Kirchenzeitung f£¼r das Bistum Limburg 2019-05-02¢  Kirchenzeitung f£¼r das Bistum Limburg Joggende

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    „Sein Bestes geben.“ So ist ein Text über- schrieben, in dem sich der Vatikan erstmals zum modernen Massenphänomen des Sports äußert. Positiv werden darin als wesentliche Elemente des Sporttreibens genannt: Diszi- plin, Fairplay, Freude, Mut, Teamgeist und

    Opferbereitschaft. Der Sport, heißt es im Text, stärke die Einheit von Körper, Geist und Seele und trage zu einem besseren und friedlichen Miteinander der Menschen bei. Scharf kritisiert werden – wie nicht anders zu erwarten – Doping und Korruption.

    Den Worten Taten folgen lassen unterdessen -

    vereins im Vatikan: „Athletica Vaticana“ nennen sich die dort aktiven Ordensleute, Priester, Gardisten … Spätere Olympiateil- nahme nicht ausgeschlossen …

    Im Vatikan treibt man Sport In Worten und Werken

    Mai 2019 Kostenloses Extra

    Kirchenzeitung für das Bistum Limburg

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  • 2 Extra Gesundheit | Mai 2019

    Liebe Leserinnen, liebe Leser, Gesundheit ist auch im Raum der Kirche stets ein Thema – und ein gesunder Umgang mit Krankheiten natürlich auch. So gibt es selbstverständlich Seelsorge in Krankenhäu- sern, einen weltweiten Gebetstag für Kranke und sogar ein eigenes Sakrament zum Heil- werden: die Krankensalbung.

    Es gibt aber auch eine Fülle von Einrich- tungen und Organisationen in Trägerschaft der Kirche, die sich um ein gesundes Leben kümmern. In Deutschland zum Beispiel zählt sogar ein Sportverband zu den katholischen Verbänden: die DJK. Im Vatikan folgt man jetzt diesem Gedanken, dass gemeinsames Sporttreiben stets nicht nur die eigene Ge- sundheit fördert, sondern auch das friedliche Mitein-ander der Menschen. In Rom haben sich deshalb die „Athletica Vaticana“ gegrün- det: der erste vatikanische Sportverein.

    Seit Jahrzehnten aktiv ist die Kirche in Deutschland im Bereich der Mutter-Kind- Kuren. Sie stehen nach wie vor ganz hoch im Kurs. Allein in den 21 Einrichtungen in katholischer Trägerschaft – zusammenge- schlossen in der Katholischen Arbeitsgemein- schaft (KAG) Müttergenesung – haben im vergangenen Jahr 13 500 Mütter und 17 800

    geht es stets auch um ein gutes Miteinander von Mutter und Kind, „Mutter-Kind-Interak- tion“ nennen das die Fachleute. „Wenn diese Beziehung belastet ist, belastet es früher oder später auch die Gesundheit“, erklärt Margot Jäger, Geschäftsführerin der KAG. Auch gesunde Ernährung ist in den Einrich- tungen ein wichtiges Thema. Es gibt aber auch Maßnahmen für Familien in Trauersitu- ationen, für Alleinerziehende oder Kuren mit begleitendem Erziehungstraining. Wer mehr wissen mag: die Hotline der KAG erreicht man unter 0180/140 0 140 (3,9 Cent pro Minute aus dem Festnetz).

    Was gut und gesund ist für Mutter und Kind, das mag ja auch anderen nützen: den Männern und den älter Werdenden. Vielleicht kann dieses „Extra“ hier und dort einen Anstoß geben, sich aktiv um das eige- ne Wohlbehagen zu kümmern. Viel Freude beim Lesen. Und: Bleiben (oder werden) Sie gesund!!

    EDITORIAL

    Ihre Redaktion

    Dieses Extra ist ein kostenloses Sonderheft der Kirchenzeitungen für die Bistümer Fulda, Limburg und Mainz: Bonifatiusbote, Der Sonntag, Glaube und Leben

    Herausgeber: Die Bistümer Fulda, Limburg und Mainz

    Verlag: Gesellschaft für kirchliche Publizistik Mainz GmbH & Co. KG, 90 HRA Mainz 3889; phG: Verwaltungsgesellschaft für kirchliche Publizistik Mainz mbh, HRB Mainz 7715; Geschäftsführer: Carl C. Englisch

    Redaktion: Johannes Becher (job), Mainz (Redaktionsleiter)

    Anschrift für Vertrieb und Anzeigenannahme: Frankfurter Straße 9, 65549 Limburg, Telefon 06431/91130

    Druck: VRM Druck, Alexander-Fleming-Ring, 65428 Rüsselsheim.

    Zur Zeit ist Anzeigenpreisliste Nr. 42 gültig.

    Kontakt zur Redaktion: Telefon 06431/91130, E-Mail: info@kirchenzeitung.de

    Die Kirchenzeitung im Internet: www.kirchenzeitung.de, www. facebook.com/diekirchenzeitung

    Impressum

    Der Vatikan hat erstmals einen eigenen Sportverein gegrün- det. Das Team mit dem Namen „Athletica Vaticana“ besteht aus rund 60 Vatikanmitarbeitern und zwei muslimischen Migranten als Ehrenmitgliedern.

    „Sport, Kultur, Religion und Ethik gehören zusammen“, sagte Kurienkardinal Gian- franco Ravasi. Der Leiter des päpstlichen Kulturrates verur- teilte Doping, Rassismus und einen „Verfall der Ethik“ im Sport; dem wolle das Vatikan- Team etwas entgegensetzen.

    Zusammen mit der Vorstel- lung des vatikanischen Sport- vereins informierte der Vatikan auch über ein Abkommen des Heiligen Stuhls mit dem Nati- onalen Olympischen Komitee Italiens CONI. Die Kooperation mit dem italienischen Sport- dachverband ist für die Teil- nahme des Vatikan-Teams an Wettkämpfen wichtig.

    Erster Auftritt der Vatikan- Sportler war im Januar: Da nahm die Sporttruppe am Soli- daritätslauf „Corsa di Miguel“ in Rom teil. Das Vatikan-Team war gemeinsam mit Migranten an

    einem außerhalb der Wertung stehenden Drei-Kilometer-Lauf gegen Rassismus dabei.

    Der vatikanische Sportbe- auftragte Melchor Sanchez de Toca, der an der Spitze des neuen Sportvereins steht, betonte, hauptsächlich wolle die Vereinigung sportliche Akti- vitäten sowie spirituelle, kultu- relle und Solidaritätsaktionen fördern. Er verwies auch auf die Unterstützung von Sport- lern mit Behinderung.

    Luca Pancalli, Präsident des italienischen paralympischen Komitees CIP, sagte, der Vatikan stehe seit langem an der Seite von Sportlern mit Behinderung. „Wir wollen eine Botschaft der Solidarität sowie des Kampfs gegen jegliche Form von Rassis- mus und Gewalt aussenden“, so Michela Ciprietti, Angestellte der Vatikan-Apotheke und Läu- ferin der „Athletica Vaticana“.

    Der vatikanische Sportverein entstand aus einer Sport- und Laufgruppe namens „Athletica Vaticana“. Jüngstes Mitglied ist ein 19-jähriger Schweizergar- dist, die älteste Sportlerin eine 62-jährige Angestellte der Bibli- othek. (kna)

    Ordensleute, Schweizer Gardisten, Sachbearbeiterinnen … im Vatikan gibt es jetzt einen Sportverein – Teilnahme an Olympischen Spielen nicht ausgeschlossen. | Fotos: kna

    Fit bleiben Das Team der „Athletica Vaticana“ läuft im Namen des Herrn

    Der Schweizergardist Thierry Roch (19) ist das jüngste Mitglied im Sportverein des Vatikans.

  • Extra Gesundheit | Mai 2019 3

    VON ANGELIKA PRAUSS

    Der Vatikan hat es vorgemacht – auch Ordensfrauen, Schweizergardisten und andere Mitarbeiter des Kirchen- staats treiben Sport. Wie halten es hierzulande Ordensleute mit der Bewegung?

    Sie beten und arbeiten, sind für andere da, und für sich selbst haben sie gar keine Zeit – so sieht das Bild aus, das wohl viele Menschen von Ordensleuten haben. Dass Schwestern und Brüder, Mönche und Nonnen aber durchaus auch Freizeit und Hobbys haben, passt in dieses Kopfkino nicht hinein. Sport etwa. Vor und hinter so mancher Klostermauer rinnt der Schweiß, weil Ordensleute etwas für ihre Fit- ness tun.

    „Eigentlich treiben viele Ordens- leute Sport“, plaudert Dominikane- rin Kerstin-Marie Berretz aus dem Nähkästchen. Sie selbst macht regel- mäßig Yoga und besucht einmal in der Woche abends in Oberhausen eine Yogaklasse. Im Dominikane- rinnenkloster Arenberg, das auch gerne als „Wellnesskloster“ bezeich- net wird, nutzten die dort lebenden

    Schwestern auch das Fitnessstudio und Schwimmbad. „Wir Dominika- nerinnen sind relativ frei, Sport zu treiben“, sagt die Ordensschwester.

    Wer rastet, der rostet – nach dieser Devise verfährt auch Notker Wolf. Der frühere Abtprimas der Benediktiner aus der Erzabtei Sankt Ottilien verriet im Interview, dass er regelmäßig Morgengymnastik macht. Um fünf Uhr in der Früh strecke und dehne er sich ein paar Minuten. Nicht, weil er darauf eine „unbän- dige Lust“ verspüre. Aber „dieses bisschen Sport hilft mir durch den ganzen Tag“.

    Manche Gemein- schaften bieten Sport- rekreation an, so auch die Aulendorfer Schul- schwestern. Einmal in der Woche werde Novizinnensport angebo- ten, erklärt Provinzoberin Lucilla Hauser. „Gerade junge Schwestern,

    über diesen Ausgleich.“ Der Benediktiner Anselm Grün ist

    passionierter Wanderer. Er sucht oft die Natur auf – nicht zuletzt im Berg- urlaub mit seinen Geschwistern, wie

    er in seinem Buch „Von Gipfeln und Tälern des Lebens“ schreibt.

    Ambitionierter geht es Pater Tobias Breer an. Der Duisburger Prämonstratenser legt jede Woche 80 bis 100 Kilometer in Laufschu- hen zurück; fünf Trainingseinheiten mit Flüchtlingen, die er in seiner Gemeinde coacht. Er ist 76 Mara- thons gelaufen; 2018 rannte er in sechs Tagen 172 Kilometer durch die Wüste von Oman.

    Nicht allein aus sportlichem Ehrgeiz – Pater Tobias ist Sponsoren- und Spendenläufer, verbindet Sport mit Nächstenliebe. Inzwischen hat der 55-Jährige mehr als 500 000 Euro für notleidende Kinder gesam- melt. Für ihn zähle auch der soziale Aspekt. „Über das Laufen kann ich auch kirchenferne Menschen errei- chen.“ Und der Pater weiß sich dabei

    in gute