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Katholische Gemeinde St. Katharina ... uns liebte „bis zum Äußersten“(Joh 13). Wo Lebenswege im Tod enden, entspringt neues Leben. Strahlen der Ewigkeit, Strahlen des göttlichen

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  • Katholische Gemeinde St. Katharina

    Gemeindebrief April 2007

    Bad Soden am Taunus

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    „Schaffen wir es, uns auf ein gemein- sames Titelbild für den Osterpfarrbrief zu einigen?“, fragt Joachim Kahle. Und Pfarrer Schäfer ergänzt: „Ein Kreuz haben wir schon jetzt auf dem Ge- meindebrief, um auf die Sodener Pas- sion hinzuweisen.“ „Wie wäre es mit einem Bild zum Elisabethjahr?“, fragt ein Dritter. „Österlich und bunt soll es sein!“ Pfarrbriefredakteure aus allen Gemeinden des Pastoralen Raumes versuchen Termine und Inhalte ihrer Pfarrbriefe zu koordinieren, um das miteinander auch durch dieses Medi- um, das ja alle Haushalte erreicht, nach außen bewusst zu machen.

    Ja, wir haben es geschafft und uns für das Bild „Labyrinth und Rose“ des Priesters und Malers Sieger Köder entschieden. Es ist mehr als ein Kom- promiss, macht es doch Aussagen zu allen unseren Fragen. Die Kathedrale von Chartres ist eines der schönsten Denkmäler der französischen Gotik. Dank einer neuen Bautechnik konnte das massive Mauerwerk aufgelockert und mit großen bunten Fensterflächen (ca. 2000 qm) durchbrochen werden. In schönen Sommerabenden erscheint das Licht im Innenraum in zartem Rot- oder Violett-Ton oder in dem berühm- ten warmen Chartres-Blau.

    Dieses „göttliche Blau“ scheint durch die Fensterrosette auf das La- byrinth am unteren Rand des Bildes. Gewöhnlich ist das Labyrinth ein Sinn- bild für die Mühsal des Lebens, für verschlungene Wege, Ausweglosig- keit und Tod. Aus der Mitte entspringt ein Strauß roter Rosen, Sinnbild für menschliche Beziehungen, Freund-

    schaft und Liebe. Deuten wir das Bild auf die Geschichte des Jesus von Naza- reth, dann steht am Ende seines Lebens durch die verschlungenen Wege des Labyrinths sein Tod aus Liebe zu den Menschen. Der Rosenstrauch, Gestalt gewordene Zuneigung einer Liebe, der uns liebte „bis zum Äußersten“(Joh 13). Wo Lebenswege im Tod enden, entspringt neues Leben. Strahlen der Ewigkeit, Strahlen des göttlichen Lich- tes brechen durch die Steine. Der Tod hat keine Macht mehr. Die Liebe ist stärker.

    Der Lebensweg der Hl. Elisabeth, deren Jubiläumsjahr wir 2007 begehen, war kein einfacher, trotz ihres adligen Standes und einer glücklichen Ehe mit dem Landgrafen der Wartburg. Das verschwenderische Leben der Burg- leute hat sie mit kritischen Augen be- obachtet. Sie sah die Armut und die Not der vielen einfachen Leute in den Dörfern unterhalb der Burg. Das durf- te unter Christen nicht so sein. Und so lässt sie ihr ganzes Leben der Gedanke nicht los, sie müsse wie Jesus auf der Seite der Armen stehen. Die Rosen sind Zeichen ihrer Liebe zu den Menschen. Einst ging Elisabeth wieder mit einem zugedeckten Korb ins Dorf hinunter. Als ihre Schwager sie traf und fragte, was sie in ihrem Korb habe, antworte- te sie: „Rosen, Herr.“ Ungläubig deck- te er den Korb auf und fand statt der eingepackten Lebensmittel lauter duf- tende Rosen unter dem Tuch. Heilige sind Menschen, die in ihrem Leben das göttliche Licht durchscheinen lassen.

    Labyrinth – Rosen und Licht: ein buntes Osterbild. Hans-Jürgen Wagner

    Labyrinth und Rose Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde von St. Katharina,

    unerbittlich hart beschreibt Simone de Beauvoir in ihrem Buch „Ein sanfter Tod“ die einzelnen Phasen des Ster- bens ihrer kranken Mutter. Sie setzt ih- rem Buch den Ausspruch voran: „Geh nicht einfach vornehm hinein wie in

    eine Gute Nacht. Du solltest wutent- brannt sein, wenn der Tag zur Neige geht. Rasen solltest Du und Dich auf- bäumen wider das Gesetz vom Tod des Lichtes.“ Diese Aufforderung ist über- zeugend und hoffnungslos zugleich.

    Österliches Licht

    Ein Lied von Wolf Biermann lautet:

    Das kann doch nicht alles gewesen sein

    Das kann doch nicht alles gewesen sein, das bisschen Sonntag und Kinderschrein, das muss doch noch irgendwo hingehn, hingehn.

    Die Überstunden, das bisschen Kies. Und abends inne Glotze: das Paradies. Darin kann ich noch keinen Sinn sehn, Sinn sehn.

    Das soll nun alles gewesen sein. Da muss doch noch irgendwas kommen. Nein, da muss noch Leben ins Leben – Leben…

    Ein Lied, das gut beschreibt, was Sehn- sucht nach Leben, nach authentischem Leben bedeutet. Bischof Kamphaus sagt in seiner Abschiedspredigt: „So ist das Leben: Wir gehen mit Elan an den Start und landen schließlich mit Filzpantoffeln im Fernsehsessel. War’s das? Das kann doch nicht alles sein!! Ich sehe die Bibel vor mir, ein Buch voller Hoffnungsgeschichten, weit über meinen Horizont hinaus.“

    Diese Hoffnungsgeschichten spre- chen nicht vom Tod des Lichtes, son-

    dern vom Sieg des Lichtes. Die christ- liche Botschaft von der Auferstehung der Toten durchbricht das Gefälle vom Tod als einem Verlöschen ins Nichts. Dass wir als leibhafte, vergängliche Menschen als unvergängliche in Got- tes neue Wirklichkeit gleichsam hin- eingeboren werden, gehört zu den beglückendsten Verheißungen, die der christliche Glaube kennt.

    An jedem Ostertag singen wir das Lied vom Sieg des Lichtes über den Tod. Diese Feier der Hoffnung vom

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    Sieg des Lichtes, das Christus ist, schulden wir der Welt vor allem. Wir dienen ihr nicht mit einem verwässer- ten Christentum. Das können wir uns und Anderen ersparen. Im Leben, in der Kirche und im Pastoralen Raum werden Menschen mit österlicher Hoffnung gesucht. Menschen werden gesucht, die so klar und entschieden

    wie nur möglich bezeugen, was sie im Leben und Tod trägt.

    Kommen Sie und brechen Sie mit uns auf, auszuschauen nach dem Ziel menschlicher Sehnsucht! Machen Sie mit uns die Erfahrung, dass redliches Aufbrechen und Suchen weiterführt, weiterführen kann.

    Es grüßt Sie herzlich

    Das Pastoralteam Bad Soden, Joachim Kahle, Caroline Schneider, Isabell Trautmann, Hans-Jürgen Wagner und

    Die Gestalt der Begleiterin Elisabeth war ein sehr lebendiges Kind. Kein Wunder: Die ungarische Königstochter besaß das sprichwört- liche Temperament ihrer Heimat. Sie liebte das Spiel und die Musik und sie entwickelte sich schon in jungen Jah- ren zu einer tollkühnen Reiterin. Und doch: Manchmal hielt sie mitten im Spiel inne, wurde still und trat in die Kirche ein. Sie wollte ihren Herrn und Freund besuchen.

    Anfrage des Alltags Ich spiele viele Spiele in meinem Leben – Gewinn- und Verlustspiele, Liebes-

    und Machtspiele. Immer wieder wer- de ich versuchen, mitten im Spiel eine Pause einzulegen und wahrzunehmen, was ich da spiele: mich selbst oder meine Rolle? Wahrheit oder Lüge? Im Spiegel der Ehrlichkeit werde ich be- obachten, was ich im Spiel des Lebens zeige: mein Gesicht oder meine Maske. Ich werde versuchen, hinter den Sinn und den Ernst meines Spiels zu kom- men.

    Übung der Stille Jeden Tag nehme ich mir zehn Minuten, die nur mir gehören: ich spreche nicht, beschäftige mich nicht, grüble nicht.

    Ich werde einfach ruhig und atme im Gleichmaß. Ich halte mich selbst aus und ich spüre mein Sein.

    Meditation der Heiligen Schrift Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein, ein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Wider- streit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschla- genheit, die in die Irre führt. Wir wol- len uns, von der Liebe geleitet, an die

    Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er, Christus, ist das Haupt. (Eph 4,14f)

    Gespräch mit Christus (Gebet) Christus, ich erbitte mir die Gnade, bei den vielen Spielen meines Lebens bis zu dem Raum vorzudringen, wo ich sein darf, wie ich bin, und wo ich zu dir komme, der du mein Freund und meine Mitte bist.

    Elisabeth als Wegbegleiterin durch das Jahr Ein geistliches Trainingsprogramm

    Die schon zur Traditi- on gewordene ökume- nisch gestaltete Sodener Passion steht in diesem Jahr besonders unter dem Zeichen des Kreu- zes. Während der Pas- sions-/ Fastenzeit und bis zum 1. Sonntag nach

    Ostern (15.4.) kann eine kleine, aber sehr bedacht zusammengestellte Aus- stellung von Kreuzen im Bad Sodener Stadtmuseum besichtigt werden. Sie ist aus der deutschlandweit beachte- ten Ausstellung „Kreuz und Kruzifix“ hervorgegangen, zu der Künstler in einem Wettbewerb Entwürfe vorgelegt hatten. Der Gedanke war, Kreuze für unterschiedliche Lebensbereiche zu entwickeln. Dies wird von der Bad So- dener Ausstellung mit ausgewählten Werken nachvollzogen. Und so kann man dort • Kreuze für ein Klassenzimmer • Kreuze für ein Büro

    • Kreuze für ein Patientenzimmer • Kreuze für einen Essplatz oder eine

    Wohnküche entdecken.

    Die ruhigen, sachlichen Räume des Stadtmuseums laden – außerhalb des vertrauten Raumes unserer Kirchen – ein zu persönlicher Betrachtung, Me- ditation und Auseinandersetzung mit dem Kreuz als Mittel- und Ausgangs- punkt des Heilsgeschehens. Alle sechs Veranstaltungen der Sodener Passion 2007 nehmen auf die Ausstellung mit dieser Möglichkeit jeweils Bezug.

    Die Auftaktveranstaltung unter dem Leitwort „Das Kreuz erleben“ mit dem Vortrag von Frau Dr. Hildegard Lütkenhaus, Kunsthistorikerin und Mitglied unserer Pfarrei, war sehr gut besucht. Sie zeigte die Geschichte der Entwicklung der Wahrnehmung des Kreuzes auf: ursprünglich ein grausa- mes Folter- und Hinrichtungsinstru- ment ist es durch den Hinrichtungstod Jesu zum Bild für den Sieg des Lebens

    Sodener Passion 2007 im Zeichen des Kreuzes Gelungene Auftaktveranstaltung

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    Jahrelang wurde die Familien- und Kinderpolitik in Deutschland eher stiefmütterli