Navigare Necesse Est - .Kurs: Zukunft Zuerst brachten wir Licht aufs Schiff. Jetzt arbeiten wir mit

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    Menschen, Visionre, Pioniere 4 7Werner von Siemens, . . .

    Schifffahrt Motor fr Warenstrme 8 11Bedeutung der Schifffahrtfr den weltweiten Handel

    Siemens bringt Licht ins Dunkel 12 15Von der Glhlampe zur Bhnentechnik

    Ohne Verlngerungskabel: 16 21Schwimmende KraftwerkeEnergie erzeugen und verteilen

    Die antreibende Kraft 22 27Der Antrieb wird elektrisch

    Mit Sicherheit an Bord 28 33Die Schifffahrt wird sicherer

    Realistische Visionen 34 37Zu neuen Horizonten

    Timetable 38 39Meilensteine der Elektrotechnik auf Schiffen

    Fotos/Abbildungen:

    Astilleros Balenciaga/Spain;

    Blohm + Voss GmbH/Hamburg;

    Deutsches Museum/Mnchen;

    Deutsches Schifffahrtsmuseum (DSM), Bremerhaven;

    Elbe und Flut Archiv/Hamburg;

    FOTOFLITE/Norfolk;

    Fr. Lrssen Werft GmbH & Co KG/Bremen;

    Graphics@Design, B. Sadler/Hamburg;

    Hamburger Hafen- und Lagerhaus-AG/Hamburg;

    Hasenpusch-Photo/Hamburg;

    Howaldtswerke-Deutsche Werft AG/Kiel;

    Koerber Industriefoto/Dorsten;

    Kon-Tiki Museum/Oslo;

    Marine-Offizier-Vereinigung/Bonn;

    Meyer Werft/Papenburg;

    Michael Nitz/Wedel;

    P&O Cruises/Southampton;

    Piper Verlag GmbH/Mnchen;

    Scandlines Deutschland GmbH/Rostock;

    Schlsselburg/Cuxhaven;

    Siemens-Archiv/Mnchen;

    Teijo Niemela/Finland;

    Ullstein Bild/Berlin;

    www.worldshipsociety.org;

    Yacht Photo Service/Hamburg

  • Kurs: ZukunftZuerst brachten wir Licht aufs Schiff.Jetzt arbeiten wir mit aller Kraft am vollelektrischen Schiff.

    Erkunden, erobern, fischen, Handel treiben der Mensch wagtsich aus vielerlei Grnden aufs Wasser, seit Jahrtausenden.Seetchtige Kanus aus Baumstmmen gab es schon in vor-geschichtlicher Zeit. Phnizier, Rmer, Wikinger, Hansestaateneroberten Lnder und Mrkte auf dem Seeweg. Spanier,Hollnder, Englnder grndeten weltweite Imperien aufihre starken Flotten.

    Der Paddler im Einbaum hatte nichts als seine Muskelkraft.Galeeren, in denen Hunderte schufteten, markierten Hhepunktund Grenzen des Prinzips. Weiter fhrte die Idee, Windkraft zunutzen: vom simplen Tuch an einem Mast bis zur komplexenTakelage der schnellen Clipper.

    Es hat lange gedauert, ehe eine dritte Kraft an Bord kam: 1838wurde der Atlantik erstmals mit einem Dampfschiff bezwungen.Schon 1879 lieferte dann Siemens Beleuchtungsanlagen undfhrte Elektrizitt auf den Schiffen ein. Siemens-Gerte dientenbald auch der Navigation, Maschinensteuerung und Belftung,und als der Dieselantrieb seinen Siegeszug im Schiffbau begann,eroberte Siemens-Technik das gesamte brige Schiff: von derErzeugung und Verteilung elektrischer Energie ber den Antriebvon Winden und Rudern bis zum Hauptantrieb.

    Der Frachtverkehr auf den Meeren nimmt im Zeichen derglobalisierten Wirtschaft weiter zu. Auerdem sind moderneFhren gefragt, Kreuzfahrtschiffe, Marine-Einheiten. Dabeiwerden umweltfreundliche, elektrische Energieerzeugung Brennstoffzellen! und elektrischer Antrieb supraleitendeMotoren! eine wachsende Rolle spielen. Technologien, beidenen Siemens Schrittmacher ist.

    Mit dieser Broschre laden wir Sie ein zu einer maritimenZeitreise: durch 125 spannende Jahre Siemens Schiffbaubis heute und weiter in eine vielversprechende Zukunft.

    Willkommen an Bord.

  • Das Innere der Groen Maschinen-halle auf der InternationalenElektrotechnischen Ausstellung inFrankfurt am Main mit Blick auf denstarkstromtechnischen Ausstellungs-bereich von Siemens & Halske, 1891.

    Menschen, Visio

  • ionre, Pioniere

    Die rasante Entwicklung derTechnik ist untrennbar mitlegendren Namen verbun-den Namen von Mnnern,die Pioniere auf ihrem Gebietwaren, die eine Idee mitGenie und Feuereifer bis zurVerwirklichung entwickelten.Einer dieser Namen ist Sie-mens. Werner von Siemensvereinte Vision, technischenVerstand und kaufmnni-sches Geschick; kaum jemandhat die Nutzung der Elektrizi-tt so vorangetrieben wie er.

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    Zeigertelegraph: Der erste Schritt

    1847 grndete der 31-jhrige Werner vonSiemens mit dem Mechaniker JohannGeorg Halske in Berlin die TelegraphenBau-Anstalt. Ihr erstes Produkt war dervon Siemens verbesserte Zeigertelegraph.Im Grunde war damit der erste Schritt zumSchiffbau getan. Denn zum einen wrdeSiemens mit verwandter Technik wenigspter Kommunikation und Steuerung anBord der Schiffe dominieren. Zum anderenengagierte Siemens sich frh in der Pro-duktion und Verlegung von Telegraphen-kabeln. Und das war der unmittelbareAnlass, mit Siemens-Technik an Bord zugehen.

    Siemens macht Licht auf der Faraday

    1874 kaufte die englische Siemens-Niederlassung das Spezialschiff Faraday,um Transatlantik-Kabel zwischen Englandund Amerika zu verlegen. Damit die Arbeitauch bei Dunkelheit weitergehen konnte,installierte Siemens 1877 einen Generator

    und eine helle Bogenlampe aufder Faraday. Sie war damit daserste elektrifizierte Schiff derWelt. Von 1879 an folgtenzahlreiche weitere. Voraus-setzung war 1866 Werner vonSiemens Entdeckung deselektrodynamischen Prinzips.

    Damit machte er 1866 diepraktische Anwendung derElektrizitt erst mglich. Mitseiner Dynamomaschine lsstsich mechanische Energie aufwirtschaftliche Weise in elek-trische Energie umwandeln.

    Siemens setzt die Weltin Bewegung

    Als nchstes widmete Siemens sich demumgekehrten Prozess: der Gewinnungvon Antriebsenergie aus elektrischemStrom. 1879 setzte er die weltweit ersteElektrolokomotive auf die Schienen;schon wenig spter prgten elektrischeStraenbahnen das Bild der Stdte.Im Schiffbau dauerte es lnger, bis derelektrische Antrieb sich durchsetzte. DochWerner von Siemens selbst wies noch denWeg: 1886 lie er die kleine Elektra bauen,das erste elektrisch angetriebene Schiffder Welt. 20 Jahre spter machte

    Werner von Siemens,1843

    Zeigertelegraph, 1847

    Dynamomaschine, 1866

    Johann Georg Halske,um 1855

    Menschen,Visionre, Pioniere

    Verlegungswege der Transatlantik-Kabel

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    diese Technik den Bau der ersten brauch-baren U-Boote mglich.Siemens hatte gezeigt: Es geht!

    Wegweisend: Der Kreiselkompass

    Als Vordenker zeigte sich Werner vonSiemens auch bei der Suche nach besserenKompassen. Schon 1888 erwarb Siemensdas Patent fr einen Kreiselkompass, derauch hinter den dicken Stahlwndenmoderner Schiffe funktionieren wrde,doch die Schwierigkeiten schienenprinzipiell unberwindbar. Auch einzweiter Versuch wurde 1904 gestoppt.Konkurrenten waren kaum erfolgreicher;erst 1908 prsentierte Hermann Anschtz-Kaempfe einen halbwegs brauchbarenKreiselkompass. Und das Siemens-Patentvon 1888 spielte noch lange eine Rollebeim Streit um vage formulierte Patent-schriften: Die komplexen Probleme desKreiselkompasses fhrten bestehendeStrukturen der Forschung und Entwicklungan ihre Grenzen. Spter brachten Erfinderwie Anschtz-Kaempfe und Boykow ihreWerke in grere Firmen wie Siemens ein,wo groe Teams an der Weiterentwicklungarbeiten konnten.

    Pioniere bei Siemens: Es geht!

    Es geht immer wieder haben Mnnerin diesem Geist bei Siemens Pionierarbeitgeleistet. Sigmund Schuckert zum Beispiel,dessen Nrnberger Werke 1903 mitSiemens vereint wurden: 1886 gelang esihm, den ersten Glas-Parabolspiegel frelektrische Scheinwerfer herzustellen undzu schleifen gegen den Rat erfahrenerOptiker! Die Produktion von Schiffs-Scheinwerfern war dann ber Jahrzehnteein tragender Pfeiler fr Siemens Schiffbau.Oder Otto Krell, erster Leiter der Schiffbau-Abteilung: Er war mageblich an derEntwicklung von E-Anlagen fr Marine undHandelsschifffahrt beteiligt. Oder Hans-Joachim Kosack, Grells Nachfolger von1951 bis 1966: Gegen manche Skeptikerkmpfte er erfolgreich fr die Einfhrungdes Drehstroms in der Schifffahrt. Auchheute arbeiten Menschen bei Siemens imGeist dieser Pioniere: zum Beispiel amvollelektrischen Schiff der Zukunft. Undes wird kommen.

    Hans-Joachim Kosack

    Sigmund Schuckert

    Otto Krell

    Auf der Berliner Gewerbeausstellung, 1879: Die ersteelektrische Eisenbahn der Welt (mit Fremdstromversorgung),gebaut von Siemens.

    Dokumentationszeichnung Kreiselkompass, um 1914

  • Schifffahrt Motor fr Waren

    Der Hamburger Hafenum 1908

  • Wenn heute von Transport-mitteln die Rede ist, denkendie meisten Leute wohl anAuto, Flugzeug und Eisen-bahn. Schiffe scheinen da-gegen mitsamt der Seefah-rerromantik ein wenig derVergangenheit anzugehren.Welch ein Irrtum! Richtig istdaran nur, dass das Schiffals Reisemittel pass ist. Diegroen Linien-Passagier-schiffe haben schon baldnach dem Krieg Konkurrenzdurch die groen Propeller-maschinen bekommen;gegen die Jets hatten siedann keine Chance mehr.Viele Fhren werden heuteersetzt durch Brcken oderTunnel.

    Sicher, auf Kreuzfahrtschif-fen vergngen sich wiedermehr Personen, aber imGroen und Ganzen zhlt:ber 80 % des Gterverkehrsgeht heute ber See! DerWelthandel ist ohne Schiffegar nicht mehr denkbar. Dieenglische Sprache ist sehrtreffend, wenn sie Versandeinfach shipping nennt.

    nstrme

  • Schifffahrt Motor fr Warenstrme

    Elektrisch betriebene Ladewindenermglichen schnelleren undkomfortableren Ladungsumschlag.

    Der Hamburger Hafen um 1883

    Das Motorschiff MV Glenogle ein typischerStckgutfrachter der 60er-Jahre.

    Die Flotte wchst weiter

    Die Seefahrerromantik mag tatschlichder Vergangenheit angehren. Der Gter-verkehr auf Schiffen aber hat in denvergangenen 100 Jahren erst richtigangefangen, und das grte Wachstumsetzte erst nach dem Zweiten Weltkriegein. Wir erlauben uns an dieser Stelle einpaar Zahlen sie sprechen Bnde: Im Jahr1900 hatte die gesamte Welt-Handelsflotte29 Millionen Bruttoregistertonnen (BRT).1950 waren es schon 85 Millionen fastdas Dreifache. Aber nur 20 Jahre spterhatte sie sich wiederum fast verdreifacht:227 Millionen. Und noch einmal zehn Jahrespter fast verdoppelt: 420 Mil