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    25-Jun-2018

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  • Business News 1-2014 | 29

    U s e r P r o d u c t i v i t y K i t

    Planung und Auslieferung des Oracle User Productivity KitMartin Dvorak, Martin Dvorak Consulting

    Im Zuge eines Oracle-E-Business-Suite-Upgrades vom Release 11i auf 12 bietet Oracle verschiedene Tools, um die Business-Prozesse zu dokumentieren sowie die Endbenutzer auf dem neuen Release zu schulen. Ziel ist nicht nur, whrend des Upgrades das Wissen aufzuneh-men, sondern auch, hinterher ein aktuelles Trainingssystem zur stndigen Bearbeitung und Erweiterung zur Verfgung zu haben.

    Oracle bietet zwei End-User-Productivity-Tools an: Oracle Tutor und Oracle User Pro-ductivity Kit (UPK). Ziel dieses Artikels ist nicht primr, diese Tools vorzustellen, viel-mehr liegt der Schwerpunkt auf der praxis-gerechten Planung und dem Einsatz sol-cher Tools.

    Oracle Tutor ist ein Word-basiertes Tool, um Business-Prozesse, Richtlinien und Pro-zeduren zu dokumentieren, die das Oracle-EBS-Release 12.1 (eventuell auch das Re-lease 12.2) untersttzt. Oracle Tutor bietet ein Business-Prozess-Modell an, das man gem der EBS-R12-Konfiguration anpas-sen kann. Rollenspezifische Desk-Manuals sowie Job-Aids sind ebenfalls mglich.

    Das Oracle User Productivity Kit (UPK) ist ein leistungsfhiges Werkzeug, das sowohl die Benutzer-Schulung als auch die neuen Prozesse abbildet. UPK zeichnet Schritt fr

    Schritt wie eine Kamera den Prozessfluss durch die Applikation auf. Es ermglicht auch eine interaktive Schnittstelle mit dem Benutzer und wird idealerweise als ein on demand computer based-Training einge-setzt. Verschiedene Ausgaben wie zum Bei-spiel zusammengefasste Job-Aids oder Test-Scripts sind per Knopfdruck mglich. Somit ermglicht das Tool sowohl eine Online- als auch eine Papier-basierte Dokumentation, die auf einem standardisierten Dokumenta-tions-Stil aufsetzt (siehe Abbildung 1).

    Oracle bietet mehr als 2.300 aufgenom-mene und EBS-R12.1-bergreifende UPK-Themen an. Diese Standard-Prozesse knnen als Grundlage fr sptere kundenspezifische Entwicklungen dienen. Allerdings eignen sich diese mehr als Einfhrung in eine ge-nerelle Release-12.1-bersicht. Die Erfah-rung hat gezeigt, dass Benutzer, die eine

    08/15-Release-12.1-Funktions-bersicht mit UPK erhalten haben, auch viel offener fr die Abschaffung existierender Anpassungen sind und sich eher mit der neuen EBS-R12.1-Standard-Funktionalitt anfreunden.

    Oracle Tutor und UPK bieten eine fort-laufende Bearbeitung der Trainingsunter-lagen in einer Single Source of Content Development. Dies ist zum Vorteil fr be-stehende Release-12.1-Benutzer und auch fr neue Benutzer, die erst spter im Projekt oder gar erst im Roll-out ausgebildet wer-den. Mit der Integration des Help-Buttons lassen sich die Trainingsunterlagen online in die E-Business Suite einbringen.

    Letztendlich liegen die Vorteile nicht nur in einer professionellen Umsetzung des Trainings, sondern auch in der Einsparung der Trainingskosten durch ein automati-siertes Tool. Die Planung basiert auf drei bis fnf Abschnitten, je nach Umfang des Pro-jekts (siehe Abbildung 2).

    Phase I: Prozess-bersicht planen und erstellenNeben der Vorstellung der 08/15-Release-12.1.-Funktions-bersicht mit UPK ist es wichtig, den Unterschied zwischen dem kundenspezifischen EBS-Release 11i und Release 12.2 mittels Prozess-Aufnahme und -Erfassung aufzuzeigen. Der Focus liegt auf den neuen Release-12-Funktionalitten wie Subledger Accounting, Ledgers, Ledger Sets, EBS Tax, Maintaining Banks, Ad-vanced Global Intercom pany System (AGIS) und Payments. Haupt unterschiede zwi-schen dem Release 12.2 und 12.1 sind pri-

    Abbildung 1: UPK ist eine Single Source mit verschiedenen Verwendungen und Outputs

  • 30 | http://bs.doag.org

    mr technischer Natur und liegen weniger in der Funktionalitt.

    Fr die Prozess-bersicht verwendet man idealerweise Oracle-Standard-Metho-den wie Application Implementation Me-thodology (AIM) oder den Nachfolger Oracle Unified Method (OUM). In den meisten Pro-jekten sind die zuknftigen Prozesse (siehe Abbildung 2, System Process Documents) vorhanden, bevor die Trainingsphase an-fngt. Als Deliverables eignen sich:

    RD.030 Develop Future Business Process Model

    BP.080 Future Business Process Model

    Darber hinaus kommen in Frage:

    CR.010 Scope, Objectives and Approach RD.050 Process and Mapping Summary TE.020 Unit Test Scripts TR.010 Education and Training Plan TR.060 Project Team Training Delivery TR.070 Develop User Training Materials TR.080 Prepare User Training Environ-

    ment TR.090 Support Materials for User Trai-

    ning

    Diese flieen in eine Inhouse-Prsentation ein, die den Benutzern aufzeigt, was sich im Unterschied zum Release 11i verndert hat und was es neu im Release 12.2 zu berck-sichtigen gilt. Eine Abstimmung mit den Test-Scripts ist unerlsslich, da die neuen Funktionen und Prozesse auch im Testing bercksichtigt werden.

    Aufgrund des Reviews der AIM/OUM-Deliverables ermglicht diese Phase eine Qualittsberprfung der bestehenden

    Dokumentation im Projekt. Hieraus lassen sich die Training-Deliverables (TR) bestim-men. Bei den wenigsten Projekten werden verschiedene TR-Deliverables angetrof-fen. Oft gibt es schlichtweg keine Doku-mentation, wie man das Training planen und ausfhren sollte. Das Training taucht oftmals als einsamer Task in einem Pro-jektplan auf.

    Ist man sich ber den Umfang im Klaren, sollte man sich jetzt um Format, Struktur und Firmenlogo in den Deliverables, den Aufbau der Content Structure etc. km-mern sowie die Erwartungshaltung fr die Phase I abstimmen. Es ist sinnvoll, in die-ser Phase eine Entscheidung bezglich des Train the Trainer-Approach zu treffen. Gibt es Super- oder Key-User, die als Trainer ge-eignet sind? Wenn ja, sollte man diese jetzt einweihen.

    Neben der Standard-Release-12.2-Funk-tions-bersicht und den zuknftigen Prozes-sen (mittels BP.080 Future Business Process Model) sollte eine vollstndige Map/Gap-Do-kumentation vorliegen, damit alle Business-Requirements in der neuen Software-Lsung bercksichtigt sind. Zudem sollten Key-Deli-verables wie CR.010 Scope, Objectives and Approach und BP.080 Future Business Pro-cess Model vom Kunden abgesegnet sein.

    Fr das eigentliche Erfassen des UPK (Aufnehmen) kann man in dieser Phase die Test-Scripts als Grundlage nehmen. Oft handelt es sich hier um Conference Room Pilot 1-Test-Scripts (CRP1), die dann im CRP2, System Integration Testing (SIT) und User Acceptance Testing (UAT), noch mas-siv ergnzt werden. Da sich in der Realitt die Projekt-Phasen oft berlappen, muss man sich darauf einstellen, dass die UPK-

    Scripts bis zum Trainings-Einsatz oft berar-beitet werden, da sich die Konfiguration bei jedem Test-Zyklus ndert beziehungsweise ergnzt wird. Fr die Phase I sollte man je nach Gre des Projekts zwischen zwei und sechs Wochen Zeit einplanen.

    Phase II: Benutzer-Schulung zuknftiger Prozesse und FunktionenDie Phase II beinhaltet In Class-Trainings fr die Key-User und -Tester. Hier geht es um das Aufzeigen der neuen, kundenspezi-fischen R12-Prozesse und -Funktionen. Die Unterlagen basieren auf den Deliverables der Phase I. Idealerweise sind die Teilneh-mer die zuknftigen Trainer fr das UPK.

    Anstatt Hunderte von PowerPoint-Sei-ten durchzugehen, empfiehlt sich eine Mi-schung aus Prsentationen und hands on-Praxisbeispielen in einer Testumgebung wie zum Beispiel CRP1. Ist diese (noch) nicht verfgbar, kann man auch Oracles Vision-Instanz verwenden. Allerdings sind hier keine kundenspezifischen Konfigurati-onen mglich.

    In der Phase I sollte sich die Aufmerk-samkeit auf die Erwartungshaltung der Key-User richten. Hier kann man noch die Weichen fr die zuknftigen Test-Instanzen stellen. Dazu eignen sich ein paar Grundre-geln:

    Parking Lot: Sollten whrend der Trai-nings-Session die Teilnehmer vom The-ma abdriften, werden der offene Punkt auf dem Parking Lot platziert und L-sungs-Alternativen in der nchsten Trai-nings-Session vorgestellt. Der Parking Lot sichert auch die Einhaltung des Um-fangs und des Zeitrahmens ab.

    Abbildung 3: Widerstands- beziehungsweise Leistungs-Kurve im Projekt-Lebenszyklus

    Abbildung 2: Software Lifecylce

  • Business News 1-2014 | 31

    U s e r P r o d u c t i v i t y K i t

    Interaktive Session, Feedback ist aus-drcklich erwnscht. Notizen auf dem Laptop sind willkommen. Allerdings sollten die Teilnehmer auf Telefonge-sprche und E-Mails whrend des Trai-nings verzichten.

    Training richtet sich nach dem neusten EBS-Release 12.2 und nicht nach dem bestehenden Release 11.5.10.

    Wichtige Prozesse werden in Visio ge-zeigt und in der Testumgebung (CRP1 oder Vision) demonstriert.

    Eine Abklrung der Test-Umgebung ist vor dem Training zu empfehlen. Sind zum Beispiel die Approval Groups oder Employees im Oracle Purchasing noch nicht definiert, kann der Punkt auto creation process nicht gem Kunden-anforderung demonstriert werden.

    Oft sind die Kenntnisse innerhalb der ge-schulten Benutzergruppe recht unter-schiedlich. Hier bentigt der Trainer Fin-gerspitzengefhl, um gegebenenfalls eine Umstellung in der Besetzung der Auszubil-denden fr sptere Phasen vorzunehmen. In der Phase II rechnet man mit einem hal-ben bis ganzen Tag Schulung pro Modul. Diese Phase hat nichts mit UPK zu tun, son-dern richtet sich nach Prsentationen und Demos in einer Oracle-Instanz. Die kriti-schen Erfolgsfaktoren sind:

    Benutzer frhzeitig involvieren Die lokalen Benutzer kennen ihre Pro-zesse am besten. Daher gilt es, deren Wissen und Untersttzung mglichst frh im Projekt in das Training einzu-beziehen.

    Oracle-Experten engagieren Ob interne oder externe Experten, oft werden aus politischen Grnden Leute in Projekten zwangsbefrdert, die schlicht-weg berfordert oder fehl am Platz sind. Hier gilt es, mit international erfahrenen Oracle-Experten mglichst frhzeitig entgegenzust