of 210/210
GESCHÄFTSBERICHT 2015

Geschäftsbericht 2015 (PDF, 2.4 MB)

  • View
    216

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of Geschäftsbericht 2015 (PDF, 2.4 MB)

  • GESCHFTSBERICHT 2015

  • Inha

    lt

    3 BMW GROUP IN ZAHLEN

    6 BERICHT DES AUFSICHTSRATS

    14 VORWORT DES VORSTANDSVORSITZENDEN

    18 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT 18 Grundlagen des Konzerns 18 Geschftsmodell 20 Steuerungssystem 23 Wirtschaftsbericht 23 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene

    Rahmenbedingungen 27 Gesamtaussage 27 Finanzielle und nichtfinanzielle

    Leistungsindikatoren 29 Geschftsverlauf 49 Ertrags-, Finanz- und Vermgenslage 59 Erluterungen zur BMW AG 62 Nachtragsbericht 63 Prognose-, Risiko- und Chancenbericht 63 Prognosebericht 68 Risiko- und Chancenbericht 81 Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem

    bezogen auf die Rechnungslegungsprozesse 83 bernahmerelevante Angaben 87 BMW Aktie und Kapitalmarkt im Jahr 2015

    90 KONZERNABSCHLUSS 90 Gewinn-und-Verlust-Rechnungen des Konzerns

    und der Segmente 90 Gesamtergebnisrechnung des Konzerns 92 Konzernbilanz und Segmentbilanzen 94 Kapitalflussrechnungen des Konzerns und der Segmente 96 Entwicklung des Konzerneigenkapitals 98 Konzernanhang 98 Grundstze 113 Erluterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung 121 Erluterungen zur Gesamtergebnisrechnung 122 Erluterungen zur Bilanz 147 Sonstige Angaben 163 Segmentinformationen

    168 ERKLRUNG ZUR UNTERNEHMENSFHRUNG ( 289 a HGB)CORPORATE GOVERNANCE(Teil des zusammengefassten Lageberichts)

    168 Grundlegendes zur Unternehmensverfassung 169 Erklrung des Vorstands und des Aufsichtsrats

    gem 161 AktG 170 Mitglieder des Vorstands 171 Mitglieder des Aufsichtsrats 174 Zusammensetzung und Arbeitsweise des

    Vorstands der BMW AG und seiner Ausschsse 176 Zusammensetzung und Arbeitsweise des

    Aufsichtsrats der BMW AG und seiner Ausschsse 181 Angaben nach dem Teilhabegesetz 182 Angaben zu Unternehmensfhrungspraktiken, die ber die

    gesetzlichen Anforderungen hinaus angewandt werden 184 Compliance in der BMW Group 188 Vergtungsbericht

    196 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

    197 Besttigungsvermerk des Abschlussprfers

    198 WEITERE INFORMATIONEN 198 BMW Group im Zehn-Jahres-Vergleich 200 BMW Group Standorte 202 Glossar 204 Index 206 Finanzkalender 207 Kontakte

  • 3

    BMW Group in Zahlen

    2011 2012 2013 2014 2015 Vernderung in % Bedeutsamste nichtfinanzielle LeistungsindikatorenBMW GroupMitarbeiter am Jahresende1 100.306 105.876 110.351 116.324 122.244 5,1

    Segment AutomobileAuslieferungen2 1.668.982 1.845.186 1.963.798 2.117.965 2.247.485 6,1 Flottenemissionen in g CO2 / km3 145 143 133 130 127 2,3

    Segment MotorrderAuslieferungen4 104.286 106.358 115.215 123.495 136.963 10,9

    Weitere nichtfinanzielle KennzahlenSegment AutomobileAuslieferungenBMW 2 1.380.384 1.540.085 1.655.138 1.811.719 1.905.234 5,2 MINI 285.060 301.526 305.030 302.183 338.466 12,0 Rolls-Royce 3.538 3.575 3.630 4.063 3.785 6,8 Gesamt2 1.668.982 1.845.186 1.963.798 2.117.965 2.247.485 6,1

    ProduktionBMW 5 1.440.315 1.547.057 1.699.835 1.838.268 1.933.647 5,2 MINI 294.120 311.490 303.177 322.803 342.008 5,9 Rolls-Royce 3.725 3.279 3.354 4.495 3.848 14,4 Gesamt5 1.738.160 1.861.826 2.006.366 2.165.566 2.279.503 5,3

    Segment MotorrderProduktion6

    BMW 110.360 113.811 110.127 133.615 151.004 13,0

    Segment FinanzdienstleistungenNeuvertrge mit Kunden 1.196.610 1.341.296 1.471.385 1.509.113 1.655.961 9,7 1 Werte ohne ruhende Arbeitsverhltnisse, ohne Mitarbeiter in Freizeitphase der Altersteilzeit, ohne Geringverdiener2 einschlielich Joint Venture BMW Brilliance Automotive Ltd., Shenyang (2011: 94.400 Automobile, 2012: 141.165 Automobile, 2013: 198.542 Automobile,

    2014: 275.891 Automobile, 2015: 282.000 Automobile)3 EU-284 ohne Husqvarna, Auslieferungen bis 2013: 59.776 Einheiten5 einschlielich Joint Venture BMW Brilliance Automotive Ltd., Shenyang (2011: 98.241 Automobile, 2012: 150.052 Automobile, 2013: 214.920 Automobile,

    2014: 287.466 Automobile, 2015: 287.755 Automobile)6 ohne Husqvarna, Produktion bis 2013: 59.426 Einheiten

  • BMW Group in Zahlen

    2011 2012 2013 2014 2015 Vernderung in % Bedeutsamste finanzielle LeistungsindikatorenBMW GroupErgebnis vor Steuern Mio. 7.383 7.803 7.893 8.707 9.224 5,9

    Segment AutomobileUmsatzerlse Mio. 63.229 70.208 70.630 75.173 85.536 13,8 EBIT-Marge % (Vernderung in %-Punkten) 11,8 10,8 9,4 9,6 9,2 0,4 RoCE % (Vernderung in %-Punkten) 77,3 73,7 63,0 61,7 72,2 10,5

    Segment MotorrderRoCE % (Vernderung in %-Punkten) 10,2 1,8 16,4 21,8 31,6 9,8

    Segment FinanzdienstleistungenRoE % (Vernderung in %-Punkten) 29,4 21,2 20,0 19,4 20,2 0,8

    Weitere finanzielle Kennzahlenin Mio. Investitionen 3.692 5.240 6.711 6.100 5.890 3,4 Abschreibungen 3.646 3.541 3.741 4.170 4.659 11,7 Operativer Cashflow Segment Automobile 8.110 9.167 9.964 9.423 11.836 25,6

    Umsatzerlse 68.821 76.848 76.059 80.401 92.175 14,6 Automobile 63.229 70.208 70.630 75.173 85.536 13,8 Motorrder 1.436 1.490 1.504 1.679 1.990 18,5 Finanzdienstleistungen 17.510 19.550 19.874 20.599 23.739 15,2 Sonstige Gesellschaften 5 5 6 7 7 Konsolidierungen 13.359 14.405 15.955 17.057 19.097 12,0

    Ergebnis vor Finanzergebnis (EBIT) 8.018 8.275 7.978 9.118 9.593 5,2 Automobile 7.477 7.599 6.649 7.244 7.836 8,2 Motorrder 45 9 79 112 182 62,5 Finanzdienstleistungen 1.763 1.558 1.643 1.756 1.981 12,8 Sonstige Gesellschaften 19 58 44 71 169 Konsolidierungen 1.248 949 437 65 575

    Ergebnis vor Steuern 7.383 7.803 7.893 8.707 9.224 5,9 Automobile 6.823 7.170 6.561 6.886 7.523 9,3 Motorrder 41 6 76 107 179 67,3 Finanzdienstleistungen 1.790 1.561 1.619 1.723 1.975 14,6 Sonstige Gesellschaften 168 3 164 154 211 37,0 Konsolidierungen 1.103 937 527 163 664

    Steuern auf das Ergebnis 2.476 2.692 2.564 2.890 2.828 2,1 Jahresberschuss 4.907 5.111 5.329 5.817 6.396 10,0 Ergebnis je Aktie in 7,45 / 7,47 7,75 / 7,77 8,08 / 8,10 8,83 / 8,85 9,70 / 9,72 9,9 / 9,8

    4

  • 5

    BMW Group in Zahlen

    Auslieferungen Automobile*

    in Tsd.2.450

    2.100

    1.750

    1.400

    1.050

    700

    350

    11 12 13 14 15

    1.669,0 1.845,2 1.963,8 2.118,0 2.247,5

    * einschlielich Joint Venture BMW Brilliance Automotive Ltd., Shenyang (2011:

    94.400 Automobile, 2012: 141.165 Automobile, 2013: 198.542 Automobile, 2014: 275.891 Automobile, 2015: 282.000 Automobile)

    Ergebnis vor Finanzergebnisin Mio. 9.800

    8.400

    7.000

    5.600

    4.200

    2.800

    1.400

    11 12 13 14 15

    8.018 8.275 7.978 9.118 9.593

    Umsatzin Mrd. 105

    90

    75

    60

    45

    30

    15

    11 12 13 14 15

    68,8 76,8 76,1 80,4 92,2

    Ergebnis vor Steuernin Mio. 9.800

    8.400

    7.000

    5.600

    4.200

    2.800

    1.400

    11 12 13 14 15

    7.383 7.803 7.893 8.707 9.224

  • Norbert Reithofer Vorsitzender des Aufsichtsrats

    6

  • 7 BERICHT DES AUFSICHTSRATS

    Sehr geehrte Aktionrinnen und Aktionre,trotz volatiler Rahmenbedingungen auf einzelnen Mrkten konnte die BMW Group das Geschftsjahr

    2015 erneut mit einem hervorragenden Ergebnis abschlieen und ihre Position als Marktfhrer im Premium-segment besttigen.

    Seit dem 13. Mai 2015 leitet der Vorstand Ihr Unternehmen mit Harald Krger als neuem Vorsitzenden. Mit diesem sorgfltig vorbereiteten Generationswechsel an der Spitze des Vorstands hat der Aufsichtsrat in personeller Hinsicht Kontinuitt gesichert, aber auch einen wichtigen Beitrag zur zuknftigen Ausrichtung der BMW Group geleistet.

    Schwerpunkte der berwachungs- und Beratungsttigkeit des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit groer Sorgfalt wahrgenommen. Er hat die geschftliche Entwicklung der BMW Group und die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen auf wichtigen Mrkten im Geschftsjahr 2015 aufmerksam verfolgt, die Geschftsfhrung des Vorstands fortlaufend und sorgfltig berwacht und den Vorstand bei wichtigen Vorhaben und Planungen beratend begleitet.

    In fnf Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit der aktuellen Geschfts- und Finanz lage des Unternehmens. Die Unternehmensstrategie einschlielich wichtiger Themen der Zukunftsgestaltung, die Unternehmensplanung und die Ausrichtung und Steuerung des Segments Finanzdienst leistungen waren weitere Schwerpunkte der Berichterstattung und Beratung. Darber hinaus traf der Aufsichtsrat Entschei-dungen in Personalangelegenheiten des Vorstands sowie zur Corporate Governance.

    Die geschftliche Entwicklung des Unternehmens hat der Aufsichtsrat auch auerhalb seiner Sitzungen aufmerksam begleitet. Der Vorstand hat insbesondere regelmig ber die aktuellen Vertriebs- und Personal-zahlen Bericht erstattet. ber wesentliche geschftliche Vorhaben und Vorgnge sowie strategisch wichtige Planungen hat der Vorsitzende des Vorstands den Aufsichtsratsvorsitzenden jeweils zeitnah direkt infor-miert. Darber hinaus stand das fr Finanzen zustndige Mitglied des Vorstands, Herr Dr. Friedrich Eichiner, bei Bedarf auch auerhalb der Sitzungen mit dem Vorsitzenden des Prfungsausschusses des Aufsichtsrats, Herrn Dr. Karl-Ludwig Kley, in direktem Austausch.

    Der Vorstand informierte in seinen regelmigen Berichten zur Lage des Unternehmens in den Sitzungen jeweils ber die Absatzentwicklung und Wettbewerbssituation in den Segmenten Automobile und Motor-rder sowie ber die Entwicklung der Personalzahlen. Auch auf die konjunkturelle Entwicklung in wichtigen Regionen der Welt und die jeweiligen wirtschaftlichen Prognosen ging der Vorstand ein. Fr das Segment Finanz dienst leis tun gen berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat regelmig ber die Entwicklung des Neu-geschfts mit Endkunden, den Vertragsbestand mit Hndlern und Endkunden sowie ber das Geschfts-volumen insgesamt. Im Rahmen der Berichte zur Lage des Unternehmens lie sich der Aufsichtsrat vom Vorstand auch etwaige Planungsabweichungen erlutern.

    In den Berichten zur Geschftslage und der anschlieenden Aussprache mit dem Vorstand wurden auch fr die BMW Group wichtige aktuelle Vorgnge und Vorhaben behandelt. Beispielsweise unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat ber den Status von Akquisitionsprojekten wie den gemeinsam mit anderen Part-nern durchgefhrten Erwerb des Navigationsdatenanbieters HERE und den Kauf einer Leasinggesellschaft in China. Darber hinaus nahm der Vorstand Stellung zur Compliance der BMW Group bei der Messung und Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten und besttigte, dass bei den BMW Group Fahrzeugen in der Abgas-behandlung nicht zwischen Rollen- und Straenbetrieb unterschieden wird. Die konjunkturelle und ge-schftliche Entwicklung in China im Verlauf des Geschftsjahres wurde eingehend errtert. Auch die Fort-schritte auf dem Gebiet der Elektromobilitt sowie die Produktqualitt und Kundenzufriedenheit waren Gegenstand der Aussprachen. Darber hinaus erluterte der Vorstand auch den Stand und die Planungen fr den Ausbau von Produktionsstandorten.

  • Die neuen Modelle und Modellberarbeitungen, die im Jahr 2015 fr die Markteinfhrung vorgesehen waren, stellte der Vorstand im Rahmen der ersten Sitzung des Aufsichtsrats vor.

    Eine Aufsichtsratssitzung fand am Werkstandort Landshut in Deutschland statt. Einen Schwerpunkt der Sitzung bildeten die Einkaufsstrategie und die Bedeutung der BMW Komponentenwerke fr Einkauf und Produktion. Der Vorstand zeigte dabei auch die Anforderungen auf, die sich aus der weltweiten Verteilung des Absatzes und der Produktionsstandorte fr den Einkauf ergeben, und errterte mit dem Aufsichtsrat die daraus abgeleiteten Manahmen, insbesondere zum Aufbau einer fhigen Lieferantenbasis in Wachstums-mrkten. Im Werk besichtigte der Aufsichtsrat die Gieerei sowie die Fertigung von Elektromotoren und von CFK-Komponenten.

    Im Mittelpunkt einer zweitgigen Aufsichtsratssitzung in der zweiten Jahreshlfte standen die Unter-nehmens- und Produktstrategie sowie die Lngerfristige Unternehmensplanung.

    Im ersten Teil der Sitzung berichtete der Vorstand ber die Erkenntnisse aus der jhrlichen berprfung der Unternehmensstrategie Number ONE. Dabei ging der Vorstand auch auf die geplante Weiterentwicklung des Fahrzeugportfolios und die Fortsetzung der Kooperation mit Toyota ein. Vor dem Hintergrund zuneh-mender Regulierung von Schadstoffemissionen auf wichtigen Mrkten haben Vorstand und Aufsichtsrat die Herausforderungen auf dem Gebiet der alternativen Antriebstechnologien der Zukunft und die strategische Bedeutung der Elektrifizierung errtert. Auch zu den mit der Digitalisierung und Vernetzung des Fahrzeugs verbundenen Umfeldvernderungen und Geschftspotenzialen sowie seinen Plnen und Aktivitten auf diesem Gebiet hat der Vorstand dem Aufsichtsrat ausfhrlich Bericht erstattet. Ferner lie sich der Aufsichts-rat ber die BMW Leichtbaustrategie informieren.

    Im Rahmen von Fahrzeugprsentationen nahm der Aufsichtsrat die Gelegenheit wahr, auf einer Test-strecke ausgewhlte Fahrzeuge der Marken BMW und MINI zu fahren, darunter den neuen BMW 7er. Dar-ber hinaus lie sich der Aufsichtsrat den Stand ausgewhlter Fahrzeugprojekte an Modellen prsentieren und erlutern.

    Im zweiten Teil der Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit der vom Vorstand aufgestellten Lngerfristigen Unternehmensplanung fr die Jahre 2016 bis 2021. Der Aufsichtsrat lie sich dazu vom Vor-stand auch verschiedene Krisenszenarien erlutern. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand darin bestrkt, die Entwicklung der Fixkosten sorgfltig zu berwachen. Nach grndlicher Prfung und Errterung erteilte der Aufsichtsrat der Planung seine Zustimmung.

    Die geschftliche Entwicklung und strategische Ausrichtung des Segments Finanzdienstleistungen sowie die Risikosteuerung waren ebenfalls Gegenstand der Berichterstattung. Ferner wurden die Auswirkun-gen der zunehmenden gesetzgeberischen Regulierung von Finanzdienstleistungen diskutiert.

    Die vom Vorstand vorgestellte Jahresplanung fr das Geschftsjahr 2016 und die wesentlichen externen Einflussfaktoren hat der Aufsichtsrat ebenfalls eingehend behandelt.

    Der Personalausschuss und der Aufsichtsrat berprften auch 2015 die Struktur und Hhe der Vergtung der Vorstandsmitglieder. Dabei wurde die Unternehmensentwicklung mit der Entwicklung der Vorstands-vergtung ber mehrere Jahre verglichen und auerdem auch die Entwicklung der Vergtung der Oberen Fhrungskrfte und der inlndischen Belegschaft der BMW AG insgesamt in ihrer zeitlichen Entwicklung bercksichtigt. Zustzlich holte der Aufsichtsrat die Expertise eines vom Vorstand und vom Unternehmen unabhngigen externen Vergtungsberaters ein und wertete Vergtungsstudien fr den DAX aus. Nach grndlicher Prfung kam der Aufsichtsrat zu dem Ergebnis, dass die Hhe der Vorstandsvergtung ein-schlielich der Pensionszusagen angemessen ist und sich das Vergtungssystem fr den Vorstand grund-stzlich bewhrt hat. Daher wurden 2015 keine nderungen des Systems der Vorstandsvergtung be-schlossen.

    8

  • Nhere Informationen zur Vorstandsvergtung sind im Vergtungsbericht zu finden (siehe Kapitel Erklrung zur Unternehmensfhrung, Corporate Governance).

    Mit den Corporate Governance Standards in der BMW Group und den Regelungen des Deutschen Cor-porate Governance Kodex haben sich Vorstand und Aufsichtsrat auch 2015 eingehend beschftigt. Beide Gremien haben in der aktuellen Entsprechenserklrung vom Dezember 2015 entschieden, alle am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex zu beachten, mit Ausnahme der Berichterstattung ber die Vorstandsvergtung in vorgegebenen Mustertabellen, da diese Tabellen nach Auffassung des Aufsichtsrats die bersichtlichkeit und Verstnd-lichkeit des Vergtungsberichts nicht frdern. Die Entsprechenserklrung ist im Wortlaut im Corporate Governance Bericht abgedruckt.

    Der Aufsichtsrat lie sich vom Vorstand im Personalausschuss und im Aufsichtsrat erneut den Status der Umsetzung des Diversity-Konzepts fr die BMW Group erlutern. Dieses Programm zielt dabei nicht nur auf die Dimension Gender ab, sondern frdert darber hinaus insbesondere die kulturelle Vielfalt und Alters mischung der Belegschaft. Der Vorstand berichtete auch ber den Anteil und die Entwicklung der weib-lichen Fhrungskrfte auf den einzelnen Fhrungsebenen im Unternehmen und die vom Vorstand festgeleg-ten Zielgren fr die beiden Ebenen unterhalb des Vorstands. Ferner lie sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ber die Manahmen zur Nachwuchsentwicklung fr zuknftige strategische Kompetenzfelder informieren.

    Mit den Auswirkungen des Gesetzes fr eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Mnnern an Fhrungspositionen in Deutschland auf Vorstand und Aufsichtsrat hat sich der Aufsichtsrat ebenfalls be-schftigt. Als Ziel fr den Frauenanteil im Vorstand bis zum 31. Dezember 2016 hat der Aufsichtsrat festge-legt, dass dem Vorstand weiterhin mindestens eine Frau angehren soll. Dies entspricht bei einer Besetzung des Vorstands mit weiterhin acht Mitgliedern einem Anteil von mindestens 12,5 Prozent. Der Aufsichtsrat hlt es fr wnschenswert, den Vorstand auch mit einem hheren Frauenanteil besetzen zu knnen, und untersttzt die Aktivitten des Vorstands, dafr den Frauenanteil auch auf den hchsten Fhrungsebenen im Unternehmen weiter zu steigern.

    Das seit dem 1. Januar 2016 gesetzlich geregelte Mindestanteilsgebot von 30 Prozent Frauen und Mnnern im Aufsichtsrat wird bereits erfllt. Dies gilt sowohl fr den Aufsichtsrat insgesamt als auch jeweils fr die Anteilseignervertreter und die Arbeitnehmervertreter.

    Der Aufsichtsrat hat fr seine eigene Zusammensetzung auf Basis eines ausfhrlichen Besetzungsprofils konkrete Besetzungsziele beschlossen. Diese sind im Corporate Governance Bericht wiedergegeben. Die Besetzungsziele wurden entsprechend einer neuen Empfehlung im Deutschen Corporate Governance Kodex um eine Regelgrenze fr die Zugehrigkeitsdauer zum Aufsichtsrat ergnzt. Im Rahmen einer Selbstber-prfung hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass die Zusammensetzung zum 31. Dezember 2015 den Besetzungs-zielen entspricht.

    Der Personalausschuss fasste im Geschftsjahr 2015 den Beschluss, amtierenden und ehemaligen Vor-standsmitgliedern bei Bedarf Kosten zu verauslagen, die diesen im Zusammenhang mit einem Zivilrechts-streit entstehen knnen, den ein ehemaliger Lieferant in den USA angestrengt hat. An der Abstimmung ber diesen vorsorglich herbeigefhrten Beschluss habe ich mich als ehemaliges Vorstandsmitglied nicht beteiligt.

    Davon abgesehen gab es keine Hinweise auf mgliche Interessenkonflikte von Aufsichtsratsmitgliedern im Geschftsjahr 2015. Wesentliche Geschfte mit Aufsichtsratsmitgliedern und weiteren nahestehenden Personen im Sinne des IAS 24, einschlielich Familienangehriger und zwischengeschalteter Unternehmen, werden zudem regelmig quartalsweise durch Abfragen berprft.

    Der Aufsichtsrat ist bestrebt, die Effizienz seiner Ttigkeit und der Aufsichtsratsgremien laufend zu ber-prfen und zu verbessern. Die Effizienzprfung des Aufsichtsrats ist dabei auch einmal jhrlich Gegenstand

    9 BERICHT DES AUFSICHTSRATS

  • eines eigenen Tagesordnungspunkts und einer Aussprache in Abwesenheit des Vorstands. Die Vorbereitung wird dabei mit einem Fragebogen untersttzt. Als Ergebnis der Effizienzprfung wurden im Berichtsjahr Anregungen fr weitere Berichtsthemen aufgegriffen.

    Die Teilnahme an den fnf Aufsichtsratssitzungen, die individuell anhand der gezahlten Sitzungsgelder im Vergtungsbericht nachvollzogen werden kann, lag 2015 im Durchschnitt bei 95 Prozent. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm whrend seiner Mandatszeit im abgelaufenen Geschftsjahr nur an der Hlfte der Sitzun-gen des Aufsichtsrats, des Prsidiums und der Ausschsse, denen das Mitglied angehrt, oder weniger teil.

    Aus der Arbeit des Prsidiums und der Ausschsse Um effizienter arbeiten und komplexere Themen und Entscheidungen besser vorbereiten zu knnen, hat der Aufsichtsrat ein Prsidium und mehrere Ausschsse gebildet. Die Aufgaben, die Besetzung und die Arbeitsweise dieser Gremien sind im Corporate Governance Bericht nher beschrieben.

    ber die Arbeit des Prsidiums und der Ausschsse haben die Vorsitzenden in der nachfolgenden Sitzung des Aufsichtsrats jeweils ausfhrlich berichtet.

    Der Schwerpunkt der insgesamt vier Sitzungen des Prsidiums lag bei der inhaltlichen Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsratsplenums, soweit hierfr nicht ein Ausschuss zustndig war. Die Behandlung um-fangreicher Themen, wie zum Beispiel der Lngerfristigen Unternehmensplanung und des Strategiereviews, wurden vom Prsidium anhand von Berichten und Aussprachen mit Vorstandsmitgliedern und Bereichsleitern grndlich vorbereitet. Das Prsidium whlte zustzliche Themen fr die Aufsichtsratssitzung aus und gab dem Vorstand Anregungen fr die Berichterstattung an das Aufsichtsratsplenum.

    Der Prfungsausschuss hielt im Berichtsjahr 2015 vier Sitzungen und drei Telefonkonferenzen ab. Im Rahmen der Telefonkonferenzen errterte der Prfungsausschuss mit dem Vorstand jeweils die Quartals-berichte vor ihrer Verffentlichung. An der Telefonkonferenz betreffend den Halbjahresfinanzbericht, der einer prferischen Durchsicht unterzogen worden war, nahmen auch Vertreter des Abschlussprfers teil.

    Im Frhjahr 2015 stand die Vorbereitung der Bilanzaufsichtsratssitzung im Mittelpunkt einer Sitzung des Prfungsausschusses. Bevor der Prfungsausschuss dem Aufsichtsratsplenum empfahl, der Haupt-versamm lung 2015 die KPMG AG Wirtschaftsprfungsgesellschaft als Abschlussprfer vorzuschlagen, holte der Prfungsausschuss eine Unabhngigkeitserklrung des vorgeschlagenen Abschlussprfers ein. Auch mit dem Umfang und der Zusammensetzung der Nichtprfungsleistungen einschlielich Steuerberatungs-leistungen, die im Konzern von KPMG Unternehmen erbracht worden sind, hat sich der Prfungsausschuss beschftigt. Es wurden keine Anhaltspunkte fr Ausschluss- oder Befangenheitsgrnde oder fr eine Ge-fhrdung der Unabhngigkeit des Abschlussprfers festgestellt.

    Die Honorarangebote fr die Prfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2015 und die prferische Durch-sicht des Halbjahresberichts hielt der Prfungsausschuss fr angemessen. Nach der Hauptversammlung 2015 erteilte der Prfungsausschuss der KPMG AG Wirtschaftsprfungsgesellschaft daher die entsprechenden Auftrge und legte Prfungsschwerpunkte fest.

    Der Leiter Konzerncontrolling erstattete im Prfungsausschuss Bericht zur aktuellen Risikosituation sowie zu den Prozessen und Fortentwicklungen im Risikomanagement der BMW Group.

    Der Leiter Konzernberichtswesen erluterte dem Prfungsausschuss die Erkenntnisse aus dem Internen Kontrollsystem (IKS) in der Finanzberichterstattung und zustzliche Manahmen zu seiner Weiterentwick-lung. Die berprfungen ergaben keine materiellen IKS-Schwchen, die die Wirksamkeit des IKS gefhrden wrden.

    10

  • Der Vorsitzende des BMW Group Compliance Committee erluterte dem Prfungsausschuss die aktuelle Compliance-Situation, die weiterhin insgesamt als unauffllig eingestuft wurde. Die eingegangenen Hinweise und festgestellten Verste in Einzelfllen ergaben keine Hinweise auf schwerwiegende oder systemisch bedingte Compliance-Verste. Darber hinaus lie sich der Prfungsausschuss ber den weiteren Ausbau der BMW Group Compliance Organisation informieren.

    Der Leiter der Konzernrevision berichtete dem Prfungsausschuss ber wesentliche Ergebnisse der von der Konzernrevision durchgefhrten Prfungen im Industrie- und im Finanzdienstleistungsgeschft. Darber hinaus informierte er ber die Programmschwerpunkte geplanter Prfungen fr das Industrie- und Finanzdienstleistungsgeschft.

    Mit der Reform der Abschlussprfung und ihren knftigen Auswirkungen, insbesondere bei der Vorbe-reitung der Wahl des Abschlussprfers, hat sich der Prfungsausschuss auch bereits nher beschftigt.

    Prfungsausschuss und Aufsichtsrat lieen sich die Bescheinigung eines Wirtschaftsprfers ber die Ein-haltung regulatorischer Vorgaben bei auerbrslichen Transaktionen der BMW AG mit Derivaten vorlegen. Die Wirksamkeit des bei der BMW AG bestehenden Systems zur Einhaltung der regulatorischen Anforderun-gen wurde besttigt. Der Aufsichtsrat entschied durch entsprechende Ergnzung der Geschftsordnung, die Aufgabe in Zusammenhang mit derartigen berprfungen auf den Prfungsausschuss zu bertragen.

    Der Prfungsausschuss stimmte der Entscheidung des Vorstands zu, das Grundkapital der Gesellschaft gem 4 Ziffer 5 der Satzung (Genehmigtes Kapital 2014) um 309.860 zu erhhen und eine entsprechende Anzahl neuer, auf den Inhaber lautender Vorzugsaktien ohne Stimmrecht im Nennbetrag von 1 fr die Zwecke des Belegschaftsaktienprogramms zu vergnstigten Konditionen an Mitarbeiter auszugeben.

    Im Geschftsjahr 2015 fanden insgesamt vier Sitzungen des Personalausschusses statt. Ein Gegenstand der Beratungen war die Vorbereitung von Entscheidungen zur Zusammensetzung des Vorstands. In einem Fall stimmte der Personalausschuss der bernahme eines konzernexternen Mandats in einem Aufsichts-gremium durch ein Mitglied des Vorstands zu.

    Der Nominierungsausschuss tagte im abgelaufenen Geschftsjahr zweimal, um sich mit der Nachfolge-planung fr Mandate der Anteilseignervertreter zu befassen und Empfehlungen zu Wahlvorschlgen an die Hauptversammlungen 2015 und 2016 zu verabschieden. Dabei wurden auch die vom Aufsichtsrat aufge-stellten Besetzungsziele bercksichtigt.

    Der gesetzlich vorgesehene Vermittlungsausschuss musste im Geschftsjahr 2015 nicht einberufen werden.

    Besetzung und Organisation des Vorstands Im Anschluss an die Hauptversammlung am 13. Mai 2015 schied ich wie angekndigt aus dem Vorstand aus und Herr Harald Krger bernahm den Vorsitz im Vorstand. Mit Wirkung ab diesem Zeitpunkt hatte der Aufsichtsrat zuvor Herrn Oliver Zipse erstmals zum Mitglied des Vorstands bestellt. Herr Zipse ist seit 1991 im Unternehmen ttig, zuletzt als Leiter des Bereichs Konzern-planung und Produktstrategie. Er bernahm von Herrn Harald Krger die Leitung des Vorstandsressorts Produktion. In einem Fall entschied der Aufsichtsrat im Geschftsjahr 2015 ber eine Mandatsverlngerung.

    Besetzung des Aufsichtsrats, des Prsidiums und der Ausschsse Um den Generationswechsel im Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitz zu ermglichen, den er selbst mitgeplant und untersttzt hatte, schied Herr Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Dr.-Ing. E.h. Joachim Milberg unmittelbar nach der Hauptversammlung 2015 aus dem Aufsichtsrat aus. Wie angekndigt bernimmt er eine fhrende Rolle im Rahmen des weltweiten gesellschaftlichen Engagements und im Stiftungswesen der BMW AG, insbesondere als Vorsitzender des Kuratoriums der BMW Stiftung Herbert Quandt. Herr Professor Milberg hat sich zunchst seit 1993 als

    11 BERICHT DES AUFSICHTSRATS

  • Mitglied, ab 1999 als Vorsitzender des Vorstands, spter ab 2002 als Mitglied des Aufsichtsrats und zuletzt seit 2005 als Vorsitzender des Aufsichtsrats groe Verdienste um die BMW Group erworben und das Unterneh-men ber viele Jahre mageblich geprgt. Der Aufsichtsrat spricht Herrn Professor Milberg grten Respekt und hchste Anerkennung aus.

    Herr Wolfgang Mayrhuber schied ebenfalls zum Ende der Hauptversammlung 2015 auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat aus. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Mayrhuber fr die mehr als zehnjhrige wertvolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

    Als neue Vertreterin der Anteilseigner im Aufsichtsrat wurde Frau Simone Menne in den Aufsichtsrat gewhlt. Herr Prof. Dr. Henning Kagermann wurde von der Hauptversammlung 2015 als Mitglied des Aufsichtsrats wiedergewhlt.

    Im Anschluss an meine Wahl in den Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung 2015 haben mich die Mitglieder des Aufsichtsrats zu ihrem neuen Vorsitzenden gewhlt. Gem der Geschftsordnung bernahm ich in dieser Eigenschaft auch den Vorsitz des Personalausschusses und des Nominierungsausschusses. Darber hinaus wurde ich zum Mitglied des Prfungsausschusses gewhlt. Eine bersicht ber die Besetzung des Aufsichtsrats und seiner Gremien enthlt der Corporate Governance Bericht.

    Prfung der Rechnungslegung und des Gewinnverwendungsvorschlags Die KPMG AG Wirtschafts-prfungsgesellschaft hat den verkrzten Konzernzwischenabschluss und Konzernzwischenlagebericht fr das erste Halbjahr des Geschftsjahres 2015 einer prferischen Durchsicht unterzogen. Die Ergebnisse haben die Vertreter der KPMG AG Wirtschaftsprfungsgesellschaft dem Prfungsausschuss ergnzend erlutert. Es wurden keine Sachverhalte festgestellt, die zu der Annahme veranlasst htten, dass der verkrzte Konzern-zwischenabschluss oder der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in bereinstim-mung mit den mageblichen Vorschriften aufgestellt wurden.

    Den vom Vorstand am 18. Februar 2016 aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss der Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2015 sowie den mit dem Lagebericht zusammenge-fassten Konzernlagebericht hat die KPMG AG Wirtschaftsprfungsgesellschaft geprft und mit dem unein-geschrnkten Besttigungsvermerk versehen.

    Die Abschlsse und der zusammengefasste Lagebericht, die Prfungsberichte des Abschlussprfers und der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor.

    In der Sitzung am 25. Februar 2016 hat zunchst der Prfungsausschuss diese Unterlagen sorgfltig geprft und eingehend errtert. In der Sitzung am 9. Mrz 2016 hat sich der Aufsichtsrat eingehend mit den Vorlagen des Vorstands befasst, nachdem der Ausschussvorsitzende ber die Sitzung des Prfungsausschusses be-richtet hatte. Der Vorstand erluterte die aufgestellten Finanzberichte in beiden Sitzungen ausfhrlich. An beiden Sitzungen nahmen auch Vertreter des Abschlussprfers teil, berichteten ber die wesentlichen Er-gebnisse ihrer Prfung und beantworteten ergnzende Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Die Vertreter des Abschlussprfers besttigten, dass das vom Vorstand eingerichtete Risikomanagementsystem geeignet ist, Entwicklungen frhzeitig zu erkennen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefhrden knnten, und erklr ten, dass keine wesentlichen Schwchen des Internen Kontrollsystems und Risikomanagementsystems bezogen auf die Rechnungslegungsprozesse festgestellt wurden. Whrend der Abschlussprfung haben die Prfer auch keine Tatsachen festgestellt, die der Entsprechenserklrung von Vorstand und Aufsichtsrat wider-sprechen.

    Dem Ergebnis der Abschlussprfung hat sich der Aufsichtsrat nach eigener grndlicher berprfung im Prfungsausschuss und im Aufsichtsrat angeschlossen. Nach dem abschlieenden Ergebnis der Prfung durch den Prfungsausschuss und den Aufsichtsrat sind keine Einwendungen zu erheben. Den vom Vor-stand fr das Geschftsjahr 2015 aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss der Bayerische

    12

  • Motoren Werke Aktiengesellschaft hat der Aufsichtsrat daraufhin in seiner Sitzung am 9. Mrz 2016 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

    Auch den Vorschlag des Vorstands, den Bilanzgewinn fr die Ausschttung einer gegenber dem Vorjahr erhhten Dividende in Hhe von 3,20 pro dividendenberechtigte Stammaktie und 3,22 pro dividenden-berechtigte Vorzugsaktie ohne Stimmrecht zu verwenden, hat der Aufsichtsrat geprft. Der Aufsichtsrat hlt diesen Vorschlag fr angemessen und schliet sich diesem Vorschlag an.

    Dank des Aufsichtsrats Das Geschftsjahr 2015 war erneut ein Rekordjahr fr die BMW Group. Der Auf-sichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BMW Group weltweit fr ihren tatkrftigen Einsatz und ihre gemeinschaftliche Leistung.

    Mnchen, 9. Mrz 2016

    Fr den Aufsichtsrat

    Norbert ReithoferVorsitzender des Aufsichtsrats

    13 BERICHT DES AUFSICHTSRATS

  • Harald Krger Vorsitzender des Vorstands

    14

  • Sehr geehrte Aktionrinnen und Aktionre,der 7. Mrz 2016 markierte einen historischen Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. 100 Jahre

    Bayerische Motoren Werke sind die Leistung aller Mitarbeiter des Unternehmens seit der Grndung im Jahr 1916 bis heute. Unsere Erfahrungen und Strken bilden das Fundament fr unsere Zukunft. Wir wissen aber auch: Nicht die historische Leistung, sondern profitables Wachstum, Innovationskraft und Wettbewerbs-fhigkeit entscheiden ber unternehmerischen Erfolg. Darum nutzen wir unser Jubilum als Sprungbrett fr The next 100 Years. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens ist und bleibt langfristig.

    Erfolgreiche Entwicklung im Geschftsjahr 2015 fortgesetzt Das Geschftsjahr 2015 war ein erfolg-reiches Jahr fr die BMW Group. Bei wichtigen Kennzahlen wie Absatz, Konzernumsatz, Konzernergebnis vor Steuern und Jahresberschuss haben wir neue Bestwerte erreicht.

    Die Strke unserer Premiummarken ist das Rckgrat unseres Erfolgs Unsere drei Premiummarken faszinieren Menschen berall auf der Welt. Im Jahr 2015 haben sich mehr als 2,2 Millionen Kunden fr einen BMW, MINI oder Rolls-Royce entschieden. Nie zuvor waren es mehr Kunden in einem Jahr. Das entspricht einem soliden Zuwachs von 6,1 Prozent gegenber dem Vorjahr. Bei der Marke BMW wurden zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte mehr als 1,9 Millionen Fahrzeuge verkauft. Auch das Segment Motorrder erzielte einen neuen Hchstwert bei den Auslieferungen mit fast 137.000 BMW Motorrdern und Scootern. Die Marke MINI verzeichnet ebenfalls ihr bis dato bestes Jahr mit ber 338.400 Fahrzeugen. Rolls-Royce Motor Cars erreicht mit 3.785 Fahrzeugen den zweitbesten Absatz in der 112-jhrigen Geschichte.

    Global ausgeglichene Wertschpfungsverteilung weiterhin angestrebt Beim Absatz streben wir weiterhin eine ausgewogene Verteilung auf die drei groen Weltregionen Europa, Asien und Amerika an. Angesichts der heterogenen und volatilen Marktentwicklungen knnen wir so schneller auf Schwankungen reagieren und vermeiden Abhngigkeiten von einzelnen Mrkten. Europa ist unverndert unsere grte Absatzregion. Hier konnten wir 2015 erstmals die 1.000.000-Marke berspringen. Insgesamt wurden fast 45 Prozent unserer Automobile an Kunden in Europa ausgeliefert. Rund 30 Prozent aller Fahrzeuge haben wir in Asien abgesetzt; 22 Prozent auf dem Kontinent Amerika.

    Unser globales Produktionsnetzwerk aus derzeit 30 Standorten in 14 Lndern bauen wir gezielt aus. Unser zweites Motorenwerk in Shenyang wurde im Januar 2016 erffnet. In Mexiko laufen die Vorbereitungen fr den Bau des neuen Werks in San Luis Potos nach Plan. Unser grter Produktionsstandort Spartanburg in den USA wird erweitert, um die Nachfrage nach unseren Premium Sports Activity Vehicles abdecken zu knnen.

    Positive Absatzentwicklung spiegelt sich in Finanzkennzahlen wider Unsere erfolgreiche Absatzentwicklung spiegelt sich in unseren finanziellen Kennzahlen wider. Mit Umsatzerlsen von ber 92 Milliarden Euro hat die BMW Group gegenber dem Vorjahreswert ein deutliches Wachstum von 14,6 Prozent erreicht. Das Ergebnis vor Steuern auf Konzernebene ist wie von uns prognostiziert solide um 5,9 Prozent auf einen neuen Hchstwert von ber 9,2 Milliarden Euro gewachsen. Der Jahresberschuss erhhte sich um 10,0 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge im Segment Automobile liegt bei 9,2 Prozent und damit wei-terhin in dem von uns angestrebten Zielkorridor.

    Das Segment Finanzdienstleistungen hat mit ber 1,65 Millionen Neuvertrgen mit Kunden und einem Vorsteuerergebnis von 1,98 Milliarden Euro einen wesentlichen Beitrag zum Konzernergebnis geleistet. Das EBT des Segments ist deutlich gewachsen und liegt 14,6 Prozent ber dem Vorjahreswert.

    Das Segment Motorrder ist dank seiner erfolgreichen Wachstumsstrategie ebenfalls profitabel. Bei einem operativen Ergebnis von 182 Millionen Euro hat es eine EBIT-Rendite von 9,1 Prozent erzielt.

    Damit steht fest: Wir haben unsere gesetzten Ziele im Geschftsjahr 2015 erreicht. Das ist uns in einem Umfeld gelungen, das von hoher Wettbewerbsintensitt und zugleich von volatilen konomischen und politi-schen Entwicklungen geprgt ist.

    15 VORWORT DES VORSTANDSVORSITZENDEN

  • Neue Modelle und Technologien begeistern viele Kunden Insgesamt 15 neue Modelle beziehungsweise Modellberarbeitungen haben wir 2015 auf den Markt gebracht, darunter die neue BMW 2er Reihe mit dem Gran Tourer und den neuen BMW X1 sowie den neuen MINI Clubman. Bei Rolls-Royce hatte das neue Drophead Coup namens Dawn Weltpremiere auf der IAA, das 2016 eingefhrt werden soll. Insgesamt stand das Modelljahr 2015 vor allem im Zeichen der sechsten Generation des neuen BMW 7er. Unser Flagg-schiff setzt mit seinen High-End-Innovationen neue Mastbe in der Luxusklasse bei Fahrdynamik, Effizienz und Fahrerassistenz.

    BMW i gewinnt neue Kufergruppen fr die Marke BMW Die BMW Group hat mit ihrem Technologiepaket Efficient Dynamics und insbesondere mit der BMW i Familie den Kurs zur nachhaltigen Mobilitt unum-kehrbar eingeleitet. Ende 2015 emittierte unsere Neuwagenflotte im Durchschnitt 127 Gramm CO2 /km. Im vergangenen Jahr haben wir fast 30.000 BMW i Fahrzeuge ausgeliefert rund 66 Prozent mehr als im Vor-jahr. Der rein elektrische BMW i3 ist bereits in 50 Lndern erhltlich und zudem das einzige Auto mit zertifi-zierter CO2-Bilanz fr Lieferkette, Produktion, Nutzung und Recycling. Fr die Marke BMW gewinnt er neue Kunden, denn 80 Prozent der i3 Kufer sind zuvor nicht BMW gefahren. Wir haben immer wieder betont: Elektromobilitt ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Um vielen Menschen den Zugang zur Elektromobilitt zu ermglichen, haben wir den BMW i3 in unsere Carsharing-Flotte DriveNow integriert. Zudem unter-sttzt die BMW Group zusammen mit Partnern den flchendeckenden Aufbau einer Ladeinfrastruktur in Europa, in China und den USA.

    Konsequenter Technologietransfer von BMW i in die Kernmarke BMW Die Technologien, die wir fr BMW i entwickelt haben, setzen wir nun in unserer Kernmarke BMW ein. Das umfasst neben Batteriezellen, Steue-rungselektronik und Elektromotoren aus dem i3 und i8 auch unser Know-how im Leichtbau. Ein Beispiel: der Carbon Core der neuen BMW 7er Limousine. Dabei handelt es sich um eine im Mischbauverfahren reali-sierte Konstruktion fr die Karosseriestruktur aus kohlenstofffaserverstrktem Kunststoff (CFK), Aluminium und Stahl. Sie wurde mit dem EuroCarBody Award 2015 ausgezeichnet, der weltweit bedeutsamsten Aus-zeichnung fr Innovationen im Karosseriebau.

    Bei der Einhaltung der weltweit immer anspruchsvolleren Vorgaben zur Verringerung von Emissionen spielt ein breites Spektrum an innovativen, effizienten Antrieben eine entscheidende Rolle. Mit dem X5 xDrive40e ist das erste Plug-in-Hybrid-Serienautomobil von BMW bereits auf der Strae. Ab Juli 2016 werden alle BMW Plug-in-Hybrid-Modelle als iPerformance angeboten vom BMW 2er Active Tourer bis zum 7er. Darber hinaus profitieren unsere iPerformance Kunden von einem 360 ELECTRIC-Angebot, inklusive Wallbox zum Laden und mehr.

    Neuausrichtung des Unternehmens mit der Strategie NUMBER ONE > NEXT Unsere Strategie Number ONE bildet seit Herbst 2007 die Leitplanken fr unser Handeln. Seit der globalen Wirtschafts- und Finanz-krise hat sich das Unternehmen erfolgreich entwickelt. Gleichzeitig hat sich unser Umfeld rasant verndert. Vor allem die Digitalisierung bietet neue technologische Mglichkeiten fr die Automobilindustrie vom automatisierten Fahren bis zur vernetzten Produktion.

    Langfristige Wachstumsziele bis 2020 Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Strategie zukunftsgerecht weiterentwickelt. Wir starten von einer tragfhigen Basis: Finanzielle Strke, Innovationskraft und Profitabilitt verbindet die BMW Group erfolgreich mit weiterem Wachstum. Diesen Kurs wollen wir mit NUMBER ONE>NEXT fortsetzen.

    Unser Geschftsmodell ist auch knftig auf die individuelle Mobilitt im Premiumsegment fokussiert kombiniert mit attraktiven Mobilittsdienstleistungen. Im Mittelpunkt unseres Handelns steht der Kunde. Wir setzen uns langfristige Ziele bis ins Jahr 2020 und leiten Schritt fr Schritt die entsprechenden Ma-nahmen ein.

    Hochautomatisiertes Fahren wird Teil des intelligenten Autos der Zukunft Mit BMW ConnectedDrive nimmt die BMW Group seit zwei Jahrzehnten eine fhrende Position bei Fahrerassistenzsystemen ein. Diese erhhen die Sicherheit und den Komfort fr unsere Kunden.

    Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wurde 2015 der selbstfahrende BMW i3 vorgestellt, der Hindernissen ausweichen und selbststndig parken kann. 2016 haben wir dort den BMW i8 Vision

    16

  • Future Interaction prsentiert, der sich cloudbasiert und mittels diverser mobiler Endgerte in die digitale Lebenswelt unserer Kunden integriert. Das Auto stellt den personalisierten digitalen Assistenten BMW Connected bereit, der beispielsweise die Steuerung von Smart-Home-Funktionen ermglicht. Als erster Automobilhersteller bietet die BMW Group ein derart umfassendes digitales Serviceangebot.

    Konnektivitt gehrt zu den wichtigsten Trends in unserer Industrie. Automobile, ihre Fahrer und deren Umwelt werden noch enger miteinander vernetzt. Der nchste logische Schritt ist hoch- und vollautomati-siertes Fahren. Auch hier sehen wir uns in der Rolle als Treiber und Innovator. Der neue BMW 7er ist das erste Serienfahrzeug mit vollautomatisiertem Parken. Technologisch ist schon heute vieles mglich. Jenseits der technischen Dimension bedarf es jedoch grundlegender rechtlicher und verkehrspolitischer Weichen-stellungen, um die Rechte und Pflichten einer erweiterten mobilen Wertschpfungskette klar zu definieren. Als BMW Group beziehen wir eindeutig Position: Wir wollen den Fahrer in bestimmten Situationen entlas-ten. Wir wollen seine Sicherheit weiter erhhen. Und wir schtzen seine Daten und somit seine Privatsphre.

    Strategisch wichtiger Erwerb des Kartendienstleisters HERE Die Grundlage fr hoch- und vollautomatisiert fahrende Automobile bilden hochprzise Karten. Zusammen mit Partnern haben wir 2015 den Karten-dienstleister HERE erworben und uns so den Zugang zu Cloud-basierten Echtzeitkarten und ortsbezogenen Diensten gesichert. HERE soll als unabhngige Plattform fr die Automobilbranche und darber hinaus zu-gnglich bleiben. Die Kombination von hochprzisen Karten mit Daten aus dem Fahrzeugumfeld macht das Fahren fr alle sicherer und einfacher. Heute schon stellt HERE Karten und ortsbezogene Daten fr knapp 200 Lnder in mehr als 50 Sprachen bereit.

    Unsere motivierten Mitarbeiter bleiben unser grter Erfolgsfaktor Individuelle Mobilitt erfllt ein mensch-liches Grundbedrfnis und bleibt ein robuster Trend. Fr weiteres Wachstum bentigen wir leistungsfhige, motivierte Mitarbeiter sowie auch neue Ideen und Fhigkeiten. Mehr als 5.900 Mitarbeiter sind im Jahr 2015 in die BMW Group eingetreten. Ende des Jahres absolvierten 4.700 junge Nachwuchskrfte ihre Ausbildung bei uns mehr als je zuvor. Ich bedanke mich im Namen des gesamten Vorstands sehr herzlich bei allen 122.244 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fr die erbrachte Leistung im Geschftsjahr 2015. Unseren Geschftspartnern und den Zulieferern sind wir zu Dank verpflichtet, genauso wie der gesamten Handels-organisation. Unser Premiumanspruch lsst sich nur in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Hndlern verwirklichen.

    Wir schauen nach vorn auf die nchsten 100 Jahre BMW Group Fr uns bei der BMW Group ist jeder Tag eine neue Gelegenheit, uns selbst herauszufordern und zu bertreffen. Auf unserem Festakt am 7. Mrz 2016 haben wir bewusst weit vorausgeschaut: Wie werden die Menschen in 30 Jahren unterwegs sein? Natrlich kann niemand exakt vorhersagen, wie sich unser Mobilittsverhalten entwickelt. Aber: Wer sich die Zukunft nicht vorstellt, der wird auch keine haben. Wie unsere Vorstellungen fr die Mobilitt von morgen aussehen, das zeigen wir mit dem visionren Fahrzeug BMW VISION NEXT 100.

    Sehr geehrte Aktionrinnen und Aktionre, mit ihrer hohen Ertragskraft und der langfristigen Ausrichtung mit der Strategie NUMBER ONE>NEXT bleibt die BMW Group ein lohnendes Investment. Unsere Anteils-eigner sollen weiterhin angemessen am Erfolg teilhaben. Fr das Geschftsjahr 2015 werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, in unserem Jubilumsjahr 2016 zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens eine Dividendenzahlung von mehr als zwei Milliarden Euro auszuschtten. Ich danke unseren Anteilseignern fr ihr Vertrauen und hoffe, dass sie uns auf unserem Weg in die Zukunft begleiten.

    Harald KrgerVorsitzender des Vorstands

    17 VORWORT DES VORSTANDSVORSITZENDEN

  • ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

    Grundlagen des KonzernsGeschftsmodell

    Der vorliegende Bericht fasst die Lageberichte der Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft (BMW AG) und des BMW Konzerns (BMW Group) zusammen.

    Grundlagen des KonzernsNachfolgend sind die Grundlagen der BMW Group dar-gestellt. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich keine wesentlichen nderungen ergeben.

    GeschftsmodellDie Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft (BMW AG) mit Sitz in Mnchen ist das Mutterunterneh-men des BMW Konzerns (BMW Group). Gegenstand des Unternehmens sind die Entwicklung, die Herstel-lung und der Vertrieb von Motoren und allen damit ausgestatteten Fahrzeugen. Die BMW Group gliedert sich in die Segmente Automobile, Motorrder, Finanz-dienstleistungen und das Segment Sonstige Gesell-schaften (im Wesentlichen Holding- und Konzernfinan-zierungsgesellschaften).

    Gegrndet als Bayerische Flugzeugwerke AG (BFW) im Jahr 1916, entstand 1917 die Bayerische Motoren Werke G. m. b. H., die 1918 schlielich in die Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Die BMW Group umfasst neben der BMW AG smtliche Tochtergesellschaften, auf die die BMW AG direkt oder indirekt beherrschenden Einfluss ausben kann. Zu-dem bernimmt die BMW AG die Steuerung der BMW Group. Die allgemeinen Rahmenbedingungen auf den internationalen Automobil- und Motorradmrkten wie die Wettbewerbssituation, politische und gesetzliche Vorgaben und gesellschaftliche Trends sowie die Ent-wicklung der Rohstoffpreise, der Wechselkurse und des Zinsniveaus stellen wesentliche externe Faktoren dar, die die Geschftsentwicklung beeinflussen.

    Die BMW Group ist weltweit einer der erfolgreichsten Hersteller von Automobilen und Motorrdern und zhlt zu den grten Industrieunternehmen in Deutsch-land. Die BMW Group verfgt mit BMW, MINI und Rolls-Royce ber drei der strksten Premiummarken in der Automobilbranche. Die Fahrzeuge setzen hchste Standards hinsichtlich sthetik, Dynamik, Technik und Qualitt und sind Ausdruck hchster Technologie- und Innovationskompetenz des Unternehmens. Neben einer starken Marktposition im Motorradgeschft ist das Unternehmen auch im Geschft mit Finanzdienst-leistungen erfolgreich. Darber hinaus hat sich die BMW Group in den letzten Jahren zu einem der fhren-den Anbieter von Premium-Dienstleistungen fr in-dividuelle Mobilitt entwickelt. Insgesamt waren zum Ende des Jahres 122.244 Mitarbeiter bei der BMW Group beschftigt.

    Seit jeher bilden langfristiges Denken und verantwor-tungsvolles Handeln die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs der BMW Group. Das Unternehmen hat ko-logische und soziale Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschpfungskette, umfassende Produktverantwor-tung sowie ein klares Bekenntnis zur Schonung von Ressourcen fest in seiner Strategie verankert. Entspre-chend ist es seit vielen Jahren eines der nachhaltigsten Unternehmen der Automobilbranche.

    Die BMW Group ist global ttig und in mehr als 150 Ln-dern vertreten. Im Forschungs- und Innovationsnetz-werk unterhlt das Unternehmen weltweit 13 Standorte in fnf Lndern. Der Produktionsverbund umfasste zum Stichtag insgesamt 30 Standorte in 14 Lndern.

    Im BMW Group Stammwerk Mnchen werden BMW 3er und 4er Modelle sowie Benzin- und Dieselmotoren ge-fertigt. In Regensburg rollen Modelle der BMW 1er, 3er und 4er Reihe sowie der 2er Gran Tourer, der Z4 Roadster und der X1 vom Band. Im BMW Group Werk in Dingol-fing werden der BMW 3er Gran Turismo, das BMW 4er Gran Coup, Modelle der BMW 5er, 6er und 7er Reihe sowie Hybridfahrzeuge der BMW 5er und 7er Reihe ge-baut. Zudem werden dort Fahrwerks- und Antriebs-komponenten hergestellt. Am Standort Leipzig werden Modelle der BMW 1er und 2er Reihe sowie der elektrisch angetriebene BMW i3 und der Hybridsportwagen BMW i8 gefertigt. Im sdafrikanischen Rosslyn produ-ziert das Unternehmen die BMW 3er Limousine. Im US-Werk Spartanburg werden die BMW Modelle X3, X4, X5 und X6 produziert. An den beiden durch das Joint Venture BMW Brilliance Automotive Ltd. betriebenen Standorten im chinesischen Shenyang werden der BMW X1 sowie Modelle der BMW 3er und 5er Reihe exklusiv fr den chinesischen Markt hergestellt. Auch im BMW Group Werk Chennai (Indien) und im BMW Group Werk Rayong (Thailand) werden Fahrzeuge der BMW Group gefertigt. Im neuesten Werk der BMW Group in Araquari (Brasilien) werden derzeit die BMW 3er Li-mousine, der 1er 5-Trer, der X3 und der X1 sowie der MINI Countryman gefertigt.

    In den Werken Landshut und Wackersdorf werden Komponenten fr den weltweiten Produktionsverbund gefertigt. Der Standort Eisenach fertigt Spezialwerk-zeuge fr den Produktionsverbund. Die in der Joint Operation SGL Automotive Carbon Fibers (ACF) be-triebenen Produktionen in Moses Lake (USA) und Wackers dorf liefern Carbonfasern beziehungsweise Carbonfasergelege fr die Fertigung der BMW i Modelle und den neuen BMW 7er. Im sterreichischen Steyr produziert das grte Motorenwerk der BMW Group Benzin- und Diesel motoren fr die BMW und MINI

    18

    18 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT18 Grundlagen des Konzerns 18 Geschftsmodell 20 Steuerungssystem23 Wirtschaftsbericht 23 Gesamtwirtschaftliche und

    branchenbezogene Rahmen-bedingungen

    27 Gesamtaussage 27 Finanzielle und nichtfinanzielle

    Leistungsindikatoren 29 Geschftsverlauf 49 Ertrags-, Finanz- und

    Vermgenslage 59 Erluterungen zur BMW AG 62 Nachtragsbericht63 Prognose-, Risiko- und Chancenbericht 63 Prognosebericht 68 Risiko- und Chancenbericht81 Internes Kontrollsystem und Risiko-

    managementsystem bezogen auf die Rechnungslegungsprozesse

    83 bernahmerelevante Angaben87 BMW Aktie und Kapitalmarkt

  • 19 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

    Automobilwerke. Im chinesischen Shenyang erffnete das Joint Venture BMW Brilliance Automotive Ltd. 2016 zudem eine Motorenfertigung, die die benachbarten Werke mit Benzinmotoren versorgt.

    Die Partnerwerke der BMW Group bedienen vor allem die entsprechenden regionalen Mrkte. Aktuell werden BMW und MINI Automobile in Indonesien (Jakarta), gypten (Kairo), Russland (Kaliningrad) und Malaysia (Kulim) gefertigt.

    Am Standort Oxford (Grobritannien) laufen derzeit die Modelle MINI 3- und 5-Trer sowie der MINI Clubman vom Band. Zum britischen Produktionsdreieck zhlen auerdem das Komponentenwerk in Swindon und das Motorenwerk in Hams Hall, in dem Benzinmotoren fr BMW und MINI hergestellt werden. Im sterreichischen Graz fertigt Magna Steyr Fahrzeugtechnik im Auftrag der BMW Group den MINI Countryman und seit 2012 auch den MINI Paceman. Der niederlndische Auto-mobilhersteller VDL Nedcar bv (Born) stellt seit 2014 den MINI 3-Trer und seit 2015 das MINI Cabrio fr die BMW Group her.

    Im britischen Goodwood werden exklusiv die Rolls-Royce Modelle Phantom, Ghost, Wraith und seit Ende 2015 das Cabrio Dawn gebaut.

    Im BMW Group Werk Berlin laufen BMW Motorrder vom Band und werden Bremsscheiben fr Automobile gefertigt. Im brasilianischen Manaus und in Rayong (Thailand) befinden sich zudem zwei weitere Fertigungs-sttten fr Motorrder.

    Das weltweite Vertriebsnetz umfasst gegenwrtig rund 3.310 BMW, 1.550 MINI und 140 Rolls-Royce Handels-betriebe. Allein in China wurden 2015 etwa 60 BMW Betriebe erffnet. In Deutschland erfolgt der Vertrieb durch die Niederlassungen der BMW Group sowie selbststndige Vertragshndler. Der Auslandsvertrieb wird berwiegend von Tochterunternehmen sowie in einigen Mrkten von unabhngigen Importeuren ber-nommen. Das Handels- und Agenturnetz fr BMW i umfasst derzeit rund 950 Standorte. Das Vertriebs-netz fr BMW Motorrder ist hnlich wie der Auto-mobil vertrieb organisiert. Aktuell gibt es weltweit rund 1.150 BMW Motorrad Handelsbetriebe.

    Weltweit kennen und schtzen die Menschen die Premiummarken BMW, MINI und Rolls-Royce. Sie ver-sprechen innovative Technologien und ein zukunfts-weisendes Design. Die BMW Group bietet ihren Kunden das gesamte Spektrum der individuellen Mo-bilitt, von kleinen Fahrzeugen im Premiumsegment

    bis zu luxurisen und leistungsstarken Automobilen. Die Marke MINI verfgt im Premium-Kleinwagen-segment ber eine Ikone, die in ihrer Klasse konkur-renzlosen Fahrspa bietet. Rolls-Royce hat in der absoluten Luxusklasse eine 112-jhrige Tradition. Die Spanne bei der Kernmarke BMW deckt ein breites Feld an Kundenwnschen ab: sowohl verbrauchsopti-mierte und innovative Modelle mit Efficient Dynamics als auch effiziente Hochleistungsautomobile bei BMW M, die Motorsport auf die Strae bringen. Allen gemein-sam ist dabei eine beeindruckende Fahrdynamik.

    Gleichzeitig entwickelt die BMW Group mit BMW i das Verstndnis des Begriffs Premium weiter. BMW i ist noch strker von Nachhaltigkeit geprgt und steht fr zukunftsweisende Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb, revolutionren Leichtbau, auergewhnliches Design und vllig neu entwickelte Mobilittsdienstleistungen.

    BMW Motorrad konzentriert sich mit seinem Angebot ebenfalls auf das Premiumsegment. Die Modellpalette umfasst Fahrzeuge aus den Bereichen Sport, Tour, Roadster, Heritage, Adventure und Urban Mobility. Darber hinaus bietet das Segment zahlreiche Fahrer-ausstattungen zur Erhhung von Sicherheit und Kom-fort der Kunden an.

    Das Segment Finanzdienstleistungen umfasst weltweit ber 50 Gesellschaften und Kooperationen mit lokalen Finanzdienstleistern und Importeuren auf allen Kon-tinen ten und zhlt zu den fhrenden Finanzdienst-leistern im Automobilsektor. Dabei bilden die Kre dit-finanzie rung und das Leasing von Automobilen und Motorrdern der Konzernmarken durch Privatkunden das grte Geschftsfeld im Segment. Darber hinaus knnen Kunden aus einer Vielzahl an ausgewhlten Versicherungs- und Bankprodukten whlen. Unter der Markenbezeichnung Alphabet bietet die BMW Group im internationalen markenbergreifenden Flottenge-schft die Fuhrparkfinanzierung von Grokunden so-wie das umfassende Management von Firmenflotten in 18 Lndern an. In der Mehrmarkenfinanzierung werden unter der Markenbezeichnung Alphera Kreditfinanzie-rungen, Leasing und Dienstleistungen an Endkunden vermittelt. Die Untersttzung der Handelsorganisation, zum Beispiel durch die Finanzierung des Fahrzeugbe-stands in den Hndlerbetrieben, rundet das Leistungs-spektrum des Segments ab.

  • Grundlagen des KonzernsSteuerungssystem

    Das betriebswirtschaftliche Steuerungssystem der BMW Group folgt einem wertorientierten Ansatz. Im Mittel-punkt stehen dabei ein profitables Wachstum, die Wert-steigerung fr die Kapitalgeber und die Sicherung von Arbeitspltzen. Um die unternehmerische Eigenstndig-keit auch langfristig zu sichern, ist das im Unternehmen verfgbare Kapital rentabel einzusetzen. Dazu muss der erwirtschaftete Gewinn die Kosten des zur Verfgung ge-stellten Eigen- und Fremdkapitals dauerhaft bersteigen.

    Das konzerninterne Steuerungssystem der BMW Group ist mehrstufig aufgebaut und weist in Abhngigkeit vom Aggregationsniveau unterschiedliche Detaillierungs-grade auf. Die operative Steuerung erfolgt dabei im

    Aufgrund des sehr hohen Aggregationsniveaus ist eine betriebswirtschaftlich gezielte Steuerung auf Basis des Wertbeitrags nur schwer mglich. Daher dient diese Kennzahl ausschlielich als Berichtsgre.

    Fr jede Steuerungsebene sind relevante Werttreiber definiert, die wesentlichen Einfluss auf den Unterneh-menserfolg und schlielich die Entwicklung des Un-ternehmenswerts haben. Im Rahmen der betriebswirt-schaftlichen Steuerung handelt es sich bei diesen finanziellen und nichtfinanziellen Werttreibern um die bedeutsamsten Leistungsindikatoren im Unternehmen.

    Bei Projektentscheidungen korrespondiert das System mit einer projektorientierten Steuerungslogik auf der Basis von Wert- beziehungsweise Renditekennzahlen, die eine wesentliche Entscheidungsgrundlage bieten.

    Operative Steuerung auf SegmentebeneAuf Segmentebene erfolgt die hchste operative Steue-rung auf der Grundlage von Kapitalrenditen. Je nach Geschftsmodell werden die Segmente dabei nach Ge-

    Wesentlichen auf Segmentebene. Zur Steuerung der langfristigen Unternehmensentwicklung und zur Beur-teilung strategischer Belange werden auf Konzernebene ergnzend zustzliche Kennzahlen im Steuerungssystem bercksichtigt. In diesem Zusammenhang dient der Wertbeitrag als Indikator fr den im Geschftsjahr ge-leisteten Beitrag zum Unternehmenswert. Dieser An-spruch wird auf Konzern- sowie auf Segmentebene durch bedeutsamste finanzielle und nichtfinanzielle Leistungs-indikatoren (Werttreiber) operationalisiert. Der verein-fachte Zusammenhang zwischen dem Wertbeitrag und seinen relevanten Werttreibern ist in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.

    samt- oder Eigenkapitalrendite gemessen. Spezifische Renditekennzahlen sind fr die Segmente Automobile und Motorrder der Return on Capital Employed (RoCE) sowie fr Finanzdienstleistungen der Return on Equity (RoE). In diesen Kennzahlen sind mit der Profitabilitt (Umsatzrendite) und der Kapitaleffizienz (Kapital-umschlag) eine Vielzahl relevanter wirtschaftlicher In-formationen zu Einflussgren auf Segmenterfolg und die Entwicklung des Unternehmenswerts verknpft.

    Segment AutomobileDie am strksten verdichtete Kennzahl fr das Seg-ment Auto mobile ist die Gesamtkapitalrendite RoCE. Sie liefert Informationen ber die Rentabilitt des ein-gesetzten Kapitals beziehungsweise des operativen Geschfts. Der RoCE berechnet sich aus dem Seg ment-ergeb nis vor Finanzergebnis und dem durchschnittlich eingesetzten operativen Kapital im Segment. Der strate-gische Zielwert fr den RoCE betrgt 26 %.

    Ergebnis vor Finanzergebnis RoCE Automobile = Eingesetztes Kapital

    Wertbeitrag

    Aufwand

    Ergebnis

    Umsatzerlse

    Umsatzrendite

    Kapitalumschlag

    Kapitalrendite(RoCE / RoE)

    Eingesetztes Kapital

    Kapitalkosten

    Durchschnittlicher Kapitalkostensatz

    20

    18 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT18 Grundlagen des Konzerns 18 Geschftsmodell 20 Steuerungssystem23 Wirtschaftsbericht 23 Gesamtwirtschaftliche und

    branchenbezogene Rahmen-bedingungen

    27 Gesamtaussage 27 Finanzielle und nichtfinanzielle

    Leistungsindikatoren 29 Geschftsverlauf 49 Ertrags-, Finanz- und

    Vermgenslage 59 Erluterungen zur BMW AG 62 Nachtragsbericht63 Prognose-, Risiko- und Chancenbericht 63 Prognosebericht 68 Risiko- und Chancenbericht81 Internes Kontrollsystem und Risiko-

    managementsystem bezogen auf die Rechnungslegungsprozesse

    83 bernahmerelevante Angaben87 BMW Aktie und Kapitalmarkt

  • 21 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

    Das eingesetzte Kapital entspricht der Summe aller kurz- und langfristigen operativen Vermgenswerte, bereinigt um das Abzugskapital. Beim Abzugskapital handelt es sich um die Kapitalanteile, die dem opera-tiven Geschft zinslos zur Verfgung stehen. Dazu gehren beispielsweise Verbindlichkeiten aus Liefe-rungen und Leistungen.

    Aufgrund seiner besonderen Bedeutung fr den Ge-samtkonzern werden zur Steuerung des Segments Auto mobile zustzliche Kennzahlen mit unterschied-lichen Detaillierungsgraden herangezogen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Kapitalrendite und somit auf den Segmenterfolg haben. Bei diesen Wert-treibern handelt es sich um die Anzahl der Ausliefe-rungen, den Segmentumsatz sowie die operative Umsatzrendite als Kennzahl fr die Profitabilitt im Segment. Des Weiteren bercksichtigt die Steuerung die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Flotte, die insbesondere ber ihren Einfluss auf die laufenden Entwicklungskosten sowie langfristig aufgrund regu-latori scher Vorgaben einen signifikanten Einfluss auf das Unternehmensergebnis haben knnen. Die CO2-Emissionen entsprechen dem durchschnittlichen Emissionswert der in den EU-28-Staaten verkauften Flotte.

    Durch die korrespondierende Steuerung auf Basis we-sentlicher Werttreiber lassen sich die Ursachen einer Vernderung des RoCE besser identifizieren und ge-eignete Manahmen zur Einflussnahme auf seine Ent-wicklung definieren.

    Segment MotorrderDie Steuerung im Segment Motorrder erfolgt analog zum Segment Automobile auf Basis der Gesamtkapital-rendite RoCE. Das eingesetzte Kapital wird entsprechend der Vorgehensweise fr das Segment Automobile er-mittelt. Der strategische Zielanspruch fr den RoCE im Segment Motorrder betrgt 26 %.

    Ergebnis vor Finanzergebnis RoCE Motorrder = Eingesetztes Kapital

    Die Segmentsteuerung wird um die Anzahl der Aus-lieferungen als nichtfinanziellen Werttreiber ergnzt.

    Segment FinanzdienstleistungenDas Segment Finanzdienstleistungen wird, wie im Bankensektor blich, ber die Eigenkapitalrendite RoE gesteuert. Die Renditekennzahl RoE ist definiert als das Segmentergebnis vor Steuern bezogen auf das durchschnittlich im Segment Finanzdienstleistungen gebundene Eigenkapital. Die dauerhaft angestrebte Zielrendite fr das eingesetzte Eigen kapital betrgt mindestens 18 %.

    RoE Finanz- Ergebnis vor Steuern dienstleistungen = Eigenkapital

    Strategische Steuerung auf KonzernebeneDie strategische Steuerung und die Quantifizierung der finanziellen Auswirkungen im Rahmen der langfristi-gen Unternehmensplanung erfolgt im Wesentlichen auf Konzernebene. Die bedeutsamsten Leistungsindikato-ren hier sind das Konzernergebnis vor Steuern sowie die Mitarbeiterzahl im Konzern am Jahres ende. Das Kon-zernergebnis vor Steuern bietet einen umfassenden Blick auf den gesamthaften Unternehmenserfolg nach Konsolidierungseffekten und ermglicht einen transpa-renten Vergleich insbesondere im Zeitablauf. Die Mit-arbeiterzahl des Konzerns wird als zustzlicher nicht-finanzieller Leistungsindikator betrachtet.

    Die Informationen, die die beiden Leistungsindikatoren bieten, werden durch die Berichtskennzahl Wertbeitrag ergnzt. Diese sehr hoch aggregierte Kennzahl liefert zustzliche Aussagen zu Kapitaleffizienz beziehungs-weise (Opportunitts-)Kosten fr das zur Erzielung des Ergebnisses bentigte Kapital: Der Wertbeitrag ent-spricht dem ber die Kapitalkosten hinaus erwirtschaf-teten Ergebnis. Er zeigt an, ob der Konzern die Mindest-rendite forderungen der Kapitalgeber erfllt. Ein positiver Wertbeitrag bedeutet, dass ein Unternehmen ber die Kapitalkosten hinaus zustzlichen Wert generiert.

    Wertbeitrag Group = Ergebnisgre Kapitalkosten = Ergebnisgre (Kapitalkostensatz

    Eingesetztes Kapital)

    Das eingesetzte Kapital beinhaltet das durchschnittlich ber das gesamte Jahr eingesetzte Konzerneigenkapital, die Finanzverbindlichkeiten der Segmente Automobile

    in Mio. Ergebnisgre Kapitalkosten (EK + FK) Wertbeitrag Group 2015 2014 2015 2014 2015 2014

    BMW Group 9.723 9.051 6.040 5.212 3.683 3.839

  • und Motorrder sowie die Pensionsrckstellungen. Die Ergebnisgre entspricht dem Konzernergebnis vor Steuern, bereinigt um die Zinsaufwendungen aus Pen-sionsrckstellungen und Finanzverbindlichkeiten der Segmente Automobile und Motorrder (Ergebnis vor Zinsaufwand und Steuern).

    Der Kapitalkostensatz stellt die Mindestrenditeforde-rung der Kapitalgeber fr die Bereitstellung des einge-setzten Kapitals dar. Da das eingesetzte Kapital aus Eigen- (z. B. Aktien) und Fremdkapitalanteilen (z. B. An-leihen) besteht, wird der Kapitalkostensatz als gewich-teter Durchschnitt aus Eigen- und Fremdkapitalkosten-satz bestimmt. Diese werden mittels marktblicher Verfahren ermittelt. Der durchschnittliche gewichtete Kapitalkostensatz der BMW Group betrug 2015 wie im Vorjahr 12 % vor Steuern.

    Wertmanagement in der ProjektsteuerungDas operative Geschft in den Segmenten Automobile und Motorrder ist wesentlich durch seinen lebens-zyklusabhngigen Projektcharakter geprgt. Die Projekte haben einen erheblichen Einfluss auf die zuknftige Geschftsentwicklung. Projektentscheidungen sind da-her wichtige Bestandteile der finanziellen Steuerung in der BMW Group.

    Die Grundlage von Projektentscheidungen stellen Projektrechnungen dar, die aus den prognostizierten Zahlungsstrmen des einzelnen Projekts abgeleitet werden. Der Betrachtungszeitraum dieser Berechnun-gen ist jeweils die Projektlaufzeit, das heit die zuknf-tigen Jahre, in denen aus dem Projekt Zahlungsstrme zu erwarten sind. Die Projektentscheidungen werden auf Basis des Kapitalwerts und der internen Rendite der Projektrechnung getroffen.

    Der Kapitalwert gibt an, inwiefern das Projekt zuknftig in der Lage sein wird, einen positiven Ergebnisbeitrag ber die eigenen Kapitalkosten hinaus zu leisten. Ein Projekt mit positivem Kapitalwert steigert die zuknfti-gen Wertbeitrge des Unternehmens und erhht so den Unternehmenswert. Die interne Rendite des Projekts entspricht der durchschnittlichen Rendite auf das im Projekt eingesetzte Kapital. Inhaltlich entspricht die interne Rendite damit dem mehrjhrigen Durchschnitt der Kapitalrendite RoCE fr ein einzelnes Projekt. So-mit ist sie konsistent zu einem der bedeutsamsten Leis-tungsindikatoren.

    Bei smtlichen Projektentscheidungen werden neben den Entscheidungskriterien auch die langfristigen periodi-

    schen Ergebniseffekte dargestellt und in die langfristige Konzernplanung bernommen. Dadurch lassen sich die Auswirkungen jeder Projektentscheidung auf die Periodensteuerung, das heit auf die Ergebnis- und Renditeentwicklung in den einzelnen Jahren der Pro-jektlaufzeit, abbilden. Insgesamt ergibt sich so ein in sich stimmiges Steuerungsmodell.

    22

    18 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT18 Grundlagen des Konzerns 18 Geschftsmodell 20 Steuerungssystem23 Wirtschaftsbericht 23 Gesamtwirtschaftliche und

    branchenbezogene Rahmen-bedingungen

    27 Gesamtaussage 27 Finanzielle und nichtfinanzielle

    Leistungsindikatoren 29 Geschftsverlauf 49 Ertrags-, Finanz- und

    Vermgenslage 59 Erluterungen zur BMW AG 62 Nachtragsbericht63 Prognose-, Risiko- und Chancenbericht 63 Prognosebericht 68 Risiko- und Chancenbericht81 Internes Kontrollsystem und Risiko-

    managementsystem bezogen auf die Rechnungslegungsprozesse

    83 bernahmerelevante Angaben87 BMW Aktie und Kapitalmarkt

  • 23 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

    WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

    Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2015Im Jahr 2015 konnte die Weltwirtschaft mit einer Wachs-tumsrate von 3,1 % zulegen. Die USA verzeichneten robuste Wachstumsraten, whrend die von der chinesi-schen Regierung geplante Transformation der Wirt-schaft auf ein langfristig stabileres Niveau voranschritt. Von der nachlassenden Nachfrage in China wurden vor allem rohstoffexportierende Lnder wie Brasilien und Russland stark in Mitleidenschaft gezogen. Zustz-lich belastete die Aussicht auf eine wieder restriktivere Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank die Schwellenlnder. Weitere Kapitalabflsse, Investitions-rckgnge und eine Abwertung vieler Schwellenlnder-whrungen waren die Folge. Die Eurozone konnte trotz wieder aufkommender Turbulenzen um Griechenland die wirtschaftliche Erholung fortsetzen.

    Nach anfnglichen Zweifeln an der Robustheit der amerikanischen Wirtschaft leitete die US-Notenbank die erwartete Zinswende ein. Die vom Finanzmarkt befrchteten Verwerfungen auf den Kapitalmrkten hatten nur begrenzte Wirkung.

    In der Eurozone wuchs die Wirtschaftsleistung im ver-gangenen Jahr mit einer Wachstumsrate des Brutto-inlandsprodukts (BIP) von 1,5 %. Die geldpolitischen Manahmen der Europischen Zentralbank (EZB) haben im Berichts zeitraum untersttzend dazu beigetragen. Deutschland konnte dabei mit 1,7 % erneut eine wich-tige Rolle in der europischen Wirtschaft berneh-men. Auch Frankreich (+ 1,1 %) und Italien (+ 0,7 %) verzeichneten hhere Wachstumsraten als noch im Vor-jahr. Ebenfalls positiv entwickelte sich die Mehrzahl der sdeuropischen Volkswirtschaften. Hier konnten Spanien mit 3,2 % und Portugal mit 1,5 % zu einer Fort-setzung der wirtschaft lichen Erholung der Eurozone beitragen.

    In Grobritannien war das Wachstum mit 2,2 % im Vergleich zum Vorjahr schwcher. Es liegt aber seit 2011 durchgngig ber den Wachstumsraten der Eurozone. Die britische Regierung nutzte das positive Kon junk tur umfeld und verringerte das Haushalts-defizit auf den niedrigsten Stand seit 2007. Erneut war dabei der heimische Konsum eine tragende Sule der Wirtschaft.

    In den USA nahm die Konjunktur im Jahr 2015 noch einmal Fahrt auf. Die Zuwachsrate lag mit 2,4 % gering-fgig ber dem Vorjahr. Der seit 2010 andauernde Auf-schwung der US-Wirtschaft wird durch ein robustes

    Konsumverhalten der privaten Haushalte untersttzt. Die stabile wirtschaftliche Situation einerseits und der erwartete Anstieg der Inflation andererseits haben die US-Notenbank dazu veranlasst, die Zinswende im Dezember 2015 einzuleiten.

    Die japanische Wirtschaft konnte im Jahr 2015 nur mig an Fahrt gewinnen. Mit einem Wachstum des BIP um lediglich 0,6 % bildete die Volkswirtschaft das Schlusslicht unter den G-7-Lndern. Die Bank of Japan (BoJ) behielt auch 2015 die sehr expansive Geld-politik bei.

    In China fhrte die von der Regierung eingeleitete Neu-ausrichtung der Wirtschaft zu einer moderaten Ab-khlung der Wirtschaftsleistung (+ 6,9 %), sodass das Wachstum seit 1990 erstmals wieder unter die Marke von 7 % zurckgegangen ist. Trotz der laufenden Trans-formation von einer investitions- zu einer konsum-orientierten Wirtschaft und einer deutlichen Aktien-marktkorrektur Mitte des Jahres 2015 und zu Jahresbe-ginn 2016 hat sich die Volkswirtschaft des Landes aber als stabil erwiesen.

    Bis auf Indien (+ 7,4 %) lagen die anderen BRIC-Staa-ten im abgelaufenen Jahr unter den allgemeinen Er-wartungen. Die rohstoffabhngigen Lnder Brasilien und Russland konnten mit 3,6 % beziehungsweise 3,8 % keinen Ausweg aus der gegenwrtig schwie-rigen Lage finden und verharren unverndert in der Rezession.

    DevisenmrkteDer Kurs des US-Dollar lag im Berichtszeitraum durch-schnittlich bei 1,11 US-Dollar je Euro und war damit deutlich strker als im Vorjahr. Die derzeit unterschied-lichen geldpolitischen Ausrichtungen der EZB und der US-amerikanischen Notenbank (Fed) haben dazu ge-fhrt, dass sich der US-Dollar seit Jahresbeginn 2015 von 1,16 auf 1,09 US-Dollar je Euro auf Basis der Monats-durchschnittswerte vernderte.

    Das britische Pfund legte ebenfalls zu und war im Jahres durchschnitt mit 0,73 Pfund je Euro teurer als im Vorjahr. Im Gegensatz zur Fed sieht die Bank of England (BoE) noch keinen akuten Handlungsbedarf fr eine Erhhung der Leitzinsen.

    Der chinesische Renminbi bewegte sich aufgrund sei-ner Koppelung an den US-Dollar im Berichtszeitraum mit 6,97 Renminbi je Euro auf einem hheren Niveau als im Vorjahr. Allerdings wurde der Aufwertungstrend

  • whrend der Aktienmarktturbulenzen in China kurz-zeitig unterbrochen. Diese temporre Schwche konnte aber bis Jahresende teilweise ausgeglichen werden.

    Der japanische Yen verteuerte sich 2015 aufgrund der Geldmengenausweitung in der Eurozone mig und erreichte ein durchschnittliches Niveau von 134 Yen je Euro.

    Gegenber den Whrungen vieler Schwellenlnder wie Russland oder Brasilien konnte der Euro im Jahr 2015 an Wert gewinnen. Whrend er gegenber dem brasilia-nischen Real durchschnittlich um etwa 19 % zulegen konnte, war die Aufwertung zum russischen Rubel mit rund 33 % noch strker.

    Energie- und RohstoffpreiseNachdem der fr Europa magebliche Preis der l-sorte Brent zum Jahresbeginn einen kurzen Rckgang verzeichnet hatte, konnte er im weiteren Verlauf des

    ersten Halbjahres 2015 wieder zulegen. Dagegen befand er sich in der zweiten Jahreshlfte im freien Fall. Der Jahres durch schnitt 2015 lag bei 54 US-Dollar je Barrel und kam damit auf ein Minus im Vergleich zum Vorjahr von 46 %. Eine hnliche Entwicklung konnte man fr die US-Rohlsorte WTI beobachten.

    Stahlpreisentwicklung(Index: Januar 2011 = 100)130

    120

    110

    100

    90

    80

    70

    60

    11 12 13 14 15 Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Eisen und Metall verarbeitenden Industrie

    lpreisentwicklungPreis je Barrel der Marke Brent120

    110

    100

    90

    80

    70

    60

    50

    40

    11 12 13 14 15 Quelle: Reuters

    Preis in EuroPreis in US-Dollar

    Wechselkurse im Vergleich zum Euro(Index: Dezember 2010 = 100)190

    175

    160

    145

    130

    115

    100

    85

    70

    11 12 13 14 15

    Quelle: Reuters

    Britisches Pfund

    Russischer Rubel

    Chinesischer Renminbi

    Japanischer Yen

    US-Dollar

    Japanischer YenRussischer Rubel US-Dollar Chinesischer RenminbiBritisches Pfund

    24

    18 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT18 Grundlagen des Konzerns 18 Geschftsmodell 20 Steuerungssystem23 Wirtschaftsbericht 23 Gesamtwirtschaftliche und

    branchenbezogene Rahmen-bedingungen

    27 Gesamtaussage 27 Finanzielle und nichtfinanzielle

    Leistungsindikatoren 29 Geschftsverlauf 49 Ertrags-, Finanz- und

    Vermgenslage 59 Erluterungen zur BMW AG 62 Nachtragsbericht63 Prognose-, Risiko- und Chancenbericht 63 Prognosebericht 68 Risiko- und Chancenbericht81 Internes Kontrollsystem und Risiko-

    managementsystem bezogen auf die Rechnungslegungsprozesse

    83 bernahmerelevante Angaben87 BMW Aktie und Kapitalmarkt

  • 25 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

    Bei den Edelmetallpreisen war Anfang des Jahres eine kurzzeitige Stabilisierung zu beobachten, ehe sich der langfristige Abwrtstrend im Verlauf des restlichen Jahres fortsetzte. Grund dafr ist, dass den berkapa-zitten auf der Produzentenseite eine schwache Nach-frage auf den Weltmrkten gegenbersteht.

    Auf den Stahlmrkten zeigte sich im Berichtsjahr keine Trendumkehr. Der allgemeine Verfall der Rohstoff-preise fhrte auch hier zu sinkenden Notierungen ge-genber dem Vorjahr.

    AutomobilmrkteDie weltweiten Zulassungen von PKW und leichten Nutzfahrzeugen legten im Berichtsjahr um 3,3 % auf 82,4 Mio. Fahrzeuge zu. Die beiden grten Automobil-mrkte USA und China trugen wiederum mageblich dazu bei. So stiegen die Zulassungszahlen in China um 8,9 % auf 20,5 Mio. Einheiten. Trotz einer Abschwchung im Vergleich zum Vorjahr konnte der chinesische Markt den US-amerikanischen hinter sich lassen. Das Wachs-tum in den USA lag bei 5,7 % (17,5 Mio. Fahrzeuge).

    In Europa nahmen die Automobilmrkte 2015 den Schwung aus dem Vorjahr mit und verzeichneten ein Plus von 9,2 % (14,2 Mio. Fahrzeuge). Der europische Automobilmarkt, bereinigt um die Zulassungen in Deutschland, konnte auf 11,0 Mio. Einheiten sogar etwas strker zulegen (+ 10,3 %). Der Markt in Deutschland wuchs um 5,6 % auf 3,2 Mio. Einheiten und stellte damit fast ein Viertel aller Neuzulassungen in Europa (22,6 %). Frankreich (1,9 Mio. Fahrzeuge/+ 6,8 %) und Italien (1,6 Mio. Fahrzeuge/+ 15,5 %) trugen mit einem robusten Plus zur Erholung bei. Mit hoher Dynamik konnte Spanien erneut zum Wachstum in Europa beitragen (1,0 Mio. Fahrzeuge/+ 20,9 %). Die Zulassungen in Gro-britannien legten um 6,3 % zu (2,6 Mio. Fahrzeuge).

    In Japan entwickelte sich der Automobilmarkt rcklufig. Die Neuzulassungen gaben nach und betrugen lediglich 4,9 Mio. Einheiten ( 9,8 %).

    Die Automobilmrkte der groen Schwellenlnder litten 2015 weiter unter der Rezession. Der russische Markt brach um mehr als ein Drittel ein (1,5 Mio. Fahr-zeuge/ 36,0 %). In Brasilien betrug das Minus rund ein Viertel (2,5 Mio. Fahrzeuge/ 25,7 %).

    MotorradmrkteIm Jahr 2015 legten die Motorradmrkte im Hubraum-segment ber 500 ccm weltweit um 4,7 % zu. In Europa stiegen die Motorradzulassungen um 8,5 %. Dies ist vor allem auf eine deutliche Erholung in Sdeuropa zurck-zufhren. Italien lag mit 11,3 % sogar zweistellig ber dem Vorjahr. In Deutschland nahm die Zahl der Zulas-sungen um 4,5 % zu. In Frankreich erreichte der Motor-radmarkt das Vorjahresniveau (+ 0,3 %). Der US-amerika-nische Markt entwickelte sich mit einem Plus von 3,6 % positiv.

    FinanzdienstleistungsmrkteWhrend sich die Konjunkturdaten in den Industrie-nationen im vergangenen Jahr mehrheitlich positiv entwickelten, hatten einige wichtige Schwellenlnder mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage zu kmpfen.

    Nachdem die US-Wirtschaft Anfang des Jahres nur zgerlich in Schwung gekommen war, entwickelten sich Konjunktur und Arbeitsmarkt ab dem zweiten Quartal positiv. Die Inflationsrate blieb im Verlauf des Jahres weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Dies fhrte dazu, dass die Fed zunchst eine abwar-tende Haltung gegenber einer Zinserhhung ein-nahm. Im Dezember 2015 wurde erstmals nach fast zehn Jahren der Leitzins um 0,25 % angehoben.

    Preisentwicklung der Edelmetalle(Index: Dezember 2010 = 100)130

    120

    110

    100

    90

    80

    70

    60

    11 12 13 14 15 Quelle: Reuters

    PalladiumGold

    Platin

  • Die EZB startete im Mrz 2015 ihr gro angelegtes Anleihekaufprogramm mit dem Ziel, die Konjunktur in der Eurozone zu sttzen und gleichzeitig die anhal-tende Phase niedriger Inflation zu bekmpfen. Unter-sttzt durch eine Kombination aus niedrigem lpreis, schwachem Euro und niedrigen Zinsen konnte der Euro raum eine moderate gesamtwirtschaftliche Erho-lung aufweisen. Der erhoffte Anstieg der Teuerungs-raten hingegen blieb vor allem aufgrund der schwa-chen Energiepreisentwicklung aus.

    Die britische Wirtschaft konnte 2015 ein stabiles Wachs-tum verzeichnen. Jedoch sah die BoE, insbesondere vor dem Hintergrund der weiterhin niedrigen Inflations-rate, von einer Erhhung des Leitzinses ab.

    Die chinesische Wirtschaft war im vergangenen Jahr von einer Abkhlung und Turbulenzen an der Brse in Schanghai geprgt und konnte daher weniger dyna-misch als noch im Vorjahr zur Steigerung der Welt-wirtschaft beitragen. Die chinesische Notenbank reagierte mit einer sukzessiven Senkung des Leitzin-ses und stoppte den Aufwertungstrend des Renminbi.

    Die exportabhngige japanische Wirtschaft litt im ver-gangenen Jahr unter dem schwcheren Wirtschafts-wachstum in China und dem erneuten Rckgang des heimischen Konsums. Die lockere Geld politik der BoJ trug dazu bei, dass im Geschftsjahr 2015 das Ab-rutschen in eine Rezession vermieden werden konnte.

    Im Premiumsegment der europischen Gebrauchtwa-genmrkte war 2015 ein leichter Preisanstieg zu beob-achten. Auf den asiatischen Mrkten blieb das Preis-niveau indes stabil. In Nordamerika wurde ein leichter Rckgang der Gebrauchtwagenpreise verzeichnet. Die Preisschwankungen bewegten sich innerhalb der blichen Bandbreiten.

    26

    18 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT18 Grundlagen des Konzerns 18 Geschftsmodell 20 Steuerungssystem23 Wirtschaftsbericht 23 Gesamtwirtschaftliche und

    branchenbezogene Rahmen-bedingungen

    27 Gesamtaussage 27 Finanzielle und nichtfinanzielle

    Leistungsindikatoren 29 Geschftsverlauf 49 Ertrags-, Finanz- und

    Vermgenslage 59 Erluterungen zur BMW AG 62 Nachtragsbericht63 Prognose-, Risiko- und Chancenbericht 63 Prognosebericht 68 Risiko- und Chancenbericht81 Internes Kontrollsystem und Risiko-

    managementsystem bezogen auf die Rechnungslegungsprozesse

    83 bernahmerelevante Angaben87 BMW Aktie und Kapitalmarkt

  • 27 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

    WirtschaftsberichtGesamtaussageFinanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

    Gesamtaussage zum GeschftsverlaufDie BMW Group blickt auf einen positiven Geschfts-verlauf im Jahr 2015 zurck. In der Ertrags-, Finanz- und Vermgenslage ergibt sich im abgelaufenen Ge-schftsjahr ein erfreuliches Gesamtbild. Insgesamt hat die Geschftsentwicklung die Erwartungen der Un-ternehmensleitung damit erfllt. Diese Einschtzung bercksichtigt auch Erkenntnisse nach dem Ende des Geschftsjahres.

    Finanzielle und nichtfinanzielle LeistungsindikatorenNachfolgend wird ber die bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren fr das Unternehmen und die Segmente berichtet. Sie werden zur internen Steuerung des Unternehmens herangezo-gen. Zur Analyse des Geschftsverlaufs und der Lage des Konzerns werden die im Vorjahr berichteten Prog-nosen fr das Geschftsjahr 2015 mit der tatschlichen Geschftsentwicklung 2015 verglichen.

    BMW GroupErgebnis vor SteuernUngeachtet des starken Wettbewerbs auf den weltweiten Automobilmrkten und anhaltend hoher Investitionen des Unternehmens in neue Technologien und den Aus-bau des Produktionsnetzes blieb die BMW Group auch im Jahr 2015 auf Kurs. Das Unternehmen erzielte mit einem Ergebnis vor Steuern in Hhe von 9.224 Mio. (2014: 8.707 Mio. /+ 5,9 %) im Berichtsjahr einen neuen Hchstwert. ber die allgemein starke Nachfrage nach Fahrzeugen der Konzernmarken hinaus wirkten sich auch Whrungseffekte auf die Ergebnissituation positiv aus. Einen wichtigen Ergebnisbeitrag leisteten auch die bereits Ende 2014 eingefhrten Modelle BMW X6 und X4, die BMW 2er Reihe mit zahlreichen neuen Model-len sowie der neue MINI 3- und 5-Trer.

    Wie fr das Geschftsjahr 2015 prognostiziert, stieg das Konzernergebnis vor Steuern solide und lag damit im Rahmen unserer Erwartungen.

    Mitarbeiter am JahresendeDie BMW Group beschftigte zum Ende des Jahres 2015 insgesamt 122.244 Mitarbeiter (2014: 116.324/+ 5,1 %). Der solide Anstieg in der Zahl der Beschftigten ist vor allem auf die gute Absatzsituation bei Automobi-len und Motorrdern der Konzernmarken sowie ein er weitertes Angebot an Mobilittsdienstleistungen zu-rckzufhren. Darber hinaus stellte die BMW Group qualifizierte Krfte fr die zunehmende Digitalisierung und die Weiterentwicklung der Elektromobilitt ein.

    Wie fr das Geschftsjahr 2015 prognostiziert, stieg die Zahl der Mitarbeiter im Konzern solide und lag damit im Rahmen unserer Erwartungen.

    Segment AutomobileAuslieferungenDie BMW Group markierte im Berichtsjahr 2015 zum fnften Mal in Folge einen neuen Bestwert beim Auto-mobilabsatz. Trotz des sich zunehmend normalisie-renden Markts in China sowie der geopolitischen Lage mit Konfliktherden vor allem im Nahen Osten legte der Absatz solide um 6,1 % auf 2.247.4851 Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce zu (2014: 2.117.9651 Automobile). Grundlage fr diese positive Entwicklung waren zahlreiche neue Modelle wie bei-spielsweise der Ausbau der BMW 2er Reihe, die im Berichtsjahr auf den internationalen Mrkten einge-fhrt wurden. Auch der bereits 2014 eingefhrte MINI 3- und 5-Trer leistete einen wichtigen Beitrag. So be-legte die BMW Group auch im Jahr 2015 weltweit einen Spitzenplatz im Premiumsegment.

    Bei der Kernmarke BMW erhhte sich die Zahl der Aus-lieferungen im Jahr 2015 auf 1.905.2341 Fahrzeuge (2014: 1.811.7191 Automobile/+ 5,2 %). Bei MINI fiel der Absatz-anstieg mit 12,0 % deutlich aus (338.466 Automobile; 2014: 302.183 Automobile). Rolls-Royce Motor Cars bergab 3.785 Fahrzeuge an Kunden (2014: 4.063 Automobile/ 6,8 %).

    Wie im Geschftsbericht 2014 fr das Gesamtjahr prog-nostiziert, stieg die Gesamtzahl der Auto mobil auslie-ferungen in der BMW Group insgesamt solide um 6,1 % an und lag damit im Rahmen unserer Erwartungen.

    CO2-Flottenemissionen2

    Durch den Einsatz innovativer Technologien im Rah-men von Efficient Dynamics reduziert die BMW Group Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen kontinuier-lich. Das Ergebnis sind hocheffiziente Verbrennungs-motoren und elektrifizierte Antriebssysteme, die Mastbe sowohl hinsichtlich Fahrfreude als auch Dynamik setzen. Die CO2-Emissionen der in Europa ausgelieferten Fahrzeugflotte verringerten sich im Berichtsjahr leicht und lagen bei 127 g CO2 / km (2014: 130 g CO2 / km; 2,3 %).

    Wie fr das Gesamtjahr 2015 erwartet, verringerten sich die CO2-Flottenemissionen leicht und lagen damit im Rahmen der Prognosen.

    UmsatzerlseDie Umsatzerlse des Segments stiegen deutlich um 13,8 % auf 85.536 Mio. (2014: 75.173 Mio. ). Positiv wirkten neben der guten Absatzentwicklung auch Effekte aus Whrungsumrechnungen. Damit besttigte sich der Ausblick, der im Quartalsbericht zum 31. Mrz 2015 fr das Berichtsjahr von solide auf deutlich ange-

    1 einschlielich Joint Venture BMW Brilliance Automotive Ltd., Shenyang (2014: 275.891 Automobile, 2015: 282.000 Automobile)

    2 EU-28

  • passt wurde. Im Geschftsbericht 2014 wurde bei den Umsatzerlsen des Segments Automobile noch von einem soliden Anstieg ausgegangen.

    EBIT-Marge und Return on Capital EmployedDie EBIT-Marge im Segment Automobile (Ergebnis vor Finanzergebnis bezogen auf die Umsatzerlse) lag im Berichtsjahr 2015 bei 9,2 % (2014: 9,6 %/ 0,4 Prozent-punkte). Wie fr das Geschftsjahr 2015 prognostiziert, bewegte sich die EBIT-Marge im Automobilgeschft im Zielkorridor von 8 10 % und lag damit im Rahmen un-serer Erwartungen.

    Der RoCE erreichte 72,2 % (2014: 61,7 %/+ 10,5 Prozent-punkte). Der RoCE stieg durch die erfreuliche Ergebnis-entwicklung und eine konsequente Steuerung des einge-setzten Kapitals entgegen den ursprnglichen Erwartun-gen deutlich. Positiv auf den RoCE wirkten sich unter anderem Transaktionen mit anderen Segmenten, die Ausweitung des Geschfts mit Service- und Connected Drive Vertrgen und Effizienzsteigerungen bei der Inves-titionsttigkeit aus. Im Geschftsbericht 2014 wurde noch von einem moderaten Rckgang ausgegangen. Die Kapitalrendite im Automobilgeschft blieb damit deut-lich ber dem Mindestanspruch in Hhe von 26 %.

    Segment MotorrderAuslieferungenIn einem vor allem in Europa sehr freundlichen Markt-umfeld erzielte BMW Motorrad mit 136.963 Auslieferun-gen ein deutliches Plus von 10,9 % (2014: 123.495 Motor-

    rder). Damit bertraf das Motorradgeschft den im Geschftsbericht 2014 prognostizierten soliden Anstieg. Neben dem robusten Marktumfeld und der attraktiven Modellpalette trug auch das milde Wetter zum Jahres-ende zu diesem Erfolg bei.

    Return on Capital EmployedDer RoCE im Segment Motorrder lag im Berichtsjahr bei 31,6 % (2014: 21,8 %/+ 9,8 Prozentpunkte). Damit stieg die Kapitalrendite im Motorradgeschft solide. Im Quartalsbericht zum 30. Juni 2015 wurde im Ausblick fr den RoCE von einem leichten Anstieg ausgegangen (Prognose im Geschftsbericht 2014: RoCE auf Vorjah-resniveau). Dabei spielten vor allem das hhere Absatz-volumen, der anhaltend hochwertige Modellmix und positive Effekte aus der im Jahr 2014 eingeleiteten neuen Markenausrichtung eine wesentliche Rolle.

    Segment FinanzdienstleistungenReturn on EquityDer RoE im Segment Finanzdienstleistungen stieg im Jahr 2015 auf 20,2 % (2014: 19,4 %/+ 0,8 Prozentpunkte). Hier spiegelten sich der erfolgreiche Geschftsverlauf und die stabile Risikosituation auch in der Eigenkapital-rendite wider. Sie bewegte sich somit wie im Geschfts-bericht 2014 erwartet auf dem Niveau des Vorjahres und blieb ber der Zielgre von 18 %.

    Fr die bedeutsamsten Leistungsindikatoren der BMW Group und ihrer Segmente ergibt sich zusammenfassend folgendes Bild:

    Vergleich Prognoseaussagen fr 2015 mit tatschlicher Geschftsentwicklung 2015

    Prognose fr 2015 Innerjhrige Anpassungen Tatschliche Geschfts- im Geschftsbericht 2014 entwicklung 2015

    BMW Group Ergebnis vor Steuern Solider Anstieg Mio. 9.224 (+ 5,9 %) Mitarbeiter am Jahresende Solider Anstieg 122.244 (+ 5,1 %)

    Segment Automobile Auslieferungen1 Solider Anstieg Einheiten 2.247.485 (+ 6,1 %) Flottenemissionen2 Leichter Rckgang g CO2 / km 127 ( 2,3 %) Umsatzerlse Solider Anstieg Q1: deutlicher Anstieg Mio. 85.536 (+ 13,8 %) EBIT-Marge Zielkorridor von 8 10 % % 9,2 ( 0,4 %-Punkte) Return on Capital Employed Moderater Rckgang % 72,2 (+ 10,5 %-Punkte)

    Segment Motorrder Auslieferungen Solider Anstieg Einheiten 136.963 (+ 10,9 %) Return on Capital Employed Auf Vorjahresniveau Q2: leichter Anstieg % 31,6 (+ 9,8 %-Punkte)

    Segment Finanzdienstleistungen Return on Equity Auf Vorjahresniveau % 20,2 (+ 0,8 %-Punkte) 1 einschlielich Joint Venture BMW Brilliance Automotive Ltd., Shenyang (2015: 282.000 Automobile)2 EU-28

    28

    18 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT18 Grundlagen