Click here to load reader

Title Landschaftsplanung und Landsehaftsgestaltung in ... · PDF fileIn Yashikirin im Norden von Tokyo sind es Zelkowa, Eiche und andere sommergrüne ... Fuji-Hakone, Yoshino-kumano

  • View
    215

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of Title Landschaftsplanung und Landsehaftsgestaltung in ... · PDF fileIn Yashikirin im Norden...

  • Title Landschaftsplanung und Landsehaftsgestaltung in Japan

    Author(s) Okazaki, Ayaakira

    Citation = BULLETIN OF THE KYOTOUNIVERSITY FORESTS (1972), 43: 283-293

    Issue Date 1972-03-15

    URL http://hdl.handle.net/2433/191508

    Right

    Type Departmental Bulletin Paper

    Textversion publisher

    Kyoto University

  • 283

    Landschaftsplanung und Landsehaftsgestaltung

    in Japan

    von

    Ayaakira OKAZAKI

    .

    .

    RSUM

    La vgtation influence le paysage culturel d'un pays ou d'une rgion, D'un petit

    jardin jusqu'au vaste paysage il faut donner une touche artificielle la vgtation nature-lle. Dans les forts pour les recherches scientifiques, par exemple, on ne derrait intervenir mais dans beaucoup de forts o la masse du peuple se rjouit, les forestiers doivent s'effor-

    cer pour l'embellissement des forts.

    Les forts pour la beaut du paysage et pour la rcration furent regardes comme tant

    en dsaccord avec les forts pour production des bois (forts conomiques), mais il faut

    considrer aussi la valeur conomique venant des forts pour la beaut et rjouissance . L'auteur a pris ici Arashiyama par exemple.

    ,

    , ,

    ,

    ,

    1963 8

    , , ,

    Bio-Okonomie ist ein sehr umfassender Begriff. Die im Wasser betriebene Perlenzucht

    z. B. gehrt zur Bio-konomie und hat gleichzeitig enge Beziehung zur Landschaftsplan-

    ung. Ich mchte mich hier aber nur auf die Flora beschrnken, da sie nicht nur der

    wichtigste Bestandteil der Landschaft ist sondern auch durch den Menschen sehr vernd-

    ert werden kann.

    Es gibt Landschaften ohne Pflanzenbewuchs (Bild 1), aber sie sind die Ausnahme.

  • Eine Landschaft ist

    immer am deutlichsten

    charakterisiert durch ihre

    Flora.

    In unserer Zeit mit

    ihren gering gewordenen

    Entkrnungen wird die

    fr ein Land charakteri-

    stische Kunst sofort berall

    nachgeahmt und auch auf

    vielen anderen Gebieten

    werden die nationalen Ei-

    genarten immer rasch in-

    ternationalisiert.

    Auch die Bodenschtze

    eines Landes sind viel weniger als frher an das Ursprungsland gebunden. Der Transport

    von riesigen Marmorblcken war in den vergangenen Jahrhunderten mit groen Schwie-

    rigkeiten verbunden. In unserem technischen Zeitalter ist es dagegen kaum mehr ein

    Problem, den italienischen Marmor nach Deutschland zu bringen. Ob dies immer im

    Sinne unserer heutigen Vorstellung von wirtschaftlicher Rentabilitt ist, sei dahingestellt.

    Die Verpflanzung tropischer Pflanzen in nicht tropische Verhltnisse oder beispielsweise

    der Alpenflora in sdliche Flachlnder ist dagegen sehr problematisch bezw. auch heute

    noch meist unmglich. Botanische Grten oder Versuchsflchen, die auslndische

    Pflanzen mit Erfolg anbauen, haben immer besonders gnstige klimatische Verhltnisse

    und windgeschtzte Lagen.

    Japan ist sehr reich an Pflanzenarten. Dies ist bedingt durch sehr vielfltige geologische Verhltnisse und groe klimatische Unterschiede. Japan hat eine so groe Ausdehnung

    von Nord nach Sd (30 bis 46 Breitegrad,. da es horizontal kalte, warme und subtropi-

    sche Zonen umfat. Die schnste Jahreszeit ist der Herbst. der im Vergleich zu nord-und

    mitteleuropischen Lndern viel angenehmere Tage hat. In den meisten europischen

    Lndern ist der Frhling schner als der Herbst. In North ('arolina habe ich so riesige

    Laubwlder in herbstlicher Farbenpracht gesehen, wie sie in Mittel- und Nordeuropa nur

    selten zu finden sind.

    Auf die landschaftlich bedingte Verschiedenheit der japanischen Pflanzenarten soll hier

    nicht nher eingegangen werden.

    Zum besseren Verstndnis der Probleme der Landschaftsplanung und Landschafts-

    gestaltung soll die Landschaft hier unterteilt werden in:

  • 285

    1. Grten, Stadtparks, Alleebume usw. und

    2. Naturparks, Waldbestnde usw.

    Eine Eigentmlichkeit des japanischen Gartens ist die sowohl in Privatgrten wie in den

    ffentlichen Parks auffallende Schlichtheit (Bild 21. Dies ist bedauerlich, denn da

    Privatgrten den Geschmacksempfin-

    dungen ihrer Besitzer entsprechen

    sollten, mten sie alle Variationen

    von prunkvoll bis sehr einfach

    aufweisen. ffentliche Parks dagegen

    sollten in erster Linie die Erholung

    des Menschen zum Ziele haben. Lei-

    der stehen die japanischen Parks darin

    noch hinter den europischen und

    amerikanischen zurck.

    Japan hatte vor dem 2. Weltkrieg nach dem Beispiel von Deutschland

    und Amerika in Tokyo, Osaka und

    Kyoto Stadt- bezw. Volksparks errich-

    tet. Leider waren sie hinsichtlich der

    Pflanzen nicht befriedigend und hiel-

    ten einen Vergleich mit der groen

    Gartenkunst und Grnflchengestalt-

    ung in den berhmten alten Grten

    nicht aus. Ein Grund dafr war die

    noch nicht ber gengend verfgende ffentliche Landschaftsgestaltung.

    In der erten Gruppe sind die unmittelbar zu den Husern gehrenden Bepflanzungen

    nicht unbedeutend. Ein Beispiel dafr sind die ihrer Eigenartigkeit wegen in Japan be-

    kannten Grnanlagen um die Huser von Yashikirin. Die dabei angebauten Holzarten

    sind gegendweise verschieden und deshalb besonders eindrucksvoll. Die Grnanlagen

    schtzen im Westen, Norden und Osten gegen Sand, Wasserwogen und Nebel, im Sden

    gegen zu starke Sonnenbestrahlung im Sommer. Sie sind fr die Bewohner von groem Nutzen. Die daneben noch anfallenden Bltter und Zweige dienen sowohl als Futter als

    auch als Brennmaterial. Das bei der Durchforstung anfallende Holz wurde fr Bauzwecke

    verwendet. Yashikirin ist fr seine Bewohner in jeder Hinsicht von groen Nutzen. Fr

    solche Grnanlagen werden im Gebiet des japanischen Meeres am hufigsten die japanische

    Kryptomerie und danach Hiba (Thujopsis dolabrata), Bambus (Phyllostachys reticulata oder

    P. pubescens), Kastanie (Castanea sativa), Paulownia, Aspen, Celtis, verschiedene Eichen

    usw. gepflanzt.

    In den Gebieten am pazifischen Ozean werden bevorzugt Zelkowa serrata, Kampfer,

    Eiche, Podocarpus, Trochycarpus und Bambus und daneben Kryptomerie und Zypresse

  • 286

    angebaut.

    In Yashikirin im Norden von Tokyo sind es Zelkowa, Eiche und andere sommergrne

    Laubhlzer, die das Wahrzeichen von "Musashino" bilden.

    Es ist sehr besorgniserregend, da solche Landschaften durch die Notwendigkeit des

    Baues moderner Wohnhuser nicht mehr mglich sein werden.

    Alleebume sind fr moderne Stdte so wichtig, da man die Zahl der Alleebume pro

    Stadtflche als Gradmesser fr die kulturelle Leistung der Stadt ansehen kann. Auer

    den Alleebumen in den Stdten haben die Japaner schon in der Dynastie von Tokugawa

    an den Landeswegen viele Bume gepflanzt. Die berhmtesten sind die Kryptomerien am

    Nikko-Weg und Kiefern am Weg von Tokaido. Sie spendeten den Reisenden im Sommer

    Schatten und waren gleichzeitig gute Fhrer. Auerdem waren diese Alleen eine Zierde

    in der sehr monotonen Landschaft. Es ist nicht bekannt, ob auch der Wert des Holzes

    von Bedeutung war, sicher ist aber, da der gegenwrtige Wert der Kryptomerien von

    Nikko sehr hoch sein mu.

    Bei der Bewertung eines Schlosses in Europa spielen der Baustil, der Bauzustand, seine

    Lage, seine Geschichte und das Erscheinungsbild in seiner nchsten Umgebung eine groe

    Rolle. Unbestreitbar ist aber, da ein das Schlo umgebender Wald oder entsprechende

    Bepflanzungen sich sehr wertsteigernd auswirken. Die Schnheit der Schlsser von Eltz

    und Linderhof in Deutschland sowie der von Fontainebleau und Azay-le-Rideau werden

    uns erst durch den sie umgebenden Wald voll bewut.

    In Japan werden Schlsser immer mit Pflanzen, meist mit Bumen umgeben. Das

    Chiyoda-Schlo, der jetzige kaiserliche Palast in Tokyo, wurde durch Dkan ta

    erbaut. Er hat das Schlo mit einem Wassergrabenhnlich den alten Wasserburgen und

    Schlssern in europischen Lndernumgeben. Eine Besonderheit des Chiyoda-Schlosses

    ist, da auf der das Schlo umgebenden Steinmauer Kiefern wachsen, die zur hchsten Be-

    wunderung der Schnheit des Palastes veranlassen. Um den frheren Palast des Kaisers in

    Kyoto war Boskett angelegt worden. Im Schloss Hikone wurden die meisten Bume in

    alter Zeit nicht aus landschaftlichen sondern aus strategischen Grnden angepflanzt. Aus

    den Eichen wurden Speerschfte, aus Bambus Flaggenstangen und aus Saikachi (Gleditsia

    japonica) Brennholz gemacht. Nur die Kirschbume wurden der landschaftlichen Schnheit wegen angebaut.

    Die Bepflanzung der Umgebung der Shinto- oder Buddha-Tempel mit Bumen entsprach

    schon in alter Zeit einem dringenden Bedrfnis des Menschen. Tempel wurden errichtet,

    um die Seele Gottes oder eines groen Mannes zu beschwichtigen. Die ursprngliche

    Form eines Shinto-Tempels war ein besonders schner Waldbestand. Spter wurde ein

    Innenhof geschaffen und mit Wald umgeben und dann wurden Tempelbauwerke errichtet,

    die im Wald stehen oder zumindest von Bumen dicht umgeben sind. In einem der

    ltesten Werke der japanischen Literatur, in "Manyoshu" findet sich eine Strophe, in der

  • 287

    Shinto-T

Search related