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Jahresrückblick der Benediktinerabtei Michaelbeuern

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Text of Jahresrückblick der Benediktinerabtei Michaelbeuern

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Pax!
LIEBE FREUNDE UND WOHLTÄ- TER UNSERER ABTEI, LIEBE GÄSTE, ELTERN, LEHRER UND SCHÜLER!
Es gibt Orte auf dieser Erde, da wird die gegenwärtige Problematik des Verhältnisses von Mensch und Schöp- fung besonders greifbar und dort zeigt sich auch die enge internationale Ver- flochtenheit in den Umweltfragen. In Accra, der Hauptstadt Ghanas, hat unsere Michaelbeurer Schuldele- gation vor kurzem so einen Ort be- sucht. Zehntausende Menschen leben im dortigen Stadtteil Agbogbloshie buchstäblich auf der Müllhalde und verdienen sich vom Müllsammeln und Wiederverwerten ein kärgliches Einkommen. Neben den Abfällen der Hauptstadt landen dort illegalerweise Millionen Tonnen Elektronikschrott aus Europa, die von den Bewohnern auf verwertbare Rohstoffe hin durch- sucht werden. Die Bildschirme von Fernsehern und Computern werden mit einfachsten Hilfsmitteln zer- trümmert und so wird das im Inneren vorhandene Phosphor und Cadmium freigesetzt. Zusätzlich können beim Deponieren von Elektronikschrott Gifte wie Quecksilber und Arsen in den Boden gelangen. Wenn man dort hinkommt, muss man aufpassen, wo man hintritt, weil der Boden so verschmutzt ist, Müll und Tierexkremente herumliegen, bra- ckiges Wasser sich seine Bahnen
sucht. Staub und Schmutz soweit das Auge reicht, verbrannte Erde, Lärm und Gestank dazu. Es ist der giftigste Ort der Welt, der von der Bevölke- rung „Sodom“ oder „Eingang zur Hölle“ genannt wird. Kürzlich hat der Kinofilm „Welcome to Sodom. Dein Smartphone ist schon hier“ die- ses Thema international bekannt ge- macht. Mitten in diesem Viertel steht ein Ge- bäude mit der Inschrift „City of God“ („Stadt Gottes“). Dort arbeitet ein Priester des Ordens der Missionare der Nächstenliebe, der von Mutter Te- resa gegründet wurde, und führt einen Kindergarten, eine primitive Klinik, einen Computerschulungsraum, eine Abendschule für Erwachsene und eine Schneiderei für Recycling-Mode. Mitten in diesem trostlosen Umfeld grüßen dich fröhliche Kinder, lernen Lesen und Schreiben, üben sich in den ersten Schritten der Fremdsprache
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- Das tun wir, wenn wir hier Gemein- schaft in generationübergreifender Solidarität leben und uns auch um eine gute Versorgung unserer älteren Mitbrüder bemühen, wofür der heuri- ge Zimmerumbau ein Zeichen ist. - Das tun wir, wenn neue Mitbrüder willkommen sind und wir uns freuen, dass P. Clemens in unserer Gemein- schaft seine Stabilitas versprechen wird. Im freiwilligen Ordensjahr wer- den ab nächstem Jahr Gäste zu uns kommen, die ein geistliches Leben prüfen. - Das tun wir, wenn wir arbeiten und unsere Verantwortung für die Schöp- fung wahrnehmen. Unser Garten blüht und gedeiht, wir versorgen uns mit Ökoenergie und ringen um Möglich- keiten, dass unser Grund und Boden nachhaltig und ressourcenschonend bewirtschaftet wird. In der heutigen Situation der Preisentwicklung in der Landwirtschaft ist das keine leichte Aufgabe, die uns noch viel an Überle- gungen kosten wird. - Das tun wir im vielfältigen Einsatz der Mönche, die mit vielen Helfe- rinnen und Helfern in den seelsorg- lichen und pädagogischen Bereichen des Stiftes tätig sind. Im heurigen Michaelbrief werden Sie wieder viel Interessantes aus unseren Aufgabengebieten lesen: In der Schule ist die Bewahrung der Schöpfung ein großes Thema, was besonders in der Versöhnungswoche zum Tragen kam. Bald 25 Jahre Mar- chtal–Pädagogik in unserer Schule zeigen in der pädagogischen Dauer-
Englisch. Sie sind gewaschen und or- dentlich gekleidet, singen und lachen. Mitten in der Hölle ist ein Stück Him- mel. Wer immer noch Zweifel hat, ob wir vom Himmel reden sollen, es hat Sinn. Wer immer Gott sucht, hier ist er. Mitten in der so hoffnungslosen Welt ist eine Insel mit seinem Namen, der Beginn einer neuen Welt. Wer an Gott glaubt, glaubt an die Würde des Menschen. Wer Gott verkündet, erzählt von der Hoffnung und von einem neuen Beginn. Wer von Gott redet, verändert die Welt. Und das greift dort ganz praktisch: Menschen beginnen ihre Würde wieder zu entde- cken, Wasch- und Badehäuser entste- hen, es wird aufgeräumt und zusam- mengekehrt, Läden werden eröffnet, auch einen Friseur gibt es bereits. In der „City of God“ wird deutlich, welche Einheit zwischen Gottes- und Nächstenliebe besteht, wie wichtig eine spirituelle Grundhaltung für den Einsatz für die Menschen ist und was möglich ist, wenn man glaubt. Auch bei uns in der Heimat, in einem ganz anderen Umfeld, gilt dieser Zu- sammenhang von Spiritualität und Engagement, von actio und contem- platio. Uns Benediktinern ist es ein Anliegen Gott zu verkünden, an ihn zu erinnern und Spiritualität praktisch erlebbar zu machen: - Das tun wir zuerst in der Liturgie wenn wir ansprechende Gottesdienste feiern, treu im Stundengebet sind und Gäste zum Mitbeten einladen, wie es etwa bei jeder Sonntagsvesper ge- schieht.
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Abt Mag. Johannes Perkmann OSB Michaelbeuern, am 1. November 2019
reformdiskussion praktische Wege auf, was getan werden kann: selbstän- diges und soziales Lernen ist ebenso möglich wie vernetztes Denken. Im nächsten Jahr feiern wir auch 25 Jah- re Ghana-Projekt und 25 Jahre Floor- hockey-Aktion mit der Lebenshilfe. Auch in unseren Pfarren tat sich Ei- niges. So konnte in Mülln die einge- stürzte Friedhofsmauer fertiggestellt werden, trotz aller Unkenrufe auch mit öffentlicher Unterstützung. Das neue Konzept der Stadtseelsorge wird intensiv diskutiert. In Perwang wird die Kirche saniert und ist schon zum Großteil fertig. In Dorfbeuern konnte mit dem neu- en Taufstein die Kircheneinrichtung komplettiert werden und mit einer neuen Homepage versucht die Pfarre medial präsenter zu sein. In der ehemaligen Pfarre Maxglan wurde mit einem großen Pfarrfest 500 Jahre Kleine Kirche gefeiert, in
Arnsdorf steht nächstes Jahr dieses große Jubiläum an. Dazu wird derzeit die Wallfahrtskirche mit großem Ein- satz der Bevölkerung renoviert. In der Pfarre Lamprechtshausen tritt Rupert Reindl mit Jahresende in den Ruhe- stand und wir danken ihm für die gute Zusammenarbeit. Bei all dem Tun sind wir Benedikti- ner kein Verein für Gebäudeerhaltung, Bewahrung der Volkskultur, keine NGO für Bildung oder Sozialhilfe, sondern eine Ordensgemeinschaft, die den Glauben lebt und weitergibt. Ein Dank gilt allen, die hier mithelfen und uns im Gebet begleiten. Gott ist uns wichtig, ihn erzählen wir, seinen Auftrag nehmen wir ernst. Er schenke Ihnen seinen Segen!
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Unser Jahresrückblick 2018/2019
Ich frag mich, wo die Zeit geblieben ist... Diesen Ausspruch, den wir oft hören und selber auch immer wieder in den Mund nehmen, ist ein Seufzer darüber, dass das Leben unter unseren Händen zu zer- rinnen scheint. Gerade am Ende eines Jahres merken wir es wieder, wie schnell die Monate verflogen sind. So geht es auch mir, wenn ich unsere Klosterchronik durchsehe und daraus Interessantes für Sie zusammenstelle. Manchmal kommt da noch eine eigenartige innere Unruhe hinzu, und wir fragen uns: Wie wird es weitergehen? Wie wird sich die Gesellschaft entwickeln? Was wird aus der Kirche, den Familien und den christlichen Gemeinden werden? Wie wird der Glaube an die nächste Generation weitergegeben werden? Damit uns diese Fragen nicht schrecken, tut ein dankbarer Blick zurück gut. Das tun wir auch, wenn wir einen Jahresrückblick machen. Es tut uns gut, uns zu erinnern, dass wir unseren Weg bisher nicht alleine gehen mussten, sondern auf Gottes Treue bauen konnten. Ja, Gottes Treue hat uns bisher begleitet, in allem Auf und Ab des Lebens, und wird uns weiter begleiten. Mit einem neuen geistlichen Lied können wir getrost bekennen: „Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir. Du gibst Ge- borgenheit, du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.“ Es ist die verfließende Zeit, die uns so oft bedrückt und besorgt. „Mutlos frag ich: Was wird morgen sein?“ – „Hilflos seh’ ich, wie die Zeit verrinnt. Stunden, Tage, Jahre gehen hin, und ich frag, wo sie geblieben sind.“ – Die Erfahrung der knappen Zeit macht uns zu schaffen: „Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb neh- men mich gefangen, jagen mich.“ Doch die Erfahrung des Gläubigen, die nur in Erinnerung gerufen werden muss, hält dagegen: „Du liebst mich, du lässt mich los. Vater, du wirst bei mir sein.“ Gott erhört die Bitte: „Herr, ich rufe: Komm und mach mich frei! Führe du mich Schritt für Schritt.“ Das Geheimnis des Trostes liegt in der Erinnerung. Wer in sein Leben hinein- spürt und sich zu erinnern weiß, der kann guten Mutes sein, denn er erinnert sich an die Geborgenheit, die Gott immer und immer geschenkt hat. Das können auch wir als klösterliche Gemeinschaft, wenn wir auf das Jahr, von dem wir in diesem Michaelibrief berichten, in Dankbarkeit zurückblicken. An dieser Stelle danke ich P. Clemens, der meine Aufzeichnungen für Sie aufberei- tet und in Form gebracht hat. Gott ist als der Ewige der Herr über die Zeit, in seinen Händen steht all unsere Zeit, auch die ungewisse Zukunft. So können wir den Weg in die Zukunft getrost und ermutigt gehen.
Ihr Chronist P. Prior Michael Eppenschwandtner OSB
Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn ein ganzes Leben lang zu suchen.
Hl. Teresa von Avila
OKTOBER 2018: 01.: Arbeiter sind gerade dabei, Vor- arbeiten für Sicherung der Müllner Friedhofsmauer zu tätigen, als sich tonnenschwere Konglomeratsteine lösen und auf die Augustinergasse stürzen. Gott sei Dank wird niemand verletzt. Da die etwa 400 Jahre alte Stützmauer als gefährdet gilt, wird sie bereits seit einiger Zeit von Fachleu- ten genau beobachtet. 03.: Abt Johannes fährt nach Prag, um am Treffen der deutschsprachigen Abtpräsides teilzunehmen.
und Verbreitung des weltberühmten Weihnachts-Hits. Danach geht’s nach Michaelbeuern, wo in der Stiftskellne- rei bereits der Tisch fürs Mittagsmahl gedeckt ist. Bei einem guten Essen in gemütlich, angenehmer Atmosphäre fällt das Plauschen besonders leicht und die Zeit vergeht schnell. Frisch gestärkt, machen sich die Ordensleute auf, um das Kloster zu erkunden oder den Klostergarten zu besichtigen. Be- vor es wieder Richtung Heimatkloster geht, gibt’s noch Kuchen und Kaffee im barocken Ambiente des großen Refektoriums. 15.: Dem alten, ungenutzten Rin- derstall hat die Witterung der letzten Jahrzehnte besonders stark zugesetzt. Um zu verhindern, dass eine große Schneelast das prächtige Gewölbe schädigt oder gar zerstört, wird das teilweise schon marode Obergeschoss samt Dachstuhl abgetragen und durch ein provisorisches Dach ersetzt. Dank der Neubedachung haben wir genü- gend Zeit, uns über den künftigen Ver- wendungszweck dieses historischen Gebäudes klar zu werden. 16.: Br. Konrad muss ins Kranken-
12.: Regelmäßig machen die Lehrer Innen unserer Mittelschule eine Aus- flug. Heuer geht es für zwei Tage nach Regensburg. Abt Johannes und Fr. Gregor sind auch mit von der Partie. 13.: Der diesjährige Ordenstag der Erzdiözese Salzburg führt in den nördlichen Flachgau. Auftakt ist in der Wallfahrtskirche Maria im Mösl/ Arnsdorf, wo Bischofsvikar Dr. Gott- fried Laireiter der Eucharistiefeier vorsteht. Gleich neben der Kirche steht das altehrwürdige Schulhaus, das noch als solches in Betrieb ist, und das Stille-Nacht-Museum beherbergt. Der Kustos des Museums Max Gurtner erzählt den interessiert Lauschenden Wissenswertes über die Entstehung
Die gefallene Müllner Friedhofsmauer
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30.: Endlich wieder vor Ort einkau- fen! Schon vor einigen Jahren hat das letzte Kaufhaus seine Rollläden für immer heruntergelassen. Mit der Er- öffnung der neuen Billa-Filiale gehört die Zeit des kauftechnischen Auspen- dels der Vergangenheit an. Abt Jo- hannes, Abt em. Nicolaus und P. Vir- gil sind bei Eröffnungsfeierlichkeiten zugegen. Der Supermarkt, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt, befindet sich auf einem Klostergrund- stück, hat einen großen Parkplatz und ist gut erreichbar, was insbesondere unsere SchülerInnen freut, die eifrig zum neuen „Einkaufsmekka“ pilgern. P. Franz und Prior P. Michael sind bei der Eröffnung des Supermarktes nicht dabei. Sie weilen zeitgleich
haus. Bei den Barmherzigen Brüdern in Salzburg fühlt er sich immer gut aufgehoben und vortrefflich betreut. 21.: Die Gemeinde Dorfbeuern hat ei- nen neuen Kindergarten. Der innova- tiv aus Holz gefertigte Bau bietet vier Kindergruppen ausreichend Platz. Die Einweihungsfeierlichkeiten beginnen beim Konventamt in der Stiftskirche, wo die Kleinen emsig mitwirken. Der eigentliche Festakt findet dann im Kindergarten statt: Nach der Segnung durch Abt Johannes übergibt Bürger- meister Adi Hinterhauser das Gebäu- de offiziell seiner Bestimmung. Viele Einheimische nützen die Gelegenheit zur Besichtigung und bedauern, dass sie dem Kindergartenalter bereits ent- wachsen sind.
Eine gut gelaute Schar - die Ordensleute vorm Schulhaus in Arnsdorf
im Erzbischöflichen Palais, wo Erz- bischof Dr. Franz Lackner P. Franz zum Ehrenkonistorialrat ernennt. Die Laudatio für den allseits beliebten Pfarrer von Mülln hält der Erzbischof höchstpersönlich. Im selben Festakt erhält Siegfried Lebesmühlbacher den päpstlichen Orden „pro ecclesia et pontifice“. Sein Verdienst ist es, dass er sich 34 Jahre lang ehrenamtlich für die Restaurierung der Pfarrkirche Mülln eingesetzt hat.
Am Tage des Jüngsten Gerichts wird man uns nicht fragen, was wir gele- sen, sondern was wir getan haben; nicht fragen, wie schön wir gespro- chen, sondern wie fromm wir gelebt haben.
Thomas von Kempen
NOVEMBER 2018: 01.: In seiner Allerheiligen-Predigt stellt Abt Johannes die in unserer Stiftskirche bildlich oder figürlich dargestellten Heiligen vor. Wer die Heiligen der Pfarrkirche in Dorfbeu- ern entdecken will, kann dies mittels
neuen Kunstführers tun, der heute der Allgemeinheit vorgestellt wird. Nachmittags treffen Josef Di Stolfo und Karlin Cornelius ein, um ein Wo- chenende lag „Kloster auf Zeit“ zu erleben. 02.: Nachdem wir gestern unsere Heiligen und Seligen gefeiert haben, gedenken wir heute, an Allerseelen, unserer lieben Verstorbenen. 04.: Die Leonhardifahrt in Benedikt- beuern ist ein jährliches Muss für viele Pferdefreunde in Oberbayern. Rund 50 festlich geschmückte Ge- spanne sind zugegen; 7000 Besucher füllen die Basilika und Klosterhof. Diesmal ist Abt Johannes – ihm ist Benediktbeuern aus Studientagen wohl vertraut – eingeladen, dem Fest- gottesdienst vorzustehen, die Predigt zu halten und Mensch und Tier zu segnen. 05.: Heute dürfen wir wieder die Teilnehmer der Österreichischen Bi- schofskonferenz begrüßen, die in unserem Exerzitienhaus ihre Herbst- vollversammlung abhalten. Laudes und Eucharistie feiern wir zum Teil gemeinsam. Am Mittwochnachmittag ist sogar der Apostolische Nuntius Dr.
P. Franz - der leidenschaftliche Spieler
Friedhofsarbeiten - Buchs gegen Eibe
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Peter Zurbriggen anwesend. Die Bi- schöfe feiern den traditionellen Abend des Gebetes mit. Erzbischof Dr. Franz Lackner steht dem Gottesdienst vor und der Wiener Weihbischof Dr. Ste- phan Turnovszky hält die Predigt. 08.: P. Paulus muss kurzfristig das Krankenhaus aufsuchen. 12.: Der druckfertige Michaelibrief und das Jahresprogramm des Exerziti- enhauses werden nach Munderfing in die Druckerei Aumayr gebracht. Eine Woche später können wir mit dem Versand beginnen. 15.: Am Leopolditag lassen wir un- seren Heiligenexperten P. Leopold Strobl hochleben. Was ihm sein Na- menspatron bedeutet, ist in einem von ihm verfassten Liebesbrief nach- zulesen. Da nicht nur der dreifache
Landespatron solche „Liebesbekun- dungen“ bekommen hat – mittler- weile sind schon drei Bücher voller Liebesbriefe erschienen –, bleibt zu hoffen, dass den Heiligen das Laster der Eifersucht fremd ist. 19.: P. Clemens nimmt an einem mehrtägigen Kurs am Institut für Be- nediktinische Studien in Salzburg teil. 22.: Der Advent steht unmittelbar vor der Tür, genügend Tannenreisig ist bereitgestellt und etwa 20 emsige Hände sind bereit, die Adventkränze für Stiftskirche, Marienkapelle usw. zu binden. Nach getaner Arbeit gibt es eine schmackhafte Klosterjause. 24.: Guter Dinge startet Br. Benedikt seinen Regenerationsaufenthalt in Goldegg. Leider stürzt er während des Aufenthalts so unglücklich, dass er
Teilnehmer der Österreichischen Bischofskonferenz mit Landesherrn und Hausherrn
sich einen Oberschenkelhalsbruch zu- zieht. Die nächsten Wochen verbringt er im Krankenhaus Schwarzach, dann wird er nach Salzburg überstellt, wo er sogar über Weihnachten bleiben muss. Ende Jänner kommt er ins Krankenhaus Oberndorf. Trotz allem macht Br. Benedikt große Fortschritte und darf am 12. Februar das Kranken- haus endlich wieder verlassen. 25.: In wenigen Tagen – nämlich am 29. November – begeht P. Franz sei- nen 70. Geburtstag. Bereits heute las- sen ihn seine Müllner „Pfarrkinder“ und viele seiner Freunde hochleben und sind dankbar, in ihm einen so agilen Pfarrer bzw. guten Freund zu haben. Auch wir wünschen ihm von Herzen noch viele segensreiche Jahre im Weinberg des Herrn! 26.: Abt Johannes fährt nach Wien, wo im Kardinal-König-Haus die Herbsttagung der Österreichischen Superiorenkonferenz stattfindet. 30.: Am 30. November 1958 hat unser Senior Br. Konrad seine ewige Pro- fess abgelegt. Seitdem sind 60 Jah- re ins Land gezogen. Br. Konrad hat vieles persönlich miterlebt, von dem wir heute nur mehr vom Hörensagen
wissen. Sein Sechzigjähriges feiern wir im kleinen Kreis des Konvents.
Bete, als hinge alles von Gott ab. Handle, als hinge alles von dir ab.
Hl. Augustinus
DEZEMBER 2018: 01.: Mit einem festlichen Vorabend- gottesdienst, der von Stifts- und Kin- derchor gesanglich umrahmt wird, beginnen wir die Adventzeit. Abt Johannes segnet die vielen Advent- kränze und übergibt – zu Beginn des neuen Kirchenjahres – das neue Lektionar seiner Bestimmung. Damit – dem Wunsch des II. Vatikanischen Konzils entsprechend – der Tisch des Wort Gottes auch in unseren Kirchen reichlich gedeckt ist, werden künftig alle drei Lesungen vorgetragen. 02.: Nachmittags findet das von Stifts- chor und Schule gemeinsam arran- gierte Adventsingen statt. Die Stifts- kirche ist gut gefüllt und Klein und Groß lauschen den gesanglichen und musikalischen Darbietungen. Leider schickt der Himmel keine Schneeflo- cken hernieder, sondern einen starken Regenschauer, der den anschließend im Klosterhof stattfindenden Advent- markt beeinträchtigt. 05.: Im Rahmen der abendlichen Ni- kolausfeier gratulieren wir Abt em. Nicolaus zu seinem Namenstag und wünschen ihm auf die Fürsprache sei- nes heiligen Namenspatrons Gottes
Leicht „angezuckerter“ Klosterhof
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reichen Segen. Weil der heilige Niko- laus gerne Gutes tut und Freude be- reitet, empfangen auch wir seine Ga- ben in Form von Schoko-Nikolausen, Nüssen und Mandarinen. 06.: Bei unserer Feier hat sich der Heilige aus Myra noch verborgen gehalten. Bei der Heiligen Messe am nächsten Morgen hingegen erscheint er höchstpersönlich, was unsere Schü- lerInnen – zumal die Jüngeren – be- sonders freut. Schließlich haben die Erstklässler den Gottesdienst vorbe- reitet und bringen sich nun eifrig ein. 07.: Heute findet die traditionelle Advent-Feier für unsere fleißigen MitarbeiterInnen statt. Wie es sich für Benediktiner gehört, lassen wir deshalb die Vesper nicht einfach aus- fallen, sondern laden unsere Mitarbei- terInnen ein, gemeinsam mit uns zu beten und zu singen. Nach dieser wür- digen Einstimmung hält Abt Johannes einen Impuls zum 200 jährigen Stil- le-Nacht-Jubiläum. Danach geht’s in die Stiftskellnerei, wo der kulinarisch gemütliche Teil lokalisiert ist, der für viele wohl das Highlight dieser Feier darstellt. Bei ausgezeichnetem Essen und die Zunge lösenden Getränken wird’s nicht langweilig und die Zeit verrinnt wie im Nu. Auch wenn es etwas später geworden ist, sind am nächsten Morgen – wie es sich gehört – wieder alle fit und einsatzbereit. 08.: Mariä Empfängnis wie dem Fest- charakter entsprechend als Pontifikal- amt gefeiert. 09.: Zum heutigen Konventtreffen ist Prof. Dr. Michael Ernst eingeladen.
Als profunder Bibelwissenschaftler lässt er uns an seinen Erkenntnissen zur revidierten Einheitsübersetzung teilhalben. 19.: Am Abend findet die Weihnachts- feier des Lehrerkollegiums unserer Schule statt. Abt Johannes lädt dazu in die Stiftskellnerei ein. 20.: Das Tagesheim hat heute sei- ne Weihnachtsfeier. Das mit einem prächtigen Christbaum geschmückte große Refektorium bietet das entspre- chend Ambiente, um sich bei gutem Essen und schönen Liedern auf das Weihnachtsfest einzustimmen. 21.: Wie schnell die Zeit vergeht! 15 Jahren ist es her, dass Frau Mediha Mehinagic als Raumpflegerin an un- serer Schule begonnen hat und heute ist schon ihr letzter Arbeitstag. Für die
Barocker Teppenaufgang im Konvent
Pension wünschen wir ihr alles Gute! - Abt em. Nicolaus und P. Virgil fah- ren zur Weihnachtsfeier ins Bräustübl nach Salzburg. 24.: Der Heilige Abend beginnt mit einer Krippenfeier für die Kleinen, die mit großen Augen das muntere Trei- ben der Hirten rund um das Christ- kind bestaunen. Wir Mönche eröffnen das Weihnachtsfest mit der feier- lichen Vesper. Nach dem festlichen Abendessen und der Ansprache von Prior P. Michael werden die Kerzen am Christbaum entzündet und einige Weihnachtslieder vor der Krippe ge- sungen. Zu diesem Zeitpunkt weiß ein jeder, bald ist die Bescherung. Mit köstlichen Keksen – sie werden seit Jahren von P. Michaels Mutter liebe- voll gebacken – und Punsch klingt der gemütliche Teil langsam aus. Um 22 Uhr treffen wir einander im Chor, um uns mit der Vigil auf die Christmette einzustimmen. Die Kirchbesucher tun es uns gleich. Sie werden mit weih- nachtlichen Weisen von den Bläsern der Trachtenmusikkapelle Michael- beuern eingestimmt. Die Mette ist wie jedes Jahr gut besucht. 25.: Anlässlich des 200 jährigen Stil-
le-Nacht-Jubiläums beschenkt der Stiftschor die Kirchenbesucher mit der Gruber-Messe, was dem Pontifi- kalamt zur Geburt Christi eine beson- dere Note…

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