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Hund / Katze - files. · PDF fileuntersuchten daher die analgetische Wirkung einer perkutanen Zementoplastie bei OSA im Bereich des distalen Radius, weiterhin wurde der Langzeiteffekt

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  • Schwerpunkt

    Hund / Katze

    Aschenbach JR, Gäbel G, Daugschies A (Hrsg.) LBH: Proceedings 4. Leipziger Tierärztekongress

    (ISBN: 978-3-934178-80-9)

  • Hund / Katze – Onkologie Ludewig et al.

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    Knochentumore aus Sicht der Radiologen Eberhard Ludewig*1, Heike Aupperle2, Katrin Gäbler1, Julia Buchholz3 1Klinik für Kleintiere, 2Institut für Veterinärpathologie, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig; 3Animal Cancer Center, Colorado State University (CSU), Fort Collins (CO, USA) Aufgaben der Röntgenuntersuchung Der bildgebenden Diagnostik kommen bei Tumorerkrankungen des Skelettsystems unterschiedliche Aufgaben zu:

    1. Diagnosestellung - Nachweis der Tumorerkrankung: Primärtumor, Metastasierung - Charakterisierung des Tumors: Wachstumsverhalten, Stadium - sekundäre Läsionen: Spontanfrakturen, Entzündung

    2. Differentialdiagnose - Abgrenzung von traumatischen, entzündlichen, metabolischen/nutritiven, degenerativen

    und anderen Prozessen 3. Therapieplanung 4. Therapie- bzw. Verlaufskontrolle

    Die Röntgendiagnostik besitzt als initiale Untersuchungsverfahren bei der Diagnostik von Knochenerkrankungen eine herausragende Position. Aufgrund der methodenimmanenten Eigenschaften der Röntgendiagnostik (Überlagerungen im Summationsbild, begrenzte Möglichkeit zur Differenzierung von Weichteilläsionen) sind dem Potenzial der Röntgenuntersuchung jedoch Grenzen gesetzt. Die Vorteile alternativer bildgebender Techniken sind insbesondere:

    • Ultraschalluntersuchung: Weichteilbeschreibung, ultraschallgeführte Biopsieentnahme • Computertomographie: Beschreibung von Lagebeziehungen sowie von Grad und Ausdehnung

    der Knochenveränderungen durch Schnittbilddarstellung • Magnetresonanztomographie: Charakterisierung der Tumormasse und Abgrenzung der

    Weichteilanteile • Szintigraphie: Nachweis von Metastasierungen

    Grundsätze der Befundung Folgenden Aspekten ist bei der Befunderhebung zu entsprechen:

    1. Kompakta/Spongiosa: - Veränderungen der röntgenologischen Dichte (Transparenz) und der Architektur

    (Trabekelstruktur) - Abgrenzbarkeit von (röntgenologisch) unverändertem Knochen - Vorhandensein von Kontinuitätsunterbrechung

    2. Periost: Charakter der periostalen Veränderung 3. angrenzende Weichteile: Ausmaß und Charakter der Weichteilveränderung

    * [email protected]

  • Hund / Katze – Onkologie Ludewig et al.

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    4. Lage im Knochen: Ursprung der Veränderung (Diaphyse, Metaphyse, Epiphyse) 5. Zahl und Topographie der veränderten Knochen 6. Läsionen in anderen Regionen/Organen (Lunge !) 7. Dynamik des Prozesses (bei Verlaufsuntersuchungen)

    Radiologische Veränderungen (Burk & Feeney 2003, Kealy & McAllister 2005, Thrall 2002) Das radiologische Bild von Knochentumoren (primäre Tumore, Metastasen) ist uneinheitlich! In jedem Fall führen sie im Verlaufe des Wachstums zu Veränderungen der Architektur und der Dichte, der Kontur und gelegentlich der Form des Knochens. Je nach Art und Stadium des Tumors finden sich (überwiegend) lytische oder (überwiegend) proliferative Veränderungen. Rückschlüsse auf das Wachstumsverhalten (Aggressivität, Aktivität) geben Grad und Art der Destruktion und die Reaktion des umgebenden Gewebes.

    Wenig aggressive (langsam wachsende, inaktive) Läsionen lassen trotz Destruktion Zeichen der (Neu)-Organisation der Knochenstruktur erkennen: Die periostalen und endostalen Grenzen bleiben erhalten und können organisierte Auflagerungen aufweisen. Die Läsion lässt sich innerhalb des Knochens gut von regulärer Spongiosa abgrenzen.

    Aggressive, schnell an Größe zunehmende Veränderungen sind bei ungleichmäßiger Mineralisation peri- und endostal schlecht und unregelmäßig abgegrenzt. Die Kompakta ist durchbrochen. Veränderter und normaler spongiöser Knochen gehen ohne sichtbare Demarkation ineinander über. Meist finden sich ausgedehnte Weichteilveränderungen (u. a. mit Mineralisation). Häufige sekundäre Veränderungen sind Spontanfrakturen.

    Die Abgrenzung tumoröser von nicht-tumorösen Prozessen ist insbesondere im frühen Krankheits- stadium schwierig. Teilweise liegen ähnliche radiologische Veränderungen vor. Daher können schon subtile Abweichungen von der regulären Architektur auf eine Tumorerkrankung hinweisen. Zur deren Visualisierung muss die Bildqualität daher bestimmten Mindestanforderungen entsprechen.

    Die radiologischen Befunde sind unter Einbeziehung des Signalements, der Anamnese und der Befunde der klinischen Untersuchung zu bewerten. Grundsätzlich ist es nicht möglich, Tumoren anhand der Röntgenbefunde hinreichend genau "histologisch" zu typisieren. Daher bedarf es im Folgenden der histologischen (zytologischen) Sicherung der Diagnose (Abgrenzung von nicht-tumorösen Veränderun- gen, histologische Typisierung des Tumors).

    „Für die Diagnostik aller Knochentumoren gilt: Stimmen Röntgenbild, Patientenalter, Lokalisation und histologischer Befund überein, dann stimmt wahrscheinlich die Diagnose. Bei Abweichungen von dieser Regel ist mit Fehlbeurteilungen zu rechnen. Die Ergebnisse müssen gemeinsam von Klinikern, Radiolo- gen und Pathologen bewertet werden. …Die Röntgenbilder (einschließlich CT und MRT u. a.) stellen für den Pathologen die Makroskopie des betreffenden Tumors dar.“ (Adler 2004)

    Histologie der Knochentumore (modifiziert nach Thompson & Pool 2002)

    A. benigne primäre Knochentumoren 1. Osteom 2. ossifizierendes Fibrom 3. Myxom 4. Osteochondrom (solitär, multipel)

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    5. Feline Osteochondromatose 6. Chondrom 7. Hämangiom

    B. maligne primäre Knochentumoren

    zentrale (medulläre) Tumoren bzw. periphere (periostale, parostale) Tumoren 1. Osteosarkom 2. Chondrosarkom 3. Fibrosarkom 4. Hämangiosarkom 5. Riesenzelltumoren 6. multilobuläre Knochentumore

    Gelenktumoren: Synovialzellsarkom

    weitere 1. Liposarkom 2. Maligne Mesenchymome

    Tumore des Knochenmarks: lymphatische und myeloische Tumoren

    C. metastatische (sekundäre) Knochentumoren: Lunge, Mamma, Prostata, Thyreoidea,...

    D. knocheninvasive Weichteiltumoren: Karzinome des Nagelbetts (Plattenepithelkarzinom)

    E. tumorähnliche Läsionen

    1. Fibröse Dysplasie 2. Solitäre Knochenzyste 3. Juxtakortikale Knochenzyste 4. Epidermoidzyste der Phalanx 5. Myositits ossificans 6. Villonoduläre Synovitis

    Differenzialdiagnosen (Dennis et al. 2001)

    A. Infektionen (Periostitis, Osteomyelitis)

    B. weitere (Auswahl) • metabolische/nutritive Knochenerkrankungen • Aseptische Femurkopfnekrose • Akropachie (Hypertrophe Osteopathie, Osteopulmonales Syndrom) • Panostitis eosinophilica (Enostose) • fortgeschrittene degenerative Gelenkerkrankungen • Craniomandibuläre Osteopathie

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    Tabelle 1: Topographie von Osteosarkomen Hund

    (Gibbs et al. 1984; Kohn et al. 1996) Katze (Kessler et al. 1997)

    lange Röhrenknochen 75% (VGM > HGM) 46% (VGM < HGM) Vordergliedmaße Humerus (proximal); Radius & Ulna (distal) Humerus, Zehen Hintergliedmaße Femur (distal); Tibia (proximal und distal) Femur, Tibia, Zehen, Tarsus Schädel/axial. Skelett 25% 54%

    Abb 1: Verteilung caniner Osteosarkome nach Kistler (1981) Osteosarkom Das Osteosarkom ist der am häufigsten vorkommende primäre Knochentumor (Hund: ca. 80%; Katze: ca. 70%). Beim Hund sind männliche, ältere Tiere der großen Rassen prädisponiert. Allerdings kann die Erkrankung auch im jugendlichen Alter auftreten. In differenzialdiagnostische Überlegungen fließen neben dem Signalement, die röntgenologisch erfassbaren Wachstumsmerkmale sowie die Topographie der Läsion ein.

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    Wachstumsverhalten und radiologische Befunde

    • meist monostotisch • überwiegend aggressive Läsion: lytische Destruktion von Spongiosa und Kompakta • unregelmäßige endostale und periostale (spikulaförmige) Auflagerungen • unscharfe Berandung (Abgrenzbarkeit von unverändertem Knochen nur bedingt möglich) • kein "Überspringen" von Gelenken • Übergreifen auf benachbarte Knochen nur bei sehr großen Tumoren • Ursprung meist intraossär (bei Röhrenknochen überwiegend metaphysär) • Ursprung selten peri- und parostal (juxtakortikal)

    Literatur 1. Adler CP (2004): Knochenkrankheiten. Springer. 2. Burk RL, Feeney DA (2003): Small animal radiology and ultrasound. Saunders. 3. Dennis R, Kirberger RM, Wrigley RW, Barr FJ (2001): Small animal radiological differential diagnosis.

    Saunders. 4. Gibbs C, Denny HR, Kelly DF (1984): The radiological features of osteosarcoma of the appendicular skeleton in

    dogs: a review o

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