NAFTA - Exporthandbuch NAFTA Einleitung Einleitung Einleitung Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA (North American Free Trade Agreement) hat dem

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    Exporthandbuch NAFTA

  • Asien im Fokus I Chancen nutzen in der Krise

    4 Asien im Fokus I Chancen nutzen in der Krise

    In Zusammenarbeit mit:

  • 3Germany Trade & Invest www.gtai.de

    Inhalt

    Einleitung .......................................................................................................................................4

    1. Grundstzliches zur NAFTA .....................................................................6 1.1. Entstehungsgeschichte.................................................................................................... 6 1.2. Unterschiede zur Europischen Union .............................................................................7

    2. Weiterentwicklung der NAFTA aus Sicht der Mitgliedslnder .................12 2.1. USA streben Neuverhandlungen an ...............................................................................12 2.2. In Kanada steht die NAFTA nicht zur Disposition ...........................................................13 2.3. Kontroverse Diskussion in Mexiko..................................................................................15

    3. Die rechtlichen Rahmenbedingungen ..................................................................17 3.1. USA ..................................................................................................................................17 3.2. Kanada.............................................................................................................................19 3.3. Mexiko .............................................................................................................................22

    4. Vorteile der NAFTA am Beispiel von Industriebranchen .............................25 4.1. Deutsche Unternehmen der Kfz-Branche expandieren in Nordamerika ..................... 25 4.2. Herstellung von Elektrohausgerten innerhalb der NAFTA sehr profitabel .................27

    5. Erfahrungsberichte deutscher Produktionsniederlassungen..................29 5.1. NAFTA als Schlssel fr den grenzberschreitenden Erfolg ........................................29 5.2. Umfangreiche Untersttzung bei der Unternehmensansiedlung..................................30 5.3. Gnstige Personalkosten sprechen fr Mexiko..............................................................31

    6. Erfahrungsberichte deutscher Handelsniederlassungen ..........................33 6.1. Gre des US-Marktes bietet Chancen ..........................................................................33 6.2. Kanadische Wirtschaftsfrderer empfangen mit offenen Armen..................................34 6.3. Nhe zum Kunden in Mexiko entscheidend....................................................................35

    7. Logistikinfrastruktur in den NAFTA-Lndern .................................................37

    8. Tabellenanhang ..............................................................................................................40

    Kontaktanschriften ..................................................................................................................46

    Inhalt

  • 4 Exporthandbuch NAFTA

    Einleitung

    Einleitung

    Einleitung

    Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA (North American Free Trade Agreement)hat dem Dienstleistungs- und Warenaustausch im nrdlichen Teil der westlichen Hemisphre seitder Inkrafttretung 1994 Schwung verliehen. Die Volkswirtschaften der USA, Kanadas sowie Mexikoshaben sich strker verflechtet. Zwei grundstzliche Entwicklungen sind dabei zu verzeichnen:

    1) Es ist zu einer Konzentration der Einfuhren aus den jeweils anderen NAFTA-Staaten gekommen.Der Anteil der Importe aus Drittlndern ist gesunken. Mexiko bietet sich als kostengnstigeProduktionsplattform fr Investoren mit Exportabsichten in Richtung USA und Kanada an. DieRegierung ist bestrebt, den Entwicklungsabstand zu den beiden hochentwickelten Nachbar-staaten zu verkrzen. In einigen Industriesparten kann das Land seit Grndung der Freihan-delszone erhebliche Fortschritte verzeichnen. Dass Mexiko zu einem weltweit wichtigen Pro-duktionsstandort fr Personen- und Lastkraftkraftwagen, Flachbildfernseher, Computermoni-tore sowie Smartphones herangewachsen ist, wre ohne die NAFTA nicht unbedingt zu erwar-ten gewesen.

    2) Ganze Industriebranchen, etwa die Automobilindustrie, die elektronische und elektrotechni-sche Industrie, der Maschinenbau, die Metallverarbeitung, die Nahrungsmittelverarbeitungund die Baustoffindustrie haben sich innerhalb der Freihandelszone neu aufgestellt. Je nachProdukt waren unterschiedliche An- und Umsiedlungskriterien ausschlaggebend. Bei lohnin-tensiven Fertigungen sind gnstige Personalkosten, die Mexiko bietet, von entscheidender Be-deutung. In anderen Industriezweigen, wie zum Beispiel bei schwerer Agrartechnik, spielt dieNhe zu den wichtigsten Absatzmrkten, etwa in den USA, eine groe Rolle. Auch das Vorhan-densein von Forschungs- und Zulieferclustern ist ausschlaggebend. Die drei Lnder weisen, jenach Branche unterschiedlich entwickelt, entsprechende Cluster auf. Fr deutsche Firmenkommen bei Ansiedlungsentscheidungen in Nordamerika spezifische Standortvorteile wie derAufbau von Fertigungen im Dollar-Raum zur Minimierung von Wechselkursrisiken sowie dieNutzung von Freihandelsabkommen der Lnder mit Drittstaaten fr zollfreie Lieferungen alsKriterien hinzu.

    Noch unterscheiden sich die drei Teilnehmerlnder hinsichtlich des Entwicklungsstands. Zwar isteine beschleunigte Industrialisierung Mexikos und damit eine weitere Anpassung der Arbeits- undLebensverhltnisse an das Niveau in den USA und Kanada ein deklariertes Ziel, doch wird dieserProzess trotz erster Fortschritte noch viele Jahre in Anspruch nehmen.

    Die nationale Souvernitt der Teilnehmerstaaten wird durch das Freihandelsabkommen nichttangiert. Da es sich um einen zwischenstaatlichen Vertrag handelt, haben die NAFTA-Vereinbarun-gen keinen Vorrang gegenber dem nationalen Recht. Bi- und trilaterale Instanzen schlichten le-diglich Handelsstreitigkeiten zwischen Unternehmen oder schlagen den nationalen Parlamentenweitere Schritte zur Harmonisierung von Normen, Standards und Evaluierungsverfahren vor.

    Viele deutsche Unternehmen wissen die Vorteile der NAFTA in ihren nordamerikanischen Ge-schftsaktivitten wirksam zu nutzen, zum Beispiel bei der Herstellung von Komponenten undFertigprodukten oder zur Absatzsteigerung beziehungsweise zum Ausbau von Vertriebswegen.Kanada bietet nach Aussagen deutscher Firmen auslndischen Investoren tatkrftige Unterstt-zung bei der Unternehmensniederlassung an. Dies trifft auch auf eine Reihe US-amerikanischerund mexikanischer Bundesstaaten zu. Die Unternehmen profitieren zudem davon, dass durch dasFreihandelsabkommen ein gemeinsamer Markt mit rund 444 Mio. Konsumenten entstanden ist.

  • 5Germany Trade & Invest www.gtai.de

    Die NAFTA ist ausbaufhig und wird sich zweifellos fortentwickeln. Angesichts der Dynamik unddes sich derzeit verbessernden Geschftsumfeldes fr deutsche Firmen in Nordamerika haben sichdie Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer in Mexiko-Stadt (CAMEXA), dieDeutsch-Amerikanischen Handelskammern in Atlanta, New York und Chicago (GACC), dieDeutsch-Kanadische Industrie- und Handelskammer in Toronto sowie Germany Trade & Invest ent-schlossen, die aktuellen Entwicklungen innerhalb der Freihandelszone in dem ExporthandbuchNAFTA darzustellen.

    Vorrangiges Ziel war dabei, eine Momentaufnahme aus den unterschiedlichen nationalen Per-spektiven der drei Mitgliedstaaten aufzuzeigen sowie die wesentlichen Unterschiede der NAFTAim Vergleich zur EU zu erlutern. Weitere Inhalte sind eine kurze Darstellung der drei Rechts- undSteuersysteme sowie best practise-Beispiele deutscher Unternehmen.

    Allen interviewten Unternehmen und an der Erstellung des Exporthandbuchs beteiligten Aus-landshandelskammern sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

    Autor: Ullrich Umann - Germany Trade & Invest (New York)

  • 6 Exporthandbuch NAFTA

    Grundstzliches zur NAFTA

    Grundstzliches zur NAFTA

    1. Grundstzliches zur NAFTA

    1.1. Entstehungsgeschichte

    Die Grundlage fr die NAFTA bildet das frhere Freihandelsabkommen zwischen den USA undKanada (Canada-United States Free Trade Agreement) aus dem Jahr 1989. Es schaffte zwischen denbeiden Staaten Zollfreiheit und bis zu einem gewissen Grad eine Liberalisierung des Dienstleis-tungsverkehrs sowie des ffentlichen Auftragswesens. Auf dieser Grundlage begannen die Ver-handlungen zwischen den USA, Kanada und Mexiko ber die Ausgestaltung des NAFTA-Abkom-mens. Dessen Entstehung hat wirtschaftliche und politische Hintergrnde, vor allem ist die engewirtschaftliche Verzahnung der USA mit seinen beiden Nachbarlndern zu nennen. Die NAFTA istdie erste bedeutende Wirtschaftszone, die zwei hochentwickelte Industrielnder mit einemSchwellenland vereint.

    Das NAFTA-Abkommen wurde am 17.12.1992 unterzeichnet und trat zum 1.1.1994 in Kraft. Damitentfiel ein groer Teil der Zlle auf Ursprungswaren der drei Mitgliedstaaten. Aufgrund des star-ken Wirtschaftsgeflles zwischen den Vertragspartnern beziehungsweise der bereits bestehen-den Zollfreiheit zwischen den USA und Kanada, entwickelte sich seit dem Inkrafttreten des Abkom-mens der Zollabbau zwischen Mexiko und den USA sowie Kanada asymmetrisch. Darber hinaussah das Abkommen einen stufenweisen Abbau weiterer Handelshemmnisse fr den Austausch vonWaren, Dienstleistungen und den Kapitalverkehr zwischen den Mitgliedstaaten ber einen Zeit-raum von 15 Jahre vor (fr Waren: Einfuhrverbote, Mengenbeschrnkungen, Quotenregelungen,Einfuhrlizenzen).

    Das NAFTA-Abkommen sieht zudem Regelungen zur

    - ffnung der Dienstleistungsmrkte

    - Frderung von Investitionen

    sowie

    - kongruente Rege