Cecilia Bartoli Les Musiciens du Prince-Monaco Gianluca ... ... 6 Cecilia Bartoli Mezzosopran Les Musiciens

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  • Konzertprogramm, deutsch

    Konzert Cecilia Bartoli 21. August 2020 | 19.30 Uhr | KKL Luzern, Konzertsaal

    Cecilia Bartoli | Les Musiciens du Prince-Monaco | Gianluca Capuano

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    Freitag, 21. August 2020 | 19.30 Uhr | KKL Luzern, Konzertsaal Cecilia Bartoli | Les Musiciens du Prince-Monaco | Gianluca Capuano

    5 Programm und Konzerteinführung 19 Interpreten

    LIFE IS LIVE 14. – 23. August 2020

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    6 Programm 9 Konzerteinführung

    Programm und Konzerteinführung

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    Cecilia Bartoli Mezzosopran Les Musiciens du Prince-Monaco Thibaud Robinne Trompete Jean-Marc Goujon Flöte Pierluigi Fabretti Oboe Robin Michael Violoncello Gianluca Capuano Dirigent

    «What Passion Cannot Music Raise»

    Georg Friedrich Händel (1685–1759) Sinfonia zum 1. Akt von Rinaldo HWV 7 (1711)

    Nicola Porpora (1686–1768) «Vaghi amori, grazie amate». Arie des Imeneo aus La festa d’Imeneo (1736)

    «Lontan dal solo e caro … Lusingato dalla speme». Arie des Aci aus Polifemo (1735)

    Georg Friedrich Händel «Entrée des songes funestes» («Tanz der düsteren Träume») aus Ariodante HWV 33 (1735)

    «Lascia la spina cogli la rosa». Arie des Piacere aus Il Trionfo del Tempo e del Disinganno HWV 46a (1707)

    Konzert Cecilia Bartoli Freitag, 21. August 2020 | 19.30 Uhr | KKL Luzern, Konzertsaal

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    Johann Adolph Hasse (1699–1783) Sinfonia zur Serenata Marc’Antonio e Cleopatra (1725) Spiritoso e staccato – Allegro | Grazioso

    Georg Friedrich Händel Sinfonia Il Parnasso zum 2. Akt von Giulio Cesare in Egitto HWV 17 (1724)

    «V’adoro, pupille». Arie der Cleopatra aus Giulio Cesare in Egitto HWV 17

    Georg Philipp Telemann (1681–1767) Concerto D-Dur für Trompete, Streicher und Basso continuo TWV 51:D7 (um 1708–12) 2. Allegro | 3. Grave | 4. Allegro

    Georg Friedrich Händel «Mi deride l’amante … Desterò dall’empia dite». Rezitativ und Arie der Melissa aus Amadigi di Gaula HWV 11 (1715)

    Antonio Vivaldi (1678–1741) Concerto e-Moll für Traversflöte, Streicher und Basso continuo RV 432 (ohne Jahr) Allegro

    «Sol da te, mio dolce amore». Arie des Ruggiero aus Orlando furioso RV 728 (1727)

    Georg Friedrich Händel «Suite di danze» aus Ariodante HWV 33 (1735)

    «Augelletti, che cantate». Arie der Almirena aus Rinaldo HWV 7

    «What passion cannot Music raise and quell» aus Ode for St Cecilia’s Day HWV 76 (1739) Arie für Sopran, zwei Violinen, Violoncello und Basso continuo

    | Keine Pause

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    Musik, die Kunst der Leidenschaften Georg Friedrich Händel und seine Zeitgenossen

    Mit dem Titel «What Passion Cannot Music Raise» hat Cecilia Bartoli das Pro- gramm versehen, das sie bei ihren ersten Auftritten nach dem Lockdown der Corona-Krise präsentieren wird. Die Leidenschaft für die Musik neu zu we- cken und Freude zu verbreiten: das ist ihr Anliegen. «Musik zu hören zählt bestimmt zu den heiligen Momenten im Leben, und zwar gemeinsam mit an- deren, nicht allein vor dem Computer», erklärte sie in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. «Musik hören heisst Gefühle teilen, miteinander weinen und lachen. Für mich ist das eine Art Religion. Unsere Seele braucht die ekstatischen Momente, die uns die Kunst schenkt. Wir sollten sie hegen und pflegen.» Den roten Faden des Abends bilden Werke des grossen Barockkomponisten Georg Friedrich Händel, der wie kaum ein zweiter die menschlichen Gefühle in Klänge zu bannen verstand und die Begeisterung auch breiter Publikums- kreise für die Musik entfachte. Cecilia Bartoli rückt sein Schaffen jedoch in ein Wechselspiel mit Instrumentalstücken und Arien von vier Zeitgenossen aus Italien und Deutschland, zwischen denen sich allerlei interessante Wech- selbeziehungen auftun: Sie waren Freunde, Kollegen oder Rivalen, setzten einander zu oder halfen sich, und sie alle haben das Musikleben ihrer Zeit ganz wesentlich geprägt.

    Von Halle über Italien nach England: Händel verzückt Europa Er war einer der ersten echten Europäer in der Musikgeschichte: Georg Fried- rich Händel, der Arztsohn aus Halle an der Saale, der am 5. März 1685 zur Welt kam. Früh schon, mit gerade einmal achtzehn, verliess er sein Elternhaus und machte sich auf nach Hamburg, in die grosse Hanse- und Hafenstadt, wo we- nige Jahre zuvor Deutschlands erstes Opernhaus seine Pforten geöffnet hat- te. Dort heuerte der junge Händel im Orchester als zweiter Geiger an, doch

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    hatte er mehr vor: Er wollte die Leitung der Aufführungen übernehmen und selbst Opern schreiben! Diese Ambitionen vertrugen sich allerdings nicht mit den Vorrechten seines berühmten älteren Kollegen Johann Mattheson. Es kam deshalb zu einem erbitterten Streit, der in Handgreiflichkeiten ausartete und schliesslich in ein Duell mündete: Um ein Haar hätte dieser Zweikampf Händel sogar das Leben gekostet, doch Matthesons Klinge zerschellte an ei- nem metallenen Knopf von Händels Rock. Die Musikgeschichte hängt manchmal von glücklichen Zufällen ab. So aber konnte Händels Ruhm erst richtig gedeihen. Sein Ruf verbreitete sich bald nach Italien, ins Mutterland der Musik, wo kunstbegeisterte Mäzene auf ihn aufmerksam geworden waren. 1706 reiste Händel zunächst nach Florenz, 1707 traf er in Rom ein, 1708 führte ihn sein Weg nach Neapel, 1709 dann nach Venedig. Insgesamt vier Jahre brachte er in Italien zu und traf dabei berühm- te Kollegen wie Arcangelo Corelli, Antonio Lotti, Alessandro und Domenico Scarlatti. Er brillierte als Tastenvirtuose auf Orgel und Cembalo, und er fand Einlass in die erlauchten Kreise des Adels wie der Geistlichkeit. Der einflussreiche römische Kardinal Benedetto Pamphilj beauftragte Hän- del im Frühjahr 1707 mit der Komposition des Oratoriums Il trionfo del Tempo e del Disinganno, in dem die Schönheit (Bellezza), das Vergnügen (Piacere), die Erkenntnis (Disinganno) und die Zeit (Tempo) einen Disput um Wahrheit und Trug, ewige Seligkeit und flüchtiges Glück austragen. Auch wenn die bei- den Tugendwächter, also Erkenntnis und Zeit, am Ende den Sieg davontra- gen, bleibt der wahre Triumphator doch das Vergnügen. Denn Händel ver- traute ihm eine der berührendsten Arien seines gesamten Schaffens an: «Lascia la spina», eine seraphisch schöne Melodie, die bei ihrer Wiederho- lung mit erlesenen Fiorituren ausgeschmückt wird. Ganz neu war das Stück allerdings nicht: Es geht zurück auf eine instrumentale Sarabande, die Hän- del schon 1705 in Hamburg für seine allererste Oper Almira komponiert hatte. Und er sollte es auch später noch mehrfach wiederverwenden … Etwa gleich im Jahr 1711, als Händel nach Grossbritannien gezogen war und in London mit seiner Oper Rinaldo für Aufsehen sorgte. Dort taucht «Lascia la spina» auf den Text «Lascia ch’io pianga» erneut auf, doch hat sich der Sinn- gehalt nun völlig verändert. Forderte das allegorische Vergnügen im italieni- schen Oratorium noch «Lass doch die Dornen, pflücke die Rose», so unter- malt dieselbe Melodie nun die Klage von Rinaldos Verlobter Almirena: «Lass mich beweinen mein grausames Schicksal». Die Arie «Augelletti, che cantate»,

  • 11Georg Friedrich Händel, Portrait von Thomas Hudson

    die Cecilia Bartoli gegen Ende ihres Programms vorträgt, zeigt Almirena dagegen noch in glücklicheren Tagen: In einem arkadischen Garten denkt sie zärtlich an ihren Geliebten. Die zwitschernden Vögel werden dabei von zwei Flöten und einem Soprani- no dargestellt – und sie prägen auch den Vokalpart, der von seinen Inter- pretinnen nachtigallenähnliche Qua- litäten erfordert. Bei dieser Lustgartenszene sorgte Händel übrigens für einen spektaku- lären szenischen Effekt: Er liess einen Schwarm Spatzen durch das Audito- rium fliegen – ein Kunstgriff, der in der Presse lebhaften Widerhall fand. Dass die Spatzen allerdings nicht so

    leicht wieder einzufangen waren und fortan unfreiwillig bei allen möglichen anderen Stücken «mitspielen» mussten, das steht auf einem anderen Blatt. In Amadigi di Gaula (1715) wiederum, das auf einem Ritterroman des 13. Jahr- hunderts basiert, liess Händel einen Springbrunnen mitten auf der Bühne sprudeln – ein seinerzeit technisch heikles Experiment. Zu einer gelungenen Opernaufführung gehörte eben auch eine Portion Magie, ob als «Maschinen- theater» oder als Vokalzauber. Der ist in der Arie «Desterò dall’empia dite» zu bestaunen, wo sich Cecilia Bartoli einen beeindruckenden Wettstreit mit der Solotrompete liefern darf und beweisen wird, dass die menschliche Stimme in puncto Koloraturfertigkeit und Durchschlagkraft über wahrhaft instru- mentale Qualitäten verfügt.

    Ein Komponist wird Unternehmer Mit Werken wie Rinaldo und Amadigi di Gaula gewann Händel die britische Aristokratie für die junge Gattung der italienischen Opera seria, die vorher auf der «Insel» noch nicht beheimatet war. Und er witterte, dass mit dieser Kunstform mehr zu erreichen war als bloss kompositorischer Ruhm. Deshalb beschloss er 1719, eine eigene Kompanie zu gründen, die Royal Academy of Mu-

  • 12 Die Primadonna Francesca Cuzzoni ...

    sic, die im King’s Theatre am Haymar- ket Residenz bezog. Der Komponist Händel wurde also zum Unterneh- mer, der auf eigenes Risiko wirtschaf