Konzept einer zuk¼nftigen Nutzung des Wolfsbrunnensfreundeskreis- .Konzept einer zuk¼nftigen Nutzung

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    Planungsgruppe „Wolfsbrunnen“ im Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.:

    Dr. Barbara Brähler

    Dr. Oliver Fink Hans-Martin Gäng

    Prof. Dr. Annette Kämmerer Dr. Markus Kiesel

    Kathrin Rating Günter Reimann-Dubbers

    Matthias Rohr Konzept einer zukünftigen Nutzung des Wolfsbrunnens

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    1. Vorbemerkungen Der Wolfsbrunnen in Heidelberg-Schlierbach, d. i. die historische Gaststätte zusammen mit dem Gelände, gehört seit 1870 der Stadt Heidelberg, mit Ausnahme des etwas oberhalb gelegenen "Wassergartens", dessen Quellen und Zuflüsse seit dem 19. Jahrhundert gefasst und für die Wasserversorgung Heidelbergs genutzt wurde, jetzt aber stillgelegt ist. Dieser "Wassergarten" gehört dem stadteigenen Unternehmen SWH (Stadtwerke Heidelberg).

    Die Gaststätte war bis 31.12.2007 verpachtet; das Gelände wird seit 2006 vom Verein "Freundeskreis Wolfsbrunnen" ehrenamtlich gepflegt. Der als gemeinnützig anerkannte Ver- ein belebt seitdem den Ort mit gesellschaftlichen und kulturellen Angeboten, die auf breite Resonanz stoßen (www.Freundeskreis-Wolfsbrunnen.de).

    Unzweifelhaft gehört der Wolfsbrunnen zu den historischen Inkunabeln des architektoni- schen Bestands Heidelbergs und ist untrennbar mit dessen Mythos verbunden. Schloss, Alte Brücke, Philosophenweg und Wolfsbrunnen - das sind die weltweit bekannten Erkennungs- zeichen Heidelbergs.

    1465 bereits als Haus des kurfürstlichen Wolfskreisers urkundlich genannt, wurde es als nah gelegenes, kurfürstliches Jagdhaus häufig vom Landesherrn genutzt, immer wieder ausge- baut und verändert und entwickelte sich so durch die Jahrhunderte zu dem, was der Wolfs- brunnen bis heute ist: Ein magischer und authentischer Ort der Heidelberger Geschichte und Kultur sowie Stein gewordenes Denkmal des geistesgeschichtlichen Selbstverständnisses seiner Bürger und Gäste. Für viele ist der Wolfsbrunnen der Heidelberger Erinnerungsort schöner Stunden, sei es als Bürger, Student, Tourist oder Emigrant .

    Hinzu kommt die Lage des Gasthauses in Ansicht eines Tals, an dem die Nutzung und Kulti- vierung natürlicher Ressourcen durch Jahrhunderte in einzigartiger Weise ablesbar ist. Der Zusammenklang von Geschichte, Natur und Kultur macht den Wolfsbrunnen zu einem au- thentischen Heidelberger Ort des Erinnerns und Erlebens.

     Dieses wichtige Gebäude darf nicht veräußert werden; es muss Eigentum der Stadt Heidelberg bleiben!

    2. Gründung einer gemeinnützigen „Stiftung Wolfsbrunnen“ Zur Entlastung der Stadt und um das Engagement der Bürger zu nutzen, schlagen wir eine Trägerschaft in Form einer gemeinnützigen Stiftung vor, in welche die Stadt Heidelberg den Wolfsbrunnen einbringt.

    Sie trägt den Namen “Stiftung Wolfsbrunnen”. Initiator dieser Stiftung ist der „Freundeskreis Wolfsbrunnen“.

    2.1. Stiftungsziele Ziel dieser Stiftung ist die Instandsetzung, die Pflege und der Betrieb der historischen Gaststätte Wolfsbrunnen im Sinne des Denkmalschutzes (§2 DSchG Baden Württemberg), die Nutzung des Hauses als Gastronomiebetrieb und als Ort vielfältiger kultureller Aktivitä- ten.

    Neben dem gastronomischen Betrieb des Hauses fördert die Stiftung kulturelle Angebote. Besonders hervorzuheben ist die mögliche Nutzung als “Ort des literarischen Gedenkens” - etwa in Kooperation mit dem „Deutschen Literaturarchiv Marbach“, das über eine Sammlung von Dokumenten der Literatur der Heidelberger Romantik verfügt.

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    Das Literaturarchiv hat bereits seine Bereitschaft zur Kooperation bekundet. Darüber hinaus werden weitere kulturelle Aktivitäten angestrebt: Lesungen, Vorträge, Matineen etc.

    Die Stiftung gibt sich eine Satzung, die Ziele, Organisationsform etc. regelt. Der Entwurf ei- ner Satzung liegt vor.

    2.2. Organisationsform der Stiftung In die Gremien der Stiftung werden folgende Personen berufen:

     Vertreter/Vertreterinnen der Stadtverwaltung Heidelberg  Vertreter/Vertreterinnen des „Freundeskreis Wolfsbrunnen“,  Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich mit dem Wolfsbrunnen verbun-

    den fühlen, Stifter/Mäzene.

    Über die Organe der Stiftung ist zu einem späteren Zeitpunkt zu befinden, Entwürfe liegen vor.

    3. Finanzierung Der Kapitalstock der Stiftung in Höhe von € 50.000 ist durch einen Stifter gewährleistet. Weitere Zuwendungen in die gemeinnützige Stiftung werden eingeworben. Sie sollen ent- sprechend dem Stiftungszweck der Förderung, Wiederherstellung und Erweiterung der Wolfsbrunnen Gaststätte dienen und der gemeinnützigen Stiftung zufließen.

    Die Stadt Heidelberg stellt die vom Gemeinderat in 2008 beschlossenen € 800.000 für die Wiederherstellung und Erweiterung der Wolfsbrunnen-Gaststätte (Gebäude) zur Verfügung.

    Nach der Kostenberechnung des Architekturbüros Maier, Heidelberg, wird von einem Fi- nanzvolumen von ca. 1,1 Millionen Euro für die Sanierung ausgegangen; es besteht dem- nach eine Finanzierungslücke von ca. € 300 Tsd Euro (im Wesentlichen für die Ausstattung der Räume). Diese Finanzierungslücke wird entweder durch Investitionen seitens des gast- ronomischen Pächters oder durch eine Einwerbung von Stiftungskapital geschlossen.

    Heidelberg, 27. März 2009

    Für die „Planungsgruppe Wolfsbrunnen“ im „Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.“ :

    Prof. Dr. Annette Kämmerer Kontakt: Prof. Dr. Annette Kämmerer Schloss-Wolfsbrunnen-Weg 45b, 69118 Heidelberg Tel. 805516, Fax 805517, annette.kaemmerer@psychologie.uni-heidelberg.de Anlage

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    „Planungsgruppe Wolfsbrunnen“ im „Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.“

    Anlage ANMERKUNGEN UND VORSCHLÄGE ZUR NUTZUNG DES WOLFSBRUNNEN Gastronomische Nutzung Für die zukünftige nachhaltige Entwicklung des Gasthauses ist ein Nutzungskonzept erfor- derlich, das

    • eine wirtschaftlich sinnvolle Gastronomie ermöglicht,

    • den naturnahen Charakter des umgebenden Geländes achtet,

    • die historische und geistesgeschichtliche Bedeutung des Ortes bewahrt und weiter entwickelt, und

    • unter der Führung eines engagierten Gastronomen steht (“Patron”), der sich auf die besonderen Chancen des Wolfsbrunnens einlassen kann und nicht übergeordneten Zielen (etwa einer gastronomischen Kette) verpflichtet ist.

    Die gastronomische Nutzung umfasst die Gasträume im Haus (ca. 30 Plätze), den (neu zu gestaltenden) Anbau (ca. 100 Plätze) und die evtl. Einrichtung von Hotelzimmern in den bei- den oberen Stockwerken des Hauses. Im Sommer kommt die Terrasse mit ca. 30 bis 40 Plätzen hinzu.

    Die Lage des Gasthauses und seine außergewöhnliche, jahrhundertealte Tradition stellen eine attraktive Einzelstellung gegenüber anderen gastronomischen Lokalitäten der Region dar, diese gilt es hervor zu heben.

    Der Gast soll sich als Einzelbesucher genauso willkommen fühlen wie als Familie und Grup- pe. Ebenso der Gelegenheitsbesucher, der nur für einen Imbiss (Biergarten) erscheint, und der erwartungsvolle Gast, der ein anspruchsvolles Abendessen (Feier) genießen möchte. Ein Gastgeber, der den Wolfsbrunnen z.B. für ein Geschäftsessen am verschwiegenen, ru- higen Ort ausgewählt hat, will eine authentische, d.h. diesem Ort angemessene Küche auf hohem kulinarischen Niveau, die der Tradition und der Bedeutung des Gasthauses gerecht wird.

    In Zusammenarbeit mit dem „Heidelberger Kongress & Tourismus“-Büro und dem Stadt- marketing Heidelberg lassen sich Strategien entwickeln, diese Lokalität als Ort für besondere Aktivitäten zu nutzen.

    Nutzung des Wolfsbrunnens als Ort des kulturellen Gedächtnisses Das Gästebuch des Hauses macht eindrucksvoll deutlich, welche Anziehungskraft der Wolfsbrunnen für die geistige, politische und kulturelle Elite des 18. und 19. Jahrhunderts hatte. Die Gästeliste liest sich wie das „Who-is-Who“ der europäischen Geistesgeschichte der vergangenen Jahrhunderte und macht den Wolfsbrunnen zu einem Heidelberger Ort des kulturellen Gedächtnisses und der Erinnerung, an dem politische Geschichte, Kultur- und Geistesleben an einer fast unveränderten Lokalität in unserer Heimatstadt erlebbar und nachvollziehbar wird.

    Viele Besucher haben den besonderen Reiz dieses Ortes verspürt, notiert, beschrieben, ge- zeichnet, aquarelliert, besungen, gemalt und in Briefen und Tagebüchern sentimental erin-

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    nert! Bereits Elisabeth Charlotte von Orléans – Lieselotte von der Pfalz – schrieb wehmütig aus dem fernen St. Cloud, wie sie in Kinder- und Jugendtagen “gerne täglich zum Wolffsbrunnen geloffen” sei. Die für Deutschlands Selbstverständnis als Kulturnation we- sentliche Epoche der "Heidelberger Romantik" fand nicht zuletzt hier am Wolfsbrunnen statt!

    An diesem Ort, in diesem Haus waren alle, die im Gedächtnis unserer Stadt als wichtige Be- sucher oder Gäste gelten: Alle bis 1685 in Heidelberg residierenden Kurfürsten mit ihren Angehörigen und Gästen, besonders hervorgehoben seien: Die Kurfürstin Elisabeth, Gemah- lin des Kurfürsten Friedrich V., Tochter von König Jakob I. von England und Enkelin der Ma- ria Stuart, die den Wolfsbrunnen zu ihrem Lieblingsaufenthaltsort erwählte; die Prinzessin "Liselotte von der Pfalz" (geb. 1652), spätere Herzogin von Orléans; Kaiser Alexander I. von Russland; Kaiser Franz I. von Österreich; König Friedrich III. von Preußen; König Friedrich IV. von Preußen; Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I; Kaiserin Elisa- beth von Österreich mit ihrer Tochter Val