Entrepreneur Social Entrepreneur Policy Entrepreneur

  • Published on
    25-Aug-2016

  • View
    215

  • Download
    2

Transcript

  • Berichte aus der Praxis

    Zusammenfassung: social entrepreneurship erlebt eine renaissance, weil zunehmend auf Me-thoden und interaktionsmodi des unternehmertums zur Lsung sozialer Probleme zurckgegrif-fen wird. der soziale entrepreneur, angetrieben von einer Mission, befriedigt durch sein Verhalten und unternehmerisches handeln die Nachfrage nach sozialen Leistungen, erzeugt Wertschpfung und trgt zum gesamtgesellschaftlichen Wandel bei. Grimm argumentiert, dass der Begriffe des sozialen entrepreneurs auch in der deutschen debatte klarer umrissen und von konkurrierenden Begriffen abgegrenzt werden muss und schlgt dafr die typologisierung in entrepreneur, social entrepreneur und Policy entrepreneur vor, mit jeweils eigenem rollenverstndnis.

    Schlsselwrter: entrepreneur social entrepreneur Policy entrepreneur corporate social responsibility

    EntrepreneursocialentrepreneurpolicyentrepreneurTypologicalcharacteristicsandperspectives

    Abstract: social entrepreneurship is en vogue since entrepreneurs methods and modes of inter-action are applied to solving social problems. social entrepreneurs, driven by a mission, satisfy demands for social goods, generate value and contribute to overall societal change. Grimm argues that the term social entrepreneur needs further clarification especially in the German context distinguishing it from concurring terminologies. she suggests a typology and differentiated un-derstanding of entrepreneurship, social entrepreneurship and policy entrepreneurship.

    Keywords: entrepreneur social entrepreneur Policy entrepreneur corporate social responsibility

    Z Politikberat (2011) 3:441456dOi 10.1007/s12392-011-0266-z

    EntrepreneurSocialEntrepreneurPolicyEntrepreneurTypologischeMerkmaleundPerspektiven

    HeikeM.Grimm

    Online publiziert: 27.04.2011 Vs Verlag fr sozialwissenschaften 2011

    dr. h. M. Grimm ()Forschungsdozentur fr Public Policy, universitt erfurt, Nordhuser strae 63, 99089 erfurt, deutschlande-Mail: heike.grimm@uni-erfurt.de

  • 442 h. M. Grimm

    Kernaussagen: der social entrepreneur wird sich dort engagieren, wo staat, Pri-vat- und NGO-sektor noch nicht ttig oder wirksam sind. Policy entrepreneure knnen eine wichtige rolle einnehmen, da sie eine Balance zwischen staatlichem und sozial-unternehmerischem handeln schaffen. durch klares akzentuieren und untersttzen von transparenten, wirksamen social-entrepreneur-Projekten sowie distanzierung von weniger legitimen social-entrepreneur-aktionen knnen Policy entrepreneure eine Brcke zu Politik und Gesellschaft bauen und ein wichtiges Kontrollelement im Policy Prozess installieren. dem Policy entrepreneur kommt die rolle des Mediators und Brckenbauers zwischen staat, Markt und Zivilgesell-schaft zu. die aktivitten der social entrepreneure sind hilfreich, um jene Bereiche zu identifizieren, die von staatlicher und unternehmerischer Seite nicht angemessen bedient werden knnen.

    1 Einleitung

    Social Entrepreneurship umschreibt ein altes Phnomen mit neuem Label. Bereits im 19. Jahrhundert engagierten sich sozial-gesellschaftlich motivierte Pioniere, wie zum Beispiel Florence Nightingale, die eklatante Mngel bei der Gesundheitsfrsorge fr arme Bevl-kerungsschichten erkannte und die bis dahin vernachlssigte Krankenpflege durch die initiierung eines ausbildungsmodells (bekannt als Nightingale system) revolutionierte. dank einer grozgigen spende grndete sie im Jahr 1860 die Florence-Nightingale-Stiftung und errichtete eine Krankenpflegeschule am St. Thomas Hospital in London. auch der Grnder des roten Kreuzes, henri dunant, gilt als Social Entrepreneur par excellence und erhielt 1901 den ersten Friedensnobelpreis fr sein herausragendes sozia-les engagement. diese ehre wurde 2006 auch dem bekanntesten Social Entrepreneur der Gegenwart zuteil, dem Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus aus Bangladesch, der mit der Grndung der Grameen Bank 1983 die Mikrofinanzierung von Existenzgrn-dungen als Mittel zur armutsbekmpfung innovativ und sozialunternehmerisch etablierte und der Social-Entrepreneurship-Bewegung erheblichen anschub verlieh.

    die Grnde fr die renaissance von Social Entrepreneurship (se), das im weites-ten sinne als soziales engagement betrachtet werden kann, sind vielschichtig. sicher-lich spielt die enttuschung ber den seit Jahrzehnten migen erfolg staatlicher und philanthropischer anstrengungen zur nachhaltigen Behebung sozial-gesellschaftlicher Missstnde im lokalen wie globalen Zusammenhang eine rolle. Muhammad Yunus zeigt in diesem Kontext auf, dass die Instrumente zur Lsung sozialer Probleme vorhanden sind, aber nicht effizient und effektiv eingesetzt werden. Gefordert sind neue, innova-tive ideen und initiativen zur Lsung sozial-gesellschaftlicher Probleme. immer mehr akteure nehmen sich der herausforderung an, hierfr kreative Lsungen zu entwickeln und umzusetzen.

    die Zeit ist auch aus anderen Grnden reif, der Forderung nach so genannten ent-repreneurial solutions fr soziale herausforderungen nachzukommen. unter den Vor-zeichen einer rasanten Globalisierung und zunehmender wirtschaftlicher unsicherheit stehen unternehmerische einheiten unter Zugzwang, die Gesellschaft an ihren Gewin-

  • 443entrepreneur social entrepreneur Policy entrepreneur

    nen teilhaben zu lassen, was sich zum Beispiel in der emergenz von so genannten Cor-porate Social Responsibility (csr) abteilungen von groen Firmen niederschlgt, die einen freiwilligen Beitrag zu nachhaltiger entwicklung leisten und ethisch-unternehmeri-sche Verantwortung zeigen wollen (europische Kommission 2001; imbusch und rucht 2007; Backhaus-Maul et al. 2008). csr ist se nachgelagert, denn es gehrt nicht zum Kerngeschft von unternehmen oder Kapitalgesellschaften, die gesetzlich zur Gewinn-maximierung fr Aktionre verpflichtet sind. Mit strategisch angelegten, wohlttigen aktionen knnen sich unternehmen allerdings Wettbewerbsvorteile verschaffen (Porter und Kramer 1999). doch auch auf personenzentrierter akteursebene ist die entwicklung einer neuen sozialen Verantwortlichkeit gegenber der Gesellschaft zu beobachten, die sozio-konomisch immer weiter auseinanderdriftet (Bundesministerium fr arbeit und soziales 2008). diese neue Verantwortlichkeit geht einher mit der postmodernen Frage nach dem sinn individualistischen, wirtschaftlichen handelns einer kapitalistischen Gesellschaft, die in der Nachkriegszeit primr Gewinnstreben und einkommenssteige-rung als Mittel und Zweck konomischen Handelns definiert hatte. Philanthropisches engagement von einzelpersonen und unternehmen war in europa, hierbei vor allem in deutschland, ber viele Jahre hinweg vergleichsweise wenig en vogue (adam 2004; acs et al. 2007). seit wenigen Jahren wird die rolle des Brgerengagements lebhafter als je zuvor gefhrt (Zimmer und Priller 2007). Mit der reform des stiftungssteuerrechts im Jahre 2000 wurde zum Beispiel das stiften in deutschland erleichtert und die Zahl der neu gegrndeten stiftungen stieg erheblich an: heute werden in einem Jahr etwa so viele stiftungen gegrndet wie vor 20 Jahren in einem Jahrzehnt (Gregory und Lindlacher 2008, s. 17; anheier 2003). Befrdert werden diese entwicklungen durch grassierende finanzielle Engpsse der ffentlichen Haushalte, die sich mittelfristig nicht in der Lage sehen, soziale Schieflagen in der Gesellschaft abzufedern oder gar zu beseitigen. Mit der globalen Finanz- und Bankenkrise 2008 traten eklatante Formen von Markt-, aber auch staatsversagen zutage, die alles andere als beseitigt worden sind. die Gesellschaft hat die eingeschrnkten aktionsmglichkeiten von Wirtschaft und Politik erkannt und reagiert mit verstrktem engagement im sozialen Bereich, um Markt- und staatsversagen entgegenzuwirken.

    hervorzuheben ist bereits an dieser stelle, dass se nicht mit Philanthropie im hchst beachtenswerten Mutter-theresa-stil gleichzusetzen ist. se besticht durch vielerlei Orga-nisations- und aktionsformen und vor allem dadurch, dass es das verstaubte image des selbstlosen Altruisten als Hauptakteur durch das eines exzellent organisierten, durchset-zungsstarken unternehmertypus ersetzt: it combines the passion of a social mission with an image of business-like discipline, innovation, and determination commonly associated with, for instance, the high-tech pioneers of silicon Valley (dees 2001, s. 1).

    die Motivationsgrundlagen fr se sind denen fr Entrepreneurship sehr hnlich, wes-halb es sich zunchst lohnt, auf den berbegriff nher einzugehen. daran schlieend wird erlutert, was unter se verstanden wird, wie man se von Entrepreneurship im all-gemeinen abgrenzt und welche Formen und inhalte se annehmen kann. Mit ausgewhl-ten Beispielen von se werden ttigkeitsfelder und aktionsmglichkeiten vorgestellt, um den schillernden Begriff klarer umreien zu knnen. daran anschlieend wird kurz die Bedeutung von Policy Entrepreneurship (Pe) erlutert, um der Frage nachzugehen, warum die Lsung sozialer Probleme verstrkt nicht-staatlichen akteuren berlassen

  • 444 h. M. Grimm

    wird. abschlieend werden Perspektiven, aber auch Grenzen von se sowie die chancen einer engeren interaktion von Pe und se aufgezeigt.

    Mit der hier angestrengten typologisierung der 3es ( Entrepreneurship, se und Pe) soll ein kurzer Beitrag geleistet werden, sich definitorisch und begrifflich Klarheit vor allem ber den Begriff und den Einfluss von SE zu verschaffen, was bislang eine For-schungslcke darstellt.

    2 Entrepreneurship

    der Begriff Entrepreneurship wird im engeren sinne mit unternehmertum bersetzt und bezieht sich vor allem auf die berufliche Selbstndigkeit. Diese Begriffsbestimmung klammert sehr wesentliche aspekte aus, darunter Persnlichkeitsaspekte wie innova-tionsfhigkeit, risikofreude und handlungsdrang, aber auch kreative ideenentwicklung und unternehmerische umsetzung. der Begriff Entrepreneurship ist bis heute nicht ein-heitlich definiert. In Folge werden die fr den Gesamtkontext wichtigsten Diskussionen und theoretischen abhandlungen kurz aufgegriffen.

    In der Historie taucht der Begriff erstmals in einem militrischen Kontext auf: Im Mittelalter bediente sich das franzsische Militr der Entrepreneure in der rolle der Ver-mittler oder Mediatoren, die in kriegerischen auseinandersetzungen zum einsatz kamen (harbrecht 2010). der Begriff Entrepreneurship wird in der frhen politischen kono-mie erstmals ausfhrlich im 18. Jahrhundert diskutiert. so setzte der irische Bankier und Nationalkonom richard cantillon (16801734) Entrepreneurship in Kontext mit einer positiven risikohaltung eines Wirtschaftsakteurs, der Gter und dienstleistungen zu einem bestimmten Preis einkauft, um sie spter zu einem wenn mglich hheren Preis zu verkaufen, ohne ber eine Garantie fr einen potentiellen Profit zu verfgen (Cantillon 1755). der franzsische Nationalkonom Jean Baptiste say (17671832) unterstrich die Bedeutsamkeit der Wagnisorientierung als prgenden charakterzug eines Entrepreneurs, der durch die entwicklung neuer und besserer Verfahren konomische Prozesse stimu-liert. say war der erste konom, der die Kombination von Produktionsfaktoren als Kern der unternehmerfunktion herausgearbeitet hat, und auf die hierfr erforderliche, auer-ordentliche innovationsfhigkeit eines Entrepreneurs verwies. so schrieb er zu Beginn des 19. Jahrhunderts: der Entrepreneur verschiebt aus einem Bereich niedrigerer in einen Bereich hherer Produktivitt und greren ertrags (say 1971/1803, s. 83). auch Gustav von schmoller (18381917) als Vertreter der konomen jngerer deutscher his-torischer schule verbindet mit dem Wirken des Entrepreneurs Fortschritt. innovatives handeln ist primr durch Gewinnstreben begrndet (schmoller 1900, s. 430; schmoller 1893). schmoller erforschte Entrepreneurship unter anwendung sozialwissenschaftli-cher, induktiver Methoden und galt neben anderen Kollegen der deutschen historischen schule, wie Werner sombart (18631941), zu den Vorlufern der sich viel spter entwi-ckelnden soziokonomie, die die Wechselwirkung zwischen Entrepreneur und Gesell-schaft in den Vordergrund rckten. schmollers Forschungsverdienste schtzten hbert und Link (1988) wie folgt ein: From his examination of this data he discovered a unique central factor in all economic activity the enterprising spirit, the Unternehmer or entre-preneur (ibd., s. 103).

  • 445entrepreneur social entrepreneur Policy entrepreneur

    Joseph alois schumpeter (18831950) brachte eine soziologisch-konomische sicht-weise in die theorienentwicklung ein und assoziierte mit der unternehmerpersnlich-keit eine ausnahmeerscheinung, die voller Pioniergeist ohne abwgen von Grenzkosten und Grenznutzen wirtschaftlich aktiv wird. schumpeter begrndete in seiner Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung (1911) unternehmerische Pionierleistungen nicht primr mit konomischem eigennutz, sondern mit psychologischen Motiven, zu denen auch die Freude am Gestalten gehrt (schumpeter 1997, s. 138). schumpeter zufolge hlt der innovative Entrepreneur eine art Monopolstellung inne, wenn er innovation auf den Markt bringt und hohe Profite generiert, bis ein Nachahmungsprozess einsetzt und die Gewinnspanne des unternehmers fllt. damit wird ein Prozess schpferischer Zerst-rung eingeleitet, der aus dem Wechselspiel von innovation und imitation resultiert, die als triebkrfte des Wettbewerbs, auslser der Konjunkturzyklen und Promotoren des wirtschaftlichen Fortschritts fungieren (ibd., s. 111). schumpeter unterstrich im Zusam-menhang mit der dynamik des Kapitalismus die Bedeutung des kapitalistischen innova-tionsprozesses. Entrepreneurship und innovation sind als triebfedern des Kapitalismus eng miteinander verwoben. Entrepreneure sind die Produzenten von innovationen. eine wichtige these schumpeters war in diesem Zusammenhang auch die unterscheidung zwischen Kapitalist und unternehmer ( Entrepreneur). unternehmer zeichnen sich seiner Meinung nach dadurch aus, dass sie ihre wirtschaftliche Position stndig durch innova-tionen verbessern wollen. demnach ist es der unternehmergeist, welcher innovationen erzeugt und damit Wirtschaftswachstum und sozialen Wandel vorantreibt. schumpeter gab aber zu bedenken, dass Entrepreneure zwar den innovationsprozess anregen und Profit erzeugen, diesen aber nicht notwendigerweise empfangen. Denn die Profite fallen an die Besitzer der unternehmen die Kapitalisten die das volle risiko tragen (ibd., s. 112). die dynamisierung der Gesellschaft und der wirtschaftliche Fortschritt kann durch eine nicht-kapitalistische elite die Entrepreneure ausgelst werden. der drang zu deren kreativer und innovativer entfaltung wird im Wesentlichen von den inneren Beweggrnden des handelnden wie Leistungsmotivation, ansehenszuwachs und Wunsch zur selbstentfaltung determiniert (ibd., s. 138), aber auch durch das mikro- und makroso-ziale Umfeld. Zu den Umfeldbedingungen, die innovatives Handeln positiv beeinflussen, gehren die Haltung von Politik und Gesellschaft zur beruflichen Selbstndigkeit und die Fhigkeit der Gesellschaft, mit Niederlagen oder gar scheitern unternehmerischen enga-gements umgehen zu knnen (Grimm und herz 2004).

    Was aber ist innovation und, vor allem, wie entsteht sie? auch hier ist nach wie vor grundlegend die klassische Begriffsdefinition von Joseph Schumpeter: Innovation ist die Planung, Erzeugung und Durchsetzung neuer Produkte, neuer Produktqualitt, neuer Produktionsverfahren, neuer Methoden fr Organisation und Management sowie die erschlieung neuer Beschaffungs- und absatzmrkte (schumpeter 1997, s. 100 f.). dar-ber hinaus betont schumpeter: innovation wird von Menschen generiert. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Unterscheidung zwischen Erfindungen, Ideen, Patenten und Konzepten zum einen, und innovationen zum anderen: die erstgenannten sind die rohstoffe fr innovationen (schumpeter 1954). schumpeters innovationsbegriff ist ein-gebettet in eine theorie der wirtschaftlichen entwicklung, die konomischen Wandel als evolutionre, nicht umkehrbare entwicklung, als einen stndigen Prozess schpferischer Zerstrung auffasst, der von kreativen Menschen ausgelst wird (schumpeter 1997, s.

  • 446 h. M. Grimm

    xiii ff.). der unternehmer fungiert in diesem Zusammenhang als trger und Promotor solcher Vernderungsprozesse, er verdrngt mit dynamischen, neuen Kombinationen (ibd., s. 111) alte, berholte Produktionsstrukturen und lst auf diese Weise entwick-lungsschbe aus. der revolutionr des Wirtschaftens (ibd., s. 130) leistet Pionierarbeit und berwindet stagnationsphasen. unternehmer sind schumpeters ausfhrungen zufolge nicht nur Pioniere auf einer beruflich unabhngigen Basis, sondern auch Mana-ger in fhrenden Positionen oder Vehikel der umorganisierung des Wirtschaftslebens (ibd., s. 134).

    Peter drucker, konom und Pionier der Modernen Managementlehre, entwickelte Schumpeters These weiter und spezifizierte, dass Entrepreneure nicht nur in bestehen-den Unternehmen und Existenzgrndungen, sondern auch in ffentlichen Einrichtun-gen agieren. drucker richtete seine Perspektive auf sozialorganisationen wie schulen, Krankenhuser, aber auch Kirchen, theater und andere Organisationen und transferierte instrumente innovativen Managements auf den dritten sektor, der seiner ansicht nach aufgrund von ineffizienter Administration von seinem eigentlichen sozialen oder kultu-rellen auftrag ferngehalten wird (drucker 1985). er assoziierte Entrepreneurship mit der schaffung und der durchsetzung von Neuem, ohne dass notwendigerweise konomi-scher Nutzen generiert werden muss. so stellte er zum Beispiel das innovationsvermgen des Social Entrepreneurs Wilhelm von humboldt heraus, der revolutionr zur reformie-rung des Bildungswesens beitrug und die Berliner universitt grndete (ibd., s. 23). dru-cker bewegte sich ganz auf der Linie von say und schumpeter, indem er betonte, dass innovation und Kreativitt unbedingt mit Entrepreneurship korrelieren. er unterstrich, dass Entrepreneurship eine Geisteshaltung ist, die bestimmte Verhaltensweisen generiert. Zu diesen zhlen das ergreifen von chancen, die umsetzung von ideen und die Fhig-keit zum Wandel: () the entrepreneur always searches for change, responds to it, and exploits it as an opportunity (ibd., S. 28).

    die Entrepreneurship-Forschung wird seit wenigen Jahren sehr differenziert betrie-ben, wenngleich sie in deutschland immer noch als relativ junger Forschungszweig der Wirtschafts- und sozialwissenschaften gilt. Neben den klassischen Forschungsfeldern, wie Grndungsfinanzierung, -prozess und -persnlichkeit, haben sich andere Bereiche etabliert, wie Entrepreneurship Education, Cultural Entrepreneurship, E-Entrepreneur-ship oder Social Entrepreneurship.

    Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass der Entrepreneur durch sein Ver-halten und unternehmerisches handeln die Nachfrage (Bedrfnisse der Kunden) befrie-digt, Wertschpfung erzeugt und nicht nur zu wirtschaftlichem Fortschritt, sondern auch gesamtgesellschaftlichen Wandel beitrgt. se stellt eine rckbesinnung auf die positiven Werte von unternehmertum dar.

    3 SocialEntrepreneurship

    social entrepreneurs are one species in the genus entrepreneur. they are entrepreneurs with a social mission, betont J. Gregory dees in seiner bis heute grundlegenden abhand-lung zum thema se (2001, S. 2). Die klare, explizite Formulierung einer sozialen Mission als handlungszweck ist zentral fr se. Nicht das erzielen von Gewinn oder Wohlstand

  • 447entrepreneur social entrepreneur Policy entrepreneur

    ist das primre Ziel des Social Entrepreneurs, sondern das erfllen einer sozialen Mis-sion. umgekehrt bedeutet dies nicht, dass der Social Entrepreneur das Generieren von einkommen als quantit ngligeable betrachtet. im Gegenteil. der Social Entrepreneur unterscheidet sich vom traditionellen, rein altruistisch handelnden Philanthropen funda-mental, weil er das Erzielen von Einkommen zur finanziellen Absicherung eines sozial motivierten Vorhabens als wesentliches Mittel zum Zweck anerkennt. Die finanzielle absicherung seines Vorhabens kann fr einen Social Entrepreneur, der an der nachhal-tigen erfllung seiner Mission interessiert ist, entscheidend fr den erfolg sein. in this perspective, social entrepreneurs have used business skills and knowledge to create enter-prises that accomplish social purposes in addition to being commercially viable (emer-son und twersky 1996).

    eine idealisierte und pointierte charakterisierung des Social Entrepreneurs liefert J. Gregory dees (dees 2001, S. 4 ff.). Er unterstreicht, dass die spezifische Mission das entscheidende Kriterium fr se ist, um soziale (und nicht individualistische oder pri-vate) Werte zu schaffen und vor allem zu erhalten. der Social Entrepreneur ist wie der schumpetersche Entrepreneur reformer und innovator zugleich, der im sozialen Sektor Revolutionres vollbringt. Making a profit, creating wealth, or serving the desires of customers may be part of the model, but these are means to a social end, not the end of itself (ibd., s. 4). der Social Entrepreneur verfolgt seine Mission nachhaltig und konse-quent. Die Zielerreichung ist langfristig ausgerichtet. Der Erfolg bemisst sich nach dem erreichungsgrad einer Mission.

    Darber hinaus definiert er SE als das Erkennen und Ergreifen einer besonderen und innovativen idee ( opportunity), eine soziale Mission tatschlich realisieren zu knnen. er greift damit die ausfhrungen druckers auf, nach denen Entrepreneure eine beson-dere Wahrnehmungs- und umsetzungsfhigkeit fr auerordentlich erfolgversprechende und innovative chancen auszeichnet. der Social Entrepreneur wird von einer Vision getrieben, dass es fr ein bestimmtes sozial-gesellschaftliches Problem einen gangbaren Lsungsweg gibt. Aufgrund der Komplexitt sozial-gesellschaftlicher Probleme ist aller-dings davon auszugehen, dass es keinen Knigsweg fr das erreichen der Mission gibt, sondern ein kreatives und innovatives Experimentieren, Lernen und Adjustieren. SE impliziert eine hohe Wahrscheinlichkeit zu scheitern, weshalb der Social Entrepreneur berdurchschnittliche Fhigkeiten des risikomanagements aufweisen sollte (ibd., s. 5).

    um nachhaltige und erfolgreiche soziale transformation zu erzielen, bedarf es sowohl innovativer als auch einkommensorientierter aktion, betont die ashoka stiftung (drayton 2006). Zu den schwerpunktbereichen von se gehren vor allem die Bereiche umwelt, Bildung, Gesundheit, armut, Frderung von benachteiligten Gruppen und Menschen-rechte. soziales engagement im sinne von se kann themen- oder zielgruppenorientiert, lokal oder global ausgerichtet sein.

    Neben der Mission ist die Motivation fr sozial motiviertes und engagiertes handeln ausschlaggebend und kennzeichnend fr den Social Entrepreneur. die Motivations-grundlagen von se gehren zu den bislang wenig erforschten Bereichen. Martin und Osberg (2007) anerkennen inspiration, creativity, direct action, courage, and fortitude (ibd., s. 33) als Persnlichkeitsmerkmale. Gerade in hoch entwickelten Lndern scheint die Befriedigung von immateriellen Bedrfnissen eine zunehmend groe rolle fr se zu spielen, dabei vor allem das Bedrfnis nach selbstverwirklichung und anerkennung

  • 448 h. M. Grimm

    (harbrecht 2010, s. 20). das Gewinnstreben nimmt eine eher untergeordnete rolle fr se ein, wenngleich es fr den erfolg und das berleben eines sozialunternehmens hchst bedeutsam ist. doch wie gro ist der unterschied zwischen sozialem und wirtschaftli-chem Entrepreneurship wirklich, wenn wir uns die eingangs vorgestellten theoretischen abhandlungen von schumpeter und drucker in erinnerung fhren? anerkennung, Wert-schtzung, selbstverwirklichung motivieren Entrepreneure zu innovativen handlungen; auch fr sie steht das Gewinnstreben nicht im Mittelpunkt. es ist allerdings anzunehmen, dass das erzielen von persnlichem Wohlstand den Wirtschaftsentrepreneur eher zur handlung motiviert als das Generieren von sozial-gesellschaftlichem Wohlstand. har-brecht (2010, s. 48) anerkennt einen pro-sozialen Leistungswillen der Social Entre-preneure, die von einem moralischen altruismus geleitet werden.

    dabei wird in den usa (aber auch asiatischen Lndern wie Bangladesch) se ber-durchschnittlich oft von exzeptionellen, wirtschaftlich und politisch erfolgreichen Pio-nieren getragen, die mit einem Top-down-ansatz systemischen, revolutionren Wandel zu generieren suchen. Zu diesen zhlen der ebay-Mitbegrnder Jeffrey skoll, der die erfolgreiche Online-auktions-Plattform, aber auch die nach ihm benannte Skoll Founda-tion for Social Entrepreneurship grndete und nicht nur wegen der stiftungsgrndung, sondern auch wegen seiner zahlreichen, grozgigen spenden als Wegbereiter der se-Bewegung anerkannt wird. in europa und Grobritannien richtet sich das augenmerk eher auf sozialunternehmen und weniger auf deren Grnder, die durchaus wirtschaftlich sehr erfolgreich sein knnen, aber teamorientiert, bottom-up-aktiv und in Kooperation mit dem staatlichen und NGO-sektor nachhaltigen Wandel erzielen wollen. erwhnung findet in diesem Kontext hufig das von dem Unternehmer Andreas Heinecke initiierte Projekt dialog im dunkeln1.

    social entrepreneurship is best understood as a multi-dimensional and dynamic cons-truct moving across various intersection points between the public, private and social sectors erklrt Nicholls Alex vom Skoll Centre for Entrepreneurship der Oxford Univer-sity. Er definiert SE als () the practice to responding to market failures with transfor-mative, financially sustainable innovations aimed at solving social problems (Nicholls 2006, s. 12). se bewegt sich an der schnittstelle zwischen privatem, ffentlichem und NGO-sektor und befrdert eine seit den 1980er Jahren anhaltende entwicklung der Ver-wischung ( blurring), wenn nicht sogar Auflsung, der klaren Abgrenzung zwischen den drei klassischen sektoren (Wolk 2007). dies fhrt zum einen dazu, dass die Grenzen zwi-schen privatem und ffentlichem handeln unklar werden, was sich zum Beispiel in der ausprgung von so genannten Public Private Partnerships niederschlgt, aber auch in der emergenz von se-unternehmungen, die sich zwischen den privaten und ffentlichen sektor drngen und sehr unterschiedliche Organisationsformen annehmen knnen, die denen der traditionellen non-profit-Organisationen sehr hnlich sein knnen aber nicht mssen. dies hat zum anderen die schleichende entwicklung zur Folge, dass immer mehr nicht-staatliche Organisationen typische aufgaben des staatlichen sektors bernehmen: () the reality of a world in which the public and private boundaries are becoming increasingly blurred and governments of all ideological bents are partnering with private

    1 Quelle: http://germany.ashoka.org/de/node/1504 (Zugriff am 3. Mrz 2011)

  • 449entrepreneur social entrepreneur Policy entrepreneur

    companies and nonprofit organizations to do more and more of the governments work (Goldsmith und eggers 2004, s. 23).

    3.1 Formen

    se kann mit anderen Worten sehr unterschiedliche, rechtliche und organisatorische For-men des privatwirtschaftlichen, ffentlichen und NGO-sektors annehmen und Merkmale aller drei sektoren beinhalten. sie erzielen sozialen eher als wirtschaftlichen Wert und Fortschritt. (dees 2001, S. 3). Im engen Kontext gehren dazu gemeinntzige Organi-sation ohne Gewinnerzielungsabsichten ( non-profit); im weiten Kontext Organisationen, die soziale Ziele verfolgen und durch gewinnbringende Geschftsmodelle gekennzeich-net sind ( for-profit). Ganz allgemein fallen diejenigen unternehmen darunter, die eine soziale, die Gesellschaft betreffende aufgabe wahrnehmen (harbrecht 2010, s. 2728). das Konzept se ist mit anderen Worten breit gefchert und umfasst sowohl non-pro-fit- als auch for-profit-Organisationen: In addition to innovative not-for-profit ventures, social entrepreneurship can include social purpose business ventures, such as for-profit community development banks, and hybrid organizations mix not-for-profit and for-profit elements () (dees 2001, s. 1).

    OffRoadKids:StiftungundVerein(http://www.offroadkids.de) seit 1993 gibt es Off road Kids: die Off road Kids stiftung betreibt streetwork-stationen in Berlin, hamburg, dortmund und Kln, Kinderheime in Bad drrheim (schwarz-wald), eine eltern-hotline und ein hochschulinstitut fr Pdagogikmanagement. Off road Kids wurde 1993 zunchst als Verein in donaueschingen im schwarzwald gegrndet. die Off road Kids stiftung wurde im Jahr 2000 in Mnchen gegrndet und hat alle operativen Bereiche des ursprnglichen Vereins bernommen. die stif-tung ist eine vollstndig rechtsfhige stiftung des brgerlichen rechts und staatlich anerkannter trger der freien Jugendhilfe. sie untersteht der Bayerischen stiftungs-aufsicht. sprecher des stiftungsvorstands ist Off road Kids-Grnder Markus seidel ( Social Entrepreneur des Jahres 2005 der Schwab Foundation for Social Entre-preneurship). die berregionale straensozialarbeit von Off road Kids muss ohne staatliche Zuschsse auskommen. Frderer und spender ermglichen seit 1994 die arbeit fr straenkinder in deutschland.Quelle: www.offroadkids.de (Zugriff am 3. Mrz 2011)

    Zum erfolgreichsten und bekanntesten Social Entrepreneur zhlt der oben bereits ange-sprochene Friedensnobelpreistrger Muhammad Yunus, der mit der errichtung der Gra-meen Bank ein sogenanntes Social Business Enterprise errichtete, das sowohl soziale als auch finanzielle Gewinne erzielt. Yunus entwickelte den Begriff Sozialunternehmen mit dem hinweis, dass der struktur des vorherrschenden Kapitalismus genau diese Form von Unternehmen fehlt. Der Zweck eines Sozialunternehmens ist nicht die Gewinnmaximie-rung (was auch nicht primres Ziel der handlung der schumpeterschen Entrepreneure ist), sondern die Lsung von sozialen oder umweltproblemen. Mit der Grameen Bank ver-deutlicht Yunus eindringlich, dass seine Organisation nicht altruistisch, sondern gewinn-orientiert und erfolgreich arbeitet: anfallende Gewinne werden in das unternehmen und die Mission reinvestiert. die anteilseigner verdienen nichts, knnen ihr Kapital jedoch

  • 450 h. M. Grimm

    mit der Zeit zurckerhalten. Yunus schuf ein neues system und Verstndnis von Kredit-vergabe, indem er bewies, dass bedrftige Menschen kreditwrdig sind und zuverlssig Kredite zurckzahlen. darber hinaus revidierte er die annahme, dass das Mikrokredit-geschft nicht rentabel ist, zumindest nicht im konventionellen Bankenverstndnis.

    Yunus erstellte vier Kategorien von se, die von Organisationen mit keiner bis hin zu etwas, voller und mehr als voller Kostendeckung reichen (Yunus 2006). Zahlreiche auto-ren, darunter auch Boschee und Mcclurg (2003), halten das rentable Wirtschaften fr eine notwendige Bedingung fr den erfolg von se und wesentliches unterscheidungskri-terium zu klassischen non-profit-Organisationen. Die Autoren definierten Social Enter-prise wie folgt: any organization, in any sector, that uses earned income strategies to pursue a double bottom line or triple bottom line, either alone (as a social sector business) or as part of a mixed revenue stream that includes charitable contributions and public sector subsidies (ibd.). dabei sind Social Entrepreneure in double bottom line-hinsicht erfolgreich, weil sie soziale und finanzielle Rendite erzielen. Wird ein nachhaltiger posi-tiver Einfluss auf die Umwelt erzielt, so sind Social Enterpreneurs in triple bottom line-hinsicht aktiv.

    RegionalwertAG(http://www.regionalwert-ag.de) Mit der regionalwert aG hat christian hi (ashoka Fellow) eine aktiengesellschaft gegrndet und ein Finanzie-rungsmodell geschaffen, welches den Brgern und anderen Kleininvestoren ermg-licht, in ihre lokale und sozialkologisch nachhaltige Nahrungsmittelproduktion zu investieren. als aktionre einer art holdinggesellschaft fr nachhaltige Landwirt-schaftsbetriebe knnen sie selbst ber die Balance der finanziellen, kologischen und sozialen rendite ihrer investition entscheiden. dadurch wird dringend bentig-tes Kapital mobilisiert und gleichzeitig die Bevlkerung wieder in die lokale land-wirtschaftliche Wertschpfung miteinbezogen. das innovative reporting, welches die regionalwert aG jhrlich in ihrem Jahresbericht ablegt, setzt neue standards im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft und zeigt einen Weg zu mehr transparenz auch fr andere aktiengesellschaften auf. Neben ihrem regionalen Wachstum dient die regionalwert aG bereits als replizierbares Modell fr andere Wirtschaftsberei-che und bert Brgerinitiativen im in- und ausland.Quelle: http://germany.ashoka.org/de/node/1527 (Zugriff am 3. Mrz 2011)

    3.2 erfolgsbemessung

    der Social Entrepreneur ist an einem nachhaltigen erfolg seines sozial-gesellschaft-lichen engagements interessiert. doch welche Kriterien eignen sich, um diesen erfolg zu bemessen? Wann gilt eine Mission als erfllt? der Wirtschaftssektor lebt von Mrk-ten, auf denen Produkte angeboten und nachgefragt sowie Preise erzielt werden. eine hohe Nachfrage hat im allgemeinen steigende Preise zur Folge (und umgekehrt). diese Marktmechanismen funktionieren nicht auf dem se-sektor, der Grad sozialer Verbes-serung kann nicht eindeutig bemessen werden. die Kunden von se wren aufgrund ihrer sozialen Schieflage wohl auch gar nicht in der Lage, die Leistung des Social Entre-preneurs monetr zu honorieren. harbrecht (2010) verweist zurecht darauf, dass eine vollkommene Neuorientierung der betrieblichen Leistungsbemessung (ibd., s. 48) von

  • 451entrepreneur social entrepreneur Policy entrepreneur

    Sozialunternehmen ntig ist. Statt der Gewinnmaximierung () ist die oberste Prmisse die Maximierung des sozialen Gewinns unter der Nebenbedingung der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit (ibd.). der Social Entrepreneur erfllt seine Mission, 1) wenn er durch soziale Innovation bestehende Strukturen auflst und durch effizientere und effektivere substituiert; 2) wenn er somit neue instrumente dauerhaft implementiert und 3) Wandel durch soziales engagement generiert. ein erfolgreicher Social Entrepreneur erzielt posi-tive ergebnisse in allen drei dimensionen (ibd., s. 49). trotz dieser vereinfachten drei-stufigen Bemessungsmethode bleibt die Bewertung diffizil, wann ein Sozialunternehmen seine Mission von der integration von Behinderten bis zur aggressionsbewltigung unter Jugendlichen erfllt hat. und inwiefern die volle oder partielle Zielerreichung mit dem engagement von sozialunternehmen korreliert. das amerikanische Foundation Center hat federfhrend in diesem Bereich mit dem Projekt trasi ( Tools and Resources for Assessing Social Impact) etwa 150 Methoden zur Messung von Social Impact auf der Website aufbereitet (http://trasi.foundationcenter.org). dennoch wird zuknftige For-schung sich intensiver damit beschftigen mssen, welche konkreten instrumente und Methoden geeignet sind, soziale auswirkung von se bemessen zu knnen. das nachfol-gende se-Projekt veranschaulicht die schwierigkeit einer erfolgsbemessung.

    Irrsinnig Menschlich e.V. (http://www.irrsinnig-menschlich.de/html/news.html) Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen schenkt die initiatorin und Geschftsfhrerin des Vereins Manuela richter-Werling (ashoka Fellow) ihre volle aufmerksamkeit. der Verein will ber psychische erkrankungen aufkl-ren und Vorurteile gegenber Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen abbauen. Besonderen erfolg erzielte der Verein mit dem schulprojekt Verrckt? Na und! in der Zielgruppe der schulkinder, das sich fr einen offenen und tabu-freien umgang mit psychischen Problemen engagiert, die in unserer Gesellschaft weit verbreitet sind. Jeder dritte Mensch ist davon im Laufe seines Lebens betrof-fen, Kinder ebenso wie erwachsene. der Verein nutzt die persnliche Begegnung von Jugendlichen mit Betroffenen als schlssel zur Vernderung der eigenen Wahr-nehmung von psychischen Krisen und zu ressourcen seelischer Fitness. in einem offenen dialog tauschen sich Betroffene, schler und Lehrer ber ihre erfahrungen aus und reflektieren ber ihr persnliches System der Krisenbewltigung.Quelle: http://germany.ashoka.org/de/node/1526 (Zugriff am 3. Mrz 2011)

    4 PolicyEntrepreneurship

    Wie oben bereits dargestellt, tragen Entrepreneure durch unternehmerisches handeln nicht nur zu wirtschaftlichem Fortschritt, sondern auch gesamtgesellschaftlichem Wandel bei. Whrend Social Entrepreneure in rckbesinnung auf die positiven Werte von unter-nehmertum sozialen Wandel zu generieren suchen, bemhen sich Policy Entrepreneure um politischen Wandel und Lernprozesse. dabei handelt es sich um einen akteurstypus, der nicht nur innovative und kreative ideen zur Lsung politischer herausforderungen entwickelt, sondern auch Manahmen und instrumente zur umsetzung und Befrderung von Politikwandel bereitstellt. Policy Entrepreneure sind im schumpeterschen sinne

  • 452 h. M. Grimm

    hufig Visionre, die das Undenkbare denken und politische Prozesse nachhaltig auf den Weg bringen, indem sie die ffentlichkeit mobilisieren, neue Koalitionen bilden und auf ihrer Mission gegebenenfalls betrchtliche Kosten in Form von Zeit oder Geld in Kauf nehmen (Mintrom und Norman 2009; Bcher 2006; Kingdon 1995). Policy entrepreneure stellen akteure dar, die in der Lage sind, ihre politischen Vorstellungen zur umsetzung zu verhelfen, auch wenn im politischen Prozess materielle Verteilungs-konflikte berhand gewinnen, die zur Organisation mchtiger Gegeninteressen fhren (ibd., s. 5). der Policy Entrepreneur berwindet damit politische Beharrungszustnde, die durch kurzfristiges zweckrationales denken politischer akteure hervorgerufen wer-den, welche im politischen Prozess lediglich ihren Nutzen zu maximieren suchen. Er handelt demnach nicht nach Routinen (Maximierung seiner kurzfristigen Interessen), was zu politischer stagnation fhren wrde. analog zum Entrepreneur, wie ihn schumpeter in der evolutionren Wirtschaftstheorie zeichnet, wirkt er als Promotor politischer Wand-lungsprozesse: er geht neue Wege, erkennt neue politische Mglichkeiten (windows of opportunities) und scheut keine Widerstnde bei der durchsetzung innovativer ideen. in public policy a new technology, a new service, a new administrative process or pro-cedure might be examples for such innovation (Roberts and King 1996, s. 5). Osborne und Gaebler lieferten in ihrem Werk Reinventing Government: How the Entrepreneurial Spirit is Transforming the Public Sector (1993) eine Flle von Beispielen, wie durch Pe brokratische erstarrung berwindet, zivilgesellschaftliches engagement befrdert und innovatives handeln staatlicher akteure erzielt werden kann. das ergebnis ist die Fort-entwicklung einer effizienten und effektiven Brokratie, die stndiger Vernderung unter-liegt und sich an eine rasant wandelnde, globalisierte Wissenskonomie anpassen muss.

    roberts und King (1998, s. 117) haben in ihrer Forschung zur rolle von Policy Entre-preneuren in politischen Wandlungsprozessen eine typologie ihrer aktivitten entwickelt, die sich in vier Kategorien unterteilen lassen: Kreative/intellektuelle aktivitten (wie neue Policy ideen entwickeln und verbreiten), strategische aktivitten (wie Visionen for-mulieren, politische strategien und aktionsplne entwickeln), Mobilisierungsaktivitten (wie Lobbygruppen und Medienuntersttzung aufbauen, untersttzung durch Politiker einwerben) und administrative/evaluierende aktivitten (wie Programmevaluierung).

    5 PerspektivenfrForschungundPraxis

    Mit diesem Beitrag wurde der Versuch angestrengt, eine typologisierung der 3es ( Ent-repreneurship, se und Pe) vorzunehmen, um speziell den Begriff se aus perspektivisch bedeutsamen Grnden nher zu bestimmen. Zusammengefasst kann festgehalten werden: Wird se zu eng gefasst, besteht die Gefahr, dass viele Befrworter und potentielle unter-sttzer se als Modeerscheinung unterschtzen und sich davon abwenden. Wird se zu weit gefasst, so kristallisieren sich zu viele erscheinungs- und aktionsformen heraus, als dass sie von der Gesellschaft als SE perzipiert werden knnen. Eine allgemeingltige Defini-tion zu se wird es auch aufgrund der raschen Vernderungsprozesse im se-Bereich sicherlich nicht geben knnen; aber die Bemhungen um eine typologisierung der 3es sollte weiter fortgesetzt werden, um die Nachhaltigkeit von se sicherzustellen.

  • 453entrepreneur social entrepreneur Policy entrepreneur

    der Social Entrepreneur ist altruistisch motiviert und hat ein klares Verstndnis von einer langfristigen, sozialen Mission. seine innovativen handlungen werden von einem positiven Leistungsdenken, aber auch einfallsreichtum, durchhaltevermgen und Pragma-tismus getragen. Individualistisches soziales Engagement mndet hufig in die Grndung von sozialunternehmen, die sehr unterschiedliche Formen annehmen knnen. Meines erachtens sollte zwischen se als innovativer handlung und Social Enterprise als unter-nehmerischer aktionsform unterschieden werden. darber hinaus wurde in diesem Bei-trag mit der angestrengten typologisierung ersichtlich, dass ein wesentlicher unterschied zwischen klassischen Non-Profit-Organisationen und se besteht: Social Entrepreneure scheuen nicht das risiko, begren den Wettbewerb und betrachten Gewinndenken als positiv. ihr Verhltnis zum Kapital und den Kapitalmrkten ist nicht unbedingt von Miss-trauen geprgt und so tendieren sie eher zur Kooperation mit der industrie und Finanz-wirtschaft (siehe hierzu auch die Governance Corner in dieser ausgabe der ZPB).

    Forschungsbedarf besteht nicht nur hinsichtlich einer fortgesetzten, weiter zu definie-renden Begriffsbestimmung von se, aber auch hinsichtlich der Frage, inwieweit sich Entrepreneurship und se unterscheiden, und welche Motivationsgrundlagen fr Social Entrepreneure prgend sind. darber hinaus mangelt es an untersuchungen, die das Bemessen sozialer auswirkung durch se zum Ziel haben und sich intensiver mit instru-menten und Methoden zur evaluierung von sozialunternehmen beschftigen.

    Gerade den (sozial)Organisationen, die Wert auf Leistungs- und erfolgsbemessung sowie transparenz legen und ein gutes Management aufweisen, sollte mehr anerkennung zuteil werden, die sich auch in einer hheren investitionsneigung fr se niederschlagen sollte. Zu oft werden wirtschaftlich professionell arbeitenden sozialunternehmen nicht ausreichend honoriert, da sie nahezu wie unternehmen im Privatsektor agieren und dies eher zu imageschden als -steigerungen beitrgt.

    das Bewusstsein fr und die akzeptanz von se in der Gesellschaft bedarf forcierter Frderung. Bereits an schulen, universitten und anderen Bildungseinrichtungen sollte auf den besonderen charme und die Zukunftsfhigkeit von se hingewiesen werden, welches soziale handlung mit unternehmerischem denken und Managen verknpft. in diesem Kontext kann nicht genug unterstrichen werden, dass sich auch die gesellschaft-liche einstellung zu Entrepreneurship im allgemeinen wie se im Besonderen verbessern msste. die Neigung zu Entrepreneurship wird wesentlich von den sozio-konomischen umfeldbedingungen geprgt.

    der Social Entrepreneur wird sich immer hufiger an Schnittstellen der drei klassischen Bereiche bewegen und dort engagieren, wo staat, Privat- und NGO-sektor noch nicht ttig oder wirksam sind. Aufgrund von finanziellen Restriktionen der Staats- und kommu-nalen haushalte, aber auch des bereits aufgefhrten staatsversagens unter anderem in den Bereichen schutz der global common goods oder Menschenrechte, wird das engagement der Social Entrepreneure eher zu- als abnehmen und die Nachfrage nach se weiter stei-gen. Zum einen ist der damit induzierte soziale Wandel durch se zu begren; zum ande-ren gilt es kritisch zu hinterfragen, ob der staat auf diese Weise nicht zu schnell und zu leicht aus der Verantwortung genommen wird, elementare schutz- und Versorgungsleis-tungen fr die Bevlkerung bereitzustellen. darber hinaus lsst sich staatshandeln eher kontrollieren und legitimieren als sozial-unternehmerische aktivitt von einzelpersonen, die keiner demokratischen Rechenschaftspflicht unterliegt (Stein 2008; Brygo 2010). in

  • 454 h. M. Grimm

    diesem Kontext knnten die Policy Entrepreneure eine wichtige rolle einnehmen, da sie eine Balance zwischen staatlichem und sozial-unternehmerischem handeln schaffen und einen wichtigen Beitrag zu sozialem Wandel leisten knnen. durch klares akzentuieren und untersttzen von transparenten, wirksamen se-Projekten sowie distanzierung von weniger legitimen se-aktionen knnten Policy Entrepreneure eine Brcke zu Politik und Gesellschaft bauen und ein wichtiges Kontrollelement im Policy Prozess installieren. des weiteren liegt das Potential der Social Entrepreneure im Experimentieren, Entwickeln und umsetzen von kreativen, innovativen ideen und Lsungen zur Bewltigung sozialer herausforderungen, weshalb er dem staat als ideengeber zuarbeiten und von Pe in dieser hinsicht untersttzt werden kann. der staat und auch der Politiker haben keine Freirume fr Experimente; beide knnen aber von der Kreativitt und Innovativitt der Social Ent-repreneure profitieren. Denn beide sollten an der Identifizierung effizienter, nachhaltiger Lsungswege interesse haben. auch in dieser hinsicht knnte dem Policy Entrepreneur eine bedeutsame rolle als Mediator und Brckenbauer zwischen den 3es zufallen.

    Literatur

    acs, Z. J., Phillips, r. J., audretsch, d. B., & desai, s. (2007). The entrepreneurship-philanthropy nexus: Nonmarket source of American entrepreneurial capitalism. Paper 0907 on entrepre-neurship, Growth and Public Policy, Jena: Max Planck Institute of Economics.

    adam, t. (2004). Philanthropy, patronage, and civil society. Experiences from Germany, Great Britain, and North America. Bloomington: indiana university Press.

    anheier, h. (2003). das stiftungswesen in Zahlen: eine sozial-konomische strukturbeschreibung deutscher stiftungen. in Bertelsmann stiftung (hrsg.), Handbuch Stiftungen (s. 4782). Wies-baden: Gabler.

    Backhaus-Maul, h., Biedermann, c., Nhrlich, s., & Polterauer, J. (hrsg.). (2008). Cor-porate Citizenship in Deutschland. Bilanz und Perspektive. Wiesbaden: Vs Verlag fr sozialwissenschaften.

    Bcher, M. (2006). Zur Rolle von Policy Entrepreneuren in politischen Wandlungsprozessen das Beispiel nachhaltige Regionalentwicklung. Paper vorgestellt auf der GPW 3Lnder-tagung Politik und Persnlichkeit. http://www.oegpw.at/tagung06. Zugegriffen: 30. Nov. 2010.

    Boschee, J., & Mcclurg, J. (2003). Toward a better understanding of social entrepreneurship: Some important distinctions. http://www.se-alliance.org/better_understanding.pdf.

    Brygo, J. (2010). Die Mauern von Glasgow. Szenen aus der Stadt der Kunst, der Elendsquartiere und der Millionre. in LE MONDE diplomatique, deutsche ausgabe, Nr. 9264 vom 13.8.2010.

    Bundesministerium fr arbeit und soziales (BMas). (2008). Lebenslagen in Deutschland. Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Berlin: BMas.

    cantillon, r. (1755). Essai Sur La Nature du Commerce en Gnral. Traduit de langlois. London: Fletcher Gyles.

    dees, J. G. (2001). The meaning of social entrepreneurship. centre for advancement of social Entrepreneurship (CASE), Fuqua School of Business, Duke University, Durham, NC. http://www. caseatduke.org/documents/dees_sedef.pdf.

    drayton, B. (2006). everyone a changemaker. social entrepreneurships ultimate goal. Innovations, Winter, 30.

    drucker, P. (1985). Innovation and entrepreneurship. Practice and principles. New York: harper & row Publishers.

  • 455entrepreneur social entrepreneur Policy entrepreneur

    emerson, J., & twersky, F. (1996). New social entrepreneurs: The success, challenge and lessons of non-profit enterprise creation. san Francisco: the roberts Foundation, homeless economic development Fund.

    europische Kommission. (2001). Grnbuch Europische Rahmenbedingungen fr die soziale Ver-antwortung der Unternehmen. Brssel: author.

    Goldsmith, s., & eggers, W. d. (2004). Governing by network: The new shape of the public sector. Washington: the Brookings institution.

    Gregory, a., & Lindlacher, P. (2008). Stiftungen nutzen Stiftungen grnden. Neu-ulm: aG sPaK Bcher.

    Grimm, h., & herz, d. (2004). innovative elite in deutschland? spurensuche in amerika. Die Politische Meinung, 417, 8794.

    harbrecht, a. (2010). Social Entrepreneurship Gewinn ist Mittel, nicht Zweck. Eine Untersu-chung ber Entstehung, Erscheinungsweisen und Umsetzung. Karlsruhe: Karlsruher institut fr technologie.

    hbert, r. F., & Link, a. N. (1988). The entrepreneur. Mainstream views and radical critiques. New York: Praeger.

    imbusch, P., & rucht, d. (hrsg.). (2007). Profit oder Gemeinwohl? Fallstudien zur gesellschaft-lichen Verantwortung von Wirtschaftseliten. Wiesbaden: Vs Verlag fr sozialwissenschaften.

    Kingdon, J. W. (1995). Agendas, alternatives, and public policies (2nd ed.). Boston: Little, Brown & company.

    Martin, R. L., & Osberg, S. (2007). Social entrepreneurship. The case for a definition. Stanford Social Innovation Review, Spring, 2939.

    Mintrom, M., & Norman, P. (2009). Policy entrepreneurship and policy change. Policy Studies Journal, 37(4), 649667.

    Nicholls, a. (hrsg.). (2006). Social entrepreneurship: New paradigms of sustainable social change. Oxford: Oxford University Press.

    Osborne, d., & Gaebler, t. (1993). Reinventing Government. How the Entrepreneurial Spirit is Transforming the Public Sector. New York: Penguin Books.

    Porter, M. e., & Kramer, M. r. (1999). Philanthropys new agenda: creating value. Harvard Busi-ness Review, 77(6), 121130.

    roberts, N., & King, P. J. (1996). Transforming public policy. san Francisco: Jossey-Bass Publishers.

    roberts, N., & King, P. J. (1998). Policy entrepreneurs: their activity structure and function in the policy process. Journal of Public Administration Research and Theory, 1, 147175.

    say, J.-B. (1971/1803). A treatise of political economy or the production, distribution and consump-tion of wealth. New York.

    schmoller, G. von (1893). Die geschichtliche Entwicklung der Unternehmung. Leipzig.schmoller, G. von (1900). Grundri der allgemeinen Volkswirtschaftslehre. erster, grerer teil.

    Leipzig.schumpeter, J. a. (1954). History of economic analysis. New York: Oxford University Press.schumpeter, J. a. (1997). Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Untersuchung ber

    Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus (9. Aufl.). Berlin: Dun-cker & humblot.

    stein, t. (2008). Globale Wohltter. die neuen Weltbrger und ihr Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel. WZB-Mitteilungen, 119(Mrz), 2227.

    Wolk, a. M. (2007). social entrepreneurship and government. a new breed of entrepreneurs deve-loping solutions to social problems. the small business economy: A report to the president (chap. 6), 61.

    Yunus, M. (2006). social business entrepreneurs are the solution. Grameen Bank 20, November.Zimmer, a., & Priller, e. (2007). Gemeinntzige Organisationen im gesellschaftlichen Wandel.

    Ergebnisse der Dritte-Sektor-Forschung. Wiesbaden: Vs Verlag fr sozialwissenschaften.

  • 456 h. M. Grimm

    Dr. Heike M. Grimm ist als akademische rtin an der uni-versitt erfurt beschftigt und hlt seit 2002 die Forschungs- dozentur fr Public Policy inne. Von 2004 bis 2007 forschte sie als Research Fellow der Entrepreneurship, Growth and Public Policy Group am Max-Planck-Institut fr konomik in Jena. Sie war fr unternehmensberatungen in Brssel (Europe Unlimited), Berlin und hamburg (tOPOs Personalberatung) ttig sowie im ffentlichen und Verbandssektor (union Mittelstndischer unter-nehmen e. V.). ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Verbindung von entrepreneurship, Public Policy, strategischem Management und regionalentwicklung.

    Entrepreneur-social entrepreneur-policy entrepreneur - Typological characteristics and perspectZusammenfassung:Abstract:1 Einleitung2 Entrepreneurship3 Social Entrepreneurship3.1 Formen3.2 Erfolgsbemessung

    4 Policy Entrepreneurship5 Perspektiven fr Forschung und PraxisLiteratur