Click here to load reader

Fremdenfeindlichkeit am Beispiel Südafrika · PDF file 2017-10-16 · Quelle Esrad/Flickr.com Quelle: commons.wikimedia.org. Handreichung Apartheid gesichter-afrikas.de Fremdenfeindlichkeit

  • View
    1

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of Fremdenfeindlichkeit am Beispiel Südafrika · PDF file 2017-10-16 · Quelle...

  • Arbeitsblatt für SchülerInnen

    gesichter-afrikas.de

    Fremdenfeindlichkeit am Beispiel Südafrika

    Südafrika allgemein

    ❶ Was fällt euch spontan zu Südafrika ein?

    ❷ Schaut euch im Atlas oder Internet an, wo Südafrika liegt. Tragt die Namen der angrenzenden Staaten und der Nachbarländer ein. Einige sind von südafrikanischem Staatsgebiet umgeben.

    ❸ Ergänzt die Angaben zum Steckbrief Südafrikas. Ihr könnt dazu die aufgeführten Quellen nutzen:

    Hauptstadt

    Einwohnerzahl

    Sprachen

    Währung

    Links: http://www.gesichter-afrikas.de/laenderinformationen/alplabetischeliste/suedafrika.html http://liportal.giz.de/suedafrika.html www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Suedafrika_node.html

    Quelle: commons.wikimedia.org

  • Arbeitsblatt für SchülerInnen

    gesichter-afrikas.de

    Fremdenfeindlichkeit am Beispiel Südafrika

    ❹ Ordnet die Bilder den verschiedenen Orten zu. Recherchiert zu den einzelnen Orten und tragt vor, was ihr darüber erfahren habt: a) Kap der guten Hoffnung b) Kruger Nationalpark c) Tafelberg d) Robben Island

    ❺ Warum bezeichnet man Südafrika auch als Regenbogennation? Recherchiert was ihr dazu findet und kreuzt an.

    Südafrika wird auch Regenbogennation genannt, weil...

    □... das Wahrzeichen Südafrikas ein Regenbogen ist. □... die Bevölkerung vielfältig wie ein Regenbogen ist und sich aus Menschen unterschiedlicher

    Ethnien zusammensetzt (Schwarze, Weiße, „Farbige“ und Inder).

    □... Südafrika das Land mit den häufigsten Regenbogen ist. □... das Land eine kunterbunte Nationalflagge besitzt. Links: http://www.wissen.de/regenbogennation-suedafrika

    Quelle: Matthew C. Wright/ Flickr.com

    Quelle: commons.wikimedia.org

    Quelle: commons.wikimedia.org

    Quelle: Mister-E/ Flickr.com

    Quelle: Di.Malealea/ Flickr.com

  • Die Apartheid in Südafrika

    ❶ 1948 kamen in Südafrika weiße Nationalisten an die Macht und verschärften die Trennung der Be völke rung nach „Rassen“. Lest den Kurztext zur Apartheid, recherchiert weitere Informationen und notiert:

    a) Was bedeutete der Begriff der „Apartheid“ in Südafrika?

    b) Welche entscheidenden Gesetze zur „Rassentrennung“ wurden von den Nationalisten eingeführt oder verschärft?

    c) Überlegt in Kleingruppen: Wie wirkten sich diese Gesetze auf das Leben der Bevölkerung aus?

    Materialien: gesichter-afrikas, Handreichung „Apartheid“; Klärt ggf. unbekannte Wörter.

    ❷ a) Was ist auf den 4 Bildern zu sehen? Besprecht die Bilder vor dem Hintergrund der Apartheid. b) Wählt eine Person auf einem der Bilder aus. Überlegt euch Name, Alter, Beruf und Familienstand

    eurer Person und beschreibt in einem kurzen Text, was ihr gerade durch den Kopf gehen könnte.

    Arbeitsblatt für SchülerInnen

    gesichter-afrikas.de

    Fremdenfeindlichkeit am Beispiel Südafrika

    Quellen: United Nations Foto/Flickr.com

  • Arbeitsblatt für SchülerInnen

    gesichter-afrikas.de

    Fremdenfeindlichkeit am Beispiel Südafrika

    ❸ Recherchiert, wofür die Abkürzung „ANC“ steht, der Partei, die sich zunächst haupt sächlich gegen die „Rassentrennung“ und für die Rechte der „nicht-weißen“ Bevölkerung einsetzte. Was waren die Tätigkeiten und Ziele des ANC damals und heute? Materialien: gesichter-afrikas, Handreichung „ANC“

    ❹ Wann wurde die „Rassentrennung“ (Apartheid) in Südafrika aufgehoben?

    ❺ Wer wurde Präsident Südafrikas nach Aufhebung der Apartheid?

    Menschenschlangen vor den Wahllokalen bei den ersten demokratischen Wahlen in Südafrika.

    Quelle Esrad/Flickr.com

    Quelle: commons.wikimedia.org

  • Handreichung Apartheid

    gesichter-afrikas.de

    Fremdenfeindlichkeit am Beispiel Südafrika

    Apartheid – Die Zeit der „Rassentrennung“ in Südafrika Der Begriff Apartheid kommt ursprünglich aus dem Afrikaans und bedeutet „Gesondertheit“ bzw. „Trennung“. Bekannt wurde die Bezeichnung durch die gleichnamige systematische „Rassentrennung“, die in Südafrika zwischen 1948 und 1994 gesetzlich verordnet war.

    Südafrika gilt als eines der ethnisch vielfältigsten Länder des afrikanischen Kontinents und wird daher heute oft als Regenbogennation bezeichnet. Demgegenüber nahm die Regierung des Apartheidregimes diese Vielfalt als Bedrohung für die weiße Vorherrschaft wahr und unterteilte die Bevölkerung nach „Rassen“: Schwarze, Weiße, „Farbige“ („Coloureds") und AsiatInnen/InderInnen. Über 40 Jahre lang dauerte das „rassistische“ Apartheid­ system, bei dem die weiße Minderheit die „nichtweiße“ Bevölkerungsmehrheit durch ein System diskriminier­ ender Gesetze unterdrückte und ausbeutete.

    Im Jahr 1948 hatte die Nationale Partei (afrikaans: Nasionale Party) bei den Parlamentswahlen gesiegt. Das Ergebnis führte zu einer drastischen Verschärfung vieler bereits bestehender, diskriminierender Gesetze zu­ gunsten der weißen SüdafrikanerInnen und gegen die „nichtweiße“ Bevölkerung. Eine strenge räumliche und gesellschaftliche Trennung der BürgerInnen Südafrikas nach „Rassen“ wurde eingeführt: öffentliche Einrichtun­ gen und Verkehrsmittel durften nur noch getrennt nach „nichtweiß" und „weiß“ benutzt werden, das Wohnen, der Zugang zu Wasser, Abwasser, Strom und Müllabfuhr, die Kindergärten und Schulen, die Krankenhäuser und Arbeitsplätze, selbst die Kirchen und Friedhöfe waren nach Hautfarben getrennt. Auch Ehen, Partnerschaften und Liebesbeziehungen zwischen Menschen unterschiedlicher „Rassen“ wurden verboten. Außerdem besaßen nur noch Menschen weißer Hautfarbe das Recht zu wählen.

    In den Städten wurden unterschiedliche Wohngebiete eingerichtet. Die schwarze, „farbige“ und indische Bevölkerung wurde in so genannte Townships umgesiedelt. Diese Wohnsiedlungen befanden sich am Rand der großen Städte und besaßen oft selbst die Ausmaße von mittelgroßen und größeren Städten. Auch nach Ende der Apartheid bestanden sie als Wohnsiedlungen fort. Bekannte Townships sind Soweto (South Western Townships) in Johannesburg, das von 1983 – 2002 sogar eine eigenständige Stadt war und nun zu Johannesburg gehört, sowie Cato Manor in Durban. Masiphumelele, das Township des Buches „Romeo und Jabulile“, liegt im Süden von Kapstadt. Der Name kommt aus der Bantusprache „Xhosa“ und bedeutet „Wir werden es schaffen!“.

    Auf dem Land lebte die „nichtweiße“ (hauptsächlich schwarze) Bevölkerung während der Apartheid in so genannten Homelands: den Schwarzen eigens zugeteilte Gebiete, denen die Menschen je nach „Stammes­ zugehörigkeit“ zugeordnet wurden und in die viele zwangsweise verwiesen wurden. In der Regel handelte es sich hierbei um trockene, abgelegene und unfruchtbare Gebiete, die für die weißen Farmer uninteressant waren und den BewohnerInnen nur sehr schlechte Lebensbedingungen boten. Langfristiges Ziel der Apart­ heidregierung war es, die Homelands unabhängig zu machen und ihren BewohnerInnen die südafrikanische Staatsbürgerschaft und somit ihre Rechte zu entziehen. Zwischen 1960 und 1980 mussten etwa 3,4 Millionen Menschen im Zuge der Homelandpolitik ihre bisherigen Wohnstätten in städtischen und ländlichen Regionen zwangsweise aufgeben. Darunter befanden sich etwa 2,8 Millionen Schwarze, 600.000, „Coloureds“ und InderInnen sowie 16.000 Weiße.

  • Handreichung Apartheid

    gesichter-afrikas.de

    Fremdenfeindlichkeit am Beispiel Südafrika

    Ende der Apartheid Südafrika wurde international wegen seiner Politik der „Rassentrennung“ kritisiert. Im Laufe der 1980er Jahre geriet die südafrikanische Regierung immer stärker unter innen­ und außenpolitischen Druck. Die Widerstände der „nichtweißen“ Bevölkerung im Land nahmen zu; weltweit forderten Menschen die Freilassung Nelson Mandelas und seiner Mitstreiter. Auch die internationalen Sanktionen gegen Südafrika seitens der EU und den USA wurden verstärkt.

    Der Apartheidstaat war bankrott, das System der Apartheid brach nach und nach zusammen und entscheidende Gesetze der „Rassentrennung“ wurden gelockert. Auf internationalen Druck hin entließ die Regierung Anfang der 1990er Jahre führende Widerstandskämpfer gegen das Apartheidregime, unter anderem Nelson Mandela, aus der Haft. Nach 27 Jahren war Mandela frei und übernahm sofort eine führende politische Rolle. Vom 26. bis 29. April fanden die ersten freien und demokratischen Wahlen Südafrikas statt, an denen SüdafrikanerInnen aller Hautfarbe teilnehmen konnten. Die Wahlen verliefen friedlich und mit einer hohen Wahlbeteiligung. Am 10. Mai 1994 wurde Nelson Mandela als erster schwarzer Staatspräsident vereidigt. 5 Jahre lang setzte er sich an der Regierungsspitze für wirtschaftliche Strukturreformen und die Versöhnung der Menschen ein.

    1999 löste ihn Thabo Mbeki an der Staatsspitze ab. Seit 2009 ist Jacob Zuma Staatspräsident Südafrikas. Auch wenn die Apartheid seit 1994 offiziell beendet ist, sind ihre sozialen und gesellschaftlichen Konsequenzen bis heute spürbar. Rund 40 % der südafrikanischen Bevölkerung, fast ausschließlich „nichtweiße“ SüdafrikanerIn­ nen, lebt noch immer unterhalb der Armutsgrenze.

    Zum Weiterlesen: Bundeszentrale für politische Bildung: „Aus Politik und Zeitgeschichte“, 1/2010 • 28. Dezember 2009, Pdf unter: http://www.bpb.d

Search related