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Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten FORSTLICHES GUTACHTEN 2012 Mit der bayernweiten Auftaktveranstaltung am 13. Februar 2012 im Landkreis München gab Staatsminis- ter Helmut Brunner den Startschuss zum Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2012. Alle drei Jahre stellen die Aufnahmen der Verjüngungsinventur sowie die anschließende Erstellung der Gut- achten eine Schwerpunktaufgabe der Forstverwaltung dar. Das Verfahren des Forstlichen Gutachtens wur- de in den letzten beiden Jahren unter enger Einbindung der Verbände der Waldbesitzer und Jäger weiter- entwickelt. Eine wesentliche Neuerung ist zum Beispiel die Einführung von Revierweisen Aussagen, die das Gutachten für die Hegegemeinschaft ergänzen. Erfahrungen aus dem Verfahrenstest 2009 und aus Ober- bayern haben gezeigt, dass durch diese gutachtlich erstellten Aussagen auf Revierebene die Aussagekraft der Forstlichen Gutachten gestärkt und die Abschussplanung für die Beteiligten erleichtert wird. Die Forstverwaltung ruft auch in diesem Jahr die Jagdgenossen und Jäger auf, sich wieder intensiv an den Inventuraufnahmen zu beteiligen. Durch diesen partizipativen Ansatz sollen Transparenz und Akzep- tanz des Verfahrens weiter gesteigert werden. Die Forstlichen Gutachten werden im Herbst 2012 fertig gestellt sein und anschließend versandt werden. Sie sollen es den Beteiligten ermöglichen, einvernehm- lich gesetzeskonforme Abschusspläne aufzustellen. Weitere Informationen zum Forstlichen Gutachten im Internet unter www.forst.bayern.de/jagd/forstliches-gutachten/index.php. StMELF, Referat Waldbau, Waldschutz, Bergwald Inhalt a Seite 2 – Wald der Zukunft a Seite 3 – Kulturgüter im Frankenwald a Seite 4 – Nachhaltige Klima- anpassung mit den Kräften der Natur a Seite 5 – Jahressonderpreis – Buchbesprechung a Seite 6 – Franz von Kobell-Kulturpreis – Tagung der Bereichsleiter a Seite 7 – Nachruf Professor Dr. Karl Kreutzer a Seite 8 – Nachruf Anton Dobmeier – Der grüne Klick – Termine

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Forstinfo 01/2012FORSTLICHES GUTACHTEN 2012
Mit der bayernweiten Auftaktveranstaltung am 13. Februar 2012 im Landkreis München gab Staatsminis-
ter Helmut Brunner den Startschuss zum Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2012.
Alle drei Jahre stellen die Aufnahmen der Verjüngungsinventur sowie die anschließende Erstellung der Gut-
achten eine Schwerpunktaufgabe der Forstverwaltung dar. Das Verfahren des Forstlichen Gutachtens wur-
de in den letzten beiden Jahren unter enger Einbindung der Verbände der Waldbesitzer und Jäger weiter-
entwickelt. Eine wesentliche Neuerung ist zum Beispiel die Einführung von Revierweisen Aussagen, die das
Gutachten für die Hegegemeinschaft ergänzen. Erfahrungen aus dem Verfahrenstest 2009 und aus Ober-
bayern haben gezeigt, dass durch diese gutachtlich erstellten Aussagen auf Revierebene die Aussagekraft
der Forstlichen Gutachten gestärkt und die Abschussplanung für die Beteiligten erleichtert wird.
Die Forstverwaltung ruft auch in diesem Jahr die Jagdgenossen und Jäger auf, sich wieder intensiv an
den Inventuraufnahmen zu beteiligen. Durch diesen partizipativen Ansatz sollen Transparenz und Akzep-
tanz des Verfahrens weiter gesteigert werden. Die Forstlichen Gutachten werden im Herbst 2012 fertig
gestellt sein und anschließend versandt werden. Sie sollen es den Beteiligten ermöglichen, einvernehm-
lich gesetzeskonforme Abschusspläne aufzustellen. Weitere Informationen zum Forstlichen Gutachten
im Internet unter www.forst.bayern.de/jagd/forstliches-gutachten/index.php.
Inhalt
a Seite 2 – Wald der Zukunft a Seite 3 – Kulturgüter im Frankenwald a Seite 4 – Nachhaltige Klima-
anpassung mit den Kräften der Natur a Seite 5 – Jahressonderpreis – Buchbesprechung a Seite
6 – Franz von Kobell-Kulturpreis – Tagung der Bereichsleiter a Seite  7 – Nachruf Professor Dr. Karl
Kreutzer a Seite 8 – Nachruf Anton Dobmeier – Der grüne Klick – Termine
„WALD DER ZUKUNFT“ IM INTERNATIO- NALEN JAHR DER WÄLDER
In Pfarrkirchen eröffnete Bürgermeister Georg Riedl am 11.  No-
vember 2011 im Alten Rathaus die Veranstaltung „Wald der Zu-
kunft“ mit einer Kunstausstellung. Der Künstler Johannes Remler
beobachtete in einem vom Sturm getroffenen Fichtenbestand
die Aufräumungsarbeiten bis zum Abtransport der gefällten
Stämme.
Beginn der Vortragsreihe alle am Wald Interessierten ein, sich mit
dem Thema Waldumbau und Waldwirtschaft auseinanderzuset-
zen. Der Forstverein bietet dazu regelmäßig Veranstaltungen an.
Prof. Dr. Manfred Schölch, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft
Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) Bayern, umriss die zukünfti-
gen Chancen und Aufgaben im Waldumbau. Die Weißtanne kann
teilweise die labile Fichte ersetzen, wenn „man nur das richtige
Holz mache und richtig jage“.
Für Hans Wimberger, Öko-Landwirt und Waldbesitzer aus Roß-
bach, ist es wichtig, stabile, zukunftssichere, ertragreiche und äs-
thetisch schöne Wälder aufzubauen. Dazu gehört die Abkehr vom
Kahlschlag genauso wie die Förderung der Mischbaumarten. Alois
Reiter, Sägewerksmeister aus Rabensham und Franz Hager, Ober-
meister der Zimmerer-Innung Rottal-Inn zeigten anschaulich, wie
das Holz der verschiedenen Baumarten sinnvoll verarbeitet wird.
Beide wiesen auf die Vorteile des Tannenholzes gegenüber Fich-
tenholz hin. Beeindruckende Bilder von imposanten Holzbauten
zeigten, dass im Holzbau große Chancen schlummern.
Ministerialrat Günter Biermayer reflektierte die Wald- und Nut-
zungsgeschichte, die zu fichtenreichen Beständen führte. Zwar
wachse die Fichte im Tertiärhügelland heute noch sehr gut. Der
Holzanfall aufgrund von Kalamitäten ist aber jetzt schon groß. Er
wird bei steigenden Temperaturen und geringeren Sommernie-
derschlägen noch zunehmen. Eine Baumartenverteilung von
rund 60 Prozent Nadelholz und 40 Prozent Laubholz würde das Ri-
siko verringern. Vorrangige Handlungsfelder seien:
1. Holz aktiv ernten, nicht Kalamitäten folgen,
2. Verjüngungsgünstige Verhältnisse schaffen,
3. Naturverjüngung statt Pflanzungen.
Die Jagd spielt eine wichtige Rolle. Allen Jägern sei zu danken, die
den Weg in die Zukunft mitgehen. An die Jäger, die das noch
nicht tun, appellierte er, sich an Revierbegängen zu beteiligen
und Weiserzäune zu besichtigen. Gemischte Wälder kommen
auch dem Wild zugute. Er schloss mit den Worten „Waldbesitzer
sind Botschafter der Gesellschaft für Wege in die Zukunft“.
a Von links: Günter Biermayer, StMELF, Sepp Spann, Präsident des Bayer. Waldbesitzerverbandes, Gudula Lermer, Bayerischer Forstverein, Hans Wimberger, Waldbesitzer, Alois Reiter, Sägewerksmeister, Franz Hager, Obermeister der Zimmererinnung Rottal-Inn, Prof. Dr. Manfred Schölch, Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft Bayern. (Foto: Bayer. Forstverein)
Josef Spann, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes,
unterstrich die Vorteile der Weißtanne für den Waldbesitzer. Da sie
tief wurzelt, kann sie sich besser mit Wasser versorgen. Die Weiß-
tanne hat hohe Zuwächse, eine hohe Stabilität im Alter und va-
riable Erntezeitpunkte. Außerdem liefert sie Schmuckreisig und
Weihnachtsbäume. Die Tanne sei die Baumart, die mit allen Licht-
stellungen und mit jedem Boden zurechtkomme. Die Verbißbela-
stung sei immer noch zu hoch. Jeder darf in seinem Verantwor-
tungsbereich ein Hobby pflegen, muss sich jedoch der
Gesamtverantwortung stellen, denn Gesetze gelten für alle! Dass
die Waldbesitzer die Folgen des Klimawandels erkannt haben, zei-
gen junge Wälder mit hohen Tannen- und Laubholzanteilen.
Die anschließende Diskussion drehte sich vorwiegend um jagdli-
che Fragen. Um das Thema „Wald der Zukunft“ abzurunden, be-
suchten wir den Wald der Familie Eder bei Reichenberg, in dem
die Zukunft bereits begonnen hat. Einzelstammweise genutzt
entwickelt er sich zu einem strukturreichen, üppig mit Tanne ver-
jüngten Fichten-Tannen-Kiefern-Wald. Josef Eder ist selbst Jagd-
pächter.
und der Stadt Pfarrkirchen organisierte Veranstaltung wurde
unterstützt durch die Berufsschule und den Kreisjungendring
Pfarrkirchen sowie die örtlichen Waldbesitzervereinigungen.
Prof. Dr. Manfred Schölch, Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft
a Forstinfo – 01/ 2012 – Seite 3
KULTURGÜTER IM FRANKENWALD KARTIERT
Forstminister Helmut Brunner hat die Schirmherrschaft übernom-
men. Er unterstützt das Anliegen, denn es sei wichtig, „dieses geerb-
te Kulturgut möglichst unversehrt an die kommenden Generationen
weiterzugeben“. Die Ausstellung ist vom 2. März bis 28. April 2012 in
der Sparkasse in Kronach zu sehen. Sie wird ergänzt mit Tafeln der
Ausstellung „Denkmal im Wald“ die bereits seit zwei Jahren mit Erfolg
durch ganz Bayern tourt. Begleitet wird die Ausstellung von Vorträ-
gen und geführten Wanderungen, denn die Menschen sollen die
Denkmale vor Ort erleben.
chen den Startschuss zur historischen Kartierung der Wälder der Bay-
erischen Staatsforsten im Frankenwald. Kulturgüter wie alte Grenz-
steine, Kohlplatten oder Hohlwege gibt es dort genug. Nur wo liegen
sie? Es braucht geschulte Augen, um diese unscheinbaren Dinge zu
erkennen. Eine Gruppe engagierter Heimatkundler hatte diesen
Blick. Martin Weber, Georg Heinlein, Gerhard Walther und die Kreis-
heimatpfleger Roland Graf und Siegfried Scheidig sind ihr ganzes Le-
ben mit dem Wald eng verbunden und wissen wie man Bodendenk-
male erkennt. Sie boten Betriebsleiter Hagemann ihr Wissen an.
Anlass war ihre Sorge, dass durch die schweren Maschinen, die heu-
te im Wald im Einsatz sind, die unscheinbaren Denkmale leicht über-
sehen und beschädigt werden könnten und der Nachwelt verloren
gehen. Statt übereinander zu reden, redete man also miteinander.
Schnell zeigte sich, dass diese Gruppe das Wissen hatte, das der
Forstbetrieb brauchte, um kultur- und bodenschonend Holz zu ern-
ten. Peter Hagemann sah es sofort als eine Chance den Wald als
Archiv zu bewahren und tat sich mit den engagierten Heimat-Akti-
visten zusammen.
Sie kartieren bereits den dritten Sommer und finden immer neue
Denkmale. Bei zahlreichen Treffen im Forstbetrieb wurde koordiniert
und Zwischenergebnisse wurden abgestimmt. Betreut werden sie
seit 2007 von Dr. Joachim Hamberger, der an der TU München Forst-
geschichte lehrt.
Scheidig und Walther über 200 Kohlenmeiler-Plätze wiederentdeckt.
„Hier muss es früher geraucht haben wie im Ruhrgebiet“, sagt Martin
Weber. Die Senior-Forscher haben sich Größe, Lage und Erhaltungs-
zustand der Denkmale genau notiert. Diese Daten werden dann
vom Forstbetrieb in ein digitales Kartensystem überführt, das künftig
die Maschinenfahrer im Wald warnen soll, wenn sie sich einem Bo-
dendenkmal nähern.
gemeinsam beschlossen hat, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Was das Ganze mit Nachhaltigkeit zu tun hat, erklärt Kreisheimatpfle-
ger Siegfried Scheidig: „Aus der Verwurzelung mit der Heimat wächst
ein achtsamer und toleranter Lebensstil, reift Respekt vor dem Ges-
tern und dem Morgen, gerade bei Kindern.“ Und Peter Hagemann er-
gänzt: „ Zukunft braucht Herkunft, das ist die Kernformel zukunftsfä-
higer Kultur. Das ist es, was der Begriff der Nachhaltigkeit meint.“
Die Träger der Ausstellung sind: Bayerisches Landesamt für Denk-
malpflege, Bayerische Staatsforsten AöR, Verein für Nachhaltigkeit
e. V. und das Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan.
Weitere Informationen finden Sie unter www.kulturgueterkartie- rung-frankenwald.de.
Joachim Hamberger, Verein für Nachhaltigkeit e. V.
a Das Projekt „Kulturgüterkartierung Frankenwald“ gingen mit Kompetenz und Begeisterung an: Georg Heinlein, Gerhard Walther, Martin Weber, Kreisheimat- pfleger Siegfried Scheidig, Betriebsleiter Peter Hagemann, Joachim Hamberger und Kreisheimatpfleger Roland Graf (von links). (Foto: Siegfried Scheidig)
Die Broschüre „Denkmäler im Wald“ wurde neu aufgelegt. Sie kann bestellt werden bei: Landesanstalt für Wald und Forstwirt- schaft Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 1, 85354 Freising, E-Mail: [email protected]
Die Forstinfo lebt von Ihren Beiträgen!
Senden Sie Ihre Anfrage oder Vorschläge an [email protected]
Die nächste Forstinfo erscheint im April 2012, Redaktionsschluss: 12. März 2012
MODELL KAUFERING: NACHHALTIGE KLIMAANPASSUNG MIT DEN KRÄFTEN DER NATUR
Das Jahr der Wälder bot uns Forstleuten eine hervorragende Mög-
lichkeit, die Leistungen des Waldes herauszustellen. Das Beispiel
Kaufering zeigt die notwendigen Entwicklungen. Ziel ist es, die
Waldnatur so zu stärken, dass sie den zukünftigen Klimabedingun-
gen und Witterungsextremen gewachsen ist und so die Lebens-
qualität für die nächste Generation sichert. Stärken des Waldes sind:
Klimapuffer, Feinstaubverringerung, Trinkwasser- und Hochwasser-
schutz, Erosionsschutz und Erholung. Schwächen des Waldes sind:
Hohe Anfälligkeit gegen Witterungsextreme, ein langer Produk-
tionszeitraum und daher nur langfristig sichtbare Ergebnisse.
NOTWENDIGE STRATEGIE FÜR DIE FORSTWIRTSCHAFT
Der Waldumbau muss wesentlich beschleunigt werden um die
Probleme Witterungsextreme, Biodiversität, Bodenversauerung
und Wassermanagement zu lösen.
zel benötigt. Daher sind zusätzlich Energie-, Nieder- und Mittel-
wälder notwendig, um die Biomasse zu sichern.
2. NACHHALTIGES WASSERMANAGEMENT
ve Landwirtschaft betrieben. Daher haben die Wasserwerke ein
Anreizsystem geschaffen, um die hohen Nitratwerte zu reduzie-
ren. Im Jahre 2002 wurde dieses Anreizsystem auf den Wald aus-
gedehnt. Bezahlt werden 275 Euro pro Hektar und Jahr, seit 2008
auch für Energiewälder 230 Euro pro Hektar und Jahr.
3. NACHHALTIGE BODENNUTZUNG
Die forcierte Versauerung der Oberböden muss gestoppt und
eine Revitalisierung eingeleitet werden. Die säureempfindlichen
Regenwürmer sind ein hervorragender Weiser für die Bodengüte.
4. NACHHALTIGES JAGDMANAGEMENT
Seit 2000 wird die Jagd in Kaufering in Eigenregie ausgeübt. Durch
das rasche Absenken des Rehwildbestandes war nach wenigen
Jahren ein völlig anderes Bild am Waldboden vorzufinden. Alle
wichtigen Baumarten verjüngen sich ohne Schutz und die krauti-
ge Flora nimmt sichtbar zu.
5. NACHHALTIGE LEBENSQUALITÄT
In den letzten Jahrzehnten hat der Wald im nördlichen Landkreis
Landsberg am Lech massive Flächenverluste hinnehmen müssen.
Um gegenzusteuern müssen daher in Ortsnähe die notwendigen
Klimapuffer und Feinstaubfilter aufgebaut werden. Mit Energiewäl-
dern können wir näher an die Häuser heran pflanzen, da sie im Ver-
gleich eine wesentlich geringere Höhe erreichen. Während beim
Energiewald bereits nach 3 Jahren die Klimaleistung beginnt, dau-
ert dies beim Hochwald mindestens 10 Jahre. Der Temperatur-
unterschied im Sommer beträgt circa 15  °C am Tag und die not-
wendige Verdunstungsenergie benötigt ein Vielfaches dessen, was
der Wald an Holz speichert.
Ein weiteres Umsetzungsbeispiel im Projektgebiet ist der Klima-
schutzwald der Gemeinde Obermeitingen. Dieser war 1980 gut
zwei Hektar groß. In den letzten 10 Jahren hat die Gemeinde die
Waldfläche auf 18,5 Hektar vergrößert. 2030 werden daher im
Sommer mindestens 1,3 Millionen Liter Wasser pro Tag verdunstet.
CHANCEN FÜR DIE FORSTWIRTSCHAFT
teuerung klimaschädlicher Produkte verbessern sich die Rahmen-
bedingungen für das Holz. Sollte es gelingen, die Gemeinwohl-
leistungen des Waldes richtig und überzeugend zu bewerten und
dafür Erträge zu generieren, eröffnen sich bessere Perspektiven,
um eine zukunftsfähige, nachhaltige Anpassung im Wald zu reali-
sieren und noch rechtzeitig die Probleme Klimawandel, Biodiver-
sität, Bodenversauerung, Stickstoffeintrag und Wassermanage-
ment zu lösen. Für diese anspruchsvolle Arbeit sind qualifizierte
und motivierte Forstleute unverzichtbar.
Wald verbessert das Kleinklima und schützt
vor Lärmimmissionen und Feinstaub
Energiewälder (1/3 der Holzmenge)
Hochwasserschutz (Maßnahmen zur Wasser-
Gesunder, artenreicher Tier- und Wildbestand Erholungsraum
Erosionsschutz Wildlebensräume in freier Flur
a Forstinfo – 01/ 2012 – Seite 5
FORSTLICHER VORSCHLAG MIT JAHRES- SONDERPREIS AUSGEZEICHNET
Seit über 40 Jahren werden von der Staatsregierung Vorschläge
von Beschäftigten prämiert, die in der Verwaltung zu Verbesse-
rungen oder zu Effizienz- und Effektivitätssteigerungen geführt
haben. 2011 wurden erstmals Jahressonderpreise für die kreativs-
ten und innovativsten Ideen rückwirkend für die Jahre ab 2007
vergeben. Staatsminister Dr. Huber zeichnete am 29. September
2011 die 41 Preisträger im Kuppelsaal der Staatskanzlei aus, dar-
unter auch einen Vorschlag aus der Forstverwaltung.
Ferdinand Hovens vom Forstrevier Amorbach wurde ausgezeich-
net für die Entwicklung eines einheitlichen und flächendecken-
den Rettungskonzepts im Wald – die Rettungskette Forst Spes- sart-Odenwald.
Näheres zur Rettungskette Forst finden Sie unter: www.rettungs- kette-forst.de/frame_allgemein.htm.
Wir gratulieren dem Preisträger und wünschen der unbedingt
notwendigen Rettungskette Forst, dass sie im Alltag möglichst
wenig erforderlich wird.
Haben auch Sie eine Idee, die neuartig ist und als spürbare Verbes-
serung zur Effizienz und Effektivität der Verwaltung beitragen
könnte?
F5), Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft
und Forsten, Ludwigstr. 2, 80539 München. Ressortübergreifende
Vorschläge können direkt bei der Innovationszentrale Moderne
Verwaltung eingereicht werden.
tung als PDF-Download eingestellt.
Innovationszirkel Forst am StMELF
a Staatsminister Dr. Marcel Huber mit dem Preisträger Forstamtsrat Ferdinand Hovens, AELF Karlstadt. (Foto: Hans-Karl Heilmann)
BUCHBESPRECHUNG
ches Baumaterial, sondern auch materialisierte Solarenergie und
effizienter Kohlendioxidspeicher. Seine herausragenden Eigen-
schaften als universell einsetzbares, wärmeisolierendes und ext-
rem widerstandsfähiges Naturprodukt machen es zum Material
der Zukunft.
zial ebenso wie die Konstruktions- und Gestaltungsmöglichkeiten
dieses Universalbau- und Rohstoffes. 52 ausgewählte internationa-
le Beispiele illustrieren die digitalen Fertigungsmethoden und die
architektonische Vielfalt moderner Holzkonstruktionen vom Wohn-
bau über weit gespannte Tragwerke bis hin zum Hochhausbau.
Das Buch ist erschienen als begleitende wissenschaftliche Publika-
tion zur Ausstellung des Architekturmuseums der TU München in
der Pinakothek der Moderne (10.  November 2011 bis 5.  Februar
2012).
FRANZ VON KOBELL-KULTURPREIS FÜR LTD. MINISTERIALRAT A.D. DR. LEONHARDT
Anfang November erhielt der ehemalige Leiter der obersten Jagd- behörde im Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Dr. Paul Leonhardt, bei einem feierlichen Festakt im Deut- schen Jagd- und Fischereimuseum in München zusammen mit dem Lektor und Redakteur Gerhard Seilmeier den diesjährigen Franz von Kobell-Kulturpreis des Bayerischen Jagdverbands. Der Laudator, Jürgen Wefelscheid, Justiziar und Präsidiumsmit-
glied des Bayerischen Jagdverbands, hob die Verdienste Leon-
hardts um das Bayerische Jagdgesetz sowie seine jagdrechtlichen
Publikationen hervor: „Ich trete keinem anderen Jagdrechtskom-
mentator zu nahe, wenn ich konstatiere, dass dieser Jagdrechts-
kommentar in seiner hervorragenden Qualität der führendste und
umfassendste, zumindest in Bayern, ist. Er fehlt in keiner einschlä-
gigen Behörde und bei keinem, der auch nur annähernd mit jagd-
rechtlichen Fragen zu tun hat. Man kann ihn getrost die Bibel des
Jagdrechts in Bayern nennen.“
im Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
zugebracht hatte, stellte in seiner Dankesrede dar, dass das Jagd-
recht den Rahmen bildet, in dem sich die Jagdkultur bewegt. Bei-
de Begriffe stehen nicht nur nebeneinander, sondern beeinflus-
sen sich gegenseitig. Aus diesem Grunde überrascht es nicht, dass
einem Rechtsgelehrten der Kulturpreis des Bayerischen Jagdver-
bands verliehen wird.
wird seit 2006 für besondere Verdienste um die Jagdkultur verlie-
hen. Er ist nach dem Mineralogen Franz von Kobell (1803 – 1882),
der unter anderem Mitglied der Bayerischen Akademie der Wis-
senschaften war, benannt.
Oberste Jagdbehörde, StMELF
a Laudator Jürgen Wefelscheid, Preisträger Dr. Paul Leonhardt, BJV- Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke, Bayerische Jagdkönigin Marion Lenz, Schirmherr Bezirkstagspräsident Josef Mederer (von links). (Foto: Bayerischer Jagdverband)
TAGUNG DER BEREICHSLEITER IN BEILNGRIES
Anfang Dezember tagten die forstlichen Bereichsleiter der Ämter
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die Leiter der Sonder-
behörden sowie Vertreter der Landesanstalt für Wald und Forst-
wirtschaft und der Führungsakademie mit dem Leiter der Forst-
verwaltung und den Referatsleitern des Staatsministeriums in
Beilngries.
Im Mittelpunkt der zweitägigen Dienstbesprechung standen die
künftige strategische Schwerpunktsetzung in der Forstverwal-
tung und das Thema Führung. Außerdem wurden zahlreiche ak-
tuelle Themen präsentiert und diskutiert.
Referat Rechtsaufsicht Bayerische Staatsforsten, Controlling, StMELF
a Forstinfo – 01/ 2012 – Seite 7
IN ERINNERUNG: PROFESSOR DR. KARL KREUTZER
Am 31. Juli 2011 ist Dr. Karl Kreutzer, emeritierter Professor für
Waldernährungs- und Standortslehre der ehemaligen Forstwis-
senschaftlichen Fakultät der LMU-München wenige Wochen
nach seinem 80. Geburtstag verstorben.
Karl Kreutzer wurde am 25. Mai 1931 in Roßtal bei Nürnberg ge-
boren. Nach dem Studium der Forstwissenschaften an der Lud-
wig-Maximilians-Universität in München, führte ihn sein berufli-
cher Weg zunächst in die Schweiz. Dort arbeitete er als
wissenschaftlicher Assistent bei Prof. Leibundgut an der Eidge-
nössischen Technischen Hochschule Zürich. Im Anschluss daran
absolvierte er das Referendariat bei der Bayerischen Staatsforst-
verwaltung.
reich Standortskartierung und Forsteinrichtung bei der Ober-
forstdirektion Würzburg. Als Mitarbeiter von Prof. Laatsch führte
ihn seine wissenschaftliche Laufbahn zurück an die Ludwig-Ma-
ximilians-Universität, wo er 1970 zum Thema Manganmangel
bei Fichte habilitierte. Zwei Jahre später wurde er zum Professor
für Waldernährungs- und Standortslehre berufen.
Besonders nachhaltig und intensiv hat er die forstliche Regional-
gliederung von Bayern vorangebracht, die untrennbar mit seinem
Namen verbunden ist. Er befasste sich auch mit den Auswirkun-
gen der Streunutzung auf Bayerns Wälder. Sein Weitblick auf die-
sem Gebiet spiegelt sich in den Ansätzen zur Quantifizierung von
Biomasseentzug bei verschiedenen Ernteverfahren wider.
Besondere Verdienste erwarb er sich bei der Erforschung von
Stickstoffeinträgen auf das Ökosystem. Das einzigartige und in
seiner Bedeutung für die forstliche Langzeitforschung noch
heute aktuelle „Höglwaldprojekt“ ist ein weiterer Schwerpunkt
seiner umfangreichen wissenschaftlichen Tätigkeit. Dieses weit
über die Forstfakultät hinausgehende Forschungsprojekt band
namhafte Forschungseinrichtungen, wie das Frauenhofer- oder
das Helmholtzinstitut, ein. Kreutzer beteiligte internationale Wis-
senschaftler, insbesondere aus der Schweiz, Schweden und den
USA, und leistete damit nicht nur in seiner wissenschaftlichen
Arbeitsweise Pionierarbeit, sondern setzte auch Maßstäbe in der
Zusammenarbeit.
wissenschaftliche Arbeitsweise, unbeeindruckt von den auf-
kommenden Überreaktionen. Er legte aber Wert auf die fortlau-
fende Information der Öffentlichkeit. Die Ergebnisse seiner For-
schung sind europaweit bedeutend für die Begrenzung der
Stickstoffemissionen und dienten der Information zahlreicher
Politiker und diplomatischer Gäste. Die komplexen Zusammen-
hänge zwischen Eutrophierung und Versauerung von Ökosyste-
men sind auch zukünftig für die Forschung zum Klimawandel
bedeutend.
Sein Wirken ging weit über das eines Wissenschaftlers hinaus. So
engagierte er sich in zahlreichen wissenschaftlichen und inter-
nationalen Gremien als Vertreter, Gutachter oder Sachverständi-
ger. Er war Vater unzähliger Promotionen, betreute zahlreiche
Habilitationen und besaß die Gabe, schwierige Zusammenhän-
ge einfach und verständlich darzustellen. Es lag ihm sehr daran,
Forschungsergebnisse allen Interessierten zugänglich zu ma-
chen und neue Forschungsfragen aufzugreifen.
Für seine herausragenden Verdienste um die Forstliche For-
schung und Lehre sollte Herrn Prof. Dr. Karl Kreutzer am 25. Mai
2011 anlässlich seines 80. Geburtstags durch Herrn Staatsminis-
ter Helmut Brunner die Bayerische Staatsmedaille verliehen wer-
den. Krankheitsbedingt konnte Herr Prof. Dr. Kreutzer die Staats-
medaille damals aber leider nicht entgegennehmen und ist
schließlich am 31. Juli 2011 verstorben. Nun hat der Leiter der
Bayerischen Forstverwaltung, Ministerialdirigent Georg Win-
disch, die Medaille an Frau Eva-Christine Kreutzer, die Tochter
des Verstorbenen als Vertreterin der Familie ausgehändigt.
Wir werden Karl Kreutzer dankbar als großen Wissenschaftler
und bescheidenen, aber herausragenden Menschen in Erin-
nerung behalten. Mit seiner Arbeit und seinem unermüdli-
chen Einsatz zum Wohle des Waldes hat er sich ein Denkmal
gesetzt.
a Forstinfo – 01 / 2012 – Seite 8
IN ERINNERUNG: LTD. FORSTDIREKTOR A. D., MDL A. D. ANTON DOBMEIER
Am 8. Dezember 2011 verstarb
der Leitende Forstdirektor a. D.
und ehemalige Abgeordnete
Jahren. Die Bayerische Forstver-
waltung nimmt Abschied von
wohl als Beamter als auch als
Politiker sehr für Wald und
Forstwirtschaft engagiert hat.
Neumarkt geborene Dobmeier studierte nach dem zweiten Welt-
krieg Forstwissenschaften an der Universität München und trat in
den Dienst der Bayerischen Staatsforstverwaltung. Zu Beginn seiner
beruflichen Laufbahn war er einige Jahre am Forstamt Behringers-
dorf in der Fränkischen Schweiz tätig. Anschließend leitete er von
1963 bis zu seiner Wahl in den Bayerischen Landtag 1974 das staatli-
che Forstamt Hersbruck.
lang ihm, seinen Mitbürgern den Wald mit seinen Funktionen na-
hezubringen. Besonders lag ihm aber der körperschaftliche und
private Waldbesitz am Herzen. In den Zeiten, in denen die staatli-
che Förderung der Waldbesitzer noch in den Anfängen steckte,
war er ihnen ein geschätzter Ratgeber und sie konnten auf die
Vertretung ihrer forstliche Interessen mit Augenmaß und Sachver-
stand vertrauen.
Anton Dobmeier war bereits in jungen Jahren als Gemeinderats-
mitglied politisch aktiv. 24 Jahre gehörte er dem Kreistag an, war
Bezirksrat und von 1974 bis 1990 Mitglied des Bayerischen Land-
tags. Der Natur, insbesondere aber dem Wald und der Forstver-
waltung, blieb er dabei – nicht nur als begeisterter Jäger und Im-
ker – immer eng verbunden. 1986 verlieh ihm das Bayerische
Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in
Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die bayerische
Forstwirtschaft die Bayerische Staatsmedaille in Silber.
Die Forstverwaltung wird Herrn Leitenden Forstdirektor a. D. An-
ton Dobmeier, MdL a. D., in ehrender Erinnerung behalten.
Georg Windisch, Leiter der Bayerischen Forstverwaltung
DER GRÜNE KLICK
a Die Homepage der Bayerischen Forstverwaltung: www.forst.
bayern.de
Forstpraktiker: www.lwf.bayern.de
Wälder 2011 in Bayern: www.forstwirtschaft-schafft-leben.de
a Knotenpunkt für Forschung, Lehre und Beratung: www.forstzen-
trum.de
gen (WBV): www.waldbesitzer.net
a PEFC–Deutschland: Tipps für Verbraucher beim Kauf von Holzpro-
dukten www.pefc-siegel.de
NEU ONLINE GESTELLT UNTER WWW.FORSTCAST.NET
a Produktionskapital Waldboden
in der Technischen Universität München in Freising
Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 2, 85354 Freising
Nähere Informationen unter: www.lwf.bayern.de
16. bis 18. März 2012
im Kleinwalsertal
[email protected]
am 21. März 2012
am 25. April 2012
Weitere Informationen: www.sdw.de
a Anton Dobmeier, Leitender Fors- tirektor a. D., MdL a. D.
a HERAUSGEBER Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Ludwigstraße 2, 80539 München a INTERNET www.stmelf.bayern.de, www.forst.bay- ern.de a E-MAIL [email protected] a REDAKTION Referat Forstliche Forschung, Waldpädagogik a Titelfoto Jana Schulze a Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers wieder. a Nachdruck, auch auszugsweise, erwünscht mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten. a ISSN 1438-2954