Headliner #009

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Headliner - Musikmagazin - Freitags in der Neuen Suedtiroler Tageszeitung

Text of Headliner #009

  • von Reinhold Giovanett

    Es stand bereits im letztenSchuljahr fest, dass dasBrixner PdagogischeGymnasium im Laufe des Sommersin einen Neubau ins Schulzentrumin Brixen bersiedeln wrde. Undso wurde die Premiere des MusicalsNeubeginn denn auch so geplant,dass sie in der neuen Aula ber dieBhne gehen konnte. Neubeginnist das erste groe Musical, das imPdagogischen Gymnasium mitund von Studentinnen und Stunden-ten erarbeitet worden ist, und so istes auch ein blendender Auftakt frdas aktuelle Schuljahr und ganz ge-nerell fr die neue Schule. Wenn derTitel des Musicals in diesem Zusam-menhang vielleicht auch nahelegenwrde, dass jetzt die neue Schulegefeiert wrde, so ist dem jedochnicht so. Der Titel Neubeginn ver-weist vielmehr auf einen breit ange-

    legten Themenblock. Josefine Ober-marzoner, jetzt in der 5C, wird alsSchauspielerin auf der Bhne ste-hen und war von Anfang an dabei:Wir haben im gesamten letztenSchuljahr wchentlich zwei Stun-den am Musical gearbeitet und unswar zu Beginn nicht einmal das The-ma wirklich klar. Alle zusammensind wir ins kalte Wasser gesprun-gen und sind von Null gestartet.Die Ausgangsidee zum Musicalstammte vom LiedermacherMarkus Doggi Dorfmann, undsie bestand darin, dass die wich-tigsten Phasen eines Neubeginnsbeleuchtet werden sollten, demchinesischen Schriftzeichen frKrise folgend, das einerseits Ge-fahr, andererseits aber auchChance bedeutet.Elisa Godino, von der 4A und eben-falls Schauspielerin: Wir sind vomBegriff Neubeginn ausgegangenund haben versucht jede der zehn

    Figuren im Musical eine Entwick-lung durchmachen zu lassen, wobeiwir immer einen Neubeginn ir-gendwo eingebaut haben. MittelsImprovisationen haben wir Szenenzum Thema entwickelt. Es gabkein Drehbuch, an dem wir unshtten festhalten knnen. Einstrenges Drehbuch gibt es auchjetzt, kurz vor der Auffhrung,nicht. Die Schauspielerinnen undSchauspieler haben immer nochdie Freiheit ihre Geschichten miteigenen Texten zu erzhlen. Dassdas funktioniert liegt daran, dassauch die einzelnen Rollen von denDarstellerinnen und Darstellernerarbeitet wurden. Obermarzo-ner: Da wir unsere Rollen und dendazugehrigen Text selbst ent-wickelt haben, sind wir nicht ner-vs, weil wir ihn nicht wirklich aus-wendig lernen mssen. Das waswir auf der Bhne zeigen, daskommt direkt von uns.

    Elisa Godino ber ihre Rolle: Mei-ne Figur kommt aus Rom, ist erstganz kurz in Sdtirol, kann keinDeutsch und versucht sich zwareinzubingen, aber es gelingt ihrerst mit der Zeit sich zu integrie-ren und die Verstndigungsproble-me zu berbrcken. Ganz andersdie Rolle von Josefine Obermarzo-ner: Meine Figur kommt aus ei-nem Dorf und hat vor einem Jahrdie Mutter verloren, die an Brust-krebs gestorben ist. Mit diesemUmstand kann sie manchmal gutumgehen und manchesmal aberberhaupt nicht.Neubeginn kann also als eindurchaus authentisches Spiegel-bild der Brixner Jugendlichen ge-sehen werden, ein Stck Sdtiro-ler Realitt. Elisa: Ich denke dieLeute die wir spielen sind absolutrealistisch, wir versuchen nichtirgendein perfektes Bild von

    Fortsetzung >

    Doku-Musical

    Freitag, 17. Oktober 2008 Nr. 208/16. Jg.

    > Redaktion Tageszeitung Headliner: headliner@tageszeitung.it Tel. 329/5913560

    TageszeitungDIE NEUE SDTIROLER

    Spiegelbild der Gegenwart: Regisseur Erich Meraner (Bildmitte) und die zehn

    SchauspielerInnen des Musicls Neubeginn

    Foto: rhd

  • Tageszeitung

    Freitag, 17. Oktober 2008 Nr. 208

    Heier Oktoberfr Mauro

    Manchmal kommt alles zusammen, und manchmal ist das auch ein Glck, wie im Falle

    des Bozner E-Gitarristen und Komponisten Mauro Franceschi.

    Mauro Franceschi, E-Gitar-rist, Komponist und Mu-siklehrer fr E-Gitarream Istituto musicale Vivaldi inBozenist Mitten in einem intensi-ven Oktober, denn manchmalkommt alles gleichzeitig, auch freinen Musiker. Gleich vier High-lights reihen sich in den nchstenWochen aneinander:Highlight 1: Die Musik fr dasTheaterstck Ich, Faust. Es istnicht das erste Mal, dass France-schi fr das Theater schreibt, undes ist auch nicht das erste Mal, dasser mit Rudolf Ladurner, dem Lei-ter des Theaters in der Altstadtin Meran, zusammenarbeitet. FrLadurners Inszenierung Der Wi-derspenstigen Zhmung (Ritt-ner Sommerspiele, 2000) hatteFranceschi bereits die Erfahrungmit Ladurners klaren Vorstellun-gen in Sachen Musik und Regie ge-macht. Fr die Inszenierung vonIch, Faust, Klaus RenoldersBhnenfassung von Goethes Me-gaklassiker Faust I und FaustII, hat Franceschi neue Musikkomponiert, er hat sich aber auchvon Komponisten wie Gounod,Schubert oder Liszt inspirierenlassen, die ebenfalls Musik fr die-sen literarischen Stoff geschriebenhaben. Fr seine Musik zu Ich,Faust, hat sich Franceschi aufvier Hauptthemen konzentriert,die fr die wichtigsten Charaktereund Momente des Stckes stehenund hat fr diese Hauptthemenund Variationen und das zustzli-che musikalische Material Cello,

    Geige, E-Gitarre und Elektronikeingesetzt. Premiere von Ich,Faust war letzten Freitag, dasStck luft bis Ende Oktober(www.tida.it).Highlight 2: Ein weiteres Auf-tragswerk, diesmal vom BoznerKulturverein Harlock(www.harlock.it), ist der Sound-track zum Stummfilm The Fall ofthe House of Usher von JamesSibley Watson und Melville Web-ber aus dem Jahre 1928. Die d-stere Geschichte um das dekaden-te Geschwisterpaar Usher vonEdgar Allan Poe hat Franceschimit einer Komposition fr zehn E-Gitarristen untermalt. DieGrundstimmung kommt von Al-fred Schnittkes Konzert fr Kla-vier und Streicher, das France-schi in der Auffhrung desHaydn-Orchesters Bozen/Trienteinen tiefen Eindruck hinterlas-sen hat. Franceschi hat seineFilmmusik im Multitrack-Verfah-ren selbst eingespielt, eine Live-performance mit zehn Gitarristenist zwar angedacht, aber feststeht im Moment nur die Verf-fentlichung dieses und einigerweiterer Stummfilmvertonungenals DVD. Die Musik ist einfach,aber nicht primitiv, meint Fran-ceschi, der sich selbst als Kompo-nist in dieser Komposition wieder-erkennt. Highlight 3: Durch einen Flyerim Musikinstitut auf den Wettbe-werb der sterreichischen Ar-beitsgemeinschaft alpenlndi-scher Chorverbnde (AGACH)

    aufmerksam geworden, hat Fran-ceschi fast nebenbei ein dreistim-miges Stck fr Frauenchor kom-poniert und dabei auf einen italie-nischen Zungenbrecher zurck-gegriffen: Sul tagliere l'aglio tag-lia, non tagliare la tovaglia, la to-vaglia non aglio, se la tagli faiuno sbaglio. Das fnfmintige,minimalistische Stck hat es insFinale geschafft und wird mit wei-teren 13 neuen Chorkompositio-nen am Samstag, 25. Oktober inSalzburg uraufgefhrt.Highlight 4: Tags darauf dann, am

    Sonntag, 26. Oktober, um 10 Uhrmorgens, steht Franceschi selbstauf der Bhne und bestreitet ge-meinsam mit der Gitarristin SilviaCesco ein Konzert innerhalb desdiesjhrigen Festivals fr zeit-genssische Musik in Bozen. Aufdem Programm das fr elektrischeGitarre umgeschriebene Stck 68part two von Eckart Beinke(Deutschland), gespielt mit demschwierig zu spielenden E-Bow,Invention #8 des Kanadiers TimBrady und Franceschis eigeneKomposition DOT LINE. (rhd)

    Inspiriert von Prokofjew: Mauro Franceschi liefert den

    Soundtrack zum Theaterstck Ich, Faust (Theater in der

    Altstadt, Meran)

    Fortsetzung >Jugendlichen auf die Bhne zubringen, denn es gibt sehr wohlKonflikte in der Jugendgruppe.Josefine fgt hinzu: Jeder von unshat eine Geschichte, eine Rolle, dieman im Alltag findet.Im September, mit dem Beginn derSchule, wurde dem Stck, wie Regis-seur Erich Meraner es nennt, Tem-po verpasst. Es wurde gekrzt, kom-primiert und gestrafft. Herausge-kommen ist ein Musical, bei dem sichdie Geschichten mehrerer jungerLeute berkreuzen, entwickeln unddie eine oder andere berraschendeWendung nehmen. Was Meraner fr den Ablauf aufder Bhne ist, Dorfman fr das

    Konzept und die Musik, ist IvanMiglioranza fr die achtkpfigeBegleitband. Diese Band wird dievon Markus Doggi Dorfmann ge-schriebenen und von Miglioranzaarrangierten Songs live spielen,die vom Pop, Country, langsamenBalladen bis hin zu zgigenRocksongs alles abdecken. Die Termine: Premiere: Sa 25.Oktober, 20.30 h. Weitere Termi-ne: 29. und 30. Oktober, 4., 5., 6., 7.und 8. November, jeweils 20.30 h.Info: www.myspace.com/ unser-neubeginn

    Die Band fr das Musical (v.l.n.r.): Martin,Ren , Johannes, Arno, Siegfried, Hanno, Jakob und Ivan Miglioranza. Nicht auf demBild, die Keyboarderin Nadja.

    Foto

    : rh

    d

  • Martin Retter am Mikro,Daniel Stizzoli an der E-Gitarre, Johannes Martinam Bass und BackgroundsngerinMartina Stizzoli untersttzend amLaptop. So prsentierte sich dieBand mit dem zungenbrecheri-schen Namen Noisy Royal Dirt

    am vergangenen Freitagabend inder Puka Naka Bar Bruneck undsorgte dort nach einer zehnmonati-gen Pause fr Aufsehen. Dass sich die lange Wartezeit ge-lohnt hat, war nicht zu berhren,denn neben den altbekannten Son-gs hatten die Noisys auch einige

    neue Nummern im Gepck. Unddie verrieten ganz deutlich, dassdie Meraner ihre Auftrittspausegenutzt haben, um ihr Songwritingweiterzuentwickeln. Das neueLive-Programm ist nun noch str-ker, energiegeladener und vor al-lem stimmungsvoller.Highlight des Konzerts war die Pre-miere von Cliff, einem Lied, dasfr lustige Stimmung sorgte undden Groteil des Publikums einGrinsen ins Gesicht zauberte. Dabeiverga der durchschnittliche PukaNaka-Besucher schon mal an sei-nem Strohhalm zu ziehen und wipp-te lchelnd im Takt mit, whrend an-dere vor der Bhne tanzten. BeimSong Im Going Nowhere holte Gi-tarrist Stizz einen Konzertbesu-cher auf die Bhne, der sich dort alsKaraokesnger von seiner unter-haltsamen Seite zeigen durfte. So-mit haben es Noisy Royal Dirt mitihrer ganz speziellen Mischung ausElektrorock und Entertainment ge-schafft, das Publikum von Anfangan mitzureien und selbst sichtlichSpa dabei zu haben.Im Vorfeld des Konzerts erhieltenReddey & Co. Untersttzungvon MaxPower, der fr den pas-senden musikalischen Einstiegsorgte. Der DJ aus Brixen, der