dem Palmwochenende und erfreut sich ei- ner weltweiten Nachfrage. Zu erklären ist dies durch die sehr hohe Qualität. Die Weine der Hospices de Nuits Saint Georges stammen aussschließlich aus Premier Cru Lagen, die höchst- mögliche Qualifikation. Die Versteigerung stammt aus einer Zeit, als es noch keine Altersversi- cherungen gab. Die Winzerfamilien übergaben zu Lebzeiten beste Lagen an das Hospice. Als Gegenleistung erhielten sie einen Altersruhesitz und wurden versorgt. Der Erlös der Versteigerung geht auch heute noch an das Hospice. Es finan- ziert damit Umbauten und Verbesse- rungen im Altenheim. Durch unsere jahrelange Teilnahme an diesen Versteigerungen können wir Ihnen heute eine Vielzahl von Jahrgängen und unterschiedlichsten Lagen anbieten. Die Weine zeichnen sich durch eine komplexe und feste Struktur aus und sind sehr lange lagerfähig.

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    Domaine Engel

    Die Domaine Engel ist leider schon längst Geschichte. Philipp Engel, der letzte Weinmacher der Domaine, starb überraschend jung. Er war der Einzige der Familie, der diese einzig- artigen Weine ausbaute. Sie wurden u.a. bis an das englische Königs- haus geliefert. Trotz intensiver Be- mühungen verschiedener Winzer aus dem Burgund wurde die Domaine an ein Konsortium verkauft. Die Restbestände sind weltweit be- gehrt und neigen sich auch bei uns dem Ende zu...schade!

    Diese kraftvollen Weine zeichnen sich durch eine tiefe, komplexe Struktur mit beerigem Charakter aus.

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    Domaine Gandrey

    Mitunter könnte man den Eindruck haben, dass die Weine dieser Do- maine für die Ewigkeit gemacht sind. Bei der Lese werden selbst die Trauben der einfachsten Appellati- on gewissenhaft von Hand sortiert. Auch die Pressung erfolgt bis heu- te von Hand, so dass auf die letzten Liter verzichtet wird. In hochwertigen Holzfässern reifen Weine heran, die an Dichte und Struktur ihresgleichen suchen. So enstehen Weine, die als Inbegriff eines klassischen Burgun- ders bezeichnet werden können. Die Domaine ist sehr klein und die