Spielzeitheft 13/14 Junges Schauspielhaus

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Spielzeitheft 13/14 Junges Schauspielhaus

Text of Spielzeitheft 13/14 Junges Schauspielhaus

  • 13/14

    Mnsterstrae 44640470 Dsseldorf0211.85 23 710www.junges-schauspielhaus.de

    Junges Schauspielhaus

  • 24

    28

    3032

    40495156

    58

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    61

    13/14GruwortRepertoireTheaterfreundeTheaterpdagogikImpressum

    MitarbeiterVerkehrsanbindung und Kontakt Untersttzen Sie das Junge Schauspielhaus

    Service

    ProjekteU25

    Premieren

  • 32

    wenn ihr aus einer Vorstellung kommt und sagt: Das war echt okay was meint ihr dann damit? Wars dann nur so lala? Seid ihr etwa nur hflich? Oder ist okay jugendliches Understatement und ihr findet, dass das Stck total was mit euch und eurem Leben zu tun hat? Und es genau so ist, wie euer Theater sein soll?

    Wir freuen uns auf eure Antworten, denn wir wollen Theater machen, das euch etwas bedeutet und aktuell ist, das berhrt und begeistert, an- und aufregt und wir finden den Ausdruck okay, den wir vom Radiomoderator und Theaterregisseur Jrgen Kuttner bernommen haben, ziemlich gut; weil er ein Augen-zwinkern beinhaltet und weil ein okayes Theater sich selbst nicht so wichtig nimmt, dafr aber um so mehr die Gesellschaft, in der wir Theatermacher und Zuschauer leben.

    Facing Reality! Das ist unsere Leidenschaft. Wir wollen mit dem Theater Stellung beziehen zu den drngenden Fragen aller Generationen an die Gesellschaft. Wir wollen die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen genauso zeigen wie Welten, die jenseits des eigenen Er-fahrungshorizontes liegen.

    Auf die Suche nach realistischen und fantastischen, fiktionalen und dokumentarischen, magischen und rationalen Zugngen zur Welt machen sich in der Spiel-zeit 2013/14 gleich mehrere unserer Produktionen und Projekte:

    In Black Box Schule: They Expect You to Pick a Career wird der kroatische Regisseur Oliver Frlji das deutsche Schulsystem und seine demokratischen Bestrebungen lustvoll und bissig in den Blick nehmen. Haus regisseur Nurkan Erpulat erzhlt in der Komdie Amsterdam

    von Vorurteilen und Klischees zwischen Ost und West. Mit dem Projekt Um Grenzen mit Darstellern des Ensem-bles und gehrlosen Darstellern wird eine bisher eher versteckte Minderheit sichtbar. Und mit dem Klassenzim-merstck Der Junge mit dem lngsten Schatten machen wir uns auf den Weg in die Wirklichkeit, die fr unser junges Publikum tglich unabdingbar ist: Wir kommen in die Schule!

    Das Junge Schauspielhaus ist aber nicht nur Theater fr Publikum, sondern auch Theater mit Publikum. Kinder, Jugendliche und Senioren sind auch in dieser Spielzeit wieder als Akteure an Inszenierungen, wie z. B. Die Perlmutterfarbe und Die Wahrheit ber alles was es gibt, beteiligt. Insbesondere in diesen Projekten sehen wir Werksttten fr soziale Utopien. Sie erffnen allen Beteiligten, Spielern wie Zuschauern, Handlungs- und Mglichkeitsrume.

    Jeden Tag freuen wir uns ber einen groen Vorteil des Jungen Schauspielhauses: Menschen verschiedenster sozialer und kultureller Herkunft sitzen hier gemeinsam in den Vorstellungen. Alle bringen ihre eigenen Kriterien und Erfahrungen mit in die Auffhrung und ziehen ihre eigenen Schlsse aus dem, was sie sehen. Allenfalls durch eine Altersempfehlung eingeschrnkt, gibt es hier die denkbar grte Vielfalt an Reaktionen. Daher ist die Auf-fhrung gewissermaen schlauer als das Publikum und die Spieler fr sich allein. Und jedes Mal steht grundstz-lich wieder zur Verhandlung zwischen euch, den Zu-schauern, und uns, den Theatermachern, was berhaupt Bedeutung trgt und was nicht was Theater ist und was nicht. Ob das echt okay ist oder nicht.

    Viel Vergngen im Theaterwnschen Barbara Kantel (Knstlerische Leiterin) und das Team des Jungen Schauspielhauses

    Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,

  • PremierenBlack Box Schule: They Expect You to Pick a CareerVon Oliver Frlji Regie: Oliver Frlji19. September 2013UrauffhrungAb 14 Jahren Der Junge mit dem lngsten SchattenVon Finegan KruckemeyerRegie: Hanna Mller26. September 2013Deutsprachige ErstauffhrungKlassenzimmerstckAb 10 Jahren Die PermutterfarbeVon Anna Maria JoklRegie: Annette Ku7. November 2013Urauffhrung Ab 12 Jahren

    MomoVon Michael EndeRegie: Rdiger Pape24. November 2013Ab 6 Jahren Die Welt Ist RundVon Gertrude SteinRegie: Franziska Henschel1. Dezember 2013UrauffhrungAb 3 Jahren Um GrenzenEin Projekt von Wera MahneRegie: Wera Mahne10. Januar 2014Ab 13 Jahren Bewegen(d)Ein Projekt des Clubs der SpezialistenChoreografie: Gizella Hartmann23. Januar 2014Ab 10 Jahren

    AmsterdamVon Marijana osi Regie: Nurkan Erpulat20. Februar 2014UrauffhrungAb 16 Jahren NachtgeknisterVon Mike KennyRegie: Juliane Kann29. Mrz 2014Ab 6 Jahren Die Wahrheit ber alles was es gibtEin Theater Mobil-Projekt von Daniel Cremer und Dorle TrachternachRegie: Daniel Cremer27. April 2014Ab 6 Jahren

    Paradise LostEin Projekt des Clubs der SpezialistenKnstlerische Leitung: Bianca Knzel und Alexander Steindorf22. Mai 2014Ab 14 Jahren

  • 7Black Box Schule:They Expect You to Pick a Career

    Nicht in die Schule zu gehen, liegt berhaupt nicht im Bereich des Denkbaren.

    Eminem, Einstein, Aristoteles, Springsteen, Popper, Nestroy, Adorno, Lennon, Christie, Montessori, Wedekind, Comenius, Twain, Shakespeare, Pink Floyd, Morrissey, Brecht, Vampire Weekend Die Liste jener, die in wissenschaftlichen Untersuchungen, in Kurzgeschichten und Romanen, Filmen, Songs, Essays, Aphorismen, Theater stcken, Interviews, Selbstaus-knften usw. von den Leiden junger Menschen in und an der Schule berichten, kann noch lange fortgesetzt werden. Die Liste der unbekannten Leidenden ist wahr-scheinlich endlos. Und dennoch gehen alle davon aus, dass Schule wichtig und richtig ist, unausweichlich und notwendig als Vorbereitung auf das richtige Leben.

    Zusammen mit fnf Schauspielern macht sich der Autor und Regisseur Oliver Frlji, der als einer der fh-renden und gleichzeitig als der kontroverseste Vertreter der jungen Regiegeneration Kroatiens gilt, an die Auf-gabe einer kritischen Bestandsaufnahme des Systems Schule. Wie funktioniert dieses System, das von sich behauptet, der gesellschaftlich entscheidende und in dieser Weise einzigartige Ort zu sein, an dem die nach-wachsenden Generationen prgende Erfahrungen mit-einander machen knnen? Welche Erfahrungen machen sie? Wie demokratisch ist Schule? Wenn Schule kein Ort intensiver Demokratie-Erfahrung ist, beschdigt sie dann nicht die Demokratie? Was lehrt Schule? Auf welches Leben bereitet sie vor?

    Von Oliver FrljiUrauffhrung

    Regie, Bhne und Kostme: Oliver Frlji

    In Kooperation mit den Festivals Bitef, Belgrad und MESS, Sarajewo sowie dem Zagreb Youth Theatre

    Premiere: 19. September 2013Ab 14 Jahren

    Bhne

  • 8Die Zwillinge Adam und Atticus Brown sind nur zwei Minuten nacheinander geboren worden. Doch auch wenn sie sich aufs Haar gleichen, knnten sie unterschied-licher nicht sein. Whrend der eine sich fr Mdchen, Fuball und Skateboards interessiert, steht der andere auf Naturwissenschaften und Modellbau. Einer ist beliebt, fr den anderen gleicht die groe Pause einem Spierutenlauf. Und obwohl sie genau gleich gro sind, wirft einer einfach einen lngeren Schatten.

    An seinem zwlften Geburtstag beschliet Atticus, ein anderer Mensch zu werden. Doch was macht aus einem Jungen einen coolen Typen? Soll er einfach genauso werden wie sein Bruder, samt Klamotten und Fahrrad? Oder ein Popstar wie Justin Bieber? Oder Kleinere und Schwchere genauso fertig machen, wie es ihm selbst passiert? Eine Woche lang probiert Atticus, sich selbst neu zu erfinden und merkt schlie-lich, dass es viel wichtiger ist, dass er sich selbst gefllt.

    Hanna Mller, geboren 1983, setzt das Stck des aus-tralischen Dramatikers Finegan Kruckemeyer als mobi-les Theater im Klassenzimmer in Szene. Sie studierte Regie an der Theaterakademie Hamburg und inszeniert sowohl Stcke fr junges Publikum als auch fr Er-wachsene, u. a. in Hannover, Bielefeld und Schwerin.

    Der Junge mit dem lngsten Schatten

    Von Finegan Kruckemeyer

    Deutschsprachige ErstauffhrungDeutsch von Thomas Kruckemeyer Regie: Hanna Mller

    Bhne und Kostme: Anna Srensen

    Premiere: 26. September 2013Ab 10 Jahren

    Klassenzimmer/Studio

  • DiePerlmutterfarbe

    Von Anna Maria JoklIn einer Bearbeitung von Christoph Nubaumeder

    Urauffhrung

    Regie: Annette KuBhne und Kostme: Sigi ColpeMusik: Ren Dohmen

    Premiere: 7. November 2013Ab 12 Jahren

    Bhne

    10

    Anna Maria Jokl schrieb ihren Kinderroman fr fast alle Leute 1937. Da war sie selbst 26 Jahre alt. Fast wre das Manuskript auf der Flucht der jdischen Auto-rin aus Nazi-Deutschland verloren gegangen.

    Die Autorin beschreibt nur indirekt das Dritte Reich: Die Perlmutterfarbe erzhlt von zwei siebten Klassen, der A und der B. Innerhalb weniger Wochen geraten die Schler in einen Strudel von Mobbing und Erpressun-gen, Schuldzuweisungen und Fanatisierung. Dabei ging es doch am Anfang nur um eine verschwundene Farbe aus einem Tuschkasten und um ein Buch, dass der Alexander aus der A dem Karli aus der B entwendet hatte. Dass der neue Mitschler von Alexander, der lange Gruber, behauptet, dass die A sowieso besser sei als die B, kommt dem Alexander da sehr gelegen, auch wenn er tief im Inneren wei, dass das nicht richtig ist und der Gruber nur eine Gelegenheit sucht, sich wichtig zu machen. Aber irgendwie verpasst Alexander immer die Gelegenheit, die Dinge richtig zu stellen. Es macht es ja auch verfhrerisch leicht, ber die eige-nen Fehler und Schwchen hinwegzusehen, wenn es jemanden gibt, dem man die Schuld zuweisen kann. Und so kommt es, dass Alexander sich pltzlich auf der Seite des langen Gruber im Kampf gegen seine Freunde Maulwurf, Lotte und Heihei befindet, die sich mutig gegen die Meinung der Mehrheit stellen, um der Wahr-heit Gerechtigkeit zu verschaffen.

    Die Theaterregisseurin Annette Ku bringt Die