Headliner #070

  • View
    219

  • Download
    0

Embed Size (px)

DESCRIPTION

Headliner - Musikmagazin - Freitags in der Neuen Suedtiroler Tageszeitung

Text of Headliner #070

  • von Reinhold Giovanett

    Schwarz ist keine Farbe.Schwarz ist ein Statement.Auch fr eine Band wie Ser-pent's Cult, die sich dem Blackme-tal verschrieben hat, einer Musi-krichtung, von der seit ihrer Ent-stehung Mitte der Achtziger Jahrewichtige Impulse ausgegangensind. Wenn von auen dieser Black-metal auch als relativ geschlossenerscheinen mag, so ist es bei nhe-rer Beschftigung aber die kreati-

    ve und intellektuelle Freiheit undKompromisslosigkeit, die nicht nurzu etlichen teilweise avantgardisti-schen stilistischen Verzweigungengefhrt hat und von unzhligenUntergrundbands und Musiker ge-pflegt und weiterentwickelt wer-den, sondern einigen Bands auchbeachtlichen kommerziellen Er-folg beschieden haben.Lupus und Horn, zwei SterzingerMusiker standen am Anfang vonSerpent's Cult. 2006 beschlossendie beiden gemeinsame musikali-

    sche Sache zu machen undstellten mit der Zeit das aufdie Beine, was man eine Black-metal-Band nennt. Serpent'sCult haben im Mrz 2008 ihrerstes, streng auf 100 Stck li-mitiertes Vier-Song-Demo her-ausgebracht, das in der italieni-schen Metalpresse auf sehr po-sitive Resonanz gestoen ist. Es war nicht leicht die richti-gen Musiker fr dieses Projektzu finden, unterstreichtLeadsnger und Gitarrist Lu-pus, denn es muss auch die Ein-stellung stimmen. Wenn man nichtdieselben Vorstellungen hat, dannkommt man nicht weit.Und das ist bei einer Band wie Ser-pent's Cult vielleicht wichtiger als

    bei so manch anderer Band, denndas Konzept ist straff: In visuellerHinsicht zeigt sich das natrlich amkonsequenten Corpspainting, dasSerpent's Cult bei ihren Auftritten

    Fortsetzung >

    Der Kult derSchlange

    Mittwoch, 23. Dezember 2009 Nr. 249/17. Jg.

    > Redaktion Tageszeitung Headliner: redaktion.headliner@gmx.com Tel. 329/5913560

    TageszeitungDIE NEUE SDTIROLER

    Gra

    fik:

    Lu

    pu

    s

    Voten fr die Sterzinger Band beiwww.metalfest.eu: Nur noch eine

    Handvoll Stimmen und Serpent's Cultschaffen es zum Metalfest Openair

    Austria 2010.

  • Jason Tierney lebt seit sechsJahren in Sdtirol und hatsich als Musiker blendend inder Meraner Untergrund-Szeneeingelebt. Jason hat erst nachdemer diesen Zugang gefunden hat, da-mit begonnen, Musik zu schreiben,wenn er in Australien ein wenig

    herumgespielt hat. An der Kreati-vitt scheint es ihm nicht zu fehlen,denn allein 2009 hat er drei Demosfr drei seiner Bands/Projekte ver-ffentlicht.Mit Martin Leimgruber Schlag-zeuger bei Tierney's HauptbandSouthern Extremity hat er einenMitmusiker gefunden, mit der ernicht nur extremen Metal macht,sondern auch akustische Rockson-gs. Dieses akustische Projekt nenntsich Remnants of Tranquillity undTierney stellt es musikalisch in dieNhe von Bands wie Alice in Chains.Ende 2007 ist mit Respect das er-

    ste Demo erschienen. Tierney'sHauptziel ist das Vorankommen vonSouthern Extremity, einer Band, inder extremer Metal und Blackmetal

    zusammenflieen und in der nebenTierney (Stimme und Gitarre) undLeimgruber (Schlagzeug) nochAndreas Fleischwald Eder (Bass)spielt. Mitte Mrz diesen Jahres istHymns of Darkness and Hate er-schienen, ein Demo, das wie auch dieanderen Verffentlichungen vonTierney selbst aufgenommen undproduziert wurde. Neue Songs sindbereits teilweise geschrieben undwarten darauf fertig produziert zuwerden, wobei diese noch mehr inRichtung Black gehen sollen.Das vielleicht interessanteste, weiloriginellste Projekt Tierney's

    nennt sich Lore of Ages, daswhrend der Aufnahmen zum Sou-thern Extremity-Demo quasi alsAusgleich entstanden ist. Reflec-

    tions of the Past (erschienen EndeMrz 2009) setzt sich aus vier lan-gen, langsamen, lrmig-dsterenAmbientsongs zusammen. Das Ma-terial ist etwas sperrig, erweistsich aber nach mehrmaligemDurchhren als ein reizvolles, at-mosphrisches Stck Musik.Das komplette Gegenteil zu Lore ofAges nennt sich Sadoplague. ImSeptember war Leimgruber alsSchlagzeuger durch eine Verletzungauer Gefecht gesetzt, Tierney hat-te Zeit und improvisierte vor sichhin und produzierte dabei kurze,schnelle Death/Grind-Songs. And-

    reas Eder schlug eine Split-CD bersein Label Grind Ambush Recordsvor und Tierney packte das gesamteentstandene Material auf eineDemo-CD, verpasste dem Ganzenden Namen Sadoplague und prsen-tierte dieses Demo am 2. Novemberin einem Meraner Pub, gemeinsammit Grind Ambush Records.Fr Jason Tierney ist eine Liveum-setzung aller vier Projekte denkbar,Schwerpunkt ist und bleibt jedochSouthern Extremity. (rhd)Info: www.myspace.com/southernextremitywww.myspace.com/remnantsoftranquilitywww.myspace.com/loreofageswww.myspace.com/sadoplague

    Fortsetzung >pflegen, in inhaltlicher Hinsichthingegen zeigt es sich mit derAuseinandersetzung pantheisti-scher Traditionen. Neben demLogo der Band, das einem geff-neten Maul einer Schlange nach-empfunden ist, benutzen Ser-pent's Cult zustzlich ein Sym-bol, das sich aus dem altgypti-schen Angkh, dem Hammer vonThor (fr die nordische Mytholo-gie) und aus zwei Blitzen zusam-mensetzt, wobei diese zwei Blit-ze fr Zeus, also fr die griechi-sche Gtterwelt stehen. Verbun-den wird dieses Symbol von ei-ner Schlange, die in allen altenTraditionen und Mythologieneine wichtige Rolle spielt und vonder Band gewissermaen als Ver-bindungsglied dieser Mythologiengesehen und propagiert wird. Die-se Mythologien werden in den Tex-ten den zur Zeit vorherrschendenmonotheistischen Religionen ge-genbergestellt und deren Wertehinterfragt.Zur Zeit ist der lngst stabile Ster-zinger Fnfer damit beschftigt,das neue Material fr eine zweiteVerffentlichung fertig zu stellen.Dass Serpent's Cult ihr neues Ma-terial selbst produzieren, hat finan-zielle Grnde. Aber die noch unge-masterte Version verspricht nicht

    nur in aufnahmetechnischer Hin-sicht ein sehr gutes Demo. Ein er-ster Hreindruck von diesem neu-en Material ist positiv und be-sttigt die Aussage von Lupus:blackmetallische Hrte, nicht zu-viel Pathos und trotz des Double-Bass-Feuerwerks, liegt eine pum-pende Schwere ber Wings. Lu-pus sieht Wings als einen jenerSongs, der die Band am besten wi-derspiegelt und zeigt eine Band,die sich in der Tat stilistisch nichtfestgelegt hat.War das abgelaufene Jahr in Hin-sicht auf die Bhnenaktivitt nichtschlecht, so erhoffen sich Serpent's

    Cult fr 2010 einiges mehr. Nebeneinem (fast) fixierten Auftritt inBrescia liebugeln sie mit der Teil-nahme beim Metalfest OpenairAustria, das ehemalige SummerNights Festival, das drei jungenNachwuchsbands einen Platz aufder Bhne gewhrt, sofern diesedas Voting ber die Festival-Seite(www.metalfest.eu) bestehen. Diedrei Erstplatzierten dieses Votingsknnen im Mai im Vorprogrammvon Metal-Gren wie Bolt-Thro-wer, Testament und Legion of TheDamned spielen. Serpent's Cultsind zur Zeit auf Platz 4!!! Sie brau-chen also EURE Hilfe!

    Tageszeitung

    Mittwoch, 23. Dezember 2009 Nr. 249

    Zeig deinTattoo [11]

    Schickt euer schnstes Tattoo miteurem Namen, woher ihr seidund wo ihr euch das Tattoo habtstechen lassen. Unser Kontakt:redaktion.headliner@gmx.com.

    Daniel Baur (Margreid)Studio: Exodus-Tattoo, Bozen

    Der Kult derSchlange (im

    Uhrzeigersinn von l.n.r.):

    Sarg (Bass), Lupus (Stimme

    und Gitarre), Vipera

    (Keyboards), Waldlufer

    (Schlagzeug) und Horn (Gitarre).

    Black-Death, Grind, Rock & Ambient

    Jason Tierney'sVierteilung

    Vier Seiten einer Medaille: Tierney's Verffentlichungen von Southern Extremity, Lore of Ages, Sadopleague und Remnants of Tranquillity.

  • Seit Frhjahr 09 ist die BruneckerMusikszene um eine Coverbandreicher. Coverband? Streng ge-nommen ja, zumindest wenn manPippi Langstrumpf und Konsor-ten als Interpreten betrachtet,denn Die Rabauken spielen Kin-derlieder zum Mitgrlen. Abseitsdavon hat die Punkrock-Band nunauch ihren Beitrag fr das Kaser-Projekt Schrges Bruneck IIeingespielt, zu dem wir Mike Bur-ger (Bass und Gesang), DavideConci (Gitarre und Gesang), Mo-ritz Feichter (Gitarre und Gesang)und Matthias Schenk (Schlag-zeug) befragt haben.Headliner: Die Rabauken spie-len Kinderlieder im Punkge-wand. Seit und warum?Die Rabauken: Es war irgendwannim Mrz dieses Jahres als wir uns ineinem Proberaum trafen der uns zu-fllig zur Verfgung stand/steht.Wir waren glcklicherweise alle inder gleichen Stimmung einfach Son-gs zu spielen mit denen wir uns niefreiwillig vor ein Publikum getrauthtten, dabei merkten wir dass sichKinderlieder ohne groen Aufwandin Punk spielen lassen. Vllig unge-plant ergab sich dann bald daraufeine Gelegenheit vor Publikum zuspielen und genauso unerwartetwaren die meisten begeistert davon.Natrlich hatten wir selbst auch un-

    seren Spa und so machten wir wei-ter damit Kinderlieder auszu-schlachten.Ihr nennt euch die Rabauken, weilWir haben im Wrterbuch nachge-schlagen und unter Rabaukenstand (ungefhr): junge, lrmende,rcksichtslose Jugendliche oderKinder. Und da wir selbst, beson-ders whrend der Proben kindisch,laut und rcksichtslos sind fandenwir den Namen passend. Auerdemhaben manche von uns ein Faible fraltertmlich angehauchte und vomAussterben bedrohte Wrter. Wen wollt ihr mit euren Songs vorallem ansprechen? Glaubt ihr,auch Erwachsene knnen an eurenInterpretationen Gefallen finden?Wir spielen fr Jugendliche undJunggebliebene, die gerne feiernund zu den Hymnen ihrer Kindheitabrocken wollen. Wir verwurstendabei vorrangig die Kinderliederaus unserer Kindheit und von heu-te, deshalb knnten sich Leute inunserem Alter bzw. darunter mehrangesprochen fhlen als die Gene-rationen vor uns. Bei unseren Auf-tritten ist uns bis jetzt aber nochkein solcher Unterschied aufgefal-len, schlielich war jeder mal Kindoder ist es (hoffentlich) noch! Dasbeste Beispiel dafr sind mit Si-cherheit die gemeinsamen Konzer-te mit der AC/DC-Tribute-Band

    Loud, bei denen wir ein generatio-nenbergreifendes Publikum be-geistern konnten.Ihr habt beim Projekt SchrgesBruneck 2 mitgearbeitet und ei-nen Song fr die soeben erschiene-ne CD beige