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  • Klasse werden – Klasse sein! Von Klassenregeln, Klassenrat, Gruppenfeedback und Wir-Werkstatt.

    Eine Handreichung zur Stärkung der Beteiligung von Schülerinnen und Schülern.

    2. Auflage

    In Kooperation mit:

    Gemeinnütziger Verein zur Förderung

    von Bildung und Erziehung

    e.V.

  • 1Klasse werden – Klasse sein!

    Klasse werden – Klasse sein!

    Von Klassenregeln, Klassenrat, Gruppenfeedback und Wir-Werkstatt.

    Eine Handreichung zur Stärkung der Beteiligung von Schülerinnen und Schülern.

    2. Auflage

    RAA Brandenburg in Kooperation mit democaris e.V. und KoBra.net

  • 2 Klasse werden – Klasse sein!

    Impressum

    Herausgeber

    Alfred Roos

    RAA Brandenburg

    Demokratie und Integration Brandenburg e.V.

    Benzstraße 11/12 | 14482 Potsdam

    [email protected] | www.raa-brandenburg.de

    2. durchgesehene Auflage 2007 (3.000 Ex.)

    Druck und Erstellung der Handreichung wurden gefördert durch:

    Wir danken dem Deutschen Kinderhilfswerk e.V. für die freundliche Erlaubnis, die Arbeitsblätter ihrer Broschüre

    „Wir-Werkstatt“ zu übernehmen.

    Bilder

    Die Fotos des Titels sowie der Kapitelanfänge wurden der Foto-DVD „Blickwinkel“, die der Deutsche Bundesjugend-

    ring im Rahmen von „Projekt P – misch dich ein“ produziert hat, entnommen.

    Titelbild

    Foto groß: dieprojektoren agentur für gestaltung und präsentation

    Fotos klein v.l.n.r: Journalistenbüro Röhr : Wenzel

    Journalistenbüro Röhr : Wenzel

    studioprokopy werbeagentur & fotostudio

    studioprokopy werbeagentur & fotostudio

    Kapitelanfänge

    Foto Kapitel 1: dieprojektoren agentur für gestaltung und präsentation

    Foto Kapitel 2: dieprojektoren agentur für gestaltung und präsentation

    Foto Kapitel 3: dieprojektoren agentur für gestaltung und präsentation

    Foto Kapitel 4: dieprojektoren agentur für gestaltung und präsentation

    Foto Kapitel 5: dieprojektoren agentur für gestaltung und präsentation

    Foto Kapitel 6: studioprokopy werbeagentur & fotostudio

    Gestaltung und Satz

    VorSprung Mediendesign Medienberatung, Berlin | www.werbe-vorsprung.de

    Druck

    Spree Druck Berlin GmbH, Berlin | www.spreedruck.de

    Impressum

  • 3Klasse werden – Klasse sein!

    Inhaltsverzeichnis

    Inhalt

    Grußwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5 Holger Rupprecht, Minister für Bildung, Jugend und Sport

    1. Soziale und demokratische Kompetenzen fördern. Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8 Alfred Roos, RAA Brandenburg

    2. „Regeln gemeinsam setzen!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15 Die Erarbeitung von Klassenregeln im Kontext des sozialen Lernens Birgit Funke und Harald Podzuweit, RAA Brandenburg

    3. Klassenrat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .29 Dagmar Schreiber, Katja Witt, Anke Kliewe, Democaris e.V.

    4. Gruppenfeedback . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .46 Elke Klein, KoBra.net

    5. Die Wir-Werkstatt – eine gute Methode für die Projektarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .61 Hartmut Wedekind, Humboldt Universität Berlin

    6. Ansprechpartner/innen im Land Brandenburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .77

  • 4 Klasse werden – Klasse sein!

  • 5Klasse werden – Klasse sein!

    H. Rupprecht, Minister für Bildung, Jugend und Sport | Grußwort

    Liebe Leserin, lieber Leser

    Junge Menschen sollen zu selbständigen, interessierten, toleranten und sozialen Persönlichkeiten heranwachsen; das ist unser bildungs- politisches Ziel. Sie sollen ihr Leben selbst meistern können. Die Schule gibt dafür neben dem Elternhaus die vielleicht wichtigste Begleitung und Unterstützung. Neben Fachwissen, guter Didaktik und Methodik sind die Hinwendung zu den Kindern und die Ach- tung der Lehrerin und des Lehrers vor dem Kind, vor der kindlichen Lebenswelt und ihren Ausdrucksformen eine wichtige Vorausset- zung für das Gelingen.

    Wir wissen: Nur wer seinen Selbstwert erkennt, kann andere achten und hat bei Konflikten ein Inte- resse an einem konstruktiven und friedlichen Interessenausgleich. Ihren Selbstwert erkennen Kinder und Jugendliche am ehesten dann, wenn wir Erwachsenen sie ermutigen, sich zu entwickeln, wenn sie zeigen dürfen, was sie können und nicht verstecken müssen, was sie nicht können.

    Unabhängig davon, welche Voraussetzungen die Schülerinnen und Schüler von zu Hause mitbrin- gen, hat die Schule das Ziel, sie zu Menschen zu erziehen,

    die sich selbst verwirklichen wollen, die an sich selbst und anderen Interesse haben, die Lust haben, ihre Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln, die gern Verantwortung übernehmen und die die Erfahrung machen, dass sie ihre Verhältnisse selbst gestalten können.

    Kurz gesagt, die Schule soll die Potentiale, die in jedem Kind stecken, wecken. Das fällt nicht immer leicht. Dennoch gilt es, genau daran als Lehrerin und Lehrer täglich zu arbeiten. Das setzt voraus, die Schülerinnen und Schüler auch als soziale Wesen und als Gruppe in den Blick zu nehmen.

    Wer dafür offen ist, kann mit Kindern viele positive Erfahrungen machen. Es gibt viele Mög-lich- keiten, Schülerinnen und Schüler aktiv in das Unterrichtsgeschehen einzubeziehen, sie für Vorha- ben an der Schule zu öffnen, mit ihnen Probleme zu klären und verschiedene Interessenlagen aus- zuhandeln. All das sind Erfahrungen, die sie für ihre Entwicklung brauchen und von denen auch wir Erwachsenen profitieren.

    Es gibt eine Reihe von Methoden, gleichberechtigte Kommunikation in das Schulleben und den Unterricht aufzunehmen und damit den Einfluss der Kinder und Jugendlichen auf das schulische Geschehen zu erhöhen und sie in die Verantwortung dafür einzubinden. Vier davon werden in die- ser Handreichung praxisorientiert und verständlich beschrieben.

    Sie sind nicht nur ein Beitrag zur Förderung der Sozialkompetenz von Kindern und Jugendlichen, sondern auch ein Beitrag zur Entwicklung demokratischen Handelns. Im Zusammenhang mit der Werteerziehung wird häufig darauf hingewiesen, dass Wertorientierungen sich nur herausbilden

  • 6 Klasse werden – Klasse sein!

    können, wenn sich Kinder und Jugendliche wertgeschätzt fühlen. Partizipationsgelegenheiten ver- mitteln diese Wertschätzung.

    Ich freue mich, dass mit der vorliegenden Handreichung ein Schritt in diese Richtung getan wird und die Lehrenden und Lernenden unterstützt werden, Partizipation zu ermöglichen und einzufor- dern. Die Handreichung kann aber auch für Schülerinnen und Schüler interessant sein, die sich stär- ker einbringen wollen.

    Holger Rupprecht Minister für Bildung, Jugend und Sport

    Grußwort | H. Rupprecht, Minister für Bildung, Jugend und Sport

  • 7Klasse werden – Klasse sein!

  • 8 Klasse werden – Klasse sein

    Soziale und demokratische Kompetenzen fördern | A. Roos 1.

    Soziale und demokratische Kompetenzen fördern. Einleitung

    Alfred Roos RAA Brandenburg

    1.

    1 Für viele Anregungen danke ich Silvana Hilliger aus dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

    1

  • 9Klasse werden – Klasse sein!

    A. Roos | Soziale und demokratische Kompetenzen fördern 1.

    Der Ernst des Lebens

    Der Schulleiter bei der feierlichen Übergabe der Abschlusszeugnisse: „Nun, liebe Schülerinnen und Schüler, beginnt der Ernst des Lebens“ …

    Den meisten, die dies heute hören, huscht ein Lächeln übers Gesicht angesichts der antiquierten Vorstellung, die sich in dieser Aussage zeigt.

    Das Bild von Schule hat sich maßgeblich gewandelt. Wenn auch vielleicht nicht überall. Aber nach dem PISA-Schock scheint einiges in Bewegung gekommen zu sein. Gleichzeitig wird nur derjenige behaupten, der von Schule sehr weit entfernt ist, dass erst PISA etwas in Gang gesetzt habe. Aber: Nach PISA ist die Aufmerksamkeit anders verteilt. Keine Woche, in der nicht z.B. im Wochenmaga- zin DIE ZEIT ein Artikel an prominenter Stelle über Innovationen und auch Problemlagen von Bildung und Schule erscheint. Mehr noch: In den Tageszeitungen taucht Schule plötzlich nicht nur im Feuille- ton der Tageszeitungen oder der allmonatlichen „Schulseite“ sondern auch auf der Wirtschaftsseite auf. Damit ist offensichtlich, dass es sich nicht um Nebensächlichkeiten handelt, sondern es um ele- mentare Zukunftsfragen unserer Gesellschaft geht. Darüber hinaus haben gerade Wirtschaftsmaga- zine das Thema entdeckt; und zwar nicht nur, indem sie gnadenlos die PISA-Missstände anprangern.

    Vieles ist in Bewegung: Zentral und paradigmatisch erscheint uns dabei die Fokussierung auf Fra- gen der Kompetenz und ihrer Vermittlung. Niemand wagt mehr in Frage zu stellen, dass es in der Bildung um mehr geht als um die Vermittlung und die Aneignung von Wissen. Wissen erscheint viel- mehr als nach wie vor wichtiger Aspekt von Kompetenzen. So stehen „in PISA mithin nicht Fächer und ihre Wissensbestände im traditionellen Sinne (zur Debatte), sondern Basiskompetenzen quer zu den Fächern. Sie sind in allen Fächern Voraussetzung von Lernen und Verstehen und müssen des- halb in alle

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