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  • 1382 A. KETTRUP UND J. ABSHAGEN

    Substituierte 2-Bromacetessigsäure-Amide als Chelatbildner Substituted 2-bromacetoacetamides as chelating reagents

    A . K e t t r u p und J. A b s h a g e n

    L eh rstu h l für A n organ isd ie C hem ie I der R uhr-U n iversität Bochum

    (Z. Naturforsch. 25 b, 1382— 1385 [1970] ; eingegangen am 17. August 1970)

    T he preparation of 2-brom acetoacetam ides and th eir copper chelates is d escribed . T h e stab ility con stan ts of th ese com pounds w ere determ ined by poten tiom etric pH -m easu rem ents. T h e change of sta b ility con stan ts b y th e su b stitu en ts of the am ide group is interpreted .

    In der Literatur sind verschiedene Verfahren zur Synthese von Acetessigsäureamiden beschrieben 1-6. Wohl den elegantesten Weg zur Darstellung dieser Verbindungen stellt die Umsetzung von Diketen mit primären und sekundären Aminen dar. Diese Reak­ tion wurde zuerst von B o e s e beschrieben und hat sich für die Darstellung einer Anzahl aliphatischer und aromatischer Acetessigsäureamide als sehr nütz­ lich erwiesen7-10.

    Im Rahmen unserer systematischen Untersuchun­ gen über das komplexchemische Verhalten der Acetessigsäureamide stellten wir eine große Anzahl von Uranyl-, Beryllium- und Kupferchelaten mit verschieden substituierten Acetessigsäuredialkyl- amiden, Acetessigsäureaniliden, -2 -amidopyridinen und -2 -amidopyrimidinen her und untersuchten die Stabilität der Chelate in Abhängigkeit von den Substituenten der A m idgruppe11-14. Als Ergebnis dieser Untersuchungen fanden wir, daß die Stabili­ tät des Chelatringes mit steigender Elektronendichte am Amidstickstoff wächst, und daß somit der induk­ tive Effekt der Substituenten an der Amidgruppe die Stabilität der Metallchelate beeinflußt.

    Diese Ergebnisse führten zu der Überlegung, daß Veränderungen an einem der unmittelbar am Chelat- ring beteiligten Atome eine noch stärkere Beein­ flussung der Stabilität der Metallchelate zufolge habe. Aus diesem Grund substituierten wir ein

    Sonderdruckanforderungen an Dr. A. K e t t r u p , Ruhr- Univ. Bochum, Lehrstuhl f. Anorgan. Chemie I, D-4630 Bo- chum-Querenburg, Postfach 2148.

    1 G. E. U t z i n g e r , Helv. chim. Acta 35. 1359 [1952]. 2 L. W o l f u. K . W e t z e l , Chem. Ber. 90, 1007 [1957]. 3 W . A. S e x t o n , J. chem. Soc. [London] 1942, 303. 4 H. E. F i e r z - D a v id u. E. Z i e g l e r , Helv. chim. Acta 11, 779

    [1928]. 5 J. W . W i l l i a m s u. J. A. K r y n i t z k y , Org. Syntheses, vol.

    III. p. 1 0 ,1 9 5 5 . 6 C. D. H u r d u. C. D . K e l s o , J. Amer. chem. Soc. 62, 1548

    [1940]. 7 A. B . B o e s e , U.S.P. 2.152.132 (23. 3. 1939).

    Wasserstoffatom der mittelständigen CH2-Gruppe durch ein Bromatom und stellten eine Reihe bisher nicht beschriebener substituierter Acetessigsäure­ amide und ihre Kupferchelate dar, deren Stabilität ermittelt wurde.

    D urchführung der E xperim en te

    1 . Darstellung der 2-Bromacetessigsäureamide

    Die Bromierung der Acetessigsäureamide erfolgte nach einer allgemeinen Arbeitsvorschrift mit iV-Brom- succinimid 1S. Die Umsetzung mit Brom/Eisessig nach M e h t a und Mitarbb. 16 erwies sich bei der Synthese der 2-Bromacetessigsäure-Amide als weniger geeignet, da die Ausbeute und die Reinheit der Produkte unbe­ friedigend waren.

    Die Darstellung der Chelatbildner läßt sich am Bei­ spiel des 2-Bromacetessigsäureanilids wie folgt formu­ lieren :

    H 2C -C <

    h 2c - c

    N - B r - f H 3C

    H n

    \ c / \ II O

    /H

    cy II O

    H

    /N \

    v > CC14

    h 2c - c <

    h 2c - c <

    N - H + H 3Cs

    /Br H

    ' V w / \ c /

    II o

    8 A. B . B o e s e , U.S.P. 2.152.786-7 (4. 4. 1 9 3 9 ) . 9 A. B . B o e s e , Ind. Engng. Chem. 32, 16 [1940].

    10 R. L. P e l l e y , U .S .P . 3.304.328 [1967]. 11 A. K e t t r u p u . H . S p e c k e r , Z. analyt. Chem. 246, 108

    [1969]. 12 A. K e t t r u p , Z. analyt. Chem. 246, 183 [1969]. 13 G. S t ö c k e l m a n n , A. K e t t r u p u . H . S p e c k e r , Z. anorg.

    allg. Chem. 372, 134 [1970]. 14 G. S t ö c k e l m a n n , A. K e t t r u p u . H . S p e c k e r , Z. anorg.

    allg. Chem. 372. 144 [1970]. 15 L. H o r n e r u . E. H. W in k e lm a n n , Angew. Chem. 79, 349

    [1959], 16 C. M. M e h t a , J. M. T r i v e d i u . G. H . P a t e l , J. sei. Indu-

    str. Res. (India) 20 B. 460 [1961].

    This work has been digitalized and published in 2013 by Verlag Zeitschrift für Naturforschung in cooperation with the Max Planck Society for the Advancement of Science under a Creative Commons Attribution-NoDerivs 3.0 Germany License.

    On 01.01.2015 it is planned to change the License Conditions (the removal of the Creative Commons License condition “no derivative works”). This is to allow reuse in the area of future scientific usage.

    Dieses Werk wurde im Jahr 2013 vom Verlag Zeitschrift für Naturforschung in Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. digitalisiert und unter folgender Lizenz veröffentlicht: Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.

    Zum 01.01.2015 ist eine Anpassung der Lizenzbedingungen (Entfall der Creative Commons Lizenzbedingung „Keine Bearbeitung“) beabsichtigt, um eine Nachnutzung auch im Rahmen zukünftiger wissenschaftlicher Nutzungsformen zu ermöglichen.

  • SUBSTITUIERTE 2-BROMACETESSIGSÄURE-AMIDE ALS CHELATBILDNER 1383

    Zu einer Lösung von 0,1 Mol des betreffenden Acet- essigsäureamids in 100 —300 ml CC14 gibt man bei Raumtemperatur 0,1 Mol iV-ßromsuccinimid und 0,5 mMol ajOc'-Azo-iso-butyronitril als Aktivator. Das N- Bromsuccinimid befindet sich zunächst am Boden des Kolbens. Die Reaktionsmischung wird im Wasserbad 45 Min. zum Sieden erhitzt. Die Reaktion ist beendet, wenn die eingesetzte Menge des iV-Bromsuccinimid als Succinimid auf der Reaktionslösung schwimmt. Man saugt die erkaltete Mischung ab, verwirft den Nieder­ schlag, und zieht am Rotationsverdampfer das Lösungs­ mittel von dem Filtrat ab. Das Reaktionsprodukt wird in wenig Äthanol umkristallisiert.

    2. Darstellung der Kupfer chelate

    Die Darstellung der Kupferchelate erfolgte nicht nach dem üblichen Verfahren in wäßriger Lösung unter Zugabe von Natronlauge, sondern nach einem Verfah­ ren, das schon bei der Synthese von Acetylacetonaten gute Ergebnisse lieferte 17.

    Nach diesem Verfahren löst man 0,01 Mol Chelat­ bildner in 200 ml Äther und tropft zu der siedenden Lösung 5 mMol Kupferoctoat (Kupfersalz der 2-Äthyl- capronsäure) in 50 ml Äther.

    Die Reaktion ist nach 30 Min. Erhitzen am Rückfluß abgeschlossen. Der gebildete Niederschlag wird abge­ nutscht und anschließend am S o x h 1 e t - Apparat mit 70 ml Äther eine Stde. lang extrahiert. Die Kupfer­ chelate wurden durch Elementaranalysen identifiziert. Es handelt sich um 1 : 2-Chelate.

    3. Potentiometrische Messungen

    Die potentiometrisdien Titrationen wurden mit einem Superpotentiographen E 436 der Fa. Metrohm in einem thermostatierten Glasgefäß (20 + 0,5°C) durchgeführt. Als Meßkette diente eine Einstabglaselektrode E 121 UX der gleichen Firma (0 — 14 pH, 15 — 100 °C). Die Elektrode enthielt eine gesättigte NaCl-Lösung. Die Ge­ nauigkeit der zur Eichung verwendeten standardisier­ ten Pufferlösungen betrug für die pH-Werte 1 —13 + 0,02 pH-Einheiten. Zur Titration wurden 1 mMol Cu (C104) 2 , 4 mMol Chelatbildner, 1 mMol HC104 sowie 12,5 mMol NaC104 in 100 ml eines Dioxan-Wasser- gemisches (70% Dioxan) vorgelegt. Die zur Titration verwendete carbonatfreie 1 N Natronlauge floß mit einer Geschwindigkeit von 1 ml/5 Min. zu.

    Ergebnisse und Diskussion

    Die von uns dargestellten 2-Bromacetessigsäure- Amide sowie einige der Kupferchelate sind in Tab. 1 zusammengefaßt.

    Die Auswertung der potentiometrisdien Titra­ tionen sowie die Berechnung der Stabilitätskonstan-

    17 G. S t ö c k e l m a n n , A. K e t t r u p u. H. S p e c k e r , Angew. Chem. 79, 530 [1967].

    18 J. B j e r r u m u. P. A n d e r s e n , Kgl. dansk. Vidensk. Selsk. 22 ,1 [1945].

    ten erfolgte in der bereits häufig beschriebenen Weise nach B je r r u m 18-2°.

    Die ermittelten Dissoziationskonstanten der Chelatbildner sowie die Stabilitätskonstanten der Kupferchelate sind in Tab. 2 aufgeführt.

    Wie aus Tab. 2 ersichtlich ist, nimmt die Stabili­ tät der Kupferchelate bei gleichen Substituenten am Phenylring von der o- über die m- bis zur p-Stel- lung hin zu. Bei gleicher Stellung verschiedener Substituenten am Phenylring bilden 2-Bromacet- essigsäureanisidide stabilere Metalldielate als die entsprechenden -toluidide und -chloranilide. Unter Beteiligung des aromatischen Systems kann wahr­ scheinlich das gesamte Chelatbildnermolekül zu einer durchgehenden Konjugation befähigt werden, wobei sich mehrere mesomere Grenzformen über­ lagern. Substituenten am Phenylring, die einen posi­ tiven mesomeren Effekt bewirken, wie z. B. die Methoxyl- oder Methylgruppe erhöhen die Stabili­ tät der Kupferchelate. In diesen Fällen muß die Elektronendichte am Amidstickstoff größer sein als beim Kupferchelat mit 2-Bromacetessigsäureanilid. Als Maß für die Elektronendichte am Amidstick­ stoff kann die Basizität des freien Anilins angesehen werden. Trägt man die Stabilitätskonstanten der Kupferchelate gegen die Basizitätskonstanten der freien Aniline auf, so erhält man im Fall der para- und metasubstituierten 2-Bromacetessigs