Legende zur Tatsache geworden ist, druck die Legende ... ¢â‚¬â€Wenn die Legende zur Tatsache geworden ist,

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  • „Wenn die Legende zur

    Tatsache geworden ist,

    druck die Legende.“

    “Unless it’s Super Paper, hop out the Studebaker.” January 2018

    N°XCIX

  • SUPER PAPER ImPRInt Herausgeber Hubertus Becker hubertus@superpaper.de

    Chefredaktion Hubertus Becker mirko Hecktor Sonja Steppan

    Art Direction mirko Borsche Bureau Borsche

    Grafik Léa michaud Bureau Borsche

    CVD noémie Stegmüller

    Lektorat marvena Siegelmann

    Art timothy Schaumburg timothyschaumburg. com

    III mKO

    KOLUmnE

    III-V mKO KOLUmnE

    VI ARt Seid Angriffsfläche! Relax!

    VII ARt Wem nichts mehr einfällt kann

    sich einen Fussballschal einfallen lassen

    IX-XV VILLAGE VOICE XIV

    XVIII tHE BEttER PLACES

    XIX COULtURE WHAt ELSE EUROPE

    XX tRAVEL Auf den Spuren von Elfen

    und Björk

    XXIII mUSIC Lagué Loop

    XXII-XXIV PROGRAmm

    XXV-XXXI PORtFOLIO timothy Schaumburg

    Redaktion mirko Hecktor tino Rocca Sonja Steppan natasha Binar Anna meinecke Europa Frohwein Andreas Schmidt niklas Barth Helena Schoeller Jessie Schoeller Gloria von Bro- newski

    mitarbeiter Village Voice Lukas Kubina Christian Gottwalt Wolfgang till Willy michl martin Fengel Jonas König Radoslava Palukova

    Super Paper erscheint monatlich Auflage 15.000 Kostenlos . www.superpaper.de

    Im neuen Jahr sollte man als münchner bereits langsam wieder daran denken die Wiesn-Box 2018 zu reservieren. Bis märz ist noch Zeit. Warum nicht mal ins

    Winzerer Fähndl?

    Falls euch allerdings diese feudalistisch geprägte Erkennungs-techne, der trach- tenbrauch verständlicherweise gehörig nervt…

    Erinnerung: Bis vor circa 15 Jahren war es unter bayerischen Eingeborenen ver- pönt in tracht auf das Volksfest der Volksfeste zu gehen.

    … hier nun als kleine trachten-Alternative ein Vorschlag der charmant eine Brücke zwischen den Vergangenheiten spannt.

    Die nachfolgende Fotostrecke in unserer Super Paper Januar Ausgabe 2018 zeigt einen teil der HVALA ILIJA 2018 t-Shirt Kollektion des Wiener modemachers

    Illja milicic, die er im Rahmen des 48 Hours Paulaner Projekts realisierte.

    Quizfrage: Weshalb war es zwischen den 1970er bis in die frühen 2000er Jahren bei münchner Jugendlichen unchic in tracht das Oktoberfest zu besuchen?

    Bier her, oder ich fall’ um!

    Schickt eure Antworten samt Kontaktdaten bis

    zum 31. Januar 2018 an: bier.her@superpaper.de

    Unter den richtigsten Einsendungen bzgl. unseres “Bier her” Rätsels wird ein Unisex-Objekt der Begierde aus der HVALA

    ILIJA t-Shirt Kollektion verlost.

    Der nächste 48 Hours Paulaner Zwickl Apartment Abend im Lovelace Hotel am Donnerstag den 25. Januar 2018 präsen-

    tiert den amerikanischen Künstler Everett Glenn. Die musik dazu kommt von Ali Schwarz von den

    tiefschwarz Brüdern.

    RSVP zwicklapartment@paulaner.de

    Zwickl Apartment at the Lovelace Hotel Kardinal Faulhaber Str. 1

    80333 münchen

    Credits HVALA ILIJA: Photos: maša Stanić

    model: Enis tIAD/ tomorrow is another day Styling: max märzinger / Hvala Ilija

    Creative Direction: Hvala Ilija

    Suita Sofa Developed by Vitra in Switzerland, Design: Antonio Citterio

    Barer Straße 38 80333 München 089 954 40 404 Di - Fr 11.00 h - 19.00 h Sa 11.00 h - 15.00 h www.koton.de

    KOTON

  • Als täte man sich zu Zeiten des Weihnachtsgeschäfts nicht eh schon schwer, die finanziellen Betätigungen halbwegs ver- nünftig zu deckeln, kommen im Advent auch stets noch die deutschen Kunstvereine daher, und drängen sich einem gera- dezu auf mit einer Gebärde, die optimales Preis-Leistungs-Ver- hältnis oder gar exponentielle Wertsteigerung signalisiert. Die Jahresgaben arrangieren sowohl junge, vielversprechende, als auch bereits erwachsen-etablierte Gemälde, Skulpturen, möbel- und Schmuckstücke sowie Fotografien und handeln sie zu triftigen Preisen. Und so schnell kann man gar nicht schauen, da steht man bereits im Gedränge des Kunstver- ein-Vorhofs und nickt verbindlich bekannten Gesichtern zu, als hätte man am Vorabend gemeinsame Biere getrunken. Im Eingang stehen ein paar Aussteller und weitere Künstler, die eine Aura von Substanz und Seriosität umgibt. man wird von grellem Licht befunzelt und trinkt und findet es mit jedem Schluck schöner, dass die Szene so beschaulich ist.  „Ayzit Bostan kann also nicht nur Pullis mit Herzausstechern und Arabisch!“, raunt jemand und deutet auf deren blauschwar- zes metallgestell mit Fusingglasfläche. Es scheint ohnehin, die Erhabenheit der Selektion entstünde durch Überraschun- gen. Nicht nur in der Produktion und materialienkunde, wie etwa der Schmuckdesignerin und Danner-Preisträgerin Rike Bartels, die Schmucksilber geschwärzt und auf Karton mon- tiert als „animalism“-Serie präsentiert. Auch der eloquenten Werktitel: Bedeutungsschwanger und lustig wie immer, Stefa- nie Hamann und maria von mier: „SEID ANGRIFFSFLÄCHE! RELAX!“ Glitzernd wie Justin Liebermann: „An Emancipatory Effect Does Not Follow“, die „Battle management Drawings“ von Franz Wanner, „Unhappy map“ von Anna mcCarthy oder einfach „Humanity is overrated“ (Andreas Neumeister). „Baum- freaks“ von Abel Auer, nicht zu verwechseln mit Florian Auer, dessen Werke im letzten Jahr auf der  ART Basel Hong Kong bei der Galerie Kraupa-Tuskany-Zeidler und in der Ausstellung ‚Paint on. Dimensionen des malerischen‘ in der Pinakothek der moderne zu sehen waren.Wo andernorts Kunstvereine stets

    mit der Reputation „Achtung! Alte Leute mit schwierigem Verhältnis zur Gegenwart!“ drohen, dominieren hier in mün- chen heuer Humor und Leichtigkeit. Kitty & Joy haben „Power Towels“ aus bestickten Handtüchern und „Fabulous Famous Lycra Legs“ (Lycraleggings) mitgebracht. Hank van der Beek kombiniert in seinen Collagen man Ray mit Tick, Trick und Track oder Twiggy mit den Schlümpfen. michaela melián hat für „mycelium“ schwerelos Tusche, Tinte und Faden auf Papier gebracht;  Claudia Barcheri zeigt träumerische Siebdru- cke samt Waschpaste auf Papier. Eine Zahnbürste, komplett mit Zahnpasta bestrichen, wird von yutie Lee als „Gut drauf“ gezeigt; das, was wie ein Lampenschirm scheint, hat Alexan- der Laner als Gespenst verkleidet. Fumie Ogura kombiniert einen magnet mit metalplatte und fluoreszierendes Plexiglas; eingangs kündigt Zita Schlüpferling an, dass unter den Be- suchern welche angewiesen worden seien, aufdringlich mit anderen zu flirten. Das könnte man gegebenenfalls gar nicht mitbekommen, es gibt viel Eitempera auf Bütten („Blu colom- ba“, mojé Assefjah), Sprühlack, Stickereien und Leinwand („Euro Dog“, Niko Abramidis &NE) und glasierte Keramik („pullboy/ pull buoy“, Judith Adelmann) und Nessel, Ölfarbe und Holz

    („Hallo Zukunft!“, Boban Andjelkovic) zu bestaunen. What Remains Gallery, #exhibitionleaks, 2017 zeigt Ins- tagram-Accounts mit Kunstaufnahmen, und in Sachen Vi- deo-Format zeigt der Kunstverein gleich mehrere spannende Frauen: unter anderem Werke von Rosanna Graf, Bianca Kenne- dy & Fabian Vogler, Paulina Nolte, Jovana Reisinger und Sa- rah Doerfel wurden in täglichen Screenings gezeigt.Wer die Jahresabgaben zwecks süffiger Office-XmAS-Party, betrüblichem Grippeinfekt oder Plätzchenbacken mit den Nichten verpassen musste, kann die Arbeiten auf der Website des Kunstvereins

    auch jetzt noch einsehen.

    Text: Sonja Steppan

    WEm NICHTS

    mEHR EIN- FÄLLT

    KANN SICH EINEN

    FUSSBALL- SCHAL

    EINFALLEN LASSEN

    ART VIIART VI

    SEID ANGRIFFS- FLÄCHE! RELAX!

    „Kieck ma da, den Tunnel jibts ja gar nich mehr, und da drüben, das Stell- werk, och schon wech.“ Arthur war glücklich, er befand sich in einem Berliner S - Bahnwagen, der im Verkehrszentrum des Deutschen museums stand, dort war ein Simulator, man konnte an einem sonnigen Tag durch Berlin fahren. Und er hatte das Glück, daß ein Berliner S-Bahn Lokführer im Ruhestand das jetzt tat, seine Frau war auch dabei. „mensch Ramona, den Bahnsteig da, weeste noch?“ Arthur spazierte durch die Hallen des Verkehrszentrums und betrat einen münchner S-Bahn Wagon. Das hätte er auch gerne vor 2 Tagen gemacht, gemeinsam mit wohl 400 anderen menschen stand er in eisigem Wind am moosacher Bahnhof, doch es kam kein Zug. Es kam ab und zu eine unverständliche Durchsage, die Anzeigetafeln verrieten gar nichts. Er wartete eine Stunde, da waren auch menschen, die zum Flughafen mussten, die münchener Verkehrsbetriebe waren unfähig ihre Kunden zu informieren, geschweige denn sich zu entschuldigen, wahrscheinlich war es auch egal, er dachte an ekelhafte Bahnmanager. Inzwischen war es normal zu lügen, irgend etwas zu be- haupten, so fuhr er später an einer riesigen Werbetafel vorbei, dort stand „mVG ganz einfach mobil“ Unfassbar hässliche Figuren mit debilem Dauergrinsen bevölkerten die Kommunikation der Verkehrsbetriebe, er dachte an die lustigen Zeichnungen von Hürlimann, „aus dem Walkman tönt es grell - den Nachbarn juckts im Trommelfell“ - was für geistreiche und charmante Figuren das waren, jetzt sah das aus wie aus der Apotheken Umschau. Charakterlose langweilige Wesen, lieblos gezeichnet, woher kam diese Abwesenheit von Charme, gepaart mit unendlicher Dummheit? Wo waren die lustigen Damen, die umhergeschleudert wurden, weil sie zu viel eingekauft hatten, und dann keine Hand mehr zum Festhalten frei war? Was tun? Sich auf facebook beschweren?