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IMPRESSUM © Stadt Kamenz, 2016 Redaktion David Kliemann, Ingrid Hetmank, Heidrun Pallmann, Ute Statnik, Christine Tenne, Almut Dietze, Marion Kutter, Rüdiger Vollhardt, Martina Gollnick, Stadtarchiv Kamenz Gestaltung VOLLHARDT VISUELLE KOMMUNIKATION Illustration Martina Gollnick Foto Anne Hasselbach, Carsta Off, Martina Gollnick, Stadtverwaltung Kamenz Modell ›Flora‹ Sarah Lütt-Johann Botanische Kostbarkeiten Gartenkulturpfad Rhododendronpark Hutberg Bönischpark Schillerpromenade Lessing-Gedenkstätte Herrental Lessingplatz Volkspark Wilhelm-Weiße-Garten Robert-Koch-Platz Garten Museum Westlausitz Seite 2 8 9 10 11 12 14 18 22 24 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Gartenkulturpfad Kamenz »Ich zog eine Wind‘ am Zaune, Und was sich nicht wollte winden Von Ranken nach meiner Laune, Begann ich denn anzubinden, Und dachte, für meine Mühen Sollt‘ es nun fröhlich blühen. Doch bald hab‘ ich gefunden, Dass ich umsonst mich mühte; Nicht was ich angebunden, War was am schönsten blühte, Sondern was ich ließ ranken Nach seinen eigenen Gedanken.« Friedrich Rückert

Galtenkulturpfad - Botanische Kostbarkeiten in Kamenz

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Auf ins Grüne - entdecken Sie in dieser Broschüre die botanischen Kostbarkeiten der Lessingstadt Kamenz. Erleben Sie die Rhododendronblüte auf dem Hutberg, den Bönischpark, die Schiller-Promenade, die Lessinggedenkstätte und das Kamenzer Herrental. Entspannen Sie am Lessingplatz, im Volkspark, im Wilhelm - Weiße - Garten, am Robert - Koch - Platz oder im Garten des Museums der Westlausitz. Lassen Sie die schönsten Parks und Grünanlagen geschaffen u.a. von Dr. Feig, Wilhelm Weiße und dem Stadtgärtnermeister Ernst Hilscher auf sich wirken.

Text of Galtenkulturpfad - Botanische Kostbarkeiten in Kamenz

  • IMPRESSUM Stadt Kamenz, 2016Redaktion David Kliemann, Ingrid Hetmank, Heidrun Pallmann, Ute Statnik, Christine Tenne, Almut Dietze, Marion Kutter, Rdiger Vollhardt, Martina Gollnick, Stadtarchiv KamenzGestaltung VOLLHARDT VISUELLE KOMMUNIKATIONIllustration Martina Gollnick Foto Anne Hasselbach, Carsta Off, Martina Gollnick, Stadtverwaltung Kamenz Modell Flora Sarah Ltt-Johann

    BotanischeKostbarkeiten

    Gartenkulturpfad

    Rhododendronpark HutbergBnischparkSchillerpromenadeLessing-GedenksttteHerrentalLessingplatzVolksparkWilhelm-Weie-GartenRobert-Koch-PlatzGarten Museum Westlausitz

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    Gartenkulturpfad Kamenz

    Ich zog eine Wind am Zaune,Und was sich nicht wollte windenVon Ranken nach meiner Laune,Begann ich denn anzubinden,Und dachte, fr meine MhenSollt es nun frhlich blhen.Doch bald hab ich gefunden,Dass ich umsonst mich mhte;Nicht was ich angebunden,War was am schnsten blhte,Sondern was ich lie rankenNach seinen eigenen Gedanken.

    Friedrich Rckert

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    Die Kamenzer Altstadt

    N Bahnhof / Zentrale BushaltestelleSankt-Just-Kirche

    Lessing-Museum und RhrmeisterhausKlosterkirche St. Annen und Kamenz-Information

    RathausStadttheater

    Museum der Westlausitz/ElementariumStadtgeschichte im Malzhaus

    Roter TurmHauptkirche St. Marien

    Lessings LieblinspltzchenKrabat-Spielplatz

    Gefhrte Stadtrundgnge

    www.kamenz.de/tourismus

    Telefon 0 35 78 / 379-205Fax 0 35 78 / [email protected]/kamenz.news

    April bis Oktober: MoFr 1018 UhrSa, So, Feiertag 1013 und 1418 UhrNovember bis Mrz: MoFr 1018 UhrSa, So, Feiertag 1116 Uhr

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    Langes Wasser

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    sowie bernachtungstipps, Tickets, Informationen und Anregungen erhalten Sie hier:

    Kamenz-InformationSchulplatz 501917 Kamenz

  • Ein herzliches Willkommen zum Spaziergang durch die wundervollen Garten- und Parkanlagen von Kamenz. Flora ist mein Name, und wie Sie sicher wissen, bin ich die rmische Gttin der Blumen und der Jugend. Gern begleite ich Sie an diesem lauschigen Tag auf dem Gartenkulturpfad. Natrlich kenne ich mich hier aus.

    Kamenz liegt in der westlichen Oberlau-sitz am Fue des Hutberges im Natur-raum Westlausitzer Hgel- und Bergland. Die Gegend ist die Nahtstelle zwischen der flachen Teichlandschaft im Norden, wo sie mit dem Deutschbaselitzer Gro-teich auch eine der grten Wasserfl-chen stellt, und dem Lausitzer Bergland im Sden.

    Der Stadt entstammen brigens weltbe-kannte Persnlichkeiten wie der Dichter Gotthold Ephraim Lessing (1729 bis 1781) oder der Maler Georg Baselitz (geboren 1938). Wir treffen hier aber auch auf die grnen Spuren eines weiteren ver-dienstvollen Mannes denen des Na-turfreundes und Kunstgrtners Wilhelm Weie (1846 bis 1916). Seinem Wirken verdankt Kamenz viele botanische Kost-barkeiten und besondere Pflanzen, de-nen wir noch begegnen werden.

    Die wichtigsten und schnsten Grn-anlagen von Kamenz erwarten uns. Wir beginnen unseren Spaziergang auf dem fast 300 Meter hohen Hutberg. Dann also auf ins Grne!

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    Auf ins Grne!

  • In einem Garten ging das Paradies verloren. In einem Garten wird es wieder gefunden.

    Blaise Pascal

  • RhododendronparkHutberg

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    Die Rhododendronparkanlage Hutberg Kamenz umfasst ein Areal von ca. 24 ha und befindet sich am Westrand der Alt-stadt. Die Anfnge der Parkanlage liegen ungefhr in der Zeit um 1890, wobei die Ursprnge des Namens Hutberg bis in das Mittelalter zurckgehen und im Zusammenhang mit der Sicherung der Hohen Strae (VIA REGIA) stehen. Nachdem der 1857 gegrndete Kamenzer Hutbergturmbauverein sein Ziel erreicht hatte und der Lessingturm am 21. 08. 1864 auf dem Gipfel des Hutberges eingeweiht werden konnte, beschlos-sen die rhrigen Brger 1865 den Bau eines Restaurationsge-budes und gleichzeitig den inneren Ausbau des Turmes. Am 14. 03. 1871 hielt der Vorstand seine letzte Sitzung im Restaura-tionsgebude auf dem Hutberg. Zweck der Versammlung war die bergabe der auf dem Hutberg errichteten und zeitweilig verwalteten Baulichkeiten an die Kommune. Die Stadtgemein-de Kamenz wollte auf dem erreichten Stand nicht stehen blei-ben und plante eine umfassende Auenanlagengestaltung.

    Am 20. 08. 2010 versammelten sich, fast auf den Tag genau nach 146 Jahren, Kamenzer Brger auf dem Hutberg, um den sanierten und um ca. 6 Meter erhhten Turm zu bestaunen. Nach dem geschichtlichen Vorbild wurde auch die Turmsanie-rung mageblich durch Spenden von Kamenzer Brgern, hei-mischen Firmen und Besuchern sowie aus staatlichen Frder-mitteln finanziert.

    Das Areal des Hutberges gelangte insbesondere durch das En-gagement der Stadtrte von Kamenz unter Leitung der Brger-

    Botanische Kostbarkeiten Rhododendron in Sorten (Rhododendron-catawbiense-Hybriden)Azaleen in Sorten (Rhododendron molle)Mammutbume (Sequoiadendron giganteum) Japanische Schirmtanne (Sciadopitys verticillata) Schlitzblttrige Sommerlinde (Tilia platyphyllos Laciniata)

    In einem Garten ging das Paradies verloren. In einem Garten wird es wieder gefunden.

  • meister Dr. Feig (Bgm. von 1886 bis 1914), Stadtrat Voigt (stv. Bgm. von 1914 bis 1918), Dr. Dittrich (Bgm. von 1918 bis 1925) und Dr. Gebauer (Bgm. von 1925 bis 1943) in stdtischen Besitz und wurde in einem Zeitraum von 65 Jahren zu einer Parkan-lage entwickelt.

    Fr die Bepflanzung der ltesten Teile der Parkanlage engagier-te sich der Kniglich Schsische Hoflieferant und Grtnerei-besitzer Wilhelm Weie durch Stiftung von ihm gezchteter Rhododendren und Azaleen insbesondere auf dem oberen Teil des Hagelgansschen Feldes (stlich des Ahornplatzes) im Jahre 1893. Spter bot er sich auch fr eine Bepflanzung des unteren Teiles des gleichen Feldes an. Der Pflanzenbestand sollte nach seinem Tode in den Besitz der Stadt bergehen. Zeitgleich er-warb Wilhelm Weie auf der gegenberliegenden Seite der stdtischen Anlage ein Flurstck fr wissenschaftliche Ver-suche mit nordamerikanischen Nadel- und Laubgehlzen.

    Nach seinem Tode im Jahre 1916 wurden die Landankufe fr den unteren Teil der Parkanlage durch die Stadt Kamenz wei-tergefhrt, was insbesondere whrend der Zeit des ersten Weltkrieges eine auergewhnliche Leistung war.

    Die Grtnerei Weie, die nach dem Tode des Firmengrnders Wilhelm Weie von seiner Witwe Emma bis 1938 weiterge-fhrt wurde, verkaufte Pflanzen an die Stadt zur Ausgestal-tung der unteren Teile der Parkanlage.

    Der Stadtgartenmeister Ernst Hilscher (1879 bis 1949) war danach derjenige, welcher aufgrund seiner dienstlichen Stel-lung als Stadtgartenmeister und Promenadenaufseher, spter Oberstadtgartenmeister und Stadtgarteninspektor, die Ge-staltung der Hutberganlagen mageblich beeinflusste. Er war sowohl gestalterisch ttig, als auch mit der berwachung der Ausfhrung betraut. Das Pflanzmaterial gewann er aus Ver-pflanzung zu dicht stehender Bestnde des lteren Parkteiles.

    Liebe diese Erde, als wenn es dich morgen nicht mehr gbe,und deinen Garten, als wenn du ewig lebtest.

    Aus China

  • Ernst Hilscher legte besonderes Augenmerk auf die Schaffung von groen Wiesenflchen mit randbegleitenden und eckbe-tonenden Bepflanzungen aus Rhododendren und Laubgehl-zen. Es entstanden nun die Groe und die Kleine Parkwiese, die Blaufichtenwiese, die Baumwiese und die Waldwiese mit bergreifenden Raumbezgen, Durchblicken und einfas-senden Randbepflanzungen.

    Analog zur Entstehungsgeschichte gliedert sich die Anlage in unterschiedliche Areale, die entsprechend ihrer Entstehungs-zeit jeweils unterschiedliche gestalterische Handschriften tragen: whrend die oberen Quartiere rondellartig dicht be-pflanzt sind, werden die unteren Quartiere durch lichte Frei-rume (Wiesenflchen), Baumgruppen, Baumhaine und Ge-hlzpartien gebildet.

    Wunderschne, die Landschaft erschlieende Blickbezie-hungen finden sich am Hutbergturm und von den Sitzpltzen Alpenrosenplatz, Ulmenplatz, Lrchenplatz und Birkenplatz sowie vom ueren Rundweg aus.

    Aber auch innerhalb der Parkanlage existieren kleinere und grere Sichtbeziehungen. Diese Sichtpunkte mssen als Landschaftsfenster erhalten, zum Teil behutsam vergrert und entsprechend gepflegt werden.

    Seit dem Jahr 2007 finden gezielt Rekonstruktionsma-nahmen statt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Wiederherstellung ursprnglicher Gestaltungselemente und der Erhaltung der Artenvielfalt. Zum gegenwrtigen Zeitpunkt sind ber 160 verschiedene Gehlzarten auf dem Hutberg zu finden.

    Jhrlich besuchen tausende Naturfreunde aus nah und fern den Hutberg. Wenn die warme Jahreszeit naht, hlt auch mich nichts mehr drinnen! Wie alle Kamenzer spaziere ich dann zum Hutberg, der sein schnstes Bltenkleid zeigt und alle Lebens-geister weckt. Am schnsten ist es, diese Freude mit Gsten zu teilen.

    5Liebe diese Erde, als wenn es dich morgen nicht mehr gbe,und deinen Garten, als wenn du ewig lebtest.

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    Am Hutberg

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    Groe Park- wiese

    Kleine Parkwiese

    Birkenplatz

    Ulmen-platz

    Alpen-rosen-platz

    Ahornplatz

    Lrchenplatz

    BlauerWald

    Blau-fichtenwiese

    BaumwieseWald

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    Eibenplatz

    Wenn du ein Grtchen hast und eine Bibliothek,wird dir nichts fehlen.

    Der Kamenzer Hutberg

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    Hngeesche (Fraxinus excelsior Pendula)

    Auswahl besonderer Gehlze

    Junge Weitannen (Abies alba)Wildbirne (Pyrus communis)Berg-Hemlocktanne (Tsuga mertensiana)Schlitzblttrige Birke(Betula pendula Dalecarlica)

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    Japanische Schirmtanne (Sciadopitys verticillata)

    Europische Lrche (Larix decidua)

    Schlangenfichte(Picea abies Virgata)Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana)Schlitzblttrige Sommerlinden(Tilia platyphyllos Laciniata)Riesenlebensbaum(Thuja plicata)

    Marcus Tullius Cicero

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    Knigsbrcker Strae

    Am Hutberg

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    7Wenn du ein Grtchen hast und eine Bibliothek,wird dir nichts fehlen.

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    Gedenkstein zum Heimatfest der Dresdner Landsmannschaft 1920Steinerner Tisch

    Stadtrat-August-Reissmann-GedenksteinGedenkstein zum IX. Oberlausitzer Bundesgesangsfest 1892Gedenkstein zum Kreisgesangsfest des Sngerkreises Bautzen 1934Hindenburg-Gedenkstein

    Stadtrat-Wilhelm-Endrich-GedenksteinAdministrator-Friedrich-Prschel-Gedenkstein

    Bismarck-Denkmal (Reste der Anlage)Dr.-Feig-Gedenkstein

    Jgerstein

    Ehrenmal fr sowjetische Gefallene

    Reste des ehemaligen Ehren-mals fr die Gefallenen des Ersten WeltkriegesKnig-Albert-Stein

    Wilhelm-Weie-Stein

    Oberstadtgartenmeister-Hilscher-Gedenkstein

    Gedenksteine und Denkmale

    N AussichtspunktWanderwegWanderweg rollstuhlgeeignet(nur mit Hilfe)Fahrstrae

    RhododendronAzaleenfeld

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    Spitzahorn (Acer platanoides)Mammutbume (Sequoiadendron giganteum)Colorado-Tanne(Abies concolor)Ginkgobaum (Ginkgo biloba)Sulen-Ulme(Ulmus x Columella)Tulpenbaum(Liriodendron tulipifera)Amberbaum (Liquidambar styraciflua)Mooszypresse (Chamaecyparis pisifera Squarrosa)Rotblttriger Spitzahorn (Acer platanoides Schwedleri)Jeffreys Kiefer (Pinus jeffreyi)Baummagnolien (Magnolia kobus)Nordmannstanne (Abies nordmanniana)Rotblhende Rosskastanie(Aesculus x carnea)Hngebuchen (Fagus sylvatica Pendula)

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  • BnischparkUnser Weg fhrt nun vom Hutberg hinab in Richtung Stadt. Hier begegnet uns ein Park, dessen Geschichte als Stiftsgrt-lein ich kurz erzhlen mchte: Im Jahre 1823 begann Dr. Jo-hann Gottfried Bnisch (1777 bis 1831) mit dem Verkauf seiner Topographie und Geschichte der Stadt Kamenz sowie der Verffentlichung von Aufrufen, um Untersttzung fr den Bau eines Krankenhauses zu erhalten. Noch im gleichen Jahr konn-te er ein Gartengrundstck fr 2.000 Taler erwerben und 1824 dort den Grundstein legen. Der fertige Bau wurde am 3. Januar 1826 eingeweiht und war nach Dresden, Leipzig und Zwickau das vierte Stadtkrankenhaus in Sachsen. Allerdings war ledig-lich ein Mittelbau errichtet. Die beiden Seitenflgel folgten 1828, so dass zum 100. Geburtstag von Gotthold Ephraim Les-sing im Jahre 1829 das Krankenhaus in angemessener Gre fertig gestellt war. Hinter dem Stift befand sich immer schon ein hauseigener Gar-ten mit Birkenwldchen und Ruheplatz fr die Kranken, in dem auch Obst und Gemse angebaut wurden. Im Juni 1831 stellte Bnisch den Antrag, in diesem Garten seine letzte Ruhesttte finden zu drfen, was durch die Behrden gestattet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Bnisch bereits erkrankt und starb am 25. Juli 1831. Noch im gleichen Monat wurde er im Stiftsgarten beigesetzt und ber seiner Grabsttte ein Mausoleum im Stil eines griechischen Antentempels errichtet. Noch heute kann man das im Jahr 2012 restaurierte Mausoleum betrachten.

    Das stdtische Krankenhaus erhielt Anbauten und Modernisie-rungen. Mit der Verlagerung des medizinischen Betriebes im Jahr 2000 entfiel diese Funktion des Gebudes. Seither wur-den bereits verschiedene Nachnutzungskonzepte entwickelt. Eine entsprechende Umsetzung steht aber noch aus.

    Jeder Garten ist besser als kein Garten.

    Botanische Kostbarkeiten Bergahorn (Acer pseudoplatanus)Winterlinde (Tilia cordata) Stieleiche (Quercus robur) Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

    Chinesisches Sprichwort

  • 9SchillerpromenadeLassen Sie uns weiter zum Kamenzer Stadtkern wandern. Nur wenige Schritte, und wir befinden uns lngsseitig der Bahnver-bindung DresdenKamenz in der Parkanlage Schillerpromenade.

    Frher waren da, wo wir munter ausschreiten oder uns schon mal am Springbrunnen entspannen, drei Teiche. Sie hieen Dammteiche und stellten im Winter einen beliebten Tummel-platz fr Schlittschuhlufer dar.

    Nach abgeschlossener Aufschttung der Teiche wurden im Jahre 1904 Wege angelegt und Anpflanzungen vorgenom-men. Und am 9. Mai 1905 beschloss der Stadtrat von Kamenz zum ehrenden Gedenken an den 100-jhrigen Todestag Fried-rich Schillers (1759 bis 1805) die Umbenennung des Areals von Dammpromenade in Schillerpromenade.

    Eine schne Geste war die Stiftung des Wasserbassins nebst Fontaine durch den Kamenzer Stadtrat Oskar Mller im Jahr 1904. Sie bildet das erfrischende Zentrum des kleinen Parkes und ist bis heute besonders an warmen Sommertagen ein beliebter Treffpunkt, um sich im umgebenden Grn geborgen zu fhlen.

    In der Verlngerung der Schillerpromenade stadtauswrts ist im Jahr 2006 der Krabat-Spielplatz entstanden. Die Spielstati-onen des grozgig gestalteten Gelndes sind angelehnt an die Sage um den sorbischen Zauberer Krabat.

    Botanische Kostbarkeiten Amerikanische Linde (Tilia amerikana) Schillerlinde, ursprnglich gepflanzt 1905, Nachpflanzung 2005Sommerlinde (Tilia platyphyllos) Schlitzblttrige Sommerlinde (Tilia platyphyllos Laciniata) Krimlinde (Tilia x euchlora) Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) Blutbuche (Fagus sylvatica Atropurpurea) Amerikanische Roteiche (Quercus rubra) Stieleiche (Quercus robur) Douglasie (Pseudotsuga menziesii)Zirbelkiefer (Pinus cembra)

  • Lessing-GedenksttteWir folgen dem Gartenkulturpfad weiter. Der prchtige Turm der Hauptkirche Sankt-Marien kann uns dabei gut als Weg-weiser dienen. Denn direkt vor diesem markanten Bauwerk erwartet uns eine kleine aber feine Grnanlage, die mit einem groen Sohn der Stadt zu tun hat: die Lessing-Gedenksttte.

    Es ist wieder an der Zeit, ein bisschen historisch zu werden: In der ersten Hlfte des 16. Jahrhunderts erbaute die Stadt Kamenz an dieser Stelle ein Schulhaus. Nachdem das Franzis-kanerkloster aufgelst wurde und in das neben der Klosterkir-che befindliche Konventgebude um 1570 die Ratslateinschule einzog, stand das Gebude zwischen Anger und ehemaliger Pfarrgasse verwaist. Um 1580 fand die Umnutzung dieses Hauses zur Wohnung fr die Kamenzer Geistlichkeit statt zum Archidiakonat. Seit dem Antritt seines Amtes als Prediger und Katechet in Kamenz im Jahre 1718 wohnte bis zu seiner 1733 erfolgten Ernennung zum Pastor Primarius an dieser Stel-le Johann Gottfried Lessing. Er heiratete 1725 Justina Salome Feller, die hier 1729 Gotthold Ephraim Lessing zur Welt brach-te, und wo dieser bis zum fnften Lebensjahr lebte. Lessings Geburtshaus brannte beim Stadtbrand von 1842 nieder. Seit 1863 befindet sich an dieser Stelle die Lessing-Gedenksttte. Sie wurde im Jahr 2000 neu gestaltet; unmittelbar dahinter (Am Anger 2) kann ein Ausstellungsraum zu Lessing besucht werden.

    Der sptere Aufklrer verbrachte seine ersten zwlf Lebensjah-re in Kamenz. Er besuchte von 1738 bis 1741 die oben genannte Ratslateinschule, bevor er im selben Jahr an die Frstenschule St. Afra in Meien wechselte. Seine weiteren Lebensstationen brachten ihn nur noch besuchsweise in seine Heimatstadt zurck.

    Wo du eine Rose zchtest, mein Freund,kann keine Distel wachsen.

    Botanische Kostbarkeiten Mahagoni-Kirsche (Prunus serrula)Hainbuche (Carpinus betulus)

    Frances Hodgson Burnett

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    Herrental Bevor wir in das Herrental hinabsteigen, empfehle ich einen Blick von Lessings Lieblingspltzchen. Es handelt sich dabei um eine kleine Aussichtsplattform auf dem Hauptfriedhof der Kirche Sankt Marien sie liegt direkt an unserem Weg. Von hier oben erfassen wir die Schnheit des langgestreckten Tales, das von Gickelsberg, Reinhardsberg und Bautzner Berg eingefasst ist. Vielleicht hren wir sogar die fleiigen Esel trap-peln, die vor grauen Tagen aus lndlicher Gegend kommend das im Herrental gemahlene Getreide nun in schweren Mehl-scken zur Stadt hinaufschleppten, vorbei an Stadtmauer und karger Bebauung.

    Dieses Areal gilt als ursprnglicher Besiedlungsort der Stadt Kamenz. Im Grund des Herrentals, am Langen Wasser, arbei-teten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Wasser-mhlen. Spter erfolgte hier Tuchfabrikation. Doch auch dies ist inzwischen im wahrsten Sinn des Wortes Geschichte.

    Die nach 1990 entstandenen Industriebrachen sind ver-schwunden. Im Vordergrund steht die landschaftliche Gestal-tung, die das Herrental wieder grn werden lie. Wege, Br-cken, spannende Ausblicke und Kunst in der Landschaft das Tal ist immer eine Entdeckungstour wert. Aber auch ein dunkles Kapitel Kamenzer Geschichte ist mit dem Herrental verbunden. Hier befand sich zum Ende des 2. Weltkrieges (1944/45) ein Auenlager des KZ Gro Rosen (heu-te Rogoznica, Polen), an das und besonders an die Opfer die heutige Gedenksttte erinnert.

    Botanische Kostbarkeiten Edelkastanie (Castanea sativa)Winterlinde (Tilia cordata)Stieleiche (Quercus robur)Schwarzerle (Alnus glutinosa)

  • Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt.

    Joseph Rudyard Kipling

  • 13

    Lessingplatz

    Botanische Kostbarkeiten Blutbuche (Fagus sylvatica Atropurpurea)Pyramidenpappel (Populus nigra Italica)Sumpfeiche (Quercus palustris)Blaufichte (Picea pungens Glauca)Ahornblttrige Platane (Platanus x acerifolia)Douglasie (Pseudotsuga menziesii)Schwarzkiefer (Pinus nigra)Kolorado-Tanne (Abies concolor)Goldakazie (Robinia pseudoacacia Frisia)

    Nachdem wir, aus dem Herrental kommend, munter wieder in Richtung Stadt ausgeschritten sind, gelangen wir zum Les-singplatz. Durch seine zentrale Lage gehrt er zweifellos zum grnen Herzen von Kamenz. Ein Teil des Areals ist Spielplatz. Wundern Sie sich also nicht ber turbulente junge Gste, die sich ausgelassen tummeln.

    Seine Pflanzungen stehen brigens unter Denkmalschutz. Das heit, die Wege und das ursprngliche Gestaltungskonzept mssen erhalten bleiben.

    Kaum zu glauben: noch vor rund 100 Jahren hie der Lessing-platz Albertplatz. Hier war schon damals jede Menge los. So gab es regelmig Jahrmrkte und Zirkusveranstaltungen, ja sogar Stutenmusterungen und Fohlenschauen.

    1921 beschloss der Kamenzer Stadtrat, eine Umgestaltung des damaligen Albertplatzes zu genehmigen, mit Planungen zu be-ginnen und die Ausfhrung anzugehen. In dieser Zeit konnte durch eine Art Arbeitsbeschaffungsmanahme und Zuschs-se aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfrsorge mit der Umgestaltung begonnen werden.

    Seit 1961 hat der Platz seinen jetzigen Namen. Und die unmit-telbare Nhe zum Lessing-Museum sollten Sie vielleicht nut-zen, um die eine oder andere Wissenslcke zum groen Sohn der Stadt zu schlieen.

  • Schne Blumen wachsen langsam,nur das Unkraut hat es eilig.

    William Shakespeare

  • 15

    VolksparkDer Volkspark, nur einen Katzensprung vom Lessingplatz entfernt, ist mit einer Flche von ca. 1,6 ha neben dem Hutberg die bedeutendste Anlage der insgesamt in Kamenz vorhande-nen rund 60 ha ffentlich genutzter Grnflchen. Er stellt ein Kulturdenkmal dar, das aufgrund seiner historischen, dendro-logischen und stdtebaulichen Bedeutung nach 2 des Sch-sischen Denkmalschutzgesetzes unter Schutz gestellt ist.

    Durch seine Lage unmittelbar im Stadtzentrum ist der Volkspark eine grne Oase der Erholung und Entspannung. Frequentiert wird der Volkspark auch von Passanten, die die kurze Verbindung vom Bahnhof zum Stadtzentrum oder von der Poststrae zum Lessingplatz nutzen mchten.

    Hervorgegangen ist die Parkanlage aus einer Erweiterung der auf der gegenberliegenden Seite der Poststrae gelegenen ehemaligen Grtnerei Weie, dem heutigen Wilhelm-Weie-Garten. Die Anlagen wurde ursprnglich nicht als ffentliche Grnanlagen, sondern als Baumschule mit Sichtungsgarten angelegt. Der Volkspark und der Wilhelm-Weie-Garten sind ein Stck Kamenzer Heimatgeschichte.

    Noch heute ist die Anlage des Volksparkes in ihrem Ursprung als Baumschule erkennbar. Da Weie in seiner zchterischen Ttigkeit und whrend seiner Versuche zur Winterhrte der Gehlze den Schwerpunkt auf die Koniferen legte, erklrt sich der berwiegende Anteil dieser Pflanzen in der Anlage.

    Botanische Kostbarkeiten Trompetenbaum (Catalpa bignonioides)Hnge-Buchen (Fagus sylvatica Pendula)Sumpfzypresse (Taxodium distychum)Nuss-Eibe (Torreya nucifera)Nikko-Tanne (Abies homolepis)Fcherahorn (Acer palmatum)Zerr-Eiche (Quecus cerris)Schlangenfichte (Picea abies Virgata)Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera)

  • bergang zum Wilhelm-Weie-Garten

    s Lessing-Museum

    Lessingplatz

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    Dem Frhlichen ist jedes Unkraut eine Blume,dem Betrbten jede Blume ein Unkraut.

    gestaltete Pflanzflche

    Neupflanzung Stauden

    Rhododendron

    Neupflanzung Azalee

    Rasenflche

    1 Fcherahorn (Acer palmatum)

    Auswahl besonderer Gehlze

    2 Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera)

    3 Trompetenbaum (Catalpa bignonioides)

    4 Hnge-Buchen (Fagus sylvatica Pendula)

    5 Sumpfzypresse (Taxodium distychum)

    6 Zerr-Eiche(Quecus cerris)

    7 Ginkgobume (Ginkgo biloba)

    8 Nuss-Eibe (Torreya nucifera)

    9 Nikko-Tanne (Abies homolepis)

    10 Schlangenfichte (Picea abies Virgata)

    11 Eibengruppe (Taxus baccata)

    Die Besonderheit des Volksparkes besteht in dem Vorhandensein von relativ seltenen Gehlzen mit alten Exemplaren, die in unseren Breiten nicht heimisch sind, hier aber geschichtlich sehr frh an-gepflanzt wurden und die Jahre berdauert haben.

    Nachdem ein Teil der Baumschule in das Eigentum der Stadt Kamenz bergegangen war, wurde er 1954 als Volkspark der Bevlkerung zugnglich gemacht.

    In den 1950er und 60er Jahren ver-wilderte er zusehens. Der Verfall der Anlage begann.

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    2 Sandstein-skulpturen zu Lessings Fabeln

    Dr. Berger-Gedenkstein

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    Finnisches Sprichwort

  • In den Jahren 1987 bis 1989 wurde Re-konstruktionsmanahmen im Volkspark vorgenommen. Diese umfassten einen neuen Eingangsbereich am Lessingplatz mit Verbindungsweg in den Parkraum, einen Durchgangsweg zur Haberkorn-strae, die gestalterische Aufwertung des Einganges am Lessingplatz durch die Errichtung einer Eingangspforte sowie Neubepflanzung und Auslichtung der Gehlzbestnde.

    Die weitere Gestaltung des Volksparkes als historische Gartenanlage wurde durch ein Entwicklungskonzept bestimmt, das eine Bestandsanalyse aus denkmalpfle-gerischer Sicht und eine Bestandsanaly-se zum Zustand der Vegetationsbestn-de in der Parkanlage beinhaltete. Eine Rahmenkonzeption zur Gestaltung der Anlage im Zusammenhang mit dem Les-singplatz, dem Wilhelm-Weie-Garten und dem Robert-Koch-Platz hob die be-sondere Bedeutung von Volkspark und Wilhelm-Weie-Garten als Grnring um das Stadtzentrum hervor. Die in der Konzeption dargestellten Ma-nahmen konnten ausgefhrt werden. Im Jahr 2007 wurde der Bereich zwischen Erich-Knig-Weg und Eingang Poststrae, der Eingangsbereich vom Lessing-Muse-um aus sowie der Eingangsbereich in den Park von der Stelenwiese mit Gehlzen und Stauden neu geformt. 2008 folgten dann umfangreiche Neupflanzungen mit Rhododendren, Azaleen, verschiedenen Grsern und Stauden.

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  • Siehe, die Rosen im Garten ffnen sich alle dem Licht.Seele, meine Seele, zgere du nicht.

    Matthias Claudius

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    Wilhelm-Weie-GartenWir wechseln nun die Straenseite, um in eine weitere bo-tanische Wunderwelt einzutauchen: den Wilhelm-Weie-Garten. Wilhelm Weie erwarb sich groe Verdienste bei der Gestaltung der Grnbereiche in Kamenz. Durch sein Wirken wurde Kamenz zu einer Stadt der Parks und Gartenanlagen.

    Geboren am 25.08.1846 in Kamenz, erlernte er die Garten-kunst und grndete 1873 nach seinen Lehr- und Wanderjah-ren eine Grtnerei und Baumschule an der Poststrae (heute Volkspark und Wilhelm-Weie-Garten). Weie wird als einer der bedeutendsten Koniferenzchter Deutschlands bezeich-net. Besonders durch Klimaforschung, Zchtungs- und Vered-lungserfolge erwarb er sich einen wissenschaftlichen Ruf ber Sachsens Grenzen hinaus.

    Die Pflanzen und Gehlze aus seiner Grtnerei und Baumschu-le fanden Abnehmer in allen Teilen Deutschlands und waren fr ihre Qualitt bekannt. Wilhelm Weie hatte auch Kontakte zu Pflanzenfreunden im Ausland, so dass er aus vielen Lndern keimfhige Samen zugesandt bekam. Bei der Aussaat und Zucht hatte er eine glckliche Hand. So gelangten viele ver-schiedene Gehlze nach Kamenz, insbesondere Koniferen. Die Baumschule an der Poststrae war Ausleseort, Musterschau und diente der Beobachtung des Entwicklungsverhaltens der Pflanzen.

    Auf dem Hutberg wiederum testete er die Klimavertrglich-keit der Gehlze. Mit der dortigen Anpflanzung von Blaufich-ten als forstbotanische Versuchsstation entstand der erste blaue Wald in Deutschland, der Wilhelm Weie bekannt und berhmt gemacht hat. So erhielt der Berg seinen noch heute vorhandenen Waldparkcharakter.

    Botanische Kostbarkeiten Fcherahorn (Acer palmatum)Sumpfzypressen (Taxodium distychum)Nuss-Eiben (Torreya nucifera)

  • Die Erschaffung einer kleinen Blumeist das Werk von Jahrtausenden.

    Mit der Pflanzung verschiedenster auslndischer Nadel- und Laubgehlze in seiner Baumschule entstand eine dendrolo-gische Sammlung in einer Zusammenstellung, die es in der Na-tur nicht gibt. Viele von Wilhelm Weie angezogene Gehlze stehen noch heute im Volkspark und in anderen Parkanlagen der Stadt.

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    bergang zum Volkspark

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    Hnge-Ulme (Ulmus glabra Pendula)

    Auswahl besonderer Gehlze

    Nuss-Eiben (Torreya nucifera)

    Schlangenhaut-Ahorn (Acer rufinerve)

    Hnge-Zypresse (Chamaecyparis nootkatensis Pendula)

    Ginkgobaum (Ginkgo biloba)

    Sumpfzypressen (Taxodium distychum)

    Tulpenmagnolien (Magnolia soulangiana)

    Fcherahorn (Acer palmatum)

    uehemaliges Wohnhaus Wilhelm Weies, jetzt Hotel

    William Blake

  • Nicht zu Unrecht bezeichnet Prof. Dr. Sommer in seiner Festrede anlsslich des 150. Geburtstages von Wilhelm Weie die Stadt Kamenz als ein dendrologisches Mekka, wobei er besonders auf die Nuss-Eibe im Volkspark, mehrere Exemplare der Japanischen Schirmtanne auf dem Hutberg und auf die Goldlrche auf dem Robert-Koch-Platz verweist.

    Auch in der Parkanlage in Pillnitz bei Dresden sind noch heute Gehlze aus der Baumschule von Wilhelm Weie zu sehen.

    Weie wurde fr die Qualitt seiner Pflan-zen mit vielen nationalen und internatio-nalen Preisen ausgezeichnet. Er wurde zum Kniglichen Hoflieferanten ernannt und war seit 1902 Ehrenbrger der Stadt Kamenz. Neben seinen Verdiensten auf dem Gebiet der praktischen Pflanzenzch-tung erwarb er sich auch Anerkennung auf wissenschaftlichem Gebiet. Durch ihn wurde die Koniferenbenennung einge-fhrt, die man 1890 in Berlin einheitlich beschloss: Abies fr die Tanne, Picea fr die Fichte und Pinus fr die Kiefer. Eine fr Wilhelm Weie besonders wert-volle Auszeichnung war der Besuch seiner Baumschule durch Knig Albert (1828 bis 1902) im August 1892.

    Der Besuch des Wilhelm-Weie-Gartens ist auch in heutigen Tagen ein wahrhaft kniglicher Genuss!

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    bergang zum Volkspark

  • Bume sind Gedichte, diedie Erde in den Himmel schreibt.

    Khalil Gibran

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    Robert-Koch-PlatzUnsere vorletzte Station auf dem Gartenkulturpfad ist die im Jahr 1902 geschaffene historische Anlage des Robert-Koch-Platzes am Bahnhof. Sie bildet ein grnes Eingangstor zur Stadt.

    Dendrologisch uerst wertvolle Laubbume prgen den Park, an dessen Gestaltung und Bepflanzung Wilhelm Weie ma-geblich mitgewirkt hat.

    Im Jahr 1906 wurde in einer Kamenzer Zeitung von drei wun-derschnen Trompetenbumen (Catalpa bignonioides) berich-tet, die als die Lieblingsbume von Knig Friedrich August II (1797 bis 1854) galten.

    Auch heute noch ist die Liste der botanischen Kostbarkeiten lang. So gibt es hier vier verschiedene Linden, drei verschie-dene Ahorne und zwei Eichenarten. Entdeckungsfreudige Naturkundler werden die einzelnen Arten finden und zuord-nen knnen. Gemtliche Genieer freuen sich ber die bunte Vielfalt der Natur, die sich auf diesem relativ kleinen Platz so prchtig prsentiert.

    Bume sind Gedichte, diedie Erde in den Himmel schreibt.

    Botanische KostbarkeitenHollndische Linde (Tilia x vulgaris)Sommerlinde (Tilia platyphyllos)Schlitzblttrige Sommerlinde (Tilia platyphyllos Laciniata)Krimlinde (Tilia x euchlora)Goldlrche (Pseudolarix amabilis)Sumpfzypresse (Taxodium distichum )Baumhasel (Corylus colurna)Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa)Scharlach-Rosskastanie (Aesculus x carnea Briotii)Bergahorn (Acer pseudoplatanus)Gelbbunter Bergahorn (Acer pseudoplatanus Leopoldii)Amerikanische Roteiche (Quercus rubra)Sumpfeiche (Quercus palustris)Blutbuche (Fagus sylvatica Atropurpurea)Hngebuche (Fagus sylvatica Pendula)Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)Zierapfel (Malus spec.)Ginkgobaum (Ginkgo biloba)

  • Garten des Museumsder WestlausitzDas Museum der Westlausitz/Elementarium ist ein natur- und kulturhistorisches Museum, dessen sehr sehenswerte Ausstel-lung sich auf moderne und vielfltige Weise mit der Historie der Westlausitz beschftigt. Der ursprngliche Garten des Hauses beherbergte vorrangig Gehlze aus dem asiatischen und nordamerikanischen Raum, die als Vergleichsmaterial zu palobotanischen Funden in der Westlausitz dienten. Er war damit lebendige Ergnzung zu den Museumsaustellungen. Auslichtungsarbeiten und Ergnzung der Pflanzungen mit heimischen, zum Teil bedrohten Arten erfolgten 1993. Im Jahr 2002 entstand dann in Anlehnung an regionale Landschaften die Teichanlage mit Sumpfmoor- und Heidebereich. Ein Bau-erngarten zwischen Hauptgebude und Gartenhaus komplet-tiert inzwischen die lehrreiche und reizvolle Gartengestaltung des Museums.

    Wir sind nun am Schlusspunkt des Gartenkulturpfades ange-kommen. Danke, dass Sie mich so interessiert begleitet haben! Wenn Sie schon einmal da sind, genieen Sie doch eine leckere Erfrischung im Museums-Caf! Ich sage Tsch auf bald und freue mich auf unseren nchsten Spaziergang Ihre Flora

    Botanische Kostbarkeiten Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum)Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides)Eisenholzbaum (Parrotia persica) Amur-Korkbaum (Phellodendron amurense) Stink-Esche (Euodia hupehensis)Amberbaum (Liquidambar styraciflua) Chinesischer Guttaperchabaum (Eucommia ulmoides)Schirmmagnolie (Magnolia tripetala) Gurkenmagnolie (Magnolia acuminata) Harringtons Kopfeibe (Cephalotaxus harringtonia)Sumpfzypresse (Taxodium distychum)Ginkgo (Ginkgo biloba)Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa)

    Jeder Frhling ist ein wiederkehrendes Erstaunen.

    Ellis Peters