Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia

  • Published on
    04-Apr-2018

  • View
    217

  • Download
    0

Embed Size (px)

Transcript

<ul><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 1/233</p><p>Romeo und JuliaShakespeare, William, 1564-1616</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 2/233</p><p>: 70 , .</p><p>This work is available for countries where copyrightis Life +70, including the EU.</p><p>Cette oeuvre est disponible pour les pays o le droit</p><p>dauteur est de 70 ans aprs mort de lauteur.</p><p>: . ,</p><p> . . ,.</p><p>This book is strictly for personal use; do not usethis file for commercial purposes.</p><p>Copyright laws are changing all over the world. Besure to check the copyright laws for your country</p><p>before distributing this or any other file.</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 3/233</p><p>Thanks are given to Delphine Lettau forfinding a huge collection of ancientGerman books in London.</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 4/233</p><p>This Etext is in German.</p><p>We are releasing two versions of this</p><p>Etext, one in 7-bit format, known as PlainVanilla ASCII, which can be sent via plainemail-- and one in 8-bit format, whichincludes higher order characters-- whichrequires a binary transfer, or sent as emailattachment and may require morespecialized programs to display theaccents. This is the 8-bit version.</p><p>This book content was graciouslycontributed by the Gutenberg Projekt-DE.That project is reachable at the web sitehttp://gutenberg2000.de.</p><p>Dieses Buch wurde uns freundlicherweisevom "Gutenberg Projekt-DE" zurVerfgung gestellt. Das Projekt ist unter</p><p>der Internet-Adressehttp://gutenberg2000.de erreichbar.</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 5/233</p><p>Romeo und Julia</p><p>William Shakespeare</p><p>bersetzt von August Wilhelm vonSchlegel</p><p>PERSONEN</p><p>ESCALUS, Prinz von Verona</p><p>[GRAF] PARIS, ein junger Edelmann,Verwandter des Prinzen</p><p>MONTAGUE und CAPULET } Hupter</p><p>zweier Huser, welche in Zwistmiteinander sind</p><p>[Ein andrer CAPULET, des Vorigen</p><p>Verwandter] Ein alter Mann, ein Onkel vonCapulet</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 6/233</p><p>ROMEO, Montagues Sohn</p><p>MERCUTIO, Verwandter des Prinzen undRomeos Freund</p><p>BENVOLIO, Montagues Neffe und RomeosFreund</p><p>TYBALT, Neffe der Grfin Capulet</p><p>Bruder LORENZO, ein Franziskaner</p><p>Bruder MARKUS, von demselben Orden</p><p>ABRAHAM, Diener im Hause Montague</p><p>BALTHASAR, Romeos Diener</p><p>[SIMSON, GREGORIO, PETER und andere</p><p>DIENER im Hause Capulet]</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 7/233</p><p>SIMSON, Diener des Capulet</p><p>GREGORIO, Diener des Capulet</p><p>PETER, Diener von Julias Amme</p><p>Drei MUSIKANTEN</p><p>Ein PAGE des Paris; ein weiterer Page</p><p>Ein APOTHEKER</p><p>CHORUS</p><p>Ein Offizier</p><p>Grfin MONTAGUE, Ehefrau desMontague</p><p>Grfin CAPULET, Ehefrau des Capulet</p><p>JULIA, Capulets Tochter</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 8/233</p><p>[WRTERIN, frher] Juliens Amme</p><p>Brger von Verona. VerschiedeneMnner und Frauen, Verwandte beiderHuser.</p><p>Masken, Garde, Wchter, Gefolge</p><p>Die Szene ist den grten Teil des Stckshindurch in Verona; zu Anfange des</p><p>fnften Aktes in Mantua</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 9/233</p><p>PROLOG</p><p>(Der Chorus tritt auf.)</p><p>CHORUS Zwei Huser waren--gleich anWrdigkeit-- Hier in Verona, wo dieHandlung steckt, Durch alten Groll zuneuem Kampf bereit, Wo Brgerblut dieBrgerhand befleckt. Aus dieser Feindeunheilvollem Scho Das Leben zweierLiebender entsprang, Die durch ihr</p><p>unglckselges Ende blo Im Todbegraben elterlichen Zank. Der Hergangihrer todgeweihten Lieb Und der Verlaufder elterlichen Wut, Die nur der Kinder</p><p>Tod von dannen trieb, Ist nun zweiStunden lang der Bhne Gut; Was drannoch fehlt, hrt mit geduldgem Ohr, Bringthoffentlich nun unsre Mh hervor.</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 10/233</p><p>ERSTER AKT</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 11/233</p><p>ERSTE SZENE</p><p>(Ein ffentlicher Platz)</p><p>(Simson und Gregorio, [zwei BedienteCapulets,] treten bewaffnet mit Schwerternund Schilden auf.)</p><p>SIMSON Auf mein Wort, Gregorio, wirwollen nichts in die Tasche stecken.</p><p>GREGORIO Freilich nicht, sonst wrenwir Taschenspieler.</p><p>SIMSON Ich meine, ich werde den Koller</p><p>kriegen und vom Leder ziehn.</p><p>GREGORIO Ne, Freund, deinen ledernenKoller mut du bei Leibe nicht ausziehen.</p><p>SIMSON Ich schlage geschwind zu, wenn</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 12/233</p><p>ich aufgebracht bin.</p><p>GREGORIO Aber du wirst nicht</p><p>geschwind aufgebracht.</p><p>SIMSON Ein Hund aus Montagues Hausebringt mich schon auf.</p><p>GREGORIO Einen aufbringen heit: ihnvon der Stelle schaffen. Um tapfer zu sein,mu man standhalten. Wenn du dich alsoaufbringen lt, so lufst du davon.</p><p>SIMSON Ein Hund aus dem Hause bringtmich zum Standhalten. [Mit jedemBedienten und jedem Mdchen Montagues</p><p>will ich es aufnehmen.] Ich habe bei jedemBedienten und Mdchen der Montaguesden Vorrang und nehme also dieMauerseite ein, [so da ich nicht auf die</p><p>schmutzige Straenmitte treten mu.]</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 13/233</p><p>GREGORIO Daran sieht man, da du einschwacher Sklave bist; denn der</p><p>schwchste geht gegen die Mauer.</p><p>SIMSON Das ist wahr; und daher werdendie Weiber, da sie die schwcheren sind,immer gegen die Mauer gedrckt: folglichwerde ich Montagues Bediente von derMauer wegstoen und seine Mdchengegen die Mauer drcken.</p><p>GREGORIO Der Streit ist nur zwischenunseren Herrschaften und uns, ihrenBedienten. [Es mit den Mdchenaufnehmen? Pfui doch! Du solltest dich</p><p>lieber von ihnen aufnehmen lassen.]</p><p>SIMSON Einerlei! Ich will barbarisch zuWerke gehn. Hab ichs mit den Bedienten</p><p>erst ausgefochten, so will ich mir dieMdchen unterwerfen. [Sie sollen die</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 14/233</p><p>Spitze meines Degens fhlen, bis er stumpfwird.] Ich werde sie ihrer jungfrulichenHupter berauben.</p><p>GREGORIO Die Jungfrauen enthaupten?</p><p>SIMSON Jawohl, die Jungfrauenenthaupten oder ihnen die Jungfrulichkeitnehmen, nimm es in dem einen oderanderen Sinn, ganz wie du willt.</p><p>GREGORIO Sie werden es sinngem</p><p>aufnehmen mssen, die es zu sprenbekommen.</p><p>SIMSON Mich sollen sie zu spren</p><p>bekommen, solange ich noch standhaltenkann: und es ist bekannt, da ich einhbsches Stck Fleisches bin.</p><p>GREGORIO Nur gut, da du nicht Fischbist, sonst wrst du ein rmlicher</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 15/233</p><p>Drr-Hering.--Zieh nur gleich vom Leder:Da kommen zwei aus dem Hause derMontagues.</p><p>(Abraham und Balthasar treten auf.)</p><p>SIMSON Hier, meine Waffe ist blank.Fang nur Hndel an, ich will den Rckendecken.</p><p>GREGORIO Den Rcken? Willst duReiaus nehmen?</p><p>SIMSON Frchte nichts von mir!</p><p>GREGORIO Ne, wahrhaftig! Ich dich</p><p>frchten?</p><p>SIMSON La uns das Recht auf unsrerSeite behalten, la sie anfangen!</p><p>GREGORIO Ich will ihnen im Vorbeigehn</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 16/233</p><p>ein Gesicht ziehen, sie mgens nehmen,wie sie wollen.</p><p>SIMSON Wie sie wagen, lieber. Ich willihnen einen Esel bohren; wenn sie eseinstecken, so haben sie den Schimpf.</p><p>(Abraham und Balthasar treten auf.)</p><p>ABRAHAM Bohrt Ihr uns einen Esel, meinHerr?</p><p>SIMSON Ich bohre einen Esel, mein Herr.</p><p>ABRAHAM Bohrt Ihr uns einen Esel, meinHerr?</p><p>SIMSON Ist das Recht auf unsrer Seite,wenn ich ja sage?</p><p>GREGORIO Nein.</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 17/233</p><p>SIMSON Nein, mein Herr! Ich bohre Euchkeinen Esel, mein Herr. Aber ich bohreeinen Esel, mein Herr.</p><p>GREGORIO Sucht Ihr Hndel, mein Herr?</p><p>ABRAHAM Hndel, Herr? Nein, meinHerr.</p><p>SIMSON Wenn Ihr sonst Hndel sucht,mein Herr: ich steh zu Diensten. Ichbediene einen ebenso guten Herrn wie</p><p>Ihr.</p><p>ABRAHAM Keinen bessern.</p><p>SIMSON Sehr wohl, mein Herr!</p><p>(Benvolio tritt auf.)</p><p>GREGORIO Sag: einen bessern; hierkommt ein Vetter meiner Herrschaft.</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 18/233</p><p>SIMSON Ja doch, einen bessern, meinHerr.</p><p>ABRAHAM Ihr lgt!</p><p>SIMSON Zieht, falls ihr Kerls seid! Frisch,Gregorio! denk mir an deinenSchwadronierhieb.</p><p>(Sie fechten. Benvolio tritt auf.)</p><p>BENVOLIO Ihr Narren, fort! Steckt eureSchwerter ein; Ihr wit nicht, was ihr tut.</p><p>(Er schlgt ihre Schwerter nieder. Tybalt</p><p>tritt auf.)</p><p>TYBALT Was? Ziehst du unter denverzagten Knechten? Hieher, Benvolio!</p><p>Biet die Stirn dem Tode!</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 19/233</p><p>BENVOLIO Ich stifte Frieden, steck deinSchwert nur ein! Wo nicht, so fhr es, diesehier zu trennen!</p><p>TYBALT Was? Ziehn und Friede rufen?Wie die Hlle Ha ich das Wort, wie alleMontagues Und dich! Wehr dich, duMemme!</p><p>(Sie fechten. Verschiedene Anhngerbeider Huser kommen und mischen sichin den Streit; dann Brger mit Kntteln.)</p><p>ERSTER BRGER He! Spie' und Stangenher!--Schlagt auf sie los! Weg mit denCapulets!--Weg mit den Montagues!</p><p>(Capulet im Schlafrock und GrfinCapulet.)</p><p>CAPULET Was fr ein Lrm?--Holla, meinlanges Schwert!</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 20/233</p><p>GRFIN CAPULET Nein, Krcken,Krcken! Wozu soll ein Schwert!</p><p>CAPULET Mein Schwert, sag ich! Der alteMontague Kommt dort und schwingt dieKlinge mir zum Hohn.</p><p>(Montague und Grfin Montague.)</p><p>MONTAGUE Du Schurke Capulet!--</p><p>MONTAGUE Schon manchen Morgenward er dort gesehn, Wie er den frischenTau durch Trnen mehrte Und, tieferseufzend, Wolk an Wolke drngte.</p><p>Allein sobald im fernsten Ost die Sonne,Die allerfreunde, von Auroras Bett DenSchattenvorhang wegzuziehn beginnt,Stiehlt vor dem Licht mein finstrer Sohn</p><p>sich heim Und sperrt sich einsam in seinKmmerlein, Verschliet dem schnen</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 21/233</p><p>Tageslicht die Fenster Und schaffetknstlich Nacht um sich herum. Inschwarzes Migeschick wird er sich</p><p>trumen, Wei guter Rat den Grund nichtwegzurumen.</p><p>BENVOLIO Mein edler Oheim, wisset Ihrden Grund?</p><p>MONTAGUE Ich wei ihn nicht und kannihn nicht erforschen.</p><p>BENVOLIO Lagt Ihr ihm jemals schondeswegen an?</p><p>MONTAGUE Ich selbst sowohl als</p><p>mancher andre Freund. Doch er, dereignen Neigungen Vertrauter, Ist gegensich, wie treu, will ich nicht sagen, Doch sogeheim und in sich selbst gekehrt, So</p><p>unergrndlich forschendem Bemhn Wieeine Knospe, die ein Wurm zernagt, Eh sie</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 22/233</p><p>der Luft ihr zartes Laub entfalten Und ihrenReiz der Sonne weihen kann. Erfhren wir,woher sein Leid entsteht, Wir heilten es so</p><p>gern, als wirs erspht.</p><p>(Romeo erscheint in einiger Entfernung.)</p><p>BENVOLIO Da kommt er, seht! Geruht,uns zu verlassen; Galt ich ihm je was, willich schon ihn fassen.</p><p>MONTAGUE O beichtet' er fr dein</p><p>Verweilen dir Die Wahrheit doch!--Kommt,Grfin, gehen wir!</p><p>(Montague und Grfin Montague gehen</p><p>ab. Romeo tritt auf.)</p><p>BENVOLIO Ha, guten Morgen, Vetter!</p><p>ROMEO Erst so weit?</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 23/233</p><p>BENVOLIO Kaum schlug es neun.</p><p>ROMEO Weh mir. Gram dehnt die Zeit.</p><p>War das mein Vater, der so eilig ging?</p><p>BENVOLIO Er wars. Und welcher Gramdehnt Euch die Stunden?</p><p>ROMEO Da ich entbehren mu, was sieverkrzt.</p><p>BENVOLIO Entbehrt Ihr Liebe?</p><p>ROMEO Nein.</p><p>BENVOLIO So ward sie Euch zuteil?</p><p>ROMEO Nein, Lieb entbehr ich, wo ichlieben mu.</p><p>BENVOLIO Ach, da der Liebesgott, somild im Scheine, So grausam in der Prob</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 24/233</p><p>erfunden wird!</p><p>ROMEO Ach, da der Liebesgott, trotz</p><p>seinen Binden, Zu seinem Ziel stets Pfadewei zu finden! Wo speisen wir?--Ach,welch ein Streit war hier? Doch sagt mirsnicht, ich hrt es alles schon: Ha gibt hierviel zu schaffen, Liebe mehr. Nun denn:Liebreicher Ha! Streitschtge Liebe! DuAlles, aus dem Nichts zuerst erschaffen!Schwermtger Leichtsinn! ErnsteTndelei! Entstelltes Chaos glnzender</p><p>Gestalten! Bleischwinge! Lichter Rauchund kalte Glut! Stets wacher Schlaf, deineignes Widerspiel! So fhl ich Lieb undhasse, was ich fhl! Du lachst nicht?</p><p>BENVOLIO Nein, das Weinen ist mirnher.</p><p>ROMEO Warum, mein Herz?</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 25/233</p><p>BENVOLIO Um deines Herzens Qual.</p><p>ROMEO Das ist der Liebe Unbill nun</p><p>einmal. Schon eignes Leid will mir dieBrust zerpressen, Dein Gram um mich wirdvoll das Ma mir messen. DieFreundschaft, die du zeigst, mehrt meinenSchmerz; Denn, wie sich selbst, so qultauch dich mein Herz. Lieb ist ein Rauch,den Seufzerdmpf erzeugten, Geschrt,ein Feur, von dem die Augen leuchten,Geqult, ein Meer, von Trnen</p><p>angeschwellt; Was ist sie sonst?Verstndge Raserei Und ekle Gall undse Spezerei. Lebt wohl, mein Freund!</p><p>(Im Gehen.)</p><p>BENVOLIO Sacht! Ich will mit Euchgehen; Ihr tut mir Unglimpf, lat Ihr so</p><p>mich stehen.</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 26/233</p><p>ROMEO Ach, ich verlor mich selbst; ichbin nicht Romeo. Der ist nicht hier: erist--ich wei nicht, wo.</p><p>BENVOLIO Entdeckt mir ohne Mutwill,wen Ihr liebt.</p><p>ROMEO Bin ich nicht ohne Mut und ohneWillen?</p><p>BENVOLIO Nein, sagt mirs ernsthaftdoch!</p><p>ROMEO Bitt einen ernsthaft um seinTestament, Den Kranken qults, wenn mandas Wort ihm nennt! Hrt, Vetter, denn im</p><p>Ernst: Ich lieb ein Weib.</p><p>BENVOLIO Ich trafs doch gut, da ichverliebt Euch glaubte.</p><p>ROMEO Ein wackrer Schtz!--Und die ich</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 27/233</p><p>lieb, ist schn.</p><p>BENVOLIO Ein glnzend Ziel kann man</p><p>am ersten treffen.</p><p>ROMEO Dies Treffen traf dir fehl, meinguter Schtz; Sie weicht dem Pfeil aus, siehat Dianens Witz Umsonst hat ihren Panzerkeuscher Sitten Der Liebe kindischesGescho bestritten. Sie wehrt den Sturmder Liebesbitten ab, Steht nicht demAngriff kecker Augen, ffnet Nicht ihren</p><p>Scho dem Gold, das Heilge lockt. O sieist reich an Schnheit; arm allein, Weil,wenn sie stirbt, ihr Reichtum hin wird sein.</p><p>BENVOLIO Beschwor sie derEnthaltsamkeit Gesetze?</p><p>ROMEO Sie tats, und dieser Geiz</p><p>vergeudet Schtze. Denn Schnheit, dieder Lust sich streng enthlt, Bringt um ihr</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 28/233</p><p>Erb die ungeborne Welt. Sie ist zu schnund weis', um Heil zu erben, Weil sie, mitWeisheit schn, mich zwingt zu sterben.</p><p>Sie schwor zu lieben ab, und dies GelbdIst Tod fr den, der lebt, nur weil er liebt.</p><p>BENVOLIO Folg meinem Rat, vergi ansie zu denken!</p><p>ROMEO So lehre mich, das Denken zuvergessen.</p><p>BENVOLIO Gib deinen Augen Freiheit,lenke sie Auf andre Reize hin.</p><p>ROMEO Das ist der Weg, Mir ihren Reiz</p><p>in vollem Licht zu zeigen. Die Schwrzejener neidenswerten Larven, Die schnerFrauen Stirne kssen, bringt Uns in denSinn, da sie das Schne bergen. Der,</p><p>welchen Blindheit schlug, kann nie dasKleinod Des eingebten Augenlichts</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 29/233</p><p>vergessen. Zeigt mir ein Weib,unbertroffen schn: Mir gilt ihr Reiz wieeine Weisung nur, Worin ich lese, wer sie</p><p>bertrifft. Leb wohl! Vergessen lehrest dumich nie.</p><p>BENVOLIO Dein Schuldner sterb ich,glckt mir nicht die Mh.</p><p>(Beide ab.)</p></li><li><p>7/29/2019 Shakespeare William 1564 1616 Romeo Und Julia</p><p> 30/233</p><p>ZWEITE SZENE</p><p>(Eine Strae)</p><p>(Capulet, Paris und ein Diener kommen.)</p><p>CAPULET Und Montague ist mitderselben Bue Wie ich bedroht? FrGreise, wie wir sind, Ist Frieden halten,denk ich, nicht so schwer.</p><p>PARIS Ihr geltet beid als ehrenwerteMnner, Und Jammer ists um Euren langenZwiespalt. Doch, edler Graf, wie dnktEuch mein Gesuch?</p><p>CAPULET Es dnkt mich so, wie ichvorhin gesagt. Mein Kind ist noch einFremdling in der Welt, Sie hat kaum</p><p>vierzehn Jahre wechseln sehn. Lat nochzwei Sommer prangen und verschwi...</p></li></ul>

Recommended

View more >