Landwirtschaft Artenrأ¼ckgang Maأںnahmen Grundlagen fأ¼r ... Grundlagen fأ¼r einen Natur-schutzstandard

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  • Grundlagen fr einen Natur-schutzstandard im kolandbau Pilotprojekt in Mecklenburg-Vorpommern

    Landwirtschaft ManahmenArtenrckgang

    www.landwirtschaft-artenvielfalt.de

  • Impressum

    Das Projekt Landwirtschaft fr Artenvielfalt ist im Auftrag des Anbauverbandes Biopark e. V. und des WWF Deutschland entstanden und wird vom Ministerium fr Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucher- schutz Mecklenburg-Vorpommern mit Frdermitteln des Landes untersttzt. Das Projekt wird seit 2013 auerdem untersttzt von EDEKA.

    Herausgeber: WWF DeutschlandStand: Dezember 2013Autoren: Dr. Karin Stein-Bachinger (kstein@zalf.de) u. Frank Gottwald (gottwald@naturschutzhof.de)Mitarbeit: Dirk Mller (UmweltPlan), Dorett Berger und Sigrid Ehlert (ZALF)Koordination: Tanja Drger de Teran (tanja.draeger@wwf.de)Redaktion: Thomas Kberich (WWF) Gestaltung: Anna Risch (post@annarisch.de)Produktion: Sven Ortmeier (WWF)Titelfoto: Getty Images

    Dr. agr. Karin Stein-BachingerLeibniz-Zentrum fr Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.Eberswalder Str. 84, 15374 Mncheberg Dipl.-Biol. Frank GottwaldAngewandte kologie, Naturschutz und LandschaftsplanungJoachimsthaler Str. 9, 16247 Friedrichswalde OT Parlow

    Zitiervorschlag: Stein-Bachinger K. & Gottwald F. (2013): Grundlagen fr einen Naturschutzstandard im kolandbau. Pilotprojekt in Mecklenburg-Vorpommern. Studie im Auftrag des Anbauverbandes Biopark e. V., des WWF Deutschland und des Ministeriums fr Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern. 136 S.

    http://www.landwirtschaft-artenvielfalt.de

    ISBN 978-3-9813048-4-8

  • Der Verlust der biologischen Vielfalt ist neben dem Klimawandel als die kritischste globale Umweltbedrohung zu sehen. Wir erleben gegenwrtig ein Artensterben in beispiellosem Tempo. Biodiversittsstrategie der Europischen Kommission 2011

    Der Verlust von wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in Deutschland und Europa ist alarmierend. Das politische Ziel, den Rckgang der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2020 aufzuhalten und den Trend umzukehren, scheint kaum zu erreichen.

    ber die Hlfte der Flche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Landwirtschaft prgt in vielfltiger Weise den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. Intensive Bewirtschaftungsmethoden haben in den vergangenen Jahrzehnten jedoch den Verlust an Lebensrumen und Arten stark beschleunigt. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

    Von der Gesamtflche Deutschlands sind knapp 4% als Naturschutzgebiete aus-gewiesen. Diese reichen bei weitem nicht aus, den Rckgang der Artenvielfalt zu stoppen. Vielmehr ist es dringend notwendig, die heimische Tier- und Pflanzen-welt in mglichst vielfacher Weise wieder in die Landwirtschaft zu integrieren.

    Eine Chance, diese Mglichkeit systematisch anzugehen, bot sich dem WWF 2011. Gemeinsam mit dem kologischen Anbauverband Biopark entstand die Idee, Kriterien fr die Erhhung der Artenvielfalt im kologischen Landbau zu entwickeln. Mit Hilfe der Untersttzung des Ministeriums fr Landwirt-schaft, Umwelt und Verbraucherschutz von Mecklenburg-Vorpommern konnte mit den Arbeiten hierzu begonnen werden, wissenschaftlich begleitet und um-gesetzt durch das ZALF e.V. (Leibniz-Zentrum fr Agrarlandschaftsforschung). Als weiterer Partner fr die Umsetzung wurde EDEKA gewonnen.

    Wie diese Studie darlegt, ist mehr als zwei Jahre spter aus der Idee ein neuer Naturschutzstandard entstanden: Landwirtschaft fr Artenvielfalt. Er soll dazu beitragen, die Vielfalt der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in land-wirtschaftlich geprgten Lebensrumen nachweislich zu erhhen.

    Ziel der Projektpartner ist es, an der Schnittstelle von Landwirtschaft und Artenvielfalt Lsungsmglichkeiten zu entwickeln, von denen beide profitieren die kologisch wirtschaftendenen Betriebe ebenso wie der Naturschutz. Gelingt der sichtbare und messbare Beitrag zum Artenschutz, dann strkt der Natur-schutzstandard das Ansehen des kologischen Landbaus in der ffentlichkeit und kann die Vermarktungschancen fr Bioprodukte verbessern.

    Langfristig hoffen die Projektpartner auf eine breite Einfhrung und Nutzung des neuen Naturschutzstandards durch Betriebe des kologischen Landbaus. Denn je mehr Bio-Landwirte mitmachen, desto besser fr den Artenschutz. Landwirtschaft fr Artenvielfalt ist fr den WWF ein wegweisendes Projekt, die biologische Vielfalt zu bewahren fr uns und unsere Kinder, wie es im Leitbild des WWF heit.

    Tanja Drger de Teran

    Vorwort

    Grundlagen fr einen Naturschutzstandard | 3

  • Initiatoren dieses Pilotprojektes waren der Biopark-Verband, der WWF Deutschland sowie das Ministerium fr Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-

    Vorpommern. Herrn Hein und Frau Eckardt (Biopark Markt GmbH) sowie Frau Dr. Micklich (Biopark-Verband) sei herzlich gedankt fr die Untersttzung, insbesondere bei der Vermittlung der Pilotbetriebe und ihr entgegenbrachtes Vertrauen. Bedanken mchten wir uns auch bei Herrn Dr. Kachel und Herrn Berg vom Ministerium fr Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern fr die wohlwollende Begleitung, die inhaltliche Untersttzung und die Bereitstellung diverser Kartengrundlagen. Den Kollegen aus dem Landesamt fr Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) MV mchten wir herzlich danken fr die vielfltigen Materialien, die uns zur Ver-fgung gestellt wurden. Ganz besonders danken wir Frau Anja Abdank vom LUNG fr ihre fachliche und organisatorische Untersttzung. EDEKA hat wiederum ermglicht, dass das Projekt fortgefhrt und umgesetzt werden konnte. Hierfr mchten wir EDEKA unseren besonderen Dank aussprechen.

    Ein groer Dank gilt den Leiterinnen und Leitern der Pilotbetriebe fr ihre Beteiligung whrend der gesamten Pilotphase, ihre konstruktiven Anregungen und ihre Geduld, insbesondere bei der Erstellung des Manahmenkataloges: Herrn Bandt, Herrn Dr. von Bassewitz, Herrn von der Goltz, Herrn Jantzen, Herrn Kraft, Frau Lindemann, Frau Kummert, Herrn Marth, Herrn Puls, Herrn Schn-Petersen, Herrn Matthes, Herrn Dr. Paa, Herrn Rasim, Herrn Schulz, Herrn Witte.

    Danksagung

    Foto 1: Extensiv bewirtschaf-tetes Grnland ist Lebensraum

    vieler gefhrdeter Arten.

    44

  • Herzlich danken wir den Mitgliedern der externen Fachgruppe fr ihre konstruk-tive Beteiligung an den Expertengesprchen oder schriftlichen Kommentaren:

    Abdank, Anja Landesamt fr Umwelt, Naturschutz, Geologie (LUNG), Mecklenburg-Vorpommern

    Berg, Eugen Ministerium fr Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Mecklenburg-Vorpommern

    Bilau, Arne Fruchtwechsel e.V., Rostock

    Birrer, Simon Schweizerische Vogelwarte, Sempach, Schweiz

    Flade, Dr. Martin Landesamt fr Umwelt, Gesundheit, Verbraucherschutz (LUGV), Brandenburg

    Frieben, Dr. Bettina Kompetenzzentrum kolandbau (KN), Niedersachsen

    Fuchs, Sarah KOLOG, Brandenburg

    Gruber, Dr. Herriet Landesforschungsanstalt fr Landwirtschaft und Fischerei, Glzow, Mecklenburg-Vorpommern

    Griesau, Axel NABU Mecklenburg-Vorpommern

    Hack, Detlef Lmmerhof, 23896 Panten

    Heinze, Bernd Landesamt fr Umwelt, Naturschutz, Geologie (LUNG), Mecklenburg-Vorpommern

    Hochberg, Dr. Hans Thringer Landesanstalt fr Landwirtschaft, Jena

    Kachel, Dr. Kai-Uwe Ministerium fr Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Mecklenburg-Vorpommern

    Kaiser, Dr. Thomas ZALF e. V., Mncheberg

    Kretschmer, Dr. Hartmut Landesamt fr Umwelt, Gesundheit, Verbraucherschutz (LUGV), Brandenburg

    Kureck, Anja NABU Mecklenburg-Vorpommern

    Litterski, Dr. Birgit DUENE e.V., Greifswald

    Markgraf, Peter Landwirtschaftsbetrieb Guter Heinrich GbR, Jatznick-Waldeshhe

    Meyer, Dr. Stefan Universitt Gttingen, Abt. kologie und kosystemforschung

    Oppermann, Dr. Rainer Institut fr Agrarkologie und Biodiversitt (IFAB), Mannheim

    Peil, Jrg Biosphrenreservat Schorfheide-Chorin, Brandenburg

    Roloff, Dr. Burkhardt BUND Mecklenburg-Vorpommern

    Schne, Florian NABU Berlin

    Den Studentinnen Juliane Friemel, Corinna Lw und Michaela Hamann sei sehr herzlich fr ihr Engagement whrend der Erstellung ihrer Master-/Diplomarbeit gedankt.

    Grundlagen fr einen Naturschutzstandard | 5

  • Vorwort 3 Danksagung 4 1 Zusammenfassung und Ausblick 8 2 Hintergrnde 112.1 Schutz der Biodiversitt im globalen Kontext 112.2 Situation in Deutschland und den EU-Staaten 122.3 Mecklenburg-Vorpommern und angrenzende Regionen 19 2.3.1 Flora der Agrarlandschaft 19 2.3.2 Fauna der Agrarlandschaft 212.4 Ursachen der Verluste von Artenvielfalt in der Agrarlandschaft 262.5 Agrarpolitische Rahmenbedingungen 30

    3 Potenziale des kologischen Landbaus fr die biologische Vielfalt 333.1 Aktuelle Situation kologisch bewirtschafteter Betriebe 333.2 Leistungen des kologischen Landbaus fr die Artenvielfalt 333.3 Initiativen zur Erhhung der Artenvielfalt in der Landwirtschaft 36

    4 Ziele des Pilotprojekts 40 5 Das Projektgebiet 435.1 Naturrumliche Gegebenheiten 435.2 Landwirtschaftliche Erzeugung 455.3 Naturschutzrelevante Fachplanungen und Planungsregionen 47 5.3.1 Gutachterliche Landschaftsrahmenplanung (GLRP) 47 5.3.2 Offenlandkulisse 485.4 Naturschutzfachlich relevante Gebiete und Lebensrume 49 5.4.1 berblick ber Schutzgebiete in MV 49 5.4.2 Relevante Lebensrume 50 5.4.2.1 Ackerland 50 5.4.2.2 Grnland 53 5.4.2.3 Landschaftselemente der Agrarlandschaft 59 5.4.3 Fauna- und Flora-Schutzziele in den Natura 2000-Gebieten 62

    Inhaltsverzeichnis

    6

  • 5.5 Zielarten fr den Naturschutz im kologischen Landbau 64 5.5.1 Auswahl von Zielarten 64 5.5.2 Verbreitung, Situation und Gefhrdungsursachen poten-

    zieller Zielarten in MV und den Schwerpunktregionen 66 5.5.2.1 Amphibien 68 5.5.2.2 Feldvgel und Wiesenvgel 70 5.5.2.3 Gebschbrter 76 5.5.2.4 Schreiadler 77 5.5.2.5 Ackerwildkruter 79 5.5.2.6 Insekten