arbeitsheft surrealismus ISB - kunst-rs- ? ‚ 3 Arbeitsheft Surrealismus Definition und Grundgedanken Der Surrealismus entwickelt sich aus dem Dadaismus und hat seine Anfƒ¤nge

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    Arbeitsheft SurrealismusSurrealismus Arbeitsheft

    Erarbeitet vom Arbeitskreis Kunsterziehung 2010

    Leitung des ArbeitskreisesElisabeth Mehrl, ISB

    Mitglieder des Arbeitskreises:Jens Knaudt, Renate Stieber, Otmar Wagner

    verantwortlich fr den Inhalt: Renate Stieber

    Stilepochen des 20. Jahrhunderts: Die Klassische Moderne

    Surrealismus

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    Arbeitsheft Surrealismus

    Die Zeitgeschichtebeeinflusst die Entstehung des Surrealismus.

    Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg ist von einschneidenden Erfahrungen geprgt: Der 1. Weltkrieg wird brutalgefhrt, an der Front wird Giftgas eingesetzt. Auf dem Schlachtfeld von Verdun sterben etwa 700 000 Solda-ten. Die Kriegsheimkehrer sind in groem Ma verzweifelt und verstrt. Die brgerliche Kultur wird fr vieleIntellektuelle unglaubwrdig; erfolgreich sind in der Gesellschaft die Skrupellosen, die alle anderen rck-sichtslos ausbeuten. Dabei ist die brgerliche Gesellschaft betont nationalbewusst, hlt an alten Traditionenfest und hat enge Moralvorstellungen.Diese gesellschaftlichen Verhltnisse beeinflussen die Entstehung des Surrealismus, der sich vor demHintergrund des Krieges, des Elends der heimkehrenden Soldaten und der Selbstgerechtigkeit der Kriegs-gewinnler in den sog. Goldenen Zwanzigern als eine Protestbewegung versteht. Die Knstler prangern wiedie Dadaisten vor ihnen vor allem Militr, Justiz und Regierung an und provozieren das traditionell eingestell-te brgerliche Kunstpublikum.

    In dieser Zeit entwickelt Sigmund Freud die Theorien ber die Erforschung des Unterbewusstseins. Erverwendet die Traumdeutung als Mittel der Psychoanalyse. Neben den Trumen, in denen dasUnbewusste zum Vorschein kommt, spielen auch Erinnerungen und deren Verknpfung eine wichtigeRolle. Der steuernde Verstand, das Bewusstsein, wird dabei ausgeschaltet. Die freie Assoziation zuBegriffen und Bildern soll zu neuen und tieferen Erkenntnissen fhren.

    Aufgabe:Informiere dich ber die Zeitgeschichte um 1920 und erstelle ein MindMap mit wich-tigen Daten und Persnlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur.

    Salvador Dali, Metamorphose des Narziss, 1937

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    Arbeitsheft Surrealismus

    Definition und Grundgedanken

    Der Surrealismus entwickelt sich aus dem Dadaismus und hat seine Anfnge im Jahr 1924 mit demSurrealistischen Manifest Andr Bretons. Er definiert den Surrealismus als die Auflsung der scheinbargegenstzlichen Zustnde von Traum und Wirklichkeit in einer neuen Realitt. Die Begrenzung auf dieWelt des Bewussten bedeutet fr die Surrealisten eine Reduzierung der Wirklichkeit. Der Surrealismusberuht auf dem Glauben an die Assoziation, das ist die freie Verknpfung von Gedanken, Bildern oderErinnerungen. Traum und Unterbewusstsein sowie das absichtsfreie Spiel des Gedankens spielen einewichtige Rolle. Beeinflusst durch Sigmund Freuds Psychoanalyse geben sie Trumen und Wahnvorstel-lungen, Fantasien und verdrngten Gefhlen eine sehr groe Bedeutung und versuchen diese Aspekte inihren Werken zum Ausdruck zu bringen.Von surrealistischen Tendenzen spricht man nicht nur in der Bildenden Kunst, sondern auch in Literatur,Theater und Film.

    Innerhalb des Surrealismus unterscheidet man zwei Richtungen: den veristischen (naturalistischen) undden absoluten (abstrakten) Surrealismus.

    sur-real = ber die Realitthinausgehen, eine andere

    Realitt schaffen

    Aufgabe:Erlutere diese Kurzdefinition des Begriffssurreal am Beispiel eines Werkes.

    Die absolute oder abstrakte Richtung des Surrealismus vertritt z.B. Joan Miro. Seine Figuren erinnern an Kinderzeichnungen, einzel-ne Elemente sind teilweise erkennbar, die gegenstandslosen undfrei erfundenen phantasievollen Formen in krftigen Farben berwie-gen jedoch.

    Der veristische Surrealismus hlt an einer wahrheitsgetreuen, sicham Gegenstndlichen orientierenden Darstellung fest. Die Dinge wieRume sind genau dargestellt, scheinen aber nicht zusammen zupassen, ob es um die uerlichen Merkmale wie Form, Farbe,Proportion oder Material geht oder physikalische Merkmale.Diese Richtung vertritt z. B. Salvador Dali mit seiner Bildwelt: Inrealistischer Malweise werden sehr irreale Bildsituationen entworfenwerden. Georgio de Chirico entwickelt in seiner Pittura Metafisicaeine bhnenhaft-unwirkliche und perspektivisch-verzerrte Malerei.Auch Ren Magritte ist mit seinen fast wahrheitsgetreuen Darstel-lungen ein Vertreter dieser Richtung.

    Giorgio de ChircoDie beunruhigenden Musen,1916

    Joan MiroHollndisches Interieur,1928s

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    Arbeitsheft Surrealismus

    Vorbilder des Surrealismus

    Frhe Vorbilder sind die Maler Hieronymus Boschund Pieter Brueghel, die vorwiegend zu religisenThemen phantastische Gestalten und Szenenerfinden.

    Der romantische Maler Johann Heinrich Flibefasst sich gern mit unheimlichen Trumen undGeschichten mit Feen, Elfen und Geistern, wie siein England im 19. Jhdt. sehr beliebt waren.

    Der spanische Maler Francisco de Goya istschwer einer Epoche zuzuordnen. Vor allem mitseinem Sptwerk, den sogenannten PinturasNegras (Schwarze Bilder) ist er ein Vorbild fr dieSurrealisten. In seinen dsteren Fantasien zeigt erdie bedrckenden Umstnde zur Zeit der Inquisiti-on und des Kriegs.

    Unmittelbarer Vorlufer des Surrealismus ist derDadaismus. DADA bedeutet nichts, das franzsi-sche Wort fr ein Holzpferdchen soll nach denAngaben von George Grosz zufllig beim Aufschla-gen des Wrterbuchs gefunden worden sein. DieDadaisten lehnen sich gegen die brgerlicheGesellschaft auf, die sie fr das als absurd emp-fundene Weltgeschehen verantwortlich machen.Ihre Anti-Bewegung uert sich vor allem auch inLiteratur (Lautgedichte), Musik und Theater in einerAnti-Kunst, die sie selbst als reinen Un-Sinnbezeichnen. So wollen sie die Gesellschaft provo-zieren und deren Werte als vllig sinnlos anpran-gern. Ihre Bilder sind bse und chaotisch, denngenau so sehen sie die Gesellschaft.

    Hieronymos Bosch,Der Heuwagen,um 1490

    Pieter Bruegel,Der Blindensturz,1568

    Francesco de Goya,Der Koloss,1808 - 1812

    George Grosz,Ohne Titel,1920

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    Arbeitsheft Surrealismus

    Collage

    Assemblage

    Frottage

    Fumage (Rauchbild)

    Grattage (Kratzbild)

    Decalcomanie(Abklatschbild)

    Schadographie

    Materialbild

    Die klassischen Techniken wie Zeichnung, Druckgrafik und lmalerei werden von den Surrealisten in alt-meisterlicher Vollendung angewendet. Die Realitt wird jedoch als relativ gesehen und in unterschiedlichenVariationen aufgehoben: weder Zeit noch Raum noch die Eigenschaften eines Gegenstandes werden als un-vernderlich gltig anerkannt, sondern sie knnen immer neu definiert werden. Um den Zufall zu nutzen unddem Seelischen auf diese Art unmittelbar Ausdruck zu geben, werden in dieser Zeit deshalb auch einige neueknstlerische Techniken entwickelt, sogenannte Zufallsmethoden oder Automatismen. Dabei ist immer ne-ben der Absicht des Knstlers die Phantasie des Betrachters von Bedeutung, denn er entscheidet, was er ineiner Darstellung erkennt bzw. wiedererkennt, er schafft seine ganz persnlichen Assoziationen. Die durch -meist auch gesteuerte - Zuflle erzielten Ergebnisse werden weiter bearbeitet und gedeutet.

    Die Collage als systematische Verknpfung unzusammenhngender Elemente(Klebebild, collegere = zusammenlegen) wird ein wesentliches Gestaltungsmit-tel in der Bildenden Kunst: Fundstcke aus Zeitschriften oder illustrierten B-chern werden scheinbar wahllos zusammengestellt. Gedankenverbindungen(Assoziationen) entstehen erst durch den Bezug, den der Betrachter zwischenden einzelnen Ausschnitten entdeckt. Manchmal werden Wrter oder Wortfet-zen eingefgt, um einen bestimmten Gedanken zu provozieren. Collagen kn-nen rein aus fertigen, zugeschnittenen - natrlich bewusst ausgewhlten - Bild-teilen zusammengefgt werden. Viele Knstler arbeiten aber weiter, indem sieBildteile bermalen, andere Teile dazu zeichnen oder malen.

    Hier werden dreidimensionale Objekte eingefgt und zum Teil durch Collage,Zeichnung oder Malerei ergnzt und erweitert. Auch hier ermglichen die schein-bar zusammenhanglosen Gegenstnde durch die freie Assoziation neue Inter-pretationen.

    Durchreibeverfahren, bei dem mit Farbe oder Bleistift reliefartige Oberflchen, z.B. von Blttern, Hlzern oder Mnzen, auf Papier oder Leinwand bertragenwerden.

    Die Flamme einer Kerze streicht am Zeichenblatt vorbei und markiert weichflieende Schatten.

    Mit einer Klinge oder Stahlbrste werden bereinander liegende lfarben ange-schabt und Farbformen freigelegt.

    Man tropft Tusche auf ein Blatt Papier und drckt dann ein anderes Blatt darauf.Es knnen mehrere Bltter aufgelegt und abgezogen werden.

    Phototechnisches Verfahren, bei dem Gegenstnde direkt auf lichtempfindli-ches Photopapier gelegt werden. Die Gegenstnde zeichnen sich mit unschar-fen Umrissen auf dem Photopapier ab.

    Aus einem Gemisch aus Sand, Gips, Leim oder hnlichem, das pastos aufge-tragen wird, entsteht eine reliefartige Oberflche, die dann geritzt, geschabtoder gefrbt wird.

    Aufgabe:Suche zu jedem Begriff ein passendes Beispiel aus der Kunst des Surrealismus.Erstelle eine informative bersicht.

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    Arbeitsheft Surrealismus

    Aufgabe:Suche Abbildungen von Werken der oben genannten Knstler und gestalte einInformationsblatt zum Dadaismus.

    Der Dadaismus

    Ein sehr wichtiger Vorlufer des Surrealismuswar die DADA-BEWEGUNG (ab 1916). Dada istdie vllige Abwesenheit dessen, was man Geistnennt. DADA bedeutet wirklich nichts, dasfranzsische Wort fr ein Holzpferdchen solleinfach zufllig beim Aufschlagen desWrterbuchs gefunden worden sein. DieDadaisten lehnen sich gegen die brgerlicheGesellschaft auf, die sie verantwortlich machenfr das als absurd empfundene Weltgeschehen.Ihre Anti-Bewegung uert sich auch inLiteratur, Musik und Theater in einer Anti-Kunst,die sie selbst als reinen Un-Sinn bezeichnen.So w