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Felix Mendelssohn Bartholdy Wir glauben all an einen Gott We all believe in one true God MWV A 12 Choralkantate / Chorale cantata Coro (SATB) 2 Oboi, 2 Clarinetti, 2 Fagotti 2 Corni, 2 Trombe, 3 Tromboni, Timpani 2 Violini, Viola, Violoncello / Contrabbasso Erstausgabe / First edition herausgegeben von / edited by Günter Graulich Carus 40.187 Stuttgarter Mendelssohn-Ausgaben Urtext

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Felix

Mendelssohn BartholdyWir glauben all an einen Gott

We all believe in one true God MWV A 12

Choralkantate/Chorale cantataCoro (SATB)

2 Oboi, 2 Clarinetti, 2 Fagotti2 Corni, 2 Trombe, 3 Tromboni, Timpani2 Violini, Viola, Violoncello/Contrabbasso

Erstausgabe/First editionherausgegeben von /edited by

Günter Graulich

Carus 40.187

Stuttgarter Mendelssohn-AusgabenUrtext

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Von Mendelssohns heute bekannten sieben Choralkanta-ten sind vier über Kirchenlieder Martin Luthers geschrie-ben, die restlichen drei – O Haupt voll Blut und Wunden;Jesu, meine Freude; Wer nur den lieben Gott läßt wal-ten – haben geistliche Lieder des 17. Jahrhunderts zurGrundlage.

Lange wußte man nur Unzureichendes über die Mendels-sohnschen Choralkantaten. Julius Rietz, MendelssohnsFreund und Herausgeber seiner Werke,1 führte im Anhangder von ihm veröffentlichten Briefe des Komponistenzunächst vier auf, sämtlich über Kirchenlieder Luthers:Christe, du Lamm Gottes;Wir glauben all an einen Gott;Vom Himmel hoch; Ach Gott, vom Himmel sieh darein. Inder zweiten Auflage der Briefe fügte er Jesu, meine Freudeund O Haupt voll Blut und Wunden hinzu.2 Diese Anga-ben übernahm R. Werner in seiner Darstellung Felix Men-delssohn Bartholdy als Kirchenmusiker3. Dabei versah erjedoch die Kantate Jesu, meine Freude mit einem Frage-zeichen, da er das nur bei dem französischen Musikhistori-ker H. Barbedette erwähnte Werk nirgends bestätigt fand.Eine weitere, in den Erinnerungen von Ignaz Moscheles4

genannte Kantate in a-Moll nennt Werner im Anhang Iseines Buches „verloren“. Die Funde der letzten Jahrebrachten jedoch Klarheit über einige bis dahin nur dem Na-men oder der Tonart nach bekannten Kantaten. 1976 er-schien Wer nur den lieben Gott läßt walten – vermutlichdie von Moscheles genannte Kantate in a-Moll – nach ei-ner in der Hessischen Landes- und HochschulbibliothekDarmstadt aufgefundenen Abschrift,5 und 1962 konntedie Newberry Library, Chicago, das Autograph von Jesu,meine Freude erwerben.6

Mendelssohn schrieb seine erste Kantate im Jahre 1827über das Lied Christe, du Lamm Gottes. Jesu, meine Freu-de trägt das Datum 22. Jan. 1828. Die übrigen folgten inden Jahren 1831 und 1832.7 Sieht man von dem deut-schen Agnus Dei ab, bei dem Luther ja den lateinischenText lediglich übersetzte, so begegnen die eigentlichen Lu-ther-Lieder erst zu Anfang der dreißiger Jahre. Es sind Lie-der, die in sprachlich meisterhafter Form Luthers Theologieinterpretieren. Das gilt besonders von dem Glaubenslied.Ursprünglich als Lobgesang zum Trinitatisfest vorgesehen,wurde es bereits im Erfurter Enchiridion 1525 und gleich-zeitig im Straßburger Kirchenamt als deutsches Credo ein-gesetzt.8 Nachdem Luther diese Funktion für die DeutscheMesse bestätigt hatte, wurde es in den Lutherischen Got-tesdiensten bis in die Zeit J. S. Bachs regelmäßig an derStelle des Glaubensbekenntnisses gesungen.9

Luthers Bearbeitung des in den Breslauer und ZwickauerHandschriften überlieferten Liedes10 geht weit über diekurze Vorlage hinaus. Seine dreistrophige Textfassung, dieder Gliederung des lateinischen Credo entspricht, spiegeltdie dogmatischen und katechetischen Grundsätze des Re-formators. Das Ergebnis ist eine der persönlichsten Aussa-gen und gleichzeitig eines der eindrucksvollsten Doku-mente der Kirche Martin Luthers.

Mendelssohn war begeistert von der Kraft, die ihm aus denLiedern Luthers entgegentrat, wie er aus Venedig schrieb,11

und er gedachte, „viele davon“ zu komponieren. Er wollte„überall die alte Melodie“ behalten, sich aber „nicht strengdaran binden“. Aus dieser Haltung entstand in den erstenMonaten des Jahres 1831 die Kantate Wir glauben all aneinen Gott, die „in drei großen Fugen“ Gestalt annehmensollte. Als Modelle für die Cantus-firmus-Behandlung dien-ten die entsprechenden Motetten- und Kantatensätze J. S.Bachs, die Mendelssohn in den Chorübungen der BerlinerSingakademie kennengelernt hatte.12 Hier fand er die ver-schiedensten Arten der Choralbearbeitung vom schlichtenChorsatz bis zur motettischen Anlage mit obligaten Instru-mentalstimmen, die die Vorbilder für seine eigenen Choral-kantaten bilden sollten.

Wir glauben all an einen Gott folgt formal der strophischenGliederung des Liedes, dessen erste und zweite Meodiezei-le als Choralfugato durchgeführt werden. Während in derersten Strophe der Instrumentalbaß das Fugengerüst mit ei-ner fließenden Continuo-Stimme stützt, wird in der zweitenStrophe die kontrapunktische Bewegung von den Violinenausgeführt, zu denen als neues klangliches Moment die du-plizierenden Bläser treten. Wie die zweite Strophe, so wirdauch die dritte durch ein kurzes Orchestervorspiel eingelei-tet, dessen Triolenfiguren von den Streichern beibehaltenwerden, während die Bläser den Unisono-Vortrag der Me-lodie verstärken. Folgt man den eng miteinander verknüpf-ten Strophen, so gewinnt man den Eindruck, daß die Inten-sität des Liedvortrags von Strophe zu Strophe zunimmt, bisam Choralunisono der dritten Strophe der Höhepunkt er-reicht ist, obgleich hier die originale Melodie durch Men-delssohn um- bzw. neugeformt wurde.

Diese Strophe hat wohl ihr Vorbild in Bachs berühmter Be-arbeitung von LuthersUnd wenn dieWelt voll Teufel wär,in der Kantate Ein feste Burg ist unser Gott, ebenfalls imChorunisono vorgetragen. In Mendelssohns Satz ist derAnteil des Orchesters weniger bedeutend als in Bachs Kan-tate, darauf hat schon R. Werner hingewiesen.13 Um so

1 Felix Mendelssohn Bartholdy’s Werke. Kritisch durchgesehene Aus-gabe von Julius Rietz, Leipzig 1874–1877.

2 B. W. Pritchard, „Mendelssohn’s Chorale Cantatas: an Appraisal“, in:The Musical Quarterly, 1976,1, S. 1ff.

3 Frankfurt a.M. 1930, S. 65ff.4 Ch. Moscheles, Aus Moscheles Leben, Leipzig 1872, S. 207.5 Felix Mendelssohn Bartholdy, Wer nur den lieben Gott läßt walten,

hrsg. v. Oswald Bill, Kassel 1976, Erstdruck.6 Felix Mendelssohn Bartholdy, Jesu, meine Freude, hrsg. v. Günter

Graulich, Stuttgart 1979 (Carus 40.188).7 B. W. Pritchard, a.a.O.8 J. Kulp, Die Lieder unserer Kirche, Berlin 1958, S. 210ff.9 „Der Glaube gesungen“, Notiz J. S. Bachs in „Anordnung des Gottes-

dienstes in Leipzig zum 1. Advent-Sonntag frühe“, in: Bach-Doku-mente, Bd. l, Kassel 1963, S. 248.

10 J. Kulp, a.a.O.11 Reisebriefe, Leipzig 31862, S. 38.12 G. Schünemann, „Die Bachpflege der Berliner Singakademie“, in:Bach-Jahrbuch 1928, Leipzig 1929, S. 138ff.

13 A.a.O., S. 74.

Carus 40.1872

Vorwort

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stärker beeindruckt jedoch das durch die Bläser verstärkteChorunisono, das gegen den Schluß hin nach wenigenvierstimmigen Takten in das lapidare einstimmige Amendes gesamten Klangkörpers einmündet.

Stuttgart, im September 1979 Willi Schulze

Zur Edition

Einzige Quelle des hier vorgelegten Erstdrucks der Choral-kantateWir glauben all an einen Gott von Felix Mendels-sohn Bartholdy ist eine Partiturhandschrift aus den Noten-beständen des Cäcilienvereins Frankfurt, die heute unterder Signatur Mus. Hs. 194 Nr. 5 innerhalb einer Sammel-handschrift in der Musiksammlung der Stadt- und Uni-versitätsbibliothek Frankfurt aufbewahrt wird. Die Partiturist von einem unbekannten Schreiber wohl kurz nach Ent-stehung des Werkes im Auftrag des Komponisten für denFrankfurter Cäcilienverein auf 20 Blätter mit jeweils 16 No-tensystemen in der Größe 34,5 x 27 cm geschrieben wor-den. Fremde Zusätze sind nicht erkennbar. Die Kopie istgut lesbar, einige wenige offensichtliche Schreibfehlerwurden ohne besondere Erwähnung berichtigt.

Die zu Beginn der Sätze 1 und 2 angegebenen Schlüsselwerden auf den folgenden Seiten nicht wiederholt; zu Be-ginn des 2. Satzes wird im Alt versehentlich Alt- statt So-pranschlüssel notiert.

Die im 2. Satz verwendete Partituranordnung (Timpany,Clarini, Corni, Clarinetti, Fagotti, Tromboni) wurde nichtübernommen. Der Orgelsatz ist ergänzt, er soll die Einstu-dierung des Werkes erleichtern; vom 2. Satz an faßt er denBläsersatz zusammen. Der Musiksammlung der Stadt- undUniversitätsbibliothek Frankfurt und ihrem Leiter, HerrnDr. Hartmut Schaefer, sei für die Übermittlung von Mikro-filmaufnahmen, Auskunft über die Quelle und für die Er-teilung der Publikationserlaubnis verbindlich gedankt.

Einzelanmerkungen

Abkürzungen: A = Alto, Cb = Contrabbasso, Cor = Corni,Fg = Fagotto, Tr = Tromba, Trb = Trombone, Va = Viola,Vl = ViolinoZitiert wird in der Reihenfolge: Takt, Stimme, Zeichen imTakt (Noten, Vorschlagsnoten oder Pausen), Anmerkung

1. Satz31 Va 1–2 mit Haltebogen78 Vl II 4 g79 Vl II 1 b

2. Satz1 Alto Sopranschlüssel14 Cor 2 c2 (transp.)17 Vl I 5 mit Auflösungszeichen27 Vl I+II f 2

56 Vl I+II 3 e1

81 Doppelstrich vom Herausgeber83 Pauken

94 Fg + Trb III 1 F96 Fg +

Trb III +Vc/Cb c

138 Fg I Halbewert145–146 A

146 A 2 g155/6 Tr

The following performance material is available for this work:full score (Carus 40.187)vocal score (Carus 40.187/03)choral score (Carus 40.187/05)study score (Carus 40.187/07)complete orchestral material (Carus 40.187/19)

Available on CD with Kammerchor Stuttgart, conductedby Frieder Bernius (Carus 83.216).

Carus 40.187 3

Zu diesem Werk liegt folgendes Aufführungsmaterial vor:Partitur (Carus 40.187)Orgelauszug (Carus 40.187/03)Chorpartitur (Carus 40.187/05)Studienpartitur (Carus 40.187/07)komplettes Orchestermaterial (Carus 40.187/19)

Dieses Werk ist mit dem Kammerchor Stuttgart unter Leitungvon Frieder Bernius auf CD eingespielt (Carus 83.216).

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Carus 40.187

Four of Mendelssohn’s seven well-known chorale cantatasare written on hymns of Martin Luther, the remainingthree – O Haupt voll Blut and Wunden; Jesu, meineFreude;Wer nur den lieben Gott läßt walten – are basedon sacred songs of the 17th century.

For a long time, the knowledge of Mendelssohn’s choralecantatas was insufficient. Julius Rietz, Mendelssohn’sfriend and editor of his works,1 listed four chorale cantatason Luther’s hymns in the appendix to his publication of thecomposer’s letters: Christe, du Lamm Gottes;Wir glaubenall all an einen Gott; Vom Himmel hoch; Ach Gott, vomHimmel sieh darein. In the second edition of the letters, headded Jesu, meine Freude and O Haupt voll Blut andWunden.2 This information is also to be found in R. Wer-ner’s book Felix Mendelssohn Bartholdy als Kirchenmusi-ker.3 However, Werner adds a question mark to the canta-ta Jesu, meine Freude, because he did not find any confir-mation for the work which was mentioned solely by theFrench music historian H. Barbedette. In the appendix I ofhis book, Werner cites another cantata in a minor, men-tioned in Ignaz Moscheles’ memoirs4, as being lost. Recentresearch, however, has supplied us with clear informationabout cantatas of which only the title or the key had beenknown. The cantataWer nur den lieben Gott läßt walten,a copy of which had been found in the Hessische Landes-and Hochschulbibliothek in Darmstadt, was published in19765, and in 1962 the Chicago Newberry Library wasable to purchase the autograph of Jesu, meine Freude5.

Mendelssohn wrote his first cantata on the hymn Christe,du Lamm Gottes in 1827. Jesu, meine Freude is datedfrom 22 January 1828. The others were written in theyears 1831 and 1832.7 With the exception of the GermanAgnus Dei, of which Luther had only translated the Latintext, the true Lutheran hymns are not encountered beforethe thirties. They are hymns which interpret Luther’s the-ology in a masterly language. This applies especially to thecreed song. Originally a song of praise for the feast of Trin-ity, it was declared the German Credo in the Erfurt Enchiri-dion as early as 1525 and, in the same year, by the Straß-burg Kirchenamt8. After Luther had authorized the func-tion of this hymn for the German Mass, it was regularlysung in Lutheran services in place of the creed up to thetime of J. S. Bach.9 Luther’s revision of the hymn, whichhas been transmitted in the Breslau and Zwickau manu-scripts,10 considerably extends the short original hymn.The text, of which the three verses correspond to thestructure of the Latin Credo, reflects the reformer’s dog-matic and catechetic principles. The result is one of themost personal statements and, at the same time, one ofthe most impressive documents of the church of MartinLuther.

Mendelssohn was enthusiastic about the power of Luther’shymns, as he wrote from Venice,11 and he planned to set“many of them” to music. He intended to retain “the oldmelodies” without “strictly binding himself to them.” Theresult of these thoughts was the cantataWir glauben all an

einen Gott, which Mendelssohn wrote in the first monthsof the year 1831 and which was to be shaped “in threegreat fugues.” The patterns for the cantus firmus treatmentwere the corresponding motet and cantata settings by J. S.Bach, with which Mendelssohn had become acquainted inthe choral exercises of the Berlin Singakademie.12 There hefound all the various chorale arrangements from plainchoral settings to motet-like structures with obbligato in-strumental parts, which were to serve as patterns for hisown chorale cantatas.

The formal structure ofWir glauben all an einen Gott cor-responds to the order of the verses of the hymn, whosefirst and second melody lines are developed in a choralefugato. Whereas in the first verse the flowing movementof the instrumental bass forms the basis below the fugue,the contrapuntal movement is taken over by the violins,which are supported by the additional sound of the dupli-cating wind instruments. The third verse (as well as thesecond) is introduced by a short orchestral prelude, thetriple figures of which are retained by the strings, while thewind instruments strengthen the unison rendering of themelody. While following the closely connected verses, onegets the impression as if the intensity of the music increas-es from one verse to the other, until in the third verse theclimax is reached in the choral unison, though in this versethe original melody has been altered by Mendelssohn.

This third verse probably depends on Bach’s well-knownarrangement of Luther’s Und wenn die Welt voll Teufelwär in the cantata Ein feste Burg ist unser Gott, whereBach also uses a choral unison. In Mendelssohn’s settingthe share of the orchestra is less important than in Bach’scantata, as R. Werner has already stated.13 The listener isso much the more impressed by the choral unison, which isintensified by the wind instruments and which, towardsthe end after a few four-part bars, leads into the lapidaryone-part “Amen” of the whole ensemble.

Wir glauben all an einen Gott has been preserved in onesingle manuscript copy, according to our present know-ledge. Originally it belonged to the Frankfurt Cäcilienver-ein; at present it is in the possession of the Stadt- und Uni-versitätsbibliothek in Frankfurt/Main with the signatureMus. Hs. 194.

For footnotes and special comments see German text.

Stuttgart, September 1979 Willi SchulzeTranslation: Stefan Schulze

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Foreword

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Carus 40.187

Actuellement, on connaît sept cantates sur chorals deMendelssohn ; quatre d’entre elles sont écrites sur deschants de Luther ; les trois autres (O Haupt voll Blut undWunden ; Jesu, meine Freude ; Wer nur den lieben Gottläßt walten) sont basées sur des chants spirituels du XVIIe

siècle.

Pendant longtemps, on ne posséda que des renseigne-ments insignifiants sur ces cantates de Mendelssohn. Dansle supplément aux lettres de Mendelssohn qu’il publia, Ju-lius Rietz, ami du compositeur, et éditeur de ses œuvres,1

en signala tout d’abord quatre sur des chants de Luther :Christe, du Lamm Gottes ;Wir glauben all an einen Gott ;Vom Himmel hoch ; Ach Gott, vom Himmel sieh darein.Dans la seconde édition des lettres, il ajouta Jesu, meineFreude et O Haupt voll Blut und Wunden.2 R. Werner re-prit ces indications dans son ouvrage Felix MendelssohnBartholdy als Kirchenmusiker.3 Toutefois, il faisait suivre lacantate Jesu, meine Freude d’un point d’interrogation, caril ne trouvait nulle part confirmation de l’existence de cet-te œuvre, mentionnée seulement par le musicologuefrançais H. Barbedette. Dans le supplément I de son ouvra-ge, Werner signale comme « perdue » une autre cantateen la mineur, mentionnée dans les souvenirs d’Ignaz Mo-scheles.4 Les découvertes des dernières années ont toute-fois apporté quelques éclaircissements au sujet de cer-taines cantates dont on ne connaissait jusqu’alors que lenom ou la tonalité. En 1976 paraissaitWer nur den liebenGott läßt walten, d’après une copie découverte à la Hes-sische Landes- und Hochschulbibliothek de Darmstadt5 ;et, en 1962, la Newberry Library de Chicago put acquérirle manuscrit de Jesu, meine Freude.6

Mendelssohn écrivit sa première cantate en 1827 surChriste, du LammGottes. Jesu, meine Freude porte la datedu 22 janvier 1828. Les autres suivirent durant les années1831 et 1832.7 Si l’on fait abstraction de l’Agnus Dei alle-mand, dont Luther ne fit que traduire le texte latin, on nerencontre donc les chants proprement dits de Luther qu’audébut des années 1830. Il s’agit de chants qui interprètentsous une forme magistrale la théologie de Luther. Ceci estparticulièrement sensible dans l’acte de foi. Considéré àl’origine comme un chant de louange pour la fête de laTrinité, il fut introduit comme Credo allemand déjà dansl’Erfurter Enchiridion de 1525, et simultanément dans leStraßburger Kirchenamt.8 Après que Luther eût confirmécette fonction pour la messe allemande, il fut régulière-ment chanté dans les offices luthériens jusqu’à l’époque deJ. S. Bach, à la place du Symbole des Apôtres.9 La « traduc-tion » de Luther, transmise dans les manuscrits de Breslauet de Zwickau,10 développe considérablement le chantoriginel. La structure du texte, en trois strophes qui corres-pond à la division du Credo latin, est le reflet des fonde-ments dogmatiques et cathéchétiques du réformateur. Lerésultat en est une des expressions les plus personnelles, eten même temps l’un des documents les plus impression-nants, de l’Eglise de Martin Luther.

Mendelssohn fut enthousiasmé par la puissance qu’il ren-contrait dans les chants de Luther, ainsi qu’il l’écrivit deVenise11 ; et il songeait à composer « nombre d’entre eux ».Il voulait conserver « partout la mélodie ancienne », mais« ne pas s’y lier strictement ». De cette idée naquit, dansles premiers mois de 1831, la cantateWir glauben all an ei-nen Gott, qui devait prendre la forme de « trois grandesfugues ». Pour modèles de traitement du cantus firmus,Mendelssohn s’inspira des motets et cantates correspon-dants de J. S. Bach, qu’il avait appris à connaître par lesexercices choraux de la Berliner Singakademie.12 Il y trouvales manières les plus diverses d’harmoniser un choral, de-puis la simple composition pour chœur jusqu’à l’élaborationen motet avec parties instrumentales obligées.

La forme de Wir glauben all an einen Gott suit la divisionstrophique du chant ; la première et la deuxième lignes mé-lodiques sont traitées en fugato choral. Dans la premièrestrophe, la basse instrumentale soutient la composition fu-guée par une ligne de continuo fluide ; au contraire, dans ladeuxième strophe, le mouvement contrapuntique est confiéaux violons, que viennent doubler les vents en un nouveaumoment sonore. De même que la deuxième strophe, la troi-sième commence par une brève introduction orchestraledont les figures de triolets sont conservées aux cordes, alorsque les vents renforcent l’énoncé de la mélodie à l’unisson.En suivant les strophes de facon ininterrompue, on renforcel’impression que l’intensité de la composition s’accroît destrophe en strophe, pour atteindre son point culminant dansle choral à l’unisson de la troisième strophe, même si Men-delssohn transforme la mélodie originale.

Cette strophe trouve son modèle dans la célèbre élabora-tion de Bach du Und wenn die Welt voll Teufel wär de Lu-ther (dans la cantate Ein feste Burg ist unser Gott), égale-ment traité en chœur à l’unisson. Dans la composition deMendelssohn, la part de l’orchestre est moins importanteque dans les cantates de Bach (R. Werner a déjà signalé lefait).13 Toutefois, on est d’autant plus impressionné parl’unisson du chœur, renforcé par les vents, que vers la fin,après quelques mesures à quatre voix, on débouche dansun Amen lapidaire, à une voix, qui fait intervenir le corpssonore complet.

D’après les connaissances actuelles,Wir glauben all an ei-nen Gott n’est transmis que dans une seule copie. Elle ap-partenait originellement au Cäcilienverein de Francfort ; el-le se trouve actuellement, sous la cote Mus. Hs. 194, enpossession de la Stadt- und Universitätsbibliothek deFrancfort-sur-le-Main.

Pour les notes et les observations de détail, voir le texteallemand.

Stuttgart, septembre 1979 Willi SchulzeTraduction : François Brulhart

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Avant-propos

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Carus 40.1876

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