Rosie Banks Drei Freundinnen im Wunderland ... Wunderland jedenfalls¢«, meinte Juli. ¢»Es hei£t wohl,

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Text of Rosie Banks Drei Freundinnen im Wunderland ... Wunderland jedenfalls¢«, meinte Juli....

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    Rosie Banks Drei Freundinnen im Wunderland Der magische Honigberg

    Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung von Text und Bildern, auch auszugsweise, ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlags urheberrechtswidrig und strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfäl- tigung, Übersetzung oder die Verwendung in elektronischen Systemen. © S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

  • Inhalt

    Eine besondere Einladung 7

    Der Frühlingsball 22

    Böser Zauber 33

    Wo ist Clara Columbus? 51

    Hoch hinaus! 60

    Unter den Blubberbienen 73

    Problem gelöst! 95

  • 7

    Eine besondere Einladung

    »Komm schon, Juli!«, drängte Jasmin Schmitt. »Mia wundert sich bestimmt schon, wo wir bleiben.«

    »Gleich!« Juli Sommer kauerte auf dem Boden, ihre blonden Zöpfe fielen ihr über die Schultern, als sie einen winzigen roten Marienkäfer vom Gehsteigpflaster auf ihre Hand lockte. Vorsichtig setzte sie ihn auf eine nahe Mauer. »Da ist er in Sicherheit«, erklärte sie Jasmin. »Ich konnte ihn doch nicht dort auf dem Boden lassen. Jemand hätte auf ihn treten können.«

  • 8

    Jasmin lächelte. Juli liebte alle Tiere, selbst Insekten wie Marienkäfer. »Du musst später mal in so einer Tiershow im Fernsehen mitmachen, wo sie in einem Zoo oder in einer Tierklinik filmen.«

    Juli sah sie entsetzt an. »Bloß nicht. Es würde mir überhaupt nicht gefallen, im Fernsehen zu sein.«

    »Mir schon«, sagte Jasmin. Sie streckte die Arme aus und wirbelte herum, so dass ihr langes dunkles Haar bei der Drehung um ihre Schultern flog. »Stell dir mal vor, du wärst eine Schauspielerin oder, noch besser, ein Popstar!«

    Juli schüttelte mit einem Schmunzeln den Kopf. Sie selbst, Jasmin und ihre andere beste Freundin, Mia Macdonald, sie waren alle drei ganz unterschiedlich. Vielleicht war das der Grund, warum sie sich so gut verstanden – das, und natürlich die Tatsache, dass sie ein ganz besonderes magisches Geheimnis teilten. Juli spürte,

  • 9

    wie sie sofort von einer kribbelnden Aufregung gepackt wurde, wenn sie an das wertvolle Kästchen in ihrer Tasche dachte.

    »Komm schon, du Schnecke!«, zog Jasmin sie auf und fügte hinzu: »Wer schneller bei Mia ist!«

    »Da seid ihr ja!«, rief Mia, die bereits die Tür aufriss, während Jasmin und Juli völlig außer Atem die Einfahrt hochrannten. Die drei Mädchen umarmten sich. Mia war zwei Wochen im Urlaub gewesen. Ihre normalerweise blasse Haut war mit Sommersprossen übersät, und ihre roten Locken waren heller als sonst. »Kommt rein!«, sagte sie und zog Jasmin und Juli ins Haus.

    »Hallo, ihr Mädchen!«, rief Frau Macdonald aus der Küche.

    Jasmin und Juli grüßten zurück. »Wir gehen nach oben, Mama«, sagte

    Mia. Die drei liefen die Treppe zu Mias

  • 10

    Zimmer hinauf. Jasmin betrachtete die von Mia gemalten Bilder an den lila Wänden. Es kam ihr vor, als sei es schon Jahre her, seit sie das letzte Mal hier gewesen waren – zwei Wochen waren eine lange Zeit, wenn man von einer besten Freundin getrennt war.

    »Ta-daaa!«, rief Mia, nahm zwei kleine Geschenke von ihrem Schreibtisch und hielt sie Jasmin und Juli hin. Sie waren in Papier eingewickelt, das sie selbst bemalt hatte. Auf Julis Einwickelpapier hatte sie Hasen gemalt und Musiknoten auf das von Jasmin.

    »Die sind für euch. Habe ich euch aus Spanien mitgebracht.«

    »Oh, danke!«, sagten Jasmin und Juli und wickelten die Mitbringsel sofort aus. Jasmin bekam eine kleine Figur einer dunkelhaarigen Flamencotänzerin in einem roten Seidenkleid. Für Juli hatte Mia einen Spielzeugesel ausgesucht,

  • 11

    mit langen Ohren und einem niedlichen Gesicht.

    »Danke, Mia!« Jasmin lachte ihre Freundin an. »Die Tänzerin ist so schön!«

    »Und mein Esel ist total süß«, sagte Juli und streichelte seinen Fellkopf.

    Mia strahlte. »Freut mich, dass euch meine Geschenke gefallen.« Sie senkte die Stimme. »Also, was war hier los, während ich weg war? Ihr seid doch nicht ohne mich ihr-wisst-schon-wohin gegangen, oder?«, fragte sie besorgt.

  • 12

    »Nein!« Jasmin lächelte sie beruhigend an. »Es gab keine Nachricht im Du-weißt- schon-was.«

    »Du meinst dieses Du-weißt- schon-was?«, fragte Juli und zog ein Holzkästchen aus ihrer Tasche.

    »Das Zauberkästchen!«, seufzte Mia. Juli stellte es vorsichtig auf den Teppich.

    Meerjungfrauen, Einhörner und andere wunderschöne Zauberwesen waren in seine Seiten geschnitzt, und in der Mitte des Deckels befand sich ein Spiegel, der von sechs grünen Schmucksteinen einge- fasst war.

    Das Zauberkästchen kam von einem magischen Ort namens Wunderland. König Frohgemut, der dort herrschte, hatte es gemacht, als er Hilfe bei der Rettung seines Königreichs gesucht hatte. Nachdem er anstelle seiner Schwester Malfiesa von den Untertanen als Herrscher gewählt worden war, hatte

  • 13

    die bösartige Schwester sechs grässliche Donnerkeile im Wunderland versteckt. Diese Donnerkeile sollten Unruhe stiften und allen den Spaß verderben. Das Zauberkästchen war in die Menschenwelt gereist und hatte die einzigen Menschen gefunden, die Malfiesas böse Zauber- sprüche brechen konnten: Juli, Jasmin und Mia.

    Mit Hilfe von Elfi, der persönlichen Elfen-Assistentin des Königs, und vielen magischen Freunden aus dem Wunderland hatten die Mädchen alle sechs Donner- keile von Malfiesa gefunden und ihren bösen Zauber gebrochen. So hatten sie dem geheimen Wunderland wieder zu Frieden und Glück verholfen. Malfiesa hatte allerdings geschworen, einen anderen Weg zu finden, um Herrscherin über das Wunderland zu werden, doch bis jetzt hatte es keine weiteren Vorfälle mehr gegeben.

  • 14

    »Es ist ja ewig her, dass wir eine Nachricht im Zauberkästchen bekommen haben«, stellte Jasmin fest. »Seit Monaten ist nichts mehr passiert.«

    »Das ist wahrscheinlich gut … für das Wunderland jedenfalls«, meinte Juli. »Es heißt wohl, dass dort alles in Ordnung ist.«

    Jasmin seufzte. »Ich möchte ja gar nicht, dass dort irgendetwas Schlimmes passiert, ich möchte einfach nur gern mal wieder dorthin.«

    »Oder wenigstens ins Zauberkästchen hineinsehen«, warf Mia ein. »Wenn wir alle unsere tollen Geschenke anschauen könnten, dann wäre es nicht so, als hätten wir alles nur geträumt.«

    In dem Kästchen gab es sechs kleine Fächer, und in jedem befand sich ein magischer Gegenstand, den die Mädchen bei einem ihrer Abenteuer bekommen hatten: eine Landkarte vom Wunderland,

  • 15

    das winzige silberne Horn eines Einhorns, durch das man mit Tieren sprechen konnte, ein Kristall, um das Wetter zu ändern, ein Stundenglas aus Eis, das die Zeit einfrieren konnte, eine Perle, die unsichtbar machte, und ein winziger Beutel Glitzerstaub mit so viel Magie, dass jede der drei Freundinnen einen Wunsch frei hatte. Ach, wie schön es wäre, wenn man die Sachen herausnehmen und ansehen könnte, aber das Kästchen öffnete sich nur, wenn diese Dinge gebraucht wurden.

    Mia betrachtete sich im Spiegel des Kästchens und seufzte. »Ich vermisse König Frohgemut und Elfi wirklich …«

    »Die Einhörner würde ich auch gern mal wiedersehen«, sagte Juli.

    »Und all die Meerjungfrauen, Wichtel und Elfen«, fügte Jasmin hinzu.

    Mia schauderte unwillkürlich bei ihrem nächsten Gedanken. »Aber nicht Malfiesa.

  • Die möchte ich ganz bestimmt nicht sehen.«

    »Wisst ihr noch, wie sie versucht hat, die Wolkeninsel zu zerstören?«, fragte Jasmin.

    Juli nickte. »Und wie sie die Goldenen Spiele der Einhörner zu verhindern versuchte und …« Sie brach mit einem kleinen Aufschrei ab, als der Spiegel im Deckel des Zauberkästchens zu schimmern begann. »Seht doch! Das Kästchen!«