Römisch-katholisches Pfarrblatt Region Olten 17/2012

  • View
    223

  • Download
    0

Embed Size (px)

DESCRIPTION

Römisch-katholisches Pfarrblatt Region Olten 17/2012

Text of Römisch-katholisches Pfarrblatt Region Olten 17/2012

  • KIRCHEheuteEin aufwendig gesticktes Taufkleid erhhte das Prestige Sonderausstellung im Spielzeug Welten Museum Basel zur Taufe und zu damit verbundenen Geschenken

    50 Objekte aus drei Jahrhunderten vermitteln ab 21. April im Spielzeug Welten Museum Basel ein vielfltiges Bild von Tauffeiern in zumeist wohlhabenden Familien in ganz Europa. Neben Taufkleidern sind Geschenke wie silberne Rasseln oder Silberbesteck und viele Originalfotos von Tauffeiern zu sehen.

    Sie whle fr ihre Ausstellung gerne Themen, die allen Menschen bekannt seien, ohne dass diese aber alles darber wssten, erklrt Lau-ra Sinanovitch, die Leiterin des Museums, gegenber Kirche heute. So wrden ja viele das Weiss des Taufkleids als Farbe der Un-schuld deuten, aber das sei natrlich falsch. Aus den Texten zu den Ausstellungsstcken werden die Besucher erfahren, dass ein Mensch mit der Taufe gleichsam Christus an-zieht. So jedenfalls schrieb Paulus im Brief an die Galater. Und darauf bezieht sich der Brauch eines weissen Taufkleids bei der Tau-fe. Und vielleicht auch auf das 7. Kapitel der Offenbarung, wo jene, die am Ende vor Got-tes Thron stehen, weisse Gewnder tragen. Die Ausstellung zeigt auch Taufkleider, die auch Erwachsenen zu lang wren. Die Fuss-stapfen Christi sind jedem Menschen ein bisschen zu gross

    Eine Ausstellung knne zeigen, dass nicht immer alles so war, wie es sich heute prsen-tiert, meint Sinanovitch. Wer weiss, dass einst die Erwachsenentaufe der Normalfall war, msse nicht beunruhigt sein, wenn Eltern mit der Taufe ihrer Kinder zuwarten wollen. Eine Ausstellung drfe allerdings auch nicht zu wissenschaftlich sein. Sie biete nur kurze Informationen, knne aber dazu anregen, sich in das Thema zu vertiefen.

    In der Ausstellung Taufe und vieles mehr sind Exponate von 1680 bis etwa 1960 zu se-hen. Die Taufkleider aus aufwendigen St. Gal-ler oder Brsseler Spitzen wurden fr die Ausstellung sogenannten Reborn-Puppen angezogen. Man meint, ein schlafendes oder lachendes Baby vor sich zu sehen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch handkolo-rierte Taufbriefe, in denen der Pate oder die Patin ihre guten Wnsche formulierten, die den Tufling dann ein Leben lang begleiteten, aber auch silberne Babyrasseln, Silberbesteck fr die ersten Lebensjahre oder Silberbecher als Begleiter fr das ganze Leben.

    Die Taufe war frher, das zeigen die ausge-stellten Taufgeschenke, zumindest gesell-schaftlich wichtiger als sie heute ist. Sie wa-

    ren ein Anlass, der das Prestige einer Familie erhhen konnte. Viele Exponate stammen aus England, wo es eine besonders starke Tra-dition des Aufbewahrens von Familienst-cken gibt, und wo es in den letzten Jahrhun-derten wenig kriegerische Zerstrungen gab, erklrt Sinanovitch. Aus der Schweiz sind viele Fotografien zu sehen. Dabei knne man erkennen, wie sich die Inszenierung im Ver-laufe der Zeit gendert habe. Im Gegensatz zu heute war das Posieren vor der Kamera fr-her eine ernste Sache. Alois Schuler

    Taufe und vieles mehr Spielzeug Welten Museum Basel, 21. April bis 7. Oktober 2012, tglich 10 bis 1 Uhr.

    Ein Reborn-Baby in einem Taufkleid aus dem Jahr 115 mit Stickereien aus Seide und Tll.

    Alo

    is S

    chu

    ler

    rmISCH -KATHoL I SCHES p FArrbLATT rEg IoN oLTEN 21.bis27.April2012

    A Z A 4 6 0 0 O l t e n

    17/2012

    www.kirche-heute.ch

    bambiundbestie 2WasistTheologie? 2Impuls:derprophetbileamundseinesehendeEselin 3diakonietaginbiel 4

    Ausdenpfarreien 518pastoraltheologeLeoKarrerist75:AnwaltderNichtordinierten 19Kurse/begegnungen/Fernseh-undradioprogramm 20

  • 2

    Bambi und Bestie

    Gott schuf den Menschen und die Tiere des Landes am 6. Tag, so erzhlt es die Genesis.

    Als die Schpfungsgeschichte der Bibel entstand, fehlte den Menschen das Wissen ber ihre Vergangenheit als Affen, die den Schritt vom Wald in die Savanne hinaus wagten. Heute wissen wir vieles, aber die Frage, wie die aller

    ersten Menschen die Welt und ihren Platz darin sahen, empfanden, wird die Forschung wohl nie beantworten knnen. War es ihnen in irgendeiner Weise bewusst, dass sie die ersten ihrer Art waren? Gehrte zu ihrer Identitt auch die berzeugung, sich von den Tieren zu unterscheiden? Wie gingen sie mit Tieren um? Waren Tiere schon damals mehr als einfach nur Nahrung?

    Als der Mensch vor rund 9000 Jahren begann, Tiere durch Zchtung fr seine Bedrfnisse zu formen, lag diese Anfangszeit schon weit, weit zurck. Die Menschen hatten sich von Afrika aus auf den Weg gemacht, sich auf der Welt auszubreiten. Schon als Jger und Sammler hinterliessen sie dabei deutliche Spuren, und nicht alle sind so schn wie die Felsmalereien, die uns einen kleinen Einblick in das Leben vor Zigtausend Jahren geben. Dass Afrika als einziger Kontinent grosse Tiere beherbergt, ist kein Zufall. Auf allen anderen Kontinenten ist die Megafauna verschwunden, ungefhr in jenem Zeitraum, in dem der Mensch auftauchte. Afrika ist die Ausnahme, weil hier die Tiere eine Chance hatten, auf den sich entwickelnden Menschen zu reagieren und sich anzupassen.

    Tiere, die der Mensch als Nutztiere fr seine Zwecke einsetzt, spielen eine entscheidende Rolle fr den Verlauf der Weltgeschichte. Die Verfgbarkeit von Tieren, die sich fr die Domestikation eignen, bedeutete einen riesigen Vorteil, nicht zuletzt in militrischer Hinsicht, wie das Beispiel des Streitwagens, der Kombination von Rad und Pferd, zeigt.

    Tiere nehmen in unserem Leben nach wie vor einen wichtigen Platz ein, gleichzeitig werden ihre natrlichen Lebensrume immer kleiner. Tiere mssen fr vieles herhalten, sie dienen (mehr denn je) als Nahrung, aber auch als Unterhaltung, als Gefhrten. Solange sie hinter Gitter respektive Scheiben sind, ist der Bambi oder JFaktor selbst bei mchtigen Raubtieren gross. Luft das gleiche Tier frei herum, wird es zur Bestie oder mindestens zum Problemtier. Wobei ja das Problem nicht das Tier, sondern der Mensch ist.

    Regula Vogt-Kohler, Redaktorin

    WELT

    Karfreitag in KubaErstmals seit 50 Jahren wurde in Kuba Kar-freitag gefeiert. Nur etwa ein Dutzend Pfarrei-mitglieder und Touristen besuchten den Got-tesdienst in der Hauptstadtkathedrale, bei welchem der Kardinal von Havanna gepre-digt und zu Vergebung und Vershnung auf-gerufen hat. Der ffentliche Kreuzweg, wel-cher ebenfalls das erste Mal stattfand, zhlte 300 bis 500 Besucher. Ob der Feiertag in Ku-ba endgltig eingefhrt wird, will der Minis-terrat in Havanna erst spter entscheiden.

    Koranverteilung strt ReligionsfriedenHessens Minister fr Justiz und Integration warnt die Salafisten, welche Koran-Exempla-re in Deutschland verteilen, davor, das Grund-recht auf Religionsfreiheit zu missbrauchen. Grundstzlich sei die Verteilung der Koran-Exemplare nicht zwingend problematisch, doch jegliche Form von Gewalt oder der Auf-ruf dazu seien von der Religionsfreiheit nicht gedeckt und wrden strafrechtliche Konse-quenzen nach sich ziehen. Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz fr den Di-alog mit den Muslimen sagte, dass zwar jeder Mensch seinen Glauben bekennen drfe, doch dass durch die extreme Konfrontation mit dem Koran ngste in der ffentlichkeit entstehen knnten.

    VAT IKAN

    Aufruf zu Dialog und VershnungPapst Benedikt XVI. forderte in seiner Oster-botschaft das unverzgliche Ende des Blut-vergiessens in Syrien. Das Land msse den Weg der Achtung, des Dialogs und der Ver-shnung einschlagen. Weiter mahnte er zur Achtung der Menschenrechte im gesamten Nahen Osten und rief Palstinenser und Isra-elis zur Wiederaufnahme von Friedensge-sprchen auf. Zudem verurteilte der Papst in der Osterbotschaft die Terroranschlge in Nigeria und erinnerte an den Hunger und die Gewalt am Horn von Afrika. Der Osterbot-schaft und dem Urbi-et-orbi-Segen auf dem Petersplatz wohnten 100 000 Menschen bei.

    Die Bedeutung der AuferstehungDer Papst mahnte am Ostermontag, den reli-gisen Charakter des Feiertages nicht zu ver-gessen. Obwohl die Auferstehung in den Evangelien nicht geschildert sei, sei sie nicht weniger wirklich. Die Auferstehung sei ein Geheimnis, welches ber den menschlichen Verstand hinaus gehe. Zwei Tage spter nahm der Papst diese Worte whrend der Gene-ralaudienz auf dem Petersplatz abermals auf und sagte, dass die Auferstehung kein blosses Ereignis der Vergangenheit darstelle, sondern dass das Ostergeheimnis die heutigen Men-schen ebenso verwandeln knne, wie einst die Jnger Jesu.

    SCHWE I Z

    Zunahme an KatholikenDas Schweizerische Pastoralsoziologische Ins titut in St. Gallen teilte mit, dass die katho-lische Kirche in den Kantonen Zrich, Zug, Appenzell Innerrhoden, Waadt und Aargau trotz der zahlreichen Kirchenaustritte wach-se. Grund fr den Zuwachs sei zum einen die Zuwanderung von Menschen aus traditionell katholischen Gebieten wie Portugal und Sd-deutschland und zum anderen, dass katholi-sche Familien tendenziell grsser seien als reformierte. Im Kanton Basel-Stadt vermag die Zuwanderung die Verluste durch Kirchen-austritt, Wegzug und Tod nicht zu kompen-sieren. 1992 zhlte der Kanton 47 146 und 2012 nur noch 28 609 Katholiken.

    Nothilfe fr die SahelzoneDie Christoffel-Blindenmission (CBM) hat den Familien behinderter Menschen in der Sahelzone rund 60 000 Franken an Nothilfe zugesagt. Laut der christlichen Entwicklungs-organisation erhalten somit 400 Familien in Niger und Tschad Lebensmittel und Geld, um Futter fr ihr Vieh zu kaufen. Bereits im ver-gangenen Jahr hat die CBM Familien mit be-hinderten Angehrigen und besonders ar-men Familien Vieh geschenkt und Kleinkre-dite vergeben. Zustzlich werden die Men-schen mit Hilfe der CBM in Viehzucht und Tierheilkunde ausgebildet.

    Ed I Tor IAL IN KrZE

    WAS I S T

    Theologie?Das Wort Theologie bedeutet Rede oder Lehre von Gott. Es wird primr im christlichen Bereich verwendet und meint die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Quellen des Glaubens, mit der Glaubenspraxis sowie die systematisch