Mit dem Stimmzettel, nicht mit Waffen

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  • Mit dem Stimmzettel, nicht mit Waffen

    HANS-ADAM II. IM INTERVIEW

    Gratisverkostung der Weine der Eisacktaler Kellerei mit Sommelier Walter

    Livemusik mit dem singenden Cremonawirt

    NR. 32 (716) - 16.09.2015 - I.P. 22 JG

    Wchentlich

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    VINSCHGER GESICHTER

  • KOMMENTAR

    39028 Schlanders, Grblstrae 142 | Tel.: 0473/62 17 15 | Fax: 0473/62 17 16 | [email protected] | www.dervinschger.it

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    Noch ist lange nicht fertig

    Was wird ihr nicht alles durch den Kopf gegangen sein, als sich Samantha Cristoforetti im Weltall aufhielt. ber ein halbes Jahr lang hat die gebrtige Trentinerin unsere schne Kugel von oben gesehen. Aus solchen Distanzen sind vermutlich nur Farben und Formen des blauen Planeten zu sehen. Und wohl wenig oder nichts von dem, was die Menschheit auf der Erde gemacht und angerichtet hat. ber 7 Milliarden Menschen bevlkern zurzeit die Erde. Rund 60.000 Millionen davon, also ca. 0,86%, sind derzeit auf der Flucht. Die meisten kommen aus Syrien, Afghanistan und Somalia. Viele fliehen ber das Meer nach Europa. Den Tod durch Ertrinken nehmen sie in Kauf. In Europa gibt es Platz genug fr diese Menschen. Trotz aller Krisen und Probleme im weitgehend immer noch reichen Europa. Natrlich ist zu schauen, dass schwarze Schafe ausgesondert werden. Und dass jene, die hier eine neue Heimat finden wollen, bereit sind, sich an bestimmte Regel zu halten. Einseitig hat Integration noch nie funktioniert. Die Nchstenliebe ist ein zentraler Begriff des Christentums und damit auch des christlichen Abendlandes. Auch deshalb sind die Tren zu ffnen. Warum nicht auch im Priestersemisar oder im Kloster Marienberg? Mit vermutlich viel greren Bevlkerungsbewegungen wird zu rechnen sein, wenn eines Tages zig Millionen Menschen vor der Folgen des Klimawandels werden flchten mssen. Dann wird es noch viel mehr Gutmenschen brauchen als derzeit.

    [email protected]

    SEPP LANER

    DER VINSCHGER 32/15 3

  • Dann muss Sdtirol in Rom klar sagen, dass...

    Der Frst von Liechtenstein ber Sdtirol, direkte Demokratie, Flchtlinge und das Bankgeheimnis im Frstentum Liechtenstein.

    SCHLANDERS - Wie berichtet, stattete der Frst von Liechten-stein, Hans-Adam II., der Gemein-de Schlanders am 5. September auf Initiative der Vinschger Schtzen und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde einen offiziellen Besuch ab. der Vinschger hatte die Gelegen-heit, mit dem Frsten ein exklusives Interview zu fhren.

    der Vinschger: Herr Frst Hans-Adam, knnen Sie sich vorstellen, dass Sd-tirol vom Staat Italien Abschied nimmt und eigenstndig wird? Wenn ja, wie knnte das geschehen?HANS-ADAM II.: Vorstellen kann ich mir das grundstzlich schon. Aller-dings ist es Rom, das hierber eine Entscheidung treffen msste. Ande-rerseits bin ich der Meinung, dass der hohe Grad an Autonomie, den Sdtirol erreicht hat, zwar nicht mit einer vollstndigen Eigenstndig-keit gleichzusetzen ist, in der Praxis aber kann sich Sdtirol dank vieler Zustndigkeiten weitgehend selbst verwalten. Um weitere Konflikte zu vermeiden, knnte die Autonomie noch weiter ausgebaut werden.

    Viele Sdtiroler mchten aber vom italienischen Staat ganz loskommen.

    Dann muss Sdtirol in Rom klar sagen, dass es sich vom Staat ver-abschieden will. Ob das zum Ziel fhrt, bleibt natrlich offen. Auf jeden Fall sollten beide Seiten eine einvernehmliche Lsung an-streben. Den Luxus von Brger-kriegen darf sich niemand mehr leisten. Entscheidungen sollten nicht mehr mit der Waffe in der Hand auf dem Schlachtfeld her-beigefhrt werden, wie wir das im 20. Jahrhundert immer wieder erlebt haben, sondern mit dem Stimmzettel in der Hand an der Wahlurne.

    Knnte Sdtirol als kleines und eigen-stndiges Land in Europa wirtschaft-lich und politisch berleben?Liechtenstein erstreckt sich auf nur 160 km, whrend Sdtirol 7.400 km umfasst. Wie ich beim Besuch hier in Schlanders erneut besttigt bekam, fut die Wirt-schaft auf mehreren Standbeinen. Ihr habt eine wunderbare Natur- und Kulturlandschaft. Die Lebens-qualitt ist hoch. Angesichts die-ser und weiterer Aspekte knnte ich mir durchaus vorstellen, dass Sdtirol als eigenstndiges Land in Europa gut berleben knnte.

    Auch was die Einwohnerzahl be-trifft, ist Sdtirol im Vergleich zu Liechtenstein, wo weniger als 40.000 Menschen leben, um ein Vielfaches grer.

    Was halten Sie von der Europaregion Tirol?Ich halte die Europaregion fr ein vernnftiges Konzept. Wir haben als Kleinstaat seit jeher versucht, mit angrenzenden Staaten bzw. Regionen Verbindungen einzu-gehen, vor allem wirtschaftlicher Natur. Es gab Zollvertrge mit sterreich und der Schweiz. Be-reits unter meiner Fhrung trat Liechtenstein 1990 den Vereinten Nationen bei und 1995 dem Euro-pischen Wirtschaftsraum.

    Die direkte Demokratie steckt in Sdtirol noch in den Kinderschuhen. Wie demokratisch ist in diesem Sinne das Frstentum Liechtenstein?Die direkte Demokratie ist in der Schweiz und in Liechtenstein sehr tief verwurzelt. Wir haben mittler-weile eine stark ausgebaute Form der direkten Demokratie auf Lan-desebene und auf der Ebene der Gemeinden. So hat die Bevlke-rung von Liechtenstein neben den

    blichen direkt-demokratischen Rechten, wie sie die Schweiz kennt, zustzlich die Mglichkeit, mit einer einfachen Stimmenmehrheit die Monarchie abzuschaffen oder dem Frsten das Misstrauen aus-zusprechen. Auerdem kann jede unserer elf Gemeinden jederzeit aus dem Staatsverbund austreten, sofern die Bevlkerung das per Abstimmung mit einfacher Mehr-heit entscheidet.

    Sie sagen, dass der Staat den Menschen dienen soll und nicht die Menschen dem Staat. Soll ein Staat auch den vielen Flchtlingen dienen, die seit Jahren nach Europa flchten?Ja, auch das kleine Liechtenstein hat in der Vergangenheit immer wieder Flchtlinge aufgenommen. Soweit ich weiss, haben wir 25 Syrier aufgenommen, aber na-trlich muss in so einem kleinen Land die Anzahl politisch noch verkraftbar sein.

    Glauben Sie, dass sich in Europa neue Staaten bilden werden? Stichwort Katalonien oder Schottland?Wir haben in der Geschichte schon oft erlebt, wie neue Staaten ent-standen und alte zerfallen sind.

    4 DER VINSCHGER 32/15

    VINSCHGER THEMA

    Frst Hans-Adam II. im Rathaus in Schlanders.

  • Die Frage ist, ob ein zentralistisch ausgerichteter Staat einem Austritt bestimmter Gebiete oder Regionen zustimmt, und ob das die betroffene Bevlkerung will.

    Ist ein Beitritt von Liechtenstein zur EU kein Thema?Wir sind froh, dem Europischen Wirtschaftsraum anzugehren. Da-durch haben wir Zugang zum eu-ropischen Markt. Ein Beitritt ist derzeit aber nicht unser Ziel.

    Seit 2004 ist Ihr Sohn, Erbprinz Alois, Ihr Stellvertreter, whrend Sie sich ver-strkt der Verwaltung des Vermgens des Frstenhauses widmen. Darf man fragen, wie vermgend das Frstenhaus ist?Fragen darf man schon, aber eine Antwort darauf ist schwierig. Zum Unterschied von anderen vermgen-den Familien sind unsere Betriebe nicht an der Brse quotiert. Selbst bei den Familien, deren Unterneh-men an der Brse quotiert sind, fllt eine Bewertung schwer, wie die Er-fahrung der vergangenen Jahrzehnte gezeigt hat. Ein Unternehmen kann, aus welchen Grnden auch immer, innerhalb kurzer Zeit seinen Wert verlieren und in Konkurs gehen.

    Wenn von Liechtenstein die Rede geht, fallen immer zwei Worte: Steuer oase und Bankgeheimnis. Wie ist es um diese zwei Dinge im Frstentum derzeit bestellt?Wir sind eine Steueroase, wenn man uns mit den Steuerwsten vergleicht, die es leider in Europa, aber auch in der Welt, noch gibt. Das Bankge-heimnis wurde in der Schweiz und in Liechtenstein in der ersten Hlfte des 20. Jahrhunderts eingefhrt, um politisch Verfolgte zu schtzen und ihnen die Mglichkeit zu geben, ihre Flucht zu finanzieren und eine neue Existenz aufzubauen. Glcklicher-weise hat sich die politische Situa-tion in Europa in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich gebessert, so dass Menschen nicht mehr aus rassistischen oder politischen Grn-den verfolgt werden. Gleichzeitig ist der Druck gestiegen, sowohl in Europa als auch auerhalb Europas, das Bankgeheimnis in Steuerfragen abzuschaffen, da es je lnger desto mehr dazu bentzt wurde, Steuern zu hinterziehen. Sowohl Liechten-stein als auch die Schweiz haben das Bankgeheimnis in Steuerfragen weitgehend abgeschafft.

    INTERVIEW: SEPP LANER

    Ist sie nicht s?Die Palabirne ist vor Jahrhunderten eingebrgert

    worden und durch den Bildungsausschuss zur berhmtesten Glurnserin herangereift.

    GLURNS - An Ideen mangelt es dem Bildungsausschuss nicht. Die von Petra Windegger angefhr-te Gruppe mit Christl Valentin, Elmar Prieth, Stefan Winkler, Leo Stecher, Andrea Sagmeister, Silvia Niederholzer und Rosa Pichler Prieth hat dies auch bei den

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