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Lipide als Funktionelle Lebensmittel - OpenAgrar · PDF file Lipide als Funktionelle Lebensmittel Wissenschaftliche Koordination Prof. Dr. Siegfried Warwel Dr. Nikolaus Weber Q'~ I

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    Schriftenreihe des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

    Reihe A: Angewandte Wissenschaft Heft 495

    Lipide als Funktionelle Lebensmittel

    Wissenschaftliche Koordination Prof. Dr. Siegfried Warwel

    Dr. Nikolaus Weber

    '~ QI Landwirtschaftsverlag cmbH I Münster-Hiltrup .:,_,

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    Alle Rechte, auch die der fotomechanischen Vervielfältigung und des auszugsweisen Nachdrucks, vorbehalten durch

    Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

    Druck: LV Druck im Landwirtschaftsverlag GmbH, 48084 Münster (1000/IX 2002)

    Diese Veröffentlichung kann zum Preis von 11,- €beim Landwirtschaftsverlag GmbH - Leserservice -, 48084 Münster,

    bezogen werden .

    ISSN 0723-7847 ISBN 3-7843-0495-8

    Inhalt

    Verzeichnis der Autoren

    Vorwort

    Klaus Trenkle

    Was sind funktionelle Lebensmittel?

    Michael de Vreese und Jürgen Schrezenmeir

    Fette und andere Lipide als funktionelle Lebensmittel - eine Übersicht

    Nikolaus Weber, Kumar D. Mukherjee und Siegfried Warwel

    ro3-Fettsäuren und funktionelle Lebensmittel

    Kumar D. Mukherjee, Siegfried Warwel und Nikolaus Weber

    Milchlipide in Ernährung und Gesundheit - Wirkung von

    Fettsäuren mittlerer Kettenlänge (MCFA)

    Maria Pfeuffer und Jürgen Schrezenmeir

    Konjugierte Linolsäuren - eine Lipidklasse mit funktionellen

    Eigenschaften bei Mensch und Tier

    Gerhard Jahreis und Jana Kraft

    Konjugierte Linolsäuren - Anreicherung von definierten Isomeren

    durch enzymatische Verfahren ,

    Robert Borgdorf, Markus Wezstein, Eberhard Fehling und Siegfried. Warwel

    Einfluss der Fütterung auf die Qualität von Rind- und Schaffleisch

    Karin Nürnberg

    Einfluss der Fütterung auf die Qualität von Schweinefleisch

    und daraus hergestellter Schweinefleischerzeugnisse

    Karl-Otto Honikel, Heiko Rosenbauer und Ditmar Kühne

    Antioxidantien und oxidativer Stress

    Achim Bub

    Phytosterole und Phytosterylester

    Nikolaus Weber und Kumar D. Mukherjee

    Phospholipide für funktionelle Lebensmittel

    Michael Schneider

    Funktionelle Lebensmittel - Rechtliche Aspekte

    Klaus Trenkle

    III

    Seite

    V

    VII

    25

    65

    83

    101

    135

    157

    167

    183

    189

    211

    237

  • Inhalt

    Was sind Funktionelle Lebensmittel?

    Michael de Vrese und Jürgen Schrezenmeir

    Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung Bundesanstalt für Milchforschung, Kiel

    Einleitung

    2 Cui bono

    3 Funktionelle Lebensmittel: Definitionsbeispiele

    4 Was sind Funktionelle Lebensmittel?

    4.1 Minimalkonsens

    4.2 Funktionelle Lebensmittel sind Lebensmittel

    4.3 Funktionelle Lebensmittel haben gesundheitsfördernde Eigenschaften

    4.4 Werbebeschränkungen

    4.5 Sicherheitsaspekte

    5 Abgrenzung gegen andere Lebensmittelkategorien

    5.1 Abgrenzung gegen Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel

    5.2 Abgrenzung gegen 'nicht-funktionelle' Lebensmittel

    5.3 Modifizierte oder natürliche Lebensmittel?

    6 Fazit: Zugelassene Claims statt einer gesetzlichen Definition von Funktionellen

    Lebensmitteln

    7 Definitionsvorschlag

    8 Zusammenfassung

  • 2

    1 Einleitung

    "Functional food" ist eine im internationalen Schrifttum gebräuchliche Bezeichnung, für die

    aber in den meisten anderen Staaten außer Japan weder eine lebensmittelrechtliche

    Definition noch eine Verkehrsauffassung existiert. Dies gilt auch für Deutschland, wo die

    Bezeichnung "Funktionelle Lebensmittel" (FLM) lautet (Großklaus 2000). Soll dieser

    Begriff im Zusammenhang mit Ernährung sinnvoll sein, muss "funktionell" über den Zweck

    herkömmlicher, nicht-funktioneller Lebensmittel hinausgehen, den Nährstoff- und Energie-

    bedarf zu decken und/oder bestimmte Genusserwartungen zu erfüllen (§1 LMBG). Die

    funktionelle Eigenschaft muss eine nachweis- und objektivierbare Eigenschaft des Lebens-

    mittels sein und sollte nach allgemeiner Übereinkunft körperliche und/oder geistige

    Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden positiv beeinflussen (vgl. Beitrag von Trenkle).

    Der vorliegende Beitrag will weder Sinn und Nutzen des Konzepts der FLM diskutieren,

    noch einzelne funktionelle Lebensmittelgruppen, ihre Wirkungen, Wirkrnechanismen und

    deren Nachweis vorstellen. Vielmehr sollen verschiedene Möglichkeiten, diesen Begriff zu

    definieren, miteinander verglichen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen und

    eventuellen Widersprüche an Hand von Beispielen erläutert werden.

    2 Cui bono

    Eine verbindliche Definition von FLM sollte unterschiedliche Anforderungen berücksich-

    tigen, die verschiedene Interessengruppen an diesen Begriff stellen.

    Unternehmen, die FLM entwickeln, herstellen oder vertreiben, haben naturgemäß ein

    vitales Interesse daran, dass sich ihre Investitionen in Forschung, Entwicklung und

    Produktion in angemessener Zeit amortisieren. Sie sollten daher an einer Definition

    interessiert sein, die eine werbemäßige Hervorhebung von FLM und ihre Unterscheidung

    von nicht-funktionellen Produkten ermöglicht bzw. von Produkten, für die kein Wirkungs-

    nachweis vorliegt. Trittbrettfahrer dieser Entwicklung könnten so ausgegrenzt werden.

    Dabei sollen Hinweise auf wissenschaftlich nachgewiesene positive Gesundheitswirkungen

    im Rahmen bestehender oder modifizierter Gesetze möglich sein, ohne dass die Kosten für

    Forschung, Produktentwicklung, Wirkungsnachweise und eventuelle Zulassungsverfahren

    die Gewinnmöglichkeiten im Lebensmittelbereich überschreiten. FLM besitzen ein

    beachtliches Marktpotential, dessen genaue Größe auch davon abhängt, welche Produkte zu

    den FLM gerechnet werden. Es wird geschätzt, dass FLM 2 bis 10% des gesamten

    Lebensmittelmarktes erreichen können, das sind beispielsweise in den USA zwischen 4 und 20 Mrd US$ pro Jahr.

    Für den Verbraucher und seine Organisationen liegt der Nutzen des Begriffs "FLM" in

    erster Linie darin, verständliche Informationen über Lebensmittel erhalten bzw. geben zu

    können, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Bevölkerung oder besonderer

    Zielgruppen in besonderem Maße fördern könnten (Cottee 1998). Die Definition dieses

    Begriffs muss so eindeutig sein, dass sie den Ausschluss von Lebensmitteln und/oder

    Präparaten mit zweifelhafter Wirkung erlaubt.

    Im Sinne der meisten Definitionen informiert der Hinweis auf funktionelle Eigenschaften

    darüber, dass ein Lebensmittel nicht nur, wie konventionelle Produkte, den Nährstoffbedarf

    decken und Mängel verhindern hilft, sondern die Gesundheit des Konsumenten in einer

    darüber hinausgehenden Weise unterstützt. Dazu zählt, dass das Risiko von Krankheiten

    verringert wird, die primär nicht auf einen Nährstoffmangel zurückgehen, oder dass

    Inhaltsstoffe von FLM bei Zufuhr in ausreichender Menge physische und/oder psychische

    Körperfunktionen so beeinflussen, dass daraus gesundheitsfördernde Effekte resultieren.

    Nützlich und gesundheitsrelevant sind auch Informationen, die besagen, dass ein

    funktionelles Lebensmittel einen ernährungsphysiologischen und/oder gesundheitlichen

    Nutzeffekt besitzt, den ein vergleichbares herkömmliches Lebensmittel nicht oder nicht im

    selben Ausmaß aufweist. Die Konsequenzen hieraus werden in Abschnitt 5.2.2

    ausführlicher diskutiert.

    Das Hauptanliegen von Staat und Gesellschaft sollten Maßnahmen sein, die sicherstellen,

    dass der Ernährungs- und Gesundheitsstatus der Bevölkerung insgesamt durch FLM ver-

    bessert, auf keinen Fall aber verschlechtert wird. Außerdem liegt es im Interesse von Staat

    und Gesellschaft, dass Investitionen auf dem Boden klarer gesetzlicher Grundlagen und

    abschätzbarer Chancen im Binnenmarkt ebenso ermöglicht werden wie auf dem EU- bzw.

    Weltmarkt, wo weltweit hohe Innovations- und Marktpotenziale bestehen.

    3 Funl;

  • 4

    Tabelle 1

    Definitionsbeispiele für Funktionelle Lebensmittel

    1. Japan: "FOSHU sind Lebensmittel, bei denen in Einklang mit gängigem Wissen über die

    Zusammenhänge zwischen Lebensmitteln, Lebensmittelbestandteilen und Gesundheit

    positive Gesundheitseffekte erwartet werden und die eine Kennzeichnung tragen dürfen, die

    besagt, dass Personen, die diese Lebensmittel zu einem besonderen Gesundheitszweck

    verzehren, mit besagter Wirkung auch rechnen können" (zitiert nach Council of Europe

    1998)'.

    2. Europa (International Life Science Institute, !LSI): "Ein Lebensmittel ist funktionell,

    wenn es einen oder mehrere Bestandteile enthält (ob Nährstoff oder nicht), die eine oder

    eine beschränkte Zahl von spezifischen Funktionen im Körper gezielt so beeinflussen, dass

    davon positive Wirkungen ausgehen" (Bellisle et al . 1998), bzw. " .. . eine physiologische

    oder psychologische Wirkung hat, die über einen herkömmlichen Ernährungseffekt

    hinausgeht" (Clydesdale 1997)2 •

    3. Ko